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treuer Pflege der Tradition gefördert. Die Schaffung eines Offizierkorps der technischen Institute und eines Festungsbau- Osfizierkorps, die Organisationsänderung des Trains und Aehnliches sind Beweise unermüdlichen und dankenswerten Waltens der allerhöchsten Kommandogewalt. Denn je länger unser Volk sich eines gesegneten Friedens nach außen erfreut, um ss mehr gilt es, der Armee die Kriegstüchtigkeit zu erhalten, die allein sie zur Erfüllung ihrer großen Aufgabe befähigen kann, wenn doch einmal wieder andere Zeiten kommen, wenn von neuem der Ruf des Kaisers und des Vaterlandes zum Schutze des heimischen Herdes an sie ergehen sollte. Eine Reihe neuer oder umgearbeiteter Dienstvorschriften — es sei hier nur an das Reglement und die Schießvorschrift für die wiederum erheblich vermehrten Maschinengewehr-Abteilungen, an die Bestimmungen über die Uebungen mit gemischten Waffen unter Beteiligung der schweren Artillerie des Feldheeres, an die Kriegs-Etappenordnung usw. erinnert — hat diese Arbeiten unterstützt. Sie ist aber auch von innen heraus durch die Militärliteratur gefördert worden, die sich — angeregt durch die Erfahrungen des südafrikanischen Krieges, durch daS Erscheinen vieler neuen Reglements in fremden Staaten und durch die Umgestaltung der französischen Feldartillerie — mit frischem Eifer taktischen und technischen Erörterungen zugewendet hat. Wenn auch heute die Ansichten über den Angriff der Infanterie, die Verwendung und Bewaffnung der Feldartillerie und ähnliche überaus wichtige Fragen noch keineswegs völlig geklärt sind, so hat doch deren Anregung befruchtend auf die Geistesarbeit des Offizierkorps gewirkt und zum Teil auch bereits allerhöchste Direktiven über einzelne Punkte gezeitigt....
Das neue Jahr wird neue Arbeit bringen. Ob es stille Friedensarbeit sein wird, wie seit langer Zeit, oder ob ernste Stunden kommen mögen, das steht bei Gott. Die deutsche Wehrmacht zu San^e und zu Wasser wird ihre Pflicht tun, so oder so, allezeit fest und getreu!"
Die Mainkanalisation.
München, 3. Januar.
Die „Korrespondenz Hoffmann" gibt folgende offiziöse Mitteilung über die Mainkanalisation:
Das seinerzeit zur technischen Vorbereitung der Kanalisierung des Maines organisierte Projektierungsbureau hat gegen Ende des vorigen Jahres nach mehr als zweijähriger Arbeit die Pläne und Kostenberechnung für die Kanalisierung des Maines von Hanau aufwärts bis Aschaffenburg und für Herstellung einer größeren Umschlagsanlage unterhalb Aschaffenburg sestgestellt. Das Projekt, das in den Einzelheiten in stetem Benehmen mit der königlichen obersten Baubehörde einerseits und der Generaldirektion der königlichen Staatsbahnen andererseits entworfen wurde, hat zunächst die Zustimmung der beteiligten Staatsministerien gefunden und wird, vorausgesetzt, daß die voraussichtlich in Bälde wieder aufzunehmenden Verhandlungen mit Preußen zu einem Reinl» tat führen, den Gegenstand einer besonderen Vorlage im Landtag bilden.
Nach dem vorliegenden Projekt ist für die Ausführung der Anlage ein Gesamtkostenaufwand von 24 Millionen Mark erforderlich. Die kleinere Hälfte dieses Betrages, d. h. 91/* Millionen Mark, entfällt auf die Herstellung von vier Staustufen Bei Krotzenburg, Groß-Welzheim, Klein-Ostheim und Mainaschaff. Ursprünglich waren fünf solcher Staustufen in Aussicht genommen. Die genauere Berechnung hat indes ergeben, daß eine Staustufe erspart werden kann. Zwei weitere Staustufen bei Mainkur und Kesselstadt würden auf Kosten Preußens herzustellen sein. Zu jeder Stauanlage gehört die Schleuse, die als sogenannte Schleppzugschleuse mit geböschten Wänden und einer nutzbaren Länge von 300 Metern hergestellt und im Interesse des Kleinschlff- sahrtverkehrs durch Einbauung eines Zwischenhauptes in zwei Kammern von je 100 und 200 Meter Länge geteilt ist. Ferner das Nadelwehr mit Schiffdmchlaß undFloß- «———y ^■»miaMjMBMBM^Maamaii« Mondscheibe und beginnt über sie hinwegzuziehen. Um 1 Uhr 18,0 Mlnutcw erreicht die Finsternis ihren größten Betrag: nur etwa der vierzigste Teil des Monddurchmessers bleibt außerhalb des Kernschattens. Letzterer verläßt die Mondscheibe um 2 Uhr 51,6 Minuten und um 3 Uhr 58,4 Minuten findet die letzte Berührung des Moudes mit dem Halbschatten der Erde statt. — Der Mond hat den aufsteigenden Knoten seiner Bahn passiert und steht somit etwas nördlich von der Ekliptik, aber noch südlich vom Aequator.
Sodann tritt am 21. September eine totale Sonnenfinsternis ein, die bei uns wieder nicht zu sehen ist. Ihr Sichtbarkeits-Gebiet liegt im Südpol, im südlichen Teile des indischen Ozeans. An der südöstlichen Küste von Afrika und im äußersten Süden von Anstralteu kann die Verfinsterung noch teilweise erblickt werden. — Die Linie der zentralen Finsternis geht größtenteils durch Gegenden, zu denen noch kein Mensch vorgedrungen ist. Es werden sich daher auch kaum Beobachter dieser Finsternis finden.
Am 6. Oktober wird dann der Mond noch einnial teilweise verfinstert. Von dieser Finsternis können wir nur das Ende sehen, da bei ihrem Anfang der Mond sich noch unter unserm Horizont befindet. Die erste Berührung des Mond- randes mit dem Halbschatten der Erde erfolgt um 1 Uhr 28,5 Minuten (mitteleuropäische Zeit). Durch den Eintritt in den Halbschatten wird die Mondscheibe noch nicht verdunkelt. Sichtbar wird die Verfinsterung erst, wenn der Kernschatten der Erde an die Mondscheibe herantritt. Die erste Berührung beider findet um 2 Uhr 40,5 Minuten statt. Der Kern- schatlen zieht über den Mond dahin und beraubt ihn des Sonnenlichtes. Um 4 Uhr 17,6 Minuten erreicht die Verfinsterung ihren größten Betrag — etwa der achte Teil des Monddurchmessers bleibt außerhalb des Schattens, der nun wieder langsam abzieht und um 5 Uhr 54,7 Minuten den Mond verläßt. Um 7 Uhr 6,7 Minuten findet die letzte Berührung des Halbschattens mit dem Mondrande statt.
z Montag
offnung, der Floßkanal mit Trommelwebrverschluß und der Fischpaß. Die Breite der Schleusen beträgt an den Rändern der Sohle 12 Meter. Die Einsahrtkanâle sollen eine Länge von 130 Metern, die Nusfahrtkanäle eine solche von 200 Metern mit je 20 Meter Sohlenbreite erhalten. Die Höhe des Aufstaues an den einzelnen Nadelwehren ist auf 2,31 Meter bis 2,38 Meter projektiert. Die durch die Kanalisierung zu schaffende Wassertiefe wird mindestens 2 50 Meter betragen, um den großen Rheinichiffen von 1500 Tonnen Tragfähigkeit den Weg bis Aschaffenburg zu ermöglichen. Die projektierte Umschlagsanlage bei Aschaffenburg erstreckt sich auf beide Ufer des Maines zwischen Mainaschaff und Aschaffenburg und wird eine Fläche von etwa 600 bayerischen Tagwerken beanspruchen. Hierbei ist Sorge getragen, daß eine Erweiterung der Umschlagsanlage im Falle des Bedürfnisses keinen Schwierigkeiten begegnet. Für den Massenumschlag der Regiekohlen der königlich bayerischen Staatsbahnen ist die linke Mainuferseite bei Leider in Anssicht genommen. Dort soll zunächst ein Hafenbecken von 800 Meter Länge und 75 Meter «Lohlenbreite mit beiderseitigen Lagerplätzen zu etwa 80000 qm nutzbarer Gesamtfläche zur Ausführung gelangen. Es ist anzunehmen, baß hierdurch dem Bedürfnis für lange Zeit genügt ist. Eventuell würde für die Anlage eines weiteren Hafenbeckens das geeignete Terrain vorhanden sein. Das rechte Mainufer ist dem privaten Umschlagsverkehr zuge- dacht. Zu diesem Zwecke ist zunächst der Ausbau des betreffenden Geländes zu hochwasserfreien Lager- und Landeplätzen geplant, deren flußseitige Begrenzung je nachdem Umschlagsgitter, Ufermauern oder gepflasterte Böschungen in bedeutender Länge bilden. Oberhalb Leider ist die Anlage einer kleinen eventuell erweiterungsfähigen Schiffswerft ins Auge gefaßt. Für den Petroleumumschlag ist unterhalb des Mainaschaffer Wehrs eine Anlage zur Aufstellung von TankS vorgesehen. Für die Holzindustrie würde im Bedarfsfälle ein geeigneter Platz zwischen der Aschaff und dem Mainaschaffer Wehr vorhanden sein. Die Aschaff-Mündung wird in das Unterwasser dieses Wehrs verlegt. Zur Lieferung der Betriebskräfte für die ganze Umschlagsanlage ist ein unterhalb Leider zu errichtendes Elektrizitätswerk in Aussicht genommen. Die Kosten der Gesamtuirffchlagsanlage sind mit Mk. 12,344,000 projeklirt. Die Eisenbahnverbindung der rechten und linken Umschlagsanlagen unter sich, sowie mit der königlichen Staatsbahn ist in der Weise in Aussicht genommen, daß das Wehr Bei Mainaschaff zugleich als Eisenbahnbrücke hergestellt wird, die aus vier Oeffnungen von je 62,5 Meter Stützbreite besteht. Zur Weiterführung der Anschlußbahn wird das Aschafftal benutzt, in das ohne erhebliche Terrainschwierig- kciten die Bahn zu liegen kommt, um mit Durchbrechung des nördlichen Teils der Ortschaft dann Bei der Station Goldbach in die Aschaffenburg-Würzburger Bahnlinie einzumünden. Auf diese Verbindungsbahn, deren Länge 11,6 Kilometer beträgt, entfällt ein Kostenbetrag von Mk. 2,156,000.
Da seiner Zeit die Städte Frankfurt a. M. und Offenbach mit der erheblichen Vorausleistung sür die Kanalisierung der betreffenden Mainstrecken Herangezogen worden sind und Preußen die Fortführung der Kanalisation bis Hanau von der Herstellung einer größeren Anlage bei Hanau auf Kosten der Stadt Hanau abhängig machen will, so entspricht auch bei dem gegenwärtigen Projekt eine, wenn auch geringe finanzielle Beteiligung der Stadt Aschaffenburg, die aus dem Unternehmen erhebliche wirtschaftliche Vorteile ziehen wird, der Billigkeit. Als Vorausleistung der Stadt Aschaffenburg wird hauptsächlich die Abtretung des größtenteils im Eigentum der Stadt- gemeinde befindlichen, für die Umschlagsanlage erforderlichen Terrains sowie der Grunderwerb für die Anschlußbahn durch das Aschafftal, dann die Mitwirkung bei denjenigen baulichen Maßnahmen in Betracht kommen, die erforderlich sind, um die in der Umschlagsanlage befindlichen künstlich gestauten Mainstrecken vor den üblen Folgen der Einleitung von Abwässern zu bewahren. An die Stadtverwaltung Aschaffenburg ist unlängst die Aufforderung, von den Plänen Einsicht zu nehmen und sich über die unbesonnene Vorausleistung zu äußern, ergangen.
Unabhängig hiervon ist die Fortführung der Verhandlungen mit Preußen, deren Wiederbeginn in nicht ferner Zeit zu "erwarten steht.
Handel, Gewerbe und Verkehr.
Rückgang des englis en Handels. Zu denjenigen Ländern, in denen der Handelsverkehr Großbritanniens beträchtliche Verluste erlitten, Deutschland dagegen seine kommerzielle Stellung bedeutend erweitert hat, gehört in erster Linie die Schweiz. Noch 1899 und 1900 besaß England 34 pCt. und 351/* pCt. der schweizerischen Einfuhr, 1901 trat ein Rückgang auf 25 pCt. ein, und nach den bisherigen Schätzungen dürften die Ergebnisse des laufenden Jahres kaum günstiger sein. Dagegen hat Deutschland seit 1891 den Wert seiner Ausfuhr nach der Schweiz von 180 auf 260 Millionen Mark gesteigert und lieferte somit im letzten Jahre 54 pCt. aller vom Auslande ctngesührten Waren. Was die Abnahme der britischen Einfuhr betrifft, so handelt es sich im wesentlichen um den verminderten Absatz von Baumwollen- und Wollwaren, Erzeugnissen der Textil- und Maschnnenindustrie und chemischen Produkten. Der Berner Vertreter der britischen Regierung, Sir Conyngham Greene, findet den Grund der wachsenden Bevorzugung nichtenglischer Waren hauptsächlich darin, daß die englischen, auf den schweizerischen Märkten engagierten Exportfirmen Bei dem Vertrieb ihrer Erzeugnisse gegenüber den konkurrierden Firmen anderer Länder es an Rührigkeit und Energie fehlen lassen, wie daraus heroorgebt, daß int Jahre 1901 von 27 350 Handelsreisenden nur 36 englischer Nationalität gewesen sind.
Marktbericht.
Hanau, 3. Januar. (Lebensmittelpreise.) Geflügel: Tauben das Pärchen 60 P'g bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,20—1,50 Mk.; ein Huhn 1,20—1,50 Mk.; eine Gans 3,50-4 Mk.; Gans, gerupft, 65-70 Pfg. das
_ Januar.
V» Vg; Fische: gewönliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 35 Pfg., Hecht 90 Pfg. bis 1 Mk., Barben 50-60 Pfg., Barsch 50—60 Pfg. = Vi kg; Gemüse: Meerrettich die Stange 10—20 Pfg., Blumenkohl das Stück 30—70 Pfg., Endivien das Stück 10-12 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 5 Pfg., Unter-Kohlrabi das Stück 5—15 Pfg., Wirsing das Stück 10-30 Pfg., Weißkraut das Stück 10-25 Pfg.', Rothkraut das Stück 10-35 Pfg., Sellerie das Stück 5 bis 15 Pfg., gelbe Rüben das Bund 15 Pfg., Braunkohl die Portion 10-20 Pfg., Rosenkohl das Pfund 30-35 Pfg., Schwarzwurzeln das Pfund 20—30 Pfg., Spinat das Pfund 50 Pfg., Schmalzkraut die Portion 10—20 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Aepfel das Pfund 12-20 Pfg.; Birnen das Pfund 15-20 Pfg.; Nüsse das Hundert 50—60 Pfg., Citronen das Stück 8—10 Pfg.; Apfelsinen das Stück 5—8 Pfg.; Paradiesäpfel das Stück 5 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1—1,25 Mk., Käse das Stück 4—5 Pfg., Eier das Stück 6—12 Pfg., Zwiebeln das Doppelliter 15—18 Pfg., Welschkorn das Doppelliter 22—23Pfg., Kastanien das Vs kg 18—20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 18 Pfg., 2. Sorte 16 Pfg., 3. Sorte 14 Pfg., 4. Sorte 12 Pfg. — Vs kg.
Verlosungen.
Serlenziehung der Meininger 7 st.-Lose.
Ziehung am 2. Januar: 234 243 388 575 604 1028 1135 1280 1375 1578 1623 1680 1695 1905 1996 2007 2045 2129 2161 2204 2206 2224 2314 2412 2443 2628 2722 3072 3086 3339 3350 3462 3479 3529 3552 3696 3839 3876 3972 4010 4108 4188 4216 4251 4257 4321 4458 4486 4720 4886 4932 5372 5445 5460 5529 5566 5583 5603 5733 5741 5842 5860 5902 6057 6072 6148 6193 6212 6218 6361 6386 6540 6577 6634 6657 6661 6770 6871 6893 6899 6972 7002 7110 7199 7286 7735 7906 7926 8197 8313 8541 8652 8858 9014 9016 9154
9159 9216 9227 9274 9529 9584 9878 9988.
Gewinnziehung der Meininger 4proz. Prämien» Anleihe. Ziehung am 2. Januar. 240 000 Mk. fielen aus Serie 760 Nr. 13. 36 000 Mk. auf Serie 97 Nr. 11. Je 3000 Mk. auf Serie 216 Nr. 18, Serie 1147 Nr. 7, Serie 1435 Nr. 12, Serie 2420 Nr. 25 und Serie 3973 Nr. 4. (Ohne Gew.)
Hue aller Melt.
In einem Kölner Antomäten-Restaurgnt entstand in der Sylvesternacht eine wüste Schlägerei. Die Streitenden warfen mit Biergläsern, zerbrachen Stülfle und schlugen derart aufeinander los, daß mehrere Personen schwer verletzt ins Hospital gebracht werden mußten. Die Polizei mußte mit blanker Waffe einschreiten. Ein Schutzmann erlitt eine schwere Kopfwunde. Drei Personen wurden verhaftet.
Eine Schueetuwine erfaßte am SylvestekM" Schnellzug Bei Goffensaß in Tirol und verhinderte ihn mehrere , Stunden lang an der Weiterfahrt. Der Zug mußte ausgeschaufelt werden.
Verschüttet. In Mayrhofen im Zillerthal erschienen vor Weihnachten zwei Reichsdeutsche und erklärten, mit Skischuhen den Uebergang nach Tanfers versuchen zu wollen. Die Einheimischen warnten davor, da ungünstige Schneeverhältnisse seien. Die Beiden brachen trotzdem auf. Beim Mönchnergewände wurde der Mediziner Götze aus München von einer Lawine fortgerissen. Sein Begleiter drückte sich an einen Felsblock, während die Schmemassen rechts und links niedergingen. Später suchte er Götze, und als er ihn nicht finden konnte, ging er allein zurück. Ortskundige sagen, die Auffindung der Leiche Götzes sei unmöglich.
Eins seltsame Sylvesterübsrraschnng im Stratz- bM'ger Münster wurde beim letzten Jahreswechsel den zahlreichen Besuchern der berühmten astronomischen Uhr Be* reitet. " Die Uhr verrichtet in der Neujahrsnacht ganz besondere, jährlich nur einmal wiederkehrende Funktionen, zu welchem auch das Brüllen der Löwen gehört. Als die Schaulustigen, unter denen sich auch mehrere Engländer befanden, eine halbe Stunde vor dem entscheidenden Moment am Kunstwerk ein- trafen, stellte es sich heraus, daß die Uhr bereits eine Stunde früher als richtig abgelaufen war und längst den „jeudi^X Janvier 1903 anzeigte. Man sucht die Ursache des wunoer^^W Uchen Uhrenzwischenfalls darin, daß dem amtierenden Kirchenschweizer ein Schabernack gespielt werden sollte, damit er der Trinkgelder der Neugierigen verlustig ginge.
iBon einst klugen Bäuerin erzählt ein Tiroler Blatt: Bei Gelegenheit der vor kurzem vorgenommenen Bahnvorarbeiten in Schlanders bedeutete der führende Ingenieur eine Bauersfrau, daß die Bahnlinie gerade durch ihre Scheune m laufen werde. Auf diese Mitteilung hin erhielt der Ingenieur die klassische Antwort: „Ja bauen könnts die Bahn schon, aber nach 9 Uhr abends darf kein Zug mehr gehn, i steh' die Nacht nit alleweil auf, die Stadeltür aufmachen, daß der Zug durchfahren kann."
Ein dreifacher Mord wurde in London entdeckt. Ein Kolonialwarenhändler Edwards war verhaftet worden, weil er einen Herrn mit einer Eisenstange niedergeschlagen halte. Die Polizei fand im Hause Visitenkarten mit der Adresse eines Kaufmanns Darby. Sie forschte nach und stellte fest, daß Darby, seine Frau und deren kleines Kind auf geheimnisvolle Weise verschwunden seien. Die Suche zeitigte, daß die zerstückelten und in Säcke verpackten Leichen aus dem Garten ausgegraben wurden. Edwards war im letzten Herbst Bei Darby er-chienen, angeblich, um dessen Geschäft zu kaufen, und er hatte die Erlaubnis erhalten, gleich bei der Familie wohnen zu dürfen. Er ist der Mörder.
Ein gräßlicher Selbstmord wurde auf der Bahnstrecke zwischen Lützschena und Magdeburg verübt. Kurz nach Passieren der erstgenannten Station bemerkte der Lokomotiv- sührer des 5 Uhr nachmittags durchfahrenden Eilgüterzuges, daß ein Mann aus dem seitlich gelegenen Graben hervorsprang, einen Schuß auf sich abfeuerte und sich im selben