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Arbeiter und Kontorpersonal) in »außerordentlich rcickeui Maße beschenkt, wie auch sonst in der üblichen Weile geehrt. Abends vereinigte sich das ganze Geschäft zu einer solennen Feier im Saale der „Stadt Bremen", welche den schönsten Verlauf nahm.
* Unterhaltungs-Abend. Der am Donnerstag im Saale der Centralhalle statifindende Unterhaltungs-Abend von Walther Krug bietet ein vollkommen neues vorzügliches Programm. Im ersten Teil (Sekmannserzâblunaen) wird Herr Krug als alter Fisher unter anderen Ibsens gewaltig ergreifende Dichtung: „Terje Wigen" und die russische Sage: „Der Ertrunkene" von Puschkin zu Gehör bringen. Im zweiten Teil „Ton und Dunst" huldigt er in der komischen Figur des Ueberdichters der modernen Richtung und im letzten Teil werden nur drastisch komische Dialektsachen und humorvolle Improvisationen zum Dortrag kommen. — Der Vorverkauf findet in den Zigarrengeschâftcn von Gottfried Drög Nackf. und Kollmann statt.
* Sommerfahrplan. Mit Einführung des Sommer. fahrplanS 1903, treten, abgesehen von den regelmäßig im Sommer statifindenden Zugvcrmehrnngen und Zugverschiehnngen, nachstehende wichtige Aenderungen in Kraft: 1) neue Züge: Personenzug 233 Frankfurt H.— Hanau Ost wird bis Gelnhausen durchgefübrt (Ankunft 10,13 abends). — Die Schnellzüge 171 und 172 (Holland)—Cöln — München — Frankfurt ab 4,25, München an 11,17 abends — und München— Cöln—(Holland) — München ab 6,55, Frankfurt an 1,21 — werden auch in diesem Sommer eingelegt. Bis und ab Frankfurt werden die Wagen in den neu eingelegten Zügen D 68 und D 67 gefahren, — Der Personenzug 395 Frankfurt Ost— Hanau Ost, welcher bisher nur Sonn- und Feiertags verkehrte, wird täglich gefahren. — Die München-Hamburger O-Züge 87 und 88 werden in gewöhnliche Schnellzüge umanvandelt und erhalten 1. —3. Wagenklasse. — 2) Augänderungen bezw. Früherlegungen: Schnellzug 170 Aschaffenburg ab 8 24 abends (bisher 8,54), Frankfurt Hauptbhf. an 9,25 (bisher 9,52). — Schnellzug 396 Hanau Ost ob 9,05 abends (bisher 9,26), Frankfurt Ost an 9,28 (bisher 9,49). — Schnellzug 4 Berlin ab 8,25 (bisher 8,40), Bebra ab 4,20 (bisher 4,54), Frankfurt an 7,28 abends (bisher 8,02); der Leipziger und Hamburger Augteil wird als Schnellzug 14 im bisherigen Plane des Schn-llzutzs 4 befördert. — Schnellzug 3 wird im bisherigen Plane nach Berlin und Hamburg durchgefübrt; der Leipziger Teil wird als Schnellzug 13 besonders befördert und zwar Frankfurt ab 10,00, Bebra an 1,17, Leipzig an 5,36; Schnellzug 13 erhält in Frankfurt Anschluß von dem neuen Schnellzug 30 von Wiesbaden. — D 1 Frankfurt—Berlin ist 5 Minuten später aeleat und nimmt in Fulda den Anschluß von den Zügen 531/82 von Gießen, Hagen und Cöln auf.
* Süddeutsche Edel- und Unedelmetall-Berufsgenossenschast. Aus dem Geschäftsbericht der Süddeutschen Edel- und Unedelmetall - Berussgenossensâaft pro 1902 ist nachstehendes hervorzuheben : 1. Die Z'hl d-r der Genossenschaft angehörigen Betriebe stieg von 2081 im Jahre 1901 auf 2118 im Jahre 1902, al'o Zunahme: 37. 2. Versicherte t&befyr waren beschäftigt 1902:58 208; 1901: 57 154; also Zunadme: 1054. 3. Die verausgabten Lohne betruae» 1902: 49 745 736 M.; wenn im Jahre 1901: 51 257 961 Mark Löhne im Geschäftsbericht nachgewiesen wurden, so ist hier zu berücksichtigen, daß infolge der Bestimmungen des neuen Statuts für das Jahr 1902 erstmals die wirklich gezahlten Löhne und Gehälter der Umlageberechnung zugrunde zu legen waren, während im Jahre 1901 die anrechnungs- fâhigen Löhne und Gehälter in Betracht kamen. Hiermit in Zusammenhang zu bringen ist auch, daß 4. der Durchschnitts- lohn für 1 Arbeiter von 896.84 M. im Jahre 1901 auf 854.62 im Jahre 1902 zurückging. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sowohl auf die Lohndifferenz zu Ungunsten des Jahres 1902 von 1 512 225 M. als auch auf den pro 1902 um 42.22 geringeren Durchschnittslohn für 1 Arbeiter die ungünstige Lage der Industrie ihren nachteiligen Einfluß nicht verfehlt hat; ein zuverlässiger Vergleich läßt sich indes im vorliegenden Falle nicht ziehen, weil es sich, wie oben erwähnt, nicht um homogene Zahlen handelt. 5. An Unfall- Entschädigungen wurden gezahlt 1902 : 247 059.09 M. gegen 1901 221 250.67 M., alio mehr 25 808.42 M. 6. Rentenempfänger waren es: 1902: 1739; 1901: 1617. 7. Entschädigungen wurden 1902 erstmals festgesetzt in 252 Fällen, 1901: in 227 Fällen. 8. Das Schiedsgericht wurde angerufen 1902 in 92 Fällen, gegen 73 Fälle im Jahre 1901; 61 der 92 Fälle wurden zu Gunsten der Genossenschaft entschieden. 9. Die Berwaltungskosten der Genossenschaft sowie der 4 Sektionen einschließlich der Entschâdigungsfestsetzungs- sowie der Betriebsrevisions' Kosten betrugen 1902: 35 000.01 Mark ; 1901 32 121.58 Mark. 10. Der Reservefonds wird sich nach Zuweisung pro 1902 noch zu erhebenden Zuschlages auf 491 315.28 M. stellen. Der Zuschlag zum Reservefonds pro 1902 betrug 44 665.03. Die Unzufriedenheit über die, durch das Gewerbe - Unfalloersicherungsgesctz vom 30. Juni vorgeschriebene, die gesamte Industrie schwer schädigende erneute Dotierung des Reservefonds ist in den Kreisen der Genossenschaften eine allgemeine und man hegt die bestimmte Erwartung, daß die seitens des Verbandes der deutschen Berussgenoffeu- schaften und einer großen Anzahl anderer Vereinigungen, wie Handelskammern rc., eingeleiteten durchaus sachgemäßen und energischen Bestrebungen auf Aufhebung des verhängnisvollen Reservefonds-Paragraphen recht bald von Erfolg begleitet sein mögen. Der Sitz der Süddeutschen Eoel- und Unedelmetall- Berufsgenoffenschaft ist Stuttgart; Vorsitzender des Genossenschafts-Vorstandes ist Herr Christoph von Forster, Hammer bei Nürnberg.
* Das Fahrrad in der Kinzig. In den letzten Tagen des Februar wurde dem Händler St., wohnhaft in der Rosenstraße, ein etwa 150 Mk. zu bewertendes Fahrrad aus seinem offenen Hausflur gestohlen. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib des Rades bezw. dem Verüber des Diebstahls blieben resultatlos. Gestern nun bemerkten Knaben, die am Ufer der Kinzig unterhalb der Wilhelmsbrücke sich auihielten, einen seltsamen Gegenstand in der Kinzig, der an das User
Dienstag
getrieben war. Als der Fund herausgezogcn wurde, entpuppte sich aus demselben das dem vorstehend genannten St. vor 8 Wochen gestohlene Fabirud.
* Ein Wasscrrohrbritch war gestern nachmittag in der Nürnbergerstraße vorgekomme»,
* Vor dem Automobil scheu geworden. Auf der Kinzigbrücke ereignete sich gestern nachmittag durch das Scheuwerden eines Pferdes ein Unfall, der glücklicherweise noch gut abgelaufen ist. Von der Dorstadt her kam ein Automobil, während aus der Richtung Frankfurterstraße ein Einspänner, dein Landwirt Chr. Vetter auS Niederdorfelden gehörend, gefahren kam. Als das Fuhrwerk Mitte der Kinzigbrücke angelangt war, kam dem Pfrd das Automobil zu Gesicht. Obwohl der Führer des Automobils sowrt angelt, war das wild g wordene Pferd nickt mehr zu halten; es lenkte um, zerbrach die Scheere des Wa ens und raste fort. Ein Teil des Wagens flog hinter das Wasserhäuschen, ein anderer Teil nach einer anderen Richtung hin. Der Landwirt Vetter selbst schwebte in größter Gefahr. Das Pferd wurde erst an der Rosenau wieder ausgefangen. Es hatte sich an den Hufen nicht unerheblich verletzt und mußte hier eingestellt weiden.
* Ein stetster Schwindler, der Arbeiter Will aus Drais, wurde in Offenback a. M. festgenommen. Er hatte in verschiedenen hessischen Städten, wie in Mainz, Darmstadt usw., sich zu Angehörigen von Strafgefangenen begeben und angebliche Gerichtskosten erhoben. Es gelang ihm dabei, eine Anzahl Leute hinters Licht z i führen und größere Betrüge zu erschwindeln.
* Girr junger Fahrradmarder. Vor einigen Tagen wurden im Frankfurter Hauptbahnhof drei junge Burschen aufgegriffen die in einem Ellenbahnwaggon 1. Klasse genächtigt hatten. Zwei der Burschen waren aus Hanau. Einer derselben war der Zwangszögling Scherzer, der aus der Erziehungsanstalt Wixhausen (Heffen) geflohen war und nun auch angab, in Frankstirt ein Fahrrad gestohlen zu haben, mit dem er nach Hanau gefahren lei. Da er sich hier nicht sicher gefühlt, habe er das Rad in der Nußallee stehen [affen. Bekanntlich meldeten wir vor einigen Tagen, daß an einem Baum der Nußallee ein Fahrrad herrenlos aufgefunden und an Polizei- stelle gebracht worden sei.
* Häusliche Szenen. In einem Hause der Nordstraße kam eS gestern abend gegen 91/» Uhr zu einem sehr kräftigen häuslichen Auftritt. Ein dortiger Einwohner hatte sich schon seit Sonntag Handgreiflichkeiten erlaubt, gestern abend rief nun die Frau desselben einen Verwandten zur Hilfe herbei, der den zärtlichen Ehemann derart mißhandelte, daß eine Verbindung der Kopfwunden im Landkrankenhau'e erforderlich wurde. Tie verwandtschaftliche Hilfe wird jedenfalls nun noch ein Nachspiel in Gestalt eines Strafzettels erhalten.
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(:) Langendiebach, 20. April. (Mitgliedsjubi- lâu m.) Die hiesige Turngcmeinde feierte am vorigen Samstag abend das 25jährige Mitgliedsjubiläum ihres Turnwartes, Herrn Jean Nagelschmidt. Nagelschmidt gehörte 18 Jahre dem Vorstand dieses Vereins an und war seit 1892 ununterbrochen Turnwort. Er entfaltete als solcher eine sehr emsige Tätigkeit und arbeitete stetig für die Entwickelung und Ausbreitung der Turnerei. Von seinem Verein wurde er zum Ehrenmitglied ernannt und ihm ein von Herrn Häfner auè- zrsüßrtrs Ehrendiplom, sowie ein von dem Lithographen J. Raich gezeichnetes lebensgroßes Porträt iu dankbarer Anerkennung seiner Verdienste überreicht.
Ans dem Gerichtslan!.
Sitzung der Strafkammer I vom 20. April.
Wilddieb.
Der Goldarbeiter Karl Z. von hier scheint sich ganz auf das traurige Gewerbe eines Wilderers verlegen zu wollen. Am 5. Mai v. I. wurde er erst aus dem Gefängnis entlassen, wo er eine neunmonatliche Strafe wegen gewerbsmäßigen Wilderns verbüßt hatte, und am 3. Juni ertappte ihn schon wieder der Großaubeimer Gemelndesörster beim Wildern im Walde. Im Früöjabr v. J. wurden in den in der Nähe der Birken- bainer Straße gelegenen, zu Großauheim, Großkrotzenburg, Niederrodenbach re. gelegenen SLuybezirken von den Forst- schutzbeamten mehrfach mitten im Walde, wo sonst Radfahrer sich nicht zu tummeln pflegen, Nadfahrerlpuren bemerkt, was diesen auffällig vorkam. Als der Gemeindesörster am 3. Juni morgens um 6 Uhr in feinen Schutzbezirk kam, traf er in einer Lichtung, wo sich Rehwild auszuhallcn pflegt, den ihm als Wilderer bekannten Karl Z., der von seinem Rad abgestiegen war und dort offenbar pürschte. Als der Förster den Z. aufforderte, mit auf die Straße zu gegen, weigerte er sich und es entspann sich zwischen den Beiden eine ziemlich erregte Szene, bis Z. endlich so weit gebracht war, daß er auf die Straße ging und sich nach Waffen visitieren ließ. Er hatte c ne Floberipistole bei sich, dir zuerst niemand für eine geeignete Jagdwsffe hielt, bis nach ihrer Erprobung sich herans- ftellte, daß sie eine »rrbältuismäßig bedeutende Durchschlags- lrast besitzt und zur Erlegung von Rehwild wohl geeignet ist. Im Weggehen rief Z. dem Förster noch eine drohende, beleidigende Aeußerung zu. Z. war mehrfach zu ungewöhnlichen Zeiten und in Gemeiuschaft mit einigen anderen bekannten Wilderer auf verdächtigen Radfahrertouren bemerkt worden, weshalb vermutet wird, daß er eine neue Art des Wilderns und zwor per Rad, erfunden hat, Z, war ins Ausland geflohen und wurde steckbrieflich verfolgt, ist aber zu rückgekehrt und hat sich der Staatsanwaltschaft gestellt. Die Anklage gegen ihn lautete auf gewerbsmäßiges Wildern, Beleidigung und Widerstand. Das Gericht erkannte auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 3 Monaten und 2 Tagen Haft. Die Gewerbsmäßigkeit des Wilderns wurde nicht als erwiesen angesehen.
8 175.
In nichtöffentlicher Sitzung wurde gegen den wegen desselben Vergehens mehrfach vorbestraften Taglöhner Philipp K. von hier verhandelt, der sich gegen ganz kleine Knab-n vergangen hat. Das Urteil lautete auf Grund der 8§ 174, 175 und 176,3 auf eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren,
_ 21. April.
Hmm«i^M>|Brt^1W(Wfl^,llta,^^ir;aiKttto)ito!(:M>t^ü^tfMMaaMaiMhw^,...i.wtlMw^<^^.^^
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 2t. April,
9 Uhr 45 Min.
Ein Maximum über 760 mm lagert über Italien, ein Minimum unter 746 mm vor den« Kanal und unter 743 mm über der südöstlichen Ostsee. In Deutschland herrschen meist schwache, vorwiegend südliche bis westliche Winde, das Wetter ist trübe und weist etwas wärmer.
Prognose für den 22. April: Trübes, wärmeres Wetter mit Niederschlägen wahrscheinlich.
Hanauer Vereins- n. Vergmigrmgsrmchrichten
für Dien Stag d en 21, April
Verein her Gastwirte und SThftanraieure von Stadt- und Landkreis Hinan: RachiinttaoS 5 Uhr- Monatèversammlung bei Kollege Estever ,pim Carlsberg".
Evan?. Männer- und zünglingsverein: Jüngliugsverein: Sibel« b s.rechung; Jungsrauenverein Fl'ckabend (Ev. VereinShaust.
Kalk. Kastno .Kintraât' <Verein8l.: „t. Branstüb'l*^: Bereinsabens. Turn- in SedMtlub: Fechten.
Turngestllschafl: Abends von 8—10 Uhr: Turnstnudc.
Kesanoverein „Sumfei”: Singstunde in der .Stad> Bremen". Gesangverein „Germania": Singstinde im „Löwmaärtchen".
Melanoverkin „Melo-'avia": Singstunde in der „Karthaune" Kcgcl-Klub der Spessart-Toiwisten' Gasthaus sur nuten Qmlle". Verein für Gestugel- und Sinovögelzucht: Monatsversammmng im Vereinèlokal . zu den 3 Rnidcru".
Verein ver Bayern: VeccmSaben) m Gasthaus „zur Sonne". Hitberverein Hanau: Brobe in der Restauration „Allemania". Süddeutscher Klub: Klnüaneud tu der Restauration „Allemania". Deutschnationaler Handlmigsgelnlsen - Verband. Ortsgruppe Hanau: VereinSabend im „Karlsberg'.
Athletenklub „Germania" : Riegenstemmen und Musterriegenarbeiteu. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz),
S emm- und Ring-Klub „Eiche": Abends von 9—10 Uhr: Dauer- stemmen und S.eirstoßen: von 10—11 Uhr: Musterriegen- arbeiten (Restauration mit Wiener Svitze' ).
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 20./4. 21./4.
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich Regen (Wind)
Viel Regen Sturm
8us r^ab und fern.
stzulda, 20. April. Der Bischof hat heute vormittag 11 Uhr 30 Min. die Neiie nach Nom angetreten, begleitet von Herrn Domkapitular Regens Dr. Schmitt.
Eschwege, 17. April. Mit Rücksicht auf den in diesem Jahre zu erwartenden starken Maikäferflug hat der Kreis- ausichuß wiederum beschlossen, zum Sammeln der Maikäfer aufzuiordern und den Sammlern für jedes Kilogramm gesammelter Käfer, so lange der dem Kreisaussckusse zur Verfügung gestellte Fonds hierzu ausreicht, 10 Pfg. zu zahlen. Es sollen jedoch nur die Sammler solcher Gemeinden erhalten, deren Behörden bereit sind, die Hälfte dieser Prämien auf die Gemeindekasse zu übernehmen.
-r. Marburg, 20. April. Als heute nachmittag zwei Schutzleute einen jungen Mann sestnehmen wollten, flüchtete derselbe in ein Haus und kroch in den Kamin. Es wurde schließlich vom Dache des Nebenhauses aus eine Wand eingebrochen und nunmehr gelang es, den Flüchtigen, schwarz wie ein Moor, herauszuziehen. Als er sich nun an dem Treppengeländer fesihielt, gab dieses nach und die beiden Polizeibeamten stürzten mit ihrem Gefangenen in die Tiefe, o' ne sich zu verletzen. Jetzt wurde der letztere natürlich gefesselt und mit Gewalt ins Gefängnis gebracht.
St. Frankfurt, 20. April. Unter persönlicher Leitung des Komponisten ging gestern Felix Weingartner's Triologie „Orestes" in unserm Opernhause erstmals in Szene. Denselben tiefen Eindruck, welchen das Werk in Leipzig und München hervorrief, machte es auch bei uns, und es war eine verdienstvolle Tat unserer Opernleitung uns mit dieser Triologie bekannt gemacht zu haben. Besetzung der Haupirollen und Ausstattung gingen Hand in Hand und erzielten eine großartige Wirkung,, welche sich in lebhaftesten Beifallsbezeugungen des nahezu ausoerkauften Haufes kund gab. Sehr brav hielten sich Orchester und Chor in ihren recht schwierigen Aufaaben.
Mainz, 20. April. Die Dienstmagd Winzer hat eingestanden, ihr Kind auf der Fabrt von Marburg nach Mainz aus dem Eilenbahnzug in den Rhein geworfen zu baben.
Offenbach, 18. April. Dem „Hess. Schulbl." wird von hier beriduet: Zwischen der Stadtverwaltung und dem Fürsten zu Jsenburg-Birstein ist es neuerdings wieder zu Mißh-lligkeiten wegen Besetzung der Schuistellen gekommen. Der Fürst beansprucht wiederum das Präsentationsrecht für alle Offenbacher Stellen. Die Stadt bestreitet dieies Recht in dem jetzigen Umfana, erstrebt eine Befreiung und hat die Angelegenheit einem Rechtsanwalt übergeben. Zugleich hat sie beschlossen, allen den Lehrern, die ohne Einverständnis der Stad verordneten angestellt werden sollten, nicht die neuen Gehaltssätze, sondern die durch das Gesetz von 1901 festgelegten zu gewähren.
A Seligenstadt, 20. April. In einer von unserer Bürgermeister ei tm „Riesen" einberufenen Versammlung der hiesigen Viehbesitzer wurde die Frage erörtert, ob die erst im Vorjahre zur Einführung gelangte Zuchtrichtung (Oüenwâlder