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Erstes Blatt.

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Gedruckt und verlegt in berBuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anztiger

Amtliches (Organ für Ä= M LMms Hii«W.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!, Redakteur; G. Schreller in Hanau.

Nr. 2 0 6 Fernsprechanschluß Nr. «05.Samstaa den 3. September FeruspreLanschluß Nr. «05. 1904

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Amtliches.

Candkreis hanau.

Bekanntmachungen des Kömgl. Landratsamtes.

Bekanntmachung.

Gelegentlich der Grundsteinlegung der Bismarck-Säule am Sonntag den 4. September d. Js nachmittags, in der Nähe von Wilbelmsbad werden: Der Festplatz auf dem LandwegeHanauWachenbuchen", sowie die Landweae innerhalb des KurortsWilhelmsbad" von 3 bis 6 Uhr nachmittags für den Fuhr- und Radfahrerverkehr polizeilich gesperrt.

Hanau den 29. August 1904.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Stadtkreis hanau.

Be?amümachMqen des Oberbüraermeisteramtes.

BeknnntmaOnna. -

Arbeitsuchende in der Zeit vom 27. August bis 2. September 1904:

1 Schuhmacher,

1 Schlosser,

1 Hausbursche,

4 Tagelöhner.

Im Monat August 1904 erhielten Stellen zugewiesen: 1 Schuhmacher, 2 Schmiede, 4 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Spengler, 2 Fahrburschen, 1 Knecht, 7 Taglöhner.

Hanau den 3. September 1904.

Städtisches Arbeitsamt. 16249

Hus hanau Stadt und £and.

Hanau den 3. September.

Historische Gedenktage.

3. Septbr. 1599 starb Johann Buch, Lehrer der Kinder Philipps des Großmütigen, und Vater des Wilhelm Buch, des Verfassers einer noch ungedruckten, für seine Zeit merkwürdigen, aber gallbittern hessischen Chronik.

3. Septbr. 1656. Receß zwischen dem Hochstift Fulda und den Besitzern der Dörfer Wehrda, Neukirchen, Buchenau, Langenschwarz usw., durch welchen diese als reichsunmittelbar anerkannt wurden.

3. Septbr. 1717 starb Wolf Christoph Schenk zu Schweins- berg auf Hermannstein, hessen-cassel'scher Generalleutnant und Kommandant von Marburg. Als Urenkel des Letzten des Geschlechts der von Haun besaß er Burghaun, und vertauschte diese Besitzung 1692 gegen Buchenau, wo ein Zweig der Schenke noch jetzt ansässig ist.

3. Septbr. 1777 starb Prinz Moritz von Sachsen - Gotha, hessen-cassel'scher General der Infanterie und bis 1775 Inhaber eines der 27 Regimenter, aus welchen dazumal die hesstsckeMrmee bestand (nachher Regiment von Trüm- bach, weiße Aufschläge, Garnison Hofgeismar).

3. Septbr. 1802 starb der Professor Casparson zu Kassel, einer der vielen Dilettanten, welche zu ihrer Zeit für be­rühmte Gelehrte galten.

4. Septbr. 1552 wurde Landgraf Philipp der Großmütige aus seiner mehr als fünfjährigen Gefangenschaft zu Löwen befreit.

4. Septbr. 1704 wurde der nachherige hessen-cassel'sche Generalleutnant von Oheim (zuletzt Gouverneur zu Rinteln), einer der bedeutendsten hessischen Befehlshaber während des siebenjährigen Krieges, geboren.

4. Septbr. 1714 starb Adalbert von Schleifras, Abt von Fulda.

4. Septbr. 1792 starb zu Meccrs im Clevischen der ehe­malige Professor der Medizin zu Rinteln Theodor Ger­hard Zimmermann aus Duisburg, nachdem er die ge­dachte Professur als einer der geachtetsten Mediziner seiner Zeit vierzig Jahre lang bekleidet hatte.

4. Septbr. 1835 starb Albrecht Jakob Arnolds, Professor Primarius der Theologie zu Marburg, fast 85 Jahre alt, dessen Andenken im Segen bleiben soll. (Sein Schädel wurde von dem Professor Bünger dem Begräbnis entzogen und in der anatomischen Sammlung aufgestellt.) " 4. Septbr. 1850. Kurhessische Verordnung über die Fort- erhebung der Steuern, deren Bewilligung bekanntlich von den Landständen verweigert worden war.

Die heutige

* Passiert. Se. Maj. der König Eduard von England passierte gestern, von Marienbad kommend, mittels Extrazugs die hiesige Station Ostbahnhof.

* Vom Sandeldamm. Wir erhalten folgende Zu­schrift: Bald wird wieder ein interessantes Bild der Altstadt verschwunden sein, wenn der Sandeldamm auf beiden Seiten verbaut sein wird. Später wird man dann vielleicht sagen: Wie schön und wohltuend für die Augen, war doch der An­blick des üppigen Baumwuchses und der Nasen flächen am Stadtgraben, gehoben durch die zwischendurch blickenden alters­grauen Häuser, über welchen sich die Türme der Kirchen und diehohe Schule erhoben." Keine reinere Luft war rings um die Stadt als hier, wo sie vom Spessart über Wald und Wiesen unverräuchert und unverstaubt herkam. Für die eng- gebaute Altstadt von besonderem Nutzen. Wie leicht und hübsch hätte das noch durch einfache Anlagen gehoben werden können. Von dem Mühltor, nach Süden zu, ist der Weg durch die Aul-gen des Landkrankenhauses vor gänzlichem Ver­bauen geschützt und jedermann empfindet da noch das wohl­tuende der schattenspendenden Bäume. Kommt dann der Berger", der etwa blos einen Erholungsgang um dieDoorn" machen kann, auf den Sandeldamm, so ist erwidder in ere Gaß". Freilich wäre es noch ungleich schöner gewesen, wenn der ganze Sandeldamm unverdaut geblieben wäre. Da hätte eine Anlage entstehen können, um welche Hanau zu beneiden gewesen wäre, mit dem Herz und Auge erfreuenden Blick nach den Spessartbergen, den Bulauwäldern und üppigen Kinzig- wiesen. Doch,es wär' zu schön gewesen :c." Es ist gewiß, daß auch mancherlei andere Interessen zu be­rücksichtigen sind, aber manchmal hat man den Wunsch, über Millionen verfügen zu können, um, statt der armen Stadt, an welche die neue Zeit so gewaltige Anforderungen stellt, hie und da erhalten und schaffen zu können, der ganzen Bevölkerung zu Nutz und Freude.

* Kunftuotij. Die im Kunstsalon Hermes, Goethe- eck, Frankfurt a. M. neu arrangierte September-Aus­stellung enthält Kollektiv-Ausstellungen von Hermann Dumler, Frankfurt a. M., Amandur Faure, Stutt­gart und Anton Cotti, München. Außerdem sind neu ausgestellt Werke von Ludwig Dih, W. Trübn er, Adolf Menzel, A. Hengeler, Peter Burnitz, Franz v. Lenbach, Hans Thoma, Wilhelm L e i b l, F. A. v. K a u l b a ch, F r a n z S t u ck und viele andere mehr.

* Große Aufträge. Von Seiten der Eisenbahn- Direktion Frankfurt wurde der hiesigen Baufirma Jäger u. Rumpf daS Loss II der Neubaustrecke Vilbel-Höchsta. d. Nidder, bestehend aus Erdarbeiten, Brücken, Durchlässen und Tunnel int Betrage von nahezu 600 000 Mk. übertragen. Genannte Firma wurde in letzter Zeit wiederholt mit größeren Bauausführungen betraut; so z. B. mit Arbeiten an den Zeniral- bahnbösen in Wiesbaden und Homburg v. d. Höhe, Neubau der Chirurgischen Klinik in Gießen, dem 1100 Meter langen Hauptkanal nebst der umfangreichen Kläranlage in Gießen und größeren Fabrikneubauten in Württemberg. Außerdem ist dieselbe noch mit Fertigstellung des Justizneubaues in Schwein­furt, der großen Stuttgarter Zuckerfabrik bei Cannstatt u. a. m. beschäftigt. Wie umfangreich diese Arbeiten sind, geht daraus hervor, daß an denselben etwa 2000 Arbeiter beschäftigt werden.

* Kornhaus Hanau. Erfreulicherweise ist nunmehr die Angelegenheit des Kornhauses Hanau definitiv geregelt. Ministeriellerseits ist die Genehmigung des Verkaufs an die Kornhausgenossenschaft Hanau zum Preise von 75 000 Mk. erteilt worden, der Uebergang ersaht am 1. Oktober d. J.

* Hanauer Kriegerverein. Pflichtgemäß beteiligt sich der Hanauer Kriegerverein morgen, Seuntag den 4. Sep­tember, an der Grundsteinlegung zur Bismarcksäule bei Wil- helmsbad jedenfalls in großer Anzahl seiner Mitglieder. Der Abmarsch ist auf 3 Uhr von der Kinzigbrücke aus festgesetzt und sind zur Begleitung derselben die Feuerwehr-Tambour ge­wonnen. Sollte es den Schulen möglich sein, sich hieran schon anzuschließen, so gibt es von der Vorstadt aus schon einen stattlichen Zug, der jedenfalls auch die Beteiligung vieler weiteren Verehrer im Gefolge haben wird. Hoffentlich wird der Himmel Einsicht haben, und auch in dieser Beziehung seine Mitwirkung durch Ueberlassung guten Wetters zur Feier nicht versaa-n.

(:) Sttftunstsfeft. In diesen Tagen feiert die hiesige akademische FerienverbindnugHagenovia" in den Räumen des Bürgerverein ihr achtes Stiftungsfest. Zum achten Male jährt sich nun der Tag, an dem es einige Hanauer akademische Bürger unternahmen, eine Vereinigung ins Leben zu rustn, deren Hauptzweck vor allem Zusammenschluß aller Hanauer Studenten und Pflege studentischer Sitten und Gebräuche sein sollte. Im Anfang ein loser Zusammenhang, nicht gebunden lummer umsatzt äuget dem Unter haltungs

durch Gesetze und Namen, hat die Hagenovia seit mehreren Jahren ein festeres Gepräge angenommen und ist heute, wenn auch nur periodisch in den Ferien bestehend, ein akademischer Verein der Hanauer studierenden Jugend, der den auf der Universität bestehenden möglichst nahe zu kommen sucht. Dies Beispiel nachzuahmen, ist umso schwieriger, als die einzelnen Mitglieder auf der Universität selbst den verschiedensten studen­tischen Richtungen angehören. Schön und anerkennenswert und von einem prächtigen Solidaritätsgefühl zeugend ist es nun, daß sobald die akademischen Ferien beginnen, sobald unsere Stadt erreicht ist, vor allem nur die landsmannschaftliche Zu­sammengehörigkeit in ihre Rechte tritt, so sehr zwar, daß sie es ermöglicht, trotz aller vorhandenen Sonderbestrebungen, zum Wohl und Frommen der Hagenovia gedeihlich zu wirken. Des­halb haben sich vor acht Jahren die Gründer zusammengetan, aus diesen Motiven ist die Hagenovia entstanden. Wenn sie heute noch in Blüte steht, so ist das Beweis dafür, daß die Epigonen es verstanden haben, im Sinne der Stifter die Ver­einigung weiter zu führen. Möge das Grün, das sich unseren Stadtfarben angeschlossen hat, die Hoffnung auf ein langes Bestehen stets von neuem verkörpern. Möge das Gold, das Sinnbild der Treue, die Hagenovia stets enger einen und die Freundschaft aller Landsleute festigen. Dem RufeHie gut Hanauisch allewege" können wir nur zurufen vivat, crescat, floreat Hagenovia in aeternum!

* Familienabend. Morgen, Sonntag den 4. Sep­tember, hält die Kartengesellschaft im Restaurantzum Braustüb'l" ihren ersten Familienabend ab. Da für Unterhaltung (Konzert und komische Vorträge) unter Heranziehung eines beliebten Hanauer Komikers gesorgt ist, so stehen den Teilnehmern an der Festlichkeit ein paar vergnügte Stunden in Aussicht. Freunde und Bekannte der Gesellschaft sind herzlichst willkom­men. Der Anfang ist auf 5 Uhr festgesetzt. Die Festlichkeit findet im hinteren Säften statt.

* Sommertheater. Die gestrige Benefizvorstellung war leider nicht so gut besucht, als die Künstlerin in Anbe­tracht ihrer Verdienste wohl verdient hätte. In dem reizenden, hochfeinen LustspielFrauenkampf" war Fräul. Hansen wieder mal Gelegenheit geboten, ihr schönes Können so ganz zu zeigen und wurde dieselbe hierfür mit vielem Beifall, sowie Kranz- und Blumenspenden überschüttet. Alle klebrigen taten ihr Bestes zum Gelingen des Ganzen. Morgen abend wird die PosseEin verhängnisvolles Liebespfand" gegeben; wer sich recht herzlich auslachen will, versäume nicht der Vor­stellung beizuwohnen. Der Besuch ist bestens zu empfehlen.

* Konzerthauszur Germania." Das gestrige Konzert derChimseer" erfreute sich eines guten Be­suches, die vorzüglichen Leistungen der Gesellschaft fanden leb­haften Beifall. Die Konzerte finden täglich statt. (Näheres siehe Inserat.)

* Brauerei Dörr. Morgen nachmittag und abends finden 2 Variete-Vorstellungen statt, welche ein gutes Amüse­ment versprechen.

* Konzert in Wilhelmsbad. Die Kapelle des Jnf.- Regts. Hessen-Homburg Nr. 166, die gegenwärtig bei Darm­stadt weilt, wird morgen nach Wilhelmsbad kommen und dort konzertieren. Herr Kapellmeister Schmidt wird mit einem der Bismarckieier angepaßten Programm aufwarten.

* Verein Hessischer Bund. Der Verein Hessischer Bund wird in diesem Jahre sein 10. Stiftungsfest feiern. Durch ein tüchtiges Komitee, welches keine Mühe scheute, wird den Besuchern ein genußreicher Abend geboten. Den musi­kalischen Teil hat ein Teil der Infanterie-Kapelle übernommen, außerdem stehen ein guter Gesang-Verein, sowie ein tüchtiger Komiker zur Verfügung. Für gute Speisen und ein vorzüg­liches Glas B e ck s Bier sorgt, wie ja allen bekannt ist, der Gastwirt W. O h l e r zurHarmonie" und ist somit dem Verein ein guter Zuspruch sehr zu empfehlen.

* Futzballsport. Der I. Hanauer Fußballklub 93 weilt am kommenden Sonntag mit seiner I. und in. Mann­schaft im benachbarten Aschaffenburg, um gegen die dortigen I. und II. Mannschaften der vereinigten Fußballklubs Victoria 1901 Wettspiele auSzutragen. Im Spiele der ersten Mann­schaften werden wohl die Hanauer überlegen siegreich sein, während man vom zweiten Spiele noch nichts bestimmtes voraussagen kann. Nachträglich sei noch bemerk, daß der hiesige Verein das Spiel am letzten Sonntage in Mannheim glatt mit 3 : 0 Toren gewann. ....

* Beaute, der einzige Hun-erkünstter der Neuzeit, beabsichtigt in Castans Panoptsium sich «® 14tägigen Hungcr-Prozedur zu unterziehen. Er 8« Gelegenheit, dem verehrten Publiwm diej menschlichen Körper-Konstitution Nächte in demonstrieren. Herr Beaute wird 14 ag ,

einem Glashaus- unter steter DewaLmig ^ringen, ohne irgend welche Nahrung zu sich 311 nehmen. us Cxpcrime.n latt 16 Seiten.