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laufet riebt sich nach der Elbmündung, ein neues Minimum lagert westlich Irlands. In Deutschland ist das Wetter sehr mild im Nordwesten trübe mit Regenfällen, sonst heiler.
Proanoie für den 25. März: Sehr mildes, int Lüden trockenes Wetter wahrscheinlich.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 23./3.
Sehr trocken _„
Beständig ==
Schön 760 ZZ^ Veränderlich — Regen (Wind)^öO-M
Viel Regen 740—^^
Sturm _. = 730_=
710
Kananer Vereins- «. Uergnugnugsnachrichten
für Dienstag den 24. März.
Kunstverein: 3« der Aula der Königl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden rc. '
Verein der Gastwirte und Restaurateure von Stadt- und Zandkreis Hanau: Nachmittags 3 Uhr: Generalversammlung im Gasthaus »zur goldnen Gerste*.
Zm Saale .zum deutsche» Haus": EvangelisationS-Vortrag Oratorienverein: Probe für Chor und Orchester in der Turnhalle. Evang. Männer- und JünglingSverein: Jünglingsverein: Bibelbesprechung; Jungsrauenverein' FUckabend (Ev. VeremShaus . Kath. Kasino .Eintracht' (Vereins!.: „*. Braustub'l'>: Vereinsabend. Turn- u. stiechtklub: Fechten.
Turngesellschaft : Abends von 8—10 Uhr: Turnstunde. Gesangverein „Sumser": Singstunde in der .Stadr Bremen . Gesangverein „Germania*: Singstunde im „Löwmaärtchen*. Gesangverein „Melowania*: Singstunde in der „Karthaune*. Zitherverein Hanau: Probe in der Restauration ,Allem ania'. Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration „Allemania. , Deutschnationaler Handlungsgebilfen - Verband. Ortsgruppe Hanau; DereinSabend im „KarlSberg*. , , , Athletenklub »Germania*: Riegenstemmen und Musterriegenarbeiten. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz), Sremm- und Ring-Klub »Eiche*: Abends von 9—10 Uhr: Dauerstemmen und Sicinstoßen: von 10—11 Uhr: Musterriegenorbetten (Restauration zur „Wiener Spitze").
Uersteigernngs- etc. Kalender für Mittwoch den 25. März.
Angebote betr. Uebernahme aus einen rinoförmigen zum Abbruch bestimmten Lokomotivschuppen auf Bohnhof Hanou-West sind bis vor» mittaas 11 Uhr an die Königl. Eisenbahn - Betriebrinsvektio« 2 n Frankfurt a M., Poststraße 6, einzureichen (j. Nr. 59 „Han. Anz "). — Mittags 1 Uhr soll in der irrernd'schen Gastwirtschaft zu Vollmerz die Fischerei in den zur Oberförstern Sterbfritz gehörenden Missen und Bächen meistbietend verpachtet werden (st Nr. 64 »Han. Anz
Nachmittags von 2 Uhr ab sollen im Auftrage d-s Herrn August Zwicker wegen vollständiger Aufoabe des Geschäfts im Versteigerunas- lokale Langstraße 83 b eine Partie Herren-, Damen- und Kinderstiese'.n durch den beeid. Taxator und Auktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen gleich bare Zahlung versteigert werden.
Hue stab und fern.
r.- Marburg, 23. März. Die Vertrauensmänner- Versammlung des Bundes der Landwirte beschloß, die Kandidatur des konservativen Kandidaten Kammerherrn v. Pappenheim-Liebenau zu unterstützen.
Mainz, 22. März. Aus Anlaß der Unterschlagungen des Kassierers Herrmann von der „Mainzer Volksbank" fand gestern abend eine außerordentliche General-Versammlung statt, in welcher rie Direktion und der Vorstand Bericht über die Höhe und die Art der geschehenen Veruntreuungen erstattete. Die von Herrmann verübten Unterschlagungen gehen, wie die Direktion mitteilt, bis zum Oktober vergangenes Jahr zurück und hatten eine Höhe von 285,000 Mk. gehabt. Vor etwa 14 Tagen sollte eine Kassemeviston stattfinden, die aber wegen Erkrankung Herrmanns verschoben wurde. Einige Tage später erschien Herrmann in der Privatwohnung eines der Direktoren, gab ein Aktenstück ab, mit der Ausschrift: „Meine Rache". In dem Aktenstück erklärte Herrmann, daß er sich jetzt für die Zurücksetzungen und Kränkungen rächen wolle. Er habe zu diesem Behuf der Kasse der Volksbank 280,000 Mk. entnommen, welche für die Bank unrettbar verloren seien, die er aber zurückerstatten würde, wenn man ihm eine Entschädigung von 50,000 Mk. für die erlittenen Kränkungen gewähren wollte. Direktion und Aufstchisrat waren bei der Prüfung dieses Schriftstückes vollständig außer Fassung geraten, indem man allgemein glaubte, der langjährige treue Beamte sei plötzlich irrsinnig geworden. Man beschloß, scheinbar auf das Anerbieten Herrmanns einzugehen und lud ihn zu einer mündlichen Unterredung ein, bei welcher er wiederholte, die unterschlagene Summe wieder herbeizuschaffen, wenn man ihm eine Entschädigung von 25,000 Mk. bewillige, eine jährliche Pension von 3600 Mk. stipuliere und seine noch von zwei Jahren ausstehenden Tantiemen an seine ebenfalls zu- rückgeietzten Kollegen Gros und Kräuter auszahle. Um vor allen Dingm wieder in den Besitz des unterschlagenen Geldes zu kommen, ging man auch hierauf ein, und Herrmann brachte auch tatsächlich 255,000 Mk. und verlangte das Einlösen des ihm gegebenen Versprechens. Von der Direktion wurde aber die Herbeischaffung der ganzen Summe verlangt, während Herrmann erklärte, seine Entschädigung von 25,000 Mk. bereits in Abzug gebracht zu haben. Schließlich gestand Herrmann, daß er den Betrag nicht beschaffen könne, worauf man ihm eine Frist von einem Tag gewährte, die indes verstrich, ohne daß er den Betrag ablieferte, worauf die Verhaftung erfolgte, nachdem man inzwischen zu der Ueberzeugung gekommen, d>ß man in Herrmann nicht einen Geistesgestörten, sondern einen raffinierten Gauner vor sich habe, der mit einem großen Koup die unterschlagenen 25,000 Mk. verdeckn: wollte. Da Herr-
Dieusiag
Imann noch Gehalt und Tantiemen bei der Volksbank aus- stehm hat und er sich noch im Besitz teilweise bezahlter amerikanischer Wertpapiere befindet, so reduziert sich die Summe, welche die Volksbank durch die Unterschlagungen erleidet, noch um ein Beträchtliches und dürfte nach der Ansicht des Vorstandes sich auf höchstens 10,000 bis 12,000 Mk. belaufen.
Gießen, 21. März. Dieser Tage wurde vor dem Amtsgericht Gießen ein noch junger Besucher der Gewerbeakademie Friedberg als Zeuge vernommen, welcher quer über die Backe die schönste Schmarre eines kräftigen Durchziehers zur Schau trug. Der Anwalt der einen Prozeßpartei, welcher ein Interesse daran hatte, die Aussage des übrigens unvereidet vernommenen Zeugen als unglaubwürdig erscheinen zu lasten, fragte diesen, woher er denn eigentlich die Verletzung an der Backe habe. Dieser wollte sich zuerst um die Antwort der Frage herumdrücken. Als er aber energisch angepackt und ihm der Vorhalt gemacht wurde, daß er eventuell vereidigt werden würde, gestand der Gewerbeakademiker zögernd zu, daß er sich diesen Durchzieher oder Schmiß an die Backe künstlich durch seinen Barbier habe machen lassen.
Fulda, 22. März. Als gestern vormittag das in der Josephstraße wohnende, alleinstehende Fräulein Auth auf kurze Zeit ihre Wohnung verließ, um Wäsche aufzuhängen, benutzte eine Frau diese Gelegenheit dazu, die Wohnung des Fräulein Auth nach Geld und Wertsachen zu durchsuchen. Schneller wie erwartet kehrte jedoch Fräulein Auth zurück, gerade als die Einbrecherin die Kommode einer genauen Durchsicht unterzog. Bevor noch Fräul. Amh um Hilfe rufen konnte, wurde ihr von der Einbrecherin ein Knebel in den Mund gesteckt, worauf dann letztere mit einem Handbesen so lange auf ihr Opfer losschlug, bis dieses bewußtlos zusammenbrach. Nun machte sich die rohe Person schleunigst aus dem Staube, Frl. Auth ihrem Schicksal überlastend. Glücklicherweise hatte kurz darauf die in demselben Hause wohnende Frau des Lokomotivführers Wahl ein Anliegen an Fräul. Auth, und so fand sie denn dieselbe in ihrem bedauernswerten Zustande vor. Nach vielen Bemühungen des schnell herbeigerufenen Arztes kam Fräul. Auth wieder zum Bewußtsein und machte die überraschende Aussage, daß die ebenfalls in demselben Hause wohnende Lackierersehefrau Bartel die Tat begangen habe. Auf das Gutachten des Sanität?rals Dr. Marx, daß die Verletzungen wahrscheinlich den Tod zur Folge haben würden, wurde Frau Bartel noch an demselben Tage verhaftet. Fräul. Auth mußte in das nahe Liebe-Siechenhaus gebracht werden, wo sie hoffnungslos darniederliegt.
O Klein-Krotzenburg, 23. März. Während einer der letzten Nächte wurden sowohl hier als auch im benachbarten Hainstadt von Frevlerhand mehrere Garteneinfriedigungen zertrümmert und im Garten eines hiesigen Gastwirtes 5 wertvolle Obsibäumchen vollständig vernichtet. Den eifrigen Bemühungen der Sicherheitsorgane ist die Ermittelung der Täter endlich gelungen. Es sind zwei hiesige Burschen im Alter von 19 und 20 Jahren, die ihre nächtlichen Uebermutsstreiche bitter zu büßen haben dürsten.
Landau (Pfalz), 22. März. Vierzig Fuder (40 000 Liter) Wein liefen gestern in Landau durch die Kanalisation. Es war der Wein, der in dem Weinfâlichungs- Prozeß Abraham Weiß durch Urteil gerichtlich eingezogen worden war und nun auf Anordnung des Gerichts auf diese Weise jedem Mißbrauch entzogen wurde.
Drahtnachrichten.
Personalien.
Berlin, 24. März. Das „Berl. Tagebl." hört, der Polizeipräsident in Schöneberg, Hammacher, verlasse in der nächsten Zeit seinen Posten und gehe als Regierungspräsident nach der Rheinprovinz.
v. Heeremann f.
Berlin, 24. März. Die „Germania" meldet : Die B e- gräbnisfeier mit Nequ'em aus Anlaß des Ablebens des Freiherrn v. Heeremann findet am Donnerstag in derHed- wigkirche statt, wohin der Sarg am Mittwoch abend überge- geführt wird. Daran schließt sich die Ueberführung nach dem Lehrter Bahnhof. Die Beisetzung erfolgt am Samstag im Erbbegräbnis zu Surenburg in Westfalen.
Von der Prinzessin Luise.
Berlin, 24. März. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Die „Neue Freie Presse" ist von dem toskanischen Hofe nahestehender Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß Kaiser Franz Josef um die Zustimmung zu der Reise der Großherzogin von Toskana zu ihrer Tochter nach Lindau ersucht wurde und diese auch erteilte. Daraus folgt, daß keine Verstimmung zwischen dem Kaiser und dem toskanischen Hofe besteht. Ebenso steht fest, daß Prinzessin Luise das Manifest des Königs von Sachsen nicht beantwortet.
Mittisterkriseu in Bayern.
Berlin, 24. März. Das „Kleine Journal" meldet aus München: Wie bestimmt versichert wird, soll der Minister des Innern, Frhr. v. Feilitzsch, am 22. d. Mts. sein Emlassungs- gesuch eingereicht haben. Die Entscheidung dürste in den nächsten Tagen zu erwarten sein.
Nach dem Osten versetzt.
Berlin, 24. März. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Essen a. d. R.: Demnächst werden aus den westlichen Provinzen 300 Beamte des Zugpersonals nach dem Osten versetzt.
T eputiertenkammer.
Bukarest, 24. März. Bei der Beratung des Gesetzentwurfes beireffend Wahlrewrm hebt der Minister des Innern die WiLligkelt der Wahlreform hervor und bespricht dann die Tätig! i des Kabinetts Sturdza, dessen Finanzvolitik er besonders rühmt. Sie gab Rumänien eine wirtschafilkche Unabhängigkeit. Der Minister erinnert an die fast verzweifelte Lage während der Krisis im Jahre 1899 und führt die bisher unbekannte Tat'ache an, daß im gegebenen Augenblick im Auftrage des Königs von dem Verwalter der Krondomänen,
____________________________ 24. März.
Kalindero, sieben Millionen Schatzbonds in Berlin erlegt wur den. (Langanhaltenber lebhafter Beifall.) Un'er politische- Liberi, so fährt der Minister fort, stöbt sich auf die erblich: Dynastie und die Verfassung. Die Anl-änglickkeit an du Dynastie wurzelt tief im Herzen des Volkes. Die Verfassung fordert die Aufrichtigkeit bei den Wahlen. Diesem Zwecke entspricht die vorliegende Wahlreform. (Beifall.) Das Haus beschloß, in die Spezialdebatte des Entwurfs einzutreten. Die Tagung des Parlaments, welche heute beendet wäre, würd» bis zum 25. resp. 28. März verlängert.
Ernste Unruhen.
Trinidad, 23. März. (Reuter.) In Port of Spain sind ernste Unruhen ausgebrochen. Der Pöbel legte Feuer an dem Regierungsgebäude an, welches vollständig eingcäschert wurde. Auch die Polizeibaracken wurden beschädigt. Der Gouverneur und der Stadtrat wurden unter militärischer Bedeckung aus dem brennenden Regierungsgebäude durch die aufrührerische Menge geleitet, nachdem sich die Polizei, welche auf die Menge feuern mußte, den Weg gebahnt hatte. Mehrere Personen wurden hierbei getötet und verwundet. Es herrscht noch immer eine bedenkliche Erregung unter dem Pöbel. Der englische Kreuzer „Pallas" landete eine bewaffnete Abteilung.
Britisch-südafrikanischer Zollverein.
London, 24. März. Der „Standard" meldet aus Johannesburg, die Zollkonferenz gewährte eine große Ermäßigung der Frachtsätze zum Rand auf notwendige Lebensmittel vom 1. Juli ab, ferner sei ein britisch-südafrikanischer Zollverein gesichert.
Ausstand in San Domingo.
Nrw-Nvrk, 23. März. Nach einer Depesche aus San Domingo wird der Kampf noch immer fortgesetzt. Der Gehilfe des Gouverneurs, Echenique, und der Truppenbefehlshaber General Pena sind getötet. Man erwartet, daß die Truppen, welche vor der Stadt stehen, die Aufständischen der Stadt angreifen werden.
Newyork, 23. März. Nach einem Telegramm aus Santo Domingo ist die Stadt vollständig in den Händen der Aufständischen.
Neubau-Einsturz.
Berlin, 24. März. Die „Voss. Ztg." meldet aus Lissa in Posen: Bei der Besichtigung des Neubaues einer Scheune auf dem Rittergut Oborayck stürzte die Giebelwand ein. Rittergutsbesitzer Petzel wurde g et ötet, Baumeister Hartmann, sowie mehrere Maurer wurden schwer verletzt.
Tötlicher Absturz.
Berlin, 24. März. Die „Voss. Ztg." meldet aus Bern : Eine russische Studentin ist bei einem Gebirgsausflug bei Locarno in eine Felsschlucht gefallen und den erlittenen schweren Verletzungen erlegen.
Ermordet.
Petersburg, 24. März. In Eriwan besuchten bis Tochter des Kommandeurs eines Ko'aken-Regiments mit einer Tochter eines Polizeimeisters das Magazin eines Persers. Beide wurden von dem Letzteren ermordet. Der Kommandeur fand die Leichen in eine Kiste gezwängt und erschoß den Mörder.
Verurteilung eines Kurpfuschers.
Berlin, 24. März. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Halberstadt: Kurpfuscher Neander wurde zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Uebersahren.
Berlin, 24. März. Der „Lok.-Anz." meldet aus Danzig: Förster Schmalz aus Zoppot wurde bei Preußisch-Star- gard vom Berliner Schnellzug überfahren und getötet.
Das Blumenmedium.
Berlitt, 24. März. Das „Berl. Tagebl." meldet: Der vielgenannte Impresario des Blumenmediums Rothe, Jentsch, besindet sich auf der Reise von Amerika nach Deutschland. Er erscheint vielleicht noch an Gerichtsstelle.
Aus Marokko.
Melilla, 23. März. (Havas.) Der Prätendent soll eine Tagesreise von Melilla entfernt stehen. Kabhlenstämme, welch? Anhänger des Prätendenten sind, erhielten den Befehl, ihm Lebensmittel zu Dermassen. Muley Arafa, der Onkel des Sultans, soll entschloffen sein, gegen den Prätendenten vorzugehen.
Gebrauchs-Muster.
%. 193 742. Aus ineinander zu fügenden Siebgeflecht- löffeln bestehendes Werkzeug zum Backen sogenannter Nestchen. Rudolf Bordolo-Abondi in Frankfurt a. M., Taunusstraße 25, pym 28. Januar 1903 ab. — 8. 21238. Kl. 2a.
Nr. 194 301. Anhângebaken für Gebrauchsgegenstände, mit einer durch mit excentrischer Scheibe versehenen Hebel bewegten Feder. Volkert & Sch roeder in Offenbach a.M., vom 2. Februar 1903 ab. — D. 3429. Kl. 44a.
Nr. 193 666. Verpackung auS Pappe zur Versendung von Zement, Kalk, Gips rc. Martin Müller in Offenbach a. M., Tempelseering 6, vom 18. Dezember 1902 ab. — M. 14 457. Kl. 81c.
Man verlange nur
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Ävon Elten & Keussen, Krefeld.
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