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Hue stab und fern»
V. Marburg, 11. Juni. Ein trauriger Unglücksfall, dem zwei blühende Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich heute nachmittag nach 4 Uhr in dem ohne Aufsicht befindlichen sogenannten städtischen Volksbad neben der Misttârbade- anstalt. Der 45jährige Kellner Rüdiger, welcher sich dort badete, geriet plötzlich an eine gefährliche Stelle und sank unter. Als dies der Jäger Schmidt von der 4. Kompagnie bemerkte, eilte er schnell zu Hilfe, wurde jedoch von dem Ertrinkenden umklammert und mit in die Tiefe gezogen. Beide fanden ihren Tod. Die Leiche des Jäg-rs wurde bald gefunden ; nach dem anderen Ertrunkenen suchte man bis abcuvs vergeblich. Schmidt, welcher als Gefreiter im dritten Jahr dient, stammt aus der Gegend von Mühlhausen i. Th.
Marktbericht.
H anau, 12. Juni. (2 e b e n § m i 11H p r e i f e.) flügel: Tauben, das Pärchen 70 P'g bis 1 Mk.: ein Hahn 1,20—1.70 Mk.; ein Huhn' 1,20-1.50 Mk.:
Ge- alter eine
Ente 2,50—3 Mk.; eine Gans 2,70 — 3.50 Mk.; Fische: gewöhnlihe Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 M., Aal 1 bis 1,10 Mk., Hecht 1—1,20 Mk., Barben 60 'W’.. Barsch 60 Pfg., — V» kg; Gemüse: Spargel das Pfund 30—50 Pfg., Blumenkohl das Stück 15—40 Pfg., Kopfsakat das Stück 3—7 Pfg., Rettich das Stück 5-8 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 5—10 Pfg., Gurken das Stück 20 - 50 Pfg., gelbe Rüben das Bund 8—10 Pfg., Neue Erbsen das Piund 25—30 Pfg., Neue Bohnen das Pfund 40 — 50 Psg., Kartoffeln das Doppelliter 14—16 Pfg.; Obst: Trieben 35-50 Pfg., Erdbeeren 1,20—1,50 Mk., Aepfel 35-40 Pfg. das das Pfund; Citronen das Stück 5 —7 Pfg.; Apfelsinen das Stück 8—12 Pfg.; Paradiesäpfel das S'ück 5—10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,05-1,30 ^ Käse das Stück 4—7 Pfg., Eier das Stück 4—7 Pfg., Fwiebeln das Pfand 10 Pfg., Radieschen das Bündel 3 - 5 Pfg., Weizenmehl 1. Sorte 20 W? 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg.. ^. Sorte 14 T5 — r.
Freitag
Drahtnachrichten.
Die Ereignisse in Serbien.
Wien, 11. Junst Die „Neue Freie Presse" meldet aus Belgrad: Die unmittelbare Ursache der Verschwörung war die Aufforderung des Könias cn He Offiziere, seinen Schwager Lnnqstwitz als Thronfolger anzuerkennen und dies durch ihre Unterschrift zu bekräftigen. Der neue Mini crpräsidcnt Awa- kunowilsch ersinne in eurer Proklamation, er garantiere mit seinem Kopfe für die Aufrechterhaltung der Ordnung.
Belgrad, 12. Juni. König Alexand-r erhielt sofort einen tötlidyn Schuff in die Kehle. Seine letzten Worte waren: „Soldaten, Ihr habt mich verraten." Die Leiche Dragas wurde fast zerfleischt. Hosmarschall Nikolajewitsch ratete sich durch Flucht in die österreichischeG-sandischait. In das Geheimnis waren 150 Offiziere eingeweiht. Die in Nen- latz erscheinende „Fa^awa" hatte bereits vor 14 Tagen alle Ereignisse der Heringen iKatbl vorausgesaat und ungetündigt, der Jahrestag der Vertreibung der Dynastie Karageorgiewitsch werde ein Tag der Rache fein. Nach weiteren Mitteilungen waren der König und die Königin nvt den Gejchwistern der Königin und den Aojntanten Peirowit'ch und Nauno.vitfch bis 12 V« Uhr nachts beim Nachtmahl, dann zogen sie sich ins Schlaizemach zurück. Eine Stunde später drangen die Verschwörer ein.
Berlin 12. Juni. Das „Berliner Tageblatt" will wissen, das Königsvaar lebte in der letzten Zeit in einer stän- di. cn Anentalssurcht und beschloß deshalb und auf Drängen der Reci?« ing. üib zu trennen. Tic Reise Dia ;as nach ■ Frouenèdad sollte nur ein Vorland zur Trennung sein, der König wollte bann um die Prinzeinn X*nta von Montenegro werben. Die Königin hatte mehrere Millionen Mark auf der Londoner Bank, cbm'o der König.
Rom, 12. Juni. Die Ereignisse in Belgrad rufen hier rMialii'en Eindruck Hw vor. Die „Tribnna" sagt, b'e Belgrater Tragödie m rbe nicht die letzte Ueberroschung sein, die
I uns der Balkan bereit? Das „Giorvale b’jtalia führt aus, I die Mächte hätten die Pflicht. sich immer mehr zu friedlichen
12. Iiilii,
Zielen zu einignu „Popolo Romano" glaubt nicht, daß b<r ®ecbf I in der Dynastie in Serbien die gegenwärtige Hrliuug der Mächte auf dem Balkan ändere, noch auch ernstliche Ruhestörungen in dem Land hervorrufen wcrde.
Versailles, 12. Juni. Als die Königin Natalie den Tod ihres Sohnes erfuhr, wurde sie von einer fcbrccflufnu Nerven kiius befallen, sodaß sie die Erzählung der Erei-nnsse in Belgrad nicht bis zu Ende anhören konnt?, obzlcjch die Erzähkuug mit aller Schonung geichab.
Wien, 12. Juni. Die „N. Fr. Pr." berichtet aus Belgrad, die Douaumoaitore „Szamos", „Leiiha", „Maros" und „Korroes" hätten gestern abend vor Belwad Anker geworfen. Es verlaute, die Garnison von ?si^ch verweigere der neuen Regierung den Gehorsam.
Berlin, 12. Juni. Die Direktion der Cbaritce gibt bekannt: Die Uniersttchung ergab, daß der er franste Wörter doch an einer leichten Pestiufeknon erkrankt ist, da in seinem Rachcn - schleim lebende Pestb.rlierien gcsun'en wurden. Sein Zustand ist unter dem Einfluß der Seruiubchandlung verhältnismäßig cünfh, es ist Liu Fieber vorhandm. Neue Maßnahmen werdm nicht für crsorderlick »-achtet, da eine Gefahr der
G"
rrtfcbkppunq ausgeschlossen ist.
Mc französische Expedition in Algier.
»i-Unif, 11. Juni. Die Bewohner von Figig be- .,- mit der Ausführung der Kapitulationsbedingung. Sie
leineten eine Abschlagszahlung von 30,000 Francs und stellten 14 GeiÄn, lieferten alle Gewehre ans und überbrachten Geschenke. 6’ßonnor hielt eine Parade über die Truppen ab, die demnächst in die Garnisonen zurückkehren.
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An alle han-werler!
In einem Aufrufe wird von zünftlerischer Seite das Eintreten für den Kandidaten der Zentrumspartei Herrn R. Müller-Fulda empfohlen, da er der alleinige Kandidat fei, welcher die zünftlerischen Bestrebungen zu unterstützen geneigt sei.
Handwerker! Wollt ihr wirklich die in Oesterreich herrschenden Zustände haben, woselbst sich die einzelnen Handwerkszweige bekriegen, da jeder einzelne Handwerker glaubt, daß der andere Arbeiten verrichtet, welche in seine Zunft fallen. So bekämpft u. a. der Schlaffer den Schreiner, der Schmied den Wagner u. s. w.,'da jeder meint, daß der andere Arbeiten ausführt, die er als zu seinem Handwerk gehörig für sich allein in Anspruch nehmen zu können glaubt.
Tausende und Abertausende fließen alljährlich für derariige Prozesse in hie Gerichtèkâsse und schmälern dadurch den Gewinn des Handwerkers.
Handmerker, kedenkt, daß die Zünftler das Sandmerk einfchranksn matten und die GegenSande, melche mir seither durch unserer Sande Fleiß hergrstellt Haken, sich die Fakrikanten und Industriellen noch mehr dnrch fakrikmüßigen Ketriek zu eigen machen moüen.
Handwerker! In Wirklichkeit wollen diese Zünftler nicht das Handw.'tt schützen, sondern sich die Konkurrenz vom Leibe halten. In einem modernen Staate sind derartige Bestrebungen undenkbar und führen zu verhängnisvollen Folgen für das Handwerk. Sagte doch jüngst ein leidenschaftlicher Zünftler und Vorstandsmitalied der Wiesbadener Handelskammer, Schneidermeister Spengler-Dillenburg:
„das HandmerKergesrtz hake den Handwerkern Fasten gebracht, aber keine Vorteile. Es wäre kesser, die Regierung nehme das Gesetz wieder znrnck. Anfänglich habe man Frende daran gehabt, die sei aber nach den gemachten Erfahrungen geschwunden."
~ ^ârnm Snnll^vrkvr macht euch den Fortschritt der Technik u. f. w. zu Nutzen, welcher immer segensreich für das Handwerk gewirkt hat und gebt eure Stimme am 16. Junt dem Vertreter des Fortschritts *
Herrn Rudolph Küstner
in Hanau.
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Wiele KanöwerKsrneister.