Einzelbild herunterladen
 

Seite 2.

Mo itia«

30. März.

D iamantschleiferei.

Die gedrückte Lage hat während des ganzen Betriebsjabres angehalten. Der Preis der Rohware wurde Ende des Jahres von dem Syndikat noch weiter in die Höbe gesetzt. Die Schleifereien hatten große Mühe, ihren Betrieb voll aufrecht zu erhalten und konnten Absatz nur zu gedrückten Preisen finden. Man nimmt an, daß die Ursache dieser schwierigen Lage darin liegt, daß «och verhältnismäßig große Vorräte, welche noch unter billigeren Preisen der Rohware entstanden find, den vollen Betrag nicht zur Geltung kommen ließen, den die Schleifer bei dem gegenwärtigen Marktpreis des Roh­materials verlangen müßten, um auf ihre Rechnung zu kom­men. Dazu kommen im Jahre 1902 große Konkurse an den Hauptmarktplätzen des DiamantbandelS, Amsterdam, Antwe-ven, Paris und London. Man hofft, daß die ungünstige Ent­wickelung der Diamantschleifern ihren Tiefstand erreicht hat und daß eine Wendung zum besseren bevorsteht, da die Lager­vorräte bald aufgebraucht sein dürften.

Juwelenhandel.

DaS Geschäft in Edelsteinen und Perlen war in diesem Jahre recht unbefriedigend. Der Umsatz ließ sehr zu wünschen übrig. Große Stücke waren gar nicht abzusetzen. Was die Händler anzubieten hatten, war hoch im Preise, weil Amerika wieder an den Märkten in Paris, London und Ant­werpen sehr stark alS Käufer aufgetreten war, während in Deutschland infolge der schlechten Verhältniffe nach Juwelen wenig Nachfrage sich zeigte.

Fabrikation von Platin- und Aluminiumwaren.

Die allgemeine Ungunst der wirtschaftlichen Verhältniffe hat das Platingeschäft bis jetzt verhältnismäßig wenig berührt. Der Absatz ist während des ganzen Berichtsjahres ein normaler gewesen. Wenn dem Platin deS öfteren schon wichtige Absatz­gebiete verloren gegangen sind dadurch, daß die betr. Branchen zu anderen Fabrikationsweisen übergingen, so ist bis jetzt der dadurch entstandene Ausfall stets durch neue Verwendungen kompensiert worden; der Konsum ist seit einer langen Reihe von Jahren ein auffallend gleichmäßiger gewesen. Wie schon deS öfteren in diesen Berichten hervorgehoben, ist bezüglich der Produktion des Rohmaterials daS genaue Gegenteil der Fall; bald hat man über Knappheit an Material und dadurch her- vsrgervfme große Preissteigerungen zu klagen, bald darauf leidet der Markt wieder unter erheblicher Ueberproduktion. Die größeren Platinfirmen müssen dann, um die Preise zu halten und nicht durch fortwährende Schwankungen den Umsatz deS Platins zu erschweren, bedeutend über ihren Bedarf hin­aus auftaufen, war natürlich mit großen Zinsverlusten ver­knüpft ist und ein erhebliches Risiko in sich schließt. Auch das Berichtsjahr hat unter letzterer Erscheinung gelitten; der Preis hat gegen daS Vorjahr um ein Geringes nachgegeben. Der Grund dieser fortwährenden Produktionsschwankungen ist lediglich in den fortwährenden Aenderungen in den Besttzver- HAmissen der russischen Platinminen und damit zusammen­hängenden Spekulationen seitens russischer, französischer und belgisch« Spekulanten zu suchen. Ueber die von einer hiesigen Platinschmelze seit 2 3 Jahren aufgenommene Fabrikation von Apparaten ans Aluminium nach einem ihr durch Patent geschützten Verfahren läßt sich z. Z. nur sagen, daß in einer große« Reihe von Fabriken, namentlich bet chemischen Industrie und der Stearin- und Wachs-Branche, Probe-Apparate in Be­trieb sind und daß bei günstigem Ausgang ber Versuche ein größeres Geschäft in diesen Apparaten jedenfalls nicht auS- blerben wird.

EtoiSfavrikation.

Der Absatz im Jahre 1902 war ein geringerer wie sonst und war der erzielte Umsatz nur unter großen Anstrengungen und bei erhöhten Spesen zu erreichen. Der Hauptbedarf er­streckte sich auch lediglich auf kourante Ware, deren Fabrikation wenig gewinnbringend ist, zumal man mit auswärtigen Kon­kurrenzen zu rechnen hat, denen billigere Arbeitskräfte als in Hanau zur Verfügung stehen. Veränderungen in denArbeits- veHLltniffen haben nicht stattgefunden. Die Löhne sind etwas gestiegen.

Musterung. Dienstag dm 31. März: Musterung ber Militärpflichtigen der Gemeindm Gronau, Gronauerhof, Großauheim und Großkrotzenburg.

* Landrat v. Baumbach. Der Landrat unsere8 NachbarkreiseS, Herr v. Baumbach-Gelnhausen, der bisher als Hilfsarbeiter im Finanzministerium tätig war, ist jetzt zum Geheimen Finanzrat und vortragenden Rat in dem genannten Ministerium ernannt worden. In beinahe Ivjähriger Wirksamkeit hat Herr Landrat von Baumbach dem Kreise Gelnhausen als erster Verwaltungsbeamter vorgestanden und demselben Neuschöpfungen und Anordnungen hinterlassen, die für die Kreisbewohner wie für den Kreis in seiner Gesamtheit von dauerndem und großem Nutzen sein werden. Zunächst galt es ihm bei Beginn seiner Amtsführung in den Intentionen seines Vorgängers des Herrn Landrat Frhrn. von Riedesel weiterzuarbeiten und die zur Förderung der Landwirtschaft, zur Erleichterung der dm Gemeinden sich aufdrängenden größeren Saften (Schulbauten) und zur Ver- befferung der ländlichen Verkehrswege getroffenen Maßnahmen weiter auszubauen. Zu diesem Zwecke versuchte er stets und meist mit Erfolg, die Beihilfe der größeren staatlichen Fonds für die Zwecke deS Kreises oder einzelner Gemeinden zu erwirken. Mit diesen Beihilfen war es Herrn Landrat von Baumbach möglich, in manchen Kreisteilen, besonders da, wo noch Oedländereien bestehen, Meliorationen ins Werk zu setzen, deren voller Erfolg sich erst noch mit dem Laufe der Jahre zeigen wirb, der aber teilweise schon jetzt in schönster Weise zu Tage tritt. In gleicher Weise unermündlich ver­folgte Herr Landrat von Baumbach den Plan einer Ver- besserung der Verkehrswege durch den Bau von Kleinbahnen. Kreisausschuß und Kreistag gaben, von dem Erfolg und dem Nutzen dieses Projektes überzeugt, ihre Zustimmung und so konnte die Verbindung Wächtersbach-Birstein und Orb- Wächtersbach und das vor seiner Bauausführung stehende Projekt der Freigerichter Bahn zustande kommen. Mit diesen

Verbindungen ist nicht nur der Personenverkehr nach und von den entfernter liegenden Kreistcilen ein ganz anderer, auch die Einnahmen für viele ländliche Produkte sind besser geworden.

* Postalisches. Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpakeladreffe ist für die Zeit vom 5. bis einschl. 12. Aprck im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr wird dem Publikum empfohlen, während dieser Zeit in seinem eigenen Interesse zu jedem Paket besou- dere Begleitpapiere anzufertigen.

* Der Sprechverkehr von Hanau ist auf Dettel- bach nebst den öffentlichen Ferniprechstellkn in Euerfeld, Neusetz und Sâernau ausgedehnt worden.

* Sprechverkehr. Vom 1. April ab ist Hanau zum Sprechverkehr mit Alkmaar, Amersfoort, Assen, Baarn, Breda, Buffum, Delsryl, Dordrecht, Eindhoven, Gorinchem, Gouda, s'Gravenhage, Haarlem, Helmond, Heugelov, s'Hertogenbosch, Hilversum, Hoogezand, Dumiden, Lrenwarden, Leiden, Maasluis, Maastricht, Middelburg, Nymegen, Osch, Purmerend, Rozen- daal, Schiedam, Tiel, Tilburg, Veendam, Venloo, Vlaardingen, Winschoten, Zaandam, Zeist, Zutphen, Zwolle, Hoorn, Nieuwe- diep und Zandvoort zugelaffen.

* Oratorien Verein. Die Konzeribesucher seien noch auf folgendes aufmerksam gemacht: Generalprobe wie Konzert beginnt 7 Uhr. Zur Generalprobe sind alle Plätze gleich und nicht numeriert. Die Kasse, an welcher Programme mit Text für 10 Pfennige zu haben sind, befindet sich Parterre, und die Eintrittskarten wolle man in den betreffenden Vorräumen vorzeigen resp, abgeben.

* Stadttheater. Am Mittwoch geht eins der wirkungs­vollsten und beliebtesten Lustspiele Rosen's:O diese Mân- n e r", neu einstudiert in Szene. Das treffliche Stück gibt fast dem ganzen Personal Gelegenheit, sich in vorzüglicher Weise zu betätigen. Am Freitag gelangt alb Benefiz für Frl. HohenselS daS Drama:Frou-Frou" zur Auffüh­rung. Frl. Hohenfels hat uns in dieser Spielzeit manche hervorragende Leistung geboten und wünschen wir derselben ein recht »olles Haus. Am Sonntag geht Gustav Freytag's Schauspiel:Graf Waldemar" in Szene.

* Entlassungsfeier. Gestern vormittag 11 Uhr er­folgte im Saale beb Stadtschloffes die feierliche Entlassung der aus der Kaufmännischen Fortbildungsschule ausscheidenden Schüler. Dem bei dieser Gelegenheit erstatteten Jahresbericht entnehmen wir folgendes: Das Schuljahr begann am 7. April mit einer Aufnahmeprüfung, der sich 36 Schüler unterzogen, von denen 6 alb völlig untauglich für den kaufm. Beruf be­funden wurden. Drei von ihnen haben inzwischen einen an­dern Beruf ergriffen. Im Laufe des Schuljahres traten noch 34 Schüler ein, wodurch die Schülerzahl aus 172 stièg. Am 18. September unternahmen die Schüler der 2. Klaffe einen Ausflug nach Frankfurt zum Besuche ber Lagerhäuser und der Börse. Mit Beginn des Winterhalbjahres trat Herr Jean Göbel, bis dahin an der hiesigen Mâdchenmittel- schule tätig, als Fachlehrer in die kaufm. Fortbildungsschule über. Am 1. Juli wirb die Schule eine weitere ständige Lehrkraft in Herrn Werner Orlopp erhalten, der z. Z. eine Oberlehrerstelle an der Volksschule zu Olbernhau inne hat und nebenamtlich die dortige Handelsschule leitet. Am 1. De­zember siedelte die Schule in das ehemalige Hochreuther'sche Fabrikgebäude über. Der Umzug ist als ein Fortschritt zu betrachten, doch ist durch ibn die Schullokalfrage noch nicht endgiltig gelöst. Den Geburtstag beb Kaisers feierte die Schule durch einen Unterhaltungsabend, der im Sälchen beb Elefanten" abgehalten wurde. Das Lokal erwies sich als zu klein, die Veranstaltung selbst verlief zu allgemeiner Zufrieden­heit. Der Kaufmännische Verein gewährte auch im ver- stoffenen Schuljahre 30 Freikarten zu jedem seiner Vorträge, auch stiftete er zwei wertvolle Prämien, die den Schülern LouiS King und Emil Rosen überreicht wurden. Die von der Handelskammer gespendete prachtvolle Prämie,Jägers Welt­geschichte", überreichte als Vertreter der Kammer Herr Heinrich Ott mit herzlichen Glückwünschen dem Schüler Ernst Albrecht aus Waldkappel. Mit herzlichem Dank für die der Schule durch Herrn Ott gezollte Anerkennung und für das der Schule durch die Behörde bewiesene Wohlwollen entließ Herr Dir. Pfeifer die abgehenden Schüler, denen er die Worte Richard DehmelS mit aus den Lebensweg gab:

Lebe mit Zweck!

Wirf Dich nicht weg!

Gib Dich dm andern hin Mit eig'nem Sinn!"

Möge die kaufm. Fortbildungsschule auch im neuen Schuljahre stch kräftig weiter entwickeln zu Nutz und Frommen unseres Handelsstandes!

* Jahresfest des evang. Arbeitervereins. Der sich jetzt in recht frischer Entwicklung befindende, seit 10 Jahren bestehende eo. Arbeiterverein hatte stch vorgenommen, sein dies­maliges JahreSfest in etwas erweitertem Umfange zu feiern, auch einmal fest in die Oeffentlichkeit zu treten, zu beweisen, daß er, wie längst bekannt, als geschätztes und kräftiges Glied der größeren Organisation auch am Platze sich zeigen kann. In den Strömungen und Kämpfen unserer jetzigen bewegten Zeit gilt es für eine Korporation, wie sie der ev. Arbeiter­verein mit seinen Zielen und Aufgaben darstellt, mehr wie je kräftig den eingenommenen Standpunkt zu vertreten, unent­wegt dem gesteiften Ziele, der sozialen Versöhnung, zuzustreben. Die Feier des gestrigen JahreSlestes brachte zunächst einen ge­meinsamen Besuch des NachmitlagsgottesdiensteS in der Jo­hanniskirche, bei dem Herr Pfarrer Bär unter Zugrunde­legung der Bibelmorte Sal. 22,2 eine von großen sozialen Gesichtspunkten getragene, meisterhaft aufgebaute ' Fest­predigt hielt. Auch der Knabenchor verschönte durch einige zum Vortrag gebrachte Lieder die goilesdienstliche Feier. Am Abend fand dann in der Centralhalle eine Nachfeier statt, die recht gut besucht war, auch von auswärtigen Bruderveieinen hatten sich Gäste eingefunden. Der Vorsitzende des Vereins leitete die Veranstaltung mit einer An'prache ein, in welcher er die Geschichte des Vereins, die mannigfachen wechselvollen Schickiale, das Auf- und Abwärrsbewegen der MilglieberzeEI, d-n neuerlichen erfreulichen Aufschwung in schwungvoller Form barlfgte urd einen Ausblick in die Zukunft gab.

Der Gesangschor hatte sich trefflich gerüstet, um den Bemchern bcr Veranstaltung auch für seinen Teil etwas Gutes bieten zu können, was ihm auch bestens gelang. Duette (Herren Tra­geser und Müller), Soli (Herr Müller und Herr Schmauch) und Darbietungen der Jnfanteriekapelle vervoll­ständigten das Programm des Abends. Zum Schluß wurde ein Zeitbild,Hoch die Buren", auf der Bühne aufgeführt, das den Mitwirkenden, Frâul. Schumacher und Frâul. Trautwein, Herren Schmauch, M. H ü g e, T r a- ge s e r, Kolb und Westphal, alle Ehre machte. Der Verein hat jedenfalls allen Grund, mit voller Genugtuung auf den vorzüglichen Verlauf des Jahresfestes zurückblicken zu können.

* Stiftungsfest. Der GesangvereinSumser" feierte diesmal sein Stiftungsfest durch eine Abendunterhaltung mit Tanz in den Sälen der Centralhalle. Es war der 57. Ge­burtstag des Vereins, den festlich zu begehen sich seine Mit­glieder ungeschickt hatten. Ein sehr geschmackvolles Programm lag der Veranstaltung zu Grunde, bab Unterhaltendes in Fülle bot. Auch die gesamte Kapelle des Ulanen-Regiments (Direktion: Herr Mustkdirigent A. Urbach) war zur Mitwirkung gewonnen worden und leitete das Programm durch die Wieder­gabe der Ouvertüre zur Op.Die lustigen Weiber von Wind­sor" verheißungsvoll ein. Unter der vertretungsweisen Leitung des Herrn W. Breidenbach sang der Verein eine Anzahl prächtiger packender Chöre, wir nennen nurKönig Sigurds Brautfahrt",Die Vesper",Es war einst eine schöne Zeit", Die gestrenge Muater" u. s. w. Die Wiedergabe dieser Nummern gereichte dem Chor mit seinem gut gepflegten Material, seiner Sicherheit und schöner Phrasierungsgabe zur vollen Anerkennung. Als Solist trat Herr Alb. Bauer auf, derValentins Gebet" aub der Op.Margarethe", sowie später nochWidmung" von R. Schumann undHinaus ihr Träume" von O. Meyer bot. Eine von zwei Damen getanzte Gavotte, ein MelodramDer Handschuh" von Schiller, sowie ein origineller komischer VortragModerne Straßenmusiker" brachten neben den vorzüglichen und beachtens­werten Darbietungen der Ulanenkapelle die nötige Abwechs­lung. Besonders die große Fantasie aus R. Wagners Oper Lohengrin" zeigte, daß die Ulanenkapelle auf der Höhe der Zeit steht, auch einige Sätze für Streichinstrumente in ihrem lieblichen Gewände erbrachten der Kapelle reichen und verdien­ten Applaus. Den Schluß des Programms machte der durch­schlagende EinakterEine vollkommene Frau". Die Mit­wirkenden hatten sich den Applaus, der ihnen für ihre abge­rundeten Leistungen zu teil wurde, mit Recht verdient. Dann folgte der Tanz. Wann die Lust, die Füße und Füßchen in frohem Reigen zu bewegen, aufgehört hat, bab zu sagen über­lasten wir der freundlichen Sonne.

* Strombefahrung. Vorgestern nachmittag veran­stalteten sechs höhere Regierungsbeamte aus Wiesbaden, Frankfurt a. M., Mainz und Darmstadt von Seligenstadt ab mit dem DampfbootchenLibelle" aus Hanau eine Strom- befahrung bis Frankfurt a. M. Es handelte sich dabekgutëm Vernehmen nach um verschiedene Besichtigungen bezüglich des Mainkanalisationsprojektes. Die Realisierung beb Kanali­sationsprojektes scheint nunmehr ein beschleunigteres Tempo einschlaaen zu wollen.

Schreib- und Buchführungs-Kurse. Wie aus dem Inserat der heutigen Nummer ersichtlich, hat sich der hier wohlbekanntekaufm.Privat-HandelSlehrer Herr M. Brückner von heute ab dauernd hier, Hammerstraße 13, nieder- gelasten und eröffnet nun am Anfang eines jeden Monats neue Kurse für Herren und Damen in Schönschnellschreiben, einfache und doppelte Buchführung, Wechsellehre, Korrespon­denz rc. Herr Brückner hat schon wiederholt hier derartige Kurse mit Erfolg abgehalten und sind wir sicher überzeugt, daß Herr Brückner bet feinem Pflichteifer stets neue Kurs­teilnehmer findet. Ein berebeb Zeugnis beb bei verschiedenen Schülern nach nur wenigen Stunden in Schönschreiben erziel­ten Erfolges legen einige im RestaurantCarlsberg" aus­gestellten Schreibproben ab.

* Fabrikbrand. Gestern früh deuteten gewaltige Rauchwolken an, daß eb in der Nachbarschaft brenne, am Salisweg glaubte man sogar, daß ein Feuer in Keffelstadt ausgebrochen sei. Hiervon war aber nicht die Rede, vielmehr brannte es in der chemischen Fabrik vorm. A. Leonhard & Co. zu Mühlheim a. M. Das Feuer war morgens gegen 3'/, Uhr in dem Farbmahlgebäude ausgebrochen und hatte sich mit rapider Schnelligkeit verbreitet, das Mahlwerk, ein etwa 60 m langes Gebäude, mit samt den darin befindlichen Maschinen und Vorräten an Materialien zerstörend. Auch das Eisge- bäude wurde eingeäschert. Die Fabrikfeuerwehr, sowie die Mühlheimer und Dietesheimer Wehren griffen tatkräftig ein und lokalisierten den Brand. Sehr zu statten kam auch die durch das ganze Gebäude gelegte Wafferleitung, die sofort große Mengen Wasser auf bab verheerende Element werfen konnte. Gegen 7 Uhr morgens war die Hauptgefahr beseitigt. Der durch Versicherung gedeckte Schaden wird ans eine halbe Million geschätzt. Der Betrieb erleidet durch bei: Brandfall keine Störung.

* Wettspiel. Gestern nachmittag fand auf dem Exerzier­platz ein Wettspiel zwischen der ersten Mannschaft des Hanauer FußballklubsWacker" und der ersten Mannschaft des Offen­bacher FußballklubsNeptun" statt, das zu Gunsten Offenbachs mit 10 Goal endigte.

* Verhaftet wurde in Mainz der von hier aus wegen Verübung von Diebstählen steckbrieflich verfolgte Taglöhner Gärtner. Demselben werden u. a. auch die verschiedenen Mansardendiebltähle zur Last gelegt.

Radfahrer Zusammenstoß. Zwei in Keffelüadt wohnende Herren machten Sonntag morgen eine eilige Rad- tour nach Mühlheim, um den zum Ausbruch gekommenen Brand zu besichtigen. Hierbei fuhren sie mit den Rädern in­einander und der eine der Radler, namens A>, stürzte ab und erlitt eine Gebirnersâütterung.

* * Schwurgericht. Die Sitzungen der nächsten Tchrvurgerrchtsperiode beginnen Moniag den 20. April d. J. Dur Vorsitz führt Herr Landgerichlsrat Dr. v. Spindler. I e am vergangenen Freitag stattgehabte Auslosung der Ge-5