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Mittwoch

8. April.

Seite 2.

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* Prozess gegen den Giienhahnfistus. Am 22. Januar 1901 geriet auf dem Ostbahnhof in Frankfurt a. M. der Sohn des Heinrich B. T. zu Hanau, als er mit Spengler- ,rbeiten beschäftigt war,. zwischen zwei rangierende Eisenbahn­wagen und wurde getötet. Der Vater des Verunglückten, der auf die Unterstützung feines Sohnes angewiesen war, klagte beim Landgericht Frankfurt a. M. geoen den preußischen Eilen- bahnsiskus auf Zahlung einer lebenslänglichen Rente von jährlich 875 Mk. Das Landgericht erkannte den Klageanspruch dem Grund nach als berechtigt an. Ein eigenes Verschulden des Verunglückten, das den Fiskus von seiner gesetzlichen Haftung befreie, sei nicht nachgewiesen. W nn auch das Ueber; schreiten der Geleise verboten sei, so könne dieses Verbot nickt ohne weiteres Personen gegenüber Anwendung finden, die dienstlich auf den Bahnanlagen zu arbeiten hät^en. Der Firkus legte Berufung ein. Das Oberlandesgericht ordnete nochmals eine Beweisaufnahme an, um festzustellen, ob den Verunglück­ten nicht selbst die Schuld an dem Unfall treffe.

* Saalbart zum Deutschen Haus. Am 1. Oster­feiertag abends von 8 Uhr ab wird die gesamte Ulanenlapelle unter Leitung des König!. Musikdirektors Urback ein F-si- Konzert (Streichmusik) mit vorzüglich gewähltem Programm veranstalten, worauf wir hiermit empfehlend Hinweisen wollen. Die vortrefflichen Leistungen der Ulanenkapelle, welche wir bei den GesangvereinenSumser" undTonblüte" aufs neue schätzen lernten, werden auch am 1. Osterfeiertag vorzüglich sein.

* Generalversammlung. Die Kohlenkassezur Karthaune" hält heule abend 87« Ujr ihre Generalversamm­lung ab.

* Letchenlättdung. Bei Bürgel wurde vor einiger Zeit eine männliche Leiche aus dem Main gelandet. Allem Anschein nach war es die des am 22. Febr. d. J. von hier verschwundenen Schuhmachergesellen Kopeller, der den Tod im Main gesucht und gefunden hat.

* Der KlubCamcratia" hat sein Vereinsloka! nach demGroßen Kurfürsten" verlegt.

G Fechenheim, 7. April. (Unglücks fall.) In der hiesigen chemischen Fabrik von Cassella u. Cib. ereignete sich gestern abend kurz nach 7 Uhr ein höchst bedauerlicher Unzlücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer siel. Der Verunglückte, der 36jährige Fabrikarbeiter Peter Appel aus Klein-Krotzenburg, wollte einen anderen Arbeiter auf dessen Geheiß eine Schippe in das nächste Stockwerk mittelst eines Auszugs hinaufschicken und rückte denselben ein, nachdem er sich selbst daraufgestellt hatte. Bereits war derselbe in Be­wegung, als Appel noch einmal nachsehen wollte, ob die Schippe auch richtig stehe, den Auszug ev. also nicht hemme oder zerbreche. Diese Unvorsichtigkeit führte das Unglück her­bei: an einem Querbalken wurde der Schädel Appels zer­trümmert und bereits nach kurzer Zeit trat der Tod ein. Der Verunglückte, welcher eine Frau und drei unmündige Kinder hinterläßt, war bereits längere Zeit in demselben Ar- beitsraum tätig und genau mit dem Betrieb des Auszugs vertraut.

Aus dem Gerichtsiaal.

Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 7. April.

Die Viehhändler Heinrich und Sußmann St. von Kilian­städten sind einer Betrügerei beim Kuhhandel angeklagt. Sie hatten von einem Bauer eine Kuh gekauft, die mit einem Mangel behaftet war und verkauften das Tier unter Vcr- schweigung dieses Mangels an den Gastwirt S. in Windecken weiter. Da ein betrügerisches Handeln der beiden Angeklagten nicht festgestellt werden kann, erfolgt deren Freisprechung. In der Neujahrsnacht bot der Gendarm in Oberrodenbach nach 2 Uhr Feierabend, was aber von den Zechern in der A.'schen Wirtschaft gar nicht beachtet wurde. Als der Gendarm nach dem ersten Feierabendgeboi wieder zurückkam, was

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Gründe führten zur Herstellung von Hochdruckplatten durch die Stein- und Metallätzung (Zinkolypie und Cuprotypie) und die Galvanoplastik (Metallniederschlag durch den galvanischen Strom.) Wesentliche Erleichterungen für die Hochdruckplatten- Erzeugung wurden geschaffen durch die Zuhilfenahme der Photographie, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in die Werkstätte des Reproduktionstechniken einzog, indem auf die mit einem lichtempfindlichen Ueberzug versehene Druckplatte aus Holz, Metall oder Leim direkt das zu vervielfältigende Bild übertrage» wurde und man so die Zahl der bekannten Verfahren durch die Photo-Xylographie, Photo-Metallolypie, Leimtypie, Photo-Galvanographie und Autotypie (Rasterbilder) vermehrte.

Ist es schon wertvoll, den Entwickelungsoerlauf des Hoch­druckoerfahrens von seinen Anfängen bis zu der heutigen Vielseitigkeit zu verfolgen, so ist nicht minder der Werdegang der Tiefdrucktechnik interessant, die mittelst Platten ausgeübt wird in welchen durch Vertiefen oder Gravieren mit dem Grabstichel oder auf chemischem Wege eine druckfertige Zeich­nung entsteht. Den Beginn der Ausübung der Kupfer­stechkunst (Chakographie) verlegt man in die Mitte des 15. Jahrhunderts, und zwar dürfte der Erfinder derselben ein Goldschmied aus dem südwestlichen Deutschland gewesen sein. Denn die als früheste bekannte Jahreszahl, 1446, befindet sich auf dem Blatt eines deutschen Meisters, der Geißelung, zu einer Folge von sieben Blättern aus der Passion gehörig (im Berliner Kupferstichkabinett). Dieses Blatt setzt jedoch bereits eine längere Praxis im Druckverfahren voraus. Eine sehr reife Technik besitzt schon der MeisterE. S." von ^1166, der auch in Südwest-Deutschland lebte und nach dem sich M. Schongauer, der größte Kupferstecher des 15. Jahrhunderts, gebildet haben soll. Dessen Vorgang war von äußerster Wich­tigkeit; seine feine, saubere Technik vererbte sich auf Albrecht Dürer, den großen deutschen Meister des Mittelalters. Leider war sein diesbezüglicher Einfluß in eigenen Vaterlands nicht nachhaltig genug; so kam es, daß schon 'm letzten Drittel des

übrigens die Zecher nicht erwartet hatten, waren biete eben dabei, sich von neuem zu etablieren. Der Justin P. stand auf einem Tisch und zündete den Kronleuchter wieder an. Der Gendarm binderte ihn deran und zog ihn herunter. Darüber wurde P. rabiat, sing au 311 toben und als er hinausgeickoben werden sollte, leistete er Widerstand. Darauf warf er sich zu Boden und cs rm^anb cm Tumult in der Wirtschaft, wobei der Sohn des Wirtes, Heinrich A., dem Gendarm einen Stoß gab. P. erhält 20 Mark, A. 10 Mark Geldstrafe. Am Abend des 23. Februar gingen zivei Mädchen von Großkrotzenburg auf einem dunkeln Wege spazieren, als die eine plötzlich wie von ungefähr eine Ohrfeige erhielt, die mit solcher Vehemenz erteilt war, daß sie ihr beute noch ein gelindes Süandsrn verursacht und sie bei der Schilderung der­selben in Tränen ausbricht. Der Perabsolger derselben war der Milchhândler E., der das Mädchen lediglich deshalb ge­ohrfeigt hat, weil er nicht erkannt sein wollte. Das Bericht bewertet die Ohrfeige ans 30 Mk. Der Former K. war im Herbst v. J. kurze Zeil bei dem Landwirt S. zu Groß­anheim als Dienstknecht beschäftigt. Bei seinem Fortgehenver­gaß" er eine Hose zurückzugeben, welche ihm gelichin worden war. Dies bringt ihm 5 Tage Gefängnis ein. Er soll auch einen Rock mitgenommen haben, ka hierinr aber kein Beweis erbracht ist, wird er von dieser Anklage freigesprochen. Die Ehefrau T. rückle in die Stube von Hausnachbarn, um bereit sehr dreisten Jungen für die Mißhandlung ihrer Kinder eine Ohrfeige zu verabfolgen. Sie erhält wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung je 3 Mk. Geldstrafe. Die Ehefrau H. war in bedrängter Lage und versetzte das ihr voc der Stadt üb-rgebene Bettzeug. Es wird auf die geringste Strafe von 3 Mk. gegen sie erkannt.

Barometerstand

mittags 12 Uhr am 7,/4. |

Sehr trocken

Beständig

760.

Veränderlich

Regen (Wind)

8./4

.760

750

740

750

Viel Regen 740, Sturm

730.

720

720

710,

710

TkleMphischec Betterbendit der deutschen Seewarte.

Telegramm aus Hâmbnra vom 8. April.

9 Uhr 40 Min.

Ein Maximum über 770 ININ lagert westlich Irlands, eine Depression unter 746. mm über Südichweden. In Deutschland ist die Witterung veränderlich, vielfach regnerisch, meist kälter.

Prognose für den 9. April: Veränderliches, ziemlich kühles Wetter wahrscheinlich.

ßanarrer Vereins- ». DergniiqnngönachrichLen

für Mittwoch den 8 April

Ev. Männer- u. Iünglinasöerein: Vr>iannenb>aHy >Ev. Veremshaus.) KaufmänuilKer Verein Hanau: VeremZabend im Restaurant Mohr.

Turn- u. Fechtlluh : Gemeinschaftliches Tunren der Männerriepen von Turngèmewde und Turn- u Tecktktub.

Tarna-Mschast: Aberds von'--910 Uhr Turnen der 3J?anncr abteil. Gewerbe- und Sandwerker-Verein: Vereinsamend in derAllemania'. Thaler-Mud: Zusammenkunft in den .3 Haien".

G.sektschastT-eu beim Alten": Veremsaücnv.

16. Jahrhunderts dir Verfall der deut chen Kupstrstechkunst eintrat. Dagegen machte sich in den Niedtrlandm sein Einfluß weit mehr geltend, wo sich Lucas van Leyden an dem großen Dürer bildete. Nach diesem begann dann die Rembrandtsche Manier und die von Rubens gegründete Schule eine Einwirkung namentlich in Bezug auf die Radierung (Vertiefung durch einen Aetzprozeß) aus­zuüben und in Deutschland neues Leben zu entfachen, das sich im 18. Jahrhundert in dem geistvollsten deutschen Kupferstecher Chodowiecki verkörperte. Zu gleicher Zeit ge­langte aber auch die von dem hessischen Oberstleutnaltz Ludwig von Siegen gemachte Erfindung der Sckab- oder Schwarzkunst nach welcher in rauhe körnige Metallplatten mittelst Schab­eisen und Polierstahl Halbtöne und Lichter herausgearbeitet werden zu größter Bedeutung, um später wieder von der Radierung zurückgedrängt zu werden. Im Laufe der Zeiten tauchten dann noch andere neue Verfahren auf, so der fran­zösische Krerdezeichnungsstich oder die Crayonmanier, bei welcher man sich zur Vertiefung der Druckplatte eines Rouletts be­dient. die Aquatinta- oder Taschmanier, die auf dem Prinzip des Netzens beruht und Bilder in Halbtönen ergibt und end­lich die Punkimauier, nach wckcher statt der mit dem Grab­stichel eingegrabenen Linienzüge mit Hilse eines Punzens Punkte eingeschlagen werden, welche unterbrochene Linien in ähnlichen Schwingungen wie beim Linienstich darstellen. Da man später auch darauf kam, das photomechanische Repro- duklionsverfahren für den Tiefdruck anszuöeuten, entstand die nach dem Erfinder der Photographie benannte Technik der Daguerretypie, ferner das Verfahren zur Herstellung einer Heliogravüre, auch Photogravure und Lichtkupferstich genannt und endlich der Woodburydruck, auch mit Photoglyptie/Photo- mezzotinlodruck oder Reliefdrnck bezeichnet, der auf der Relief- bildung bromierter Gelatine beruht, sich aber in der Praxis wenig eingesührt hat.

Wenden wir uns nun der Entstehung und Vervollkomm­nung des Flachdruckoersahrens zu, dessen Ersindnng m^u ins

Koblcokassruir Korthamie": G »erilversimmlnn'.

Kcacl-Alu'>: G.Men« ,j r guten Quelle".

Hanauer Rädtvort 1895: Vereinsamend in der Stadt Bremen Wombles) er StenoaravhenveretnAvon o^ und^ t Gasthaus3. Graten PUlivv Ludwig VereinSabe^d.

Rational - StenoarapheiwerUn: iK'imaSi'tUUbe wr die Praktiker - A4- iftfunq tLokal: «Zur prosten Krone').

Kimmrrsuchenaejellichast3 Mainlust -flesselstadt- Kimmerstubenschiebcu. Hanauer Schiit-euverein: Veeelnsabend imRe^aucant»ehr * Freiwild wFeuerwehr: L Komp, im«oldnen Her,"- Stef-er-Sorri. linde/ rotierei Beck'

Hanauer FußballklubWick r": AereiuSaâcud (Nestaur. Gartöberg.)

Verffergerungs- etc. Ä,r!ender

für Donnerstag den 9 April.

Holwersteicetuna int Gewelndemald Riederrodenback; Termin von mittags 1 Uhr ab m der Lukas'lchen Wlrtschast zu Niederro enbach (s. Nr. 79 ,Han. Anz.").

Hus Nab und fern.

-r. Marbttpft, 7. April. Vor der Strafkammer stand heute unter der Beschuldigung der fahrlässigen Tötung ein junger caml. med.. der als Vertreter eines erkrankten Arztes im Kreile Biedenkopf bei einer Wöchnerin eine Operation vornahm, die einen unglücklichen Ausgang halle. Der Ange­klagte erzielte Freisprechung. Ein junger Mann, der die von ihm einkassierien Gelder des Flyttenvereins unterschlagen hatte, wurde Rir 4 Monaten Gefängnis verurteilt.

X Grotz-St-irrheim, 7. April. Im Anwesen der abreuomnnerten Jung'schen Hofbrauerei dahier entdeckte man ein uraltes Bauwerk, welches das Interesse weiterer Kreise beansprucht. Beim Anlegen eines Eiskellers stieß man nämlich in einer Tiefe von 5 Meter aufgelchütlelen Grundes und 1,50 Meter gewachsenen Bodens auf ein mächtiges, von Süd nach Nord hinziebendes Steingewölbe. Dasselbe ist teils in Basallkegel einaehauen, teils mit gewaltigen Quadersteinen ausgemauert. Die Mauerstärke beträgt 1,20 Meter, während die lichte Weite des Gewölbes rund 4 Meter mißt. Der geschäftige Volksmund bringt das Bauwerk mit der sagen­umwobenen ehemaligenRitterburg" in Verbindung. Der Zweck des ungewöhnlich stark gebauten und vorzüglich erhaltenen Gewölbes wird sich durch Altertumsforscher erst nach vollstän­diger Aufdeckung des Bauwerks nackweisen lassen. Unsere Darlegung ist nicht etwa, wie ausdrücklich betont sein mag, ein nachträglicherAprilscherz", sondern bombenfeste Tatsache.

5 Drtderrhofcn im Nodgau, 7. April. In den Waldungen bei Zellhausen und Babenbausen werden gegen­wärtig bedeutende Quantitäten Schwellen- und Grubenholz hergerichtet. Die Gemeinde Babenhausen setzte aus ihren Re­vieren an die Firma Vohwinkel zu Kastel allein 1700 Fest- meter Schwellenholz. zum Preise von Mk. 16,87 per Kubik­meter ab, und die Oberiörsterei Babenhausen er.eilte der Bau­firma Süßmann in Seligenstadt für 280 Festmeter Schwellen­holz auf dem Submissionswege um den Preis von je Mk. 18,10 den Znichlaa. Enorme Mengen Grubenholz lagern sowohl in den Wäldern bei Babenhausen, als auch im dortigen Bahn- Hofe, um nach den Kohlenrevieren verfrachtet zu werden. Eine auswärtige Firma zahlt pro Festmeter Grubenholz annähernd 11,50 Mark.

-2 Vom Main, 7. April. Nachdem dieser Tage ein Bauersmann^ in der Gemarkung Erlenbach beim Umpflügen eines Grundstückes einen ganzen Tops voll alter Münzen entdeckte, wurde neuerdings ein ähnlicher Schatz zu Bürgstadt gehoben. Dort fanden die spielenden Kinder deS Steinbrechers Engelbert Breunig unter einem Ofen einige ältere Münzen. Bei näheren Nachforschungen kamen annähernd 70 große Dilberstücke nebst einer Anzahl kleinerer Münzen aus der Zeit des östett'eichischen Erbfolgekrieges zum Vorschein.

Schiffsb-richte.

HkiMhMg, 6. April. Der DampferRhenania" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in St. Thomas und der DampferArabia" vorgestern in Boston eirgetroffen.

Jahr 1798 verlegt u. dem zu Prag geborenenMüchenerSchaulpieler und Schriftsteller Alois Senefelder zuschreibt. Gleich wie Gutenberg den Buchdruck nicht mehr zu erfinden brauchte, in­dem er ihn schon vorfand, ebenso brauchte Senefelder den Steindruck nicht zu erfinden, da dieser schon vor seiner Tätig­keit in Ausübung war, ja selbst die Druckformen, nämlich bezeichnete und geätzte Steine, waren längst vorhanden, ehe M man an das Abdrucken derselben dachte. Der unmittelbarste Vorläufer Senefelders war Simon Schmidt, geistlicher Rat in Miesbach, welcher schon etwa 10 Jahre früher als jener, Hochätzungen auf Solnhofener Schiefersteinen ausführte und dieselben wie einen Holzschnitt aJudrucken versuchte. Daß auch er nicht der Erste war, welcher Steinhochätzungen zum Zwecke des Abdruckens herstellte, haben Forschungen auf diesem Gebiete bewiesen, aber dennoch hat Senefelder eine Erfindung von solcher Bedeutung gemacht, daß wir ihn mit Recht neben den großen Gutenberg stellen können. Sein unsterbliches Ver­dienst besteht eben in der Entdeckung der Tatsache, daß das Fett der Druckfarbe und eine Lösung von Gummi arabicum sich gegenseitig abstoßen und in der Anwendung dieser Ent­deckung auf das Druckverfahren. Unter den verschiedenen direkten Manieren, nach welchen die Zeichnung mittelst Feder, Pinsel oder Kreide auf die Steinobersiâche übertragen wird, steht die Steinkreidezeichnung obenan. Von dieser Manier unterscheidet, sich der erst später in Anwendung gebrachte Ton­druck dadurch, daß dazu mehrere Platten nötig sind, welche einzelne Partien derselben Zeichnung in verschiedenen Tönen barfteHen und nacheinander gedruckt werden. Aus diesem Ton­druck ist endlich der chromolithographische Druck (Chromolitho­graphie, Lithochromie oder lithographischer Farbendruck, der wenn er zur Nachbildung von Aquarellgemälden verwandt, auch Aqua­relldruck genannt wird) entstanden, indem man die bloße Be­tonung in wirkliches Kolorit verwandelte und Gemälde durch eine Reihe farbiger Platten, die sämtlich Teile derselben Zeich­nung darstellten, reproduzierte. Man bedient sich dieser Ma­nier auch zur Vervielfältigung bezw. Nachahmung von Oel-