Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt

Hanauer U Anzeiger

Bezugspreis:

vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auè- «ärtig- Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

General-Anzriger

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, es. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- md Landkreis Hana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

x Einrückuiigsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 -Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Naum, für Auswärts 15 Pfz., im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

DcrantwocU. Redakteur: <8. S ch r e ck c r in Hanau,

*^8^35*

Nr. 159

Ferns-reKansAnß Nr. 605

Samstaa den 11. Juli

Fervsprechanschluß Nr. 605»

1903

Amtliches.

Im Einverständnis mit den übrigen Herren Ressortchefs und der Königlichen Ober-Rechnungskammer bestimme ich für die Zukunft, daß zu den Quittungen über Zahlungen aus der Staatskasse an solche Korporationen, Institute, Stiftungen rc. für welche ordnungsmäßig eingerichtete Kassen bestehen, außer der Unterschrift der Kassenbeamten das Visum des Magistrats, Gemeindevorstandes, Vorsitzenden der Jnstitutsverwaltung rc. nicht zu fordern ist, da solche Kassen als Organe der betreffen­den Verwaltung zu gelten haben und deshalb letztere die Rechts­verbindlichkeit der Quittungen ihrer Kassen anzuerkennen ver­bunden sind. Unberührt von dieser Bestimmung bleiben die von dem Herrn Minister der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten unter dem 31. Oktober 1901 U III E 2993 A erlassenen Vorschriften über die Form der Quittungen über Zahlungen aus der Staatskaffe an Schul­verbände sowie die demnächst zu erlassende Rundverfügung des genannten Herrn Ressortchefs, betreffend die Form der Quit­tungen über Zahlungen an Kirchengemeinden.

Bezüglich der Quittungen über Vergütung für Vorspann, Quartierverpflegung und Fourage, deren Visierung durch die Musterbeilagen 0 1 bis 4 der Ausführungs-Verordnung vom 13. Juli 1898 zum Naturalleistungsgesetz vorgeschrieben ist,

Stadtkreis Danau.

VekmmlmachniWN des Oberbürgermeistttmntes.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 4.10. Juli 1903:

1

1

1

Gärtner, Schlosser, Schuhmacher, Steindrucker, Taglöhner.

Hanau den 11. Juli 1903.

Städtisches Arbeitsamt

12205

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 creme Spitzenkragen.

Verloren: 1 Portemonnaie mit ca. 2 Mark und einer

Radfahrerkarte für Fritz Ropp, 1 schwarzseidener Pompadour.

1

Entflogen: 1 junger scheckiger Kanarienvogel.

Zugelaufen: 1 junger Wolfsspitz m. Geschl.

Vom Wasenmeister am 11. d. Mts. ein gefangen: roter Pinscher und 1 schwarz-weißer Bastard, beide m. Geschl.

Hanau den 11. Juli 1903.

bleibt weitere Berlin C

V 5463

Bestimmung vorbehalten.

2 den 25. Mai 1903.

Der Finanz-Minister.

I. V.: gez. D o m b o i s.

Candhreie Danau.

Bekanntmachungen des Königl. Landratsamtes.

Bei Rohbauabnahmen ist wiederholt beobachtet worden, daß die Bestimmungen des § 47 Abs. 12 der Baupolizei-Ord­nung II vom 1. November 1902 und des 8 38 Abs. 12 der Baupolizei-Ordnung III vom 3. November 1902 betreffend die Einrichtung von Reinigungsöffnungen an unbesteigbaren Schornsteinen nicht beachtet werden. Ich mache die Interessenten hierauf besonders aufmerksam und weise auch die Ortspolizei-Behörden und die Feuerdeputierten an, bei Bauabnahmen auf die genaue Befolgung der ange­gebenen Bestimmungen zu achten und etwaige Mängel zur Sprache zu bringen.

Zwangssicherheits-Verschlüsse im Sinne dieser Vorschriften sind nach einer Verfügung des Herrn Regierungs-Präsidenten nur doppelte Türen mit einer Verschluß-Einrichtung an der äußeren Tür, aus der der Schlüssel nur nach vollständigem Verschluß abgezogen werden kann.

Hanau den 2. Juli 1903.

Der Königliche Landrat.

B Nr. 1318 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Nach Artikel 7IV Ziffer 3 Absatz 2 der Anweisung vom 5. März 1894 zur Veranlagung der Be­triebssteuer abgedruckt in der Extrabeilage zum Amts­blatt pro 1894 Seite 98 haben die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher von allen zur Anmeldung kommenden vorübergehenden betriebssteuerpflichtigen Betrieben dem Landrat Anzeige zu erstatten. Diese Anzeige hat auch Angaben über die Höhe der Betriebssteuer, sowie darüber zu enthalten, ob die Steuer, wie es angeordnet worden, von dem nachsuchenden Verein oder Gast­wirt re. gleichzeitig bei der Erlaubniserteilung entrichtet worden ist. Die Höhe der Betriebssteuer be­stimmt sich nach § 60 des Gewerbesteuergesetzes bezw. Artikel 3" der gedachten Anweisung und beträgt für jeden von der Gewerbesteuer freigelaffenen Gewerbetreibenden ......

für jeden in der Gewerbeklasse IV besteuerten Gewerbetreibenden ......

für jeden in der Klasse III besteuerten Gewerbe- treibenden. ........

u. s. w.

10

Mark,

Mark,

Mark,

der Ge-

Da im Laufe des Sommers öfters Festlichkeiten sangvereine, Turnvereine, Waldfeste u. s. w. veranstaltet wer­den, so bringe ich vorstehende Vorschrift den Herren Orts­vorständen und Gutsvorstehern in Erinnerung und erwarte deren pünktliche Beachtung.

Die mit der Anzeige und Ablieferung der Betriebssteuer noch rückständigen Bürgermeister und Gutsvorsteher haben das Versäumte alsbald nachzuholen.

Hanan den 1. Juli 1903.

Der Königliche Landrat.

St3675 J. V: Lehfeldt, Reg.-Assessor.

Hus Stadt und Cahd.

Hana«, 11. Juli.

Post - Personalien. An gestellt ist als Post­inspektor der char. Postinspektor Riemenschneider aus Harburg in Hanau. Versetzt ist PoMspektor Lenz von Hanau nach Elberfeld.

* Jagdkalender. Im Monat Juli dürfen folgende Wildarlen geschossen werden: Männliches Rot- und Damwild, Nehböcke, Sumpf- und Wasservögel, Enten, Trappen, wilde Schwäne, Schnepfen.

* Für den Juli prophezeit Falb mit Ausnahme der ersten Tage ziemliche Trockenheit. Während der Zeit 16. bis 27. sollen zahlreiche Niederschläge bei hoher Temperatur eintreten. Den 9. Juli bezeichnet Falb als einen kritischen Termin 3., den 24. als einen solchen 1. Ordnung. Dem hundertjährigen Kalender nach dürfte das erste Drittel des Monats kühle Tage bringen, dann aber soll Hitze und Dürre eintreten. Jetzt wissen wir8 ganz genau.

Deutsches Turnfest. Nach monatelanger ange­strengter Tätigkeit sind die Vorbereitungen der Musierriege, welche die Turngemeinde in Nürnberg stellt, so weit gediehen, daß heute abend 7^2 Uhr die letzte Probe siaitfinden kann. Auch morgen früh 8 Uhr ist ein hochinteressantes Bild turne­rischer Tätigkeit geboten, indem die Wettturner des Maingau- verbandes in Gemeinschaft mit den Wettturnern sämtlicher hie­sigen Turnvereine in der Turnhalle zu einem Probeturnen zu­sammentreten. Der Besuch ist auch Nichtmitgliedern der Turn­vereine gerne gestattet.

* Im Raubtierhaus des Frankfurter Zoolo­gischen Gartens sind jetzt die 3 jungen Silberlöwen für jedermann sichtbar. Es ist ein allerliebstes Bild, wenn die 3 Kleinen bald auf ihrer Mutter herumtuen, bald an dem im Käfig stehenden Baum hinaufklettern und dann, weil sie den Rückweg nicht finden können, herunterpurzeln oder die Alte zur Hilfe rufen. Das Haus für kleine Säugetiere hat sich bei der jetzt fast übervollen Besetzung mit seiner Einrichtung von teilbaren Käfigen, die nach Be­dürfnis größer oder kleiner gemacht werden, so gut bewährt, daß es zum Vorbild für gleiche Anlagen in den beiden größ­ten Zoologischen Gärten der Welt geworden ist. Die Direk­tion "des New-2)srker Zoologischen Gartens bat sich ein Modell der Käfige hinüber kommen lassen, und jüngst wurden die Pläne des Hauses an die Zoological Society in London ge­schickt,- die danach ein Haus in ihrem Garten bauen lassen will.

* Boettge-Konzerte im Frankfurter Zoologi­schen Garten. Musikdirektor Adolf Boettge aus Karls­ruhe wird mit seiner Kapelle Sonntag nachmittag und abend im Zoologischen Garten spielen. Im Nachmittags-Konzert von 4 bis V«7 Uhr bringt er eines seiner beliebten historischen Programme und am Abend von 8 bis ^all Uhr Alt- und Neu-Wien. Der Eintrittspreis beträgt 1 Mark (Kinder 50 Pfg.), das Abonnement wird um 1 Uhr aufgehoben, doch soll für Abonnenten bei Vorzeigung der Karten das Eintrittsgeld auf 50 Pf. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt werden.

* Dampferpartie. Gemeinsame Wasserfahrten gehören in Hanan zu den Seltenheiten, und doch gewährt eine solche Partie reiches Vergnügen und hohen Genuß. DieHanauer Rudergesellschaft 1879" wird darum, vielfachen Wünschen ent­sprechend, zu anfang des Monats August eine Dampferpartie nach Aschaffenburg machen. Der Dampfer fährt morgens

Die heutige Nummer umfaßt außer dem Uuterhaltuugsblatt 14 Seiten

gegen 9 Uhr hier ab. In Aschaffenburg findet nachmittags gemütliches Zusammensein mit Tanz statt. Abends fährt der Dampfer nach hier wieder zurück. Die Liste zirkuliert; An­meldungen werden bei Herrn Mohr gern entgegen genommen. Die freudige Erinnerung an die in früheren Jahren so glück­lich verlaufenen Fahrten wird gewiß lebhafte Propaganda für das diesjährige Unternehmen machen und reichen Zuspruch sichern.

* Kittdevfest im Kaiserhof. Auf das morgen nach­mittag von 4 Uhr an imKaiserhos" stattfindende Kinder- und Familienfest verbunden mit Militärkonzert möchten wir an dieser Stelle nochmals empfehlend Hinweisen. Für hübsche Spiele sowie Unterhaltung aller Art ist sowohl für Kinder wie für Erwachsene bestens gesorgt. (Näh. f. Inserat.)

* Gartenfest des Bürgervereins. Zur Erinnerung an die Gründung des Bürgervereins findet nächsten Donners­tag bei günstiger Witterung ein Gartenfest statt.

* Sommertheater auf Beck's Felsenkeller. Wir machen nochmals auf die heute abend stattfindende Vorstellung aufmerksam.

*Wietter Spitze". In dem bekannten Konzert- LokalWiener Spitze" wird morgen eine neue Künsilergesell- schaft ihren Einzug halten und für gute Unterhaltung bestens Sorge tragen. Zum Vortrag gelangen Soli, Duette und Einakter.

* Das Museum des Hanauer Geschichtsver- eins ist morgen geöffnet von 1112^2 Uhr. Im Flach - schranke des Sitzungszimmers sind einige Urkunden mit be­sonders schönen Kapselsiegeln ausgelegt; darunter 2 Hanauer aus verschiedenen Zeiten, ein Bambergisches und ein Mainzisches Siegel.

* Sehenswürdigkeiteu.Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Mftädter Schloß, eine Stiege hoch): Ge­öffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Val Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädter Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittags von 1112Va Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt.

* Erfreulich. Der Firma Jäger & Rumpf in Hanau wurde in Gießen ein weiteres Los der Kanalisation im Betrage von 320 000 Mk. übertragen, obgleich' bei der vorangegangenen Submission ein etwa 55 000 Mk. niedrigeres Angebot eingegangen war. Die genannte Firma arbeitet schon seit vergangenem Jahre an der Gießener Kanalisation zur all­gemeinen Zufriedenheit der Stadtverwaltung und konnte sich letztere nicht entschließen, die weiteren Arbeiten an einen anderen Unternehmer zu vergeben.

* Ein Rabenvater. In wahrhaft haarsträubender ver­tierter Weise hat ein in der Nußallee wohnender Fahrbursche August E. seine Frau und sein 8 Wochen altes Kind mißhandelt. Anfangs Juni fügte er dem Kinde durch brutale Mißhand­lungen einen Armbruch zu, sodaß das Kind im Landkranken­hause Aufnahme finden mußte. Als es geheilt wieder nach Hause gebracht wurde und am Abend weinte, fing der un­natürliche Vater wiederum an, das Kind zu mißhandeln. Die Frau erhob Einspruch, was ihr jedoch schlecht bekommen sollte, denn der Mann faßte das Kind am Aermchen und schlug nun daS Kind fortgesetzt auf den Rücken seiner Frau. Die mißhandelte Frau mußte sich selbst zur Heilung ins, Land- krankenhaus begeben, während das arme Kind selbst drei Rippenbrüche und einen Nabelbruch erlitt und ebenfalls dem Landkrankenhause zugeführt werden mußte. Gegen den un­natürlichen Vater ist Strafantrag gestellt worden.

* Mainwasserwärme vom 10. Juli: Morgens 14, mittags 14V», abends 15 Grad.

'"Das Hahnenkammhaus ist täglich geöffnet.

* Karnevalistisches. Wie aus der heutigen Annonce ersichtlich, ist der karnevalistische Geist nicht nur in der Faschingszeit tätig, sondern er rührt sich auch in der lieben Sommerszeit. So wird die Erste Hanauer Karnevalgesell- schast am 19. Juli ihr obligatorisches karnevalistisches Kirchweihfest feiern, wozu die Vorbereitungen schon statt im Gange sind. Den Besuchern des anerkannt populären Sommerfestes soll diesmal ganz Eigenartiges geboten werden. Nicht allein eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte und Erzeugnisse wird zu sehen sein, sondern auch «ne Aus­stellung lebenden Zucht- und Mastviehs werden die Besucher vorfinden, wobei die schönsten Exemplare prämnert und verlo r werden, ebenso findet Verlosung eines, Te.lsder Gerate statt. Die Karnevalgesellschaft hat eine gro^e Zahl- Landwirte und Oekonomen aus allen Zeiten Deutsch.ands g- wonnen, welche als Preisrichter fungieren, und werden diese