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Montag

6. April.

Persteig ernngs- etc. Aalender für Dienstag den 7. April.

A' geböte betr. Uebernahme auf das aus der KötiipL Oberförstcrei Wolfgang bei Hanau jm Verkauf kommende Nutzholz sind bis abends 7 Uhr an die Königl. Oberfössterei Wolfgang einzusennn 0" Nr. 68 ,Han. Anz/).

Telegraphischer Wetterbericht der dentscheli Seewarte.

Telegramm ans Hamburg vom 6. April.

9 Uhr 45 Min.

Ein Maximum über 768 mm lagert über Nordfrankreich, ein Minimum unter 750 mm nördlich Schottlands, unter 751 mm östlich Wisbys. In Deutschland wehen meist schwache westliche Winde, das Wetter ist veränderlich und ziemlich kühl, meist sind Niederschläge gefallen.

Prognose für den 7. April: Etwas wärmeres, vielfach heiteres Wetter wahrscheinlich.

Barometerstand

710

mittags 12 Uhr am 4./4.

Sehr trocken «WieS\

Schön 7an-

Veränderlich

Regen (Wind)^^O^ ^. _

Viel Regen 740^^ |

Sturm ~R £

730_= E

720j^ I

Hue P<ab und fern. .

FC. Castel, 5. April. Hier erschoß sich ein 30 Jahre alter Schneidergeselle, weil ihm seine Mutter, eine sehr ver­mögende Frau, nicht das zur Gründung eines eigenen Ge­schäfts erforderliche Kapital von 20000 Mk. hergeben wollte.

FC. Castel, 5. April. Der Gerichtsherr, Generalleut­nant v. Hierin en, legte noch im letzten Augenblick gegen das den Unteroffizier Degen, der bekanntlich seine Braut in die Fulda geworden haben sollte, von der Anklage des Mord­versuchs freisprechende kriegsgerichtliche Erkenntnis Berufung ans Oberkriegsgericht ein.

O Gelnhausen, 4. April. Die städtischen Körper­schaften haben den Beitritt der Stadt Gelnhausen zu der zu errichtenden Ruhegehalts-, Witwen- und Waisenkasse für die Kommunalbeamten des Regierungsbezirks Castel beschlosten.

Fulda, 4. April. Einen schlimmen Ausgang hat der Ueberfall in der Josephstraße genommen, über den wir vor kurzem berichteten : die Ueberfallene, die 80jährige Rentnerin Frl. Auth, ist in der vergangenen Nacht im St. Lioba- Siechen- Hause an den Folgen der erhaltenen Verletzungen gestorben. Wie s. Zt. gemeldet, war Frl. Auth, nachdem sie ihre Woh­nung auf kurze Zeit verlasten hatte, bei der Rückkehr an der Schwelle ihres Zimmers überfallen und schwer mißhandelt worden. Als Täterin bezeichnete sie die in demselben Hause wohnende Frau Bartel, die dann auch verhaftet wurde und bis jetzt noch sich in Haft befindet. Wie verlautet, soll die­selbe, nachdem sie längere Zeit hartnäckig geleugnet, vor dem Untersuchungsrichter ein Geständnis abgelegt haben; nach einer anderen Meldung soll sie jedoch noch immer ihre Unschuld be­haupten, obschon eine Reihe von schweren Belastungsmomenten vorliegen.

Von der Rhön, 4. April. Zur Vervollständigung des Rhönbahnnetzes und Belebung des Verkehrs zwischen der Rhön und der Maingegend dürfte die Ausführung deS nach­folgenden Bauprojektes sehr Bedeutendes beitragen, für welches der Bankier Abraham Frank in Kissingen namens eines Kon­sortiums erster deutscher Banken und Großfinanziers, dessen Vorsitzender er ist, die Konzession bei dem Kgl. bayerischen Staatsminillerium nachgelucht bat, nämlich für den Bau und Betrieb einer Eisenbahn (Vollbahn) von Gemünden a. M. über Hammelburg, Euerdorf, Kissingen und Aschach nach Neu­stadt a. S. Frank hat bereits sämtliche Arbeiten für diesen Bahnbau vorbereitet, so daß derselbe nach Erteilung der Kon­zession sofort in Angriff genommen werben kann, und hat sich beim Nachsuchen der Konzession dem Kgl. Staatsministerium gegenüber zur Leistung jeder gewünschten Garantie für die richtige Ausführung des Baues und eventuell zur Stellung einer Kaution in jeder beliebigen Höhe erboten. An der wirk­lichen Erteilung der Konzession ist daher um so weniger zu zweifeln, als diese neue, vom Main ausgehende und die fränkische Saale entlang aufwärts führende Bahn für die bayerische Provinz Unterfranken von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung werden würde. Da sie überdies in Neustadt a. d. S. an die schon in Betrieb befindliche Zweigbahn Neustadt- Bischofsheim anschließen würde, so würde nur noch die von der Rhönbevölkerung schon längst gewünschte Bahnverbindung Bischofsheim-Gersfeld herzustellen sein, ihn direkten Anschluß an die übrigen Rhönbahnen zu erlangen.

*/* Alsfeld, 4. April. Das ca. 20 Minuten von hier entfernte Altenburg, allen Besuchern unserer Stadt als be­liebter Ausflugsort bekannt, hat seine gastlichen Pforten weit geöffnet, um, von den verschiedensten Seiten, auch von ärzt­licher, ermutigt, in diesem Sommer auch längere Zeit verweilenden Gästen Erholung uud Kräftigung in herrlicher, frischer Waldluft zu bieten. Altenburg zeichnet sich nicht allein durch sein vorzügliches, in freundlichen Gasthäusern ausgeschânktes Bier aus es steht auch im wohlbegründelen Rufe ausgezeichneter Milch (Milchkuren!) und sehr guten Trinkwassers. Hat unser Altenburg und seine Um­

gebung auch nicht die großartige Romantik mancher Mode - Luftkurorte aufzuweisen , so gewährt die Einkehr daselbst noch die ruhigen, harmonischen Reize des deutschen Mittelgebirges, vermag uns den Zauber friedevoller Sommer- räst zu bieten. Jagd- und Fischerei-Liebhaber können hier ohne Kosten ihren Neigungen nachgehen; Freunde eines er­frischenden, nervenstärkenden Sturzbades im Flusse finden hierzu Gelegenheit in der Schwalm. Bequemes Fuhrwerk harrt der Benutzung. Alles in allem: Sommerfrischler, ner­vöse Leute und Genesende (ernstlich Erkrankte ausgeschlossen) sind in Altenburg bestens aufgehoben. Wer den freundlichen Ort, seine biederen Bewohner, seine idyllische Umgebung kennen gelernt, der wird sicher wiederkommen!

Frankfurt a. M., 4. April. Gestern abend stürzte sich der Zeichenlehrer und Architekt Richard Tschampel zusammen mst dem elfjährigen Söhne seiner verstorbenen Schwester und dem 2'/>jährigen Töchterchen seiner Geliebim in den Main. Alle drei sind ertrunken. Tschamel lebte von seiner Frau getrennt. Man nimmt an, daß er die Tat in einem Anfall von Geistesgestörtheit begangen hat.

FC. Frankfurt a. M., 5. April. Die hiesige Gast- wirteinnung beschloß in ihrer letzten Sitzung, fortan alle Firmen, welche mit Wirten in geschäftlicher Verbindung stehen und sich ferner an der Eröffnung von Automatenrestaurants mit Kapital beteiligen, zu boykottieren.

Biebrich, 4. April. Wie dieBiebricher Tagespost" meldet, sind heute früh zwei Arbeiter der Teerproduktenfabrik in Biebrich, die in den Teerkessel gestiegen sind, durch noch darin befindliche giftige Gase erstickt. Ein hinzukommender Werkmeister wurde ohnmächtig, konnte aber wiederbelebt werden.

Zellhausen bei Seligenstadt, 5. April. Für die wissenschaftlichen Zwecke derInternationalen Erdmessung" werden in diesem Jahre in unsrer Nachbargemarkung Main­flingen astronomische Beobachtungen vorgenommen. Als Be­obachtungsstation wurde ein Grundstück des Schreiners Berg­mann bestimmt, auf welchem Terrain bereits ein Steinpfeiler für die Aufstellung der Desbachtungsinstrumente errichtet wurde. Die astronomischen Erhebungen stehen unter Leitung des Kommissars für das Großherzogtum Hessen, Herrn Fenner, Professor an der technischen Hochschule zu Darmstadt, erfreuen sich der fördernden Unterstützung seitens der Gemeindeverwaltung und werden voraussichtlich bis zum Spätherbst andauern.

Frankfurter Theater - Spielplan.

Opernhaus. Dienstag, 7. April, abends 7 Uhrl Der schwarze Domino". Gew. Preise. Mittwoch, 8.: Geschlossen. Donnerstag, 9., abends 7 Uhr:Romeo und Julie". Gew. Preise. Freitag, 10.: Geschlossen. Sams­tag, 1L, abends 7 Uhr:Martha" oderDer Markt zu Richmond". Gew. Preise. Sonntag, 12., nachmittags 3'/» Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen:Die Fledermaus". Abends 7 Uhr:Tannhäuser" oderDer Sängerkrieg auf Wartburg". Große Preise. Montag, 13., nachmittags S1^ Ul r: Vorstellung bei ermäßigten Preisen :Die kleinen Michus". Abends 7 Uhr:Götz von BerUchingen". Große Preise.

Schauspielhaus. Dienstag, 7. April, abends 7 Uhr:Der blinde Passagier". Gew. Preise. Mittwoch, 8., abends 7 Uhr:Mouna Vanna". Gew. Preise. Donners­tag, 9., abends 7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: Faust" 1. Teil undProlog im Himmel". Freitag, 10.: Geschloffen. Samstag, 11., abends 7 Uhr: Zum 1. Male: Die Schloßherrin". Gew. Preise. Sonntag, 12., nach­mittags â1^ Uhr: Vorstellung bei kleinen Preisen:Monna Vanna". Abends 7 Uhr:Die Schloßherrin". Gew. Preise. Montag, 13., nachmittags 3^/r Uhr: Vorstellung bei klei­nen Preisen:Ter blinde Passagier". Abends 7 Uhr:Im bunten Rock". Gew. Preise.

Literarisches

No8 Rich., Reichsverfassung und Reichstags­wahlrecht. Was jeder Wähler davon wissen muß. Mit Anhang; Statistik der Reichstagswahlen, Verfassung und Wahlrecht der hauptsächlichsten anderen Staaten. Freiburg i. Br. und Leipzig, Fr. Paul Lorenz. 1963. 50 Pfg. Im Vor­dergründe stehen die Reichstagswahlen. Auf diese vorzube- reiten und insbesondere auch jenen Anregung zu geben, welche das ihnen zustehende Recht nicht gekannt oder nicht hinreichend gewürdigt haben und demgemäß von den Wahlen ferngeblieben sind, das ist der Zw ck dieses Büchleins. Wir können es nur voll und ganz empfehlen.

Hue aller «leit.

Aus Elsaß Lothringen wird nach derTâgl. R." ein Kälterückschlag gemeldet. Im oberen Breuschtale herrschte bei starkem Sturme Schneegestöber mit Regen und Hagel ver­mischt, so daß die Berggipfel verschneit waren. Grandfontaine hat Frühjahr und Winter zugleich, da eine bis zum Dörfchen hinabreichende, bis zu fünf Zentimeter tiefe Schneedecke den schon recht grünen und blühenden Frühlingsteppich bedeckt. Auf dem letzteren sind sogar schon blühende Heidelbeeren anzutreffen. Die Vögel, darunter sogar derverliebte" Auerhahn, scheinen sich jedoch in ihrem Konzert durch die Winterlandschaft nicht beeinflussen zu lassen, hört man sie doch vengnügt weiterfinger» Ein empfindlicher Kälterückschlag hat sich auch im Lebern l bemerkbar gemacht, der um so auffälliger ist, als dort letz e Woche durchschnittlich 20 Grad Wärme herrschte. Die d n oberen Teil des Tales einrahmenden Höhen sind bis kaum 200 Meter über der Talsohle herab dicht mit Schnee bedeckt. Ein sonderbarer Anblick im Vergleich zu den an den Berges­hängen in schönster Blüte stehenden Obstbäumen.

Ein schwerer Automobilunfall hat sich während der Weltfahrt von Nizza nach der cote de la Turbie ereignet. Graf Zborowski, ein geborener Oesterreicher, der sich in Ame­rika naturalisieren ließ, und sein Mechaniker, Baron v. Palande, sind von ihrem Fahrzeug an einen Felsen geschleudert worden, a â sie in geradezu wahnwitziger Geschwindigkeit eine Siraßei- bi:gung zu nehmen suchten. Der Graf, dem der Schädel ge-

spalten wurde, war sofort tot, sein Bealeiter starb nach wenigen Stunden im Spital in Nizza. Graf Zborowski genoß in Sporiskreisen großes Ansehen. Er hatte sich auch auf bei Automobilfahrt Paris-Wien ausgezeichnet.

Drahtuachrichteu.

Abreise des Kaisers.

Kopenhagen, 5. April. Nach der Abschiedstafel bei dem König fuhr der Kaiser, begleitet vom Köni-r, sämtlichen Prinzen, Hofwürdenträgern und Vertretern der Marine, kurz nach 9 Uhr abends zum Zollamtsplatz. Bei der Abfabrt vom Schloß Amalienborg und der Ankunft auf dem Zollamtsplatz wurde der Kaiser von der Menge mit Hurrarusen begrüßt. Nachdem sich die Majestäten herzlich umarmt hatten, begab sich der Kaiser um 9'/, Uhr unter dem Salut der Forts und der Kriegsschiffe an Bord derHohenzollern", wohin ihn der deusiche Gesandte begleitete. Prinz Albert von Glücksburg bleibt noch einige Tage zum Besuche des Königs in Kopenhagen.

Kopenhagen, 6. April. Das deutsche Geschwader trat heute früh 7 Uhr 15 Min. unter dem Salut der dänischen Geschütze die Rückfahrt nach Kiel an.

Erlaß gegen die Soldatenmitzhandlungeu.

Berlin, 6. April. DasKleine Journal" meldet aus Breslau: Der Kommandeur des 6. Armeekorps, Erb­prinz von Sachsen-Meiningen, richtete an die ihm unterstehenden Dienststellen einen scharfen Erlaß gegen die Soldatenmißhandlungen. Jede Mißhandlung solle von dem Betroffenen sofort angezeigt und von jeder Be­schwerde an das Generalkommando sofort Meldung erstattet werden.

König Eduard in Lissabon.

Lissabon, 6. April. Gestern abend fand Gala-Oper zu Ehren des Königs Eduard statt. Gestern empfing der König auf der englischen Gesandtschaft Ergebenheitsadressen der Abordnungen der in Lissabon und Oporio ansässigen Eng­länder und fuhr dann mit König Charlos nach Cascaes.

Das Manifest des Kaisers von Rußland.

Petersburg, 5. April. Das Manifest des Kaisers vom 11. März wurde heute in den Kirchen verlesen.

Unruhen in Rußland.

Petersburg, 5. April. Im Dorfe Loszews, Gou­vernement Wladimir, kam es unter den Arbeitern einer Fabrik infolge Anordnungen der Fabrikleitung, mit denen die Arbeiter nicht zufrieden sind, zu Unruhen. Durch zweckentsprechende Maßregeln der Ortspolizei gelang es, die Ruhe wieder her­zustellen.

Unruhen in Madrid.

Madrid, 5. April. Gestern nachmittag wurde nach dem Wagen, in dem der kommand erende General der Provinz saß, mit Steinen geworfen, weil man glaubte, es sâße ein Minister darin. Die Unruhen wurden gestern bis Mitter- nackt fortgesetzt. Es kam noch zu vereinzelten Zusammen­stößen zwischen der Polizei und den Studenten, wobei einige Schüsse sielen. Die Studenten riffen den Zaun eines Neu­baues ein und bewaffneten sich mit Ziegelsteinen. Die Polizei griff darauf die Studenten an. Nach den amtlichen Fest­stellungen ist bei den Unruhen eine Person getötet worden, zahlreiche andere verletzt. Die für gestern abend einberufenen Versammlungen wurden polizeilich untersagt.

Madrid, 5. April. Auch heute abend kam es zu Kund­gebungen. Als sich die Beteiligten auf dem Sürtodelsol fest­setzen wollten, zerstreute die Polizei die Menge.

15 Jahre Zwangsarbeit.

Konstantinopel, 4. April. (Wiener Korr.-Bur.) Der Soldat Ibrahim, welcher den russischen Konsul Schtscherbina verwundete, wurde vom Kriegsgericht in Mitrowitza zu 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Die Verschärfung der Valkankrise.

Wien, 5. April. Die Situation am Balkan wird in hiesigen diplomatischen Kreisen andauernd ernst aufgefaßt, da der Schwerpunkt der Wirren durch die Erhebung der Albanesen aus Macedonien nach Altserbien verschoben erscheint. Der ser­bische Ministerrat beschloß drei Brigaden in der Stärke von rund 17,000 Mann zu mobilisieren und an die Grenze zu schicken, doch wurde die Ausführung dieses Be­schlusses vorderhand sistiert. Die Demission des serbischen Ministers des Aeußern, Losanitsch, dürfte aus dem Wider­spruch gegen die geplante Verfassungsrevision erfolgt fein, die in den nächsten Tagen erfolgen soll.

Um s MmU

machen wir darauf aufmerksam, daß alle für den Hanauer Anzeiger" aufgegebenen Inserate gleichzeitig auch, ohne Preisaufschlag, im

Langenselbolder Anzeiger

Amtliches Organ für den Amtsort Langenselbold sowie im

Neuen

Groß-Auheimer Anzeiger General-Anzeiger für Groß-Auheim u. Umgegend erscheinen und damit eine thatsächlich große Verbreitung erfahren.

Beide Neben-Ausgaben desHanauer An­zeiger" werden in den betreffenden Ortschaften fast von Haus zu Haus

gelesen.