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Erstes Blatt.

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AAlliihts NrW für Stellt» und Landkreis getten.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Sl-rückuuzsgeLühe

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SBertttthootil. Redakteur» 6. Schreck«» in (ata.

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Nr. 283

FeruspreKaMlvß Nr. 605

Samsiaa den 3. Dezember

Femstzrtlbanschluß Nr. 605,

1904

Hue ßanau Stadt und Cand,

Sana« den 3. Dezember.

Historische Gedenktage.

3. Dezbr. 1454. Sühne einer der v'°len wilden Fehden, welche im 15. Jahrhundert zwischen den hessischen Edel­leuten stattfanden: der sogenannten Bandesherrenfehde, welche von zwei der händelsüchtigsten Ritter jener Zeit: Reinhard von Daiwigk auf Weidelberg und Schaumburg (der Ungeborene" genannt, weil er durch Kaiserschnitt zur Welt gekommen sein soll, ein sehr reicher und tapfe­rer Edelmann, Schwiegersohn Friedrichs von Hertings- hausen und dessen Neffen Friedrich von Hertingshausen gegen die von Eiben, die Hunde von Griffe, von Wehren u. a., die sich die Bundesherren nannten, geführt wurde, im ganzen etwa vier Jahre dauerte, manches verwüstete Dorf, manche verbrannte Kirche, und vor allem viel Blut der Ritter und Knechte, Friedrich von Hertingshausen auch ein Bem, kostete. Gewiß keine gute alte Zeit!

3. Dezbr. 1637. Plünderung von Zierenberg durch die Kanerlichen unter Horst.

3* Dezbr. 1699. Verkündigung von den Kanzeln, be­treffend die auch in Hessen-Cassel wie in dem übrigen evangelischen Deutschland, in Gemäßheit des Beschlusses des Corpus evangelicum am Reichstage zu Regen-burg vom 23. September 1699, mit dem 1. März 1700 be­vorstehende Abschaffung des julianischen Kalenders und die Einführung des s. g. verbesserten Kalenders.

3. Dezbr. 1741 starb Ulrike Eleonore, Königin von Schwe­den, Karls XII. Schwester und Gemahlin des Land­grafen von Hessen -Eastel und König von Schweden Friedrich I.

4» Dezbr. 1487 trat der letzte Abt des Primonstratenser- Klosters zu Spießkappel, Johannes Zuddel, sein Amt an. Sein Vorgänger, Wernher, hatte abdiziert, und wurde von diesem seinem Nachfolger Zuddel an eben diesem Tage zum Pfarrer zu Wernswig an das Stift zu Fritzlar präsentiert.

4t Dezbr. 1655 wurde geboren Philipp, Prinz von Hessen« Cassel, brüter Sohn des Landgrafen Wilhelm VI., Stif­ter der Linie Heffen-Philippsthal.

4t Dezbr. 1756 starb Amand von Buseck, Fürstabt und erster Fürstbischof von Fulda, geboren den 2. Februar 1685, zum Abt erwählt 21. Dezember 1737.

* Deutscher Abend. Die Generalprobe am gestrigen Abend ist außerordentlich günstig verlaufen. Den großen Opfern an Zeit und unverdrossener Mühe, welche die Mitwirkenden und Leiter bei den Proben gebracht, winkt reicher Lohn. Ein in jeder Beziehung genußreicher Abend steht in Aussicht und wird jedermann durch die vollendeten Darbie­tungen voll befriedigt werden. - Nach dem Kartenverkauf zu­schließen, wird der Besuch ein denkbar günstiger sein, so daß man hoffen kann, daß die Ortsgruppe des Allgemeinen deut­schen Schulvereins, welche, wie allgemein bekannt, die Häifle leg Reinertrages in ebenso selbstloser wie patriotischer Weise den deutschen Ansiedlern und Kriegern in Südwestafrika und deren Hinterbliebenen überweisen wird, auch in pekuniärer Beziehung einen lohnenden Gewinn erzielt.

* Für die Weihnachtseinkäuse. Wie alljährlich, so stellt sich auch diesmal der Deutschnationale Handlungsge­hilfen, Verband in Hamburg bei uns mit der Bitte ein, unsere Leser und vor allem unsere geehrten Leserinnen darauf hinzu- weis-n, daß es eine außerordentliche Eileichterung für die Ge- schäftstuhaber und ihre Angestellten bedeutet, wenn die Ein­käufe nach Möglichkeit nicht in den späten Abendstunden und in den letzten Tagen vor Weihnachten bcsorgt werden. Wenn man bedenkt, wie sich die Angestellten der meisten Ladenge­schäfte die letzten vierzehn Tage vor dem Feste bis in die sinkende Nacht hinein plagen müssen, wie durch die unvermeid­liche geistige und körperliche Abspannung nach solcher Ueberar- beitung das Weihnachtsfest für sie nur bedingungsweise daS schönste Fest ganannt werden darf, wird man die herzliche Bitte des Handlungsgchilsenverbandes verständlich finden. Alio nicht am späten Abend und nicht im letzten Augenblick ein­kaufen 1

* Evang. Bund. Es sei hiermit im Anschluß an das gestrige Jnlerat nochmals auf die morgen Sonntag, abends 8 Uhr, im evang. VereinSbaus (Nußallee) stattsindende Versamm­lung hingewiesen. Haupivorlraa:Warum mußte das deut- Iche Volk das Volk der Reformation werden?" (Herr Pfarrer Hurn aus Oberliederbach.)

Geschichtsverein. Im verflossenen Monat Novem­ber sind dem Museum folgende Gegenstände überwiesen worden:

Am 9. Novber.: Herr Heinrich Trapper, Spengler und Installateur, schenkte eine mesf. Schiebelampe für Oel- und Kerzenbeleuchtung, eine kupf. Bratpfanne, ein verzierter zinn. Nlederschraubhahn, alle drei Gegenstände an8 dem Anfang des 19. Jahrh., zwei getriebene meff. Altarleuchter, 18. Jrbrh.

Am 9. Novbr.: HerrOelansmF. Hoffmann, Gärtner« straße 17, ein Glasschränkchen aus der 1, Hälfte des vorigen Jahrhunderts.

Am9.Rovbr.: HerrSaitlermeisterL.Ziegler,Kirchstraße 24, schenkt ein Oellampe alten Systems.

Am 20. Novbr.: Herr Maler W. S ch u l tz überweist dem Mus?"m ein PastellbildAusgerüsteter Retter" der im Jahre 1873 aufgelö^en Gesellschaft angesehener Bürger, die zur Bergung wertvoller Sachen bei ausgebrochenem Brande berufen und ausgerüstet waren.

Am 21. Novbr.: Herr Aka^ewiedirekior, Pror. M. Wiese, schenkt: 11 Original-Entwürfe des 1897, gelegentlich des 300- jährigen Javiläums der Gründung der Neustadt stattgefunde- nen historischen Festtages; 6 Entwürfe für lebende Bilder, darstellend besondere Ereignisse in Hanou seit Verleihung des Stadtrechtes; eine Tbon - Modellskizze für eine Grimm»Denk­malsgruppe, verwendet gelegentlich der Säkular-Feier des Ge­burtstages von Wilhelm Grimm, 24. Februar 1886.

Am 24. Novbr.: Herr K. Ger lach, Spezereihändler, Große Dechaneistraße 18, fünf verschiedene Münzen und ein ExemplarWochennachricht 1797".

Am 24. Novbr.: Herr H. H o pf, Schloßstraße 3, schenkt eine Anzahl von Post-Gutscheinen, Fahrstein für Eilwaren von Nacken bis Frankfurt aus den Jahren 1845, 1850, 1851 und 1852.

Am 28. Novbr.: Herr G. Leuchter, Fallbachstraße 1, schenkt ein Bronzemesser prähistorischen Ursprungs.

Am 29. Novbr.: Herr ®. Wei ßbrod in Groß-Anheim, Schriftwechsel mit dem Landrat Grafen W. v. Bismarck, zwei Ajsignaten 23. Mai 1793 und ein Formular-Gesellenbrief.

* Stadttheater.Die alte Geschichte." Ein Alliagsdrama von Ludwig Rohmann wird morgen Sonntag zum ersten Male zur Darstellung gelangen. Ueberreich an hochdramatischen Auftritten, die sich ungezwungen entwickeln, die ihre Wirkung niema's verfehlen können, wird das neue Werk stcherlich einen bedeutenden Erfolg erringen. Aufs beste durch Herrn Fink inszeniert, sieht ein literaritch und künst­lerisch wertvoller Abend bevor. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Herren Fink, Merker, Schneider, Römer und Oicarsen, sowie den Damen Hellrot, Heidenfels, Wehn und Jatda.

* Kuustin-ustrie-Bcrei«. Der Vorrraa des Herrn Prof. Dr. Gothcin ü erEin Fürstenhof der Renaissance Mibino)' ist auf Donnerstag den 15. Dezember verlegt worden.

* Der Handwerker- und Gewerbeverein feiert morgen abend in derCentralballe" fein 14. Stiftungsfest Der Verein hat es sich stets angelegen sein lassen, ferne Stiftungsfeste abwechilungs- voll und unterhaltend zu gestalten. Wir wünschen ihui regen Besuch.

* In derGermania" gibt morgen Sonntag die Instrumental-Kunst erlruppeDalmalia" zwei große Konzerte. Die Leistungen der in dalmatinischer Nat-onalirachi auftreten« den Kapelle, dürften von keinem Ensemble die er Art noch er­reicht fein. Aus Tamburitza, Geigen und anderen Instrumen­ten bieten die Mitglieder eine originelle und interessante Mustk, deren eigenartiger Klang das Publikum sehr stark anzieht; außerdem ist der Dirigent, Herr Jankowicz, ein trefflicher Geiger. Den Besuch her Konzerte können wir nur empteblen.

* Im Kaikerhof findet morgen nachmittag von 4 Uhr ab Konzert statt, anschließend daran Tanzvergnügen.

* Wiener Spitze. Wir möchten auf die morgigen VariStö-Vor- stellungen empfehlend Hinweisen Ein gediegener Programm bürgt für gute Unterhaltung und bestes Amüiement.

* In der Brauerei Dörr wird morgen u. a. da? beliebte Duettistenpaar Hüter wieder in gewohnter ausgiebiger Weise für die Lachmuskeln der Anwesenden sorgen.

* Zum Frankfurter Bau. Der Restaurateur der beliebten Restaurants und Konzerthauses zum Frankfurter Bau, Herr Th Rösch gibt im Inscratent-ck das Programm für morgen Sonntag bekannt, worauf wir noch besonders Hinweisen möchten.

* 10. Stiftungsfest -er Viktoria. Am morgigen Sonntag begebt der Hanauer Fw ballklub Viktoria 1891 die Feier seines 10. Stitlungsfesies im Saale der Brauerei WciLmantel. Für Unter­haltung ist in jeder Hinsicht Sorge getragen und kann den Besuchern ein genußreicher Abend in Aussicht gestellt werden. Ein kurzer Rück­blick auf die verflossenen 10 Jahre sei hier gestattet. Am 16. Juni 1894, zu der Zeit, als der Fußballsport onnng. festere Grundlagen an- zunehmen in unserem dcutichen, speciell südd. W >terl>nde, scharten sich ezne Anzihl junger, kaum der Schule entwachsener Leute zusammen und gründeten die Viktoria. Wenn man zurückdenkt, mit war für Vorurteilen der Fußball damals zu kämpfen hatte, außerdem erwägt, daß dem Klub alte, im Dere nsleben er'ahrene Leute fehlten, dann lann man begreifen, was für Siürme das Schiffchen des Vereins be­drohten, aber alle prallten ab an dem in sportlicher wie in gesell­schaftlicher Hinsicht gelegten festen Fundament, heute hat es die Vik­toria verstanden, sich einen geachteten Namen zu erwerben. Als ein werterer Erfolg darf es aber bezeichnet werden, daß es dem

Die heutige St«utM§r nMtakt auLer dem UnterhaUungsdlatt 16 Seiterr.

Klub, gelungen ist das Ideal einer jeden FußballkubS zu erreichen, das ist die Gewinnung eines eigenen Sportplatzes, gegenüber beut städtischen Wasserwerk an der Leipzigerstraße. und spielt am Sonntag den 4. ds. der Hanauer Fußball- und Cricketklub gegen die Viktoria. Anfang'i3 Uhr.

D Garnebai in Hanau Am 11. November eröffnete die Erste Hanauer Earnevalgeiellschaft die Saison mit einer internen Sitzung und morgen Sonntag beginnen mit dem carneval stischen Konzert ht den en zum Deutlchen Hans die büentlichen Veranstaltunaen. Daß ge­nannte Gesellschaft bei diesem Konzert sich eines zahlreichen Besuchs zu erfreuen haben wird, dafür bstrat her rege Kartenverkauf. Wie in jedem Jahr, so hat auch diesmal wieder der Vorstand alles mögliche getan, um den Besuchern wieder großartige Uederraichungen zu bereiten. Die ältern sowie jüngere Redner haben auch bei diesem Konzert Nummern itber- nommen, und nicht an lertsr Stelle wollen wir erwähnen, daß die vor­treffliche UlanenfapeUe unter Leitung ihres Dirigenten Herrn A. Urbach ein höchst amüsantes Programm aufaestellt hat. Von den Mitgliedmr eigens für den Abend gedichtete Ehorlieder wechseln mit Einzewortragen ab. Mahin ist für jeden Humorliebenden der Sonntag abend geeignet, der frohen Laune die Zügel fliesen zu lassen und bei dem geringen Gin» triusoeld ist es jedermann möglich gemacht, an dem Konzert teilzunehmen.

* Im Polizeigefängnis erhängt. Gestem wurde ein seit Juli ö. J. fechtend durch die Welt ziehender böhmischer Taglöhner, namens Johann Cerny, 38 Tabre alt, in hiesiger Statt bettelnd angetroffen und dem Polizeigefängnis überwiesen. 2lls der Gefängnis- vorsteher kurz vor 10 Uhr die Zelle betrat, hatte sich der Arrestant am Fensterstrang aufgehängt.

* Frankfurter Wach- u. Schließgesellfchaft G m. 6. H. Die Tätigkeit des Personals im Monat November war folgende: Es wurden 1212 mal Haustüren offen gefunden, 7 mal schlecht verschlossene Bureaus Läden rc., 27 defekte Schlösser, 5 steckengebliebene Schlüssel, 11 mal wurde Hausbewohnern, die ihren Schlüssel vergessen hatten, das Tor geöffnet und 2 mal nicht in die Häuser gehörige Personen entfernt, 1 mal wurde Wasserschaden entdeckt; 574 mal war vergessen worden, das Licht auszulö'chm, 4 mal wurde der Polizei Hilfe geleistet, 3 mal Personen bei Verüben groben Unfugs ertappt. 3 mal wurden Einbrüche vereitelt und 1 mal bei Unfall die erste Hülfe geleistet.

** Gewerbeksricht. (it^ung vom 3. Dezbr.) Der Kellner U. klagt gegen Restaurateur H. auf eine Entschädigung von 43.10 Mk. wegen kündigungsloler Entlastung. Der Be­klagte macht geltend, im Wirtsgewerbe fei eine 3iägkge Probe­zeit üblich, diesen Einwand erachtet aber daS Gewerbegericht nicht als stichhaltig, weil gleich fester Lohn auSgemacht wurde und deshab die gesetzliche Kündigungsfrist hätte eintreteu müssen. Dem Kläger werden 37.23 Mk. alS Entschädigung zugesprochen, wobei von der ursprünglichm Forderung der Lohn für zwei Tage abgezogen ist. Der Bbzug erfolgte deshalb, weil der Kläger sich während der KündigungSzeit nicht genü­gend um Arbeit umgelehen hat.

70. Geburtstag. Die Poliseuse Fräulein Leopoldine Dietz bei der Firma C. Böhm & Co. feiert heute in voller Rüstigkeit ihren 70. Gcbürtstaq.

* Das Salinenkarurrrhaus ist Sonntags von 11 Uhr ab geöffnet.

Die städtische Bibliothelk

Gärtnerstraße 67 (alte Zeichenakademie) ist Sonntags, Mitt­wochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreie» Benutzung für das Publikum geöffnet. Gesamtkota- loge sind in der Bibliothek zu haben.

Hue jNab und fern.

B. Osfeubach a. M., 3. Dezbr. Die Stadtverordneten erhöhten in ihrer gestrigen Sitzung daS Gehalt des Ober- bürgermeisters Brink auf jährlich 12 000 Mark ab 1. April.

Erfurt, 30. Novbr. M. Peterseim's Blumengärtnereien in Erfurt erreichten in dem letzt verflossenen Rechnungsjahre in der Anzucht und dem Versand eine Gesamtziffer von nahe­zu 15 Millionen Pflanzen und Zwiebelgewächse.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 2./12.

3./12.

Sehr trocken , Beständig

Schön '

Veränderlich

Regen (Wind)

750,

Viel Regen 740.

Sturm

730,

,720

710

Schiff-berichte.

i Dezbr. Der Dampfer deS Norddeutsche« Sloy?Cb-mnitz"' iftgestern in Network einzelroffen.