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* Dom Deutschen Turnfest. Aus Nürnberg wirb uns geschrieben: Die Anmeldungen aum 10. Deutschen Turnfest haben die Zahl 15 000 bereits überschritten. Viele Turnvereine haben z. T. bereits wiederholt Probewettturnen veranstaltet, um den einzelnen Turnern die richtige Selbsterkenntnis zu bringen und sie anzuspornen und weiter zu Hilden. An Nichtmitgliedern von Turnvereinen werden Festkarten nicht abgegeben. Solche können sich nur Tages- oder Dauerkarten für den Besuch des Festplatzes lösen. Sie genießen aber auf Grund derselben die mit der Fesikarte verbundenen Vergünstigungen nicht und können insbesondere auch nicht am Festzug teilnehmen und die Nürnberger Sehenswürdigkeiten unentgeltlich besuchen.
* Einen Maienfeiertag, so schön man ihn sich nur wünschen mag, erlebten wir gestern. Freilich hatte derselbe eine große Zahl feuchter Vorgänger gehabt, und also für diese zu entschädigen. Kein Wunder, daß darum Alt und Jung vom frühen Morgen an auf den Beinen war. Die Konzerte in Wilhelmsbad, gegeben von der Jnfanteriekapelle, erfreuten sich eines großen Zuspruchs. Auch das Forsthaus, woselbst die Ulanenkapelle konzertierte, konnte trotz seiner geräumigen ausgedehnten Anlagen kaum die Zahl der Besucher fassen.
♦ Stickkursus. Wie allerorts, so ist auch hier wieder das Vorhaben der Singer Co. Nähmaschinen Akt. Ges. in Frankfurt a. M., Zeil 17, einen ihrer nnentgeltlichen Siick- kurse hierselbst abzuhalten, großem Interesse begegnet und haben bereits viele hiesige Damen ihre Teilnahme an diesem ebenso lehrreichen wie interessanten Kursus zugesagt bezw. in Aussicht gestellt. Wir wollen nicht unterlassen, unsere verehrten Leserinnen auf die von der genannten Firma im Ladenlokal Rosenstraße 17, „zur deutschen Eiche", ausgestellten herrlichen Kunststickereien aufmerksam zu machen, und sollte man kaum glauben, daß diese prächtigen Arbeiten auf den gewöhnlichen Singer- Nähmaschinen, wie man sie im Haushalt verwendet, hergestellt sind. Weitere Anmeldungen zu dem Kursus, welcher jeder Besitzerin einer Singer-Nähmaschine unentgeltlich erteilt wird, werden im Sticklokal, Rosenstraße 17, entgegengenommen.
* Babelsberger Stenographen-Verein. In der am Montag abgehaltenen Generalversammlung wurde Herr C. Schien zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
* Ausgestellt. Im Schaufenster von Ft. Kènig's Hofbuchhandinng ist das von der Meisterhand des Herrn W. Schulz geschaffene wohlgetroffene Bildnis des Herrn Lehrers W. Hamburger, welcher kürzlich das 25jährige Jubiläum als Dirigent des Gesangvereins Eintracht beging, ausgestellt.
* Wettspiel. Das gestern nachmittag stattgefundene Wettspiel der 1. Mannschaft des Hanauer Fußballklubs „Wacker" gegen die gleiche Mannschaft des Offenbacher Fußballklubs „Neptun" ging nach scharfem Spiele mit einem Siege Hanaus zu 1 : 0 Goal aus. Darauf spielte die 2. Mannschaft des Hanauer Fußballklubs „Wacker" gegen eine kombinierte Mannschaft des Offenbacher Fußballklubs „Eugenia". Dasselbe ging unentschieden mit 0 :0 Goal aus. — Kommenden Sonntag spielt die 1. Mannschaft des Hanauer Fußballklubs „Wacker" gegen die gleiche Mannschaft des Offenbacher Fußballklubs „Teutonia". Das Spiel findet in Offenbach statt.
* Waldszene. Am gestrigen Himmelfahnsmorgen spielte sich im Bruchköbeler Wald eine böse Szene ab. Mitglieder eines hiesigen kleinen Vereins hatten sich angeschickt, im Bruchköbeler Wald ein offenes Zechgelage abzuhalten. Bei ohrenzerreißender Musik (Trommel, Ziehharmonika) wurde lustig gezecht, als der Förster H. erschien, der nach der Erlaubnis fragte und sich den Lärm verbat, widrigenfalls er die Instrumente konfiszieren müffe. Statt seiner Ermahnung Folge zu geben, warfen unbesonnene Elemente die Instrumente nach ihm. Ein anderer zog das Meffer. Es wurden noch zwei Forstbeamte herbeigeholt, sodaß es nunmehr gelang, die Renitenten fortzuweisen. Jedenfalls wird die Sache noch ein gerichtliches Nachspiel erhalten.
kocherin. Aber auch heitere Laune und köstlicher Humor haben in den Gedichten „Spessarttouristenlied", „Der Tourist auf dem Rade" und „Des Spessarts Wunder der Touristerei" Platz gefunden. Würdig schließt der Verfasser den Rahmen des mit seinem Bildnisse gezierten Büchleins mit dem prächtigen Gedichte „Wer bleibt jung?" um darin seine reichen Lebenserfahrungen mitzuteilen. Die Ausstattung des billigen Büchleins, dem wir das beste Prognostikon stellen, ist recht hübsch.
Die chronischen Herz Erkrankungen, ihre Entstehung, Verhütung und Behandlung. Von Dr. med. Heinrich Frick, Arzt in Bad Nauheim. Preis 1 Mk. Verlag von Otto Salle in Berlin W. 30. — Ein Büchlein, das der als Spezialarzt für Herzkranke irt dem weltberühmten Bade Nauheim tätige Verfasser aus seiner Praxis heraus für das Laien- publikum geschrieben hat. Es bringt in kurzer und allgemeinverständlicher Sprache alles, was zu Nutz und Frommen der an Herzkrankheiten Leidenden dienen kann. Nachdem es den Leser in die Tätigkeit des menschlichen Herzens im Haushalte des Körpers eingeführt, sowie die Entstehung der einzelnen Herzleiden einzeln für sich geschildert hat, zeigt es, wie die zu solchen Leiden Neigenden sich zu verhalten haben, um der Gefahr der Erkrankung zu entgehen. Weitaus am meisten erregt der Verfasser aber unser Interesse in dm Kapiteln, wo er über die Lebensweise, Ernährung, Kleidung, Wohnung, kurz über alle die Hygiene der Herzleidenden betreffenden Punkte seine ausführlichen Darlegungen gibt. In den letzten Kapiteln wird dann die Behandlung der Herzkranken besprochen, die, der besseren Erkenntnis der Neuzeit entsprechend, mehr in der sog. Naturheilmethode, also Bädern, Trinkkuren, Wasserbehandlung, Massage, Gymnastik usw. gipfelt, als in der Behandlung mit Medikamenten. Am Schluß finden noch Fragen über das den Herzkranken zuträgliche Klima, über Sport usw. Beantwortung. Der reiche Inhalt des Buches, das auf alles für Herzkranke Wichtige eingeht, wird ihm viele Freunde erwerben; wir sind überzeugt, daß niemand es ohne Nutzen und Befriedigung aus der Hand legen wird. Zu beziehen durch jede Buchhandlung, sowie direkt vom Verlag von Otto Salle in Berlin W. 30.
Freitag
5 Ans dem Mainftrome herrscht gegenwärtig ein außergewöhnlich lebhafter Floß- und Schisssue kehr. Eine Menge mächtiger Floße und zahlreiche Mainschiffe mit Voll- sracht beleben täglich die Wasserstraße. Die drei Kettendampfer sind vollauf beschäftigt, die leeren Fahrzeuge zu Berg zu schleppen. Häufiger als je verkehren auch stattliche Dampsboote auf dem Strome. Die Bautätigkeit ist heuer namentlich auf dem flachen Lande eine besonders rege. Die Baumaterialien behaupten indessen immer noch mäßige Preise; nur der Zement ist im Preise etwas gestiegen. Vor zwei Jahren drückte besonders der Zement aus Sachsen den diesseitigen Markt; Ueberproduktion verursachte Schleuderpreise.
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X. Langendiebach, 21. Mai. (Gesangliches.) Der hiesige Gesangverein „Liederkranz", welcher sich bekanntlich an dem Gesangswettstreit in Bad Homburg v. d. H. beteiligt, wird nächsten Sonntag den 24. d. M., nachmittags 4 Uhr, im Saale des Gasthauses „zum Schwanen" seine Generalprobe abhalten. Alle Freunde des Gesanges, welche sich beim Vorstand anmelden, können der Probe beiwohnen. Dem rührigen Verein unter der bewährten Direktion des Herrn Wilhelm Ruth wünschen wir auch in Homburg ein gutes Gelingen.
<°» Enkheim, 21. Mai. (Missionsfest.) Von dem herrlichsten Wetter begünstigt fand auch in diesem Jahre wieder in unserer Gemeinde das Misstonsfest für die Klasse Bergen statt, das außerordentlich reich besucht war aus nah und fern, so daß unsere Kirche übervoll war und leider vielen es nicht möglich war, an der schönen und erhebenden Feier im Gotteshause beizuwohnen. Hier hielt Herr Missionar Gutekunst aus Kamerun die Festpredigt und zwar auf Grund des Dibeiwortes: Eo. Joh. 10,16. Die Ausführung des Auftrages, das der gen Himmel fahrende Heiland seinen Jüngern gegeben: Gehet hin in alle Welt u. s. w. ist das Werk der Mission. Mit Jesu ist die Missionsarbeit in die Welt gekommen, und sie ist die Ausrichtung des Missions- und Priesteramtes Jesu durch seine Kirche und deren Boten. Aber welche Hindernisse stellen sich diesem heiligen Werke entgegen: hier inmitten der Christenheit selbst das irrige Verlangen, den armen Heiden Bildung und Kultur zu bringen, die die Finsternis des Heidentums schon erhellen werden, ohne doch zu bedenken, daß die Segnungen der Kultur und der Bildung doch allein dem Christentum zu verdanken sind — und draußen in der Heidenwelt der Stumpfsinn und die Roheit, der sinn- berauschende Götzendienst und die Fleischeslust der Heiden. Und doch führt der Herr sein Werk aus und auch weltliche Regierungen müssen ihnen dienen, denn er „muß sie alle herführen." Der mächtige Aufschwung des Handels und Weltverkehrs hat uns die Heiden nahe gebracht und dem weltlichen Regiment in der Heidmwelt verdanken es die Arbeiter im Werke der Mission, daß sie heute unbelästigt und ohne Gefahr bis in die entlegensten Gegenden vorzudringen vermögen und überallhin Gotteswort bringen können. Doch auch der Christenheit hier tut es not, daß ein neuer Geist in ihr wirke, ihre Liebe zu Jesu brennender werde, damit sie sich reichlicher ergieße weithin in das dürre Land des finsteren Heidentums. — An den Festgottesdienst reihte sich eine Nachfeier im Becker- schen Garten. Hier sprach zunächst Herr Pfarrer Ganß- Bischofsheim: „Komme herüber und hilf uns" so erschalle es immer lauter herüber aus der Heidenwelt, die unter der grausamen und schweren Last des Heidentums seufze und sich nach Hilfe sehne. Wehe der Christenheit, wenn sie diesen Ruf unbeachtet lasse. — Herr Missionar Diehl ans Deutsch-Westafrika entwarf darauf ein Bild der Arbeit der norddeutschen Missionsgesellschaft im Togolande und deren Erfolg und zeigte dann an zahlreichen Beispielen aus seiner Wirksamkeit die schwere Arbeit unter den Heiden. Endlich schilderte noch Herr Missionar Gutekunst sehr eingehend, wie ein Missionar seine Arbeit unter den Heiden beginne und welchen Erfolg dieselbe bisweilen habe. — Die Nachfeier sowohl, wie der Festgottesdienst wurden auch diesmal wieder verherrlicht durch die Mitwirkung des Posaunen- und Kirchenchors aus Bergen.
Zur WaWewegung.
-st. Windecken, 22. Mai. Am vergangenen Mittwoch abend hatten sich im Saale der Hochmühle eine stattliche Anzahl Landwirte und Handwerker von hier und der Umgegend zusammengefunden, um den Worten des Kandidaten der vereinigten Nationalliberalen und Konservativen Herrn Dr. Lucas znzuhèren. Kurz vor halb 9 Uhr eröffnete der für die Versammlung bestimmte Vorsitzende, Herr Baurat Wohlfarth- Hanau die Versammlung, mit einigen Worten auf den Zweck derselben hinweisend, besonders betonte er, daß nur die eingeladenen Gäste das Recht hätten, Anfragen rc. an den Herrn Kandidaten zu richten. Nach diesen Ausführungen erhob sich der anwesende Genosse Fuhrmann-Hanau, um dem Vorredner zu erwidern, daß doch die Versammlung als eine öffentliche gekennzeichnet sei und daß man auch ihnen Gelegenheit geben solle, sich auszusprechen. Nachdem Herr Wohlfarth seine Worte wiederholt, Genosse Fuhrmann es aber immer noch nicht für nötig befand, zu schweigen, fragte ersterer in der Versammlung an, ob man es dem Genossen gestatten wolle, am Schluffe der Rede des Herrn Kandidaten zu sprechen, worauf allgemein mit „nein" geantwortet wurde. Nun ging die „Entrüstung" los. Herr Baurat Wohlfarth verwies hierauf dem Genossen F. das Lokal und als dieser diejenigen Anwesenden, welche mit „dieser Behandlung" nicht einverstanden seien, aufforderte, mit ihm den Saal zu verlassen, erhoben sich einige, um ihm mit den bekannten „Kraftausdrücken" Folge zu leisten. Als die Ruhe soweit wieder hergestellt war, begann dann Herr Dr. Lucas der Versammlung sein Programm zu entwickeln. In dreiviertelstündiger Rede entledigte er sich seiner Aufgabe in der bekannten musterhaften Weise. Reicher Beifall wurde ihm am Schluffe sowie auch während seiner Ausführungen zu teil, ein Zeichen, daß man hier mit seinem Programm vollständig einverstanden war. Nun ergriff noch Herr Amtsrichter B o h n é das Wort, um die Anwesenden an ihre Wahlpflicht zu erinnern, sie sollten sich ja alle an dem
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Wahlkampfe beteiligen und ihre Stimme dem Kandidaten der bürgerlichen Parteien geben, damit der Wahlkreis nicht wieder in die Hände der Sozialdemokraten falle. Auch dieser Rede wurde reicher Beifall gespendet. Nach einigen zahlenmäßigen Berichten des Herrn Kandidaten, die Beteiligung an der letzten Wahl betreffend, schloß um halb 10 Uhr der Herr Vorsitzende mit einem Hoch auf seine Majestät den Kaiser die Versammlung. — Herr Dr. Lucas kann auch hier mit dem Ergebnis seines Besuches zufrieden sein.
-p. Langendiebach, 20. Mai. Der gemeinsame Zentral- Wahlausschuß des konservativen und nationalliberalen Vereins hat bekannilich beschlossen, daß noch an verschiedenen Orten des Reichstagswahlbezirks Versammlungen abgehalten werden sollen, zu welchem alle Wähler der bürgerlichen Parteien Zutritt haben sollen, dagegen sollen alle Sozialdemokraten ausgeschlossen werden. Für hier und die benachbarten Orte Rückingen und Ravolzhausen wird eine solche Versammlung am Freitag den 22. Mai, abends 8 Uhr, im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" hierselbst abgehalten. Der gemeinsame Kandidat der Konservativen und Nationalliberalen, Herr Amtsrichter Dr. Lucas - Langenselbold, wird an diesem Abend sein Programm entwickeln. Nur diejenigen, welche mit Eintrittskarten versehen sind, haben Zutritt.
r- Marburg, 21. Mai. Als gestern abend in einer vom antisemitischen Reichstagskandidaten Zimmermann abgehaltenen Versammlung dem sozialdemokratischen Reichstagskandidaten Bader das Wort nicht erteilt wurde, entstand ein unbeschreiblicher Lärm und über 150 Personen verließen die Versammlung. Zimmermann hielt dann vor den gewöhnlichen, meistens studentischen Versammlungsbesuchern, seine Rede.
T Frankfurt a. M., 21. Mai. In der gestrigen Hauptversammlung des nationalliberalen Vereins wurde Herr Justizrat Dr. Oswalt einstimmig als Reichstagskandidat aufgestellt.
Aus dem Grrichlssaal.
Sitzung der Strafkammer II vom 20. Mai.
Verschiedenes.
Ein Gerber in Rommerz bemerkte eines Tages, daß ihm seine sämtlichen Häute und Felle vernichtet worden waren, indem sie der Täler total zerschnitten, viele auch in den Fluß geworfen hatte. Der Verdacht der Täterschaft fiel auf den Hüttner Gärtner von Rommerz, der sich durch unvorsichtige Aeußerungen verriet. Es gelang, ihn zu überführen und das Schöffengericht sprach wegen der Gemeinheit und Rohheit der verübten Tat eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten aus. Die Berufung gegen das Urteil wird verworfen. — Zur Nachkirchweih in Wettigs am 12. Januar waren auch eine Anzahl Burschen aus Rad-Mühl erschienen, die nach dem Tanzvergnügen, an dem sie teilgenommen, wieder nach Hause zurückkehren wollten. Als sie kaum aus der Wirtschaft herausgegangen waren, folgten ihnen die Burschen von Wettigs auch schon auf dem Fuße und nun gab es die übliche Keilerei. Der Heinrich Frank von Wettigs faßte den Peter Wahn und den Georg Koch von Rad-Mühl anscheinend ganz freundschaftlich um den Hals und ging mit ihnen ein Stück vorwärts, während der Friedrich Schneider und sein Bruder Konrad hinten mit Prügeln versehen, sich schon zum Draufschlagen bereit machten. Friedrich Schneider gab dem Peter Wahn von hinten einen leichten Stoß, der nichts Gutes ahnend sich umdrehte. Sofort erhielt Peter W. auch einen Schlag auf den Kopf, daß er zusammenstürzte und seinem Kollegen Georg Koch ging es ebenso. Als Friedrich Schneider den ersten Knüppel auf den Rad-Mühlern entzwei geschlagen hatte, brach er einen Brunnenhaken entzwei und hieb mit der eisernen Spitze desselben weiter auf die Rad- mühler los, bis sie in die Flucht geschlagen waren. Konrad Schneider und Heinrich Frank leisteten eifrig Hilfe. Heute sitzen die drei Gebrüder Schneider und der Heinrich Frank von Wettigs wegen gefährlicher Körperverletzung auf der Anklagebank. Friedrich Schneider erhält 5 Monate, Konrad Schneider und Heinrich Frank je 3 Monate Gefängnis. Adam Schneider wird freigesprochen. — Der Schneider Heinrich Gasche zu Langenselbold kam am 23. Februar in ein dortiges Tanzlokal, wo er sich auf einen Stuhl setzte. Während er dasaß, wurde er angeblich von einem Tänzer absichtlich in die Seite gestoßen, sodaß er schließlich dem vorbeitanzenden Paar ebenfalls in die Rippen stieß. Der Tänzer stellte ihn zur Rede und es kam zu einem Wortwechsel, wobei der G. auf die Erde geworfen wurde. Er zog dabei das Messer, das ihm die Umstehenden abnehmen wollten, wobei sie sich an der Schneide des Messers verletzten. Auf dem Heimweg stieß G. dann noch allerlei Drohungen aus. Er erhält 5 Mk. Geldstrafe. — Dem Maurermeister Hoffmann zu Lichenroth war von einem Gläubiger ein Quantum Holz gepfändet worden. Dem Gepfändeten wurde mehrmals Frist gewährt, zuletzt noch eine solche von 8 Tagen. H. machte in der ausgestellten Bescheinigung aus der „8" die Zahl „18" und als endlich der Versteigerungstermin doch abgehalten werden sollte, stellte es sich heraus, daß er das gepfändete Holz bereits veräußert hatte. H. erhält wegen Pfandverschleppung und Urkundenfälschung 16 Tage Gefängniß.
Hananer Uereins- u. Uergnügungsnachrichten
für Freitag den 22. Mai,
Kunstverein: In der Aula der Königl. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden re.
Kv. Männer- mIünglingSverein: UnterbaltunaSabenb (Ev. VereinSh.). Erster Hanauer Kellnerverein: Vereinsabend int „Falten". Hanauer Kellnerverein' Vereinsabend in der Restauration Ulsamer. Turn- u. Fechtklub: Von ’M—10 Uhr: Fechten uns Turnen.
Verein f. Homöopathie u. Raturheilkun^e • VereinSaben^ (Stadt Bremen.) Klub „Amicma": VereinSabend im Gasthaus „zum Elephanten".
Klub der „Harmlosen": Gemütl. Zusammenkunft im „Frankfurter Bau". Klub „Schlaraffia": Vereinsabeno in der Restauration .Allemania". Klub „Fraternitar": Klubabend in den „3 Schwanen" (Kirchstraße). Sänger-Quartett: VereinSabmd in der Brauerei Orschler. Bicylleklub „Hanovia": Klubabend in der „Restauration Carlsberg" Bichcle-Klub 1896: Klubabend im „Kaiser Friedrich". Gesellschaft „Scharfes Eck": Vereinsabend.
Athtetenklub „Germania* : Riegenstemmen und Ringen der 1., 2. und 3. Klaffe (Restauration Wagenbach. Paradeplatz).