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Dienstag
__12. Mai
finden werde. Nachdem noch die Rechnung von 1902 «e» prüft und die statutenmäßig ausgelosten Vorstandsmitglieder Pfarrer Henß-Windecken, Schmiedemeister Fliedner-Dörnig- heim und Oekonom Bracker-Hanau wiedergewählt worden waren, hielt Herr Professor Reichelt aus Friedberg seinen Vortrag über: „Schnitt und Pflege des jungen Hochstamms". In ungefähr zweistündiger äußerst fesselnder Weise wußte der Genannte die einschlägigen Fragen so zu behandeln, daß jedem Anwesenden eine Fülle von Belehrung und Anregung zu Teil wurde. Wir müssen uns leider versagen, auf den Inhalt des Vortrags näher einzugehen, aber konstatieren wollen mir,, daß alle Anwesenden aufs höchste von dem Gehörten befriedigt waren. Meisterhafte Beherrschung des umfangreichen Stoffes, äußerst klare Darstellung, unterstützt von Photographien und Präparaten, mit einem gewissen Humor wiedergegebene Erlebnisse aus langjähriger Praxis, eingehende, durch Zeichnungen an der Tafel dem Verständnis nahe gebrachte Besprechung des zur Bildung einer gesunden Krone notwendigen Schnittes gestalteten den Vortrag zu einem Unterricht, aus dem jeder Anwesende viel gelernt hat. Der außerordentliche Beifall, den Herr Professor Reichelt fand, zeigte aufs deutlichste, wie dankbar man ihm für seine Ausführungen war. Der Vorsitzende sprach dem Herrn Vortragenden den besten Dank des Vereins für das Gehörte aus. Nachdem man noch einige Fragen im Anschluß an den Vortrag an Herrn Professor Reichelt gerichtet hatte, die in eingehender Weise ihre Beantwortung fanden, und noch einige Vereinsangelegenhkilen besprochen hatte, schloß Herr Pfarrer Henß um 7 Uhr die Versammlung, von der jeder Teilnehmer hochbefriedigt war. — Zum Schluß sei noch bemerkt, daß der neugegründete Obstbäuverein zu Hochstadt dem Kreisobstbauverein seinen Beitritt erklärt hat, daß jedem angeschlossenen Ortsverein je ein Exemplar der Friedberger Obstbauzeilung gestellt werden soll und daß der Verein beschlossen hat, in diesem Sommer die Obstbauschule zu Friedberg mit ihren sehenswerten Anlagen zu besuchen, wofür Herr Professor Reichelt Führung und Erläuterung in dankenswerter Weise zugesagt hat.
* Schnelltelegraph Berlin—Frankfurt a. M. Der Kaiser und die Kaiserin besichtigten Mitte Februar den Schnelltelegraphcn von Pollak und Virag in der Technischen Hochschule zu Charlottenburg. Der Apparat wurde damals von Geheimrat Slaby und dem Erfinder Pollak vorgesührt und erklärt. Erschienen war unter anderem auch der Staatssekretär des Reichspostamtes. Es wurde denn auch von der Telegraphenverwaltung in Aussicht genommen, einen Versuch mit dem vervollkommneten Schnelltelegraphen zwischen Berlin und Königsberg einzurichten. Die Versuche auf dieser etwa 710 Kilometer langen Strecke sind inzwischen durchgeführt und jetzt beendet. Das Ergebnis ist befriedigend. Es hat sich gezeigt, daß der Schnelltelegraph in seiner jetzigen Anordnung unter den verschiedensten Verhältnissen und Arbeitsbedingungen mit einer Geschwindigkeit von 40000 Worten stündlich arbeitet. Die Reichstelegraphenverwaltung hat sich jetzt entschlossen, den Schnelltelegraphen in praktischen Betrieb zu nehmen. Es geschieht dies zunächst versuchsweise auf der Strecke zwischen B e r l i n—F r a n k f u r t a. M. Der telegraphische Verkehr zwischen den beiden Städten ist insbesondere zur Börsenzeit ein ungewöhnlich lebhafter, sodaß er der großen Leistungsfähigkeit des neuen Telegraphen genügenden Stoff bietet. Die Depesche wird mittelst einer in gewöhnlicher Weise zu handhabenden besonderen Schreibmaschine auf einen Papierstreifen mittels Durchlochung übertragen, der über eine Kontaktrolle unter metallischen Bürsten mit großer Geschwindigkeit hindurchgezogen wird. Die dadurch bewirkten Stromschlüsse bewegen bei der Empfangsstation die Membrane zweier Telephone, deren Schwingungen durch ein Spiegelchen bte geschriebene Depesche erzeugen. Mit Hilfe des Apparates ist es möglich, dreißig schnellarbeilende Schreibmaschinen dauernd zu beschäftigen.
* Fernsprechverkehr. Vom 15. Mai ab ermäßigt sich die Gebühr für gewöhnliche Gespräche von Hanau nach Niederlande von 3 Mk. auf 2 Mk. 50 Pfg.
* Evangelisches Vereinshans. Heute abend 81/« Uhr wird Herr Missionar Horst aus Graz im hiesigen evangelischen Vereinshause einen Vortrag über die dortige Arbeit — Los von Rom — halten. Jedermann ist freundlichst eingeladen.
* Kreis-Kriegerverband Hanan. Sonntag nachmittag wurde dahier im Deutschen Hause der Frühjahrsabze- ordnetentag des Kreis-Kriegerverbandes Hanau abgehalten. Den Vorsitz führte Herr Landtagsabgeordneter Emil Jung- Henn. Nach der Eröffnung der Tagung mit einem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser wurde in die Beratung der reichhaltigen Tagesordnung eingetreten. Eine längere Debatte entspann sich über die Angelegenheit des Beitritts zu der Unterstützungskasie. Unter gewissen Vorbehalten sprach sich der Abgeordnetentag für den Beitritt aus. Unter demNamen „Kurhessischer Kriegerbund" soll eine Vereinigung der im Regierungsbezirk Cassel vorhandenen Verbände in die Wege geleitet werden. Der Kreis-Kriegerverband Hanau hat schon früher einmal zu dieser Angelegenheit Stellung genommen und sich ablehnend verhalten. Auch vorgestern wurde der einhellige Beschluß gefaßt, von einem Beitritt abzusehen. Weiter heben wir noch hervor, daß der Herbst-Abgeordnetentag in Ravolzhausen stattfinden soll. Dem Verbände gehören 34 Vereine mit zusammen 2593 Mitgliedern an. Den Verhandlungen wohnte auch Herr Landrat v. Beckerath bei.
* Arends'scherStenographenverein Concordia.
Der am Sonntag den 10 d. MtS. stattgehable Ausflug nach Kesselstadt nahm einen sehr guten Verlauf. Für Unterhaltung war bestens gesorgt. Besonders guten Anklang fand der Komiker Herr Albert. Er wußte stets durch seine gutausgewählten Stücke die Anwesenden zu erheitern. Auch der vortrefflichen Musikkapelle (Dirigent Herr Centner) sei an dieser Stelle lobend gedacht. Die Preisoerteilung nahm Herr U l l- ri ch vor; das Resultat war folgendes: 1. Preis Herr Gregor Ziegler (fehlerfreie Arbeit), 2. Preis Herr Friedrich Senzel, 3. Preis Herr Heinrich G e n s l e r. Die Anwesenden
kehrten heim mit dem Bewußtsein, einen recht vergnügten Tag genossen zu haben.
* Urlaub zum Sammeln der Maikäfer. Die Kgl. Regierung zu Cassel hat an die Schulvorstände und Schul- kommissionen die nachstehende Verfügung erlassen: „Wir ermächtigen die Kgl. Schulvorstände (Schulkommissionen), in diesem Jahre die Kinder der ländlichen Schulen, welche während der Flugzeit der Maikäfer zum Sammeln der letzteren Verwendung finden sollen, hierzu für die beiden ersten Stunden von 7 bis 9 Uhr vormittags zu beurlauben. Der Unterricht beginnt dann um 9 Uhr und dauert in Halbtagsschulen shr die Ober- und Mittelschule bis 12 Uhr und für die Unterstufe von 1 bis 3 Uhr, während in einklassigen Schulen die Kinder der Ober- und Mittelschule an Vor- und Nachmittagsunterricht teilzunehmen haben.
* Der Gesamtvorstand des Hessischen Fener- Wehrverbandes trat am Freitag im Rathaussaale zu Hersfeld unter dem Vorsitz des Herrn Klebe-Cassel zu einer Sitzung zusammen. An den Verhandlungen, die vormittags 11 Uhr begannen, nahmen folgende Herren teil: Regierunqsrat Freiherr von Tetten-Cassel als Vertreter des Herrn Regierungspräsidenten, der Feuerlösch-Jnspeklor für den Reg-Bez. Cassel Regierilngsbaumeister Fitz-Cassel, Geh. Regierungsrat Dr. Knorz-Cassel, Direkior der Hessischen Brandversicherungs-An- stalt, der Hersfelder Landrat, Geh. Negierungsrat Frhr. von Schleinitz, Bürgermeister Strauß von Hersfeld, die acht Mitglieder des Zentraloorstandes, ferner zwei Vertreter der Feuerwehr Schmalkalden und fünf Feuerwehr-Offiziere von Hersfeld. Die Verhandlungen, die für die Allgemeinheit kein besonderes Interesse boten, endigten, wie die „Hersf. Ztg." berichtet, gegen 1 Uhr, eS schloß sich hieran eine Besichtigung der Feuerlöschgeräte der Hersfelder Feuerwehr. Nach einem Frühschoppen im Restaurant „Hohenzollern" fand im kleinen Saal der Gesellschaft „Verein" ein gemeinsames Essen statt. Mit den Nachmitiagszügen reisten die auswärtigen Herren wieder ab.
* Vieh markt. Morgen früh findet dahier Zucht- und Fettvieh-Markt statt.
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L Grok-Auhelm, 12. Mai. (G l ü ck s f a l l.) Fortuna war diesmal bei der Ziehung der 4. Klasse preußischer Klassenlotterie der Lotterie-Gesellschaft im „goldenen Stern" recht hold. Die Gesellschaft hat nämlich Anteil an einem Hauptgewinn von 30 000 Mk.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seetvarte.
Telegramm aus Hamburg vom 12. Mai.
9 Uhr 80 Min.
Ein Maximum über 762 mm lagert westlich von Irland, eine Depression unter 750 mm über Nordwestrußland. In Deutschland ist das Wetter ruhig, vorwiegend trübe vnd ziemlich kühl, vielfach ist Regen gefallen. Im Binnenlande war gestern stellenweise Gewitter.
Prognose für den 13. Mai: Fortdauer der heutigen Witterung wahrscheinlich.
Sehr trocken
Beständig
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 11./5.
Schön
Veränderlich —-—
Regen (Wind^-W
Viel Regen 740„^^|
Sturm <30â, ----
710-
Kananer Uereins- u. UergnSgungsnachrrchte«
für Dienstag den 12, Mai,
Kunst verein: In der Aula der König!. Zeichenakademie: Ausstellung von Gemälden rc.
Evang. Männer- und Jünglingsverein: Jünglingsverein: Bibel- bssprechung; Jungfrauenverein: Mckabend (Ev. VereinShauS).
Kath. Kallno »Eintracht' (Vereins!.: Braustüb'l*^: VereinSabend. Turngesellschaft : Abends von 8—10fUhr: Turnstunde.
Gesangverein „Sumser*: Singstunde in der »Stadt Bremen'. Gesangverein »Germania': Singstunde im „Löwengärtchen'. Gesangverein „MeloÄania' : Singstunde in der „Karthaune'. Kegel-Klub der Spessart-Touristen : Gasthaus „zur guten Quelle'. Verein der Bayern: VereinSabend im Gasthaus „zur Sonne". Zitherverein Hanau: Probe in der Restauration „Allemania". Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restauration „Allemania*. Deutfchnationaler Handlungsgehilfen-Verband, Ortsgruppe Hanau: VereinSabend im »Karlsberg*.
Athletenklub „Germania*: Riegenstemmen und Musterriegenarbeiten. (Restauration Wagenbach, Paradeplatz),
Stemm- und Ring-Klub „Eiche*: 9—10 Uhr: Daueräemmen unt, Stcinstoßen ; 10—11: Musterriegenarbeiteu (.,Wiener Spitze"), für Mittwoch den 13 Mai,
Hanauer Schützenverein: Nachmittags von 2 Uhr ab: Schießen auf den neuen Scheibenständen.
Kurort Wilhelmsbad: Nachmittags von 4 Uhr ab: Großes Militär- Konzert der Jnfanteriekapelle Nr. 166.
Nerstetgerungs- etc. Kalender für Mittwoch den 13. Mai.
Angebote betr. Uebernahme der Pflasterung nebst Materiallieferung der Bodenseestraße in F-chenheim sind bis vormittags 11 Uhr auf dem Bürgermeisteramt daselbst abzugeben (s. Nr. 105 „Han. Anz."). — Nachmittags von 2 Uhr ab sollen Nürnbergerstraße 26, 1. St., erb1 teilunakhalber eine Partie Mobiliar- und andere Gegenstände durch den beeid. Auktionator Herrn Kurl Petri meistbietend versteigert werden.
Zus JVab und fern»
Cassel, 9. Mai. Die erste Geweihausfiellung des Allgemeinen Deutschen Jagdschutzvereins, Landesverein Kurhessen, wurde heute vormittag im Saale des Zentralhotels von Herrn Landeshauptmann Freiherrn Riedesel zu Eisenbach mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Redner gab seiner Freude über die so reiche und prächtige Beschickung der Ausstellung Ausdruck. Der Eröffnung wohnten der Herr Regierungspräsident Kammerherr von Trott zu Solz und eine große Anzahl Jagdfreunde bei. Die Ausstellung ist so reichlich beschickt, daß der große Saal kaum die Ausstellungsgegenstände zu fassen vermag. Jedem Waidmanne muß das Herz aufgehen beim Anblick dieser prächtigen Jagdtrophäen, die in schönen Gruppen geschmackvoll zusammengestellt sind.
Wiesbaden, li. Mai. Wie der . „Rhein. Kourier" aus Bad Ems meldet, hat sich infolge des andauernden Regens hinter dem Hotel Nassauer Hof eine Bergwand von 2000 Kubikmeter gelöst und ist gestern abend zu - s a m m e n g e st ü r z t. Menschen sind nicht dabei verschüttet, auch ist keine Mineralquelle beschädigt.
Wiesbaden, 9. Mai. Die Stadtverordneten-Versamm- lung genehmigte gestern einen Antrag des Magistrats zwecks Gründung eines Reform-Realgymnasiums gleichzeitig mit der Eröffnung einer neuen Realschule am Ziethen- ring zu Ostern 1905. Schon seit langen Jahren sind die hiesigen höheren Lehranstalten überfüllt.
Limburg, 9. Mai. Die hiesigen Barbiere und Friseure haben beschlossen, an den Sonntagen die Geschäfte um 2 Uhr und an ersten Feiertagen zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten ganz zu schließen. Es soll an zuständiger Stelle um Erlaß eines Ortsstatuts hierüber einge- kommen werden.
St. Frankfurt, 10. Mai. Herr Kapellmeister Max Kaempfert vom Palmengarten hat sein diesjähriges Benefizkonzert Dienstag den 9. Juni. Außer dem Palmengartenorchester wird die Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments unter Leitung ihres Musikdirektors mitwirken. — Im Hippodrom gelangt Dienstag abend Paul Lincke's Ausstattungs- Operette „Im Reiche des Indra" zur ersten Aufführung. Die neuen Dekorationen, Kostüme und Requisiten hierzu sind gestern hier eingetroffen.
Darmstadt, 9. Mai. Der Schreiner Albert Gärtner, 25 Jahre alt, aus Hanau, hatte in Offenbach bei einem Hilfsschntzmann ein möbliertes Zimmer gemietet und einem Zimmerkollegen verschiedene Kleidungsstücke u. s. w. gestohlen. Er wird zu 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt.
3 Klein-Anheim, 11. Mai. In ein hiesiges Gasthaus wurde am Hellen Tage ein raffinierter Einbruch verübt. Dem unbekannten Täter fiel eine goldene Taschenuhr, sowie ein Geldbetrag von etwa 100 Mk. zur Beute.
A Seligenstadt, 11. Mai. Der auf Errichtung einer Gasanstalt abzirlende Beschluß der Majorität unseres Stadtvorstandes und die Vergebung des Gaswerks an die Firma Iulius Pintsch zu Berlin fanden die kreisbehördliche Bestätigung. Die Erbauung der kompletten Gasanstalt erfordert einen Kostenaufwand von 131000 Mk. Die Stadt übernimmt deu Betrieb des Werkes nach der Fertigstellung in Selbstregie. — Das achtjährige Söhnchen eines hiesigen Handwerkers stürzte gestern nachmittag beim Suchen nach Spatzennestern vom obersten Scheuergebälke, dem „Katzenläufer", in die Tenne und wurde in bewußtlosem Zustande aufgefunden. Bis jetzt ist das entflohene Bewußtsein nicht wieder zurückgekehrt. Der Junge scheint schwere innere Verletzungen erlitten zu haben, deren Folgen sich vorerst nicht beurteilen lassen.
Hus aller Welt.
Ueber den großen Waldbrand vom 4. d. Mts. auf dem durch die Debatten im Reichstage bekannt gewordenen Truppenübungsplätze Neuhammer gibt das „Sag. Wochenbl." folgende Schilderung: Es mag etwa 21/a Uhr gewesen sein, als der Brand bemerkt wurde. Der Entstehungsort liegt ungefähr 1 Kilometer östlich von der Oberförster Tiez-Linie und etwa Vs Kilometer nördlich von Koberbrunn-Dohmser Kirchstege. Der Boden ist hier größtenteils holzfrei und mit Moos und Heidekraut bedeckt. Die einzelnen stehen gebliebenen Horste sind durch kleine Gräben geschützt, sie blieben meist von dem entfesselten Element verschont. Mit der Geschwindigkeit eines Güterzuges zischten die Flammen in einer Breite von 3 Kilometer auf der ausgedorrten Ebene dahin. Bald erreichten sie größere, etwa 60jährige Waldbestände, und mächtige schwarze Rauchsäulen — viele Meilen weit sichtbar — legten Zeugnis von den Zerstörungen ab. Löschhilfe war wohl sobald als möglich zur Stelle, doch konnten die Mannschaften bei der großen Glutund demfurchtbarenQualm wenig ausrichten. Es war der größten menschlichen Anstrengung nicht möglich, dem verheerenden Elemente an der breiten Neuhammer - Koberbrunner Straße Stillstand zu gebieten; bald stand der große Holzschlag der Firma Lindemann u. Jäkel nördlich derselben in Flammen. Alle Bestände an geschältem Schleifholz, Rollholz und dergleichen wurden ein Raub der Flammen. Die abgebrannte Fläche wird nach ungefährer Schätzung über 2000 Morgen betragen. Als Entstehungsursache kann nur mutwillige Brandstiftung angesehen werden.
Ein Stadtteil durch Brandstiftung vernichtet. Gestern brach in Ottawa eine Feuersbrunst aus; ein heftiger Sturm begünstigte das Feuer. Der Bürgermeister ersuchte telegraphisch um Hilfe aus Montreal und anderen Städten. Truppen sind damit beauftragt, die Ordnung aufrecht zu erhalten und den Notleidenten Hilfe zu bringen. Der von dem Brand ergriffene Stadtteil wurde bereits vor drei Jahren durch Feuer zerstört und wurden damals Arbeiterwohnungen dort errichtet. 250 Familien sind obdachlos. Das Feuer ist von einem Brandstifter angelegt worden, der verhaftet wurde.
Grosifener- Seit vorgestern abend steht ein Teil von Windisch-Grätz in Flammen. Bis jetzt sind 60 Gebäude ein Raub der Flammen geworden. Der Brand dauert noch fort.