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Erstes Blatt.

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Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzeiger

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, cv. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Mt- md Landkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanan 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck c r in Haniul,

Nr. 191

Fe.n -reâ aus luß Nr. 605»

Dienstag den 18. August

Fernsprechanschlnß Nr. 605.

1903

Amtliches.

Stadtkreis Danau, Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Im Verlag des Königlichen statistischen Bureaus zu Berlin ist ein Heft des Viehstands- und Obstbaumlexikons vom Jahre 1900 für die Provinz Hessen-Nassau erschienen.

Indem wir auf dies gemeinnützige Werk aufmerksam machen, bemerken wir, daß dasselbe durch jede Buchhandlung bezogen werden kann.

Hanau den 13. August 1903.

Der Magistrat.

B od e. 14390

Handelsregister.

A 221 Firma C. Hertel & Sohlt, Hanau, Offene Handelsgesellschaft. Der Kaufmann Friedrich Wilhelm Flohr in Hanau ist in das Geschäft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten.

Die Gesellschaft hat am 12. August 1903 be­gonnen.

Die dem Kaufmann Friedrich Wilhelm Flohr in Hanau erteilt gewesene Prokura ist dadurch erloschen. Hanau den 12. August 1903.

Königliches Amtsgericht Abt. 5. 14395

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 großer Hundemaülkorb, 1 Monatâfahr- karte Hanau-OstOffenbach mit dem Namen Johanna Sommer, 1 Schlüsselbund (14 Stück).

Verloren: 1 Zigarrenkiste mit Schüler-Zeichnen-Uten- stlien, 1 weißer Kinderstrohhut.

Entlaufen: 1 brauner Spitz.

Hanau den 18. Apgust 1903.

Hus Stadt und Cand.

Hana«, 18. August.

* Wechsel im Oberprâsidium. Wie zuverlässig mitgeteilt wird, ist der gegenwärtige Oberpräsident der Pro­vinz Hessen-Nassau Graf von Zedlitz-Trützschler zum Oberpräsidenten von Schlesien ausersehen. Graf Zed- litz^ hatte Sonntag vormittag eine längere Besprechung mildem Reichskanzler und wurde dann zugleich mit dem Grafen Bülow zur Kaiserlichen Frühsiückstafel geladen. Diese Wahl wird all- W»»*........ . ' ..... ...........Mimt....... Hl ^^MmMiH^^

Feuilleton.

Geschichts-Kalender.

18. August.

1783. A. F. Bauer, Mitersinder der Schnellpresse, zu Stuttgart geboren.

1807. Napoleon I. bildet ans Hannover, Braunschweig, Westfalen, einem Teil der Rheinprovinz und Hessen- Cassel das neue Königreich Westfalen.

18o1. Otto von Bismarck-Schönhausen wird wirklicher Bun« destagsgesandier zu Frankfurt a. M.

18o2. Versteigerung der deutschen Flotte auf Befehl des. deutschen Bundestages.

1866. Bildung des Norddeutschen Bundes unter Preußens

3. Jing vor Metz; Entscheidungsschlacht von Grave- lotte (St. Privat).

Auf Bergeshöhen.

t der Hauptgründe, warum die Menschen so gern zu An^ der Berge emporsteigen, selbst im Schweiße ihres (Snm und unter körperlichen Strapazen und mancherlei ^ sicherlich der, gleich den Königen der Lüfte Unbehindert durch den beschränkten Horizont der ebenen Ausschau und Umschau halten zu können. Heutzutage, n mehr denn je das Bedürfnis fühlt, sich aus der ; ;'en Schicht der Alltäglichkeit emporzuheben zu lichten, r rn ""d gesunden Sphären, hat man selbst auf günstig ge- Bergeshöhen doch noch Aussichtstürme in großer Zahl bTh die Touristen, erhaben über alles irdische Ge- l oe, ihre Augen ungehindert schweifen lassen können über Ie e Quadratmeilen in der Runde und auf diese Weise

gemein als eine überaus glückliche bezeichnet werden. Graf Zedlitz ist ein Mann von konservativer Grundrichtung und erfreut sich wegen seiner allem Bureaukratismus abge­neigten Natur in allen Bevölkerungskreisen, mit denen er während seiner wechselvollen amtlichen Laufbahn in Berührung kam, großer Beliebtheit. Namentlich mit den vielgestaltigen Interessen unserer Provinz hat er sich schnell vertraut ge­macht, durch sein offenes, entgegenkommendes Wesen sich die all­seitige Verehrung und Hochachtung zu erwerben gewußt. Ein geborener Schlesier, kehrt er, nachdem er früher in Posen und sitzt in Cassel sich um die Verwaltung der ihm anvertrauten Provinz sehr verdient gemacht hat, nunmehr in seine engere Heimat zurück, wo sehr bedeut­same Aufgaben ihn erwarten. Robert Graf von Zed­litz und Trützschler gehört dem Geschlecht der Herren Trützschler von Falkenstein an. Der Grafentitel kam an dieses Haus durch Uebertragung des dem Freiherr» Nikolaus von^Zedlitz- Wilkau auf Frauenhayn und Rungendorf im Jahre 1764 ver­liehenen preußischen Grafcnstandes auf dessen Neffen und Erben Gottlieb Trützschler von Falkenstein. Deshalb nannten sich dessen Nachkommen bis vor wenigen Jahren Grafen Zed­litz-Trützschler von Falkenstein, Freiherren von Wilkau. Seit­dem ist diese Benennung auch bei voller Titulatur mit der kürzeren Grafen von Zedlitz und Trützschler^ vertauscht wor­den. Graf Robert ist am 8. Dezember 1837 geboren, wurde Leutnant im 6. Kürassier-Regiment und später Negiments- adjutant bei den Gardes du Corps. Schon 1862 schied er aus dem Heeresdienste aus, um die Bewirtschaftung seines Gutes Nieder-Großenbohrau im schlesischen Kreis Freistadt zu leiten. An dem 66er Kriege gegen Oesterreich nahm er frei- willia alsAdiutant berL.Ar- mee und am Feldzug gegen Frankreich 1870/71 als Adjutant des Kommandos der immobilen Gardetruppen teil. Seit 1873 war er in vielen Ehrenämtern der Provinz Schlesien, von 1879 bis 1881 als Vor>'tzender des Provinzialausschusses tätig. 1881 wurde er Regierungspräsident von Oppeln, drei Jahre später Mitglied des Staatsrats und 1886 Oberpräsident der Provinz Posen und Vorsitzender der Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen. Im März 1891 wurde Graf Robert Kultusminister, welches Amt er im März 1892 nieder- lezte, als der bekannte Schulgesetzentwurf von der Regierung zurückgezogen wurde. Nach mehrjährigem Verharren im Ruhe­stand trat er 1898 als Oberpräsident von Hessen-Nassau wieder in den aktiven Staatsdienst zurück. Graf Zedlitz ist seit 1862 mit Agnes Emilie von Rohr-Levetzow, geboren zu Berlin am 25. März 1840, vermählt. Der Ehe sind vier Töchter und zwei Söhne entsprossen. Der älteste Sohn Graf Robert, der als Hauptmann â la suite des 1. Garde-Regiments z. F. steht und persönlicher Adjutant des Prinzen Albrecht von

natürlich klares Wetter vorausgesetzt ein Panorama ge­nießen, das ihnen als die schönste Erinnerung an die Reise vor Augen bleibt.

Wie herrlich ist eS doch, nachdem man endlich nach stunden­langem Emporklimmen das Ziel die mäßig hohe Berges­spitze oder die schon über der Schneegrenze gelegenen Gipfel erreicht hat, Herz und Sinn laben zu können an einer weiten Aussicht! Mit erhebendem Gefühl, nur wenige gleich­gestimmte Naturfreunde zur Seite, läßt man den Blick schweifen über alle die Pracht des Erdenrundes, die einem zu Füßen ausgebreitet liegt. Hier eine Reihe zackiger Dergzüge hinter­einander gereiht, dort eine einzeln sich hinziehcnde Höhenketle; hier das breite, silberne Band eines Flusses, dort wogende Felder und grünende Auen, dort wieder weithin sich erstreckende Waldungen, hier und da Gehöfte, Dörfer, ja ganze Städte mit zahlreichen Kirchtürmen, ganz nahe die lebenden Wesen wie Staubkörnchen, Eisenbahnzüge wie Spielzeuge re. :c. Man mag noch so sehr für Natur schwärmen, für die Blümlein auf der Wiese, für das grünende Gesträuch, für Feld und Wald in der Ebene; wer nicht auf Bergeshöhen von einem isolierten Standpunkt aus eine weite Aussicht genossen, der hat das er­hebendste aller Naturgefühle noch nicht dnrchgekostct. Und sonderbar, je höher man einer schönen Aussicht halber gestiegen ist, um so enger fühlt man sich bei der Rundsicht mit unserer Mutter Erde verbunden.

Im folgenden geben wir die Weite der Rundsicht an, die man auf einigen der bekanntesten und besuchtesten Berggipfel unseres Vaterlandes genießt. So auf dem Kyffhäuser bis 81 km, dem Melibokus im Odenwald 87 km, dem Großen Winterberg 90 km, dem Königsstuhl bei Heidelberg 91 km, der Wegelburg in der Bayerischen Pfalz 92 km, dem Zobten in Schlesien 101 km, der Hohen Acht in der Eifel 105 km, dem Großen Feldberg im Taunus 113 km, dem Jnselsberg 118 km, dem Anersberg im Erzgebirge 122 km, dem Schnee­berg im Fichtelgebirge 124 km. dem Brocken 129 km, dem Fichtelberg im Erzgebirge 132 km, dem Schwarzwälder

Preußen ist, hat sich am 21. Februar mit einer Berlinerin Fräulein Olga Bürgers vermählt.

* Verstorben. Ein sehr verdienter höherer althessischer Beamter, der Königliche Regierungspräsident a. D. Philipp K o ch, ist in Cassel im hohen Alter von 89 Jahren gestorben. Er hatte sich bereits in hessischen Zeiten durch seine hervor­ragende Tüchtigkeit ausgezeichnet und war zuletzt als Prä­sident der Regierung in Schleswig sehr erfolgreich tätig gewesen.

* Truppenschau in Mainz. Nach einer Zeitungs- meldung soll der Kaiser beabsichtigen, am 24. August zu einer Truppenschau nach Mainz zu kommen.

* Eine außerordentliche Revision der Renten­empfänger der hessen-nassauischen landwirtschaftlichen Berufs­genoffenschaft findet für den Kreis Hanau in den Tagen vom 17. bis 19. September statt.

* Posipersonalien. Versetzt sind: die Post- assistenten K ü h n von Großauheim nach Philippsruhe-Kessel- stadt, Riemenschneider von Hanau nach Sontra und W a l p e r von Hanau nach Cassel.

* Belohnung landwirtschaftlicher Dienstboten. Zur Belohnung für langjährige treugeleistete Dienste setzte der Kreis-Ausschuß in seiner letzten Sitzung eine Belohnung von je 20 Mark für folgende landwirtschaftliche Dienstboten aus: 1) Dienstknecht Beruh. Bergmann, seit 36 Jahren in der Familie Karl Grammig zu Groß-Krotzenburg, 2) Dienstknecht Ernst KaIkhof, seit 30 Fahren bei Landwirt Joh. Gög zu Marköbel; 3) Dienstmagd Elisabeth Stark, seit 15 Jahren bei Landwirt Joh. Fr. Kalbhenn zu Gronau.

* Freischütz-Ausführung. Unserem, Versprechen, heute in Ergänzung des Montags-Referates weiter über die Freischütz-Aufführungen, insbesondere über die gestrige Vor­stellung, zu berichten, können wir leider nicht nachkommen, da gestern erfreulicherweise das Theater ausverkauft, gleichzeitig aber auch unerfreulicherweise an die Presse nicht gedacht wor­den war.

* Sommertheater. Morgen abend wird das historische LustspielDie Anna-Lise" gegeben. In dem Stücke tritt Frl. Gertrud Mensing vom Stadtlheatcr in Lübeck zum ersten Male hier au st

* Abonuementskouzert imDeutschen Haus". Die Ulanenkapelle gibt heute abend imDeutschen Haus" das 3. Abonnementskonzert. Falls die Witterung den Aufenthalt im Garten nicht gestattet, findet das Konzert im großen Saale statt. Somit ist die Abhaltung des Konzertes unter allen Um­ständen gesichert. Herr Musikvirigent A. Urbach wird für ein genußreiches Programm Sorge tragen.

* Herrenabend. Den Reigen der diesjährigen Winter- festlichkeiten eröffnet von den hiesigen größeren Vereinen, wie

Belchen 144 km, dem Elsässer Belchen 144 km, dem Feld­berg bei Freiberg i. Br. 148 km und der Schneekoppe bis 155 km.

Will man die Größe des zu überschauenden Ländergebiets berechnen, so muß man die gegebenen Zahlen mit sich selbst und dann noch mit 3,14 multiplizieren. Danach würde man von dem erstgenannten Berg, dem Kyffhäuser (455 Meter), ein Gebiet ( 20 000 LJkm) überschauen, das um etwas größer ist als das Königreich Sachsen, und von dem letzt­genannten Berg, der Schneekoppe (1605 Meter), ein Gebiet ( 75 000 ijkm), das ungefähr dem Königreich Bayern gleichkommt.

Alb«mb!ätter.

Mich dünkl's, im Buch des Himmels wären

Die schönsten Stellen, heiligsten Legenden, Des Friedens und der Liebe Gotteslehren Mit schwarzem Strich durchkreuzt von Menschenhänden.

Anastasius Grün.

Der Unfug, der heute in der Kunst mit der Wahrheit ge­trieben wird, ist sehr oft geeignet, uns die Wahrheit zu ver­ekeln.

*

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Für die Völker wie für die einzelnen gibt es Umstanse, wo die Stimme der Ehre diejenige der Klugheit übertonen muß. Cavour.

Wir finden gewöhnlich die Schmeicheleien, die andern ge­sagt werden, fad und langweilig; b'ef\'^nte ^ werben dem Augenblicke, in dem sie uns selbst aufgetstcht werden.

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Es gibt Schmerzen, wo der Mensch Sich selbst nur helfen kann; ein starkes Herz

Wiss sich auf seine Starke nur verlassen. Schiller.