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Dienstag
10. Februar.
aus dem Landes-Ausschuß ausgeschieden, behält aber sein Abgeordneten Mandat - bei und hat nur für diese Session um Beurlaubung gebeten. Die Abgeordneten Graf Isenburg- Büdingen und Bürgermeister Krommes haben ihr Fernbleiben durch Krankheit entschuldigt.
Auf Vorschlag des Präsidenten erklärte sich das Haus mit der Wahl dreier Ausschüsse zur vorbereitenden Erledigung der Aufgaben des Landtags einverstanden. Die Ansschußwahlen werden per Akklamation vorgenommen; danach setzen sich die einzelnen Ausschüsse wie folgt zusammen:
I. Haupt-Ausschuß: Dr. Endemann (Bors.), Dr. Antoni-Fulda, Oberbürgermeister Gebeschus-Hanau, Beinhauer- Vollmarshausen, Frhr. v. Bodenhansen, Landrat v. Buttlar- Wolfhagen, Rittergutsbesitzer Deichmann-Lemback, Landrat v. Ditfurth-Rinteln, Bürgermeister Engel-Hailer, Bürgermeister Oberstl. Gaertner-Rinteln, Durchlaucht Prinz Philipp von Hanau, Forstmeister Hebel, Gutsbesitzer Heydenreich-Malsfeld, Landrat v. Kcudell-Eschwsge, Dr. Kind-Fulda, Exzellenz v. d. Malsburg, Bürgermeister Metz - Mahlers , Heinrich N i ck e.l - Hanau, Landrat Noeldechen-Fritzlar, Freiherr Riedesel zu Eisenbach, Stadtrat Ruetz-CassU, Freiherr Schenk z. Schweinsberg-Kirchhain, Landrat v. Schwertzell-Zicgenhain, Siebert-Marburg, Bürgermeister Docke Eschwege, Stadtrat Kommerzienrat Vogt-Cassel, Justizrat Dr. Harnier-Castel und Gutsbesitzer Pfannenstiel-Weidrnbrunn.
II. Eingaben-Ausschuß: Major Kurt v. d. Malsburg (Bors.), Bürgermeister Berta-Soden, Bleuel, Braun- Hersfeld, Hold-Obermeiser, Dr. Lucas-Langenselbold, Nöll- Gudensberg, Reinhard - Landershausin, Ruth - Dellnhausen, Schöffer-Gelnhausen, Neberhorst, Wagner, Demme und Witzel.
III. Legitimations-Ausschuß : Wolf (Lors.). Bopp, Dohme, Krommes, Laubach, Schüßler, Staudinger, Stroh und Sinning.
Gegen 6 Uhr wurde die Sitzung geschlossen. Die nächste Plenarsitzung wird Freitag vormittag IO Uhr stailfindcn.
Hue Stadt und CancL
Hana«, 10. Februar.
* Der hiesige Sprechverkehr ist auf Apolda ausgedehnt worden.
* Städtische Sparkasse. Man begegnet vielfach der Meinung, bei Hypothekenanlagen m ü ß t e amortisiert werden, was tatsächlich nicht zulrifft. — Die städt. Sparkasse beleiht gute Hypotheken auf Häuser und Liegenschaften zu 4 Prozent Zinsen ohne alle Spesen.
* Ausschuß für Volksvorlesungen. Heute abend 8^8 Uhr im Saale des Stadtschlosses (Marienstraße) 1. Vortrag über „Die Weltrâtsel".
* Evang. Männer- und Jünglings-Verein. Morgen Mittwoch abend 8'/- Uhr hält Herr Pfarrer Lambert im Lokal des evang. Männer- und Jünglings-Vereins, Nußallee 22, einen Vortrag über das Thema: „Christliche Sitte und Sittlichkeit in ihrer gegenseitigen Beziehung", wozu die Mitglieder des Vereins und Freunde der Sache freundlichst eingeladen sind. Eintritt frei.
* Herren-Abend. Der vorgestern Abend im großen Sälchen des Restaurants Carlsberg von der Hanauer Ortsgruppe des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes, Hamburg, abgehaltene Herren-Abend nahm einen sehr schönen und angenehmen Verlauf. Einige Herren des Eisenbahn - Gesangsvereins brachten wirklich schöne Stücke zum Vortrag, was nicht wenig dazu beitrug, die gute Stimmung aufs beste zu halten. Daß das Sälchen vollständig überfüllt war, bürgt wohl am Besten dafür, daß die Bestrebungen dieses Verbandes in Hanau immer mehr Fuß fassen.
* Desertiert. In einem Garten hinter dem Landkrankenhause fand gestern abend ein Schutzmann Uniform- stücke, die, wie sich herausstellte, einem seit dem 3. ds. Mts. von seinem Truppenteile, der 8. Kompagnie Jnf.-Rgts. Nr. 166, verschwundenen Musketier gehören. Der Musketier hatte mit einem in der Nähe der Kaserne bediensteten Mädchen Bc-
müsse streng hierauf geachtet werben. An offener Tuberkulose leidende Personen dürften keine Lehrtätigkeit ausüben, und an Stelle der jetzt als Spiel- und Tummelplätze für die Jugend dienenden Sandplätze, die bei heißem trockenen Wetter staub- und damit bakierienhaltende Lust erzeugen, empfahl Redner als zweckmäßiger die Anlegung von Rasenplätzen. Sodann kam der Herr Vortragende auf die bekanntlich von Prof. Koch aufgestellte und durch verschiedene Experimente bereits ziemlich beglaubigte Hypothese der Nichtübertragbarkeit der Rindertuberkulose auf Menschen zu sprechen und führte einige für diese Behauptung sprechende Tatsachen an. Eine Hauptverhütungsmaßregel sei die Beseitigung der Anlage, her Leichtempfângeichkeit für die Krankheit, also die allgemeine Kräftigung des Körpers durch zweckentsprechende Tätigkeit in frischer reiner Luft und gute, stärkende Nahrung, besonders Fleisch. Auch die Wahl des Berufes spiele hier eine bedeutende Rolle. Bei Besprechung der Heilmittel erörterte Redner die Wirkung des s. Z. so großes Aufsehen hervorgerufenen Tuberkulins, von Prof. Koch hergestellt. Der enttäuschende Mißerfolg, den dieses in den Anfangsstadien der Tuberkulose, von sachkundigen Aerzten angewandt, noch heute sehr wirksame Mittel im ersten Jahre seiner Anwendung erlitt, sei nur auf seine unzweckmäßige Anwendung zurückzuführen. Die Zweckmäßigkeit der sog. Volksheilstäiten behandelte Redner recht skeptisch, indem er an der Hand selbst vorgenommener und von anderer Seite ausgestellter statistischer Berechnungen die tatsächlichen Erfolge dieser Heilstätten als sehr minimal darlegte und betonte, daß auch diese Erfolge nur dem Umstande zuzuschreiben seien, daß der Kreis der Aufnahmefähigen von den Anstalten immer enger gezogen würde. Viel zweckentsprechender wäre die Beseitigung der Leicht- empfänglichkeit für Tuberkulose durch Errichtung von den Ferienkolonien entsprechenden Anstalten zur systematischen Kräftigung von Erwachsenen schwächlicher Körperkonstitution oder sog. Genesungsheime. Mit dem Wunsche, daß seine Ausführungen einigen praktischen Nutzen stiften möchten, schloß Redner seine beifällig aufgenommenen Darlegungen.
kanntschast, bei dem er auch seine Civilkleider in Verwahr hatte. Nach erfolgter Umkleidung scheint er die Uniformstuckc in den Garten gelegt zu haben. Er wird wohl kaum lange die „Freiheit" genießen dürfen.
* Stadttheater. Wochenspielplan. Mittwoch: „Die wilde Katze"; Freitag: Benefiz für Frau Rieger: „Der Trompeter von Sâkkingen"; Sonntag: „A u s L i e b e z u r K u n st", Posse mit Gesang in 1 Akt und „H einrich Heine" ober „Junge Leiden". Lustspiel in 3 Akten von Mels. — Die vorzügliche Poste mit Gesang: „D i e wilde Katze" geht morgen in Szene und weisen wir nochmals auf die Aufführung dieses vortrefflichen Stückes hin.
* Das diesjährige Gautnrnfest des Maingaues findet am 5. und 6. Juli d. J. in Nnmpenheim statt. ZUm Fsiplay ist die schön gelegene Wiese zwischen dem Schloßgarten und dem Main in unmittelbarer Nähe deS Ortes aus- erseben.
* Günstiges Resultat. Die dreijährige Spar- und Spielkaste im „König von Schweden" verteilte unter ihre
Mitglieder etwa 32 000 Mark und konnte, Dank umsichtiger Verwaltung, ihren Mitgliedern per 91 hie 8 pCt. Dividende gewähren.
R. Bogelschuh. (EingesJ Trotz öfteren Vorwarnungen wird doch immer wieder in den Anlagen nach Singvögeln geschossen. Es sollte sich doch jedermann der hohen Strafe erinnern, womit im Betretungsfalle dieser Unfug gesühnt wird. Ohne Zweifel sind es jüngere Leut-, welche scheinbar einen Sport aus diesen Heldentaten machen.
* Verbrauchsabgaben. Im Laufe des Monats
Januar 1903 wurden im
hiesigen Schlachihauie geschlachtet:
94 Ochsen, mehr gegen
den Monat
Januar 1902 2
Stück
142 Kühe, weniger „
tf
tf
43 Rinder, „ „
tf
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tf ff 14
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904 Schweine, mehr „
tf
ff tf l^
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396 Kälber, weniger „
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tf tf 63
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200 Hammel, „ „
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tf tf 27
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Die Accis-Eitmahme hiervon beträgt . Mk. 4228.60
An eingeführten Fleischwaren rc/ wurden versteuert: 31 267 Kilogramm, weniger gegen
den Monat Januar 1902: 2564 Kilogramm.
Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk. 1033.91
Summa Mk. 5262.51
Gesamt - Accis - Einnahme im Monat Januar 1902 . / . . Mk. 5362.94
Mithin weniger gegen den Monat Januar 1902 .....: Mk. 100.43.
Accis - Einnahme Dom 1. April 1902 bis 31. Januar 1903 .....Mk. 51 377.36
Accis - Einnahme vom 1. April 1901 bis 31.
Januar 1902 .....^ 54 089.76
Mithin weniger gegen die gleiche Zeit des Vorjahres . ' . . . ' . . Mk. 2712.40.
*
G Fechenheim, 9. Februar. (Kirchenkonzert.) Am gestrigen Nachmittage veranstaltete der hiesige Kirchenchor in unserer evangelischen Kirche unter Leitung seines als Komponist auch in weiteren Kreisen rühmlichst bekannten Dirigenten, Herrn Lehrer Pauli von hier, zum Besten unserer Kirche ein Konzert, das seine zahlreichen Besucher im höchsten Grade befriedigte und seitens derselben ungeteilten Beifall fand. Nur acht Nummern wieS das Programm auf, diese stellten aber große Anforderungen an sämtliche Mitwukende, denen sie auch alle in vollstem Maße entsprachen. Auf der Orgel kamen zum Vortrag „Dorische Fuge", wohl eine der schwierigsten Kompositionen von Bach, und das Nück'sche „Ftötenkonzert", welche von Herrn S^rer Weigand von hier, Schüler des Konservatoriums zu Frankfurt, mit bewundernswerter Gewandtheit und größter Sicherheit im Registrieren gespielt wurden. Unter den Solisten ist besonders Fräulein Pauli von Frankfurt zu erwähnen, deren schöne Stimme und gute Schulung
* Frankfurter Ouartettverekniguug. Der gestrige Abend erbrachte uns die dritte konzertliche Darbietung der hier gerne gehörten „Frankfurter Quartett-Vereinigung". Wenn auch gerade das Gebiet der Kammermusik nicht jedermann Befriedigung gewährt, da der Stil und der Aufbau jener Musik-Sonaten nur dem geläuterten Musikoerständyis wirkungsvoll erscheinen, so kann doch auch der Laie und Musikfreund ans der Art und Fülle dieser Tondarste Lungen fein musikalisches Empfinden bereichern und ergänzen. DaS Programm bot uns zunäLst ein herrliches Werk von Eduard Grieg, der in seiner E-dur-sonate für Violine und Klavier eine inhaltsreiche Komposition geschaffen hat, die von den Herren Konzertmeister Herm. Hock und Dr. C. Schmidt wirkungsvoll wiedergegeben wurde. Weiter hörten wir die lebensfrische Komposition des unsterblichen, melodienreichen Tonmeisters W. A. Mozart: „Adagio aus dem Streichquartett B-dur", die von den Herren H. Hock, Fritz Dippel, Aug. Allekotte und Hcinr. Appun mit tiefem Empfinden vorgeiragen wurde und ersichtlichen Eindruck auf die Zuhörer ausübte. Als letzte Darbietung des instrumentalen Teils der Veranstaltung spendeten uns die bewährten Künstler eine würdige Komposition des großen Meisters L. v. Beethoven (Streichquartett, F-dur op. 18 Nr. 1), die von den Interpreten mit Jnhaltstiefe, gutem technischen Gelingen und echt künstlerischer Pointierung dem sich äußerst dankbar zeigenden Publikum verkörpert wurde. Das Programm bot iniofern noch etwas Abwechselung, als auch der vokale Teil der Musik zu seinem Rechte gelangte. An Stelle des ursprünglich in Aussicht genommenen Baritonisten Herrn Aug. Leimer aus Frankfurt a. M. trat Herr Ad. Müller auf, der mit seinen Liedervorträgen aus Fr. Schuberts „Winterreise" die Zuhörer entzückte und nicht endenwollenden Beifall erzielte. Die Klavierbegleitung lag hier in den Händen des Herrn Dr. C. Schmidt -Friedberg.
wir hier schon oft zu bewundern Gelegenheit hatten. Erhebend und ergreifend war ihr Vortrag des „Ave Maria" mit Begleitung von Orgel und Violine von Gounod, während der Gesang der Arie „Jerusalem" aus dem Mendelssohn'scheu Oratorium „Paulus" die Fülle ihrer schönen Stimme und die Gewandtheit ihres Vortrags zum Ausdruck brachten. Aus demselben Oratorium trug Herr Hofopernsänger Junior aus Mannheim die Aric „Sei getreu bis in den Tod" vor; bei seiner klangvollen und kräftigen Stimme ein wirklicher Kunstgenuß. Die von dem Kirchenchor vorgeirageneu Chöre: „Jauchze dem Herrn, Pf. 96" von Dr. Silcher und „Gott deine Güte" von Drobisch, sind gleichfalls als gute Leistungen anzuführen und bem'esen, daß es seines Dirigenten rastloses Bestreben ist, einen guten Kirchengesang im Verein zu psi-gen. Von ganz außerordentlicher Wirkung aber waren die Gesänge der 6 altniederländischen Volkslieder von Kremser: 1) „Klage". 2) „Wilhelmus von Nass anen", 3) „Kriegslieb", 4) „Äb- schier", 8) „Berg op Zoom" und 6) „Dankgebet". Einleitend gab Herr Lehrer Rühl hierzu einen kurzen geschichtlichen Ueberblick der Zeit, in welcher die wunderschönen und ergreifenden Gesänge im niederländischen Volke entstanden, während er zwischen den einzelnen Gesängen den verbindenden Text rezitierte. Die Gelänge wurden begleitet von einem Streichorchester und der Orgel und waren darum umso ein- druÄsvcller. Be> dem sehr zahlreichen Besuch des Konzerts ist für unsere neu hergerichtete Kirche ein schöner Betrag erübrigt worden.
>& Fechenheim, 9.Februar. (Versammlung.) Schon vor einiger Zeit hat sich dahier ein evangelischer Arbeiterverein gebildet, der ans dem hier bestehenden evang. Männerverein heroorgegaugen ist. Gestern abend hielt derselbe nun eine vertrauliche Versammlung ab, in welcher Herr Pfarrer Werner aus Frankfurt über das Thema: „Grundzüge der christlich- sozialen Ideen" referierte, um durch sein Referat Anregung zum Anschluß des Vereins an die christlich-soziale Partei zu geben. Zunächst gab der Vortragende in eingehenden und klaren und darum leichtverständlichen Darlegungen ein Bild des Liberalismus und des Sozialismus mit demokratischem Gepräge, um daran anschließend die Stellung des christlichen Sozialismus zu beiden zu zeigen, als dessen Fundamente er Gottes-, Königs- und Vaterlandsliebe hinstellte. Die an den Vortrag sich anschließende Besprechung war eine sehr eingehende.
^Langenselbold, 9. Februar. (Lerschiedenes.) Nächsten Mittwoch den 11. d. M. findet im Gasthaus „zum weißen Noß" die monatliche Konferenz der Lehrer des Bezirks Büchertal statt. Herr Lehrer Schuch-Niederrodenbach referiert über das Thema: „Die Militärpflicht der Volksschullehrer". Daran schließt sich der Vortrag des Herrn Rektor Mald- seld: „Ueber die geologischen Verhältnisse der hiesigen Gegend". — Bei dem letzthin stattgesundenen Verkaufstermin des hiesigen Psarrhaules wurde ein Höchstgebot von 15 000 Mk. erreicht. — Der Sohn des Bäckers Sch. von Neuenhaßlau fuhr vergangene Woche mit Backwaren von Langenselbold nach Rothenbergen. In der „AbtShecke" machten zwei'Individuen den Versuch, seinen Wagen zu ersteigen. Aber sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Herr Sch. teilte manch' kräftigen Denkzettel aus, das Pferd setzte sich in eine schnelle Gangart und — unsere beiden Herren waren um eine Erfahrung reicher.
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Telegraphischek Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm a«§ Hamburg vom 10. Februar, 9 Uhr 35 Min.
Ein Maximum von 781 mm lagert über der Alpengegend, eine Depression unter 757 mm über Nordosteuropa. In Deutschland ist die Wiüerung ruhig und erheblich kälter, im Norden heiter, im Süden trübe.
Prognose für den 11. Februar: Ruhiges, vielfach heiteres Frostwetter wahrscheinlich.
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Literarisches.
Die Völker der Erde. Eine Schilderung der Lebens- w-ise, der Sitten, Gebräuche, Feste und Zeremonien aller lebenden Völker von Dr. Kurt Lampert." Mit 780 Abbildungen nach dem Leben. Lief. 23—27. (Stuttgart, Deutsche Verlaas-Anstalt.)
Das von uns schon mehrfach besprochene Unternehmen geht raschen Schriltes 1 einer Vollendung entgegen, und die soeben zur Ausgabe gelangten Lieferungen ‘23 bis 27 zeigen von neuem, daß dem Publikum hier ein volkstümliches Prachtwerk ersten Ranges geboten wird. Eine solche, im besten Sinne populär gehaltene Völkerkunde, die zugleich durchaus dem heutigen Stande der Wissenschajt entsprechend gehalten ist, fehlte uns bisher; dies und die ungemein reichhaltige Ausstattung mit charakteristischen und ungemein lebenswahren Illustrationen von künstlerischer Vollendung erklärt zur Genüge die beifällige Aufnahme, die das Werk in den weitesten Kreisen findet. Die oben angeführten neuesten Lieferungen behandeln afrikanische Völkerschaften; Zunächst die Stämme am oberen Nil zwischen Faschoda, Uganda und dem Kongogebiet, dann die im Gebiet der großen Seen und die Bewohner der Staaten Unjoro, Uganda, Karagwe und Ruanda. Hierauf folgen das Kongoge net, dann die interessanten Zwergvölker, die Schweinfurth zuerst genauer beschrieb, während die dunkelfarbigeu Bewohner Südafrikas (Hottentotten, Buschmänner, Kaffern) und ver afrUanischen - Jnieln den Schluß bilden. Der Bilderschmuck dieser Lieferungen ist Wiederiim ebenso reich wie mannigfaltig, die ganze Ausstattung vornehm und gediegen, so daß der Preis von 60 Pfg. für die Lieferung als ein sehr billiger zu bezeichnen ist.
Albumblätter.
Nicht aus des Herzens bloßem Wunsche keimt
Des Glückes schöne Götterpflanze auf, Der Mensch soll mit der Mühe Pflugschar sich
Des Schicksals harten Boden öffnen, soll
Des Glückes Erntetag sich selbst bereiten
Und Taten in die offnen Furchen streu'n.
Er soll mit etwas den Genuß erkaufen, Wâr's auch mit des Genusses Sehnsucht nur.
Der Boshafte wird an dem, der hundert Vorzüge besitzt, nur den Fehler gewahr; ein Eber spürt im Lotosteich nur den Schlamm auf. Alter indischer Spruch.