4. August
Donnerstag
Selt 3
Verluste sind Nachrichten von zuständiger Seite noch nicht ein- gegangen. Alexejew ist heute von Charbin nach Mukden ab- gereist.
Petersburg, 3. August. Ein Telegramm Kuropatkins an den Kaiser vom 2. August besagt: Am 2. August zogen sich die Truppen von Haitscheng auf dem Wege nach Anschant- schian zurück. Ungeachtet des sehr heißen Tages wurde der Marsch in guter Ordnung zurückgelegt. Der Feind beunruhigte uns nicht. Es ist alles getan, um unserer Infanterie Erleichterung zu verschaffen. Jeder Kompanie find einige Fuhr- werte zugeteilt zur Aufnahme der Mäntel und Tornister. Die Hitze ist indessen so groß, daß, ungeachtet der getroffenen Maßregeln, die Zahl der vom Hitzschlag Befallenen bedeutend ist. Von den Truppen der Ostfront sind heute keine zuverlässigen Nachrichten eingetroffen.
Tokio, 3. August. (Amtlich.) Von der Armee, die den Angriff aus Tomutschenz (Tanutscheng) unternahm, wird berichtet: Der Angriff begann am 30. Juli. Der Feind hatte stark verschanzte Stellungen auf den Höhen von Tomutschenz eingenommen, 15 Meilen südöstlich von Haitscheng. — Am 31. Juli entspann sich ein heftiger Kampf, der den ganzen Tag anhielt. Der linke Flügel der Japaner vertrieb den vor ihm stehenden Feind aus seinen Stellungen und drohte, der Hauptmacht des Feindes in den Rücken zu Fallen, der dadurch gezwungen wurde, sich in der Nacht auf Haitscheng zurückzu- ziehen. Die feindlichen Truppen standen unter Generalmajor Alexejew und setzten sich aus zwei Divisionen Infanterie und fichs^ Batterien zusammen. Die Japaner erbeuteten sechs Feldgeschütze und nahmen eine Anzahl von Russen gefangen. Ihre Verluste betragen 300 Mann, während der Feind laO Tote auf dem Felde ließ.
Die Kreuzfahrt des Wladiwostok-Geschwaders.
Wir haben bereits in der gestrigen Ausgabe den Bericht wiedergegkben, den Admiral Skrydlow über die Tätigkeit des russischen Kreuzergeschwaders an der Ostküste Japans erstattet hat. In Wladiwostok hat das geglückte Unternehmen viel Freude erregt: Von dort wird depeschiert: Die russischen Kreuzer kehrten Montag nachmittag zurück. Das Resultat ihrer Kreuzfahrt war geradezu glänzend. Eine Anzahl japanischer Schiffe wurde versenkt, ferner der deutsche Dampfer „Thea" und der britische „Knight Commander". Die beiden letzteren hatten offenkundig Konterbande nach Japan, an Bord. Die Schiffe wurden vernichtet, weil ihr Kohlenvorrat ungenügend war, um sie nach Wladiwostok zu transportieren. Diese Handlung ist nach russischer Ansicht durch die Bestimmungen des Völkerrechts gerechtfertigt. Der Verdacht entstand sofort beim Jnsichtkommen der Dampfer, und die Schiffskäpitäne erkannte«
die Ladung als Konterbande an. — In Wladiwostik wurden die Offiziere der Kreuzerschiffe im Marineklub lebhaft begrüßt. Die Stimmung in der Festung ist vorzüglich.
Die Versenkung des deutschen Dampfers „Thea".
Wie aus dem vorerwähnten Bericht ersichtlich ist, hat das Wladiwostok-Geschwader auf seiner Kreuzfahrt in den ost- japanischen Gewässern auch den deutschen Dampfer „Thea" angehalte», seine Ladung als KriegSkonterbande festgestellt und das Schiff nach Uebernahme der Mannschaft versenkt. Dieses Verfahren gründete sich auf eine Bestimmung der russischen Prisenordnung, wonach aufgebrachte neutrale Schiffe vernichtet werden dürfen, wenn ihre Ueberführung nach einem russischen Hafen zu viel Zeit erfordern oder die ausbringenden Schiffe Gefahren ausletzen würde. Die Russen beanspruchen, wie schon mehrfach erwähnt, für diese Bestimmungen internationale Geltung. — Von dem Schiffe selbst berichteten wir bereits vor einigen Tagen, daß es in dem japanischen Bestimmungshafen seit einer Woche vermißt werde; sein Schicksal hat sich nun aufgeklärt. — Zu dem Zwischenfall berichtet der „L.-A." noch folgendes: Der Dampfer „Thea", Kapitän Oblerich, gebaut 1893 in Dumbarton, trägt etwa 2000 Tons Ladung. Die Besatzung bestand meist auS Japanern und Chinesen. Das Schiff war an der japanischen Küste beschäftigt. — Nach einer weiteren Meldung aus Kiel war der Dampfer „Thea" an eine englische Firma verchartert mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß das Schiff nicht nach blockierten Häfen und weder für Truppen noch KriegSkonterbande benutzt werben dürfe. Es fuhr früher unter französischer Flagge und führte den Namen „Lucie et Marie." Es war 1901 von der Kieler Rhederei H. Diedrichsen für die Küstenschiffahrt gekauft worden. Hei- amtsort des DampferS ist Kiel.
Das SLandrscht in SSul.
Paris, 4. August. Einer „Heraldmeldung" zufolge wurde in Söul das Standrecht proklamiert infolge eines Ueberfalles der aus Gensan erwarteten Feldpost durch ruffen- freundliche Koreaner.
Englisches Unterhaus.
London, 4. August. Die gestrige Sitzung dehnte sich bis zum frühen Morgen aus, da die Liberalen durch heftigste Opposition verschiedene Maßnahmen aufzuhalten suchten, die die die Regierung vor Ende der Session zu erledigen wünscht. Die Resolution betreffend die Gewährung einer Subvention an die Cunard-Linie entsprechend dem Abkommen zwischen der Regierung und der Cunord-Gesellschaft wurde endgiltig angenommen, obgleich die Liberalen die Subvenlionierung aus
dem Grunde bekämpften, daß die Bedingungen für die Gesellschaft zu günstig seien und daß kein Bedürfnis für die Sub- ventionierung mehr vorliege, da der atlantische Schiffahrtstrust fehlgeschlagen ist.
Des Kaisers Nordlandsreise.
Bergen, 3. August. Die „Hohenzollern" mit' dem Kaiser an Bord ist in Begleitung des Kreuzers „Hamburg" und des Torpedobootes „Sleipner" heute abend 10 Uhr 30 Min. hier eingetroffen.
Nach Südwestafrika.
Hamburg, 4. August. Ein neuer Truppentransport in Stärke von 13 Offizieren und 355 Mann sowie 550 Pferden geht am Samstag auf dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Witlekind" nach dem Kriegsschauplatze ab.
Don der russischen Grenze.
Ostrowo, 4. August. Ein russischer Posten schoß auf preußischen Boden auf mehrere russische Deserteure, von denen einer getötet und einer schwer verwundet wurde.
Ertrunken.
Hamburg, 4. August. In Wohldorf wurde ein sechs- zehnjähriges Mädchen bei dem Versuche, ein Kind zu retten, in die Tiefe gezogen und ist ertrunken. Das Kind wurde später lebend ans Land gebracht.
Vom Blitz erschlagen.
Potsdam, 4. August. Die Frau eines Handelsmannes wurde bei der Feld-Arbeit vom Blitz erschlagen.
Unterschlagungen.
Charlottenburg, 4. August. Der bei der hiesigen Polizei angestellie Sekretär Reschke ist angeblich nach Unter» schlagung von Amtsgeldern flüchtig geworden.
Bremen, 4. August. In der Paulibrauerei wurden Unterschlagungen im Betrage von 35000 Mk. entdeckt. Der Täter erhängte sich.
Brand Friedrichsroda, steht in Flammen.
eines Rathauses.
4. August. Das hiesige Rathaus
Berlin, 4. August.
Die Morgenblätter melden: Indem benachbarten Neu-Weißensee schoß ein Heizer der Pumpstation auf feinen Vorgesetzten Maschinenmeister und verwundete ihn.
schwer. Dann schoß er auf die zu Hilfe eilende Fran des Maschinenmeisters und verwundete sie. Schließlich richtete er die Waffe gegen sich selbst und trug schwere Verletzungen davon. Der Grund sei angebliche Zurücksetzung im Dienst.
^at^ jeder besonderen Anzeige.
Hierdurch die schmerzliche Nachricht,, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren innigstgeliebten Gatten, Vater, Bruder, Grossvater und Onkel Herm Jean Kramer
Mützenmacher
nach langem, schwerem Leiden gestern nachmittag 5 Uhr zu sich abzurufen.
Hanau, Speyer, Budapest, New-York, Paris den 9. August 1904. 14131k
Die tleftrauernien Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Freitag nachmittag um 6 Uhr vom Portale des Ened- hofes aus statt.
/ immobiiieti-VerkehF
Statt jeder
W
besonderen Ansage I
Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Gatten, Schwager und Onkel
Herrn Johann Friedrich
nach langen, schweren, inGeduld ertragenen Leiden zu sich in d ieEwigkeit abzurufen.
Um stilles Beileid bittet
Hanau a. M„ Salzstraße 17,
I>ie trauernde Gattin.
Die Beerdigung findet Freitag nachmitttag um 5 Uhr vom Krankenhaus St. Vinzenz aus statt. 14119t
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Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilunr, daß es Gott dem Herrn gefallen hat, unsere innigstgeliebte Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Kätha Fischer
nach langem mit Geduld ertragenem Leiden gestern abend 8 Uhr zu sich abzurufen. 14138»
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Samstag vormittag 8V» Uhr vom Sterbe- Hause, Hahnenstratze 5, aus statt.
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Becks Felsenkeller.
Donnerstag den 4. August,
abends 87» Uhrr
früher itlattii
BolkSstück in 4 äste«.