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Mittwoch
- 11. Februar.
gliedern zählt. Der nächste Stenographentag wird am 14. Juni zu Erbach abgehalten. Als Vorort des Verbandes wurde für das laufende Jahr der Verein zu Wetzlar gewählt. Nach der aufgestellten Statistik vom Königl. stenographischen Institut in Dresden besteht die Gabelsbergersche Schule im deutschen Reich aus 1606 Vereinen mit 56 099 Mitgliedern. Unterrichtet wurden in Anfangskursen 58 884 Personen.
* Schreib» und Buchführungs-Kurse. Wie aus dem Inserat der heutigen Nummer ersichtlich, eröffnet hierorts ' der wohlbekannte kaufmännische Privat-Handelslehrer Herr M. Brückner im Restaurant „Sonne", Marktsiraße Nr. 5 einen Lehrkursus im Schönschreiben, Rechnen und kaufmännischer Buchführung für Kaufleute und Gewerbetreibende. Wie viele junge Leute mußten zurücktreten vor Stellungen, wo eine schöne Handschrift oder flottes Rechnen, korrekte Buchführung gefordert wurden und muß es mit Freuden begrüßt werden, daß augenblicklich wieder einmal Gelegenheit da ist, seine Kenntnisse zu erweitern und zu vervollständigen. Der Lehrkursus dauert circa 6 Wochen und sind die Unterrichtsstunden so festgesetzt, daß keine Berufsstörung erforderlich ist, und kann sich somit auch jeder an dem Kursus beteiligen, zumal das ganze Honorar bescheiden ist.
* Karambolage. Zu einem folgenschweren Zusammenstoß zwischen einer Droschke und einem Veloziped kam es gestern nachmittag kurz vor 6 Uhr an der Ecke Grimmstraße- Friedrichstraße. Aus der Friedrichstraße kam eiligst ein Radler, der Gärtner L. aus Kesselstadt, der einem Trupp spielender Kinder ausweichen mußte und deshalb wohl nicht gut acht auf die Vorgänge in der Grimmstraße geben konnte. In diesem kritischen Augenblick kam die Grimmstraße entlang eine Lohndroschke gefahren, die einen Insassen nach der Bahn bringen wollte. Der Radler fuhr nun direkt in die Droschke hinein und das Fuhrwerk ging über ihn hinweg. Unbekümmert um das entstandene Malheur fuhr der biedere Rosselenker davon. Der Radler mußte ins Landkrankenhaus gebracht werden, er hat einen Bruch des Handgelenks', wie auch bedeutende Abschürfungen am Kopfe davongetragen.
* Erschossen. Unser Casseler Korrespondent berichtet unterm 10. d. Mts.: Beim Eintreffen des Halle-Casseler Personenzuges heute früh 8 Uhr 1 Minute fand man in einem Koupee 2. Klasse die Leiche eines jungen Mannes, der als der jugendliche Postgehilfe Karl H e i d t, früher in Windecken, festgestellt wurde. Derselbe hatte in Eichenberg den Zug bestiegen und sich unterwegs aus einem Terzerol eine Kugel ins Gehirn gejagt. Tags vorher hatte er noch Verwandte in Münden besucht und ist wahrscheinlich die Nacht über im Wartesaal in Eichenberg verblieben. Ueber das Motiv der Tat verlautet nichts. Wie wir hören, lag es in der Absicht des jungen Mannes, den Postdienst zu verlassen und sich dem Kaufmannsstande zu widmen.
* Verhaftet wurden gestern nicht weniger als drei Personen auS hiesiger Stadt, die in eine höchst unsaubere Affaire verwickelt sind (Verbrechen im Sinne des § 176, 3 St.-G.-B.). Diese drei Personen sind der Gastwirt R., dessen Bruder, der Goldarbeiier Hch. R., beide verheiratet und der Kaufmann Jean St., ledig. Am meisten belastet ist der erstgenannte Gastwirt, dessen Vergehen bis zum Anfang des ^Jahres 1901 zurückliegen soll. Zwei andere Goldarbeiter, S. aus Kessel- stadt und Pf. von hier, die ebenfalls belastet erscheinen, wenn auch weniger schwer, haben die Flucht ergriffen.
4- Kesselstadt, 10. Februar. (Maskenball.) Am Sonntag den 8. d. M. hielt der hiesige Turnverein, wie alljährlich, einen Maskenball ab, der sich eines zahlreichen Besuchs zu erfreuen halte. Gegen 81/« Uhr abends begann im Saale der „Mainlust" ein fröhliches Maskentreiben. Das bunte Durcheinander bot den vielen Zuschauern ein glänzendes Bild. Für Unterhaltung war bestens gesorgt, hauptsächlich lenkte eine errichtete Ballen-Werfbude oder daS „Treff mich emool" die größte Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Der gesellige heitere Abend hielt die Anwesenden lange zusammen und dürfte vielen derselben in schöner Erinnerung bleiben.
-y. Langendiebach, 9. Februar. (Liederabend.) „Wo man singt, da laß dich ruhig nieder rc." Dieses konnte man von dem gestrigen ersten Liederabend des hiesigen gemischten Chores sagen. Der Dückhardt'sche Saal war dicht besetzt, ein Beweis, daß man auch diesem Verein das nötige Verständnis entgegen bringt. In einer Ansprache hieß Herr Pfarrer Herchenröther die Anwesenden herzlichst will
Zapara im Osten gelangen, die durch das Fort San Carlos geschützt wird. Vor dieser wasserarmen Barre müssen die Segelschiffe mehr als einmal geduldig warten, bis sie Einfahrt erlangen können, und keine von den großen amerikanischen Dampfer- linien kann ihre Schiffe hier fahren lassen. Das Fort San Carlos liegt niedrig, ist aber von mächtigen alten Mauern umgeben. Hat man die gefährliche Barre endlich passiert, so genießt man bis Maracaibo eine herrliche Fahrt. Die Ufer des Sees treten eng zusammen, sind zum Teil mit Palmen schön bestanden und freundlich besiedelt; mit einem Male aber öffnet sich der See wieder zu einem weiten Becken und in dessen Hintergründe erblickt man Maracaibo. Der beste deutsche Kenner von Venezuela hat diesen Anblick als einen großartigen bezeichnet: „keine venezolanische Hafenstadt hat mir einen so bedeutenden Eindruck gemacht wie Maracaibo." Ihre Lage unterscheidet sich von denen der beiden anderen geschilderten Hafenstädte dadurch, daß sie ganz auf flachem Boden liegt; die Bauart der Häuser, die oft zweistöckig sind, gibt der Stadt ein europäisches Aussehen; die stattlichen Warenhäuser, das Zollhaus, das Theater, eine Anzahl von Kirchen, Kapellen, Hospitälern und anderen öffentlichen Gebäuden, die gute Haltung der Straßen — all' das gibt Maracaibo ein stattliches Aussehen. Unter den Plätzen ist die Plaza de la Concordia wirklich schön. Auf dem Markte kann man hier allerlei interessante Sachen sehen: Gürteltiere, die besonders von der niederen Bevölkerung gern gegessen werden und große Eidechsen, deren Fleisch dem alter zäher Hühner sehr ähnlich schmecken soll. An der Stelle des hm- tigen Maracaibo hat einst schon der deutsche Alfinger ein paar Hütten gebaut, und das deutsche Element spielt noch beut
kommen und führte weiter aus, daß der Chor wohl in erster Linie sich die Aufgabe gestellt habe, durch seine Gesänge den Gottesdienst zu verherrlichen, aber auch auf dem Gebiete der Volkslieder wolle er sein Können betätigen. Die Leistungen deS jungen Vereins, unter Leitung des rührigen Dirigenten Herrn Lehrer Seitz, waren in jeder Beziehung zufriedenstellend. Insbesondere gefielen die Solovorträge: „Das Mutterherz", Solo für Mezzosopran von Fräul. K. L i ß m a n n, ferner der Baritonso'o deS Herrn Wilh. Wörner „Die drei Liebchen". Ganz reizend sang Frâul. Auguste Burhenn den Sopransols „Das Vaterhaus". Fräul. Burhenn verfügt über eine sehr sympathische Sopranstimme und es wäre bedauerlich, wenn ihrerseits eine weitere gesangliche Ausbildung unterblieb. Außerdem wollen wir noch erwähnen, daß Herr Lehrer W e ck- mann einen Vortrag über: „Geschichtliches von Langendiebach" hielt. Für seine interessanten Ausführungen wurde ihm reicher Beifall gespendet. Nach Beendigung des reichhaltigen Programms vereinigte man sich zu einer zwanglosen geselligen Unterhaltung. Der Reinertrag wird zu mildtätigen Zwecken verwandt. Möge der gemischte Chor in dieser Bestrebung weiterfahren, der Dank vieler wird ihm nicht versagt bleiben.
Aus dem Gertchtsfaal.
Sitzung der Strafkammer I vom 10. Februar.
Jagdvergehen und Widerstand.
(Schluß.)
In der Verhandlung gegen den Rentner K. von Offenbach und den Müller I. von der Lohmühle bei Lanzingen, die auch noch am zweiten Tage bis zum Abend dauerte, wurde folgendes Urteil gefällt: Der Angeklagte K. wird wegen Jagdvergehens und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 80 Mk., der Angeklagte I. wegen Beihilfe zum Jagdvergehen zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt, von der Anklage des Widerstands wurden beide Angeklagte freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte gegen K. 4 Monate Gefängnis und 130 Mk. Geldstrafe, gegen I. 30 Mk. Geldstrafe beantragt. Aus der Verhandlung ist noch folgendes zu erwähnen: Der Angeklagte wollte den Rehbock von seinem Jagdgebiet aus erlegt und in der Furche bei einem Kornacker, der ebenfalls noch zu seiner Jagd gehört, verendet gefunden haben. Von hier auS wollte er ihn ein Stück weit geschleift und dann auf einen Rain an der Straße geworfen haben. Dieser Rain gehört zum fiskalischen Gebiet und hier wurde schaumiger Schweiß, Schnitthaare sowie ein Eingriff gefunden, der unzweifelhaft von dem sterbenden Tiere herrührte. Dagegen fand sich in dem Kornacker bezw. der Furche nicht die geringste Spur, baß hier ein verendeter Rehbock geschleift worden wäre, die aber unbedingt hätte! vorhanden sein müssen, wenn die Angaben des Angeklagten wahr gewesen wären. Der schaumige Lungenschweiß an dem Rain sowie der tiefe Eingriff der Vorderläufe deutete darauf hin, daß der Rehbock hier den tötlichen Schuß, und zwar einen Lungenschuß, erhalten und auch gleich zulammengebrochen, also auf fremdem Jagdgebiete erlegt war. Der Vertreter der Anklage wies auch noch eindringlich darauf hin, wie unwahrscheinlich es sei, daß der Angeklagte den geschossenen Rehbock von seinem Jagdrevier auf ein fremdes bringe, wo er Gefahr laufen mußte, der unberechtigten Jagdausübung bezichtigt zu werden. Der Oberförster der Oberförsterei Kassel (bei Gelnhausen) deponierte als Zeuge, daß er gute Beziehungen zu den anstoßenden Privatjagdpächtern zu unterhalten bestrebt sei und mit den übrigen 3 anstoßenden Jagdnachbarn auch in bestem Einvernehmen siehe, daß der Angeklagte aber durch rücksichtsloses Abschießen des Bestandes das Eingreifen der Forstschutzbeamten notwendig gemacht habe. Dabei habe der Angeklagte bei Antritt der Jagd eine pflegliche und waid- männische Behandlung derselben versprochen. Auch wurde ein Urteil verlesen, auS welchem hervorging, daß der Angeklagte Bei anderen Jagden sich ähnlich benommen halte. Bezüglich des Widerstandes nahm das Gericht an, daß der Förster sich bei dem zur Anklage stehenden Vorfall nicht mehr in rechtmäßiger Ausübung seines Amtes befand und daher von Seiten der Angeklagten nur eine Notwehrhandlung vorlag.
♦ * ♦ Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 10. Februar.
Der Holzarbeiter H. von Frankfurt hat sich bettelnd hier umhergetrieben. Urteil: 2 Worten Hast. — Als der Tag- « löhner H. am 10. Januar heimkam und hörte, daß sich seine
hier die erste Rolle. Die Deutschen haben hier allerlei Vereine gegründet und unterhalten sich so gut sie können. Sehr beliebt ist Bei ihnen besonders ein abendlicher Ritt nach Los Haticos, einer laugen Straße von kleinen luftigen Häusern, die die Villenkolonie der Fremden in Maracaibo bildet. An Pferden aber ist hier kein Mangel; denn die in der Nähe von Maracaibo lebenden, erst in jüngster Zeit etwas bekannter gewordenen Goajiro-Jndianer bieten hier ihre Pferde zum Kaufe an, und es sind das Tiere von seltener Schönheit: klein, meist weiß oder isabellenfarben, von edlen, den arabischen Pferden gleichkommenden Körperformen und feinem Gliederbau, schönen, wie von der Hand des Drechslers geformten Füßen, langem Halse und kleinem Kopfe, mit wild über die Augen und am Nacken tief herabhängender Mähne und prächtig vollem, langem Schweife (Appun).
Das deutsche Element nimmt in allen diesen Hafenstädten den ersten Platz ein. Ideal ist der Aufenthalt in ihnen für unsere Landsleute nicht. Zu glühend ist die Sonne, zu erschlaffend das Klima, zu gering die Abwechselung des Lebens. Freilich, wenn die Schiffskrâhne knarren, die Waren ein- und ausgeladen werden, die Schiffe mit den Kaffeeballen ihren Kurs nach Hamburg nehmen, dann ist das Leben der Deutschen in Maracaibo, in La Guayra, in Puerto Cabello ausgefüllt genug. Jetzt genießen sie einer unfreiwilligen Muße; wenn aber der halsstarrige Präsident zur Raison gebracht ist, dann, so steht zu hoffen, wird auch Handel und Wandel in Venezuela einen neuen Aufschwung nehmen, und in die jetzt verödeten, venezolanischen Hafenstädte wird neues Leben einziehen.
augenscheinlich etwas eitle bessere Hälfte einen Regenschirm für 5 Mk. zugelegt hatte, trotzdem er nur 13 Mk. Wochenlohn verdient, brach an dem ehelichen Himmel ein tolles Gewitter aus, verbunden mit riesigem Spektakel und klatschendem Geräusch, das augenscheinlich nicht von Zärtlichkeiten herrührte. Die Folge war ein riesiger Menschenauflauf auf der Straße, Erscheinen eines Schutzmannes und nachträgliches Strafmandat auf 6 Mk. lautend wegen groben Unfugs. Das Gericht erkennt zwar an, daß der geplagte Ehemann allen Grund zum Einschreiten hatte, andererseits aber doch über Gebühr gelärmt hat; deshalb wird der Einspruch verworfen. — Der Fabrikant S. wird wegen Uebertretung der Gewerbeordnung zu einer Geldstrafe von 20 Mk. verurteilt. In seinem Betrieb waren in der regsten Geschäftszeit vor Weihnachten Samstag nachmittags noch Arbeiterinnen nach Viß Uhr beschäftigt worden. — Das Dienstmädchen H. erhielt ein Strafmandat wegen Uebertretung der Gesindeorduung, wird auf erhobenen Einspruch aber freigesprochen, da sie ihre Berechtigung, den angenommenen Dienst nicht anzutreten, nachweisen konnte.— Der Bautechniker H. wird wegen Erregung öffentlichen Aergernisses und Beleidigung zu 250 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 11. Februar, 9 Uhr 35 Min.
Ein Maximum von 780 mm lagert über Frankreich, ein Minimum unter 721 mm über Lappland. In Deutschland ist das Wetter trübe, mild mit lebhaften südlichen bis westlichen Winden.
Prognose für den 12. Februar: Trübes, mildes, windiges Wetter mit Regenfällen wahrscheinlich.
Barometerstand
Kananer Vereins-«. UergnSgungsnachrichten
für Mittwoch den 11 Februar.
Stadttheater in Hanau: „Die wilde Katze'; Anfang 7 Uhr.
Gv. Männer- u. Iünglinasverein: Potaunenüimm <Ev. BereinShaus.) Kaufmännischer Verein Hanau: DereinSabend im Restaurant Mohr.
Turn- u. Fechtklub: Gemeinschaftliches Turnen der Männerriegen oon Turngemeinde und Turn- n. Fechtklub.
Turngesellschaft: Abends von'/,9—10 Uhr: Turnen der Männerabteil. Gewerbe- und Handwerker-Verein: VereinSabend in der „Allemania'. Gesangverein „Tonblüthe': Singstunde in oet „Stadt Bremen.'
Thaler-Klub: Zusammenkunft in den ,3 Hasm".
Radfahrerverein Hanauer Radsport 1895: VereinSabend im „Restaurant zur Stadt Bremen'.
ArendS'scher Stenographenverein „Apollobund' (Gasthaus „z. Grafen Vbilivv Ludwigs: VereinSabend.
National - Stenoaraphenverein: UebunsSstunde für die Praktiker-Abteilung (Lokal: „Zur großen Krone').
Zimmerstubengtsellschaft „zur MainlustKesselstadt: Abends 9 Uhr: Zimmerstutzenschießen.
Hanauer Schützenverein: VereinSabend im „Restaurant Mohr.'
Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp, im „goldnen Herz'- Steiger-KorpS m der „Brauerei Beck'.
Hanauer Fußballklub „Wacker" - VereinSabend (Restaur. Carlsberg.)
Versteigernngs- etc. Kalender
für Donnerstag den 12. Februar.
Holzversteigeruna im Marköbeler Gemeinde-Unterwald; Zusammenkunft vormittags I/,1O Uhr auf d m Were, der von Marköbel nach Hüttengesäß führt, am roten Kopf (f. Nr. 31 .Hin. Anz.").
Sprechsaal.
Für die unter dieser Rubrik eingesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.
3", dem „Hanauer Anzeiger" vom 9. er. hat sich ein Herr über Bureau-Räume rc. der Stadtverwaltung ausgesprochen und in der „Hanauer Zeitung" vom 10. b. Mts. wurde eine Erwiderung auf diesen Artikel veröffentlicht.
Ohne nun auf die einzelnen Ausführungen der betreffenden Artikel einzugehen, so ist anzuerkennen, daß dieselben doch die Anregung gaben, auch andere Ansichten auf bleiern nicht wehr ungewöhnlichem Wege zur Kenntnis der Bürgerschaft zu bringen.
In unserem aufblühenden Zeitalter ist nun einmal nicht mehr mit kleinbürgerlichen Verhältnissen, wie sie früher herrschten, zu rechnen. Durch die neue Gesetzgebung in allen möglichen Verwaltungen wird der Verwaltungsapparat immer größer, so daß die Frage sehr berechtigt ist, wie am besten die städtischen Bureaux zusammenzulegen sind, um ein einheitliches Arbeiten zu ermöglichen. Wir sind nun in Hanau nicht in der glücklichen Lage, mit Stolz auf öffentliche Gebäude sehen zu können, welche der Neuzeit entsprechen, weder auf städtische noch auf Staatsbauten. Man denke nur an die Postbauver- hâllnisse, hier ist die Neubaufrage ebenso brennend. Es gibt eine Menge viel kleinerer Städte als Hanau, welche größere und schönere Postbauten haben. Ebenso steht es mit den Gerichtsgebäuden. Wer Gelegenheit hatte, um das Landgerichtsgebäude zu sehen, kann überhaupt nicht glauben, daß unsere Gerichtsräume so lange Jahre genügen konnten. Ohne auf die vielen Mängel der Gebäude einzugehen, möchten wir