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Die so zu sammelnden Gegenstände sollen dann an wirklich Bedürftige weitcrgeqeben werden. Angenommen wirb: Mobiliar, Bettzeug, HauS- und Küchengeräte, Wäsche, Schuhe, jegliches Kleiderzeug sowie sämtliche Artikel zur Krannkenpflege, oorausge'etzt, daß alles noch brauchbar ist. Annahmestelle: Paradiesgaffe Nr. 2 und zwar jeden Mittwoch von lM2 bt§ r/ri Uhr vormittags. Nähere Auskunft wird auch dort gerne erteilt. Wir richten nun im Interesse der Sache die herzliche Bitte an alle Miteinwohner, vornehmlich an die Hausfrauen Hanaus, beim Hausputz, Umzug, Wegzug oder bei Veränderungen in der Familie dieser Einrichtung zu gedenken. Es finden sich wohl in jedem Haushalte Gegenstände, die, da man ihrer nicht mehr bedarf, durch Platzwegnahme oder durch die Arbeit des Jnstandhaltens lästig fallen. Dadurch für den Besttzer wertlos geworden, könnten dieselben in anderen Händen ihren Zweck noch längere Zeit auf gute Weise erfüllen. Hoffend, daß sich der Versuch lohne, danken wir im Namen aller Bedürftigen den gütigen Spendern. Viele für alle.
* Aus dem Stadtparlament. Eine gewisse Heiterkeit erregte in der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung das Ergebnis der namentlichen Abstimmung über die Fleischsteuer-Antrâge. Für den Magistratsantrag, also 64 000 Mk. in den Etat als Ertrag der Fleischsteuer einzu- stellen, wodurch der Antrag Hoch, 10000 Mk. abzusetzen, hinfällig wurde, stimmte auch der Stadto. Reis. Auf Grund dieses Votums fragte Stadto. Hoch an, ob dem Siadiv. Reis, der sich jedenfalls geirrt habe, eine Erklärung gestattet sei. Vorsteher C a N t h a l meinte, daß eine solche" Anfrage doch wohl von dem Stadtv. Reis kommen müsse. Er sei kein Unmensch und habe nichts dagegen. Darauf gab Stadto. Reis die „gewünschte" Erklärung ab, die „enger e Fühlnn g" des Stadiv. Reis mit seinen Freunden soll nun künftig dadurch ermöglicht werden, daß ein Platzwechsel vorgenommen und Stadto. R e i 8 statt auf der rechten Seite des Hauses nunmehr seinen Sitz auf der linken Seite einnehmen wird.
* Städtische Steuern. Nach den gestrigen Beschlüffen der Stadtverordnetenversammlung kommen als direkte Steuern im Etatsjahre 1903, also vom 1. April d. J. ab, zur Erhebung 125% als Zuschlag zur Einkommensteuer, je 15O’/o der Grund- und Gebäude-, sowie der Gewerbe- und Belriebs- steuer.
* Stadtverordnetenversammlung. Die für nächsten Donnerstag als Fortsetzung der gestrigen Sitzung anberaumte Plenarsitzung fällt aus.
* Stadttheater. (Benefiz Retzbach.) Am Freitag geht als Benefiz für Herrn Arthur Retzbach, unseren beliebten Charakterspieler, Brachvogels vortreffliches Werk: „Narziß", neu einstudiert, in Szene. Herr Retzbach, der uns in darstellerischer Hinsicht sowohl als auch in der Regie manche vorzügliche Leistung bot, hat mit diesem hervorragenden Stücke eine gute Wähl getroffen. Es zeichnet sich durch eine spannende, lebenswahre Handlung aus, in der die Figur Narziß's, des Bettler-Philosophen, den Mittelpunkt bildet. Dem bewährten Darsteller bietet diese Rolle eine dankbare Aufgabe, die seinem Können gâftz besonders liegt und wird er an seinem Ehrenabend ein volles Haus zu erwarten haben. — Am Sonntag geht nicht, wie irrtümlich angegeben wurde, „Im bunten Rock" in Szene, sondern das mit so großem Beifall aufgenommene Schauspiel Maeterlincks: „Monna Danna". Die Aufführung ist außer Abonnement und bemerken wir, daß eine Wiederholung im Abonnement nicht stattfindet. Am Sonntag nachmittag wird bei kleinen Preisen das beliebteDolksstück „Hergottschnitzer vonAmmer- g a n" gegeben.
* Einführung eines vereinfachten Abferti- gungsverfayrens. Jm Verkehre der Stationen Frankfurt a. M. (Hptbhf.), Frankfurt a. M.-Sachsenhausen, Flörsheim, Friedberg, Gelnhausen, Gießen, Hanau-Ost, Homberg o. d. H, Lauterbach (Oberheffen), Salmünster, Schlüchtern, Wächtersbach und Wiesbaden unter einander wird für Eilund Fracht-Stückgutsendungen jeder Art versuchsweise ein vereinfachtes Abfertigungsverfahren mit Markenentwertung einge- führt. Der Unterschied gegen das jetzige Verfahren besteht im wesentlichen darin: 1. daß an Stelle des Frachtbriefes eine Eisenbahngüterkarte tritt und die Kartierung wegfällt, sowie 1. daß jur Berechnung der Fracht, Nebengebühren und Nachnahme Frachtmarken verwendet werden, welche bei den Abfertigungsstellen käuflich sind. Zur Abfertigung ist im allgemeinen zu bemerken: 1. Die Prüfung und Annahme der Güter vollzieht sich wie bei der Annahme mit Frachtbrief. 2. Bei Frankaturen ist der Betrag, sofern dies nicht schon von dem Absender geschehen ist, auf der Rückseite der Eisenbahngüterkarie in Marken aufzukleben, die durch Aufdrücken des Einlieferungsstempels zu entwerten sind. 3. Soweit Conlisten (Sendungs- nehmer/fin Frage kommen, werden Marken nicht verwendet, es verbleibt also auch bei Auflieferung auf Eisenbahngüterkarte bei dem seitherigen Verfahren durch Buchung der Beträge. — Es werden Marken zu 5, 10, 20, 60 Pfg. und 1 Mark verkäuflich abgegeben. Zur Verwendung für die Abfertigungsstellen dienen außerdem noch Marken zu 2, 5 und 10 Mark, welche nicht an die Verfrachter verkauft werden. Den Verfrachtern werden bis auf Weiteres die erforderlichen Formulare zur Eisenbahngüterkarte ohne Bezahlung abgegeben. Für die Benutzung der Eisenbahngüterfahrkarte sind zunächst die regelmäßigen Versender bestimmter Artikel wie Bier, Brot, Butter, Fische, Gemüse, Obst u. s. w. in Betracht zu ziehen und ist durch Wegfall der Kantierung eine beschleunigte Verladung und Auslieferung der Güter gesichert. Ein Zwang zur Anwendung dieses Verfahrens wird bis auf weiteres nicht ausgeführt.
* Familien-Attsflug. Der Klub Scharaffia veranstaltete am vetgangenen Sonntag einen Ausflug nach Klein- Steinheim und versammlte sich dort im Saale des Herrn Kuschka. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden und führte aus, daß es das eifrigste Bestreben des Klubs sei, den Gästen die Stunden so angenehm als möglich zu gestalten. Der Verlauf des Festes bestätigte diese Worte voll und ganz, denn in bunter Reihenfolge wechselten nun die Darbietungen, und alle Mitwirkenden setzten ihre ganze Kraft ein, den ihnen
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zufallenden Part dufS Beste durchzuführen. Selbstverständlich kam die Jugend auch beim Tanze nicht zu kurz. Bald herrschte die animierteste Stimmung. Auf den Gesichtern war deutlich zu lesen, daß die Stunden der Trennung (Mitternacht), den meisten noch viel zu früh waren.
Aus dem Geeichtsfaul.
Mitzimg der Strafkammer I vom 9. März.
Lotterievergehen.
Zwei Offenbacher Lotteriekollekteure I. und F., welche in Preußen Lose der Hessischen Lotterie verbreiteten, werden ersterer zu 500, letzterer zu 150 M. Geldstrafe verurteilt.
Widerstand.
Am 2. Pfingstfeiertag v. I. kamen die Fabrikarbeiter S. und B. zu Fechenheim nachts aus der Wirtschaft und verübten auf der Straße gehörigen Radau. Als Schutzleute einichriiten, verweigerten sie ihre Namen, und als sie daraufhin verlangten, die Radaumacher sollten mit auf die Wache gehen, verweigerten sie auch dieses. Die Schutzleute hatten dann ihre liebe Not, die sich sehr renitent gebärdenden und heftigen Widerstand leistenden Leute auf die Wache zu bringen. Der S. wurde im vorigen Jahre schon abgeurteilt, B., der jetzt erst gefunden wurde, erhält heule 20 Mk. Geldstrafe.
Diebstahl. *
Ein hier beschäftigter Schreinergeselle war am 9. März v. I. in einer hiesigen Wirtschaft zur Tanzmusik gegangen. Als er sich anziehen wollte, machte er die unliebsame Entdeckung, daß sein Ueberzieher, Hut und Schirm von einem Langfinger gestohlen waren. Der Verdacht lenkte sich auf den Kellner S., der am selben Tage nach 14tägigec Wirksamkeit in einem Restaurant seine Stelle verlaffen und außer ein Paar Glatzäs keine sonstige Ausstattung im Besitz hatte. Man vermutete daher, daß er zur Aufbesserung seines äußeren Menschen die Sachen gestohlen hatte. Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte bestreitet zwar hartnäckig den Diebstahl, wird jedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Das Gericht verurteilte ihn als rückfälligen Dieb zu 1 Jahr Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust.
Eine weitere Strafsache wurde vertagt.
Hue pfab und fern.
Cassel, 9. März. Der Eisengroßhändler Furthmann, welcher mit 204 000 Mk. Ueberschuldung fallierte und nach England geflüchtet war, wurde wegen Bilanzverschleierung und übermäßigen Aufwandes zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt.
Rotenburg, 7. März. Unbesonnenheit und wilde Leidenschaft haben zwei Familien in dem Dorfe Ober'uhl in großes Unglück gestürzt. Zwei hiesige Handelsleute hausierten gestern in der Gegend vor? Eisenach. Auf dem Wege von Unterellen nach Lauchröden gab es Differenzen, die sich noch in dem Stückichen Gasthause zu Lauchröden fortsetzten. Auch nach dem Verlaffen der genannten Wirtschaft nahm der Streit auf der Straße noch seinen Fortgang, worauf einer der Streitenden namens Hagelganz sein Messer zog und dem Gegner schwere Wunden an Kopf und Unterleib beibrachte, daß die Därme alsbald hervorquollen. Trotzdem sich hilfsbereite Lauchröder in liebevollster Weste des Verletzten annahmen und trotzdem ärztliche Hilfe von Herleshausen aus sehr schnell zur Stelle war, war es nicht möglich, den Verletzten am Leben zu erhalten. Er starb heute mittag 12 Uhr und hinterläßt eine Frau, die sich im Irrenhaus befindet. H. wurde heute nachmittag auf dem Bahnhof zu Herleshausen von dem Oberwachtmeister Schmidt zu Eisenach in demselben Augenblick in Haft genommen, als er sich in seine Heimat zurückbegeben wollte. Er wurde nach dem Tatorte Lauchröden wieder zurückgeführt, an Ort und Stelle vernommen und dann in das Landgerichtsgefängnis zu Eisenach übergeführt.
Gießen, 9. März. Ueber der Gasexplosion im Stadt- theater liegt dem „G. A." folgender Bericht vor: Als der Wirt Noll gestern abend, ca. 5 Minuten vor ^i 8 Uhr, den kleinen Garderoberaum, der am Eingänge des Theaters zur Linken liegt, betrat, naim er einen leichten Gasgeruch wahr. Er zündete ein Streichhölzchen, und mit diesem den Lampenanzünder, eine lange Stange, die am oberen Ende ein Watte- bâuschchen zur Aufnahme von Brenn^piritus trägt, an. Als N. dann die Stange in die Höhe schob, um den von der Decke herabhängenden Lustre anzuzünden, erfolgte eine furchtbare Explosion. N. wurde aus der Garderobe herausgeschleudert und blieb schwerverletzt im Vestibül des Theaters liegen. Herbeigeeilte Leute trugen ihn in seine Wohnung, wo ärztliche Hilfe alsbald zur Stelle war. Im Augenblick der Explosion befanden sich in dem neben der Garderobe liegenden Billetausgaberaum außer dem Kassierer Debus drei Personen auS Kinzenbach und zwei Musiker. Alle wurden mehr oder minder verletzt, doch sind die Verletzungen nicht schwer. Durch die Gewalt der Explosion wurden sämtliche Fenster- und Türscheiben in Atome zertrümmert, zum Teil wurden auch die Fensterkceuze mit herausgerissen. Die durch die Explosion heroorgerufene Er'chütterung war so groß, daß die Oberlicht- fensier auf der Bühne samt dem eisernen Gitterwerk herab- stârzten. Ein weiterer Schaden ist nickt entstanden. Die Vorstellung mußte indessen ausfallen. Durch einen eigentümlichen Umstand ist der Theaterdirektor Kruse eventuellen Verletzungen entgangen. Herr Kruse, der sonst nie den Seitenausgang benutzt, um auf den Play vor dem Theater zu gelangen, vielmehr bei Beginn der Kaffenöffnung stets in dem Billetausgaberamm weilt, wich diesmal ganz ausnahmsweise von seiner Regel ab und ging durch den Seilenausgang. Dies wurde seine Rettung; denn kaum auf dem Vorplatze an- gelangt, erfolgte die Explosion. — Ueber die Ursachen der Explosion wurde folgendes festgestelll: In die Garderobe waren Bäume, die zu Dekorationszwecken gedient hatten, gebracht worden. Es wird angenommen, daß die hiermit betrauten Personen so unvorsichtig mit den Bäumen umgegangen sind, daß durch häufiges Anstößen an den Lustre dieser stark beschädigt wurde. Der Lustre wies bei der heutigen Untersuchung einen Riß auf, durch den das Gas vermutlich in den
____10. März.
Raum gedrungen ist. Ganz aufgeklärt ist die Ursache indes noch nicht und wird es vielleicht auch niemals werden. — Nach einer wetteren Meldung coolste die Exvlosiou in dem Moment, in dem der Wirt Noll das Stteickbölzcken entzündete. Da N. nicht vernehmun ssäh-g ist, konnte hierüber bisher nichts Zuverlässiges festgestellt werben.
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Drahtnachrichten.
Der englische Marinevoranschlag.
London, 10. März. Dem Marinevoranschlagc ist eine Darlegung des ersten Lord der Admiralität, Earl o f S e l b o r n e, beigegeben. Darnach belaufen sich die Vor anschläge für Neubauten auf 10,137,000 Pfund Sterling. Hiervon sind 1,150,000 Pfd. Sterl, für die Stapellegung neuer Schiffe bestimmt, gegen 9,058,000 resp. 700,000 Pfd. Sterl, im laufenden Jahre. Abgesehen von diesem neuen Schiffsbauprogramm werden sich im Bau befinden 11 Schlachtschiffe, 19 Panzerkreuzer, 6 andere Kreuzer, 4 Aufklärungsschiffe, . 2 Sloops, 19 Torpedobootszerstörer, 8 Torpedoboote und 3 Unterseeboote, von denen 6 Schlachtschiffe, 11 Panzerkreuzet, 1 anderer Kreuzer, die beiden Sloops, 4 Torpedobootszerstörer; die 8 Torpedoboote und die 3 Unterseeboote bereits im Laufe des Jahres fertig werden sollen. Abgesehen davon soll der Umbau von 4 Schlachtschiffen und Kreuzern zu Ende geführt und 2 Schlachtschiffe und 1 Kreuzer in Umbau gegeben werden. Die beiden mit Staatssubvetttiou geballten Cunard - Schiffe sollen schneller sein, als irgenb ein anderes zur Zeit auf dem Wasser befindliches Schiff. Ferner wurde beschlossen, Westafrika von der Kapstation zu trennen und für den südöstlichen , Teil Südamerikas unb für Westafrika ein neues Geschwader, das sog. südadlantische, zu bilden, welchen Gibraltar und Sierra Leone 311 Flottenstationen haben soll. Der Kreuzer dritter Klasse „Amethyst" und ein Torpedobootzerstörer werden versuchsweise mit Turbinen- Maschinerien ausgestattet.
Die Kämpfe im Somaliland.
London, 9. März. Einer amtlichen Depesche zufolge besetzte General Manning am 3. März, scheinbar ohne Widerstand zü finden, Galkayn.
Aus Südamerika.
ReM-Nork, 9. März. Nachrichten aus San Salvador besagen, Regierungstruppen von Honduras seien von Anhängern Bonillas bei Talgua geschlagen worden. General Ferrera sei -getötet, General Lopez mit dem Stabe gefangen genommen worden.
Todesurteil.
Berlin, 10. März. Der Fabrikarbeiter Lippke, der beschuldigt wird, am 12. Jütii 1902 feine Frau erschossen zu hüben, wurde vom Gerichtshöfe zum Tode verurteilt.
Gescheitert.
Valparaiso, 10. Marz. Das chilenische Torpedoboot „Jnjeniero Mery" ist bei San Antonio gescheitert. Die Mannschaft wurde gerettet.
Erdbeben.
Prag, 10. März. Die Blätter melden: Gestern nachmittag um 3 Uhr 15 Mikl, wurde in Ä s ch ein heftiger Erdstoß verspürt.
Leipzig, 9. März. Die Meldungen auswärtiger Blätter, daß die sächsischen Polizeibehörden an der Grenze Anweisungen erhalten haben, Giron an einer etwaigen Rückkehr nach Sachfen zu verhindern und daß ihnen zu diesem Zwecke Girons Photographie zugestellt worden fei, sind, wie die „Leipz. Neuesten Nachr." erfahren, unrichtig.
Rom, 9. März. Die „Tribuna" meldet, es scheine nunmehr gewiß zu fein, daß der Kaiser von Rußland im November nach Rom komme.
Paris, 9. März. Im Hotel des Ventes sind heute Mobiliar uub Kunstgegenstände aus Zolas Hause zum Verkauf gekommen. Der Verkauf soll erst am 13. d. Mts. beendigt werden. Der erste Tag brachte 38790 Fres. Unter den seltenen Gegenständen brachte ein handschriftliches Gebetbuch aus dem 15. Jahrhundert mit Malereien 4700 Fres.
Washington, 9. März. Der Senatausfckuß für auswärtige Angelegenheiten sprach sich günstig zur Kanalbill aus. Der Senat begann die Beratung der Bill. Anträge dazu sind nicht gestellt. — Das Äckerbaudepartement verhängte über den Staat Rew-Hampfhire infolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche die Quarantäne.
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Eine Milliarde. Für den großen wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands legt die rapide Entwickelung der Lebensversicherung ein beredtes Zeugnis ab. 1870 hatten alle deutschen Gesellschaften zusammen einen Versicherungsbestand von einer Milliarde Mark, jetzt hat eine Gesellschaft allein, die Victoria, diesen Bestand erreicht. Voraussichtlich wird in etwa 10 Jahren eine zweite Gesellschaft ebenso weit fein. 1866 verzeichnete die Victoria einen Bestand von 100 Millionen Mark, 1896 von 500 Millionen. Zu den zweiten 500 Millionen hat sie nicht ganz 7 Jahre gebraucht. In früheren Zeiten wäre eine derartige Entwickelung in Deutschland unmöglich gewesen. Die überragenden Erfolge der Victoria in der Volks - Versicherung haben hier und da nicht Eingeweihte glauben machen wollen, die Victoria betreibe nur die Volks- s Versicherung, während doch seit 1890 alle Gesellschaften unseres Kontingents Jahr für Jahr im Zuwachs des Bestandes hinter der Victoria zurückblieben. Zuerst — viele uno große Gefell- schaftèn sind ihr heute darin noch nicht gefolgt — bot sie die Lebensversicherung in der Form, daß der Versicherte keine Prämien mehr zu zahlen hat, wenn er invalide wird, die Versicherung aber gleichwohl unverändert in Kraft bleibt. Ende 1901 kam sie mit neuen, ganz kurzen Bedingungen heraus, die fast alle bisherigen Beschränkungen fallen lassen. Jeder