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in Klein-Krotzenburg und in Seligenstadt mußten abermals I außer Betrieb gestellt werden. Der Verkehr mit dem jenseitigen Ufer bleibt vorerst auf die Detörderung von Perlon eit b schränkt und kann nur durch Kahnfahrten vermittelt werden Die Mainesfluten sind von schmutzig-gelber Färbung und lassen darauf schließen, daß die Regenwasser der Gebwgs stufen beträchtliche Erbmassen mit sich rissen.

* St. Joseph Bauverein. Die übliche Monatsoer sammlung findet Donnerstag den 8. Januar, abends 9 Uhr, int seitherigen Vereinslokale statt. Um mehrfach Qf äußerten Wünschen Rechnung zu tragen, wird die Versamu lung an diesem Abend über den Ort der künftigen Tagung Beschluß fassen. Erwünscht ist darum eine recht zahlreiche Beteiligung.

* Marianische Jünalinaskonaregatlott. Heuie abend 8V- Uhr ist, wie gewöhnlich, Konferenz. Wegen einer wichtigen Mitteilung, die dem Vereine zu machen ist, bittet der Vorstand die Herren Ehrenmitglieder und aktiven Mitglieder um ihre Gegenwart. h .

* Stadttheater. Heute geht das vorzügliche Lustfp.el Jm bunten R o ck", welches bei den ersten Aufführungen hier einen so hervorragenden Beifall hatte, zum letzten Male in Szene und weisen wir an dieser Stelle nochmals auf diese Vorstellung bin.

* Atts gestellt. Das vom Vorstand der Kinderheil­anstalt Bad Orb seinem scheidenden Vorsitzenden Herrn Lank­rat v. B a u m b a ch in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste gewidmete Ehrendiplom, welches von Herrn Maler W. S ch ul z dahier in künstlerischer Weise entworfen und ausgeführt wurde, ist im Schaufenster des Herrn Glasermeisters Kaiser ausgestellt.

k. Rezitation Rudolf v. Baumbach, besten Epos Zlatorog" vor wenigen Wochen in der Aula der hiesigen Zeichenakademie rezitiert wurde, ist eine dem Dichter Julius Wolf, der gestern,Abend an derselben Stelle zum Worte ge­langte, durchaus verwandte Natur. Beide wurzeln in der schon vor 1870 belebten Romantik und haben das Bestreben, altnationale Stoffe mit dem Glorienschein ihrer Dichtung zu verklären. Zu den ersten und besten Epen Wolfs gehört neben demRattenfänger von Hameln" undTill Eulenlp'egel re- divivus, derWilde Jäger", eine Weidmannsmär aus dein Harzgebirge. Letztgenannte Dichtung brachte Herr Hofreziiator Neander aus Hannover vor einer zahlreichen Zuborerschaft zu Gehör. Die Rezitation war eine wahrhaft künstlerische, von den edelsten Empfindungen getragene und mit den reichsten Mitteln zum Vortrag gebrachte Leistung. Die Stimme, ein volltönendes in den unteren Lagen besonders prächtig klingendes Organ, besitzt eine reiche Modulationsfähigkeit. Die einzelnen Gestalten der Dichtung, so der finstere wilde Graf Hackelbernd, der Köhler Vollrat, der Abt Paulus, sie alle wußte der Re­zitator durch scharf charakterisierte Tonveränderungen in dra­matischer Lebendigkeit vor unsere Seele zu zaubern. Einige Partien waren von geradezu ergreifender Wirkung, so jene Stelle, in der Abt Paulus seine Jugendschicksale, die durch Ereignisse der letzten Zeit wieder lebendig geworden sind, seinen Oberkellermeister vorträgt und ihn um seinen Rat bittet, ferner die Sterbeszene und der Seelenkampf unter dem Kreuz. Mit wei'er Benutzung aller technischen Hilfsmittel und einer effekt­vollen Kleinmalerei vermittelte der Künstler einen reichen Ge­nuß. Der gezollte Beifall war wohl verdient, der Eindruck ein nachhaltiger.

* Konzert der Manen-Kapelle imDetttichen Haus". Vielseitigen Wünschen entsprechend, gibt die Ulanenkapelle morgen Donnerstag abend in den, wie schon zur Genüge erwähnt, von Meisterhand so herrlich dekorierten Sälen zum deutschen Haus ein großes Streich-Konzert mit ausgewähltem Programm. Allen, denen es am Sonntag nicht möglich war, dem Konzert beizuwohnen, soll morgen abend Gelegenheit hierzu geboten werden. Daß auch diesmal ein besetztes Haus zu erwarten ist, darf man schon aus den diesbezüglichen Nachfragen schließen. Der Anfang ist auf 8 Uhr festgesetzt und der Besuch aufs beste zu empfehlen.

* Prämiirt. Dem in Geflügelzucht treibenden Kreisen weithin besäumen Herrn Kaufmann Georg Gerner dahier, der auf der internationalen Geflügel-Ausstellung in Paris erste, zweite und dritte Preise auf dort ausgestellte Tauben erhielt, wurden auch auf der großen Leipziger Geflügel-Aus­stellung auf Hundschccken-Tauben ein Ehrenpreis, 3 I., 3 II. und 3 III. Preise zuerkannt.

* Chikanierung der Behörden. Ein fremder Konditor, namens Rosenbaum, der kürzlich sich in der Krämerstraße umherwälzend großen Unfug trieb und dem Ge- fângniffe überwiesen werden mußte, machte sich gestern, nach­dem er kurz zuvor aus dem Gefängnisse erraffen war, das gleicheVergnügen" am Sandeldamm.

* Selbst gestellt. Ein dem Landkrankenhause über­wiesener Häftling, namens Heinrich Gärtner, entwich gestern Abend 11 Uhr aus der Anstalt. Da er nur dünne Anstaltskleidung trug, behagte ihm jedenfalls der Aufenthalt im Freien nicht, sodaß er es vorzog, sich wieder selbst zu stellen.

* Verleitung zum Meineid. Vor der Strafkammer zu Frankfurt stand gestern ein dortiger Agent, angeklagt, ver­sucht zu haben, einen Arbeiter zum Meineide zu verleiten. Er hatte einem Schuhmachermeister dahier eine Maschine zur Schuhfabrikation geliefert bezw. durch die von ihm vertretene Fabrik liefern lassen. In der Folge kam es zwischen der letzteren und dem Schuhmacher zu einem Prozesse, weil er die Annahme der Maschine verweigert hatte, da sie sich nicht in gutem Zustande befunden habe. In diesem Prozesse soll nun der Angeklagte versucht haben, einen Zeugen zur Angabe der Tatsache zu bestimmen, daß sich die Maschine in gutem Zu­stande befunden habe. Die Verhandlung endete aber mit seiner Freisprechung.

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O Windeckett, 6. Jan. (Goldene Hochzeit.) Am

2. Januar feierten die Eheleute Konrad Fuß ung Frau, Mar­garete geb. Klosterbecker, in geistiger Frische und körper­licher Rüstigkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die

Mittwoch

endlose Zahl von Telegrammen, Karten und Geschenken ist rten einen Beweis von der großen Liebe und Verehrung, 'eiche das Jubelpaar auch außerhalb seines Familienkreises ge- ießl. Unter den vielen Gratulanten, welche ihre Wünsche mündlich darbrachten, befanden sich auch die Herren Pfarrer Baumann und Henß. Es sei nicht unerwähnt, daß die Jibilarin ca. 42 Jahre in voller Rüstigkeit und mit einer musterhaften Gewissenhaftigkeit das Amt einer Hebamme noch heute versieht und vor Jahresfrist von allerhöchster Stelle mit dem Verdienstkreuze dekoriert worden ist. Möge es dem Jubel­paare auch vergönnt sein, das Fest der diamantenen Hochzeit zu feiern.

Ans dem Gerichtslaal.

Sitzung des Hanauer Schöffengerichts vom 6. Januar.

Die Ehefrau des Diamantschleifers B. hier hatte einem Gen­darmen allerlei Worte zugerufen, die gerade nicht als Schmei­chelei aufgefaßt werden konnten. Da die Angeklagte wegen früherer, dem Gendarmen gegenüber begangener Beleidigungen schon zu 40 M. Geldstrafe verurteilt w^r und dies nichts ge­fruchtet hat, erkennt das Gericht diesmal auf 2 Wochen Ge­fängnis. Die von hier stammende, jetzt in Offenbach an­sässige Ehefrau F., die hier unter Kontrolle steht, war hierher gekommen, ohne sich polizeilich anzumelden. Es war deshalb Strafbefehl über 8 Tage Haft gegen sie ergangen. Da der Aufenthalt nicht über 24 Stunden dauerte, erfolgt Freisprechung der Angeklagten. Die Ehefrauen M. und V., die in dem Lokal der Freimaurerloge als Scheuerfrauen tätig waren, stahlen daselbst eine Menge Gebrauchs - Gegenstände, wie Servietten, Handtücher, Weingläser, Messer u. bergt. Die M. erhält 2 Wochen, die V. 1 Woche Gefängnis. Die Witwe S. zu Mittelbuchen rückte dem dortigen Feld­schützen auf die Stube und machte ihm allerlei Grobheiten, weil er ihren Enkel beim Entwenden von Aepfeln ertappt hatte. Urteil: 6 M. Geldstrafe. Der Lotteriekollekleur S. zu Schwerin hat hier außerpreußische, nicht genehmigte Lose zum Kauf angeboten. Er wird zu 100 M, Geldstrafe ver­urteilt. Die früher hier, jetzt in Offenbach wohnende Ehe­frau N. hat im Jahre 1890 einer hiesigen Dame, bei der sie bettelte, einen Korb gestohlen. Die Angeklagte war damals dem Trunke ergeben und will nicht wissen, wie sie zu dem Korb kam. Sie wird zu 1 Tag Gefängnis verurteilt. Ein 14jähriger Junge in Großauheim verteilte am 30. Oktober daselbst Zettel und kam dabei in den Hof des Bäckermeisters A., dessen zwei Hofhunde den Eindringling neugierig be­schnüffelten. Als der Junge ängstlich ward und sich der beiden Köter erwehren wollte, packten ihn diese an Arm und Bein, bissen ibn und ließen erst los, als der Bäcker­bursche an Ort und Stelle eilte und sie hinweg­riß. Der Bäckermeister ist der fahrlässigen Körperverletzung angeklagt, wird aber freigesprochen, da er Weisung gegeben hatte, das Hoftor stets verschlossen zu halten und die Leute nur durch die HauSiür zu ihm kommen sollten, eine Fahrlässigkeit von ihm also nicht vorliegt. Der Handelsmann L. von Grüßsteinheim reiste für eine Frankfurter Firma, die ver­größerte Photographien herstellt. Von der Wittwe W. in Bruchköbel wurde ihm für ein in Bestellung gegebenes Konter­fei eine Anzahlung von 3 Mk. geleistet, die er auf dem Be­stellzettel nicht verzeichnete, sondern einfach in die Tasche steckte. Der schon vorbestrafte Angeklagte erhält wegen Unterschlagung 1 Woche Gefängnis. Der Arbeiter W. von Großauheim, der bei der Wagenreinigung am Ostbahnhof beschäftigt war, geriet am 24. Oktober mit seinem Kollegen M. in Wortwechsel und versetzte ihm dabei mit einem Besenstiel mehrere Hiebe über den Kopf. W. will nur dem M., der zuerst nach dem Besen greifen wollte, zuvorgekommen sein, während letzterer behauptet, der W. hätte den Streit provoziert und auch ohne jede Ursache nach dem Besen gegriffen. W. erhält 10 Mark Geldstrafe.Der Althändler S. beschäftigte am Vorabend desBuß- und Bettages 6 Arbeiterinnen noch nach halb sechs Uhr abends. Er erhält 20 Mk. Geldstrafe. Der Metzgermeister S. hatte Konservesalz unter dem Hackfleisch. Er wirb von der gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen, da die Beimengung nicht zum Zweck der Täuschung geschah. Der Gestügelhändler S. beleidigte auf dem Bahnhof Wilhelmsbad den Stationsbeamten durch allerlei Nedenasrten und behielt aus Nichtachtung die Mütze auf dem Kopf. Er hat 6 Mark Geldstrafe zu zahlen.

liniert

Menten

machen wir darauf aufmerksam, daß alle für denHanauer Anzeiger" aufgegebenen Inserate gleichzeitig

auch, ohne Preisaufschlag, im

Langenselbolder Anzeiger

Amtliches Organ für den Amtsort Langenselbold sowie rm

Neuen

Groß-Anheimer Anzeiger

General-Anzeiger für Groß-Auheim u. Umgegend erscheinen und damit eine thatsächlich große Verbreitung erfahren.

Beide Neben - Ausgaben desHanauer An­zeiger" werden in den betreffenden Ortschaften fast von

Haus zu Haus

gelesen.

7. Januar. . ------ . -----------------------------. . -'-----------

Drahtnachrichten.

Kaiserparade bei Cassel.

Caffel, 7. Januar. Wie dieHess. Post" bestimmt mitteilen kann, finden in diesem Jahre auch im Bezirk des XL Korps Kaisermanöver statt. Der Kaiser hat dem kom­mandierenden General des XL Armeekorps, Generaladjulant und General der Infanterie v. Wittich, am Neujahrstage wäh« der Frühstücks täfel der kommandierenden Generäle die diesbe­zügliche Mitteilung gemacht. Er werde hier in Cassel resi­dieren und die Kaiserparade, welcher der Kron­prinz und wahrscheinlich auch die Kaiserin beiwohnen werden, in nächster Nähe von Cassel abnehmen. Auch das große Galadiner, welches, wie üblich, in den von den Kaisermanövern berührten Provinzen gegeben wird, soll im hiesigen Schlosse stattfinden. Unserer Residenz stehen also eine Reihe von außerordentliken Festtagen in diesem Jahre bevor. Unter den letzten Nachrichten brachten wir gestern die Mitteilung, daß der Kaiser beim Empfange der Halloren er­klärt habe, daß er in diesem Jahre die Kaisermanöver im Süd­osten der Provinz Sachsen abhält und in Merseburg restdirt. Diese Nachricht läßt sich leicht mit den eingangs erwähnten Informationen in Einklang bringen, die Kaiserparaden finden demnach bei Merseburg und Cassel, die Kaisermanöver in dem dazwischen liegenden Gelände zwischen dem 11. und dem 4. Korps statt.

Die Kronprinzessin von Sachsen.

Berlin, 6. Jan Aus Paris wird demBerl. Lok.- Anz." gemeldet: Prinz Johann Georg empfing in seinem Dresdener Palais einen Mitarbeiter desNewyork Herald" und erklärte, die königliche Familie habe im gegenwärtigen Augenblicke nichts zu der Angelegenheit der Kronprinzessin mit« zuteilen. Der Prinz sagte ferner:Ich danke Ihnen für Ihr Anerbieten, die Erwiderung des Hokes auf gewisse Klagen und Beschwerden publizieren zu wollen. Dergleichen Aus­einandersetzungen hat aber der König ausdrücklich verboten. Seinen Hofstaat und der Dienerschaft hatte Prinz Johann Georg dieser Tage lingeschärft, auf Befragen des Publikums nur zu sagen:Der Bruder unseres Prinzen ist von seiner treulosen Gattin verlassen worden. Mehr wissen wir nicht!" Die Kronprinzessin Louise hat inzwischen wieder in Genf den Besuch eines Interviewers erhalten. Es war dies einJugendfreund" Girons, Gustave Fuß vom Figaro", der folgende Erklärungen der Prinzessin bekannt macht.Ich fasse", sagte die Kronprinzessin,alle Obliegen­heiten meiner neuen Situation ins Auge, und wenn ich frei­willig der Krone Sachsens entsage, so geschieht es nach reifer Ueberlegnng und weil ich's für die erste Pflicht halte, seiner Natur treu zu bleiben und sich den Geietzen der Liebe zu fügen. Und ich liebe Andre Giron, er wird mein Gatte sein, unser beider Leben wird in eins übergehen. Andrä wird ar­beiten und ich werde mich den Umständen fügen." Ueber ihren Aufenthalt am Dresdener Hofe sagt die Prinzessin: meine Handlungen wurden kritisiert, und welch' tolle | schichten ersann man. Man erzählte sogar, daß ich nachts auf dem Dachboden radfahre, und daß die Königin in schlaflosen Nächten das Geräusch der Räder über ihrem Kopfe vernahm. Nun, die Königin schläft im Erdgeschoß und der Palast hat mehrere Stockwerke." Andrä Giron wiederum erzählte einem Abgesandten des PariserTemps";Wir erhalten von allen Seiten, zumeist vom sächsischen Volke, Sympathiekundgebungen, von Freunden und Unbekannten die rührendsten Briefe, auch beträchtliche Geldangebote werden uns gemacht. Eine Dame schreibt uns, daß sie uns eine Million zur Verfügung stelle. Wir antworten nie auf solche Briefe, nicht einmal, um zu danken, denn jeder Brief kann eine Falle sein."

®on der Pforte.

Konstantinopel, 5. Januar. (Meldung desWiener K. K. Telegr. Korresp.-Bureaus".) An maßgebender Stelle werden die Gerüchte, daß die Unifizierung der türkischen An­leihen durch eine deutsche Bankgruppe erfolgt, als unbegründet bezeichnet. Die bisher hier und in London erhobenen Vor­stellungen Englands in Betreff der für die vier russischen nichtarmierten Torpcdokahrzeuge gewährten Erlaubnis zur Durchfahrt durch die Meerengen waren mündlich vorgebracht. Vorgestern überreichte nun der hiesige englische Botschafter der P-orte eine Note, in der die englische Regierung diese Vor­stellungen wiederholt und sich die gleichen Rechte wie die den W» Russen gewährten vorbehält. In der Note wird behauptet, daß zwei russische Torpedofahrzeuge vor 12 Tagen bereits die Meerengen passiert hätten. Tatsächlich aber waren die vier russischen Schiffe am 31. Dezember in Suda (Kreta) einge- troffen. Es verlautet, daß Italien und vielleicht auch andere Mächte sich dem Schritte Englands anschließen würden. Auf die Nachricht, daß Scheikh Jbnel Raschid einen Kriegs­zug gegen den Scheikh von Kuweit eröffnet habe, beauftragte die Pforte den Wali von Baffora, Jbnel Raschid zur Ein­stellung des Kriegszuges zu veranlaffen.

Das Schlachtvieh- und Fleischbeschau-Gesetz.

Berlin, 7. Januar. Mit Bezug auf die Mitteilungen über die Bestimmungen zur Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes in Preußen erfährt d'e Nordd. Allg. Ztg.", daß zwar die endgiltige Fassung dieser Bestimmungen noch nicht festgestellt ist, daß man aber an zu­ständiger Stelle die Erwartung hegt, dieselben noch geraume Zeit vor dem 1. April b. Js., dem Zeitpunkt des Inkraft­tretens des Reichsgesches veröffentlichen zu können. Die Höhe der Gebühren für die Fleischbeschau stehe zur Zeit gleichfalls noch nicht fest. Richtig sei indessen, daß diese Gebühren im Osten zum Teil nicht niedriger be­messen sein werden, wie im Westen der Monarchie. Das habe seinen Grund darin, daß die zahlreichen Schlachtungen im Westen den Beschauern eine reichlichere Gesamteinnahme ge­währleisten als im Osten, und daß deshalb im Osten trotz billigerer Lebenshaltung die Einzelsätze nicht zu niedrig be­messen werden dürfen, wenn überhaupt die erforderliche Anzahl von Beschauern gewonnen werden soll.