Erstes Matt
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Bezugspreis:
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 PH, für auS- isärtigè Abounenteil mit dem betreffenden Postausschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gedruckt und verlegt in der Luchdruckerei des verein, ev. Amtliches Orga« ffr Stadt- md Landkreis Sana«. Waisenhauses in Hanau. , _ , , „ „
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
General-Anzeiger
Einrückungsgebühr:
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg, die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts ^S Pfz., im Reklamencheil die Zeil« 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: L. Schrecker in H«vSSi
Fernsprechanschluß Nr. 605»
Mittwoch den 28. Oktober
Fernsprechanschluß Nr. 605
1903
Amtliches.
Bekanntmachung.
Polizciverordninig.
Auf Grund des § 5 der Verordnung vom 20. September 1867 über die Polizei-Verwaltung in den neu erworbenen Landesteilen, sowie des § 143 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird unter Zustimmung der Gemeindevertretung für den Bezirk der Gemeinde Langenselbold folgendes verordnet:
Einfriedigung mit lebenden Hecken, Mauern, Staketen, Bretterzäunen, Erdwällen dürfen an den A ck e r p l â n e n, Wegen und Gräben nur einen halben Meter von der Grenze entfernt errichtet werden.
§ 2.
Obst- und wilde Bäume dürfen nur so gepflanzt werden, daß sie von einander überall mindestens 10 Meter und im übrigen von allen Plangrenzen überall mindestens 5 Meter weit entfernt bleiben.
Ausgenommen sind nur Zwetschenbäume, welche nur 3 Meter weit entfernt bleiben müssen.
Im Widerspruch hiermit gesetzte Bäume sind von dem Orts- vorstand sofort auf Kosten der Zuwiderhandelnden zu entfernen.
8 3.
Grabenböschungen dürfen von Arbeits- und Weidevieh nicht betreten werden.
_ 8 4.
(rund-, Lehm- und sonstige Gruben dürfen auf den Plattstücken nur so angelegt werden, daß der obere Rand der Ausschachtung 1 Meter von der Plangrenze entfernt bleibt, außerdem muß die Abstichfläche in eine 1'/«fache Böschung gelegt werden.
Die weitergehenden Bestimmungen der Reg.-Pol.-Verord- nung vom 6. Juli 1896 (Reg.-Amtsblatt Seite 171) werden hierdurch nicht berührt.
§ 6.
Die Behütung und Bepferchung der Wiesenpläne, welche nur durch beiderseits von Wiesen eingeschlossene Wege zugänglich sind, ist nur in der Zeit vom 1. Oktober bis 15. März gestattet.
8 6.
Rindvieh darf zur Behütung der Pläne nur gekoppelt geführt werden.
Das Betreiben von Wirtschaftsivegen von unter 7 Meter Breite mit Schafherden ist, insoweit auch nur einzelne anstoßende Grundstücke mit Früchten bestanden sind, nur dann
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Kleines Feuilleton.
Heristsonnc.
T.
Und heute stand ich am frühen Mg
Und schaute über Feld — Und des späten Sommers Sonne lag Segnend über der Welt . .
Du törichtes unruhvolles Herz, Was zagst und zweifelst du? Gibts für dein bischen Kinderschmerz Denn immer noch keine Ruh?
Geh hin, tauch unter ins Sonnenlicht,
Das Erntesegen schafft, Und hol' dir, was deiner Seele gebricht, Und hol' dir Stille und Kraft!
TL
Sonne streicht mir umS Gepcht,
Golden blinkt das heute, Und deS Herbstes buntes Licht, Wie's mich freute. —
Sinkt auch ringsum welkes Laub
Leise raschelnd nieder, Ward dem Hcrbstvergehn zum Raub Lenz und Bogellieder. —
Drück mich fester an dein Herz, Wenn die Blätter sinken, Laß uns aus des Welkens Schmerz Lebenswonne trinken . .
gestattet, wenn sich bei je 30 Stück Schafen ein Hirte befindet. Auch im übrigen ist das Treiben von Schafen auf Wegen auf das notwendigste Maß zu beschränken.
8 7.
Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden — falls nicht nach anderen Gesetzesvorschriften höhere Strafen verwirkt sind — mit Geldbußen bis zu 9 Mark oder entsprechender Haft bestraft.
8 8.
Gegenwärtige Polizeiverordnimg tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung ini „Hanauer- und Langenselbolder Anzeiger" in Kraft.
Langenselbold den 24. Oktober 1903.
Die Ortspolizeibehörde.
Koch. 19343
Gefundene ob verlorene Gegenstände?c.
Gefunden: 1 Damenuhr ohne Kettenring.
Hanau den 28. Oktober 1903.
Nus Stadt und Cand«
Hanau, 28. Oktober.
* Die Stadtverordneten Ergänzungswahlen sind festgesetzt für die Zeit vom 23.—28. November. Vom 23.-25. November wählt die 3. Abteilung, am 27. November die 2., am 28. November die 1. Abteilung. Im ganzen scheiden aus jeder Abteilung 4 Stadtverordnete aus, außerdem sind in der 2. Abteilung 2 Ergänzungswahlen, in der 1. Abteilung eine ErgäsizuiMwahl für ausgeschiedeue bezw... WMbme Mü-. glieder vorzunèhmeu. In der 3. Abteilung scheiden aus Baillv. Bier, Föll, Glaser.
* Handwerkskammer zu Cassel. Der Herr Minister für Handel und Gewerbe hat durch Erlaß vom 13. Oktober 1903/Illa 7711, die von der Handwerkskammer beschlossene Meisterprüfuugsordnunz für das Photo- graphen Hand werk genehmigt. Prüfungsordnungen sind auf dem Bureau der Kammer käuflich zu haben.
* Versetzt sind die Schutzmänner König von Hanau nach Cassel, Schröder von Cassel nach Hanan.
* Berufung beim Reichs-Disziplinargericht. Der Oberpostpraktikanl Richard Wagner, der Sozialdemokrat wurde und deswegen ohne Pension aus dem Postdienst entlassen war, legte Berufung bei dem Reichs-Disziplinargericht ein.
* Gesellenprüfung für Schlosser. Im Dezember wird eine Gesellenprüfung für Schlosser. stättfinden und wollen sich die Prüflinge bei dem Vorsitzenden der Prüfungskommission,
: Laß die Träume wandern gehn
In die blaue Ferne-- Ueber unsrer Liebe stehn
Leuchtend ewige Sterne ... , M. v. M.
Kunst und Leben.
Neu aufgefundene Gemälde Cranach d. Ae. Der Professor für Bildhauerei an der Prager Kunstgewerbeschul«, Joseph Münder glaubt in der Kirche des Dorfes Mok- nopes an der Beraun zwei Gemälde des Lukas Cranach d. Ae. und zwar eine hl. Katharina und eine hl. Barbara, signiert Lukas Cranach 1520, gefunden zu haben. Die beiden Bilder scheinen Altarflügel gewesen zu sein und sollen den besten Werken deS deutschen Meisters an die Seite zu stellen sein. Er hat auch in den Kirchenrechnungsbüchern eine Aufzeichnung eines Malers Böhm aus dem Jahre 1840 gefunden, der die erwähnten Bilder und ein von einem unbekannten Maler Hans Schâflin herrührendes Gemälde „Tod der hl. Maria H. 8. 1440, das auch noch in der Kirche in Moknopes vorhanden ist, restauriert hat.
Ein Denkmal für Krupp in Kiel. Berlin, 26. Oktober. Der Kaiser hat dem verstorbenen Großindustriellen Alfred Krupp eine bleibende Ehrung zugedacht durch Errichtung eines für Kiel bestimmten Denkmals. Der Monarch empfing um 2 Uhr im Fürstenzimmer des Potsdamer Bahnhofs den Bildhauer Professor Wilhelm Haverkamp. Der Künstler erhielt vom Kaiser den Auftrag, ein Denkmal für Krupp auszuführen. ES soll eine überlebensgroße Bronze- statue werden die sich auf einem Granitpostament erheben wird. Das Denkmal erhält seinen Platz vor dem Gebäude deS kaiserlichen Jachtklubs, dessen Mitglied auch Krupp war.
Vom Cichofelpe, 22. Okt. Als Schäfer und Wunder- dok.or gibt sich ein Schwindler und Betrüger aus, der Goldmann heißen und aus Germerode (Hessen) sein soll. Derselbe hat in mehreren kleineren Ons-Hasten des Eichsseldes Betrü
Herrn Schlossermeister Jg. Peteler, melden. Der Anmeldung ist vorzulegen ein selbstgeschriebener Lebenslauf, das Lehrzeugnis und Gewerbeschulzeugnis. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark.
* Ehrenmitgliedschaft. Ein sinniger Akt vollzog sich gestern abend nach Schluß des OratorienvereinS-Konzerts, indem Herr Professor Henkel, der dem Oratorienverein 25 Jahre angehört, zum Ehrenmitgliede ernannt und ihm ein hierauf bezügliches von Herrn Zeichenlehrer Mangold künstlerisch ausgeführtes Ehrendiplom überreicht wurde.
F. Generalversammlung. Am 23. d. Mts. hielt das Komitee zur Unterstützung der Barmherzigen Schwestern seine alljährlich stattfindende Generalversammlung im Gasthaus „zum goldenen Löwen" ab. Die Herren Füller und Sommer prüften die JahreS- rechnung. Dieselbe wurde für richtig befunden und dem Kassierer, Herrn Gottfried Reinhard wurde Entlastung erteilt. Die Einnahmen pro 1903 betrugen 1322.50 Mark. Diesem Betrag stand eine Ausgabe von 1218.67 Mark gegenüber, sodaß ein Kassenbestand von 103.88 Mark verblieb. Dem Rechnungsführer Herrn G. Reinhard und dem Schriftführer Herrn E. F. Weber, sowie den Wohltätern wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Linn, der gebührende Dank ausgesprochen. Bei der VorstandSwahl wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt. — Wir benützen diese Gelegenheit, um wiederum die Barmherzigen Schwestern dem Wohltätigkeitssinn unserer Milbürger zu empfehlen. Die Zahl der Schwestern ist gewachsen, und ihr neues größeres Heim in der Frankfurierstraße verursacht größere Ausgaben. Größer ist aber auch ihre LiebeStâtigkeit als in früheren Jahren. Sie haben vom 1. Oktober 1902 bis dahin 1903 im ganzen 129 Kranke ohne Unterschied der Konfession gepflegt und zwar in 531 Tagespflegen, 411 Stnndenpflegen und 824 Nachtwachen. Möchte deshalb das neue Vereinsjahr auch recht viele neue Mitglieder bringen, die das edle Werk des Vereins unterstützen, zum Wohle der Armen und Kranken.
Stadttheater'. Der heute in Szene gehende Schwank: „Charle y's Tante" von Brandon Thomas hat sich durch seine hervorragende Wirksamkeit als eines der zugkräftigsten Repertoirstücke bisher bewährt. Allen denen, die sich an den drolligen Späßen des humorvollen Werke- erheitern wollen, können wir den Besuch bestens empfehlen, zumal die gute Besetzung der Rolle des „Babberley" durch Herrn Nauendorf einen besonders amüsanten Abend verspricht.
* Hanauer Verschönerungsverein. Am gestrigen Abend hielt der Verschönerungsverein seine Jahres-Hauptversammlung ab. Nach Vortrag der Jahresrechnung und Entlastung des Kassierers wurde eine Uebersicht der im abgelaufe«
gereien verübt nnd ist jetzt verschwunden. Alle Nachforschungen der Gendarmerie waren bisher vergeblich. Der Fremde, der ziemlich heruntergekommen auSsteht, sprach meist in Häusern vor, wo kein Mann zu Hause war. Er versprach Heilung von Rheumatismus und allen anderen Krankheiten. In Ditzenrode verschrieb er einer Frau Tannenspitzen, Wacholderbeeren usw., damit sollte sie sich einreiben und massieren. Für das Rezept forderte er 1 Mark. Beim Weggehen wies er auf die in der Stube sitzende alte Mutter und sagte: „Wenn Ihr die Alte wollt los sein, werde ich ihr etwas verschreiben. In acht Tagen ist sie nicht mehr da!" Dann verübte er in Wahlhausen Betrügereien und verschwand darauf auS hiesiger Gegend. Da der gefährliche „Wunderdoktor" auch in anderen Gegenden auftauchen dürfte, sei hiermit vor ihm gewarnt.
Geschichts-Kalender.
28. SHob«.
1492. LolnmbnS entdeckt Kuba.
1806, Der preußische General von Hohenlohe ergibt sich 5«: Prenzlau den Franzosen unter Murat.
1870. Kronprinz Friedrich Wilhelm und Prinz Friedrich Karl zu Genrralfeldmarschâllen ernannt, Moltke in den Grafenstand erhoben.
1871. Unterzeichnung deS Gotthardbahn-Dertrages zu Berlin. — Reichspostgesetz publiziert.
Albumblätter.
Ein MenschenloS erweist sich in den seltensten Fallen <18 Haupttreffer. .
Seriebuna ist das größte Problem und das schwerste, waS b™S kann aufgegeben werden Die Einsicht hingt 08R der Erziehung, und die Erziehung hangt wieder von der Einsicht ab. Kant.