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Erstes Blatt

Mauer

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- N,artige Monnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

K^xuckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

GtNkral-Auzrigtl.

AmMes Organ fit Mt- M FanLKets Kam.

Erscheint täglich mit Msnahme derSonn- und Feiertatze, mit belletristischer Beilage.

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Cinrülkungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg, die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamtnthell die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!, Redakteur: G. Schrecker in Hqn«^

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M. ^. Fernsprechanschluß Nr. «05» Mittwoch den 6. JttNUar " Fernsprechanschluß Nr. 605. 1904

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Amtliches.

Handelsregister.

Nr. 4 Firma Gebr. Fürth L Co«, Hauptniederlassung Hanau, Zweigniederlassung Frankfurt a. M.

Der Kaufmann Lismann Fürth zu Frank­furt a. M. ist am 1. Januar 1904 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgetreten. Der Kaufmann Michael Fürth zu Hanau ist durch Tod aus dem Handelsgeschäft seit 2. Mai 1900 ausgeschieden. Neu eingetreten sind:

1. Bankier Amand Fürth,

2. Bankier David Fürth,

beide zu Hanau.

Die hierdurch neu begründete offene Handelsgesell­schaft besteht aus bett zu 1 und 2 genannten Per­sonen zusammen mit der bisherigen Mitinhaberin Fanny Fürth geb. Katz seit 1. Januar 1904

, und wird unter unveränderter Firma weitergeführt. Die den Kaufleuten David und Amand Fürth in Hanau und Theodor und Albert Fürth zu Frank­furt a. M. für das frühere Handelsgeschäft erteilte Prokura ist erloschen. Dem Kaufmann S a l o m o n Fürth zu Hanau ist für das neu begründete Handelsgeschäft Prokura erteilt.

Hanau den 31. Dezember 1903.

Königliches Amtsgericht 5. 441

Bekanntmachung.

Rutzholzverkauf.

Gemeindewald Langenselbold (Hesfen-Rassau).

Donnerstag den 14. l. Mts., von vormittags 10 Uhr ab, werden an Ort und Stelle nachstehend ver­zeichnete Holzmassen aus dem hiesigen Gemeindewalde öffentlich meistbietend versteigert.

Das Holz lagert in den Waldorten Buchberg, Birkenküppel Steige und Weiher, die Abfuhr ist bequem.

Es gelangen zur Versteigerung:

Eichet 11 Stück Stämme mit 5,56 fm,

Virker 18 Stück Stämme mit 10,92 fm,

Kiefer: 209 Stück Stämme mit 166,24 fm,

Fichte t 1 Stück Stamm mit 1,65 fm.

Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Zusammenkunft am Staatsbahnhof hierselbst.

Langenselbold den 5. Januar 1904.

Der Bürgermeister.

Koch. 458

Ueber die Lage in Ostasien

berichten heute folgende Telegramme:

Hannover, 5. Jan. Die Meldung, daß zum Militär- reitinftitute kommandierte japanische Offiziere Befehl erhielten, nach Japan zurückzukehren, ist völlig unbegründet. Zu dem genannten Institut sind zur Zeit japanische Offiziere überhaupt nicht kommandiert. Auch ist es unbegründet, daß die in Berlin studierenden japanischen Offiziere ihre Studien abgebrochen haben, um sich in die Heimat zu begeben; sie setzen ihre Stu­dien ununterbrochen fort.

London, 5. Jan. Der koreanische Geschäftsträger er­klärte heute einem Vertreter des Reuterschen Bureaus, er habe Grund zu der Annahme, daß die Verhandlungen zwischen Korea, Großbritannien, den Unionstaaten, Rußland und Japan über die Oeffnung von Widschn und Jongampho zum günstigen Abschluß gelangen werden. Die Oeffnung der Häfen werde binnen kurzem beschlossen werden. Er glaube nicht, daß es zu einem Kriege zwischen Rußland und Japan kommen, son­dern daß ein befriedigender Ausgang der gegenwärtigen Ver­handlungen erreicht werden würde.

London, 5. Januar. Das Reutersche Bureau erfährt, daß man auf der hiesigen japanischen Gesandtschaft keine An­sichten äußern könne über die Gerüchte, die über die Krisis im firncn Osten verbreitet seien. Es sei nicht richtig, zu be- banplkn, daß die Verhandlungen in letzter Zeit einen günstigeren Erlauf genommen hätten. Diese ständen immer noch auf demselben Fuße.

. Paris, 5. Januar. Seitens des Marineministers wird von einem Blatte verbreitete Gerücht für unbegründet er- M nach dem. die vom Nordgeschwader abgetrennte, aus den ^.""öernKleber",Desaix" undAdmiral Aube" bestehende ^ U-ndwiston den Befehl erhielt, nach Ostasien sich zu

Biserta, 5. Januar. Der russische KreuzerDimitri Donskoij" ist mit zwei Torpedobootzerstörern nach der Suda- bay abgegangen.

Tokio, 5. Januar. Die Veröffentlichung jeder Nach­richten über die Bewegungen der Truppen und Kriegsschiffe ist amtlich verboten.

Tokio, 5. Januar. Die Verfügung, durch die Meldungen über die Truppen- und Schiffsbewegungen untersagt werden, erschien in einer Sonderausgabe des Amtsblattes und soll so­fort in Kraft treten.

Tokio, 5. Januar. Hier verlautet aus Wladiwostok, daß sich dort ein russisches Geschwader aktionsfertig mache. Eine andere Nachricht besagt, ein russischer Kreuzer sei mit einer kleinen Landungstruppe von Port Arthur abgegangen. Der Bestimmungsort sei nicht bekannt, wahrscheinlich aber Tsche- mulpo. Die russische Antwort auf die letzte Mitteilung Japans ist hier noch nicht eingegangen.

London, 5. Januar. Reuter erhielt von einem Privat- korrespondenten aus Petersburg eine Depesche, welche besagt, aus amtlicher Quelle verlaute, daß die russische Antwort an Japan, über die dem Statthalter Alexejew Instruktionen zu- gingen, in äußerst versöhnlichem Geiste gehalten sei. Einige japanische Vorschläge seien angenommen, während andere zum Gegenstände ausgedehnter Bemerkungen gemacht und ihnen Gegenvorschläge gegenübergestellt seien. In russischen amtlichen Kreisen gebe man der Hoffnung Ausdruck, daß die Japan ge­machten Konzessionen, welche in Petersburg als sehr wesentlich betrachtet werden, sich als annehmbar erweisen werden. Man hoffe, daß am nächsten Donnerstag, dem russischen WeihnachtS- iage, Kaiser Nikolaus in der Lage sein werde, den Frieden zu verkünden. Der Korrespondent fügt hinzu, in Bankiers­kreisen erkläre man die Erregung an der gestrigen Börse als die Folge der Regulierungen zum Jahresende. Die Lage in Ostasien habe auf die Haltung der Börse keinen Einfluß gehabt.

Petersburg, 5. Januar. Die Russische Telegraphen- Agentur meldet: Aus Wladiwostok wird soeben telegraphiert, daß nach Privatnachrichten aus Mukden infolge der in Korea entstandenen Streitigkeiten zwischen Japanern und Koreanern das zweite Schützenregiment in vollem Bestände zum Schutze der russischen Interessen nach Korea ausgerückt sei. Die Militärzüge verkehren ohne Hindernis, jedoch mit ziemlich großen Verspätungen. Auch die Passagierzüge, die ebenfalls fast täglich verkehren, haben Verspätungen zu e-leidcn.

Port Arthur, 5. Januar. (Meldung der Rufs. Telegr.- Agentur.) In Bezug auf die Arbeiterunruhen in Mokpho verlautet gerüchtweise, daß die Japaner in Korea Unruhen hervorrufen wollen, um einen Verwand zu haben, Truppen nach Tschemulpo zu schicken. In Tschcmulpo ist ein englischer Kreuzer einzetroffen, der Truppen nach Söul zu schicken ge­denkt. Nach einer Meldung derNorth China Daily News" wird in China eine antirussische Propaganda getrieben, welche wahrscheinlich von Japan ausgeht.

(Weitere Depeschen Seite 3.)

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 6. Januar.

Historische Gedenktage.

6. Januar 1793 starb zu Frankfurt Prinz Karl von Heffen-Philippsthal an den Wunden, welche er am 2. Dezember 1792 bei der Einnahme von Frankfurt er­halten hatte. Sein Name steht auf dem Hessen-Denkmal zu Frankfurt.

* Postpersonalien. Verliehen ist der TitelPost­sekretär" : den Postverwaltern Blum in Langenselbold, Schönewolf in Fechenheim und Sternen in Bergen. J

* Aus der Eisenbahnverwaltung. Der Minister der öffentlichen Arbeiten bestimmte für das große Heer der Hilfsbediensteten und Arbeiter der Eisenbahnverwaltungen, daß den Arbeitern, die mindestens 6 Monate ununterbrochen im Dienst der Eisenbahnverwaltung beschäftigt sind und zur Ab­leistung der aktiven Militärdienstzeit aus der Beschäftigung ausscheiden, beim späteren Wiedereintritt, sofern die Arbeiter sogleich nach beendeter Militärzeit um Beschäftigung nach­suchen, sowohl die vorher int Eisenbahndienst zugebrachte an- rechnungsfähige Dienstzeit als auch die Militärdienstzeit selbst auf das Lohndienstalter anzurechnen ist. Die betreffenden Arbeiter gelangen also entsprechend früher zu den höheren Lohnsätzen.

** Gewerbegericht. (Sitzung vom 5. Januar.) Zu­nächst erfolgte heute unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürger- meisters die K o n st i t u i e r u n g des n e u g e w äh lt e n Gewerbegerichts. Nach der Vereidigung der Beisitzer und Ersatzbeisitzer wurde die Reihenfolge ausgelost, in welcher

die Beisitzer an den Sitzungen teilzunehmen haben, ferner welche Ersatzbeisitzer an die Stelle von eventl. ausscheidenden Beisitzern zu treten haben. In der hierauf verhandelten ersten Klagesache fordern 7 Maurer von der Firma I. u. R. die Bezahlung von rückständigem Lohn im Betrag von etwa 7 Mk. durchschnittlich pro Kläger. Es war für ein auf der Pulverfabrik zu errichtendes Gebäude bezw. gewisse Erd- und Maurerarbeiten hierzu ein bestimmter Betrag ausgeworfen worden, bei dessen Verrechnung sich aber herausstellte, daß die Maurer nur 30 Pfg. pro Stunde verdienten, während sie 40 Pfg. beanspruchen. Die Differenz suchen sie nunmehr im Klageweg zu erlangen. Das Gewerbegericht weist die Kläger ab, da es ihnen freigestanden hätte, aufzuhören, wenn die Be­zahlung sich als eine ungenügende erwies. Einem Kläger wurden die geforderten 2.50 Mk. zugesprochen, welche ihm zwar durch einen Lehrling zugesandt waren, die er aber nidft erhalten hat.

* Teure Ohrfeigen. Am Abend des 23. November sangen in einem hiesigen Restaurant zwei Gäste eine Melodie vor sich hin, was nachher einem andern Gaste Anlaß zu einer spöttischen Bemerkung gab. Die beiden Erstgenannten wurmte diese offenbare Nichtachtung ihrer gesanglichen Leistung, sie ließen den Betreffenden durch den Kellner später herausrufen, und als der Nichtsahncnde erschien, applizierten sie ihm ohne weiteres ein paar so gesalzene Ohrfeigen, daß er ein ge­schwollenes Gesicht davontrug. Das gab nun wieder eine sehr teure Rache, denn das Schöffengericht bewertete in seiner gestrigen Sitzung die eine Ohrfeige, die das Auge traf, auf 40 Mk., die andere, welche die Nase bluten machte, auf 30 Mark, außerdem müssen an den Verletzten 25 Mk. Buße ge­zahlt und die Kosten der Rebenklage getragen werden.

* Borttag. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, wird am Freitag abend 8V2 Uhr Herr Ed. D u ch 0 w im Saale zurStadt Bremen" einen allgemein wissenschaftlichen Vor- trag überJava und Sumatra" halten. Herr Ed. Duchow diente 7 Jahre in dortiger Kolonialarmee und wurde auf Sumatra schwer verwundet, die uns vorgelegten Zeugnisse und Empfehlungen sprechen sich sehr lobend über den Vortrag aus und können wir den Vortrag bestens empfehlen. Die Reich­haltigkeit des Vortrags dürfte aus folgenden Kapiteln zu er­sehen sein: Ueber die Anwerbung nach Ost-Indien. Reise nach Ost-Jndten. Der Suezkanal. Das rote Meer. Die Insel Java. Geologische Skizzen. Das Klima in Indien. Der Dienst in Indien. Das Frauenleben in den Kasernen. Die Hauptkulturen. Arbeitsverhältnisse in Indien. Die Insel Sumatra. Krieg auf Atchia. Sitten und Gebräuche der Eingeborenen. Peusionsvcrhält- nisse. Warnung vor dem Dienst in Indien rc.

* Die größte Attraktion im Panoptikum zu Frankfurt a. M. sind die drei kleinsten Schwestern der Welt. Die jungen Damen im Älter von 16, 18 und 20 Jahren sind in Königsberg geboren und die drei ältesten von sieben Geschwistern. Die vier andern Geschwister sind alle wohl proportioniert, die Mutter ist eine sehr kräftige über- mittelgroße Frau. Die kleinen Damen sind nicht höher als wie Kinder von 23 Jahren. Ihr blondes Haar, das sie in einem großen Knoten um den Kopf geschlungen tragen, verleiht den nicht häßlichen Gesichtern einen eigenartigen Reiz. In der Regel zeichnen sich Zwerge durch große Umförmlich- keiten aus, die drei Schwestern aber sind wohlgestaltet und lieblich anzusehen. Auch kleine Künstlerinnen sind sie, denn sie singen Lieder, Duette und Terzette, führen hübsche Tänze auf und bewegen sich frei im Publikum. Am 1. Januar 1904 zeigten sich die kleinen Schwestern zuerst, und haben sich schon die Gunst des Publikums im Fluge errungen. Um den Besuchern eines größeren Kontrast zu zeigen, hat die rührige Direktion die drei ostpreußischen Koloffal-Geschwister prolon­giert und ist damit dem P. T. Publikum Gelegenheit geboten, das wunderbarste Naturspiel in der Größe und Stärke, sowie im Kleinsten und Niedlichsten zu sehen.

* Im Dienst verunglückt ist gestern abend kurz nach 8 Uhr am Ostbahnhofe der dort stationierte Rangiermeister Joseph Pfaff, in Großauheim wohnhaft. Er würbe über­fahren und trug zwei größere Wunden am Kopfe wie eine Zermalmung des linken FußeS davon. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde er alsbald inS St. Vincenz-Krankenhaus gebracht, woselbst ihm der Fuß amputiert werden mußte. Der Verunglückte ist seit etwa l1/» Jahren angestellt und Vater einer zahlreichen Familie. ,

* Zirkus Wilke. Heute nachmittag findet Lekanntüch eine große Familien-, Schüler- Und Kindervorstellung statt, abends 8 Uhr folgt dann eine große Gala-Parforce-Dorstellung mit 25 auserlesenen Nummern. Die Darbietungen in der gestrigen Vorstellung wurden wiederum mit großem Beifall ausgenommen, namentlich erregte auch das Auftreten der Original- Wildwest-Truppe berechtigtes Aussehen.