Erstes Blatt,
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Dierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., f«r aus- wattige Abonnenteu mit dem betrefsenden Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 $fg.
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Gencral-Anzkiger
Amtliches SkM fit Stellt« «16 FMms K>u»
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
SiurLckmrgSgebü-r
Für Stadt« und Laudkreir Hamm 10 Pfg. die fünf- Les-attwe Petitzeile »der beten Kaum, für AuSwärtSlb Pfz.
Ü» ReklameucheU die Zeile 25 Pfg, Dr «ugwärti 85 Wg.
Verautwortl. Redakteurr S. SchreLor in Hart«».
Nr. 284
Fervsprechanschluß Nr. 605.
Mcntaa den 5. Dezember
Ferusprechanschluß Nr. 605.
1904
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Der bisherige stellvertretende Ortsschätzer Dachbeckermeister Karl Sucht, Altstraße 4 wohnhaft, ist heute als Orts- schätzer und der Maurermeister Jeau Bernges, Jahn- straße 17 wohnhaft, zum Stellvertreter im Falle der Behinderung der Ortsschätzer für den Stadtkreis Hanan bestellt und verpflichtet worden.
Hanau den Z. Dezember 1904.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
P 9464 v. Beckerath.
Rus Danau Stadt und £and,
Hanau den 5. Dezember.
* Versetzt. Amtsrichter von Klüfer zu Windecken an das Amtsgericht zu Diepholz (Hannover.)
* Erfreulich. In seinem Streben, nach allen Seiten hin helfend einzugreifen, hat der Verschönerungsverein jetzt am Paradeplatze, an der Seite vom weißen Löwen nach der Kaserne und vor derselben, eine Anzahl Bäumchen pflanzen lassen.
* Ehreuv. Bei der diesjährigen Fr. Wilhelm Müller- stonkurrenz (Aufgabe: Schmuckentwürfe offen für alle deutschen Techniker und Zeichner) hat ein Hanauer namenS Hermann Winkler den 1. Preis erhalten.
* Jubiläum. Herr Jakob H o f m a n n blickt beute auf eine 25 jährige Tätigkeit bei Herrn Kohlenhändler Aug. M a r e t zurück.
* Metzgergeselle Oskar Hudde verhaftet. Der wegen zweier Einbruchsdiebstähle und wegen Verdachtes, an dem Pfarrer Thoebes in Helden bergen Raubmord begangen zu haben, von der Staatsanwaltschaft Gießen steckbrieflich verfolgte Metzgergeselle Oskar Hudde aus Schalkein Westfalen ist vorgestern in einer Wirtschaft in St. Wendel erkannt nnd auf dem Bahnhof Kirn (Rheinprovinz) verhaftet worden.
st. Bahnbau Hanau-Büdingen. Gestern nachmittag fand in Langenbergheim eine überaus zahlreich besuchte Zusammenkunft von Interessenten der bei dem Bahnneubau in Betracht kommenden hessischen Ortschaften statt, in welcher über die Bahnfrage lebhaft debattiert wurde. Auch in dieser Versammlung wurde die Noiwendigkeit einer Eisenbahnverbindung im Interesse der in dortiger Gegend blühenden Industrie und Landwirtschaft und auch nicht minder im Interesse des Personenverkehrs allseitig anerkannt. Die betreffenden Ge- i Minden sind bereit, um ein Zustandekommen der Bahn zu I
Feuilleton*
Deutscher Abend des Allgemeinen Deutschen Schulvereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande.
Nun liegt er hinter uns, der „Deutsche Abend", für den so viele gearbeitet, auf den so manches sich gefreut, und von dessen Erträge viel Segen Und Freude erhofft wird. „Und wie war's", fragen unsere Leser. Ein ganzer Erfolg — ist die bündige Antwort. Mit vollster Befriedigung können alle, die sich um das Fest bemüht, auf die Abendstunden des Samstags in der Centralhalle zurückblicken. Die kurzen, aber umso herzlicher gemeinten Worte unverhohlener Anerkennung wollen wir gleich an die Spitze unseres Berichtes stellen, da sie eine Charakteristik des Gesamtverlaufes geben. Schon lange vor Beginn der Vorstellungen kamen die Gäste und füllten den von Herrn K. Schwellenberg festlich geschmückten Saal allmählich bis auf den letzten Platz, sodaß, wer etwas nach Beginn kam, nur noch einen Stehplatz fand, bis auch dafür kein Raum im' Saal mehr verfügbar war und der Borsaal zu Hilfe genommen werben mußte. Bald nach 7 Uhr eröffnete eine starke Abteilung der Kapelle unseres Infanterie-Regiments Hessen-Homburg den Abend mit der Ouvertüre zur Operette „Die Amazone" von F. v. Blon. Darauf trat Herr' stud. jur. Stefan Kraft aus Adia im Komitate Syrmien in Slavonien, der z. Zt. in Marburg stlidiert, auf die Rampe der Bühne, um namens b68 „Schulvereins" die Versammlung zu begrüßen. Seine kirnen sind aus dem Schwabenlande nach Ungarn uno von wieder in der Mitte des vorigen, Jahrhunderts nach Slavonien ausgewandert. Hier ist Herr Kraft inmitten Kembfpradjigev Umgebung, aber im Schoße einer urdeutscheu
sichern, der bauenden Gesellschaft gegenüber das größte Ent- gegenkomm°n zu beweisen. Hoffen wir, daß auch die preußischen Gewerben dem Beispiele ihrer hessischen Nachbarn gern und willig folgen, damit auch dieser Teil unseres verkehrsreichen Vaterlandes die Wohltaten einer Eisenbahnverbindung kennen lernt.
* Stadttkeater. Wochenspielplan: Mititvoch: „Asra"; Freitag: Neu einstudiert: „Das Glück im Winkel, Schauspiel in drei Auszügen von Sudermann, Sonntag: Neu einstudiert: „Ei n B l itzmad el", Posse mit Gesang in 4 Akten von Costa. — Auf das am Mittwoch nochmals in Szene gehende Schauspiel von Felix Philipp,: „ASra", welches bei seiner Erst-Aufführung sich eines so außergewöhnlich starken Beifalls zu erfreuen hatte, möchten wir nochmals besonders Hinweisen. —
* Karnevatistisches Konzert. In den Sälen „zum deutschen Haus" eröffnete gestern abend die Erste Hanauer Karnevalgesellschaft die diesjährige Faschings-Saison mit einem großen karnevalistischen Konzert. Welch großer Sympathie sich diese Konzerte seitens des hiesigen Publikums zu erfreuen haben, bewies der enorme Zuspruch, waren doch die geräumigen Lokalitäten bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einem Eröff- nungsmarsch hieß der zweite Präses, Herr Söhnlein, die erschienenen Gäste mit launigen Begrüßungsworten herzlich willkommen. Es wechselten nun Musikstücke, Chorlieder und humoristische Lorträge in bunter Reihenfolge mit einander ab. Der musikalische Teil war auch diesmal wieder von unserer Ulanenkapelle, unter Leitung ihres bewährten Dirigenten Herrn U r b a ch, übernommen worden. In gewohnt präziser Weise erledigte die KapcLe die ihr gestellte Ausgabe. Für die Lach- wusteln sorgten bie Herren Rode, Wirsing, Lichten- stein und Kressebuch. Erwähnen wollen wir noch ein gestelltes Tableau, in dem ein Mitglied der Gesellschaft mit ironischem Lächeln auf eine angebrachte Inschrift: „Garantiefonds der ^tabt Hanau für den Faschingszug" deutele. Ein Tänzchen beschloß die Veranstaltung.
* Das Kinderfest, welches im Anschluß an den Deutschen Abend von der hiesigen Ortsgruppe deS Allgemeinen deutschen Schulvereins veranstaltet wird, findet am Nikolaustag um 4'/» Uhr in der „Centralhalle" statt. Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Nummer, aus der ersichtlich, daß neben n-uen Darbietungen die „Marktszene" und das Singspiel „Sinqvögelchen" eine Wiederholung erfahren. Wir können schon allein aus diesem Grunde einen Besuch dringend empfehlen, und machen noch besonders darauf aufmerk am, daß auch an diesem Nachmittage der Verkauf jeglicher Gegenstände mit Ausnahme von Eßwaren, bestimmt ausgeschlossen ist.
* Einen Besuch von Newyork kann man in dieser Woche machen, ohne daß man sich bei d e'er Jahreszeit den
Familie ausgewachsen und hat Not unb Bedrängnis unserer heute um ihr Deutschtum im fremben Lande ringenden Stammesgenossen kennen gelernt. In kurzen Zügen wies der Redner darauf hin, daß Ungarn seine ganze Kultur beut deutschen Elemente zu verdanken hat und daß zum Dank dafür heute die Deutschen in ebendemselben Lande mit Mitteln, die uns hier geradezu unglaublich erscheinen, bekämpft werben. Gewalt geht vor Recht: das ist der Grundsatz, den mau unseren einmaligen Landsleuten gegenüber auroenbet. Ein Trost und ein wirksamer Bundesgenosse in diesem Kampfe um Sein oder Nichtsein ist der deutsche Allgemeine Schul- vercin. Ihm galt sein Dank, ihn weiter zu fördern war bie Bitte, die er an die Anwesenden richtete. Reicher Beifall lohnte den Redner. Und wir können dieser Bitte nur die Hoffnung unb den Wunsch anreihen, daß diese schlichten und mit der bett in Oesterreich-Ungarn lebenden Deutschen inncwohllendeu warmen Herzlichkeit vorgetrageucn Worte auf guten Boden fallen möchten. Eine kurze Pause, der Vorhang hob sich und wir sahen bie letzten Gäste sich nach einem Ball von den Gastgebern verabschieden. Froh, daß endlich bie Sache vorbei, unzufrieden, daß der für die Tochter deS Hauses erhoffte Schiviegersohn, ein Professor, einen gar zu fürchterlichen Eindruck gemacht, herrscht in der Familie des Generals a. D. eine gedrückte Stimmung. Ein Klingelzeichen — und herein stürzt mit uuividerstehlicher Komik der Professor, der sein Schlüsseltäschchen sucht. Und nun entpuppt sich in einer wirkungsvollen Szene dieser Professor im vngen Familienkreise als einer der lustigsten Gesellschafter, sodaß die ganze Gesellschaft nach dem Fest — „post festum", wie das kitte Lustspiel von Wiehert betitelt ist — in die heiterste Stimmung gerät. Den Höhepunkt erreicht die Komik, als der Professor seine Werbung der Angebeteten in einem extra dazu mitgebrachten Briefe vorliest — und damit dem Stück den erforderlichen Abschluß gibt. Gespielt würbe ausgezeichnet. Der joviale alte General, dessen Lebensfreude unb Humor die kleinen Saraen des alltnalicheu Lebens nicht
Stürmen und Gefahren einer Ozeanfahrt auszusetzen braucht. Wenn man sich in die hiesige Filiale des Kaiser- Panoramas, Römerstraße 17, begibt, genießt man einen umfassenden Ueberblick über die große Weltstadt und deren Leben und Treiben. Mit dem Dampfer „Lahn" fährt man in den Hafen von Newyork ein, vorüber bei der berühmten Freiheitsstatue, deren Lichtquelle weithin deu Schiffen zur Richtschnur dient. Die großen Wolkenkratzer, der Verkehr auf dem Broadway, die berühmte Hochbahn fesseln unsern Blick ebenso, wie die wundervolle Villa des Millionärs Vanderbilt. Dann wenden wir uns dem großartigen Bauwerk der Brooklinbrücke, welche Newyork mit Brooklyn verbindet und unter welcher die größten Segelschiffe mit stehenden Masten hinwegfahren, zu. Prächtig ist der Ausblick von dieser Riesenbrücke, man lernt die Schönheit der neuen Welt ahnen. Nun betrachten wir noch verschiedene Spezialitäten von Newyork, u. a. das großartige Mausoleum des Präsidenten Grant, das Chinesenviertel, den Prospekt- und Zentralpark, das italienische Viertel, den Badestrand rc. und nebmen dann wieder auf der „Lahn" Abschied von der großen Stabs, die uns so viele neue und eigenartige Eindrücke verschafft bat.
* Vogelfänger. Zur Anzeige gebracht wurde der Mechaniker W., der in der Nähe vom Sandhose ein Schlagnetz zum Fanqm von Singvögeln angebracht hatte.
* Rabiat. Ein gestern beim Betteln betroffener Metzgergeselle aus dem Oesterreichischen, namens Em. Kleiber, benahm sich derart, daß ein Schutzmann herbeiqebolt werden mußte. Der Metzger ging tätlich gegen den Schutzmann vor, wurde aber überwältigt und vorläufig in Polizeigewahrsam genommen.
(:) Tierquälerei. Zu unserer in vergangener Woche gebrachten Notiz über die Mißhandlung eines Pferdes ist noch nachzutragen, daß das betr. Pferd aus Rüdigheim stammte und von dort aus an einen Marköbeler Händler verkauft wurde, der es dann nach hiesiger Stadt transportieren ließ.
* Todgefahren. Heute nacht wurde auf der Station Kelubausen der Rangiermeister Rinkenberger von Alten- iaglau überfahren und sofort getötet. Der Hergang bei dem Unglücksfall ist noch nicht aufgeklärt, da man die Leiche des Unglücklichen erst heute morgen fand. Der Verlebte war verheiratet und hinterläßt Frau und Kinder.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewaüe.
Telegramm aus Hamburg vom 8. Dezember.
9 Uhr 28 Minuten.
Ein Maximum von 767 mm lagert über Ungarn, ein Minimum unter 730 mm nördlich von Schottland. In
uuterkriegeu, seine Frau, eine vornehme Erscheinung, voll Liebenswürdigkeit und doch dabei von distinguierter Zurückhaltung, wie sie einer Dame in so hoher Stellung gebührt, eine glückliche „heimliche" und die werdende Braut,^ beide munter frisch und lebenswahr gespielt, der ewig zerstreute Professor, eine hervorragende Leistung, ein Regierungsassessor der Lohndiener und das wirklich nette Kammerkätzchen: alle boten sie abgerundete, voHbefriebigenbe Leistungen, denen auch der gebührendeLohn durch reichen Beifall nicht fehlte. Erwähnt sei noch, daß die äußerst geschmackvolle und moderne Dekoration des Zimmers von der Finna I. Borger hier freundlichst dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt worden war. Die Ouvet-türe zur Oper „Martha" leitete zur sogenannten „Marktszene" aus der gleichen Oper (1. Szene des Finales des 1. Aktes) über: ein ungewöhnlich farbenprächtiges, lebendiges Bild, mit lebhaftem unb schönem Gesang. Der Richter, eine Figur von grotesker Komik, mit seinem Schreiber inmitten der Mägde und Pächter spielten und sangen so ausgezeichnet zusammen, daß das Publikum durch seinen Beifall eine Wiederholung verlangte, die auch gütigst ihm geboten wurde. Frau Grundmann-Rödi ger, unsere bewährte einheimische Gesangslehrerin, welche schon oft ihre Kräfte in bett Dienst einer guten Sache gestellt, hat sich um bie Aufführung dieser Szene ein Verdienst erworben, das ihr stets größte, dankbare Anerkennung eintragen wirb. — Zwei muntere Musikstücke, ein neuer Walzer unb ein Czardas, von der Kapelle flott 'gespielt, Mren Pause aus, welche zur Ausstattung der Bühne als laben notwendig war. Und in diesem ftim g ^ Rahmen spielte sich nunmehr «"° Ä unsrer mit glänzenden Mitwirkung von ^iite «^ werden
_ i * „<s uti^ IVlC auch das einaktige Singspiel von SÄ.'Sei ei« --b,„-»-- 6i'f4einung, ein prächtiger, 5 ^^ f”“" «---»---»riche.