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der politischen Rechte, des Wahlrechts u. dgl. Auf die Erhaltung des Mittelstandes näher eingehend, führte der Redner aus, wie derselbe durch die kapitalistische und technische Entwicklung in Not gekommen fei. Das neue Handwerkergesetz habe bis jetzt gewiß noch nicht Wandel schaffen können, um- faffe es doch vorerst nur das Lehrlingswesen, und da zeige es bereits gute Früchte, wie die kürzliche Ausstellung der Lehr- lingsarbeiten in Hanau so schön bewiesen habe. Redner erörterte sodann ausführlich die Verhältnisse des kaufmännischen Mittelstandes, der kaufmännischen Schiedsgerichte, welche den Gewerbegerichten anznschließen seien, bte notwendige Unterstützung unserer Kriegsinvaliden, ferner die Stellung der mittleren und unterm Beamten und die Beibehaltung der 2jährigen Dienstzeit, endlich Verbesserungsbedürftigkeit unserer Fmanzzölle, Aufhebung der Salzsteuer usw. Allein im Kampfe um die wirtschaftlichen Güter — so schloß der Redner — dürfe man nicht vergessen die idealen Güter, die Erhaltung unserer Macht und unseres Ansehens, die Erhaltung der wahren Freiheit, der Künste und Wissenschaften, der Liebe zu Kaiser und Reich. Langanhaltender Beifall folgte den Aus- sührungen des Herrn Kandidaten, der sich damit als völlig vertraut mit den vielfachen Interessen seiner Wähler, wirtschaftlichen und idealen, nicht zuletzt auch als leidenschaftsloser und gewandter Redner erwiesen hatte. Darauf ergriff Herr Dr. Heraeus aus Hanau das Wort. Die Verhältnisse unseres Wahlkreises mache ein Kartell der konservativen und nationalliberalen Partei notwendig. Diesmal sei die Wahl des Kandidaten in der Person des Vorredners eine günstige, denn bei einer eventuellen Stichwahl werde die Kandidatur" jedenfalls allseitige Unterstützung erfahren. Am Tage der Stichwahl möge man darum das Trennende vergessen und in Einmütigkeit dem Vertreter der bürgerlichen Parteien die Stimmen geben. In eingehender Rede wandte sich darauf Herr Lehrer Martell gegen die demokratische Partei, deren Einfluß bei der Zugehörigkeit Bockenheims zu Frankfurt nicht unwesentlich sei. Auf die Stellung, Zweck und Ziel der nationalliberalen Partei dann eingehend, rechtfertigte er gegenüber vielfacher Angriffe deren Haltung, die stets eine vermittelnde gewesen sei und sein werde zum Wohle der Gesamtheit und entgegen einseitiger Jnterefsenwirischaft. Zum Schluffe sprach der Vorsitzende seine Freude über den schönen Verlauf der Versammlung aus, sowie über die glückliche Wahl des Kandidaten, der überall in Stadt und Land vollste Sympathie sich erworben habe. Nochmals ermahnte er vor allem die Säumigen zur Wahl und schloß dann mit einem von den Anwesenden begeistert ausgebrachten Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König Wilhelm II.
* Eine Resolution aus Arbeiterkreisen für Dr. Lucas. Die gestrige außerordentliche Generalversammlung des evangelischen Arbeitervereins zu Hanau nahm^im Anschluß an die Erledigung ihrer Tagesordnung auch Gelegenheit, zu der in wenigen Tagen sich vollziehenden Reichs- tagswahl Stellung zu nehmen. Auf besondere Einladung hin waren auch die Herren Dr. Heraeus und Wilh. Schroeter erschienen, um gegebenenfalls über die Stellungnahme, des Kandidaten Dr. Lucas zu verschiedenen, die evangelischen Arbeitervereine bewegenden programmatischen Punkten Auskunft geben zu können. Dies geschah in ausgedehnter Weise und die Darlegungen befriedigten in hohem Maße, sodaß nach weiteren Aussprachen, Fragestellungen und Beantwortung derselben einstimmig folgende Resolution gefaßt wurde:
„Der evangelische Arbeiterverein Hanau erklärt sich nach eingehender Klarlegung der Verhältnisse in der heutigen Versammlung einstimmig bereit, mjt allen Kräften für die Kandidatur des Herrn Amtsrichter Dr. LucaS einzutreten und dahin zu wirken, daß seine Mitglieder am 16. Juni ausnahmslos an der Wahlurne erscheinen und in vorerwähntem Sinne ihr Wahlrecht ausüben."
* Schwurgericht. Die Sitzungen der nächsten Schwurgerichtsperiode beginnen am Dienstag den 30. Juni d. I. Den Vorsitz führt Herr Lavdgerichtsrat Kleinmann.
* Naturalien-Ankauf. Das Königliche Proviant-Amt n Hanau kauft bereits gut gewonnenes, trockenes Pferdeheu Legende ist, läßt aber darauf schließen, daß diese Herrlichkeiten qualitativ noch auf alter Höhe stehen.
Wie gerne möchten wir noch bei den verjüngenden Schießbuden, bei dem vielseitigen „Dippemarkt" und allen den vielen Schatzgruben mit roten Fähnchen und verblichenen Draperien verweilen, aber der Raum und — die Nerven legen ihr nicht zu überhörendes Veto ein.
Den Eindruck aber nehmen wir mit, als ob die Zeit noch nicht abzusehen wäre, in der der Fegewind des Fortschrittes die letzten Buden endgiltig vom Meßplatz fortgeblasen haben wird. Traditionen schiebt man so leicht doch nicht aus der Welt. —
Haben Se nicht den kleinen Kohn geseh'n? tönt es wieder von ferne her; zum zweiunddreißigsten mal heute fast so oft wie der Preischor in der Sängerhalle. -1-
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 10./6.
Sehr trocken
Beständig =
Schön
Veränderlich -......ZZT
Regen
Mel Regen 740—jj= g
720_=
Donnerstag
neuer Ernte gegen Barzahlung. Bei gutem Wetter kann jeden Tag geliefert werden. Bei Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau-Nord. Die Abfuhr von der Bahn wird für Rechnung des Verkäufers übernommen und kostet der Zir 15 Pfg. Weitere Anfragen sind an das Proviant-Amt in Hanau zu richten. Geschäftsleute wollen ihre Adresse bei dem genannten Amte niederlegen, damit letzteres direkte Aufforderungen übersenden kann.
* Freigerichter Kleinbahn lieber die vom Kreise Gelnhausen zur Bauausführung beschlossene Freigerichter Kleinbahn, welche von Gelnhausen ausgehend das Freigericht durchschneiden und am Staatsbahnhofe Langenselbold enden soll, kann berichtet werden, daß die Prüfung des Projektes durch die Eisenbahndirektion stattgefunden und dasselbe im wesentlichen Unbeanstandet geblieben ist. Das Projekt liegt zur Zeit dem Herrn Regierungs-Präsidenten vor, der in allerkürzester Zeit einen Termin zur Auslegung der Pläne anberaumen wird, sodaß mit den Grunderwersoerhandlungen und, sofern diese bei allen beteiligten Gemeinden einiges Entgegenkommen finden, auch mit der Bauausführung in Bälde vorgegangen werden kann.
* Strarttz-Konzert. Ueber Johann Strauß, der am 19. Juni konzertiert, äußert sich der „Berliner Lokalanzeiger": In der Philharmonie gab gestern (Sonnabend) abend Herr Johann Strauß III. zum erstenmale ein Konzert oder eigentlich zwei; denn statt der angekündigten zwölf Nummern wurden beinahe doppelt so viel ge'pielt, da daS Publikum io viel Zugaben erklatschte. Damit ist der Erfolg, den Herr Strauß bier erungen hat, wohl genügend gekennzeichnet. Der junge Musikus beherrscht die Stücke, die er zum Vortrag bringt, vollständig, sodaß er ziemlich unabhängig von der Partitur zu dirigieren vermag. Er tut es ohne äußerliche Mätzchen und ohne Nüanzierungssucht. Aber da das Programm sich fast ausschließlich aus Tänzen, Märschen und Walzern zusammensetzte, hätte man es noch lieber im Freien oder im Ballsaal gehört, als im Konzertsaal, wo man an den Platz gebannt ist. Das aus etwa 40 Musikern bestehende Orchester ist gut geschult und namentlich die ersten Geigen klingen und singen schön. Als Komponist stellte sich Herr Strauß schließlich mit einem Walzer „Dem Mutigen gehört die Welt" vor, der dem Publikum ausnehmend gefiel. Die Herren schlugen dazu den Takt mit den Füßen und die Damen wiegten in gleichmäßigem Rhysinus die Köpfe bin und her, Johann III. ist also ein echter L-troutz.
* Mainwasserwärme vom 10. Juni: Morgens 6 Uhr 16, mittags 12 Uhr 16*/», abends 6 Uhr 17 Grad.
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) ( Rückingen, 10. Juni. (Obstbauv erein.) Gestern abend fand im Löwen eine Versammlung statt, in welcher Herr Obergârtner Huber aus Cassel über Zwecke und Ziele der Obstbauvereine, sowie die Vorteile, welche dieselben bieten, referierte. Seine beifällig aufgenommenen Ausführungen 'ührten zur Gründung eines Obstbauvereins, welcher ein Glied >es betr. Kreisvereins und weiter des Reg.-Bezirls-Vereins bilden soll. Mit den Vorarbeiten wie Ausarbeitung der Satzungen u. s. w. wurde eine siebengliedrige Kommission betraut. — Wir wünschen dem jungen Verein im Interesse der Obstbaumzucht, die gerade hier im Argen liegt, ein kräftiges Wachsen, Blühen und Gedeihen!
Aus dem Gerichtssaal.
Sitzung der Strafkammer H vom 10. Juni.
Verschiedenes.
Am 13. Dezember v. I. will ein Zeuge den Kalkbrenner Knaf von Simmershausen abends gegen 6 Uhr gesehen haben, wie er auf Hasen pürschte. Kurz zuvor seien in dem Walde auch Schüsse gefallen. Der Angeschuldigte bestreitet aber, daß er die betreffende Persönlichkeit gewesen sei und hat einen umfangreichen Alibibeweis angetreten, nach welchem er zu der angegebenen Zeit in einem ganz anderen Orte gewesen sein will. Tc sächlich bekunden auch eine Anzahl Zeugen, daß der Angeklagte gegen 6 Uhr in dem Dorfe Oberweit gewesen ist und dort verschiedene Geschäfte abgewickelt hat. Der Zeuge, der den Angeklagten beim Wildern gesehen hat, bleibt aber bei seiner Behauptung: „Es müßte denn grab’ zwei Knafs geben", wie er sich ausdrückt. Es ist auch ein Kniff von dem Angeklagten, der schon wegen Wilddieberei vorbestraft ist, wenn er irgendwo gesehen wird, nach einem andere Orte zu laufen und sich dort in auffälliger Weise bemerkbar zu machen, damit er später mit einem Alibi hervortreten kann. Derselbe Koup soll ihm früher schon einmal geglückt sein. Diesmal ist es aber nichts damit. Die gegen das schöffrngerichtliche Urteil von 3 Wochen Gefängnis eingelegte Berufung wird von der Strafkammer kostenpflichtig verworfen. — Der Leineweber Fehl von Oberzell geriet mit seinem Nachbar Linz wegen eines Backofens, der auf dem Febl'schen Grundstück stand und von dem Linz seit Jahren mitbenutzt worden war, in Streit, der sich in gelegentlichen Schimpfereien Luft machte. Bei mehreren derartigen Anlässen soll der Fehl den Linz schwer beleidigt und mit dem Verbrechen des Totschlags bedroht haben. Die eine Bedrohung soll darin liegen, daß der Angeklagte zu dem Linz sagte, „er werfe ihn in den Kanal". Besagter Kanal ist aber nur ein kleines Wässerchen, in welchem keinem Menschen etwas passieren kann. Deshalb erblickte das Schöffengericht hierin keine Bedrohung. Eine andere angebliche Bedrohung sah dasselbe Gericht nicht als erwiesen an, weil der Linz sich anfänglich hartnäckig weigerte, seine Angaben zu beschwören und erst durch die angedrohte Zwangshaft, nachdem auch eine Geldstrafe von 50 Mk. nichts genutzt hatte, dazu gebracht werden konnte, den Zeugeneid zu leisten. Die Beleidigung ist verjährt. Das Schöffengericht zu Schwarzenfels erkannte wegen aller zur Anklage stehenden Fälle auf Freisprechung. Die vom Amtsanwalt eingelegte Berufung wird verworfen. — Der Schneider Anton Schreiber und der Taglöhner Josef Büdel von Orb waren vom dortigen Schöffengericht zu 3 Monaten bezw. 14 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Sie waren in der Nacht vom 24. zum 25. August v. J. mit einem Rivalen, der demselben Mädchen zu Gefallen ging, handgemein geworden und hatten ihn geschlagen. Der I Schneider hatte auch einen Schuß auf den Zeugen abgegeben.
11. Juni
Die von den Angeklagten eingelegte Berufung wird verworfen.
— Auf die Berufung des Amtsanwalts wird die gegen die Maurer Krach und Auth von Niederkalbach vom Schöffengericht erkannte zu geringe Gefängnisstrafe auf 3 bezw. 4 Monate Gefängnis erhöht. Die Berufung gegen den Maurer Möller wird verworfen. Die Angeklagten halten mehrere Personen, die über ihren Hof gingen, in roher Weise mit Knüppeln und Fäusten niedergeschlagen.
Telegraphischer Wetterbericht dec deutschen Seewarle.
Telegramm aus Hamburg vom 11. Juni.
9 Uhr 46 Min.
Ein Maximum über 765 mm liegt nördlich Schottlands, in Europa herrscht meist niedriger Luftdruck, ein Minimum von 750 mm liegt über Dänemark. In Deutschland ist daZ Wetter im Nordwesten trübe, meist kühler, im Osten meist heiter, wärmer, gestern traten vielfach Gewitter auf mit Regen.
Prognose für den 12. Juni: Stellenweise Regen, Gewitter, im Norden Abkühlung wahrscheinlich.
HsMrmer Vereins- u. UergnSsnnSSnachrichten
für Donnerstag den 11. Juni.
Sommerthealer auf Beck's Felsenkeller: Nachmittags 4 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Prosen; „Im Edelgrund und tiefen Wald" oder « Die BuschliSl"; abends 8 Uhr: „Mamsell Uebeunut", hierauf: „Berger Blut".
Turn- u. Fechtkwb: Slb-ndS 6—7 Uhr: Turnen her Damenabteilung, Turngemeinde: Von 7—9 Uhr: Turnen der Jugendabteilung. Turngesellschaft: Abends von 8—10 Uhr: Turnstunde.
Evang Männer- und JünglinaSverein: Bibelftunde (Kv. VereinShaul.) Katholischer Mâunerverein : Vereinsabend in ser „Restauration Mohr". Dramatisch-literarischer Verein „Melpomene* „zur Sonne": Lesung. Äabelsberger Stenographen-Verem im Gasthaus zu Den „3 Rindern": Uebun «Labend für Korrcspöndenzschrift.
ArendS'scher Stenographen-Verein „Concordia": (Restauration „zur Allemania"): Abends 8—91/« Uhr: Uebung, dann Vereinsabend. Nationalstenogrophen-Verein: Lehr- u. Uebungsstunde (Lokal: „Zur großen Krone", Stembeimerstraße 26).
Klub „Bavaria": Klubabend in der Restauration „Allemania". Gesangverein „Fröhlichkeit"; Singstunde im Vereinslokale.
Erster Hanauer Fußball-Klub 1893t Klubabend in der Brauerei Kaiser. Erste Hanauer Poulegesellfünft- Preissvier im „Deutschen Hans". Radfahrerverein Hanau 1885: Klubabend in der „Centralhalle". Radfahrerverein „Vorwärts" : Zusammenkunft »m Gasthaus „z. Sonne". Kegelklub „Tipp, Tipp": Abends 9'/» Uhr: Rest. z. „Gut-n Quelle«. Eoessart-Touristevverein: VeretnSabend im Gasthaus „z. Kepvan'cv . Freiwillige Feuerwehr- 2. Komp im „Krahnen", 3. Konw. im „Karpfen", 6. Komp, in der Brauerei Beck.
Der König von Dänemark in Hanan.
Hanau, 11. Juni.
Der greife Beherrscher des nordischen Nachbarstaates, Se. Maj. König Christian IX. von Dänemark, der Chef unseres Ulanen-Regiments, weilte gestern zum zweiten Male in unseren Mauern. Mit dem Schnellzug von Wiesbaden kommend, tras König Christian IX. mit Gefolge um 208 Uhr am Ostbahnhof ein, woselbst er vom Kommandeur des Ulanen-Regimeiâ, Oberstlt. Herzog von Urach, und Landrat v. Beckerath empfangen wurde. Leicht und elastisch bestieg der König, den" man eher für einen starken Fünfziger oder angehenden Sechziger, als für einen 85jährigen halten kann, mit dem Herzog den bereitstehenden offenen Zweispänner und fuhr durch die Grimmsiraße, Schnurstraße, Rosenstraße, Nordstraße und Lamboystraße nach der Ulauenkaserne. Dem ausdrücklichen Wunsche Sr. Maj. entsprechend, trug der Besuch einen streng privaten Charakter. Die Ankunft des Königs hatte viel Publikum auf die Beine gebracht, das die nordische Majestät durch herzliche Zurufe begrüßte und der wiederum dankend sich nach allen Seiten verneigte. Einige jedenfalls sich nicht durch Bescheidenheit auszeichnende Radfahrer drängten sich direkt zwischen den Wagen des Königs und den seiner Begleitung, was gerade nicht als geschmackvoll von den betreffenden Leuten bezeichnet werden kann. Die Ulanenkaserne war in aller Eile mit Guirlanden und Fahnen in den dänischen Farben geschmückt worden. Beim Herannahen des hohen Besuchs blies der Trompeter das Signal „Achtung", das Ulanen-Regiment stand auf dem Kasernenhof, kommandiert von Major v. Borcke.
Das Regiment, welches gestern zum ersten Mal mit dem neuen Namenszug geschmückt vor seinem hohen Chef erschien, hatte zu Fuß Aufstellung genommen und präsentierte beim Herannahen des Königs, welcher die Front abschritt. Sodann begab sich der König in die Mitte des Kasernenhofs, woselbst der Regimentschef, dänischem Gebrauch entsprechend, ein neunmaliges Hoch auf Se. Majestät ausbrachte, in das die Truppen kräftig einstimmten. Die Musik intonierte die dänische Nationalhymne und hierauf brachte König Christian sofort ein dreimaliges Hurra aus Se. Maj. den deutschen Kaiser aus, während die Musik die deutsche Nationalhymne spielte. Danach erfolgte ein Parademarsch der Truppen zu Fuß in Eskadronsfront. Sodann begab sich Se. Maj. mit Gefolge und dem gesamten Offizierkorps in das Kasino zur Einnahme eines Frühstücks. An demselben nahmen u. a. auch als Gäste teil Prinz Alfred zu Psenburg-Büdingen als ehemaliger Angehöriger deâ Regiments, der Garnisonälteste Oberst v. Tempsky, Landrat v. Beckerath, Hofmarschall v. Strahl, Oberleutnant v. Giovanint von den 166rn. Bei dem Frühstück brachte der Regimentskommandeur Oberst!. Herzog v. Urach ein Hoch auf den König aus, das dieser mit einem Toast auf das Regiment erwiderte. Inzwischen war das Ulanen-Regiment zu Pferde gestiegen und hatte in rechts abgeschwenkter Regimentskolonne auf dem Exerzierplatz Aufstellung genommen, woselbst eine Tribüne für den König und die übrigen Gäste errichtet war. Gegen VjI Uhr war das Frühstück im Kasino beendet und der König begab sich nach der Tribüne, woselbst er die anwesenden Damen, Ihre Kgl. Hoh. die Landgräfin von Hessen (Gemahlin des früheren Chefs des Regiments), Ihre Kgl. Hoheit die Herzogin v. Urach nebst Kindern, welche sämtlich schon auf der Tribüne Platz genommen hatten, begrüßte und das Re- . giment besichtigte. Das Exerzieren endigte mit einem Front- galopp des Regiments vor dem König, dann wurde das
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