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Montag

12. Januar.

jenigen Schüler, welche zu Ostern ihr Abiturienten-Examen zu bestehen gedenken, vor die Frage gestellt, welchen Beruf sie wählen sollen. Mit Rücksicht hierauf scheint eS an der Zeit zu sein, darauf hinzuweisen, daß innerhalb der deutschen Justizverwaltungen, und insbesondere der preußischen, es nicht laut genug beklagt wird, wie sich fortgesetzt ein ganz außer Verhältnis zu dem vorhandenen Bedarf stehende Zahl von Gymnasial-Abiturienten dem juristischen Studium zuwendet.

. Die Aussichten für eine sichere und feste Anstellung im Staats­dienst sind für Jahre hinaus um so schlechtere, als infolge Tanger Andauer der wirtschaftlichen Krisis auch im Handel und in der Industrie die Nachfrage nach juristischen Kräften erheb­lich nachgelassen hat und gar zu bald nicht wieder lebendig zu werden verspricht. In dieser Beziehung sich keinen Illu­sionen hinzugeben, ist durchaus geboten. Da auch alle andern Berufsarten, und namentlich die gelehrten, überfüllt sind, ist guter Rat natürlich so teuer wie jemals. Immerhin darf mit- grteilt werden, daß, wie in sachverständigen Kreisen gemeint wird, die Aussichten im Beruf der Hähern Lehrer zur Zeit besser sich darstellen als in jedem andern akademischen, nament­lich aber im juristischen."

* Der zur Beratung einer Dienstanweisung für Blockwärter eingesetzte Ausschuß hat es in seiner Mehrheit als erforderlich bezeichnet, 1. daß auf Bahnstrecken mit elektrischer Streckenblockung in gleicher Weise wie dies in Vorschriften für den Telegrapbendiensi für die Strecken mit tekegraphischem Zugmeldeverfahren vorgeschrieben ist, sämtliche Züge von Zugmeldestation zu Zugmeldestation abgemeldet werden; 2. daß alle Streckenblockstutionen diese Abmeldungen mitlesen; und 3. daß die Abmeldungen von den Streckenblock­wärtern in ein Zugmeldebuch eingetragen werden. Ebenso ge­langte der Ausschuß, der zur Prüfung der für die Sicherung haltender Züge vorzusehenden Einrichtungen eingesetzt ist, zu der Ansicht, daß die Benachrichtigung der B'ockwärter für Nummer und Gattung der zu erwartenden Züge eine sehr ' willkommene Ergänzung der durch die Bockeinrichtungen be­zweckten Sicherung der Zugfolge bilden würde und geeignet sei, etwaigen Fehlern in der Blockbedienung, besonders bei ein­tretenden Unregelmäßigkeiten, vorzubeugen. Die Eintragung der Abmeldungen in das Dienstbuch sei weniger zweckmäßig, als die Eintragung der Blockbedienungen selbst, und zwar in der Art, daß auf jeder Blockstation ein Buch nach dem Vor­drucke der in vielen Bezirken üblichen Zugmeldebücher geführt werde, in das die Nummer und Gattung jedes Zuges und die Zeit aller bei der Blockstelle eintreffenden und von ihr aus­zuübenden Blockbedienungen einzutragen wären. Bei den außerordentlich verschiedenen Betriebsverhältniffen der einzelnen Bezirke und mit Rücksicht auf die ebenfalls verschiedene Aus­bildung der telegrapischen Zugmeldeeinrichtungen erachtet es der Minister der öffentlichen Arbeiten zunächst nicht für zweck­mäßig, allgemein giltige Vorschriften über das Abmelden neben der Blockbedienung und über die Beteiligung der mit elek­trischer Streckenblockung ausgerüsteten Zugsolgestationen an dem Zugmeldeverfahren zu geben, will es vielmehr den König­lichen Eisenbabndirektionen überlassen, die den gegebenen De- triebsverhältniffen entsprechenden Verfügungen zu treffen. Dabei ist aber, wie der Minister in einem Erlasse an die Di­rektionen ausführt, zu beachten, daß auch da, wo der Fern­sprecher für die Abmeldung der Züge zugelassen wird, bei Verschiebungen in der Reihenfolge der Züge der Morseschreiber zu benutzen ist und daß unter Umständen eine Verständigung zwischen den benachbarten Eisenbahndirektionen über das auf den anschließenden Strecken zu beobachtende Verfahren not­wendig wird.

* Stadttheater. Das Gastspiel des Schlierseer Bauernthe ater's beginnt, wie schon gemeldet, heute und gelangt als erste Vorstellung:Der Am eri käse ppi" von Rauchenegger zur Aufführung. Die hervorragenden Leistungen des vorzüglichen Ensembles, besonders aber des unübertreff­lichen Komikers Herrn Terofal werden schon zur Genüge be­kannt sein und bleibt nur noch zu erwähnen, daß die ge­wählten Stücke die wirkungsvollsten des gesamten Repertoirs sind. Von besonderem Interesse dürften noch die Zithervor­träge in den Zwischenakten, sowie der vorkommende Schuh­plattlertanz der Mitglieder sein. Es ist also in jeder Hinsicht ein äußerst amüsanter Abend zu erwarten.

* Auszeichnung. Auf der 12. Allgemeinen Kanarien­ausstellung in Frankfurt a. M. wurden Herrn Heinrich H e ck m a n n (Mühlstr. 10) auf dort ausgestellte Vögel 2 erste, 4 zweite Preise und der zweite Ehrenpreis zuerkannt.

* Hanauer Bruchwiesengenoffenschaft. Mitt­woch den 14. Januar, nachmittags 2 Uhr, Hauptversammlung im Lokale der Kaiser' schen Brauerei.

* Witterungsumschlag. Nach einigen Tagen mit gelinder Witterung haben wir heute einen kleinen Um­schlag zu verzeichnen, der uns sogar einen leichten Anflug von Schneefall brachte.

* Kindesleiche gefunden. Auf einem Acker an der Leipzigerstraße wurde am Samstag die Leiche eines neuge­borenen Kindes weiblichen Geschlechts gefunden. Die Leiche war in eine blaue Schürze und ein Korset eingewickelt. Um den Hals war eine Schnur gelegt, sodaß anzunehmen ist, daß das Kind von der unnatürlichen Mutter alsbald nach der Geburt erwürgt wurde.

* Unfall. Der Droschkenhalter O. kam heute morgen in der Steinheimerstraße zu Schaden. Er hatte einen hiesigen Einwohner nach dem Ostbahnhofe zu fahren, mußte aber, da etwas vergessen war, umkehren. In der Steinheimerstraße, vor der großen Krone, hielt er an, um umzudrehen, wobei das Pferd einen Seitensprung machte und der Fuhrherr unter die herunlerfallenden schweren Koffer zu - liegen kam. Das Pferd schlug ebenfalls aus, sodaß die Lage des Verunglückten eine kritische war. Passanten eilten herbei und sorgten für Abhilfe. Glücklicherweise ist der Genannte noch verhältnis­mäßig gut weggekommen.

* Unverbesserlich. Der erst am Samstag aus dem I Gefängnisse entlassene Konditor Rosenbaum lag am nachmittag wiederum betrunken in der Nordstraße. Er hatte sich aber durch den Fall eine Kopfwunde zugezogen, infolge dessen er

per Krankentransportwagen in das Landkrankenhans gebracht werden mußte.

Jahrcs-Hauptucrsammlim.

In den gastlichen Mauern Hanaus tagte gestern die Ver­einigung der Rhein-Maingau-Kreisoereine im Verbände deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig, die hier ihre Jahres-Hauptver­sammlung abhielt. Sämtliche Veranstaltungen fanden im Saal­bau znm Deutschen Haus statt.

Oeffentliche Versammlung.

Vormittags 11 Uhr wurde eine öffentliche Versammlung abgehalten, die den Zweck hatte, die sozialpolitischen Forderungen des Verbandes öffentlich zu vertreten. Anwesend waren als Gäste u. a. als Vertreter der Slaatsregiedung Herr Landrat von Beckerath, als Vertreter des Magistrats Herr Erster Beigeordneter Bode, Vertreter der Stadtverordneten­versammlung und der Handelskammer. In Verhinderung des Gauvorsitzenden leitete der Geschäftsführer der Geschäftsstelle Frnnkfurt a. M., Herr Hachenberg, die Versammlung, der vor Eintritt in die Tagesordnung die Erschienenen warm be­grüßte. Der Vorsitzende des Kreisvereins Hanau, Herr Joseph, sprach hierauf gleichfalls herzliche Begrüßungsworte, auf die im Namen der Staatsregierung Herr Landrat v. Beckerath in gleichfalls warmen Worten dankie, während im Namen der Handelskammer der Sekretär derselben Herr Dr. Schulten sprach. Hierauf ergriff der stellvertretende Direktor des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen, Herr Felix Marquart aus Leipzig das Wort zu seinem Referat über das ThemaDie Ausbildung des Kaufmanns" Der bedeutende industrielle Aufschwung des deutschen Reiches ist vor allem der allgemeinen Durchbildung des deutschen Volkes zuzuschreiben, bie gute Durchschnittsbildung, die in der großen Masse des Volkes durch ein vorgeschrittenes Volksschul- weseu Platz gegriffen, bot die beste Unterlage für die Ent­wickelung des Kausmannsstandes, durch sie war es möglich, den Jahrhunderte großen Vorsprung, den manche Nationen, in indu­strieller und wirtschaftlicher Beziehung vor uns hatten, verhält­nismäßig schnell einznholen, indem man durch Gründung von Fach­schulen diese allgemeine Bildung noch vertiefte und den fach­wissenschaftlichen Unterricht darauf ausbaute. Allerdings er­hält der Lehrling die wirklich praktische Ausbildung, die An­leitung der praktischen Betätigung der in den Schulen er­worbenen theoretischen Kenntnisse vorwiegend erst in kauf­männischen Betrieben. Dort muß er zum selbständig handeln­den Kaufmann erzogen werden. Deshalb ist die Wahl der diesbezüglichen Lehrstâtte für den Lehrling wichtig. Den Klein­betrieben sei hier entschieden der Vorzug zu geben. Die Geschäfts- Handhabung in den Großbetrieben sei auf rationelle Ausnutzung der Arbeitskräfte, auf weitgehende Arbeitsteilung zngeschnilten. Jeder Einzelne habe nur gewisse Funktionen zu erfüllen und eine allgemeine, alle Fächer umschließende praktische Ausbildung des Lehrlings sei hier meistens ausgeschlossen. Dazu kommt, daß in solchen Delnevcn/wle statistisch nachgewiesen, meist eine unverhältnismäßig hohe Zahl von Lehrlingen gehalten, daß, so unschön dieser Ausdruck klingt, Lehrlingszüchterei getrieben werde. Nach beendeter Lehrzeit würde dann ein solch mangel­haft ausgebildeter junger Mann hinausgewiesen in die Welt, in diese Welt, wo oft genug tüchtige, völlig durchgebildeteKräfte nur schwer sich eine Position zu schaffen vermöchten. In Kleinbe­trieben dagegen sei dem Lehrling fast immer Gelegenheit zur umfassenden Ausbildung gegeben, der Kleinkaufmann sehe eine Ehre darin, die jungen Leute zu tüchtigen Männern heranzu­bilden, er freue sich, wenn er später einem seiner Lehrlinge begegne, der ein nützliches Glied des deutschen Kaufmanns­standes geworden ist. Freilich gäbe es auch unter den Klein­kaufleuten welche, besonders in Großstädten, die selber eine durchgreifende Fachbildung nicht besitzen und dann selbstver­ständlich auch ihren Lehrlingen eine solche nicht angedeihen lassen können. Aber dies seien Ausnahmen. Die von demKaufmann der Jetztzeit geforderten Kenntnisse sind umfassender Art, viel um­fassender als früher, und doch hat bereits Goethe den bedeutungs­vollen Ausspruch getan:Ich wüßte nicht, was umfassender sein müßte, als die Bildung eines deutschen Kaufmanns." Die Ansprüche, die an den heutigen Kaufmann gestellt werden, seien derartig hohe, daß die praktische Ausbildung in kauf­männischen Betrieben nicht genügt, sie bedürfe einer Ergänzung, und hier komme man wieder auf die bereits einganes er­wähnten Fachschulen, zur Forderung der Einrichtung" kauf­männischer Fortbildungsschulen, und zwar der obligatorischen. Schulen zum freiwilligen Besuch existierten wohl jschon viele, doch diese erfüllten den Zweck nur halb. Durch sie wird wohl den vorwärtsstrebenden Elementen, den Lernbegierigen die nötige Fachausbildung zu teil, die überwiegende Mehrzahl aber, gerade diese, denen eine Vertiefung und Erweiterung der er­langten Schulbildung am nötigsten ist, bleiben diesen Schulen fern. Hier könne nur der Zwang, das Obligatorium Wandel schaffen. Wie im Heere nicht nur die Offiziere, sondern die Gesamtheit tüchtig sein müsse, so sei auch im Kaufmannsstande allgemeine Durchbildung von nöten, um die deutsche Industrie, das deutsche Gewerbeleben auf der Höhe zu erhalten, die zum tatkräftigen Wettbewerb im internationalen Kampfe um die wirtschaftliche Vorherrschaft unbedingt nölig sei. Und diese Ausbildung sei nur durch allgemeinen kaufmännischen Fortbildungsschulzwang zu erreichen. Erfreulicherweise werde das Bestreben des Verbandes Deutscher Handlungsgehilfen auf Schaffung obligatorischer Fortbildungs­schulen von Staats- und Gemeindebehörden vielfach unterstützt und habe deshalb auch schon recht hübsche Erfolge erzielt. Auch hier in Hanau ist bekanntlich auf Vorgehen des kauf­männischen Vereins mit Unterstützung seitens der Handels­kammer eine solche Schule zustande gekommen. Die Erziehung des deutschen Kaufmanns müsse aber auch darauf gerichtet sein, starke, widerstandsfähige Charaktere heranzubtlden, die den unser Land von Zeit zu Zeit Stürme gleich durchbrausenden Geschäftskrisen mit ruhiger Besonnenheit und fester Energie die Stirne zu bieten imstande sind, die in Zeiten gewerblicher Hochkonjunktur maßvoll in allen Dingen bleiben, in steilen wirtschaftlicher Depression ruhigen Blutes und weilen Blickes

der Lage sich anzupassen verstehen und das Selbst­vertrauen nicht verlieren, sie müsse darauf gerichtet sein, Männer heran, nbilden, die mit festen Grund­sätzen, streng reellen Prinzipien und tief ausgeprägtem Ehr­gefühl erfüllt sind, die die Achtung des Volkes vor dem deut­schen Kaufmannsstande befestigen helfen und diesem selbst zur Ehre gereichen. Manches Geschäft ginge zugrunde, dessen Leiter es an Bildung nach keiner Richtung mangele, nur des­halb, weil demselben der nötige Sinn für Reellitât und Ehr­gefühl abgehe. Die alte KaufmannslosungTreu und Glauben" müsse heute mehr denn je als Richtschnur dienen. Lebhafter, langanhaltender Beifall lohnte den Redner.

Es folgte hierauf ein Referat desselben Redners über Ent­stehung und Einrichtungen des Verbundes. Derselbe ist aus einer Zeit hervorgegangen, wo noch mehr wie gegenwärtig wirtschaftliche Krisen das deutsche Gewerbeleben erschütterten. Als Ende der 70er Jahre der Rückschwung dem ungeheuren Aufschwung unserer Industrie nach dem deutsch-sranzöüschen Kriege folgte, als für das geradzu epidemisch gewordene Gründunasfièber die materiellen Unterlagen nicht mehr aus­reichten und durch den als Wiener Krach bekannten Zusammen­bruch großer Banken tausende von Existenzen ruiniert wurden und die Arbeitslosigkeit wie in anderen Gewerben auch unter - den Handlungsgehilfen einen erschreckenden Umfang annahm, da traten in Leipzig eine Anzahl nationalgesinnter Männer, 11 an der Zahl, zusammen, um eine Vereinigung zu gründen zum Schutze der unter den erwähnten Zuständen in Elend und Not geratenen Kollegen, eine Vereinigung, die vor allem die Selbsthilfe durch Errichtung gemeinsamer Unterstützungs­kassen pflegen, in zweiter Linie aber auch durch Zusammen­gehen mit Staats- und Gemeindebehörden die fokale Gesetz­gebung im Handelsgewerbe fördern sollte. Und dieses Ziel wurde voll und ganz erreicht, der Verband und seine Einrich­tungen haben einen ungeahnten Aufschwung genommen. Es wurden durch die vom Verbände eingerichtete Stellenvermitt­lung bis jetzt 42 643 Stellen vermittelt, an Unterstützung für Stellenlos wurden bezahlt 65 659 M., die Krankenkasse hatte am 31. Oktober 1902 22 042 Mitglieder, an Unterstützung zahlte diele Kasse bisher 4 080 375 M., die Pensionskasse zahlte 1100 328 M., die Witwen- und Waisenkasse 605 221 Mark, die Alters- und Jnvalidenunterstützungskasse 495106 Mark. An segensreichen Einrichtungen in gesetzgeberischer Beziehung, die durch Vorgehen des Verbandes erzielt wurden, seien erwähnt die Verlängerung der Kündigungsfrist für Handlungsgehilfen, Regelung der Ar­beitszeit. Ausgestaltung des kaufmännischen Lehrlingswesens und kaufmännische Schiedsgerichte. Außerdem bat der Verband auf seine Fahne geschrieben Forderung von Handelsinspektionen, die den Betriebsinspeklionen entsprechen, sowie Handlungs­gehilfenkammern hauptsächlich zur Ueberwachung der Durch­führung der gesetzlichen Bestimmungen über den unlauteren Wettbewerb. Die Begeisterung, die ihm nach seinem erstes Vortrage entgegengebracht wurde, betonte Redner, k--' Mn ein Beweis, daß das hier Gesprochene ein Echo finden werd? in^ den Herzen seiner Zuhörer. Mit dem Dank der Versammlung an die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden für ihr Erscheinen und mit einem lebhaft aufgenommenen Hoch auf die Stadtbehörden HanauS für deren stets bewiesenes Wohl­wollen den Bestrebungen des Verbandes gegenüber schloß Red­ner seine Ausführungen und damit gleichzeitig die öffentliche Versammlung.

Geschloffene Versammlung.

Nachmittags 3 Uhr fand ebenfalls imDeutschen Haule" eine geschlossene Versammlung statt, zu der nur Ver­bandsmitglieder Zutritt hatten. Die zur Beratung stehende Tagesordnung war als eine umfangreiche und für die Interessen des Gaues wichtige zu bezeichnen. Vorerst, nach Eröffnung der Versammlung, wurde der Bericht üb"r die seit der Wander­versammlung in Wiesbaden vom 10. August 1902 abge­haltenen Vertrauensmânner-Versammlungen entgegen genommen. Darauf folgte die Erstattung des Jahresberichts. Der Ver­einigung sind in dem Berichtsjahre beigetreten die Kreisvereine Kreuznach und Aschaffenburg, sodaß jetzt insgesamt 10 Kreis- vereme dem Gau angehören, und zwar Gießen, Hanau, Aschaffenburg, Offenbach, Wetzlar, Kreuznach, Worms, Mainz, Wiesbaden, Frankfurt a. M. Die Mitqliederzahl des Gaues beträgt z. Zt. 1697. Nach Entgegennahme des Jahresberichts wurde der Bericht über den Stand der Kasse vorgetragen, der ein guter zu nennen ist. Es folgte Revisionsbericht und Ent­lastung d-s Vorstandes. Der weitere Punkt der Taqesord-' nung betraf die Angelegenheit der Errichtung eines Ge­nesungsheims (richtiger: Erholung?- oder Ferienheims) im Taunus. Dieses ins Auge gefaßte Genesungsheim würde nach seiner Verwirklichung das zweite des Gesamtverbandes sein. In Bezug auf diese Angelegenheit waren die Mit­teilungen des Verbandsvorstandes von besonderer Wichtigkeit, nach deren Verlesung sich auch eine ausgedehnte Debatte ent­wickelte. Das Resultat der Verhandlungen über dielen Gegen­stand gipfelte in der zur Annahme gekommenen Resolution, wonach bis zur nächsten Versammlung noch weiteres Material zu beschaffen ist, die Förderung der Angelegenheit aber nach wie vor eine der wichtigsten Aufgaben des Gaues bleibt. Von weiterem Interesse waren auch die Ausführungen, die über die Lage, Preis rc. der ins Auge gefaßten Taunusplätze gegeben wurden. Der Kreisverein Hanau hatte einen Antrag auf Aenderung der Geschäftsordnung eingebracht, nach dem die Zahl der Vorstandsmitglieder sich von 3 auf 5 erhöht. Der Antrag fand einstimmige Annahme. AlS Ort für die Ab­haltung der nächsten Wanberversammlung wurde Frankfurt a. M. bestimmt, für die darauffolgende Wanderverlammlung hat Kreuznach eingeladen. Die Neuwahl des Vorstandes er­brachte nachstehendes Resultat: A. Schwarz-Frankfurt a. M. 1. Vorsitzender, Joseph-Hanau 2. Vorsitzender, Berdux- Offenbach Kassierer, Graulich - Frankfurt a. M. Schriftführer, Nehr-Offmbach Beisitzer. Um 7 Uhr abends konnte die Ver­sammlung geschlossen werden.

FestkommerS.

Nach ernster Arbeit folgten einige Stunden heiteren Ge­nusses und geselligen Beisammenseins, denn der Kreisverein