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Freitag

3. April.

* Manöver Es verlautet, daß die diesjährigen Manöver ver 21. Division im Westerwald stattsinden.

* Unterhaltungsbeilage. Leider ist es uns auch heute unmöglich, die Unterhaltungsbeilage beifügen zu können. Wir bitten um Entschuldigung und fügen hinzu, daß morgen sämtliche Nummern nachgeliefert werden.

Kunst und Leben.

* Abonnemeutskonzert des Weins'schen Ge­sangvereins. Obwohl die Wogen der Konzertslut höher gehen denn je, macht sich doch das herannahende Ende der Saison dadurch bemerkbar, daß die zyklischen Veranstaltungen allmählich zum Abschluß gelangen. So hat gestern abend auch der Weins'sche Gesangverein mit seinem 2. Äbonnementskonzert für diese Saison Abschied genommen. Mit dem ChorMorgen­grauen" (mit Klavierbegleitung) wurde der Abend in würdigster Form eingeleitet. Herr Waßmuth sang den Baßsolo. Der Chor war überhaupt wie auch sonst wieder in guter Ver­fassung. Wenn auch die zum Vortrag gekommenen Nummern keine besonderen Schwierigkeiten boten (welche zu überwinden heutzutage immer als ein besonderes Verdienst betrachtet wird), so muß doch vor allem anerkannt werden, daß die Ausführung des Gebotenen wirklich nicht das Mindeste zu wünschen übrig ließ, die große Mühewaltung des trefflichen Dirigenten Herrn Asolf Müller keine vergebliche gewesen war. So konnte es denn auch nicht fehlen, daß die ChöreWiegenlied" von Appel, Wie die wilde Ros' im Wald" von F. Mair,Die stille Wafferrose" mit Klavierbegleitung von Fr. Leu in der fein abgetönten Weise, in welcher sie zum Vortrag kamen, den gleichen Erfolg hatten wie die herzerquickenden Volksweisen Der Wirtin Töchterlein" arrangiert von F. Silcher,Drauß' ist alles so prächtig" von Jul. Rietz und der mächtige Schluß­chorWanderfahrt" von B. Scholz. Waren die Leistungen des ChorS, dessen Vorzüge wir ja heute nicht eingehender zu besprechen brauchen, da sie hinlänglich bekannt sind, von dem lebhaftesten Beifall begleitet, so war dies in nicht geringerem Maße der Fall bei den ausgezeichneten Darbietungen der drei Solisten. Frau Wilhelmina Eibenschütz-Wnuczek (Pia­nistin) aus Wiesbaden, eine im Konzertsaale stets willkommen geheißene Künstlerin, spielte vier Stücke (Abegg-Vari/rtionen" von Schumann,Eu automne von M. Moszkowski, Konzert-Etude" und12. Rapiodie" von Liszt) mit tadel­loser Technik und vielem Geschmack. Nicht endenwollender Beifall lohnte die Künstlerin. Ueber das solistische Auftreten des Herrn Ad. Müller-Frankfurt ist nichts anderes zu sagen, was nicht schon von früher her in guter Erinnerung ist. Er brachte die Löwe'sche BalladeEdward", sowie später die LiederGanz leise" von Sommer undDas Stelldichein" von Schumacher zum Vortrag. Der ihm gezollte stürmische Beifall gab zu einer Zugabe Veraulaffung, die ebenso dankbar wie die Programmnummern ausgenommen wurde. Herr Franz Waßmuth erfreute mit zwei Arien aus der OperDie Zauberflöte" von W. A. Mozart,In diesen heil' gen Hallen" undO Isis und Ostris", letztere mit Chor. Auch ihm blieb der gebührende Beifall nicht vorenthalten. Die dezende Aus­führung sämtlicher Klavierbegleitungen war das Verdienst des Herrn Kapellmeisters Gustav Altvater aus Frankfurt a. M.

Dauarrer Uersins- «. Uerguügungsnachrichten

für Freitag den 3. April,

Stadüüeater:Frou-Frou"' Anfang 7 Uhr.

Ev. Männer- u. JünglingSverein' Unterüaltunasabenb (Ei'. Vereinsh.).

Erster Hanauer Kellnerverein: VereinSabend imFalken".

Hanauer Kellnerverein : VereinSabend in der Restauration Ulfämer. Turn- ». Fechtklub: Fechten uno Turnen.

Männerabteilung der Turngemeinde: Turnen.

Verein f. Homöopathie u. Naturheilkun^e VereinSabend (Stadt Bremen,) KlubAmicitia": VereinSabend im Gasthauszum Elevhanten".

Klub derHarmlosen": Gemütl. Zusammenkunft imFrankfurter Bau". KlubSchlaraffia": Vereinsabend in der RestaurationAll:mania". KlubFraternitaS": Klubabend in den ,8 Schwanen" (Kirchstraße). BicyeleklubHanovia" - Klubabend in derRestauration Carlsberg". Bichcle-Klub 1896: Klubabend imKaiser Friedrich".

GesellschaftScharfes Eck": Monatsversammlung.

Hanauer Schützenverein: Abends 9 Uhr: Zimmerstutzenschießen. AthletenklubGermania": Riegenstemmen und Ringen der 1., Lund 8 Klasse (Restauration Wagenbach, Paradeplatz).

Merkes'scher Stenographen-Verein: FortblldungSkursuszur Sonne", Stemm- u. Ring-KlubEiche": Abends von 9IG Uhr ^EhrenpreiS- stemmen, von 1011 Ringen (RestaurationWiener Spitze".

Barometerstand

Nus Hab und fern.

H-rsfeld, 2. April. Die hinter dem Stift liegmde Dampfziegelei des Herrn Maurermeisters Rob. Wölbing ist ; heute mittag ein Raub der Flammen geworden. (Hersf. Z.)

^ Grotz-Steinheim, 2. April. Die Firma Winscher- : mann u. Comp. zu Mühlheim a. R. resp. Frankfurt a. M., welche seit einiger Zeit zu Aschaffenburg ein bedeutendes Stein­kohlenlager unterhält, pflegte bisher ihre mit Kohlen beladenen großen eisernen Schiffe im Schlepptau der Kettendampfer nach Aschaffenburg zu befördern. Unlängst stand die Firma zwecks

Kohlenbeförderung mittelst eigener Dampfer wegen Ankaufs des seither den Verkehr zwischen Rüdesheim und Bingen ver- mittelnden BootesRheinfels" mit dem Eigentümer desselben in Unterhandlung. Bei einer Probefahrt, wobeiRheinfels" einen mit 2900 Zentner Kohlen befrachteten Nachen nach Aschaffenburg schleppen sollte, erwies sich das Bootchen als zu schwach, um den Strömungen bei Klein-Welzheim und Klein- Ostheim Trotz zu bieten. Das Bootchen wurde neuerdings durch einen kräftigeren Raddampfer ersetzt, welcher dieser Tage erstmals mit dem KohlenkahnFortuna" im Schlepptau unser Städtchen passierte. Dem Vernehmen nach soll der Dampfer auch zu Fahrten von Aschaffenburg bis Würzburg Verwen­dung finden.

Seligenstadt, 2. April. Auf das von unserer Stadt­verwaltung zwecks Erlangung von Offerten betreffs der Er­richtung eines städtischen Gaswerkes erlassene Ausschreiben liefen aus verschiedenen Teilen Deutschlands im ganzen 10 Offerten ein. Inhaltlich des ausgegebenenProgramms" neigt die. Stadtbehörde zur Vergebung sämtlicher Lieferungen und Arbeiten, einschließlich Hochbauten und Rohrnetz, an einen Generalunternehmer, unbeschadet ihrer Befugnis, nach Maß­gabe der eingereichten Offerten einzelne Teile der Gasanstalt verschiedenen Firmen zur Ausführung zu übertragen; ebenso hält sich die Stadtverwaltung nicht an das Mindestangebot ge­bunden. Unter den 10 eingegangenen Offerten berechneten nur 3 Firmen ihre Forderungen für das komplette Gaswerk, nämlich zwei Kölner Firmen mit 139,901 resp. 127,286 Mk. und eine Berliner Firma mit 133,279 Mark. Zwei Firmen aus Dortmund und Berlin verlangen für die Gasanstalt ohne Hausanschlüsse und Gasmesser 123,800 Mark resp. 114,667 Mark. Ohne Hausanschlüsse, Gas­messer und Straßenbeleuchtung will eine andere Dortmunder Firma die Gasanstalt für 109 000 M. übernehmen, während eine Firma in Bremen für die Anlage ohne Laternen und Gasmesser 118156 M., eine Firma aus Zweibrücken für Rohrnetz und Hausanschlüsse 63 698 M. und eine Firma aus Gleiwitz nur sür den Ofen 14 728 M. verlangt. Eine Firma aus Höchst a. M. endlich fordert für die Errichtung der An­lage ohne Ofen 105 940 Mark. Die Gesamtkosten der Gas­anstalt sind zu 150 000 M. veranschlagt. Die Entscheidung kann erst nach eingehender Prüfung dieser verschiedenartigsten Offerten durch den technischen Berater unserer Stadt, Herrn Direktor von Gäßler aus Hanau erfolgen. Die betreffenden Firmen bleiben zu diesem Zweck 8 Wochen an ihre Offerten gebunden. Der Stadtvorstand entschied sich in seiner jüngsten Sitzung für die Ernennung des 30jährigen ver­heirateten Sachverständigen Richard Hopfgarten aus Magde­burg zum Gasmeister beim städtischen Gaswerke. Um den Posten hatten sich zahlreiche Liebhaber beworben. Der Anfangs- Jahresgehalt wurde auf 1650 M. bei freier Dienstwohnung, Heizung und Beleuchtung normiert.

Verlosungen.

Karlsruhes 1. April. Prämien-Anlehen vom Jahre 1867. Serienziehung: 23 45 47 50 85 91 108 218 229 255 260 357 405 408 497 518 618 622 624 695 708 796 799 856 895 921 952 1003 1049 1088 1148 1215 1227 1236 1237 1329 1333 1360 1384 1461 1475 1538 1605 1623 1670 1697 1806 1835 1927 1952 2157 2204 2345 2357.

Credit Foneier Egyptien, Sproz. Prämien- Oblig. von 1886» 220. Verlosung am 16. März 1903. Fahlbar am 1. April 1903. Hauptgewinne: Nr. 124287 zu 50 000 Fr. Nr. 6420 11265 16594 18741 45472 55812 57203 84766 78654 104189 122188 130874 164104 199406 203432 214045 214624 248056 263401 280152 305797 327287 338210 367483 379473 je 1000 Frcs.

(Ohne Gew.)

Schiffs -Nachrichten.

Hamburg, 2. April. Der DampferMacedonia" von der Hamburg-Amerika-Linie ist gestern in Montevideo ein­getroffen.

Bremen, 1. April. Der Dampfer des Norddeutschen LloydTrave" ist gestern in New-Aork eingetroffen.

New - Uork, 2. April. Der DampferRotterdam" von der Niederländisch - Amerikanischen DampfschiffahrtS- Gesellschaft ist gestern hier eingetroffen.

Drahtnachrichten.

Der Kaiserbesnch in Kopenhagen.

Kopenhagen, 2. April. Nach den Trinksprüchen um­armten und küßten sich die Monarchen. Nach Aufhebung der Tafel zog der Kaiser eine Anzahl der Anwesenden ins Gespräch. Das Wetter war am Vormittag trübe und wurde bei der Ankunft des Kaisers schön.

König Eduard in Liffabon.

Liffabon, 2. April. Heute nachmittag ist König Eduard unter dem Donner der Geschütze auf dem Tajo eingetroffen.

Liffabon, 2. April. Heute abend trafen die Könige im königlichen Schlosse ein, wo sie von der Königin-Mutter empfangen wurden. Das Diner wurde im Familienkreise ein­genommen. Die Stadt ist festlich erleuchtet.

Liffabon, 3. April. Gefolgt von portugiesischen Kreu­zern dampfte König Eduard die Tajobucht hinauf und ankerte gegenüber dem schwarzen Roßplatz. Inzwischen fuhr König Carlos vom Arsenal auf der von 80 Ruderern bemannten Staatsgaleere zwischen den paradierenden Kriegsschiffen zur Jacht des Königs Eduard und verweilte dort anderthalb Stunden. Dann begann unter dem Donner der Geschütze die Fahrt historischer Barken, in deren erster die beiden Könige saßen, zum Landungsplatz. Nachdem die Könige in dem Empfangspavillon die Würdenträger begrüßt hatten, bestiegen sie den historischen Hofgalawagen und hielten unter dem Jubel der Bevölkerung ihren feierlichen Einzug in die Stadt.

Rombesnch König Eduards.

Rom 2. April. Die Blätter bestätigen, daß König Eduard Ende April Nom besucht. Capnän Fracassa teilt mit, der Bürgermeister sei aufgefordert, die Ausschmückung der Stadt zu beschleunigen.Messagere" meldet, daß dasjenige Geschwader, welches nach Algier gehen werde, um den Prä­sidenten Loubet zu begrüßen, am 21. April nach Neapel zurück­kehren und sich dort mit dem Geschwader, welches den König Eduard erwartet, vereinigen werde. DieTribuna" sagt, ein Besuch des Königs von England im Vatican sei nach den Verhandlungen zwischen Kardinalstaatssekretär Rampolla und dem Erzbischof Vaughan im Prinzipe feststehend. Die einzige Schwierigkeit würde der Ort bilden, von dem aus der König zum Vatican fahren werde, da England keine diplomatische Vertretung beim Vatican besitze. Nach einer Meldung des­selben Blattes hätte der Vatican vorgeschlagen, daß dies vom englischen Colleg aus geschehe oder vom Palaste des Fürsten Massimo. In letzterem wohnte der König, als er als Prinz von Wales Rom besuchte.

Aus Marokko.

Nemours (Algerien), 3. April. (Havas.) Aus Melilla wird gemeldet: Der Präsident steht 30 Meilen von Melilla. Unter den gesamten Riffpiratenstämmen herrscht große Erregung. Die Riffpiraten erklärten sich für den Prätendenten und über­sandten ihm Geschenke. Der marokkanische General Meravi erbat vom Sultan Verstärkungen.

Rumänische Kammer.

Bukarest, 3. April. Die Kammer nahm mit 57 gegen 12 Stimmen das Gesetz über die Gemeinde- zuschläge an. Der Senat genehmigte endgiltig das Gesetz über die Volksbanken.

Gute, leserliche Handschrift.

Berlin, 3. April. DieNat.-Ztg." meldet: Kultus­minister Dr. Studt machte in einem Erlaß die Pflege einer guten, leserlichen Handschrift bei den Schülern allen Leitern und Lehrern der höheren Lehranstalten zur besonderen Pflicht.

Verstorben.

Budapest, 3. April. Oberflkâmmerer Graf Aladar A n d r a s s y ist infolge Herzschlages gestorben.

Wien, 2. April. (Von einem Privat-Korrespondenten.) DerNeuen Freien Presse" wird aus Belgrad gemeldet : Wegen der Ansammlung von Truppen an der altserbischen Grenze schickte die Regierung einige Truppenabteilungen zur Verstärkung der Grenzgarnisonen ab. Eventuell ist die Ein­berufung von Reservisten in Aussicht genommen.

Marseille, 3. März. Eine Versammlung von 2000 Hafenarbeitern beschloß, zwar nicht in den Ausstand zu treten, aber nur einen halben Tag zu arbeiten. Die Arbeitgeber 6e* schlossen nur die Arbeiter zu beschäftigen, welche einwMgen, 10 Stunde» zu arbeiten. Die Arbeiter derCompagnie Ge­nerale Transantique" legten die Arbeit nieder.

Algier, 3. April. Aus Lalla Marnia wird gemeldet: Ein Sheriff ist mit einer großen Anzahl Soldaten in Lebdou eingetroffen, er brandschatzte die marokkanischen Kaufleute. Von den Juden verlangte er eine Kontribution von 12000 Fr.; diese erhoben Widerspruch und zeigten einen Brief des Prä­tendenten vor, durch welchen sie auf Grund einer früheren Zahlung von weiteren Auflagen befreit wären. Der Sheriff ließ darau den angesehenen Juden mitteilen, er behalte sie als Gefangene, bis die Zahlung erfolgt sei.

Algier, 3. April. In Beniunif wurde eine Schild- wache des provisorischen Lagers von den Marokkanern ange­griffen und verwundet. Der Verwundete, welcher später starb, konnte Hilfe herbeirufen, worauf die Marokkaner von den Manschaften des Lagers nach heftigem Gewehrfeuer vertrieben wurden.

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