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brachte und nach nochmaliger Mahnung, den Worten auch die Tat folgen zu lassen, schloß er die. Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf Se. Majeßât unseren Kaiser und König und darauf auf unseren Kandidaten Herrn Amtsrichter Dr. Lucas. Nach Weggang aller Zuhörer blieben die einzelnen Wablvorstände und Oèmänner noch zu gemeinsamer Beratung über Agitation u. s. w. vereint.
Aus dem Gerichts saal. Sitzung der Strafkammer II vom 24. Zaai.
Betrug?
Ein eigentümlicher Betrugsfall beschäftigte heute die Strafkammer in längerer Sitzung. Im Jahre 1899 erschien bei dem Pfarrer Glock in Wolfenweiler bei Freiburg L B. der Landwirtssohn D. aus Klein-Umstadt und bat den Pfarrer flehentlich um ein Darlehen für die Ermöglichung seiner Rückreise in die Heimat. Der Gesuchsteller gab an, er habe eine ihm übertragene Verwalterstelle in Meiringen im Berner Oberland nicht antreten können und nun fehlten ihm die Mittel zur Reite in die Heimat. Er versprach auch, das geliehene Geld sofort nach seiner Ankunft wieder zurück zu senden. Der menschenfreundliche Pfarrer traute den Angaben, rechnete die Kosten aus für ein Billett von Freiburg nach Darmstadt und gab dem D. 10 Mk. Dieser wollte zu Fuß nach Freiburg gehen und von dort aus gleich heimfahren. Der Pfarrer hatte am gleichen Tage auch in Freiburg zu tun und wunderte sich nicht wenig, als auf der Fahrt dorthin auch sein Schützling einstieg, den er schon längst auf der Fahrt nach Darmstadt wähnte. Auch der Letztere war erschrocken, war aber gleich mit der Angabe bei der Hand, er habe wegen eines Fußübels nicht nach Freiburg gehen können und werde nun auch noch in Freiburg übernachten müssen. Zur Bestreitung der neuen Ausgabe bat er noch um ein weiteres Darlehen von 1 Mark, das ihm ebenfalls gewährt wurde. D. lohnte das Vertrauen des Pfarrers schlecht und ließ nichts wieder von sich hören. In der folgenden Zeit erschien D. auch verschiedentlich in Orten der hiesigen Gegend wie Alzenau und Gelnhausen und forderte von Leuten kleinere Darlehen, die ihr Geld ebenfalls erst zurückerhielten, nachdem sie Strafanzeige erstattet hatten. In Frankfurt, Kastel und Gelnhausen machte D. Zechschulden, mit denen es ebenso ging, wie mit den Darlehen. D. ist der Sohn vermögender Eltern, war aber mit seinem Vater vollständig zerfallen und trieb sich planlos umher. Später söhnte er sich mit seinen Eltern aus, heiratete eine vermögende Frau und ist jetzt in Darmstadt ansässig. Nunmehr haben aber seine früheren Geldsorgen noch das unangenehme Nachspiel bekommen, daß die Staatsanwaltschaft wegen der vorgenannten Fälle Anklage wegen Betrug erhob. Das Schöffengericht zu Gelnhausen hatte den Angeklagten zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, wogegen er Berufung einlegte. Der Angeklagte gibt an, daß er Niemand habe betrügen wollen und zu Hause bei seiner Mutter bares Geld im Betrage von 6000 Mk. liegen gehabt habe. Er hätte seiner Mutter bezw. seinem Schwager auch den Auftrag gegeben, die kleinen Posten den Leuten zuzusenden und habe deren Adressen hinterlegt. Er selbst habe sich nicht zu Hause aufhalten und infolgedessen die Sache nicht selbst regeln können. Tatsächlich bekundet sein als Zeuge geladener Schwager, daß ihm von der Mutter des Angeklagten eines Tages erzählt wurde, sie habe von ihrem Sohn den Auftrag, Geld an verschiedene Leute zu schicken, habe aber deren Adressen verloren. Er habe sich daher bei Gericht erkundigt, ob etwa Anzeigen vorlâgm und nur die Adressen der zwei Gelnhäuser Leute erhalten. Diese haben dann sofort ihr Geld bekommen, während die übrigen erst später befriedigt wurden, als die Fälle auch gerichtlich anhängig gemacht waren. Seinen Namen hatte D. überall richtig angegeben. Nach der Beweisaufnahme konnte das Gericht nicht zu der Feststellung gelangen, daß der Angeklagte von vornherein die Absicht gehabt habe, die Leute zu betrügen, hob das erste Urteil auf und erkannte auf Freisprechung.
Telegraphier Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 25. Juni.
9 Uhr 35 Min.
Ein Maximum von 771 mm lagert über den Lofolen, ein Minimum unter 761 mm westlich von Irland. In Deutschland ist das Wetter meist heiter, trocken und wärmer. Prognose für den 26. Juni: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
Barometerstand
mütags 12 Uhr am 24./6. 25./6,
Sehr trocken
Beständig
Schön 760 i,râ
Veränderlich
Regen (Wmd/^-M Viel Regen 740„|J|
710 =5
E—770 W-780 = 750 H-740 W—730 =-720
= 710
Hananrr Vereins- «. Dergnügungsnachrichten
für DonnerSrag den 25. Juni.
Turn- u. FechtkMb: Ab°nds 6—7 Uhr: Turnen der DamenabLeitung.
Tmngemeinde: Von 7—9 Uhr: Turnen der Jugendabteibmg.
Turngesellschaft: Abends von 7—9 Uhr: Turnstunde.
Evang. Männer- und Jünglinasverein: Bibel,amde (Sv. Bereinkhaus.) Katholischer Mânnerverein : BereiuSabend in »er „Restauration Mohr".
TornlersLag
^«*Mimraa«mwsBnBJ ^JznBnmaimmDaagtBnHna^^ wctiiuw^w»«!«»»**1^
Dramatisch - literarischer Verein .Melvomene' „'vr Sonne": Lesung. Babelsberger Stenoqravhen-Verein im Kastbaus -n "» ,3Rindern": ttelrmflSob nd für KorrcWönderMrilt
ArendS'iÄcr Stenogrovben-Berein „Concordia"; (Re'iauraüon „Utt Allcmania'): Abends 8—9'/» Uhr: Hebung dann BrrcinSakend. Klub „Bavaria": Klubabend in der Restauration „Allemania'. NatioiialstcnoLrophemVerein: Lehr- u. UAmngSstnndc (Lokal: „Zur großen Krone", SteniheimcrÜraße 26).
Gesanziverein „Fröhlichkeit": Singstunde int Vcreinslokale.
Erster Hanauer Fußball-Klub 188»: Klubabend in der Brauerei Kaiser. Erste Hanaue- Poulegesellschaft- Preitzsviel im -Deutschen Hans". Radfahrerverein Hanau 1885: Klubabend in der „Centralhalle". Aadtabrerverein „Vorwärts"' Zusammenkunft >m Gasthaus ,;. Sonne". Kegelklub „Tipp, Tipp": Abends 9'/- Ubr: Rest. z. .Gut n Quelle". Svessart-Touristenverein - VeretnSabend im Gasthaus „?. Elevbau'en". Frei». Feuerwehr: 2. Komp, bei Beck. 3. Komp, „in let guten Quelle'.
Uersteigsrungs- ete. Kalender
für Freitag den 26. Juni.
BölmsttagS 9 Ubr soll das Gras, der erste und zweite Schnitt, in den SürffL Jienburg-Birstein'schen am Reuserhos bei Langendi bach gelegenen Wiesen parzellenweise versteigert werten; Zusammenkunft am Rcuserbof (s. Nr. 140 „Han. Anz."). — VormittaaS 11 Ubr soll auf dem Hofe der Manen-Kaserne in Hanau ein zum Kavalleriedienst nicht g c^aneteS 6jähriges Remontepferd meistbietend verkauft werden. — Nachmittags von 2 Uhr ab sollen weazusShalber im Gasthaus „zur Karthauue" verschiedene Mobiliar- und andere Gegenstände durch een beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen gleich bare Zahlung versteigert werden
Hus JMab und fern,
Fitlda, 23. Juni. Die hier schon längst als dringendes Bedürfnis empfundene Errichtung eines neuen Schlachthauses ist nun gesichert, nachdem der Herr Regierungspräsident in Cassel seine Bedenken gegen den dazu gewählten Bauplatz in der sog. Rosenau an der Fulda, welcher periodischen Ueber- schwemmungen ausgesetzt ist, hat fallen lassen, da sich hiergegen bei der Fundamentierung genügend vorbeugen läßt.
Hersfeld, 24. Juni. Ein schwerer Unglücksfall ereig- liefe sich, wie die „Hersf. Zig." berichtet, gestern nachmittag in dem benachbarten Kalkobes. Ein dortiger Einwohner hatte mit einem fremden Geschirr Langholz aus dem Walde geholt. Sein Töchterchen, das gerade heute 5 Jahre alt geworden wäre, ging dem Vater entgegen und dieser setzte das Kind auf den Wagen. Unterwegs fiel es herunter und ein Hinterrad ging ihm so unglücklich über den Kopf, daß dieser vollständig zermalmt wurde und das Kind natürlich sofort eine Leiche war.
Eschwege, 23. Juni. Ein sehr bedauerlicher Unglücks- fall ereignete sich heute mittag an einem Neubau in der Bahnhofstraße. Der bei den Ansschachtungsarbeiten beschäftigte, 27 Jahre alte Arbeiter Wilh. Burghardt von hier wurde plötzlich von herabstürzenden Erdmassen bis über die Magengegend verschüttet. Als ihn seine Arbeitsgenossen herausgruben, hauchte der Unglückliche seinen Geist aus. Der sofort herbei- gerufene Arzt, Herr Dr. Gebhard, konnte nur den Tod feststellen. Der Bedauernswerte, welcher als ein sehr nüchterner und fleißiger Arbeiter geschildert wird, hinterläßt eine Frau und ein 21/« Jahre altes Kind. Die Leiche wurde nach der städtischen Leichenhalle gebracht. — Ein beklagenswertes Ende hat auch das dreijährige Kind eines hiesigen Schuhmachers dadurch gefunden, daß es in einem unbewachten Augenblick den auf dem Tische stehenden heißen Kaffee trank, wodurch es sich den Rachen und die Speiseröhre verbrühte. Der Tod hat eS von seinen furchtbaren Schmerzen erlöst.
St. Frankfurt a. M., 24. Juni. Während letzten Spmmer die Variö ö-Vorstellungen im Hippodrom nicht besonders anzogen, hat Direktor Dollar, welcher diesmal das Lokal pachtete, durch vorzügliche Darbietungen es dahin gebracht, seinem Sommervariö'ö die führende Stellung zu geben, so daß es allabendlich auf allen Rängen sehr besucht und der Beifall ein überreicher ist. In aller Kürze wird man daselbst „Aga" Das unerklärliche Rätsel, bewundern können.
)( Aus dem Rodgatt, 24. Juni. Ein leuchtendes Beispiel zielbewußter Landwirtschaft und emsiger Tätigkeit in der gegenwärtigen allgemeinen Heuernte bietet unstreitig die Bewohnerschaft von Dudenhofen, die schon längst im ehrenvollen Rufe steht, keinerlei Mühen und Beschwerlichkeiten zu scheuen, wenn es gilt, im Interesse einer ersprießlichen Viehzucht Futtervorräte im allgemeinen und den Segen der Wiesengründe im besonderen einzuheimsen. Da sich ein beträchtlicher Teil der Gemarkung Dudenhofen zu Wiesenkulturen nicht eignet, war die landwirtschaftliche Bevöikerung schon frühzeitig bestrebt, durch Ankauf bedeutender Wiesenflächen in den benachbarten Gemarkungen sich die gediegenste Grundlage einer rationellen Viehzucht und lukrativen Milchwirtschaft zu sichern. Die Zahl der auswärtigen Gemarkungen, in denen die meisten Dudenböfer Landwirte Wiesen besitzen, ist im Laufe der Jahre auf 24 gestiegen. Selbst in den entlegeneren Gemarkungen bis nach Messel bei Darmstadt hinüber sind die spekulativen Dudenhöfer Besitzer zahlreicher Wiesen. In der Gemarkung Hergershausen sind sogar sämtliche Landwirte Dudenhofens Wiesenbesttzer. Ein ausgezeichneter Viehstand in Dudenhofen lohnt reichlich die mit der Bewirtschaftung der auswärtigen Besitztümer notwendig verbundenen Strapazen, wie auch gerade Dudenhofen als bevorzugtester Ausfuhrplatz für Heu und hinsichtlich seiner vortrefflichen Milchwirtschaft sich allenthalben des besten Renommes erfreut.
Nürnberg, 24. Juni. Die am Samstag den 18. Juli hier ankommenden Turner werden durch den Empfangsausschuß am Bahnhof begrüßt und dann zu den Wohnungen mit Musik eine Strecke weit auf dem Marsch, der in geordnetem Zug mit entfalteten Fahnen erfolgt, begleitet. Die Fahnenträger bewahren die Verreinsfahne in der von ihnen bezogenen Wohnung selbst auf, um sie sofort am Sonntag vormittag bei der Aufstellung zum Festzug bei der Hand zu haben und nicht erst einen weiten Hin- und Hermarich ausführen zu müssen. Beim Einzug ziehen einige Kreise in und durch die Stadt, andere in östlicher oder westlicher Richtung um's Tor in die von ihnen bewohnten Vorstädte. Das Bundesbanner jedoch, das die Hamburger hierher bringen, wird mit Musik zum Rathause gebracht und hier bis zum andern Tag im Prunksaale aufbewahrt. Nach dem Festzuge werden für die ganze Dauer des Festes sämtliche Fahnen in den beiden Fabnenhallen auf
25. Juni.
dem Festplatz zu allgemeiner Besichtigung ausgesü llt. Es ist unbedingt notwendig, daß die Kreisvertreter die Ankunftszeit der von ihren Turnern benützten Sonderzüge dem Vorsitzenden des Empfangsausichussts bekannt geben. Der Wohnungsaus- schuß ist ebenfalls am Samstag den 18. Juli am Bahnhof anwesend. Das Bureau des Preßonsschnsses befindet stch an diesem Tage bereits auf dem Festplatz ganz in der Nähe des Haupteinganges. Selbstverständlich kann immer noch, auch während des Festes, auf die Festzeitung abonniert werden. Die bereits erschienenen Nummern werden nachgeliefert. Der geplanten Aufführung des von dem Archivrat Mummenhoff in Nürnberg gedichteten Festspiels auf der Bühne im Freien haben sich unüberwindliche technische Schwierigkeiten entgegengestellt, so daß dasselbe nun in der Festhalle zur Darstellung gelangt. In welcher Weise für die Inhaber der Festkarte — nur um solche kann es sich dabei handeln — der Zutritt zu deu Aufführungen geregelt wird, unterliegt augenblicklich noch der Beratung.
Hue aller Welt.
Wegen Unterschlagttng erschossen hat sich vorgestern in Berlin der 30 Jahre alte Zahlmeisteraspirant Peter Schneider. Schneider, der aus der Rheinprovinz stammt und 9 Jahre diente, befand sich bis zum Oktober vorigen Jahres in Süd- wcstafrika und wurde von dort auf 2 Jahre zum Oberkommando der Schutztruppe ita^ Berlin abkommandiert. Hier bewohnte er Steinmetzstraße 69 ein möbliertes Zimmer, wo er für einen nüchternen und sparsamen Mann gehalten wurde. Vor etwa zwei Monaten hatte er sich mit der Tochter eines Gastwirts aus seiner Heimat verlobt. Dem Anschein nach hat er über seine Verhältnisse gelebt und die ihm anvertrauten Gelder angegriffen. Den Fehlbetrag suchte er schon vor 14 Tagen von einem Verwandten zu erlangen und erhielt auch eine Geldsendung. Ob nun diese nicht ausreichte, oder ob Schneider auch dies Geld wieder verbraucht hat, muß dahingestellt bleiben. Gestern blieb er allein in den Diensträumen Mauerstraße 45 u. 46 zurück. Alsbald drang in das Meldezimmer, nt> eine Ordonnanz sich aufhielt, der von einem Schuß herrührende Knall. Der Soldat fand Schneider mit einer Wunde in der Brust tot auf. Eine Durchsicht der Kasse ergab die Unterschlagungen.
Selbstmord atts Liebesgrour. Durch eine doppelte Vergiftung tötete sich gestern in Berlin die 29 Jahre alte Konfektioneuse Ida Graf aus der Lottumstraße 6. Dort wohnte sie mit ihrer Schwester zusammen, die außerhalb des Hauses arbeitete, während Ida in der Wohnung schneiderte. Vor längerer Zeit hatte sie zu einem Kaufmann in einem Liebesverhältnis gestanden, das schließlich seine Lösung fand. Obgleich schon drei Jahre darüber vergangen waren, konnte doch die Zeit die Wunde nicht heilen, die ihr der ungetreue Liebhaber geschlagen hatte. In ihrem Gram verbrannte sie alle Briefe, die von dem Liebhaber herrührten, trank eine Flasche voll Weingeist aus und legte sich zu Bett, nachdènr sie die Küchenmaschine angeheizt und den AbzuK des Rauches verhinderg hatte. So fand sie ihren Tod und wurde von der Schwester beim Nachhausekommen als Leiche im Bett entdeckt.
An einem Anfalle von Geistesgestörtheit versuchte Montag nacht in Dürkheim die Witwe des Winzers Lorenz Walter ihre beiden 13 und 17 Jahre alten Söhne zu ermorden, indem sie ihnen im Schlaf mit einem Rasiermesser den Hals abzuschneiden suchte. Die Verletzungen sind jedoch nicht lebensgefährlich. Die Frau ertränkte sich hierauf in der Psuhlgrube.
Trcbcr-Schmidt vor den Geschworenen.
3. Verhandlungstag.
Castel, 24. Juni.
In Fortsetzung der Beweisaufnahme wurde heute zunächst der Konkursverwalter der Schmidt'schen Masse, Dr. Arntbal, vernommen. Dieser weist nach, daß von Schwidt von 27 000 Mk. Effekten vor seinem Weggange veräußert wurden, die er von seiner Frau erhalten haben will. Daß er, abgesehen von der Hypothek auf Gründerhof, Vermögensstücke beseitigt habe, dafür habe er keine Anhaltspunkte gefunden. 700 000 Mark wurden seither aus der Schmidt'schen Masse gewonnen. Justizrat Rocholl, der die Hypotheken - Eintragung für Schmidts Tochter auf das Haus Gründerhof in Hamburg besorgt hat, hat darin nichts Auffälliges gefunden. Rechnungsrat z. D. Recket sagt über seine Reviüonstätigkeit bei der Trebergesell- schaft, für deren kranken Buchhalter Nordmann, es habe sich die Uebereinstimmung der Bilanzen und Saldi ergeben. Die Beläge habe er nicht erhalten; die Differenzen die ihm auf- gestoßen seien, wären nicht solche gewesen, die nicht überall vorkämen. Schmidt habe Auskünfte bereitwillig erteilt. Dr. Arnthal bekundet noch, daß Schmidt auf seine, des Zeugen, Veranlassung den Offenbarungseid geleistet und er keine Veranlassung habe, an der Wahrheit des Eides zu zweifeln. Die Zeugen Heuser-Cassel, ehemaliger kaufmännischer Leiter der ungarischen Tochtergesellschaft, und Dingelstedt, Direktor der Memeler Gesellschaft, sagen über die Verbindungen der ge- nannten Gesellschaften mit der Trebergesellschaft ebenso wie in dem Prozesse gegen die Aufsichtsratsmitglieder aus. Dingelstedt ist seinerzeit schriftlich vom Angeklagten zu einer Bilanz- fälschung aufgefordert worden. Der darauf bezügliche Brief wird verlesen, desgleichen die ablehnende Antwort der Direktion in Memel. Alsdann wird der frühere Prokurist der Leipziger Bank Wüthe vernommm, der sich über die Vorgänge unmittelbar vor und am Abend des Zusammenbruchs der Trebergesellschaft sowie über seinen vergeblichen Versuch, damals einen Einblick in den Stand der Bücher der Trebergesellschaft zu gewinnen, ausläßt. Zeuge schildert dann die Vorgänge in der Sitzung der Leipssger Herren mit denen der Trebergesellschaft, in der das Schicksal besiegelt wurde, während Schmidt in der folgenden Nacht aus Cassel entfloh. Sodann spricht sich der Zeuge über den Stand oer verschiedenen Tochtergesellschaften der Trebertrocknung in Rußland, Norwegen, England und Galizien, die er besichtigt hat, als Sachverständiger aus. Er