Seite 2
Samstag
29. November
städter Fußballklubs". Dasselbe findet hier auf dem Sportplätze an der „SLZnen Aussicht" um 21/* Uhr statt. ^8 wird dies ein sehr interessantes Match geben und dürften wir jedem Spsrtssreunde anempfehlen, sich dasselbe anzusehen. Angang zum Sportplätze an dem Salisweg.
* Blumen Ausstellung. Alle Blumenfreunde machen wir auf die von dem Kunst- und HandelSgärtner Herrn Thomas H o l z s ch u h, Hainstraße 29 wohnend, eröffnete Ausstellung selbstgezogener Chrysanthemen aufmerksam. Freunde dieser dankbaren Herbstblume werden erstaunt sein über den reichen Blüthenflor und die Mannigfaltigkeit der herrlichen Farben. Die Besichtigung der Blumen wird jedem Besucher gern gestattet. .
* Carnebalistisches. Am Sonntag, den 30. d. M., hält die Erste Hanauer Carnevalgesellschaft thr zweites Jubiläumsconcert im Saalbau zum „Deutschen Haus" ab. Wie man dem ersten Concert einen guten Erfolg voraus sagen konnte, so ist bei dem zweiten ebenfalls ein solcher zu erwarten, da in den Concerten gewissermaßen so viel geboten wird, daß man sich in eine carnevalistische Sitzung versetzt glaubt, zumal an dem nächsten Sonntag die alten Sprecher sämmtlich ihrem Humor die Zügel schließen lassen werden. Unter anderem hat sich ein „Kesselstädter" angemeldet, der in der Angelegenheit der bevorstehenden „Eingemeindung" mit Hanau unseren Stadträthen wohlgemeinte Rathschläge geben will und es wird sich zur Entgegennahme derselben jedenfalls unsere wohllöbliche städtische Bürgerschaft zahlreich in dem Concert einfinden. Es wird in dem Concert nicht allein die Verkörperung des Carnevals Rechnung getragen, sondern es wird dem kunst- nmtigen Publikum durch die wohlgeschulie, unter der vortrefflichen Leitung des kunstverständigen kgl. Musikdirigenten Herrn A. Urbach stehenden Ulanenkapelle nur ausgezeichnete Musikstücke geboten. In dem Programm sind u. A. enthalten: Ouvertüre aus d. Op. Mignon von Thoma, Nach- klänge aus Indien von Selmann, Frau Meisterin v. Suppe, Potpourri aus d. Op. Faust und Margarethe, Im Auto- maten-Salon, Kußwalzer und hübsche humoristische Piecen. In Anbetracht des sehr billigen Entrees, sollten die Freunde eines guten Humors und einer gelegenen Musik diesen Abend sich nicht entgehen lassen.
* Wiener Spitze. Ein hübscher musikalischer Genuß dürfte den Gästen der „Wiener Spitze" für morgen 'bevor- nehen, indem die Instrumental-Gesellschaft „Margerila" ein Conzert geben wird.
* In der Brauerei Dörr tritt morgen außer einer Kostüm-Soubrette der noch in bestem Andenken stehende Charakterkomiker Willy Furk aus Frankfurt auf und es wird den Besitchern u. A. auch Gelegenheit geboten sein, sich an den drolligen Szenen des s. Z. so viel belachten „Bretzelbub" zu Belustigen.
* Das Hahnenkammhaus ist morgen Sonn- Lag geöffnet.
Sprrchsaal.
Für die unter dirs» Rubrik einpesandten Notizen übernimmt die Redaktion dem Publikum «eaenüber keinerlei VerantL'rümn. Randbemerkungen zur Svvjährigen Jubelfeier der Erhebung Hanaus zur Stadt.
Die festliche Begehung dieses Tages (2. Februar 1903) ist also eine beschlossene Thatsache. Man weiß schon so un» gefähr was man will, die Ausschüsse sind gebildet und sogar Geld ist schon da, ganze tausend Mark beinah! Das ist ein hübscher Anfang. Ehe man nun mit vollen Segeln auf das Ziel lossteuert, möchte ich mir einige Worte zur Kursrichtung erlauben. Ich bin zwar kein Seemann, aber man hat die große Güte gehabt, mich in das Preß-Comits zu wählen, das heißt auf Deutsch Druck-Ausschuß, und so darf ich etwas in der Angelegenheit drucken lassen. Unwillkürlich erinnert man sich an die Jubelfeier der Neustadt im Jahre 1897 und «sso- bald wird einem klar, daß eS nicht möglich ist, in gleicher oder ähnlicher Weise zu feiern. Jenes Fest fand statt im Juni, das bevorstehende ist am 2. Februar; abgesehen von allem llebrigen, sagt dies schon genug. Auch ist mir gesagt worden, daß der Gedanke einer lauten, glänzenden Feier lange nicht Allen sympathuch ist und das mit Recht: Die Zeiten sind ernst, und die Zeiten sind schlecht. Und da meine ich, wäre es doppelt geboten, die Feier hauptsächlich bestehen zu lassen in der Bethätigung eines Gedankens der Humanität und Wohlthätigkeit, was ja auch der Kernpunkt bei der Jubelfeier der Reustädter Kirchengemeinden gewesen ist. An Gelegenheiten sehlt es wahrlich nicht. Da ist z. B. das Diakonissenheim, diese so wohlthätig und segensreich wirkende Anstalt. Dieselbe bedarf unbedingt eines bedeutenden Erweiterungsbaues. Dieser ist schon gezeichnet, entworfen und vergeben! Fehlt nur noch eines: das Geld. Darf ich nun sagen, welcher Gedanke mir vorschwebt? Er scheint allerdings phantastisch fast unerreichbar ; ich will ihn aber trotzdem aussprechen. Ich sehe nämlich im Geiste den Bau vollendet; ich sehe einen großen Em- pfangsraum und gewahre an der Wand eine große Tafel von weißem Marmor und auf derselben die Inschrift: „Errichtet zur Erinnerung an di e Erhebung Ha- naus zur Stadt von Bürgern und Bürgerinnen Hanau s." Und darunter in langen Reihen die Namen all der Familien, der Vereine, der Anstalten, der Privaten, welche das Ihrige beigetragen zum Bau. — Wie ich sage, es ist nur ein Gedanke, ein phantastischer Gedanke! — Aber unausführbar wäre er gerade nicht: es müßte nur der gute Wille zur Ausführung da sein, und dann wäre es möglich. Ich kann das ziffernmäßig beweisen. Drüben in unserem Nachbarorte Groß-Steinheim hängt in der neuen evangelischen Kirche eine Glocke von mehreren Zentnern, welche an die 2000 Mark gekostet hat, und dieselbe trägt die Inschrift: „Gestiftet durch Gaben aus Hanau!" — Wenn wir das gethan haben an unsern Nachbarn, an unseren Glaubensgenossen in Hessen drüben, um wie viel mrhr müßten wir Aehnlichest hun an unseren Allernächsten, an unseren Kranken, Armen, Verlassenen? — Ich hätte in dieser Hinsicht noch viel, sehr viel zu sagen, muß mich aber für heute auf diese Anregung beschränken. Es
fehlt in Hanau weder an Geld noch an gutem Willen; aber es muß beidem erst ein geeignetes Feld eröffnet werden. Und hier wäre ein solches: ein Plan, der Verwirklichung werth, und Keinen würde es reuen, etwas dazu geopfert zu haben! — Jene zweitausend Mark für Steinheim sind, das wissen meine Leser alle, spielend, scherzend, dichtend eingegangen. Was wäre es nun, wenn wir einmal ordentlich Ernst machten mit einer Stiftung, welche in geschichtlicher, in sozialer und in bürgerlicher Hinsicht von der größten Bedeutung wäre? Ich meine, es wäre dieses ein Gedanke, der zum bevorstehenden Jubeltage seine große Berechtigung hätte. Vielleicht täusche ich mich, na, dann ist's nicht allzuschade um das bischen Druckerschwärze; vielleicht fällt aber die Anregung auf fruchtbaren Boden und dann kann man weiter darüber sprechen. Schriftliche Aeußerungen nehme ich stets gerne entgegen.
C. Neßler, Pfarrer.
Marktbericht.
Hanau, 29. Novbr. (Lebensmittelpreise.) Geflügel: Tauben das Pärchen 60—80 Pig; ein alter Hahn 1,20—1,50 Mk.; ein junger Hahn 70 Pfg. bis 1 Mk.; ein Huhn 1—1,30 Mk.; eine Ente 1,80—2 Mk.; eine Gans 3,50—4,50 Mk.; Gans, gerupft, 60—70 Pfg. das */* kg; Fische: gewöhnliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 35-40 Pfg., Hecht 90 Pfg. bis 1 Mk., Barben 50-60 Pfg., Barsch 50—60 Pfg. — Vs kg; Gemüse: Meerrettich die Stange 5—20 Pfg., Blumenkohl das Stück 25—50 Pfg., Endivien das Stück 5—12 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 4—5 Pfg., Unter-Kohlrabi das Stück 5—10 Pfg., Wirsing das Stück 8—25 Pfg., Weißkraut das Stück 10—25 Pfg., Rothkraut das Stück 10 — 30 Pfg., Sellerie daS Stück 5—15 Pfg., gelbe Rüben das Bund 5—8 Pfg., Braunkohl die Portion 20—30 Pfg., Rosenkohl das Pfund 20-30 Pfg., Schwarzwurzeln das Pfund 20—30 Pfg., Spinat die Portion 20 bis 40 Pfg., Schmalzkraut die Portion 10—20 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Trauben 40 Pfg. das */* kg; Aepfel das Pfund 9 — 20 Pfg.; Birnen das Pfund 10—25 Pfg.; Nüsse das Hundert 70 Pfg., Citronen das Stück 7—10 Pfg.; Apfelsinen das Stück 7—10 Pfg.; Paradiesäpfel das Pfund 30 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1,15—1,30 Mk., Käse das Stück 4-5 Pfg., Eier das Stück 5—9 Pfg., Zwiebeln das Doppelliter 15 bis 20 Pfg., Welsch körn das Doppelliter 22—24 Pfg., Radieschen das Bündel 10 Pfg., Kastanien das V» kg 18 bis 20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 18 Pfg., 2. Sorte 16 Pfg., 3. Sorte 14 Pfg., 4. Sorte 12 Pfg. = V» kg.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 29. November,
9 Uhr 32 Min.
Ein Maximum von 765 mm lagert über Nordnorwegen, eine Depression von 740 mm norm Kanal. In Deutschland ist das Wetter ruhig, trübe und meist wärmer bei vielfachen Niederschlägen.
Prognose für den 30. November: Trübes, ziemlich mildes Wetter mit Niederschlägen wahrscheinlich.
Barometerstand
Hanauer y^rmg- n. PsrßMWmgsrmchrrchten
für Samstag den 29. Nop cmber.
Taubsst-Lotterie-Gefellschaft „Glück auf': Abends 8 Uhr: Abendunter- Ba'tung mit Tanz im Saale . zur Stadt Bremen".
Turngesellschaft: Abends von 7—9 Uhr: Vorturnerstunde.
Evang- Männer- u. Jüng'ingsverein: Unterhaltung lEv. BereinshauS).
Evangelischer Arbeiterverein: Vereinsabend mw Mitglied eraufnahme im Bereinslokale zur „Brauerei Welswantel'.
Tvrngeweinde: Kürturnen und Vorturnersrunde.
Gesangverein „Sumf;t": Vereinsabend in der „Stadt Bremen". Gesangverein „German'a": Vereinsabend im „Löwengärtchen".
Klub „Saxonia": Klublokal „Frankfurter Ban'.
Klub „Cameratia": Klubabend in der „golb. Gerste".
Gesellige Verbindung „Melitta". Vereinsabend „zur Karthaune".
Kasino „Eintracht" (Vereinslokal „zum Brausiüb'l'): Bereinsabend.
Verein „Einigkeit": Vereinsabend in der „großen Krone".
Athletenklub „Germania": Verein 8 ob end (Restauration Wageuvach).
„Hanauer Fußballgesellschaft O89" : BecelnZabend in der Restauration „ALemania".
Fußballklub „Viktoria": Vereinsabend in der „Brauerei Weismantel". Hanauer Fußballk ub „Hannovia": Vereinsabend in der Restauration „zur Eisern ahn".
Radfahrer-Verein 1898: Abends von 8—10 Uhr- Kassenabend.
Stammtisch „Bürgerbräu": Jeden Samstag Abend: Uebuno.
Vergnügunas-Verein „Germania": Vereinsabend in der Restauration „zum schwarzen Bären".
Kegel-Klub „D. H. V." „zur guten Quelle"; Anfang 9 Uhr.
tü : Sonntag den £0. Nov embee.
Kirchenchor der Johanniskirche: Vormittags 11 Uhr: Hauptprobe in der Kirche.
Vormittag!- von 11—1 Uhr: Uebungsstunde der Tischgesellschaft im «Nürnberger Hof".
Fußballklub „Vikloria": Nachmittags 3 Uhr; UebungSspiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußball- und CrickeMuö: Nachmittags 8 Uhr: UebnngS- spiel auf dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballgesellschast 1899: Nachmittags 3 Uhr: Ue-ungStprei nur dem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballklub „Wacker": Nachmittags 3 Uhr: Uebunesjpiel auf sem Exerzierplatz.
Hanauer Fußballklub „Hannovia": Nachmittags 3 Uhr: Uebungsspiel auf dem Exerrirvmtz.
Erster Hanauer Fußballklub 1893: Nachmittags 3 Uhr: UrbungSsprel auf unserem Sportplatz an der ..Sckwnen Aussicht".
Gesangverein „Eintracht": Ausflug nach Rückingen; Zusammenkunft'- Wirthschaft „zum deutschen Kaiser".
Versteigerung-- etc. Kalender für Montag den 1. Dezember.
Angebote betr. Uebernahme auf Lieferung der Fleisch- und Wurst- waaren für die Garnison Hanau auf die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1903, sind bis vormittags 9 Uhr im G sckättsz mmer des Königl. Proviantamts dabier einzureichen (s. Nr. 266 „Hau. Anz.").
Hauauer Stadtthcater.
Hanau, 29. November.
Der Wochenspielplan unserer Bühne hatte für die beiden Spieltage je ein dreiaktiges Lustspiel aufzuweisen und zwar ging am Mittwoch Sardous übermüthige „Cyprienne" in Scene, der gestern Freitag „Die zärtlichen Verwandten" von Roderich Benedix folgten. Es wurde somit jeder Geschmacksrichtung Rechnung getragen. Der Liebhaber einer stark gewürzten Kost wird in der leichten französischen Comedie gutes Amüsement gefunden haben und demjenigen, der sich angenehm und bieder unterhalten wollte bot das ältere deutsche Lustspiel genügende Gelegenheit dazu. Bei Sardou wurde die fein und pikant zubereitete litterari>che Kost mit perlendem Champagner servirt, bei Benedix ging es solider her, hier gab es bei a'tgewohnter Hausmannskost Kaffee und Thee. Mit der Lösung menschlicher Probleme und schwieriger Fragen befassen sich beide Sachen nicht, denn Sardous thörichte Tochter Cyprienne, die den närrischen Einfall hat, sich von ihrem Manne, mit dem sie in glücklicher Ehe lebt, zur Abwechslung einmal scheiden m lassen ist doch nicht ernster zu nehmen. Und dann der gute Benedix, der jede ernste Frage aus feinen Lustspielen verbannt, dessen Humor nie verletzt der vor Allem darauf bedacht ist, eine behagliche und freundliche Stimmung zu wahren, kann mit seinen zärtlichen Verwandten gar nicht in diesen Verdacht kommen. Aber deshalb haben wir uns doch gefreut ihm einmal wieder in dem Spiel- plan zu begegnen, denn sein harmloser Humor wurzelt doch m einem ganz gesunden Boden und in der einfachen Handlung > eines Lustspieles steckt doch ein ganz hüb'cher Kern. Das Märchen von Aichen- brödel hat es seinem empfänglichen Dichtergemüthe ganz besonders angethan, es lugt auch aus der Handlung seiner zärtlichen Verwandten allenthalben hervor. So hatte denn die Wiederaufnahme des Lustspieles gestern Abend einen recht fröhlichen Erfolg. Herr Schwarz hatte es recht hüdsch in Scene gesetzt und mit der drolligen Darstellung des Schumuirich auch einen großen Antheil an dem heiteren Darstellungserfolg. Nächst ihm verdient Frau Hantke für die köstliche Wiedergabe der gereiften Jung'rau Jrmgard genannt zu werden: Frl. Nebe fand sich mit der gelehrten Ulrike gut ab, für die heitere Ottilie trat Frl. Leoni mit munterer Laune ein und Frl. Werden war eine recht anmuthige Jduna. Recht hübsch gab Frl. Hohenfels die Tusiielde und Frau Rieger war wie immer gut am Platze als Adelgunde. Herr Feist als Barnau, Herr Becker als Offenbares, Herr Retzbach als Wismar und Herr Krug als Weithold vervollsl mdigten das hübsche Ensemble. Für den darstelleri>chen Erfolg der Mittwochsvorstellung setzten in den drei Hauptrollen Frl. Ho enfels als Cyprienne, Herr Scvwarz als Prunelles und Herr Becker als Adhemar^thre tünftlerische Gestaltungskraft ein und boten recht annehmbare Leistungen.
Die städtische Bibliothek
Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.
Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachträge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.
Huö aller (Sielt
Die angeblich Scheinlodte in Eberswalde. Wie heule bekannt wird, war die neuliche Schilderung vom Scheintod einer Frau in Eberswalde unrichtig. Der prakt. Arzt Dr. Bräutigam veröffentlicht folgende Darlegung: Am 19. d. Mts. war Frau Scheere verstorben und tollte am 22. beerdigt werden. Dem Ehemann fiel die guterhaliene Gesichtsfarbe auf und machte bei der Polizeibehörde die Meldung, seine Frau sei scheintodt. Als Polizeiarzt wurde ich beauftragt, die Leichenschau vorzunehmen (obligatorische Leichenschau besteht hier in Eberswalde nicht). Die Leiche sah freilich noch gut aus, doch konstatirte ich an verschiedenen Stellen des Körpers mehr oder weniger Leichenflecke. Zur Beruhigung der aufgeregten Gemüther öffnete ich die Pulsader und erklärte dann dm Umstehenden, die Frau sei todt. Der Mann beruhigte sich nicht und sah das aus der Wunde sickernde Blutwasser als „Blutlache" an. Am 23. November wurde die Leiche in der Idee des Sch. noch schesntodt, in das Augusta Viktoria-Heim überführt. Hier besorgte am 24. November Dr. Heidemann die Leichenöffnung und gab die Erklärung ab, Frau Sch. sei sicher schon vor 5 Tagen gestorben, Ursache des Todes Lungenentzündung und erhebliche Verkalkung der Arterien, sehr erweitertes Hkrz, infolge dessen Wassersucht.
Verloosungen.
Stadt Barletta 100 Lire - Loose vom Jahre 1870. Ziehung am 20. November 1902. Amzabluna am 20. Mai 1903. Gezogene Serien: Nr. 342 1581 3254 3630 3836 5087 5686. Hauptpreise: Serie 103 Nr. 13 zu 30 000 Lire. Serie 4357 Nr. 7 zu 1000 Lire. Serie 14§7 Nr. 40, Serie 4264 Nr. 40. Serie 5654 Nr. 10 je 300 Lire. Serie 1623 Nr. 18, Serie 5255 Nr. 2, Serie 5950 Nr. 41 je 250 Lire. Serie 1980 Nr. 12, Serie 3450 Nr. 14, Serie 5081 Nr. 3, Serie 5990 Nr. 16 je 200 Lire. Serie 165 Nr. 4, Serie 167 Nr. 24, Serie 756 Nr. 11, Serie 980 Nr. 34, Serie 990 Nr. 12, Serie 1113 Nr. 32, Serie 1136 Nr. 27, Serie 1209 Nr. 13, Serie 1577 Nr. 2, Serie 1879 Nr. 25, Serie 1922 Nr. 17, Serie 2616 Nr. 50, Serie 2729 Nr. 36, Serie 2752 Nr. 13, Serie 2808 Nr. 8, Serie 2874 Nr. 33, Serie 3009 Nr. 5, Serie 3087 Nr. 47, Serie 3235 Nr. 7, Serie 3337 Nr. 44, Serie 3621 Nr. 35, Serie 3681 Nr. 44, Serie 3919 Nr. 22, Serie 4173 Nr. 22, Serie 4214 Nr. 15, Serie 4220 Nr. 49, Serie 4312 Nr. 46, Serie 5046 Nr. 42, Serie 5397 Nr. 5, Serie 5477 Nr. 15, Serie 5897 Nr. 31, Serie 5899 Nr. 22, Serie 5982 Nr. 49 je 100 Lire. Alle übrigen gezogenen Nummern je 50 Lire. (Ohne Gew.)