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vertreten. An dem Wettkampf nahmen 3 Feckter und 1 Turner teil, die sämtlich als Sieger hervorginqen, darunter H. Ziegler als 1. Sieger im Fechten. Am 29. November feierte der Verein gelegentlich seiner Abendunterhaltung das 10. Stiftungs­fest der 'Damenabteilung; dieselbe brachte ein Fest'prel, verbun­den mit Stabâbvngen und Reigen ^tr Aufführung. Bei der am 1. Februar 1903 stattgehabten 600 Jahrfeier der Altstadt wurden in derCkNwalhalle" Pyramiden urd Marmorgruppen zur Darstellung gebracht. AlS weitere Festlichkeit sei noch der am 14. Februar abaehaltene Maskenball erwähnt, der gleich den übrigen Veranstaltungen den besten Verlauf nahm. Aus dem Bericht des Kassierers ist zu entnehmen, daß die Ver- mögensoerbältnisse trotz der erhöhten Ausgaben, welche^ der Umzug sowie verschiedene Neuanschaffungen mit sich brachten, als günstige bezeichnet werden können. Bei der Hierauf^stalt- gefundenen Vorstsndswah! wurde an Stelle des nach Frank­furt verziehenden langjâhri ?m Vorsitzenden J. Bauer der Jeih herige 2. Schriftführer H. Willamowitz einstimmig gewä-lt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Lobfink und Staffen wurden wieder gewählt; außerdem die Turner Funk und Gehrt neu gewählt. Kierans gedachte Turner ?L Brachmann in längerer Rede der Verdienste des scheidenden Vorsitzenden und brachte ein dreifachesGut Heil!" auf den­selben aus. Nach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegen­heiten schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einemGut Heil!" auf das fernere Blühm und Gedeihen des Vereins.

Uuterhaltuugs Abend. Der von Hrn. Walter Krug arrangierte Unterbaltnngs Abend findet am nächsten Donners­tag in der Centralhalle statt und wird derselbe ein vollkommen neues Programm bieten, wie es in ähnlicher Weise hier noch nicht geboten wurde,

* Wiener Spitze. Das überall bekannte Spezialitäten- MusikDexz'tt D'Wiener Fiaker werden morgen Sonntag in dem bekannten Konzerthaus ein einmaliges Gastspiel geben. Der Gesellschaft, welche längere Zeit in den Kaiserhallen in Frankfurt konzertierte, geht ein guter Ruf voraus. Auch wird der weltbekannte Wiener Fiaker Bralsi'cb jun. und die pre s- g krönte Kunstpfeiferin Frl. Willnauer mitwirken.

* In der Brauerei Dörr wird morsen außer der Chansonnette Frl. Henrich das beliebte Frankfurter Humoristm- quartett seinen erprobten Witz und Humor in den Dienst der Unterhaltung stellen.

* Schwindelmanöver In Höchst verbuchten zwei Personen namens Pauly und Kern Spielmarken für Zwanzig- markstücke an den Mann zu bringen. Während Kern flüchtig ging, konnte Vauly verhaftet werden. Dieser gab an, auch in Hanau und Frankfurt a. M. in gleicher Weise mit Erfolg operiert zu baben.

* Marktpreise. Im Monat März 1903 be­trug in Hanau her Durchschnittspreis für 100 kg Weizen Mk. 15.63, Roggen Mk. 14.06, Gerste Mk. 15.50, Hafer Mk. 14.25, Erbsen (gelbe) zum Kochen Mk. 21.56, Speise- Bohnen (weiße) Mk. 25.78, Linsen Mk. 27.28, Eßkartoffeln M. 5.75, Richtstroh Mk. 4.61, Krummstroh Mk. 3.49, Heu Mk. 6.70, Rindfleisch im Großhandel Mk. 120 33; Rindfleisch im Kleinhandel für I kg von der Keule Mk. 1.50, vom Bauche Mk. 1.25, Schweinefleisch Mk. 1.62, Kalbfleisch Mk. 1.35, Hammelfleisch Mk. 1.31, Speck (geräuchert) Mk. 2.04, Eßbutter Mk. 2.33, Gier 1 Schock = 60 Stück 3.70 Mk.

* Ladenpreise. Im Monat März 1903 betrug in Hanau der Durchschnittspreis für 1 kg Mehl zur Speise­bereitung Weizen 32 Pfg., Roggen 21 Pfg., Gersten-Graupe 42 Pfg., -Grütze 42 Pfg., Buchweizengrütze Pfg., Haler- grütze 44 Pfg., Hirse 36 Pfg., Reis Java (mittlerer) 46 Pfg., Kaffee, Java-, mittlerer (roh) 2 Mk. 30 Pfg., gelber (in ge­brannten Bohnen) 2 Mk. 70 Pfg., Speisesalz 20 Pfg., Schweineschmalz 1 Mk. 60 Pfg.

* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der höchsten Tagespreise für Fourage beträgt mit einem Aufschläge von 5 vom Hundert für den Monat April 1903 in dem Stadt- und Landkreise Hanau für Hafer 7 Mk. 74 Pfg., für Heu 3 Mk. 68 Pfg.f für Stroh 2 Mk. 16 Pfg. pro Zentner.

* Sehenswürdigkeiten.Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge­öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis/»! Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt.

Das Hahnenkammhaus ist morgen Sonn­tag geöffnet.

Dörnigheim, 16. April. (Ma infâhre.) In der gestrigen GemeindenertretersiZung wurde bekannt gegeben, daß der Kreisaut schuß des Kreises Offenbach den endgiliigen Be­schluß gefaßt hat, die zur Verbindung zwischen Hier und Mühl­heim geplante Mainfähre zur Ausführung zu bringen. Die Gemeinde Mühlheim hat für die linksmamilche, die Gemeinde Dörnigheim für die rechtsmainische Zufuhrstraße und Anlande­rampe Sorge zu tragen, während den betreffenden Gemeinden durch die Kreis- resp. Kommunaloerbände Unterstützung wird. Der Gemeinde Dörnigheim wird die Hälfte der Bankosten vom Kommunglverbande erstattet. Den Bau und Betrieb der Fähre übernimmt der Kreis Offenbach. Das Unternehmen soll bis zum 1. April 1904 fertig gestellt sein.

D Gronau, 17, April. (Steckbrieflich verfolgt.) Am 23. März ist dem Landwirt Johann Georg Philipp Arnold in Gronau eine Summe von 513 oder 523 Mark baren Geldes aus seiner Wohnung gestohlen worden. Nach einem von der Staatsanwaltschaft erlassenen Steckbrief kommt als Täter wahrscheinlich ein unbekannter Mann in Betracht, der am 23. März in Gronau gesehen worden ist und land­wirtschaftliche Zeitungen anbot. Der Unbekannte wird ge­schildert als ziemlich groß, schmal, etwa 40 Jahre, mit bleichem Gesicht und kleinem, dunklen oder blonden Schnurrbart. Er soll einen langen schwarzen oder dunkelgrauen Rock und schwarzen steifen Hut getragen und einen Spazierstock bei sich geführt haben. Er soll die rechte Schulter beim Gehen etwas

Samstag

nach der L-eile senken, lodaß daraus zu schließen ist, daß er auf dem rechten Fuß etwas hinkt.

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TrlttMlhischet Welterdemhl der deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hamburg vom 18. April.

9 Uhr 48 Min.

Ein Maximum über 774 mm lagert über England, ein Minimum unter 760 mm westlich der Ostsee. In Deutichland wehen mäßige, meist nördliche bis westliche Winde. Das Wetter ist in Deutschland kühl und trübe, man hatte meist Nachiröste.

Prognose für den 19. April: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich, vielfach Nachtfrost.

Hanauer Vereins- u. Uergnügnngsnachrichlen

für SamStag den 18. April.

In der Koiiiql. Ieickenikademier Drucksachen-AuSst llung; geöffnet von vormittags 9 bis abmds 7 Uhr.

Eisenbahn-Verein Hwau: G neralverfnmmluna imDeutschen Haus" Tukngefellichast: Abends von 79 Uhr: Vorturneruunde.

Lv-wg. Männer- u. IünMingsverein: Unterhattung Ev, VerrirrShauS). Evangelischer Arbeiterverein: Aerernsahend und Mitgliederaufnahme " im Be etnSlokake nrBrauerei Welsmantel", Vergnötzunas-Berein .Germania": Vereinsabend imschwarz. Bären". Turngemeinde: Kürturnen und Borturnerstunde.

Gesanaderein -Sums r: Generalversnnmiuna in der .Stadt Ar men". GesangvereinF-öbl chk-it': Ge eralv-rs immlung im Vereinklokal. Gesangverein .TonbiüMe«; Beremsaoend in derStadt Bremen". GesangvereinSe man'a"; Vereinsabend imLowenâtch n". GesangvereinMelomauit": Vereiusabrnd tu ser »Karthaune". KlubSaxouia": KlublokalFrankfurter Ban".

KlubEameratia': Klubabend imEroßeu Kurfürsten". VcrlmügunrSoeseüfchrftFidelis': Vereinsabendzum Teich". Gelellize Verbindung ,Melitta" VeremSabend .zur Kartpaune". LaimsElutrscht" (Vereinslokalzum Braustüâ'l'): Vereins abeiü. SereiuEinigkeit" Vs'eiv«abend G dergroben Kraue". Verein Frohstem 1903*: Vereinsamend im Elephanten". Atbietenklubèr«>-«br° : V,^-ms«be»b (Reltauratton Waaenooch). Hansurr FußbaSaeiellschaft 1899 ': 8eretnS«be«d tu derAüemanla". FußballklubViktoria": SereMa&etth tu der .Brauerei W-<«msntet'. Hanauer Fu challk ubHgpovia" : Vereinsahevdt.d Rest.z. Eisenbahn". Nadfahrw-Verein 189- : B-reinsabend auf Beck's F-tsenkell r. Radsport Asler" Vereinsabend imAürnberoerhof'.

StammtischBürgervräu": Jeoeu SamStag Abend: Uebnna. Kegel-KlubD. H. V."zur guten Quelle"; Anfang 9 Uhr, für Sonntag den 19. April.

Vormittags von 111 Uhr: Nebunuzstunde der Ti^chgesellschasten im Nürnberger Hof" und auf Beck's Felscvkeller.

Nachmittag» ^ Uhr: Uebungè spiele auf dem Er^rriervlah: Fußball­klubViktoria",Hanauer Fußballgesellschatt 1899", Hanauer Fußballklub .Wacker" und Hanauer FußballklubHanovia".

Erster Hauaver Fußballklub 1893: Na^mcktao.. s llbr: Uevungsspiel auf seinem Svortvlan an derScbönen Aussicht".

Klub der Zukunft: Juaen. spiel auf dem Exerzierplatz. Ftuchies-Eck: Gasthauszur guten Quelle'.

Repstergerttttgs- rtr. Kalender für Montag den 20. April.

Angebote Mr. Uebernahme der Arbeiten zur Herst'llung eines StellwerksuebändeS sowie ennS Welchensteller-Wohngebäudes auf Station Kahl sind bis vormittags 11 Uhr an die Königl. Ellenbabn- Betliebsinjpckiion 2 in Frankfurt a. M. einzureichen (s, Nr. 77 .Hgn. Anz.").

Marktbericht.

Hanau, 18. April. (Lebensmittelpreise.) Ge­flügel : Tauben, das Pärchen 70 Pfg. bis 1,10 Mk.; ein alter Hahn 1,201,50 Mk.; ein Huhn 1,30-1,80 Mk.; Ge­müse: Meerrettich die Stange 1020 Pfo., Blumenkohl das Pfund 25-50 Pfg., Kopfsalat das Stück 12-18 Pfg., Rettich das Stück 1220 Pfg., Wirsing das Stück 4050 Pfg., Weißkraut das Stück 4050 Pfg., Rotkraut das Stück 3040 Pfg., Sellerie daS Sckck 1520 Pfg., Gurken das Stück 60-65 Pfg., gelbe Rüben das Pfund 20 Pfg., Schnittkohl die Portion 3040 Pfg., Schwarzwurzeln die Porl'.on 3035 Pfg., Spinat bte Portion 3040 Pfg., Laitig die Portion 1020 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10-20 Pfg.; Obst: Aepsel das Pfund 15-30 Pfg.; Citronen das Stück 58 Pfg.; Apfelsinen das Stück 410 Pfg.; Paradiesäpfel das Stück 510 Pfg.; Verschie­denes: Butter das Psturd 1,20-1,30 Mk., Käse daS Stück 4-7 Pfg., Eier das Stück 4-7 Pfg., Gänseeier das Stück 13-15 Pfg., Zwiebeln das Pfund 12 Pfg., Welsch- korn das Doppelliter 23 Pfg., Radieschen das Bündel 10 Pfg», Kastanien das V* kg 15 20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = '/, kg.

Hue p<ab und fern.

Caffel, 17. April. Die Gründung einer Ortsgruppe Caffel des Bundes der Kaufleute ist gestern abend in der im Kaufmannshausk stattgehabten öffentlichen Versammlung unter Britritt von 120 Mitgliedern erfolgt.

18. April.

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® Gelnhaitsen, 18. April. Ueber den von uns bereits gestern gemeldeten rötlichen Unfall, der sich Donnerstag abend dahier ereianete, wird ergänzend beriet: Ein fchreckl'chw Unglücksfall ereignete' sich gestern abend gegen 5^2 Uhr in der Frankfurter Siraste hier. Der 70jäf'tige Job. Wolf aus Orb passierte die F anfiurier Straße m t einer Fuhre Holz, welche er nach Langenselbold bringen wollte, wo sein Sohn ihn erwartete. Nachdem der Wagen den vom Röthertor bis an die ersten neuen Häuser der Straße abfallenden Straßen» teil pariert Gatte, hat der Führer die Hemmvorrichtung ge­lockert und hanlierte nun am Geschirr, wo jedenfalls etwas in Unordnung geraten war. Hierbei kam er zu Fall und wurde eine kurze Strecke geschleift, bis ihm die Räder des schwer beladenen Wagens vier den Hals gingen und den Kopf fast gänzl-ch vom Körper trennten. Die Leiche wurde nach dem städti'chen Friedhof? gebracht. Die Angehörigen des Verunglückten wurden sofort benachrichtigt und trafen bald hier ein.

(!) Bad Orb, 17. April. Gestern Donnerstag trafen die Schwestern in der hiesigen Kinderheilanstalt ein, welche ihre segensreiche Tâtiakeit mit dem 1. Mai wieder beginnen.

St. Frankfurt a M., 17. April. Im Verlag von D. Grödel hier ist bereits eine hübsch ausgesührte Ansichts­karte der Festhalle des Gesangswettstreites erschienen, welche viel gefaßt wird.

Frankfurt a. M., 17. April. Heute fand im Saal­bau ein Festakt zur Feier des lyOfähriaen Bestehens der Elisabeth-Schule (höhere Mädchenschule) statt. Die Fest­rede hielt Professor Dr. Friedrich Neborn. Die Grüße der Behörden überbrachte Schulrat Dr. Otto Cassel. Der Direktians- gchiifin Frl. Klump überreichte er eine Pracht-Bibel. An Aus- zeichnunaen wurden verliehen: dem Direkior Dr. Nekorn der Titel Schulrat mit dem Range der Räte 4. Klasse, Oberlehrer Professor Dr. Kinkelin der Rote Adlerorden 4. Klasse, Zeichen­lehrer Eduard Müller der Kronenorden 4. Klasse, dem Pedell Scheibe das Allgemeine Ehrenzeichen. Viele Glückwünsche von Nah und Fern gingen der Anstalt zu.

- Grofien-Littdeu, 18. April. Die älteste Kirche in Oberhessen, wenn nicht in ganz Hessen und wohl eine der ältesten Deutschlands besitzt unser Ort. Sie wurde um des Jahr 950 nach Christo von schottischen Mönchen im Bastliken­stil erbaut. Die Kirche steht auf einem Hügel, auf dem vor­her ein heidnischer Götzentempel sich befand. Gleichzeitig mit der Kirche entstand um bis selbe der Ort Kroßen-Lmden, sodaß Kirche und Ort auf ein fast tausendjähriges Bestehen zurück­blicken. Grund- und Umfaffunosmauern, Portale und Türme der Kirche stehen noch, wie sie gegründet wurden. Nur die Fenster wurden zweckèmäßigkeitshalber abgeändert. Das Haupt­portal zeigt eine Anzahl gut erhaltener Bildbauerarbeiten. In den ältesten Urkunden deS Klosters Lorsch befinden sich bereits Aufzeichnungen über Kirche und Ort Großen-Linden. Die Kirche soll jetzt restauriert werden.

)( Bad Sodenthal im Speffart, 17. April.. Allen denen, die in diesem Jahre eine Solbrdekur oder eine Kalt- wafferkur gebrauten oSer an einem prachtvoflen 'Fleckchen' Erde in herrlicher Walsluit Erholung von anstrengender Arbeit und den Strapazen deS Winters suchen wollen, empfehlen wir auf das angelegentlichste Bad Sodenthal im Svessart bei Asckoffenburg mit seinen astberühmten, von vielen ärztlichen Autoritä cn emp­fohlenen Sool-, Brom- und Jo'opuellen und feiner ganz neu eingerichteten Kaltwasser-Heilanstalt. Alles Nähere besagen die Prospekte, die gratis und franko von der Badeverwaltung be­zogen werden können. Die Saison beginnt am 1. Mai. Vom 1. Mai bis 1. Juni Preisermäßigung.

, Heiligenstadt, 18. April. Die hiesige evangelische Ge­meinde blickt in diesem Jahre auf ihr hunderijähriges Bestehen zurück. Nachdem auf Grund des Friedens von Luneville das turmrinzische Fürstentum Eichëfeld im Jahre 1802 an Preußen gefallen war und nach der Säkularisation der geistlichen Stifte und Klöster, wurde laut Versüguno des Königs Friedrich Wilhelm III. vom 9. September 1803 die prächtige, bis da­hin katholische Kirche des Martinsstiftes, die Bergkirche oder St. Martinikirche, wie sie heute noch heißt, dw in der Bildung begriffenen evangelischen Gemeinde feierlichst übereignet. Am 8. November 1803 fand nach dem im Pfarrarchiv noch vor­handenen Protokolldie Entweihung der Kirche katboliicherfeits, die Wegschaffung der Reliquien und die feierliche Uebergabe an die evangelische Gemeinde" statt. Heute zählt die evange­lische Gemeinde Hierstlbst rund 1100 Seelen. In der Hiestgm evangeli'chen Kirche wurde im Sommer des Jahres 1825 Heinrich Heine, damals Student in Göttingen, von dem damaligen Superintendenten Grimm getauft. Die ev. St. Martinikirche ist die älteste Kirche des Eichsfeldes; sie war um das Jabr 825 bereits vorhanden, seit 1304 in ihrer jetzigen Gestalt. Während der Reformation wurde, wie in allen hiesigen Kirchen, auch in der St. Martinikirche evangelischer Gotiesdienst abgehalten. Um 1560 1580 war Heiligenstadt ganz evangelisch, bis die vom Kurfürsten von Mainz, dem Landesherrn des Eichsfeldes veranlaßte und von Jesuiten aus- geführte Gegenreformation einigte und den größten Teil des Eichsfeldes, darunter die Hauptstadt Heiligenstadt für den- Katholizismus zurückgewann. 1610 wurden die letzten luthe­rischen Bürger Heiligenstadts wieder katholisch.

Kunst und Ceben.

Ein neuer Vortrag Prof. Delitzsches über Babl)lo>;ier». Im Saale der Singakademie in Berlin hielt vor den Mitgliedern der Deutschen Orimtgcsellsckaft Prof. Delitzsch einen neuen Vortrag über Baby'onien. Es war eine große Zuhörerschar erschienen, in deren Mitte man den General- superiniendenten Faber, den Minister Rheinbaben, den General-" direkior Schöne und viele Offiziere bemerkie. Längere Zeit erwartete mgn auch das Eintreffen des Kaisers, der kurz vor 9 Uhr in Wgleitung der Kaiserin und des Admirals Hollmann seine Loge betrat. Die Kaiserin trug den Arm in der Binde, Nun begann, wie derFrkf. Z." gemeldet wird, Prof. Delitzsch und gab in etwa anderihalbslündigen Ausführungen ein Bild des heutigen Euphrqtlandes, das er im Sommer des vorigen