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Freitag
6. März.
antragt für Einheimische die Erhöhung des Schulgeldes von 24 auf 36 Mk., für Auswärtige von 44 auf 60 Mk. Die eventl. Mehreinnahmen würden 7700 Mk. betragen. Die Mädchen Mittelschule hat Ausgaben 55,800 Mk., Einnahmen 14,500 Mk. mithin ist ein Zuschuß von 41,300 Mk. erforderlich oder 69.75 Mk. pro Kopf. Antrag: 12 Mk. Erhöhung für Einheimische, 16 Mk. für Auswärtige. Die Zusammenstellung der eventl. Mehreinnahmen ergibt die Summe von 24,211 Mk. Von diesem Betrag würde eventl. abgehen die unterbleibende Erlösung für Auswärtige, welche in Hanau wohnen, ein Rabatt für die Fälle, in welchen mehr als zwei Geschwister dieselbe Anstalt besuchen.
In der Kommission führte der Referent Stadtv. Küstner u. a. aus: Der Antragsteller wolle mit den 25 212 Mark Mehreinnahmen an Schulgeld ungefähr das decken, was die Bildungsanstalten an Mehrkosten gegen bisher verursachen. Er, Redner, stehe auch auf dem Standpunkt, daß die bisher festgesetzten Schulgeldsätze keine unantastbare Zahlen seien und sei cs sogar eine Pflicht der Gemeindevertretung, diese Sätze von Zeit zu Zeit daraufhin zu prüfen, ob sie noch im Einklang stehen mit den Erfordernissen, welche die Schulen an die Stadt stellen. Es sei aber nicht richtig, deshalb an eine Schulgelderhöhung heranzutreten, weil es sich darum handele, den Etat zu balanzieren. Das Schulgeld treffe ohnehin schwer belastete Schultern, sodaß hier äußerste Vorsicht geboten erscheine. Im besonderem zum Anträge, die Oberrealschule betreffend, übergehend stellte er dieSchul- geldsâtze des Gymnasiums, welches in gewissem Sinne eine Konkurrenzanstalt der Oberrealfchule genannt werden könne, gegenüber. Hier würden in jeder Klasse 130 Mark erhoben, das ergebe bei 9 Klassen 1170 Mk., während bei dir Ober- realschule erhoben würden in den 6 unteren Klassen je 120 Mk. = 720 Mark und in den 3 oberen Klaffen je 150 Mk. = 450 Mark, das Endresultat sei mit 1170 Mark für einen Schüler, welcher alle Klassen absolviere, dasselbe. Die Art der Schuldgelderhebnnz beim Gymnasium erscheine ihm viel sympatischer und habe er schon früher den Antrag gestellt, das Schuldgeld gleichmäßig für alle Äsaffen, auf 120 Mark zu bemessen. Wie bekannt, verursache der Aufbau der Schule von Obersekunda bis Oberprima relativ die meisten Kosten, weil hier der Besuch am schwächsten sei; da aber jede Schule möglichst darauf bedacht sein müsse, daß auch die obersten Klaffen durchschritten werden, so müsse hier die Schule ein übriges tun und scheine es ihm deshalb verfehlt, die oberen Klassen mit höherem Schulgeld zu belegen. Wegen Erhöhung des Schulgeldes für VI. bis UIL sei er bereit, den Antrag Kehl zu unterstütze unter Einbringung des weiteren Antrages, das Schulgeld für alle Klassen gleichmäßig, d. i. mit 130 Mark zu bemessen wie beim Gymnasium. Herrn Kehl sei bei seiner Berechnung ein Fehler unterlaufen; nach Berichtigung desselben betrage der Zuschuß für den einzelnen Schüler bei der Oberrealschule nicht 147,19, sondern 163,20 Mark pro Kopf. Dieser Zuschuß sei nun nicht eine Folge des zu niedrigen oder hohen Schulgeldes, sondern sei von dem Schulbesuch abhängig. Bei Betrachtung der äußeren Verhältnisse entfallen von 409 Schülern bei 15 Klassen auf jede Klaffe 27. Wären alle Klaffen voll besetzt mit je 40, so hätte man eine Schülerzahl von 600 und würden die Schulgeldeinnahmen bei einem Mehr von 5Oo/o sofort ebenfalls um 5Oo/o steigen, wonach sich die Gesamteinnahme auf 75 000 M. steigern würde. Dabei würden sich die Ausgaben nicht wesentlich vermehren, das Lehrpersonal würde dasselbe bleiben können, während die Mehreinnahme 25 000 Mark betragen würde, sodaß auf den Kopf nur ein Zuschuß von 70 Mk. entfallen würde. Jeder Schüler mehr bringe nach diesem Beispiel den Zuschuß herunter und umgekehrt erhöhe sich der Zuschuß bei zurückgehender Frequenz. Den auswärtigen Schülern gegenüber vertrete er deshalb nicht den Standpunkt des Antragstellers, wenngleich er eine mäßige Erhöhung des Schulgeldes für berechtigt halte. Die auswärtigen Schüler machten 25°/o der Gesomtschülerzahl aus, es besuchten 15 die oberen Klaffen â 150 Mk. = 2250 Mk., 94 die unteren Klaffen L 120 — 11280 Mk., welche somit zusammen' 13530 Mk. einbringen, oder wenn sein Antrag für gleichmäßiges Schulgeld angenommen werde 109X130 Mk. — 14170 Mk. — Die Kommission beantragte, das Schulgeld bei der Oberrealschule für alle Klassen gleichmäßig auf 130 Mk. zu bemessen und sür die Schüler von auswärts, mit Ausnahme derjenigen, welche in Hanau wohnen, einen Aufschlag von 40 Mk. für jeden Schüler festzusetzen.
In der Plenarsitzung hat das Referat ebenfalls Stadtv. Küstner. Nach der von ihm gegebenen Begründung spricht Stadtv. Schwabe, der gegen jede Erhöhung von Schulgeld ist und bittet, den Antrag abzulehnen. — Dr. Wagner: Soweit es sich um die Oberrealschule und höhere Mädchenschule drehe, könne die Berechtigung einer Schulgelderhöhung nicht gut abgesprochen werden. Er sei der Meinung, daß das Schulgeld eine Steuer bilde, eine Steuer auf geistige Spelle. Diese Steuer müsse man aber umwandeln, daß sie erhoben werde in einem Zuschlag zur Einkommensteuer. Dadurch helfe man die Lasten des Mittelstandes erleichtern. In M.-Gladbach und Krefeld würde bereits diese Form gewählt. — Stadtv. Schroeter: Er sei immer gegen eine Erhöhung des Schulgeldes' gewesen. Auch die Junggesellen müßten etwas beitragen. — Stadtv. Müller bedauert, daß der Antrag Dr. Wagner so spät gekommen sei. Er wünsche, daß der Antrag bei der nächsten Etatsberatung zur Sprache komme. Stadtv. Schwabe empfiehlt, das Prinzip des Antrags Dr. Wagner anzuerkennen. — Stadtv. I ost glaubt auch, daß es mit dem Antrag Dr. Wagner diesmal zu spät sei. Der Antrag Dr. Wagner lautet, das Schulgeld in Sätzen von 80—250 Mk. 0*3 Zuschlag zu der Einkommensteuer zu erheben. Auswärts wohnende Schüler zahlen nicht unter 170 Mk. Der Antrag vereinigte 6 Stimmen auf sich. Der Antrag des Finanzausschusses, das Schulgeld in der Oberrealschule einheitlich auf 130 Mk., für auswärtige Schüler auf 170 Mk. zu erhöhen, wurde angenommen. Stadtv. Schwabe hat einen Antrag eingebracht, der das Prinzip des Antrags Wagner aufrecht erhalten will, zieht ihn aber darauf wieder zurück. — Bei dem Titel „Einnahmen an Schulgeld, Vorschule" be-
antragt Stadtv. Dr. Wagner Erhöhung des Schulgeldes von 90 auf 180 Mk. Stadtv. O t t beantragt ein Aufgeld von 30 Mk. für Auswärtige, Stadtv. Kreuter ein solches von 40 Mk. Der Antrag O t t wird angenommen.
Bei der höheren Mädchenschule wird der Antrag des Finanzausschusses zunächst debattiert. Soweit es sich auf Einheimische bezieht, will man es beim alten belassen, dagegen soll ein Aufschlag von 15 Mk. auf das bisherige Schulgeld der nickt in Hanau wohnenden Fremdenschülerinnen der Klassen I—VI von 125 auf 140 Mk. eintreien. Stadtv. Kreuter beantragt, diesen Aufschlag in sämtlichen Klassen cinlreten zu lassen. Dieser Antrag wird angenommen. Hierauf wird in die Beratung des Antrages O t t eingelreten, der wie folgt lautet: „Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, Schritte zu tun, damit die höhere Mädchenschule direkt der Inspektion der Kgl. Negierung unterstellt werde."
Zur Begründung seines Antrages führt Siadlv. O t t auS, daß in einer der zurückliegenden Ausschußsitzungen Herrn Direktor Bungenstab Gelegenheit gegeben worden sei, sich zur Frage der höheren Mädchenschule zu äußern. Dabei habe er überzeugend dargetan, daß die hiesige höhere Mädchenschule tatsächlich zu den höheren Schulen im Sinne der preußischen Unterrichtsverwaltung zu rechnen sei. Habe die Schule z. Zt. keine Selekta, so sei das Zufall, aber das Vorhandensein einer solchen Klaffe habe mit dem Charakter der Schule nichts zu tun, diese Klasse könne jederzeit wieder eingerichtet werden, sei aber auch dann keineswegs als bedingtes Glied dieser Schule anzusehen. Die für höhere Schulen vorgeschriebene Anzahl von Ober-Lehrern sei vorhanden. Der Herr Oberbürgermeister habe s. Zt. selbst zugegeben, daß er sich geirrt habe und bei seiner Behauptung der Ansicht gewesen sei, daß zu den höheren Lehranstalten nur solche höh. Mädchenschulen zu rechnen seien, mit denen ein Seminar verbunden sei. SolcheAnstaltenwürdendemPro- vinzialschulkollegium unterstellt, während der Unterstellung unserer höheren Mädchenschule unter die direkte Aussicht der Kgl. Regierung nichts im Wege siehe. Der Beschluß betr. die MiLmsiersiellung der höheren Mädchenschule unter den neuen Sladrschulinsoektor fei f. Zt. somit unter falschen Voraussetzungen gefaßt worden. Direktor Bungenstab habe in überzeugender Weise ausgführt, daß nicht allein das Widerstreben der Oberlehrer, welche ihre akademischen Examina bestanden, sich einem Herrn zu unterstellen, welcher, wenn auch akademisch gebildet, diese Examina nicht absolviert habe, ihn b-stimme, um die Abzweigung der höheren Mädchenschule von der Stadt- schulinspeklion zu bitten, sondern vielmehr das Ansthen der Schule nach außen. Dieses würde dabei nicht gefördert werden, wenn die Schule auf die gleiche Stufe mit her Mitzel- und Volksschule gestellt würde. Ein Oberlehrer habe bereits gekündigt. Besondere Kosten erwachsen der Stadt bei direkter Unterstellung der Schule unler die Regierung nicht; jedenfalls werde der D rektor der Schule von der Regierung gleichzeitig zu ihremJnspekcor ernannt werden, im übrigen webe alles beim alten bleiben. Der zustimmende Beschluß sei in Finanzausschuß ein stimmig erfolgt. — Stadiv. Schwabe bittet, den Antrag abzulehnen, denn es sei nicht Sache der Stadtverordneten einen diesbezüglichen Antrag an den Magistrat zu richten, denn die Stadtverordneten-Versammlung bave seiner Zeit erklärt, daß sie einen Schulinspektor wün'che, welchem alle stâdt. Schulen ohne Ausnahme, d. h. bis cur die Ober- realschule, unterstellt werden könnten. Der jetzt angesiellte Stadtschulinspektor Lorenz sei als die geeignete Persönlichkeit hierfür gewählt worden. Die Stadtverordneten-Versammlung habe keine Ursache, ihren diesbezüglichen Beschluß rückgängig zu machen. Nach den nunmehr gemachten Erfahrungen hätte der Magistrat mit Hinblick auf die Empfindlichkeit der akademisch gebildeten Lehrer Herrn Lorenz nicht ansiellen dürfen, sondern einen Akademiker wählen müssen. Hätte man die heutigen Verhältnisse vorausgesehen, so wäre s. Z. die Frage ber Schulinspektion wohl ganz anders gelöst worden. Das Vorgehen in dieser Frage scheine ihm ein nicht sehr vertrauenerweckendes zu sein. Der Magistrat mag nunmehr selbst den Antrag stellen und die Suppe, welche er sich eingebrockt, nun auch selbst auseffen. In Zukunft müsse man vorsichtiger sein. — Oberbürgermeister Dr. Gebeschus findet die gegen den Magistrat gerichteten Angriffe geradezu unerhört; der Magistrat sei in dieser Frage unter Berücksichtigung der entstandenen Reibungen sehr loyal vorgegangen. Es wurden hier nun unwahre Behauptungen und falsche Schlußfolgerungen aufaestellt. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung auf Herrn Dr. Wagner's und anderer Vorschlag ausdrücklich beantragt habe, beim Ausschreiben auch ausdrücklich hervorzuheben, daß auch ein Nichtakademiker Berücksichtigung finden würde, habe der Magistrat daraufhin Herrn Lorenz vorgeschlagen, der als Seminarist, trotzdem aber akademisch gebildet, wenn auch ohne Examina, als der tüchngste von allen Bewerbern, einschließlich der akademisch Gebildeten anerkannt worden sei. Wenn die Lehrer an der Höheren Mädchenschule nun nicht bleiben wollen, so werde man im Stande sein, Ersatz zu schaffen. Redner verbreitet sich weiter über die inzwischen stattgehabten Vorgänge und betont, daß wohl weniger mit einer Empfindlichkeit des Herrn Bungenstab zu rechnen sei, welcher bereit sei, sehr gern mit Herrn Lorenz zusammen zu arbeiten. Der Antrag auf Berufung eines neuen Schulimpektors sei damals nicht vom Magistrat ausgegangen, sondern von der Stadtverordnetenversammlung. Die ministerielle Verfügung sei jetzt der Stadtverordneten-Vevammlung mitgeteilt, wonach direkte Unterstellung der höh. Mädchenschule unter die Regierung möglich sei. Er sei bei dieser Gelegenheit von dem Referenten, Herrn Küstner gefragt worden, ob unsere höhere Mädchenschule zu den höheren Lehranstalten zu rechnen sei. In der Meinung nun, es handele sich um solche höhere Lehranstalten, welche dirskt dem Provinzialschulkollegium zu unterstellen sein, habe er die Frage verneint. Er möchte die Herren bitten, ehe sie Behauptungen aufstellen, die Akten nachzulesen.
Stadtv. S ch r o e t e r hält einen andern Weg nicht für annehmbar, als nunmehr dem Anträge Ott zuzustimmmen, ob dieser Antrag vom Magistrat oder hier von der Versammlung ausgehe, müsse dabei gleichgiltig sein. — Stadtv. Dr. Wagner
meint, man solle sich mit Etiquettenfragen, welche ins Jahrhundert gehörten, hier nicht befassen. Wenn es dem einen oder anderen Lehrer nickt beliebe, wegen der Sckulintp'klion zu bleiben, so sönne man eben dagegen nichts machen. Beschlüsse, welche hier gefaßt seien, müßten auch ausgelührt werden. — Oberbürgermeister Dr. Gebeschus meint, der Fortgang des Oberlehrers Honsel dürfe überhaupt nicht mit der Schulinspektion in Zusammenhang gebracht werden, dieser Herr habe schon vor dem Austauchen der heute zur Verhandlung stehenden Angelegenheit gekündigt. — Stadio. Dr. Waaner weist darauf hin, daß mehrere Staatsmänner in hoben Stellungen, wie z. B. unser Oberpräsident, auch Nichiakademiker seien. Das hätten sich die betr. Lehrer gefallen lassen. — Stadt». Schwabe widerspricht dem Herrn Oberbürgermeister. Man habe sich schließlich in eine Zwangslage versetzt gesehen und einen Schulinspektor im Hauptamie angestellt, nachdem die Frage wegen Anstellung eines anderen Herrn verneint worden sei. Er sei überzeugt, daß die Stadtverordnetenversammlung in ihrer früheren Z u - s a m m c n st e l l u n g einen Sckulinspektor im H aup h a m t e nicht für notwendig gehalten hätte. Hätte der Magistrat s. Zt. gesagt, daß man bei dem Beschluß, bei der Wabl ein besonderes Auaenmerk auch auf feminarisch gebildete Bewerber zu richten, auf Wiederstand bei der hiesigen akademischen Lehrerschaft stoßen würde, so wäre der Beschluß jedenfalls nicht in dieser Weise gefaßt worden. — Oberbürgermeister Dr. Gebeschus betont nach einigen Bemerkungen, daß der Magistrat von vornherein beantragt habe, nur Akademiker zu berücksichtiget:, man habe nun von den Bewerbungen die beste gewählt und fei dabei auf eineu Nichiakademiker gekommen. — Stadtv. Müller weist darauf hin, daß sehr schwer ins Gewicht falle, die Kählersche Schule zu erhalten, welche 100 Schülerinnen berge!, welche die Stadt beim etwaigen Eingang dieser Schule sofort unterbringen müsse. Die Schwierigkeiten, welche dadurch entstünden, ließen sich heute noch nicht überleben, liefe Schule müsse ebenfalls direkt der Regierung unterstellt werden, da auch hier die Oberlehrer Schwierigkeiten machten bei Einiührung der neuen Inspektion. Wmn der Stadt dadurch keine Kosten erwachsen, so empfehle er sehr die Unterstellung bei der höheren Mädchenschule unter die direkte Inspektion der Regierung. — Herr Hoffmann unterstützt den Antrag Oti. Er sei s. Zt. dagegen gewesen, zur Bewerbung um die Sckulinspekior- Sielle auch feminarisch Gebildete zuzulassen. Wenngleich man in dem Gewählten einen Seminaristen mit "gleichzeitig akademischer Bildung gefunden habe, so habe man doch Schwierigkeiten wegen Gewinnung des erforderlichen Lehrerpersonals an der höheren Mädchenschule. Er habe bei dieser Frage lediglich das Interesse der Schule im Auge. — Nach einigen Schlußbemerkungen bedauert Herr Treu sch, daß man die erforderlich gewesenen 35 Minuten zu diesen Auseinandersetzungen habe opfern müssen, wo man eigentlich nichts weiter aetan, als sich wegen Esiquetten'rage unterhalten labe. Die Stadtverordnetenversammlung sollte ihre Beschlüsse konsequenter durchführen und bitte er heute ebenso wie damals zu beschließen. Der Antrag O t t wird schließlich mit großer Majorität angenommen. — Wegen der Kählerschule wird kein Beschluß gefaßt, weil das Privatsacke, doch wird von Herrn Oberbürgermetster Unterstützung nach bietet Richtung in Aussicht gestellt.
Hinsichtlich des Schulgeldes bei den Mittelschulen wird der Antrag angenommen, daß es bei den bisherigen Schulgeld ätzen für Einheimische zu bleiben hat, für au-wârtS wohnende Schüler soll eine Erhöhung von 44 auf 50 Mk. eintreten.
* Wahlbewegttug. In der gestrigen Hauptversammlung des nationalliberalen Vereins wurde dem Antrag des Vorstandes, Herrn Amtsrichter Dr. Lucas in Langenselbold zum Reickstagskandidaten zu ernennen, einstimmig beigetreten. Der ebenfalls anwesende Herr Amtsrichter Dr. Lucas führte sich in einer lävieren Pronrammrede in trcfflicher Weise ein.
* Militärisches. Der kommandierende General des 18. Armeekorps Exc. v. L i n d e q u i st hielt heute vormittag beim Ulanen- Reaiment eine Besichtigung ab.
* Gesellenprüfung. Diejenigen Lehrlinge, welche das Mechanik, r-, Optiker- und Elektroteckniker-Handwerk erlernt und demnächst ihre Lehrzeit beendet haben, werden hiermit ersucht, sich bis zum 15. März d. Js. zur Gesellenprüfung bei dem Vorsitzenden der Prüfungskommission Herrn Scklosser- meister B. Ocker, Langstraße 96, anzumelden. Später ein« laufende Gesuche können erst im Oktober zur Prüfung zugelassen werden.
* Gar« vorturn erstunden. Der Maingauverband und der Gauverband Offenbach-Hanau halten nächsten Sonntag Uebungen ab im Vereinshaus der Turn gemeinde. Dieselben beginnen vormittags 8 und nachmittags 2 Uhr.
* Stadttheater. (Benefiz Tor an.) Wir weisen nochmals puf die heute zum Benefiz für Frl. Toran stattfin- den de, Aufführung von „Monna Vanna" hin.. Die Regie führt Herr Rchhach.
^ Auf dem Mulnstrome herrscht gegenwärtig, begünstigt von ziemlich hohem Wafferstande, ein reger Floß- uno Schiffsverkehr. Hau- und Bausteine aus der Gegend von Miltenberg werden in bedeutenden Quantitäten nach dem unteren Maingebiete verfrachtet. Die 3 Kettendampfer, welche den Verkehr zwischen Mainz und Aschaffenburg vermitteln, sind vollauf mit ihren Bergfahrten beschäftigt, stets statil-che Ft ottillen im Schlepptau nach sich ziehend. Der rege Verkehr mit Baumaterialien läßt auf eine lebhafte Baulust im bevorstehenden Frühlinge schließen.
" Die Bekämpfung des Alkoholismus. Dem Teufel Alkohol erwachsen immer zahlrecchere erbitterte Feinde, welche den Kampf gegen ihn mit Zähigkeit und Ausdauer führen und in den meisten Ländern bereits Erfolg erzielt haben. Auch hier wird heute abend Herr Dr. K e f e r st e i n aus Berlin einen Vortrag über die Bekämpfung des Alkoholismus halten, woran sich eine Diskussion anschließt. Der Vortrag findet im Saale des Stadtschlosses statt. Damen und Herren sind willkommen.