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Seite 2. ________________________________ sämtlich in Frankfurt a. M., gewählt wurden. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten an Herrn Dr. Becker, Frankfurt, Neue Mainzerstraße 52.

* Zweite Altsstellung von Lehrlingsarbeiten. Im kleinen Saale derCentralhalle" ist seit gestern eine Aus­stellung von Lehrlingsarbeiten untergebracht, die das Interesse weiterer Kreise verdient. Die Ausstellung, welche der hiesige Handwerker- und Gewerbeverein veranlaßt hat, umfaßt vor­zugsweise Lehrlingsarbeiten, über 80 Nummern, daneben auch einige Gesellen- und Meisterarbciteii. In der gestrigen Mittags­stunde wurde die Ausstellung feierlichst eröffnet. Der am persönlichen ^Erscheinen verhinderte Herr Regierungspräsident hatte mit seiner Vertretung Herrn Regierungsrat Listemann, Referenten für gewerbliche Angelegenheiten, beauftragt. Außer­dem waren anwesend Herr Landrat v. Beckerath, Herr Erster Beigeordneter Bode, sowie der Vorsitzende der Handwerks­kammer Herr Römer- Cassel. Herr C. Müller, Vorsitzender des Handwerker- und Gewerbevereins, wies nach der Begrüßung der Ehrengäste auf den Zweck der Ausstellung hin, ansführend: Meine Herren! Ich will bei der Eröffnung zunächst auf den Zweck dieser Ausstellungen hinweisen. Zeigen uns doch die Erlasse des Ministers von 1880 und 1887, wie es d r Königlichen Regierung darum zu tun ist, derartige Veran­staltungen zu fördern »nd Handwerker-Vereinen- und Innungen, welche im Stande sind, diffe zu leiten, einen Slaatszuschuß zu gewähren. Zu diesem Zweck soll gerade bei den Lehrlingen angefangen werden, den Menschen in der Jugend anzuspornen, etwas Tüchtiges zu leisten und diese L istung dem Publikrrm auch vorzusühren. Es zeigen uns bei dieser Ausstellung die ganz vorzüglichen Leistungen, die einzelnen Arbeiten, welche teils aus ganz kleinen Werkstellen hervorgegangen sind, daß das Handwerk durch Maschinen nicht zu verdrängen ist und die wahre Kunst des Handwerks allein durch tüchtige und verständnisvolle Hairdarbeit erhalten bleibt. Die Gesetzgebung vom 26. Juli 1897 hat nun zu diesen Mitteln, welche geeignet waren, das Handwerk in seiner Form zu erhalten, ein neues Fundament gegründet und dieses Funda­ment sind die Handwerkskammern und ihre Einrichtungen, sind doch allein in unserem Kammerbezirk zirka 400 Prüfungs- Ausschüsse für Gesellen-Prüfungen notwendig geworden, welche zum Teil schon recht häufig in Anspruch genommen 'worden sind. Dazu kommen die Meister-Prüfungen, welche bei den Handwerkern das Standesbewußisein wach rufen. Um nun zu diesen Prüfungen die nötigen Kenntnisse zu besitzen, sind bereits an allen Orten gewerbliche Fortbildungsschulen errichtet und in den bereits bestehenden wesentliche Aenderungen ge­troffen worden. Welche Anforderungen werden nun an alle Hand­werker gestellt, um enge Fühlung mit den neuen Einrichtungen zu bekommen? Diese Anforderungen bestehen aus dem Zu- sammcnschluffe der Handwerkerstände, sich zu organisieren und mitzuhelfen an der Erhaltung des Handwerkerstandes und hierzu kommt noch das Zusammenwirken und gute Einver­nehmen zwischen dem Handwerkerstande und den staatlichen, städtischen und kommunalen Behörden. Ich bitte die Vertreter der Königlichen Regierung, sowie die Vertreter der Stadt Hanau, uns auch ferner mit ihrem Wohlwollen zu be­gegnen und schließe mit dem Wunsche: Möge das ehrbare Handwerk blühen und gedeihen zum Wohle des gesamten Mittelstandes und zum Segen des deutschen Vaterlandes!" Herr Regierungsrat Listemann -Cassel nahm hierauf noch das Wort. Er betonte, daß der am Erscheinen verhinderte Herr Regierungspräsident ihn mit seiner Vertretung beauftragt habe. Aus diesem Umstande möge geschlossen werden, daß der Herr Regierungspräsident dauernd gern geneigt sei, die be­rechtigten Interessen des Handwerks zu vertreten, den Forde­rungen desselben entgegen zu kommen. Die Ausstellung zeige, daß der Handwerkerstand der Hanauer Kreise mit Erfolg be­strebt sei, auf der Höhe zu bleiben, und insbesondere auch der jüngere Nachwuchs es sich angelegen sein lasse, der älteren Generation nachzueifern. Dem Wunsche des Herrn Vorredners auf weiteres Blühen und Gedeihen des Handwerks in seiner Gesamtheit schließe er sich ebenfalls an. Hierauf wurde die Ausstellung noch einmal eingehend in Augenschein genommen. An Preisen wurden für Lehrlingsarbeiten zuerkannt:

StaatSpreis: Friedrich Keßler, in Lehre bei Herrn Schreinermeister Konrad Schreiber-Hanau, ausgestellt 1 Pseiler- schrank.

Ehrenpreis der Stadt Hanau: Heinrich Nau­mann, i, L. bei Herrn Schneidermeister Kaspar Müller-Hanau, 1 Anzug; Otto Grün, bei Herrn Schreinermeister Heinrich Kling-Hanau, 1 moderner Nähtisch und 1 Tisch in Nußbaum.

1. Preis: Karl Beyer und Karl Stephan, i. L. bei Königl. Pulverfabrik, 1 Windeeisen (verstellbar), bezw. Unfall­sicherer Mitnehmer für Drehbank; Gottfried Streb, i. L. bei Herrn Buchbindermeister Franz Völkel-Hanau, 1 Geschäftsbuch,

1 Halbfranzband ; Heinrich Finder, i. L. bei Herrn Wagner­meister Wilhelm Fischer-Hanau, 1 Vordergestell; Peter Herdt, i. L. bei Herrn Wagnermeister Ernst Jäger-Hanau, 1 Rad; Konrad Röder, i. L. bei Herrn Schreinermeister Ph. Craß- Fechenheim, 1 moderner Schrank; Heinrich Jankowsky, i. L. bei Herrn Schloffermeister Oswald Jankowsky-Hanau, 2 Stanzeisen; Wilhelm Abt, i. L. bei Herrn Hof-Sckmiedemeister Konrad Lotz-Hanau, Handwerkszeuge; Heinrich Thielmann, i. L. bei Herrn Schloffermeister Heinrich Thielmann-Fechenheim, 1 Schild.

2. PreiS: Karl Gruner, i. L. bei Herrn Sattlermeister Wilh. Koch-Niederdorfelden, 2 Unterkummele und 2 Treusen; Heinrich Müller, i. L. bei Herrn Sattlermeister Wilhelm Grill- Ostheim, 1 Paar Rückriemen; D. Liese, i. L. bei Herrn Tapezierer und Polsterer Wilhelm Gyse-Hanau, 1 Busch; G. Schönhals, L L. bei Herrn Tapezierer und Polsterer Heinrich Voß Sohn-Hanau, 1 Busch; Rich. Müller, i. L. bei Herrn Schreinermeister Joseph Nickel-Hanau, 1 Tisch; Otto Landroth, i. L. bei Herrn Schreinermeister Eduard Loos-Hanau, 1 Küchentisch; Gustav Siegel, i. L. bei Herrn Schmiedemeister Konrad Lotz-Hanau, verschiedene Werkzeuge; Nik. Hahn, i. L. bei Herm Hofschmiedemeister Konrad Lotz-Hanau, Hufeisen und Wagenteile; Wilhelm Seipel, i. L. bei Herrn Weißbinder­meister Georg Lâckhardt-Hanau, Nabitzwand; Heinrich Kremer, i.

Montag

L. bei Herrn Malermeister Franz Appel, 1 Eckstück; Heinr. Schüler, i. L. bei Herrn Weißbiudermeister Heinrich Fncker- Hanau, Rabitzwände in Zement und Gyps und 1 lackierter Schrank; Heinrich Jängsing, i. L. bei Herrn Weißbinder- meister Thomas Strauß-Hanau, 1 Küchenschrank in Holz- farbe ; Friedrich Herbert, i. L. bei Herrn Weißbindermeister Ph. Schütz-Hanau, 1 Eckstück; K. Neumeyer, i. L. bei der Lithographischen Kunstanstalt Lcchleder und Stroh-Hanau, 1 Gravurarbeit; H. Sckmierle, i. L. bii Herrn Schlosser- meister M. Römisch-Bergen, 1 Einsteckschloß ; K. Ditter, i. L. bei Herrn Schloffermeister Ernst Fischer-Hanau, Tür­füllungen; Jean Bär, L L. bei Herrn Zimmermeister K. Fucker-Langendiebach, 1 Dachwerk; Lorenz Merkhardt, i. L. bei Herrn Bäckermeister Nik. Friedrich, 1 Bretzel; Otto König, i. L. bei Herrn Vuchbindermeister Wilh. Lohmann, 1 Geschäftsbuch; Heinrich Grüner, i. L. bei Herrn Buch­bindermeister Th. Viereck, verschiedene Buchbinderarbeiten; Ang. Thut:wohl, i. L. bei Herrn Vuchbindermeister Franz Völkel, 1 Quartbuch; A. Simon, i. L, bei Herrn Bachbinder- meist.r Wilh. Eichenberg, verschiedene Buchbinderarbeiten; H. Betz und H. Gersting, i. L. bei Herrn Wägermeister Konrad Dietrich-Hanau, je 1 Rad; A. Klass wt, t. L. bei Herrn Wagnermeister Otto Klassert-Groß-Krovenburg, 1 Pflughinter- teil; Andr. Seyfried, i. L. bei Herrn Weißbindermeister Franz Grosch Ww., 1 Firmenschild; W. Miesbe, i. L. bei König!. Pulverfabrik, 1 Windeepen ; Frd. Maichler, Portefeuiller, Bergen, 1 Geldtasche mit Auszug; Jmn Stock und Jean Schreiber, i. L. bei Herrn Schloffermeister Scheffler-Hanau, Schlofferarbeiten.

3. Preis: Georg Boß, i. L. bei Herrn Spenglermeister Hrch. Boß-Hanau, 2 Kannen aus Weißblech; Georg Schilling und Heinrich Elsässer, i. L. bei Herrn Weißbindermeister Georg Lückjardt-Hanau, Wandmuster; Wilh. Schilling, i. L. bei Herrn Schreinermeister Karl Roth. 1 Kleiderschrank ; Hermann Michel, L L. bei Herrn Schloffermeister Bernhard Ocker-Hanau, 1 vaar Bänder; Friedrich Strauch, i. L. bei Herrn Schloffermeister Otto Mittelstädt-Hanau, 1 Kleiderhaken; Josef Grix. i. L. bei Herrn Mechaniker Oswrld Jankowsky- Hanau, 1 Riegel; August Röder, i. L. bei Herrn Schlosser­meister Otto Mittelstädt-Hanau. 1 Euter; Georg Amend, i. L. bei Herrn Schloffermeister Kachar Heck-Bruchköbel, I Paar Ladenbeschläge; Karl Sodb, i. L. bei Herrn Schloffermeister Bernhard Ocker-Hanau, Türfüllung; August Alt, i. L. bei Herrn Schloffermeister August Alt-Fechenheim, Türfüllung; Oskar Wolf, i. L. bei Herrn Schlossermeister Otto Mittel­städt-Hanau, I Schloß; Simon Möbis und Wilh. Neureuter, i. L. bei der König!. Pulverfabrik, 1 Paralellreiser mit Mikrometerschraube bezw. 1 Tasterzirkel; Wilh. Fischer i. L. bei Mechaniker Gebr. Raabe-Hanau, 2 Schleifmaschinen ; Wilhelm Wenner, i. L. bei der Königl. Pulverfabrik, 1 Kreuzwinkel; Heinrich Krüger, i. L. bei der Maschinenfabrik G. D. Bracker Söhuc-Hanau, 1 Paar konische Zahnräder; Chr. Bachmann, i. L. bei Herrn Wilhelm Schwè-Hanau, Preßkopszapfen; Michael Herbert, 1 L. bei der Königlichen Pulverfabrik, Spitz zirkel; Th. Happel, i. L. bei Herrn Karl Winkler-Hanau, französischer Ringschnitt; Ferdinand Pfeifer, i. L. bei Herrn Schloffermeister Scheffler-Hanau.

Meisterarbeiten haben ausgestellt Gebr. G ä ck-Groß-Auheim (12 Pserde-Kummkte aus einem Stück Leder mit einer Naht); Ernst Jäger-Hanan (2 Bauzeichnungen für Wagner); Ed. Loos- Hanau (eine Bettstelle mit PatentbeschlagFrauen­lob"); Ph. N eu ß w i g - Hanau (Schuhwaren); Franz Appel- Hanau (moderne Deckendekorationen, sowie einige Gemälde). Auch sind, wie schon erwähnt, einige Gefellen- arbeiten ausgestellt. Wir empfehlen den Besuch der Aus­stellung angelegentlichst.

* Kriegsgericht. Der Musketier W. von der 4. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 166 hat auf dem Ostbahnhof zu Frankfurt einen Schalterbeamten gröblich be­schimpft und beleidigt. Er erhält dafür 14 Tage Gefängnis. Außerdem soll das Urteil auf seine Kosten in zwei Frankfurier Blättern veröffentlicht werden.

* Die Ruhegehaltskaffe des Bezirksverbandes. Der Vorstand der Landwirtschaftskammer hat sich in seiner letzten Sitzung für den Beitritt zu der vom Bezirksverband in Aussicht genommenen Errichtung einer Ruhegehalts-, Witwen- und Waisenkasse erklärt. Der Herr Landeshauptmann Frhr. Riedesel erklärte in dieser Sitzung, die Beitritts-Anmeldungen zur Kasse seien bereits recht zahlreich, sodaß eine genügende Beteiligungsziffer schon längst erreicht sei. Die Bestätigung des Herrn Ministers sei nachgesucht und mit Sicherheit zu erwarten. Es stehe zu hoffen, daß die Kasse am 1. Oktober d. J. ins Leben treten könne.

* Brieftauben-Attfflttg. Brieftaubenvereine aus der Gegend von Solingen ließen gestern morgen auf der Rampe des Kornhauses mehrere Tausend Briestauben ausfliegen.

* Das Programm des Frankfurter Sänger­wettstreites für die auf dem Festplatz stattfindenden Fest­lichkeiten ist soweit gediehen, daß man einen Ueberblick über die ganzen Veranstaltungen hat. Am Samstag den 30. Mai abends wird der Festplatz dem Publikum geöffnet; ob und welche Feier damit verbunden ist, darüber verlautet noch nichts. Am Pfingstsrnntag und Pfingstmontag finden große Konzerte auf dem Festplatz statt, für Dienstag ist die letzte und Haupt­probe der beiden Frankfurter Sängerverbände bestimmt, am Mittwoch findet bekanntlich der Begrüßungsabend, Donners­tag und Freitag Wettstreit, Samstag engere Konkurrenz, Prcisverieilung und großer Kommers in der Festhalle statt. Für Sonntag den 7. Juni ist ein großes Volksfest, für Mon­tag wieder Konzerte und für Donnerstag den 11. Juni eine italienische Nacht vorgesehen.

* Der Verband der Gemeinvebeamleu des Regierungsbezirks Cassel hält am 23. und 24. Mai in Hersfeld seine 5. Hauptversammlung ab. Es ist folgende Festordnung aufgestellt: Samstag den 23. Mai, nachmittags: Empfang der auswärtigen Gäste, abends 6 Uhr: Vorstands­sitzung im GasthausZum Stern", abends 8 Uhr: Festtrunk im Saale der GesellschaftVerein". Sonntag den 24. Mai: vormittags 8 Ubr: Spaziergang durch die städti-

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schm Anlagen nach denAlpen". Zusammenkunft am Linggdenkmal. Vormittags 9 '/s Uhr: Frühstück im Gast­hausZur Lullusguelle" , vormittags 40Vi Uhr: Haupt­versammlung im Saale der GesellschaftVerein". Nach Be­endigung: Besichtigung der Stiftsruine. Nachmittags P/t Ubr: Festessen im GasthausZum Stern", nachmittags 31/s Uhr: Ausflug nach der Waldschenke; daselbst Konzert, abends: Abschiedstrunk imKaiser-Restaurant". Der Fest- beurag beträgt 3 Mark. Die Tagesordnung zur Haupt­versammlung ist folgende: 1. Geschäftsbericht, 2. Kassen­bericht, 3. Stellung zu dem Anträge von Brandenburg auf Abänderung der Satzungen des Zentralverbandes, 4. Neu­wahl des Vorstandes, 5. Wahl von Vertretern zur Haupt­versammlung des Zentralverbandes, 6. Erhebung über die Verhältnisse der Gcmeindebeamten in Kurhessen, 7. Wahl des Orts der nächsten Hauptversammlung, 8. Verschiedenes. Hierauf Vortrag des Vorsitzenden, Stadtkämmerers Barner, Cassel:Der Weltverkehr und seine Mittel."

"1 Bürgermeisterstelle. Die Bürgermeisterstelle in Langenselbold soll neu besetzt werden. Dem Bürger­meister, bissen Wahl auf acht Jahre erfolgt, soll für feine amt­liche Mühewaltung eine jährliche Entschädigung (Gehalt) von 2600 Mk. und freie Wohnung im Rathause gewährt werden. Bewerber, welche durchaus befähigt sind, ein größeres Gemein­wesen roie Langenselbold sachgemäß zu verwalten, können ihre Bewerbungsgesuche mit dem Lebenslauf und Befähigungs­nachweis bis zum 1. Juni d. J. an das dortige Bürger­meisteramt einreichen.

* Ausflug der Eisenbahner. Der Friedberger Eisen­bahnbeamtenverein unternahm gestern nachmittag per Extra- zug einen Ausflug nach Aschaffenburg. Der mit frischem Grün bekränzte Sonderzug passierte kurz nach 1 Uhr die hiesigen Stationen, abends 8 Uhr erfolgte von Aschaffenburg aus die Rückfahrt. Leider kam die Witterung dem Ausfluge bekannt­lich nicht gut zu statten.

* Wieder aufgefunden. Die ßoo Mark, welche ein Radfahrer dieser Tage bei Dietzenbach in seinem Portemonnaie auf eine Mauer gelegt hatte, wurden ihm einige Tage später durch einen ehrlichen Finger aus Urberach wieder zugestellt. Der Mann erhielt eine Belohnung von 50 Mark.

* Attfgegriffeu wurde am Freitag abend dahier ein lljähriges Mädchen, das sich aus seiner elterlichen Wohnung in Bergen entfernt hatte und sich am Main aufhielt. Das Kind wurde an Polizeistelle gebracht, woselbst es nach anfäng­lichen Ausreden den richtigen Wohnort angab. Der benach­richtigte Vater holte dann das Mädchen ab.

* Sommertheater auf Becks Felsenkeller. Im heusigen Inseratenteile befindet sich die Voranzeige des Herrn Theaterdirektors Henß, der von Pfingsten ab auf Becks Felsenkeller allwöchentlich an verschiedenen Abenden Vorstellungen geben wird. Gegenwärtig gastiert Herr Direktor Henß in Gelnhausen und zwar mit großem Erfolge. Hoffentlich ge­lingt cs ihm, sich auch hier die Gunst des Publikums zu er­werben.

* Wetterpropheten. Für Naturfreunde dürfte es nicht uninteressant sein, zu erfahren, daß gewisse Pflanzen und Tiere der Meteorologie ins Handwerk pfuschen und durch ihr Gebühren allerlei Wetterprognosen stellen. Aus der Pflanzen­welt gelten als Wetterpropheten zu allererst die Blätter der Roßkastanie, die bei guten Wettervoraussichten, auch wenn der Himmel bewölkt ist, die fünf Finger ihrer Blätter, wie die fünf Finger einer Hand nach allen Richtungen aus­breiten, sie aber bei herannahendem Regen fallen lassen und zusammenziehen, wie wenn man mit der Hand eine Prise nimmt. Die scharlachrote Pimpernelle erwartet den Tag, an welchem es Regen gibt, auch bei blauem Himmel mit festgcschlossener Blüte und prophezeit den Regen 5, 10, sogar, 24 Stunden, ehe er eintrifft. Die weißen wolligen Laternen des Löwenzahnes stehen in ihrer kugelrunden Vollkommenheit nur so lange, als schönes Wetter in Aussicht ist, bei herannahendem Regen zieht der Löwenzahn die feinen Fadenbüschel zusammen und bildet einen Miniatur- besen. Alle Kleegattungen klappen ihre dreifachen Blätter zu­sammen und biegen ihre Stengel um, wenn Regen bevorsteht. Aus der Tierwelt wird zunächst auf die Frösche aufmerksam gemacht, die bei dauernd schönem Wetter sich gelb präsentieren, während sie braun werden, wenn Regen droht. Spinnen ar­beiten am Ausbau ihrer Netze nur bei Aussicht auf langen Sonnen­schein. Es leitet sie dabei gewiß derJnstinkt, der ihnen sagt, daß nur bei gutem Wetter Beute in die Falle geht, während letztere vom Regen gestört wird. Wenn Spinnen am frühen Morgen Fäden ziehen, soll man auf anhaltend gutes Wetter rechnen können. Krächzt die Eule bei Regenwetter, so bedeutet das mit der gleichen Sicherheit einen Umschwung der Witterung zum heiteren Wetter, wie der Schrei des Pfauen bei schönem Wetter den nahenden Regen verkündet. Wenn die Schwalben niedrig fliegen, haben die leichten Insekten, welche am aller­ersten die Feuchtigkeit empfinden, den Boden aufgesucht und deshalb ist auf Regen zu rechnen. Anfehlbar in ihrer Prophe­zeiung, aber nur den Küstenbewohnern zu Diensten, sind die Möwen, welche bei regenbringendem Westwinde sich an der Küste sammeln und ein lautes Geschrei erheben. Die paar Angaben mögen für heute genügen! Nun stelle man die ge- nqnnten Pflanzen und Tiere auf die Probe!

Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 18. Mai.

9 Uhr 35 Min.

Ein Maximum über 765 mm lagert vor dem Kanal, ein Minimum unter 750 mm ostwärts fortschreitend über Süd­schweden. In Deutschland wehen mäßige meist nordwestliche und westliche Winde, das Wetter ist trübe, ziemlich kühl.

Prognose für den 19. Mai: Veränderliches, kühles Wetter wahrscheinlich.