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bietungrn, einem sprudelnden Bächlein gleich, alle etwa noch vorhandenen Grillen hinwegsckwemmten und ungetrübteste Freude, heiterste Stimmung übrig ließen. Das Programm brachte außer den verschiedenen Büttvortrâgen, den gemeinsamen Chorliedern und dem witzigen Protokoll eine originelle, vom Mitglied Fr. Neidig verfaßte Eröffnungsszene und eine einaktige Gesangspoffe, natürlich dem närrischen, lustigen Charakter des Ganzen entsprechend. Alles wurde mit gutem Geschick und bestem Gelingen zur Durchführung gebracht und deshalb auch sämtliche Mitwirkende, Frl. Niedemhal, sowie die Herren Gebr. Fr., P. und W. Neidig, Fr. Jüngling, O. Thomer, P. Knoth, A. Möller und G. Vogelsberg, mit reichstem Beifall ausgezeichnet. Die zahlreichen, schon gewissermaßen zu Stammgästen des Klubs gewordenen Besucher waren sicherlich durch die Veranstaltung voll befriedigt, nicht zum wenigsten auch durch den Umstand, daß die Abwickelung des Programms recht flott und ohne die meist üblichen langatmigen Zwischenpausen vonstatten ging und deshalb der heißersehnte Tanz noch vor 11 Uhr beginnen konnte. Abertrotz der frühen Anfangszeit schlug die Fcierabendstunde doch erst, als der Hahn bald krähte, und da für viele immer noch zu früh.
* Der Verein ver Bayern hielt am Sonntag im Restaurant „zur Sonne" eine karnevalistische Abend- Unterhaltung ab, die sich des besten Verlaufes erfreute und alle Besucher sichtbar befriedigte. Das Programm war hübsch zusammengestellt, erbrachte närrische und erheiternde Darbietungen in Menge und wurde in allen Einzelheiten vorzüglich durchgeführt. Besonders verdient um das Gelingen des Ganzen machten sich dir beiden Frl. Schmitt, die ihre schätzenswerten Kräfte und Talente in liebenswürdigster Weise in den Dienst des Vereins gestellt. Ein flottes Tänzchen beschloß die wohlyelungkne Fc.er und hielt ine Bayern mit ihren Freunden und Freundinnen ziemlich lange in fröhlichster Stimmung beisammen.
* Tanzschüler-Maskenball. Der Tanz'chüler-Masken- ball des Herrn F. Söhnlein bedeutet stets für alle Teilnehmer ein Fest, in dem nur Frohsinn und Heiterkeit herrschen. Auch bei der vorgestrigen Veranstaltung im Saale der Cemral- Halle war das Gleiche der Fall. Der festlich geschmückte Saal wimmelte von Gestalten, die aus aller Welt hergekommen scheinen und zeigte ein Bild farbenfreudiger Erbauung. Leben, blühendes Leben pulsierte in den Räumen, die Paare, die sih zulammengefunden, wiegten sich im Tanze und fröhliches, neckisches Lachen ertönte von allen Seiten, Naâ der Demaskierung wurden auch noch einige reizende Bühnentänze geboten. D e beiden kleinen Kinder des Herrn Sömlein tanzten allerliebst einen Ländler, vier Paare reizender junger Damen führten einen Zigeunerlanz auf und Frau Söhnlein tanzte mit einer anderen Dame in graziöser Wesse eine Gavotte. Auch eine Ueberbrettl-Ouadrille fand reichen Beifall. Zwischen diesen Darbietungen und noch weiterhin bewegten sich die gelenkigen Füße und Füßchen im srohen Reigen, bis zum Aufgang der Morgenröte, da eine neue Sonne einen neuen Tag beraufführte. Nur ungern trennten sich die Besucherder Veranstaltung von der gastlichen Stätte.
* Stavttlieater. Wie schon gemeldet, wird morgen Mittwoch Joack. Harms seine bühnengroßen Projektionen von einer „Reise um die Erde" verführen. Die Kölnische Zeitung schreibt: „Der Vortrag darf den Freunden wirklich sehr guter Naiuraufnahmen aus aller Herren Ländern und einer anziehenden rednerischen Darstellung bestens emp ohlen werden, handelt es sich doch gleichsam um einen Flug um den Erdball, wobei man an den schönsten Punkten kurze Rast macht. Aber viel bekomm» man zu sehen, und was sich dem Auge dar- bretet, ist wirklich tadellos — sowohl in der Art der Aufnahme, die jeden Vorwurf von der wirkungsvollsten Seite zu nehmen weiß, als darin, daß sich alle Bilder in vollendeter Deutlichkeit präsentieren. Einige von ihnen sind äußerst farbmprâcktig und von schönster Stimmung, namentlich die See- und Wolken- bilder aus den Tropen und eine Aufnahme der Mitternachtssonne, die Herr Harms vom Nordkap auS gemacht hat. Alles in allem genommen erlebt man in den anderthalb Stunden im Geiste eine sehr hübsche Resse, von der einem vieles, was besonders eindrucksvoll ist, angenehm und in der Erinnerung halten bleibt." Das hierauf folgende Sbaulpiel: „Herbi," wird einen vorzüglichen Abschluß des hochintereffenten Abends bilden.
* Venestz Jungk. Als nächste Benefiz - Vorstellung wird am Freilag für H-rrn Regiffmr Jungk „Der Goldbauer" von Cbarl. Birch - Pfeiffer in Szene gehen und hat der beliebte Benesizmnt sicher damit eine gute Wahl getroffen.
* Schulferien. Der Vorstand des Preußischen Lehrer- vereins hat den Kultusminister soeben in einer Eingabe gebeten, verfügen zu wollen, daß die Dauer der Ferien an allen Schulen der Monarchie die gleiche sei und daß an allen Orten, an denen neben den niederen Schulen sich auch höhere befinden, die Ferien für die verschiedenen Schulgattungen in dieselbe Zeit fallen.
X Ein empörender Vandalismus, wie er sich wohl selten ereignen dürfte, erregt in der ganzen Umgegend gegründete Erbitterung. Während vorverwichener Nacht wurden nämlich auf der von unserer Nachbargemeinde Klein-Auheim nach Hainstadt führenden Kreisstraße an der Fußsteigleite nicht weniger als 46 Obstbâumchm von unbekannter Frevlerhand teilweise vollständig vernicklet, teils durch Abschälen der Stammrinde oberhalb der Drahikörbe empfindlich beschädigt. Den 5 schwâcksten Bäumchen wurden die Kronen total abgebrochen. Die Entrindung der kräftigeren Siämmchen scheint mittelst einer scharfen Zimmermannsaxt ausgeführt worden zu sein. Viele der verstümmelten Obstbäumchen wurden sckon vor etwa 10 Jahren gepflanzt, hatten bereits einen Stammumfang von 35 50 Zentimeter erreicht und standen im besten Stadium her Tragfähigkeit. Die Sicherbeitsorgane fahnden eifrig nach den nichtswürdigen Bestien in Menschengestalt. Hoffentlich nehmen ihre Bemühungen keinen erfolglosen V rlauf, damit dieser beispiellose Rohheit?akt seine verdiente Sühne findet.
* Mansarden-Diebstahl. In der gestrigen Mittagsstunde wurde in dem Wohnhause Paradeplatz 12 die Thür eines Manjardenzimmers, das von dem Dienstmädchen M. 'n
Dienstag
Diensten des Kaufmanns L. bewohnt wird, gewaltsam geöffnet. Aus dem Schließkorb, dessen Deckel ausgeschnitten wurde, entwendete der Dich etwa 80 Mk. Das Dienstmädchen hatte kurz vor 12 Uhr auf der Treppe einen fremden Mann gesehen. demselben aber keine Beachtuna gesckerkt.
* * Die ft-l-ischdiebstähle im Kühlhause. Auf die Klagen verschiedener Metzgermeister über mehrfache Diebstähle, die an ihren Fleisch- und Wurstvorräten im Küblbanie des städtischen Schlachikofes verübt worden, machte im Spätsommer v. I. der Obermeister der Metzgerinnung bei der Behörde Anzeige, worauf eine Untersuchung eingelenet wurde, die zur Verhaftung des bei Metzgermeister Z. im Dienst stehenden Metzger- gesellen H. und der Werkmeistersehefrau L. führte. Diese Affaire kam gestern und heute vor der 1, Strafkammer des Landgerichts zur Verhandlung. Angeklagt waren der Metzger- bursche Karl H., die Ehefrau L. und die Ebeirau D., sämtlich hier wohnhaft. Dem Metzg-rburicken war zur Last gelegt, in der Zeit von 1900 bis 1902 Fleischwaren von bedeutender Menge, aus dem stâdt. Kühlbause entwendet in haben; die Ehefrau L. war der gewerbs- und gewobnbeitsmäß-gen Hehlerei dieser Fleischwaren, des Diebstahls von Schuhwarm bei dem Althândler v. E., der Nötigung und verbuchten Meineidsver- leitung der Dienstmagd Antonie S. und der Beleidigung eines Schuhmanns angeklagt, die Ehefrau B. der Hehlerei von Fleisch- und Schuhwaren. Der Angeklagte H. machte folgende Angaben: Er sei seit 1898 hier und habe die Angeklagte L. schon im ersten Jahre seines Hierseins kennen gelernt. Sie habe ihm seine Wäsche gewaschen und beim Abholen derselben habe sie ihn einmal gefragt, ob er ihr nicht Ochser fleisch besorgen könne, mit dem von ihr bisher bezogenen Fleisch sei sie nicht so recht zufrieden. Er habe ihr darauf mehrfach Fleisch gebracht, auch verschiedene Mal Fett, doch habe er seinem Meister alles bezahlt und nie etwas entwendet, ebenso habe Frau L. alles bezahlt. Die Angeklagte L. bestritt ebenfalls, etwas Unrechtes begangen zu haben. Dem Metzger- burschen sei alles bezahlt worden. Im Februar vorigen Jahres veranstaltete der Altbândler v. E. Bier einen Sckuh- Auso rkauf, bei dem die Angeklagte L. behilflich war. Hierbei soll sie mehrfach Sckuhe entwendet haben, was sie jedoch ebenfalls energisch bestritt. Als die Untersuchung bezüglich der Diebstähle in Fluß kam, erfuhr die Angeklagte von der beoor- stebenden Ankunft der Beamten. Sie soll darauf ibrem Dienstmädchen, der Antonie S., gesagt haben, sie solle sagen, es sei alles bei der Freibank geholt worden; ebenso soll sie die S. unter Anwendung von Schlägen gezwungen baben, zur Frau B. zu laufen und diese zu einer falschen Auslage bei der Polizei zu bestimmen. Auch dieses erklärte die Angeklagte für unwahr. Einem Sch tzmann, dem sie nachgesagt batte, sie habe ihm auch schon Fleisch und Schuhe gegeben, w ll sie auch nicht beleidigt haben. Es sei gegenseitig viel geklatscht worden und müsse etwas falsch verstanden worden sein. — Die Angtklagie B., die anscheinend bemüht war, aß»8 offen zu bekennen, machte die am meisten belastenden Angaben: Sie habe die , Angeklagte L., als ble'elbe im Wochenbett lag, gepflegt und sei auch nachher noch viel bei ikr gewesen. Der Metzgèrbursche H. habe dort verk-hrt, als ob er vollständig zum Hause gehöre, und die L. habe ihr erklärt, es sei ihr „Cousin". Einmal habe ibr die L. statt Geld ein Quantum Fett gegeben, das schmutzig war, worauf sie gefragt habe, wo das her sei und wie der Schmutz daran komme. Darauf habe die L. gesagt, das sei vom Karl, der beziehe es „im Großen". Sie habe gezögert und darauf hätte die L. sie gedrängt mit der Bemerkung : „Domm Oos, nimm? nur, es iS aus dem Kühlhaus, da zieht er3 tinne durch!" AlS sie im Februar mit der L. bitrdi die Stadt ging, babe diese in einem Hausoang in der Dorstadt die Röcke gehoben und von den Strumpfbändern ein Paar Schuhe losgemacht, die sie bei v. E. genommen zu haben erklärte, nach einigen tagen machte sie unter einem Torbogen in der Hospitalstraße dasselbe Manöver. Die L. bestreitet das energisch unv behauptet, die Schuhe feien unter ihrem Cap gewesen und ihr von der jetzt in Amenka befindlichen Tochter des v. E. geschenkt worden. Die Stiere hat das brieflich in Abrede gestellt. Einer Frau N., der die 8. Fett gab erklärte sie, eè sei von ihrem Bruder, einer Flickfrau, dec sie Fleisch gab, sagte sie dasselbe. Die Metzgermeister machten Bekundungen über die ihnen im Kühlhaus gestohlenen Waren. Die einzelnen Zellen sind durch Gitter abgeschlossen und die Letzteren reichten früher nicht ganz bis zur Erde. Auf diese Wesse war es möglich, die darin hängenden Waren von außen mit einem Stock zur Erde zu werfen und dann unten herauszuholen. Dies wurde nachher geändert. Das Gericht nahm gestern Mittag die in Frage kommenden Anlagen in Augenschein. Es soll auch gestohlen worden sein, wenn die Zellen zeitweilig offen standen, was dann vorkam, wenn ein Bursche, der Fleisch holte und es hinaus auf den Wagen trug, die Zelle nicht gleich hinter sich verschloß. Gestohlen wurde aus den Zellen Schinken, Leber- und Flei'chwurst, Schwartemagen, Schweinehälfi, Ochsenlenden, Kalbslungen u. s. w. Sehr belastend waren die Aussagen des früheren Dienstmädchens der Angeklagten L., Antonie S. Deren sehr bestimmte Angaben lauteten dahin: Der Metzgerbursche H. sei jede Woche dagewesen und ba:e Fleiich gebracht. Er brachte es entweder unter dm Kleidern, oder in die schmutzige Wäsche eingewickelt und zwar alle Fleischsorten. Fett wurde u. a. in einer Pappschachtel gebracht, vielfach bolie auch der Sohn der Angeklagten L. die schmutzige Wä'che des Metzzerburschen mit dem Rad ab und war darin das Flessch eingewickelt. Die Mutter der L. bekam Fett nach Sachsenhausen geschickt.
Um 12 Uhr mittags war das Urteil noch nicht gesprochen.
4« Fechenheim, 22. Februar. (Kinematographische Vorführungen des Flottenvereins.) Montag den 2. März werden auf Veranlassung der hiesigen Oris- gruppe des deutschen Flottenvereins Kinematographische Vorführungen aus dem Seewesen und unserer Flotte veranstaltet werden. Am genannten Tage sollen schon im Laufe des nachmittags solche für die hiesigen Schulen und bei zahlreicher Beteiligung auch für die Schulen der umliegenden Gemeinden, und am Abend solche für die Erwachsenen statlfinden. Außer
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den stehenden Bildern, welche die Entwickelung des Schiffbaues vom germanischkir Raubboot zum modernen Panzerschiff zur Darstellung bringen, wird der .Kinematograph, ein Apparat von hervorragendster Vollendung, lebende Bilder vorführen und zwar im 1. Teile: Kriegsschiffe, Stapklläufe, Artilleristisches und Torpedowaffe, im 2. Teile: Segel-, Ruder- und Wassersport, Handelsschiffahrt und im 8. Teile: Dienst, Leben und Treiben an Bord und an Land. Für Freunde un'erer Flotte versprechen die Darstellung großen Genuß; für jeden aber kann es vom größten Interesse sein, auf b eie belehrende und zugleich unterhaltende Weise ein rich'iges Urteil über Seewesen und alles damit zusammenhängende zu gewinnen. Wir können desbalb den Besuch dieser Veranstaltung des Flottenvereins aufs angelegenste empfehlen.
Aus dem Gerich^sjaal.
Sihttng der Straskammee I vom 23. Februar.
Verschiedenes.
Der Inhaber des Straßcnreinigungs-Jnstituts W. hier- selbst hatte an dn8 Kgl. SanbratSamt ein Schreiben gerichtet, in welchem er sich darüber be'chwcrte, daß seine Leute von einem Schutzmann ganz unnötig schikaniert würden, der Schutzmann mache fern-r unmotivierte Anzeigen u. s. w. Der Briefstlreiber ersuchte zum Schluß um Rektifizierung deS bet?. Schutzmannes. Das Schöffengericht hatte den W. von der Wlage der Beleidigung unter Zubilligung des Schutzes des § 193 freigesprochen, auf die eingelegte Berufung des Amts- apwalts hob aber die Strafkammer das Urteil auf und erkannte gegen W. wegen Beleidigung auf 10 M. Geldstrafe. In der Urteilsbegründung wird gesagt, es sei zwar zweifellos, daß dem Angeklagten der Sckutz des § 193 zustehe, derselbe habe aber die Grenzen ver Abwehr durch die Form der von ihm gewählten Ausdrücke überschritten. Er hätte die Vorwürfe nicht in der Weise machen dürfen, daß er dem Beamten Parteilichkeit vorwarf. — Der Handels rann L. von Groß' Stein- heim war vom Schöffengericht zu 1 Woche Gssängnis ver- nrteilt worden. Er hatte als Ag^nt für ein F ankfurter Pb-'oaraphie-Dergrößeruncsgeichâ't von einer Frau in Bruchköbel eine Beftlllung erhalten, von dieser die 3 Mk. Anzahlung in die Tasche gesteckt und unter Verschweigung die es Umstandes bei innern Arbeitgeber in Frankfurt sich auch noch die volle Pronision auszahlen lassen. Seine Berufung ist ohne Erfolg, — De? mehrfach vorbestrafte Schlosser V. Hier bat wieder einmal dem Hang zum Stehlen nicht widerstehen können und b-i gebotener Giegenheit aus einem Kasten 2 silberne Becher im Wert von 30 Mk. entwend-t. Urteil: 8 Monate Gefängnis und sofortige Verhaftung wegen Fluchtverdachts.
Hue P?ab und fern.
-r. Marburg, 22. Februar. Von gestern abend um 10 Uhr bis gegen 2 Uhr nachts tobte hier und in der Umgegend ein orkanartigen Sturm, der hier und da Bäume entwurzelte und in den SSâlbern Holzsall verursachtet
St. Frankfurt a. M., 22. Februar. Freiherr von Wolzoaen hat mit feinem gestrigen ersten „bunten Abend" ganz vortrefflich eingesetzt. Ein vollbesetzter Saal trug dem Gründer^ des nunmehr verflossenen Ueberbreitls größte Sympathie entgegen und nahm die Leistungen sämtlicher Mitwirkenden, worunter sich allerdings wirkliche allererste Kräfte befinden, mit ungewöhnlich reichem Beifall auf. — Donnerstag den 26. ds. geben Frau Gertrud Fischer (Gesang) und Fräulein Corienne Coryn (Violine) ein Konzert mit sehr ansprechendem Programm.
X Groß Steinheim, 22. Februar. Die unerhörte Dreistigkeit, mit welcher die Wilddiebe mancherorts ihrem ehrlosen Gewerbe, obliegen, veranlaßte kürzlich eine Frankfurter Jagd- gk'kllichaft zur Ausßtzung einer Geldprämie von 200 Mk. in jedem Einfalle für die Ermittelung eines Wilderers oder Schlingenstellers. Auch in der Umgegend von Aschaffenburg wird die Wilderei mit beispielloser Frechheit betrieben. Die Vorstandschaft der bortigen Jagdpack ter hat nunmehr neuerdings gleichfalls eine Ermittelungsprâmie von je 100 Mark ausgefitzt. Hoffentlich erzielen die ausgesetzten Geldbelohuungen den beabstchtigien Erfolg.
O Kltin-Welzheim bei Seligenstadt, 22. Februar. Der Mainstrom ist neuerdings von einer erstaunlichen Hechtmenge belebt. Die Fischer pflegen von ihren Fischzü^en gegen-1 wärlig mit reichen Beuten an Hechten von beirächtlicher Größe zurückzukehren. Exemplare von 6 bis 10 Pfund zählen nicht zu den Seltenheiten. Dabei zeigen die „Wafferbyänen" eine eigenartige Färbung, wie sie von den ältesten Berufsfischern noch niemals beobachtet wurde. Anstatt der olivengrünen Färbung und der schwärzlichen Rückenmarmorierung schmückt nämlich diese Hechtsorte ein mehr zitronengelbes Gewand. Ta sich die Farbe vorzuasweise nach dem Waffer richtet, worin der Hecht lebt, so börsten die offenbar nur zum Laich- geschäft den Main bereifenben Hechte wohl aus weiter Ferne, aus einem Süßwasser, ihre Frühlingswanderung ametreten haben. In Anbetracht der vorjährigen geringen Fisckbeuten find den Berufsfischern die heurigen besseren Ergebnisse von Herzen zu gönnen.
4- Klein Krotzenburg, 23. Febr. Der dieser Tage im Alter von 80 Jahren zu Kahl verstorbene Reoierförster Georg Bergmann auf „Hofgut Emmerich" nahm ein eigenartiges Geheimnis mit in die kühle Gruft. Das nachmalige Schloß „Emmerichshofen", Besitztum des Herrn von Waitz, trug nämlich in früheren Zeiten an geeigneten Stellen allerlei Statuenschmuck, u. a. auch zwei mytholoziicke Gestalten von hohem Kunstwerte. Als nun vor etwa 40 Jahren ein Frauenzimmer aus der Nachbarschaft die eine dieser Göuerge- ftalten zum Gegenstände seines Spottes machte, erhielt Revier« sörster Bergmann den Befehl, die beiden kostbaren Statuen in den von ihm angelegten Waldungen zu vergraben und den Verscharrungsort geheim zu halten. Bergmann erfüllte tatsächlich alsbald den Befehl und verletzte niemals das merkwürdige Geheimnis, und so wird die eiwame Waldes stelle un» eptdlckt bleiben, bis ein glücklicher Zufall den wertvollen Schatz hebt.