2. Mai.
Samstag
Seite 3.
Der König von Sachfen in Stuttgart.
Sttttigert, 2. Mai. König Georg von Sachsen besuchte heute früh in Begleitung seines Adjutanten, General-najor d'Elsa, die Eberhardskirche.
Die kaiserlichen Prinzen in Italien.
Florenz, 1. Mai. Der deutsche Kronprinz und der Prinz Eitel Friedrich sind heute abend nach Pisa abgereist.
Die Mandschurei-Frage.
Washington, 1. Mai. (Renier.) Staatssekretär Hay ratete an den russischen Botschafter Grafen Cassini eine Note, in welcher der Empfang der Erklärung Rußlands über seine Absichten bezüglich der Mandschurei und die Zurückweisung unlauterer Pläne gegen die Integrität jener Provinz bestätigt und das Bedauern darüber ausgesprochen wird, daß auch nur eine zeitweilige falsche Auslassung der Absichten Rußlands obwallen konnte. Hay dankt der russischen Regierung für die offene befriedigende Darlegung ihrer Grundsätze.
Panik.
Wien, 1. Mai. Während der heutigen Maiandacht in der Siesanskirche trat, wie die „N. Fr. Pr." meldet, ein junger Mann neben den Priester an den Altar und feuerte aus einem Revolver mehrere Schüsse in die versammelte Gemeinde. Der Gyumasialprofessor Iuraischek wurde lötlich^ver- Ictzt, eine Frau wurde von einer Kugel gestreift. Der Täler ist irrsinnig. Die Stefanskirche, in welcher eine Panik ausbrach, wurde, nachdem sich die Gläubigen entfernt hatten, geschlossen.
Katholische theologische Fukultät.
Strahburg, 1. Mai. Die Forderungen zur Errichtung einer katholischen theologischen Fikultät an der Kaiser Wilhelm- Universität in Straßburg sind von der seilens des Landesausschusses eingesetzten Kommission mit erheblicher Mehrheit bewilligt worden. Hinsichtlich der Frage, ob die bisher von dem protestantischen St. Thomas-Stift der Universität gewährten Beiträge Wegfällen sollen, wurde ebenfalls mit erheblicher Mehrheit folgende Resolution gefaßt: Der Landesaus- schuß wolle die Regierung ersuchen, die Frage zu prüfen, in welcher Weise die Gewährung eines Staatszuschuffes zur Einrichtung u. Unterhaltung eines protestantischen Predigerseminars durch das St. Thomas-Stift in Straßburg und die Gewährung von entspreckenden Staalszuschüssen an die bestehenden großen bischöflichen Seminare, in Straßburg und Metz zu ermöglichen sei, und dem Landesausschusse eine bezügliche Vorlage zu machen.
Studienreise.
Berlin, 2. Mai. Der Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben begibt sich in den nächsten Tagen mit mehrwöchent
lichem Urlaub nach den Vereinigten Staaten zum Studium der dortigen wirtschaftlichen Verhältnisse.
Streit zwischen Soldaten.
Kauest, 1. Mai. Gestern entstand in einem Castz zwischen französischen und italienischen Soldaten ein Sleit, bei dem zwei Franzosen schwer verletzt wurden.
Staatsschuld.
Washington, 1. Mai. Die Staatsschuld nahm im April um 668,501 Dollars ab. Der Barbestand des Staatsschatzes beträgt 1,357,763,183 Dollars.
Militär-wissenschaftliche Expedition.
Petersburg, 2. Mai. Der russische Generalstab rüstet gegenwärtig eine militärische wissenschaftliche Expedition nach der Mongolei aus. Dieselbe soll bis Tibet vordringen.
König Eduard in Paris.
Paris, 2. Mai. Zu Ehren des Königs Eduard waren das Elysee, das Ministerium des Innern und die englische Botschaft glänend erleuchiet. Auf dem Place de l'Opera, in der Straße de la Paix und in den Zugängen zum Theaire Francais herrschte re es Leben. Um 8 Uhr begab sich Präsides Loubel in die englische Botschaft, um Köniz E'uard zur Theatervorstellung abzuholen. Unterwegs würben beide von der Menge freudig begrüßt. In der Theaterloge saß der König zwischen dem Präsidenten und Madame Loubet.
giltst Ferdinand erkranlt.
Wien, 2. Mai. Fürst Ferdinand von Bulgarien ist erkrankt und muß das Bett hüten.
Neue Ausstände.
New-Uork, 1. Mai. Gestern begannen hier mehrere Ausstände. 30 000 Arbeiter, meist Italiener, legten die Arbeit nieder. Ebenso werden von anderen Orten Ausstände zur Erreichung von Lohnerhöhungen gemeldet.
Die Wirren in Marokko.
Madriv, 1- Mai. Aus Melilla eingetroffenen Nachrichten zufolge sind fünf Regimenter von Fez aufgebrochen und marschieren ae en Tazza. Jn Teiuan soll sich die Lage muer- dings verschlimmert haben.
Babnunfstü.
Berlin, 2. Mai. Auf d°m Bahnhof Fried' ichstraße fuhr heute früh 5 Uhr 20 Min. ein nach.Potsdam fahrender Vorortszug auf einen in der Bahnhofshalle haltenden Personenzug. Eine Person wurde getötet, mehrere ve-lètzt.
Berlin, 2. Mai. (Amtlich). Heute früh 5 Uhr 20 Min. Kiemen, i. wein* T-er campier oev i/iut fuhr ein Vorortszug aus einen in der Bahnhofshalle Fried- | Lloyd „Neckar" ist gestern in New-Pork eingetroffen.
richsstraße hallenden Ostbahnzug. Ein Reisender wurde getötet, etwa fünf leicht verletzt. Vier Wagen des Ostbahnzuges entstellten. Der Materialschaden ist erheblich. Die Schuld trägt der Lokomotivführer des Vorortzuges, welcher das Ab- schlußsignal überfuhr.
Wechselfâlschungeu.
Mühlheim a. d. Ruhr, 2. Mai. Nach Verübung von Wechselfälfchungen im Betrage von 20 000 M. wurde der Schlossermeister Hubert flüchtig.
Opfer der Stürme.
Hamburg, 2. Mai. Nach der neuesten Statistik sind in den Stürmen im Monat März 130 Schiffe vollständig verloren gegangen, darunter 9 deutsche. Außerdem wurden 565 durch Unfälle beschädigt, darunter 40 deutsche.
Bandel, Gewerbe und Verkehr«
Marktbericht.
Hanau, 2. Mai. (Lebensmittelpreise.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 70 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,30-1,80 Mk.: ein Huhn 1,20-1,80 Mk.; eine Cute 2—2,50Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 Wg- Aal 1—1,20 Mk., Bresem 60 Pfg., Barben 60 Pfg., Barsch 60 Pfg. — ff, kg; Gemüse: Meerrettich die Stange 10-20 Pfg., Spargel 100 Stück 70 Pfg. bis 1 Mk., Blumenkohl das Stück 50—60 Pfg., Kopfsalat das Stück 12—18 Pfg., Rettich das Stück 10—15 Pfg., Ober- Kohlrabi das Stück 25 Pfg., Rotkraut das Stück 35—40 Pfg., Sellerie das Smck 15—20 Pfg., Gurken das Stück 60—70 Pfg., gelbe Rüben das Piund 15—25 Pfg., Neue Erbsen das Pfund 45 Pfg., Schnittkohl die Porüon 10—30 Pfg., Schwarzwurzeln die Portion 20—30 Pfg., Spinat die Portion 30—40 Pfg., Lattig die Portion 10 bis 20 Pfg., Schmalzkraut die Portion 10—20 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 15—35 Pfg.; Obst: Aepfel das Pfund 15—25 Pfg.; Citronen das Stück 6—8 Pfg.; Apfel- sinm das Stück 5 — 10 Pfg.; Paradiesäpfel das Stück 5—10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,10—1,30 Mk., Kâfe das Stück 4—5 Pfg., Eier das Stück 4—7 Pfg., Zwiebeln das Pfund 10—12 Pfg., Radieschen das Bündel 6—10 Pfg., Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Psg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = ff, kg.
Schiffsberichte.
Bremen, 1. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen
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