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Donnerstag
5. Februar.
Uchen Professor in der Medizinischen Fakultät der UniDerfitüt Marburq, der Metropolitan Gleim zu Neukirchen zum Superintendenten der Diözese ZiegenLain—Homberg, der t. Pfarrer zu Neukirchen, Sup°rinlendent $ leim, zum 1. Pfarrer in Ziegenkain und der P'arrer Hellwig zu Holzhausen, Klasse Grebenstein, zum Pfarrer in Abierode, Klasse Allendorf, der Forstassessor Henckel zum Oberförster unter Ueberiragung der Oberförsterstelle Sillium, Reg.*Bezirk Hildesheim, der Rechtskandidat Herwig zum Referendar, der diâiari^che Ge- richtssckreibergehilfe Warnke zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsaericht in Felsberg.
Ausgeschiedcn: aus dem Justizdienst: die Gerichtsassessoren Bobrik infolge seiner Uebernahme in den Dienst des Auswärtigen Amies und Dr. K oref infolge seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht in Hanau.
Pensioniert : der Pfandschreiber Bietz beim Leihhaus in Cassel vom 1. Mai d. J. an, der Gerichtsdiener Feuer- senger in Treysa.
Gestorben: der Referendar Dr. Roos, der Kreisbsie Felsch in Hersfeld.
* Hm den Kaiserpreis. Bei dem Milte Juli v. J. staitgehabten Ritt um den vom Kaiser für die Kavallerie- offiziere des 18. Armeekorps gestifteten Ehrenpreis ging als Sieger Lt. Günther vom 2. ^roßb. Hess. Dragoner-Regmi. (Leib-Draooner-Regiment) Nr. 24 hervor, dem der Ehrenpreis für 1902 zuerkannt worden ist. Der Preis muß, um endgiltig im Besitze des Siegers verbleiben zu können, zweimal hintereinander errungen werden.
* Neue Zwangsinnuttg. Nachdem bei der Abstimmung sich die Mehrheit der beteiligten Gewerbetreibenden für die Einführung des Beiirinszwanges erklärt hat, ordnet der Herr Regierungspräsident an, daß zum 1. Mai 1903 eine Zwangsinnung für das Schneider- und Mützenmacherhandwerk in dem Bezirk des Stadt- und -Landkreises Hanau mit dem Sitze in der Stadt Hanau und dem Namen: „Zwangsinnung der Schneider und Mützenmacher im Stadt- und Landkreise Hanau" errichtet werde. Von dem genannten Zeitpunkt ab gedören alle Gewerbe treibende, welche das Schneider- und Mützenmacherhandwerk betreiben, gleichviel ob sie Gesellen oder Lehrlinae beschädigen oder nickt, dieser Innung an.
* Ständisch oder ständig? Stehen da vor einigen Tagen zwei Herren, anscheinend Norddeutsche, vor der Leihbank in der Römerstraße und studieren eifrig die Aufschrift: Ständische Leihbank. Endlich meint der Eine: „Fa, das darf doch nicht ständisch, das muß doch ständig heißm." Als ob man in Hanau stets und ständig am Leiten und Borgen wäre! So schlimm ist es nun doch nicht. Der Begriff „ständisch" ist ja nun gewiß veraltet, und insofern ist der Jrrium wohl begre flich. Hoffentlich aber wird aus der ständischen Leidbank niemals eine ständige.
* IV. Abonnements - Konzert—Ceutralhatte. Wir verweisen an dieser Stelle nochmals auf das heute abend 8 Uhr in der „Centralhallr" siousindende 4. Abonnements- Konzert. Das Programm ist fein künstleri'ch zulammengestellt und bürgen schon die Namen Adele Kraust, Elara S âm artz und Edmund Hertz für einen äußerst genußreichen Abend.
* Stadttheater. Infolge Erkrankung des Herrn Becker gelangt am Freitag, anstatt: „Alexandra", das mit so großem Erfolg gegebene Lustspiel: „Die Zwillings»chwester" zur Aufführung. Die nochmalige Wiederholung des vortrefflichen Stückes, in welchem Fräul. Toran als „Giuditta" so reichen Beuall fand, dürfte gewiß freudig begrüßt werden.
* Der Frankfurter Sängerwettstreit. Als Termin für das diesjährige Wetlsinaen um den vom Kaiser gestifteten Wanderpreis für deutsche Mannergesangvereine sind, wie schon früher mitgeteilt wurde, der 4., 5. und 6. Juni in Aussicht genommen. Am Abend des 3. Juni wird voraussichtlich ein Begrüßungskonzert der gesamten Frankfurter Männergesangvereine veranstaltet, die sich bekanntlich an dem Wetlsinaen nicht beteiligen dürfen. An den ersten beiden Tagen des Wettsingens werden vormittags und nachmittags je fi’bm Vereine, am dritten Tage vormittags die letzten sechs Vereine
in Aschaffenburg, Frankfurt und einer Anzahl rhnnsicher Städte. Hätte damals in Hanau eine gleiche Zunft irgend welche Bedeutung gehabt, sie wäre — der Lage der Stadt nach — gewiß in diesem Bunde vertreten, in dem man sich zu einem gleiâen Verfahren in der Aufnahme von Gelellen verpflichtete.
Die Entwickelung der Selbständigkeit der Stadtaemnnde wurde alsbald auch äußerlich dokumentiert, indem der Rat ein eignes Siegel „civium in Hanowe“ führte, das alte Wappen der Herren mit dem gespaltenen Schilde der schräg liegenden Balken, zur Hälfte bedeckt mit dem Felde des aufrecht stehenden Löwen. Es ist daS älteste uns bekannte Siege! der Stadt; zum ersten Male (mangelhaft) erhalten an einer Urkunde vom Jahre 1345, vier Jahrzehnte nach der Erhebung zur Stadt, war es bis zum Jahre 1447 in Gebrauch.
Das zweite, was uns unsere Urkunde ausdrücklich mii- teilt — und das ist das greifbarere, für den Augenblick gleich günftiae Folgen bringende — ist die Verwilligung eines stehenden Wochenmarktes, zu dem der König seinen besonderen Schutz den Marktleuten für die Hin- wie Rückreise verheißt. Dies letztere ist deshalb von Wichtigkeit, weil wohl an jeder beliebigen Stelle sich Kaufleute niederließen, sich ein regelmäßiger Marktverkehr entwickeln konnte, aber die Handeltreibenden taten das auf ihre Gefahr, konnten von dem Herrn der Oerllichkeit zu Abgaben herangezogen werden, genossen auch für Gur und Leben keines höheren Schutzes. Und der Markt von Hanau wird sich unter dem ihm verwilligten Königsschutze fchon um deswillen eines verhältnismäßig lebhaften Zuzuges nicht bloß aus der allernächsten Nachbarschaft erfreut haben, weil die Lage, zumal in der Nähe des schiffbaren Mainflusfes, eine von allen Seiten bequeme Zufahrt bot.
Als dann auch die Stadtmauer sich erhob mit ihren Türmen und Toren, die die Bürger schon 1338 fertig stehen sahen -- Sie kennen alle die stattlichen Ueberreste der ältesten Anlage — so hatte Hanau, an die Herrenburg sich anschließend, denn die zuvor erwähnten charakteristischen Eigentümlichkeiten, die zur Stadt gehörten, aufzuweiien: Marktplatz, Ratbaus.
den Wettgelang durch Dorirag des größeren PreischoreS und eines Mbügero’hlten Chores ausfübrcn. Am Nackmittag des dritten Tages findet dann der engere Wettbewerb um den Wanderpreis statt. Hierzu werden die elf, eventuell zwölf Vereine zugelassen, deren Leistungen die Preisrichter als die besten beurteilt haben; diese erhalten die Stimmen zu dem im Volksion gehaltenen zweiten Preisâor, zu dessen Einübung ihnen eine Stunde Zeit gegeben wird. Nach diesem Wettgesang erfolgt die Verteilung des Wanderpreises und der übrigen Ebrenprefie. Die Reihenfolge, in der die 34 zugelassenen Vereine singen, wird von der vorbereitenden Kommission durch das Los bestimmt, sie teilt das Ergebnis der Verlosung den Vereinen ein Vierteljahr vorder, d. i. am 4. März, mit. Die Ueberlendung des für das Wetisiugen komponierten größeren Preisckores an die Vereine geschieht sechs Wochen vorher, also am 22. April. Die Namen der Komponisten dieses und des für den enge m Wettbewerb komponierten PreischoreS im Volkston werden bis zur Uebergabe der Noten an die betreffenden Vereine geheimaehalten. — Weiter wird ans Frankfurt a. M. berichtet: Für den Gesangswettstreit im Juni 1903 sind in der Sängersesthalle auch die Logen a Mk. 1000 nahezu alle vergeben. Der Finanzausschuß, Vor- iiyender Bürgermeister Dr. Vwreniropp. will daher dem Hauptausschuß empfehlen, die wenigen no h übrigen Logen zunächst nicht zu verkaufen, da es ratsam erscheint, eine Anzahl Logenplätze verfügbar zu halten. Für die Ermietung der Sänger Feuhalle, welche bekanntlich nach Beendigung des Ge- fangswkltstreitks für andere geeignete Veranstaltungen auf kürzere oder längere Zeit vergeben wird, laufen zahlreiche Anmeldungen ein. Die Festhalle befindet sich in vorzüglicher Lage an der Forsthausstraße; sie hat einen Flächeninhalt von 8100 Quadratmeter im Erdgeschoß und 6000 Quadratmeter im Obergeschoß.
* 10» Deutsches Turnfest. Aus Nürnberg wird uns berichtet: Sämtliche Ausschüsse für das 10. Deutsche Turnfest, das in diesem Jahre in unserer Stadt gefeiert wird, sind mit regem Eifer an der Erledigung ihrer Aufgaben und haben durch Bildung von Unterausschüsse, fine mehrfache Teilung ihrer umfangreichen Arbeit ein treten lassen. Um frühzeitig genug den Teilnehmern am Feste von etwaigen Fahrt- v.-rgünmgungen Mitteilung machen zu können, haue man ff^ bereits im Februar v. I. an die in Belrackt kommenden Eisen- babndirektionen gewandt mit der Bitte, allen Teilnehmern am Turnfeste die Beförderung gegen Militârfahrkarten zu gewähren. Die preußisch-bklsi che Eisenbahnverwaliung lehnte das Gesuch ab mit dem Hinweis ans die lange Giltigkeitsdauer der Rückfahrkarten. Die Ei'enbahneirekiionen Sackens, der Main- Neckarbahn, Elsaß-Lothringens und Oesterreichs wissen unter Ablehnung der Biue auf die tariflichen Ermäßigungen für gemeinschaftliche Reisen größerer Gesellichafleu hin. Die Antworten Württembergs und Badens stehen noch aus, Bayern und die Pfälzischen Eisenbahnen räumen den Teilnehmern am Turnfeste freie Rückfahrt auf einfache Fahrkarten ein. Wie bereits kurz mit aeieilt, sind im Anschluß an das Turnfest, welches in Nürnberg 1903 siattfindet, eine Reihe von Turnfahrtrn geplant. Die,Üben werden, abgesehen von der näßeren und weiteren Umgebung Nürnberg's, das Fichtelgebirge, den Bayerischen Wald und das Hochgebirge zum Ziel haben. Nähere Ausflüge in die Hersbrucker Schweiz, zu den Solenhofer Steinbrüchen und nach Rothenburg a. b. T. in die Fränkische Schweiz, in das Fichtelgebirge, zur Befreiungs- Halle und Walhalla u. f. w. unternommen werden. Auch für diese TuriEahrien bat die bayerische Eisenbahndirektion bei einfachen Fahrkarten freie Rückfahrt auf alle Züge gewährt, für die die Karten gelten. Die einzelnen Ausflüge werden in einem besonderen Turnfahrtenbuch zusammengestellt und beschrieben werden. Touren in die Schweiz werden nur, wenn aus den Reihen der Turnerschaft bezügliche Wünsche laut werden, veranstaltet werden.
* St. Josephs - Bauverein. Heute abend 9 Uhr findet unsere Monalssitzung im oberen Sälchen der „Stadt Bremen" statt, wozu die Mitglieder freundlichst eingeladen werden.
K.rche, Mauern. Und so klein die älteste Stadt Hanau auch war, so war sie doch für die Umgegend ein nicht unbedeutender Ort, der gar manchen zur Ansiedelung anlocken mochte; auch Pfahlbürger, d. h. Ansiedler, die sich außerhalb der Mauern niederließen, um die Vorteile der nahen Stadt zu genießen, ohne eigenes Bürgerrecht zu besitzen, scheinen bald zugezogen zu fein. So sehen nur, was die in der Urkunde vorgesehenen Gerechtsame bedeuteten.
Auf einen Punkt in unserer Urkunde möchte ich aber Ihre Gütige Aufmerksamkeit noch einmal lenken. Das ist der Umstand, daß König Albrecht anssrücklich erklärt und aufs entschiedenste betont, er habe den bei der Herrenburg Hanan belegenen Ort mit besonderer Begabung bedacht „aus dankbarer Anerkennung der wertvollen Dienste, die ihm und dem Reiche Uirich von Hanau geleistet habe, und in Erwartung, daß er ihm fernere leisten werde." Diese inbaltreichen Worte kennzeichnen beide Männer. Einmal den König; er gab hier aus seiner Vollmacht als Inhaber der Reichsgewalt, weil er empfangen hatte und weil er weiteres für sich erhoffte; zudem kostete es ihn, das Reichsoberhaupt, selbst nicht viel, was er gab. Albrecht I. war kein Herrscher, der freigebig und ohne Gegenleistung gewährte, er wird uns als ein geiziger Herr geschildert; Dichter und Sänger, auf die offene Hand und die Gastlichkeit der Großen angewiesen, waren ihm nicht hold. Sodann zeigt unS der Wortlaut der Urkunde: es war Herrn Ulrichs Verdienst, daß Hanau vom König das Stadtrecht erlangt bat. Und in der Tat, es ist nicht zu viel, was hier von" Ulrichs Verdiensten um das Reich gerühmt wird. Er ist nicht nur der weitaus bedeutendste unter den Hanauer Dynasten der älteren Zeit gewesen, er hat auch in der Geschichte des Reiches eine hervorragende Sielle eingenommen, weit über die Grenzen seiner Herrschaft war sein Ruhm bekannt, an vielen Stellen griff seine einsichtsvolle Tätigkeit in die Unternehmungen der großen Politik ein.
Es war eine drangvolle, bewegte Zeit, in die er während seiner Regierung von 1276 (?)— 1306 hineingestellt war;
* Falsche Zinsscheine. Im amtlichen Teile unserer heutigen Ausgabe befindet sich eine Bekanntmachung der Hauptverwaltung der Staatsschulden über das im Laufe der letzten Wochen an verschiedenen Orten beobachtete Vorkommen einzelner falscker Z^nsscheine von Schuldverschreibunren der preußischen konsolidierten 3V,prozenligkn Staatsanleihen von 1885 und 1890.
** An Kohlenftas Vergiftung gestorben. Die Kinder des Landwirts Ott zu Rothenbergen, ein 13jähriges Mädchen und 2 Knaben, zündeten stch am Montag abend vor dem Schlafengehen in ihrer Schlafstube ein Feuer an und legten sich dann zu Bett. Am morgen wurden alle Drei bewußtlos vorgefunden; wie sich herausstellte, halten sich Kohlen- ga^e entwickelt und daS Unglück herbeigeführt. Die zwei Knaben er? olten sich bald wieder, die 13jährige Anna Margareth Ott aber ist an den Folgen der Vergiftung im hiesigen Landkrankenhause, wohin sie schleunigst verbracht worden war, gestorben.
* Ein Versehen. In der ganz richtigen Erkenntnis, daß Vorsicht der bessere Teil der Tavierkeit ist, hat die „Han. Zeitung" einen recht geschmacklosen Angriff auf unser Blatt in den „Sprecksaal" verlegt und damit auch der Berechtigung des über uns abgehaltenen Scherbengerichts gerade kein günstiges Zeugnis ausgestellt. Wir würden unsern Lesern den Genuß, die prahlerische Epistel kennen zu lernen, gerne bereiten, wenn wir nicht den Raum für besseres zu verwenden hätten. So begnügen wir uns damit, auf den. famosen Sprechsaalartikel aufmerksam zu machen und verweisen insbesondere auf den Schlußsatz mit der ominösen Unterschrift „Mehrere Konzerl- besuckkr", worin dem Stier auf das Eindringlichste die Wertlosigkeit des „Hanauer Anzeiger" eingesckârft und die auf unerreichten Höhen thronende „Hanauer Zeitung" in das rechte Licht gerückt wird. Und welcher Art war das dem „H. A." unterlaufene Versehen, das die „Kollegin" in der Calzgasse in einem solchen Meer von Wonne schwimmen läßt? Man höre und staune: Dem Konzertreferenlen war infolge Ueber füHung d-S Saales nur ein entlegenes Eckplätzchen übrig geblieben, wodurch ihm der Blick auf das Podium entzogen war und dadurch eine an sich ja allerdings bedauerlicke Personenverwechselun^ passierte. Und deshalb das selbstgefällige Bramarbasieren des Sprechsaalariiklers der „Han. Zig."! Damit auch die Komik nicht fehle, wurde in dem erwähnten Artikel das famose Wort von dem „Mnsikagrarier" geprägt. Wir raten der „Han. Z/ß sich diese prächtige Erfindung schleunigst patentieren zu lassen, man weiß ja nicht, wie sie ihr streitig gemacht werden könnte. Geradezu komisch aber wirkt im Munde der „Han. Ztg." der uns gemachte Vorwurf, wenn man auf derselben Seite, die dieses wohl einzig dastehende und geradezu widerliche Eigenlob enthält, die „Richtigstellung" und Entschuldigung dafür lieft, daß sie in ihrem Referat über die am Montag im Stadt tHeater stattgehabte Ffftieier einen in Hanau ganz unbekannten Verein statt des Oratorienvereins hatte singen lassen, ganz abgesehen von den übrigen, ihr in nicht geringer Zahl unterlaufenden Schnitzern, um die sich ein anständiges anderes Blatt garnicht kümmert. Spottet ihrer, und weiß selbst nidn wie. Im klebrigen sieht die 2O.;eilfge „Kritik" der „H. Z." über das Wein>er-Konzert auch nach allem anderen eher aus, als wie nach „Kun st verstand". Und trotzdem der Vorwurf über den Kunstkritiker, der mit seinen Kenntnissen noch nicht über das „Gebet einer Jungfrau" hinausgekommen sei. Der betr. Artikler hat mit seinem hier skizfferten Verhalten gezeigt, daß ihm das minimalste Erfordernis eines Zeitungsschreibers, nämlich die gesunde Logik, fehlt und wer die nicht hat, sollte es lieber ganz bleiben lassen. Es bleibt eben immer ein gefährliches Unterfangen, mit Steinen zu werfen, wenn man selbst im Glashause fitzt. Das sollte sich das freisinnige Organ in seinem gehässigen Kampfe wohl merken.
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):( Kesselstadt, 5. Februar. (Zimm erb ran d.) Durch Umstoßen eines Tisches, auf dem sich eine Spiritus- lampe befand, entstand gestern morgen in der Diamantschleiferei Karl I., Feldstraße, ein Zimmerbrand, bei dem Diamanten im Werte von über 2000 Mk. beschädiat wurden.
noch waren die Folgen des Interregnums, „der kaiserlosen, der schrecklichen Zeit," wie sie der Dichter nennt, nicht überwunden ; noch hatten die deutschen Könige ihre Not, den Landfrieden aufrecht zu halten, überall bedurften sie tüchtiger Helfer. Ulrich I. von Hanau war ein solcher; er genoß nicht nur bei seinen Standesgenossen Ansehen und Vertrauen, wie er denn wiederholt bei Streitigkeiten um feinen Schiedsspruch angegangen wurde und Versöhnung zustande brachte, er hat drei deutschen Königen in Treuen gedient und stch ihrer Anerkennung zu erfreuen gehabt. Den König Rudolf begleitete er auf feiner Heerfahrt gegen Ottokar von Böhmen; in der Umgebung und am Hostager des Königs begegnet er uns zu Nürnberg, zu Friedberg, Germ-rsheim, Erfurt, Mühlhausen bei zum Teil wichtiaen königlichen Regierungsakten. So war er ein eifriger Gefolgsmann des Königs, der diese Treue ihm anerkannte: auf seine Bitte verlieh Rudolf den Hanau- ischen Or»en WindecktN und Steinau Stadtrechte. —Als Aaolf von Nassau durch des Erzbiichofs Gerhard von Mainz Bemühung auf den deutschen Thron erhoben war, gab der König dem Mainzer, mit dem Ulrich verfeindet war, das Versprechen ab, daß er den Hanauer Herrn nie zu seinem Ritter, Ratgeber ober Vertrauten annehmen, vielmehr dem Erzbischof bei= stehen wolle, so oft sich jener gegen ihn erhebe. Und doch, wie merkwürdig! gleich von Anfang finden wir ihn fast stets in der Umgebung auch dieses Königs: er war Zeuge bei wichtigen königlichen Nechtsiprüchen, ihm wurde die in Unordnung geratene Verwaltung der Güter der Abtei Fulda auf längere Zeit anvertraut, er leistete dem König Beistand bei feinem Versuche, die thüringischen Länder zu erwerben: und Ulrich erwirkte vom König für seinen Ort Babenhausen die Gerechtsame der Stadt Frankfurt. Auch König Adolf mochte erkannt haben, daß ein Mann wie der edle Herr von Hanau ein gefährlicher Gegner, ein um so wertvollerer Bundesgenosse sei. Und biS ans Ense war er dem Könige treu; dürfen wir einem Hanau-lichtenberginhen Chronisten Glauben schenken, so trug er in der Schlacht bei Göllheim am 2. Juli 1298,