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Wa-senhaujes IN Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. ' "EE'l' :)"bmtt,IL • ^' Schrecker 'tt Hanau,
^t* 98 Fernsprechanschluß Nr. 605«
Montag den 28« April
Fernsprechanschluß Nr. 605« 1902
Amtliches.
Stadtkreis Öanav.
Der Königliche Gewerberath Schekbel zu Fulda wird am Mittwoch den 30« d. Mts., von 6—T1^ Uhr abends, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
Hanau den 28. April 1902.
Königliche Polizei-Direktion.
P 4667 J. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.
Landkreis hanau.
Bekanntmachungen des Königl. Landrathsamles.
Bei einem geschlachteten Schweine des Domänenpächters Dröge zu Gronauerhof ist die Rothlaufseuche fest- gestellt worden. Ueber das Gehöft des Genannten wurde die Sperre verhängt.
Hanau den 28. April 1902.
Der Königliche Landrath.
V 4159 v. Schenck.
Gefundene ob verlorene Gegenstände n.
Gefunden: Im Laden Krämerstraße 8 bei Mohrhardt
1 Damenportemonnaie mit Inhalt liegen geblieben.
Verloren: 1 schwarzes wollenes Tuch mit grünen Streifen.
Entlaufen: 1 schwarze Dachshündin.
Hanau den 28. April 1902.
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Hue Stadt und Eand.
Hanau den 28. April.
* Impfungen. Dienstag den 29. April, vormittags 9 Uhr, in Ried eris s i gh eim: Erst- und Wiederimpfung; am 6. Mai, vormittags 9 Uhr: Nachschau; Jmpflokal: Gastwirthschaft von Viehmann. — Vormittags 10 Uhr in Ober- issigheim: Erst- und Wiederimpfung; am 6. Mai, vormittags 10 Uhr: Nachschau; Jmpflokal: Schullokal.
* Sprechstunde des Gewerberaths. Der Königl. Gewerberath Scheibe! zu Fulda wird am Mittwoch den 30. d. Mts., von 6—TVi Uhr abends, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts im Altstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegenheit zu Besprechungen geben.
* Kreisturntag des Mittelrheinkreises. In Limburg fand gestern der 64. Kreisturntag des Mittelrheinkreises der deutschen Turnerschaft statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende, Kreisvertreter Schmuck- Darmstadt, des plötzlichen Ablebens des Geschäftsführers des Verbandes, Thierolf. Oberlehrer Dr. Rubin- Limburg begrüßte hierauf die Versammlung im Namen des dortigen Turnvereins. Es folgte nun der Bericht des Kreisvertreters; nach demselben umfaßt der Kreis 19 Gaue, 682 Vereine, 67,484 Mitglieder. Die Frauenabtheiluugen sind auf 33, die Spielriegen auf 29 gestiegen. 116 Vereine besitzen eine eigene Turnhalle und 196 Vereine Turnplätze. Die Rechnungsablage ergab eine Einnahme der Kreiskasse von 7586,37 Mark, der an Ausgaben 5609.07 Mk. gegenüberstehen. Der Fonds für Unterstützung zur Erbauung von Turnhallen (Rothermel- Stiftung) beträgt 2271.55 Mk. Professor Goecke I-Worms machte nähere Mittheilungen über das vom 2. bis 5, August d. J. stattsindende Kreisturnfest. Als Festort für das 1904 in Aussicht genommene 27. Kreisturnfest wurde Koblenz auf Antrag bestimmt. Der Antrag der Fechtriegen des Frankfurter Turnvereins und des Turnvereins Offenbach, bei dem Kreisturnfest in Worms allen Fechtern zu gestatten, an dem Sonderwettfechten theilzunehmen, ohne daß dieselben die neun Gänge in fester Mensur mitfechten müffen, wurden angenommen. Die Anträge betreffend Haft- und Unfallversicherung des Kreises wurden zurückgezogen. Der Turntag war, wie das „Frkf. Jnt.-Bl." beruhter, besucht von 149 Vereinen mit 271 Vertretern.
* Vuren-Vortrag. Der am Samstag Abend von Herrn G. Butz aus Pretoria im Saale der „Centralhalle" gehaltene Vorirag über seine Erlebnisse in Transvaal, über die Sitten und Gebräuche der Buren und über die englische Kriegsführung aus eigener Anschauung fand den ungetheil- testen, lebhaftesten Beifall und wurde an besonders markanten Stellen durch stürmische Bravos unterbrochen. Ein Beweis wohl, daß Redner den Anwesenden völlig aus der Seele gesprochen. Leider war aber der Besuch nicht ein derartiger, wie er in Anbetracht der anscheinend allseitigen Sympathie für die wackeren Burenkämpfer wohl zu erwarten gewesen wäre. Die hierbei vorgenommene Sammlung für die nothleidenden Buren- frauen und Kinder ergab den Betrag von 13 Mk.
* Stipendienstistung für Schüler der ?önigl. Zeichenakademie in Hanau. Das von der Handelskammer auf Anregung Kgl. Regierung zu Cassel an die Firmen der Edelmetallwaaren-Jndustrie und der chromolithographischen Branche in Hanau gerichtete Ersuchen, Beiträge, für die jährliche Verleihung von Stipendien an Schüler der kgl. Zeichen- akademie in Hanau zu gewähren, hat, wie wir schon s. Zt. berichteten, das erfreuliche Ergebniß gehabt, daß von 45 Firmen zusammen 1179 Mk. und zwar für fünf Jahre gezeichnet worden sind. — Die Handelskammer erklärte sich in ihrer letzten Plenarsitzung damit einverstanden, daß event, aus der Kasse der Handelskammer die Summe der Jnteresseutenbeiträge auf 1200 Mk. jährlich ergänzt wird. Es soll ein Statut der Stiftung mit der Maßgabe erlassen werden, daß a) bedürftige Schüler, sofern weiter der Nachweis ihrer Würdigkeit und Befähigung erbracht ist, in erster Linie berücksichtigt werden sollen; b) ausschließlich Schüler berücksichtigt werden sollen, welche von der Hanauer Kunstindustrie beschäftigt werden; c) die Verwaltung der Stiftung von dem Ausschusse der Handelskammer für besondere Angelegenheiten der Edel- metallwaaren-Jndustrie als Kuratorium unter Zuziehung eines Vertreters der chromolithographischen Branche — als welcher ein solcher, der etwa in der Handelskammer seinen Sitz hat, in erster Linie in Betracht kommt — übernommen werden soll; d) aus diesem Kuratorium, vorbehaltlich der Zustimmung der Direktion der Anstalt, ein sachverständiges Mitglied in die Jury der kgl. Zeichenakademie für die Auswahl von Vorschlägen zur Stipendienverleihung delegirt werden soll; e) jede Zuwendung in der Regel nur für die Dauer. eines Jahres zügesprochen werden soll.
* Ueber die Reduzirung der Arberterzahl bei der Königl. Pulverfabrik erfahren wir noch, daß. bie Kündigungsfrist, die am 10. Mai abgelaufen wäre, auf 14 Tage später ausgedehnt worden ist. Die Betriebsleitung läßt es sich in anerkennenswerther Weise angelegen sein, für die austretenden Arbeiter soweit als möglich anderweite Arbeitsgelegenheit bei auswärtigen Betrieben zu beschaffen.
* Ein großer Uhren und Goldwaarendieb- stahl wurde nach hierher gelangter Mittheilung in Linden bei Hannover ausgeführt. Dem Diebe fielen etwa 140 Uhren, 48 goldene Ringe, 45 Trauringe, Uhrketten, Brochen rc. in die Hände.
* Erschossen. In einem Frankfurter Hotel erschoß sich am Samstag der Pächter des Fürstlich Jsenburgischen Gutes in Wächtersbach, Max Beyrich. Wie aus dem amtlichen Theile der heutigen Ausgabe unseres Blattes hervor- geht, leitet das Kgl. Amtsgericht Wächtersbach über das Vermögen des Beyrich das K o n k u r s v e r sah r e n ein. Das Motiv der That dürfte daher wohl nicht unschwer zu ergründen sein.
* Oratorienverein. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß die Hauptprobe des Oratorienvereins heute Abend 7 Uhr im Deutschen Haus, das Concert selbst morgen um 7‘/2 Uhr beginnt.
* Kostproben. Wir möchten nicht unterlassen, unsere geehrten Leser, namenlich aber Leserinnen darauf aufmerksam zu machen, daß die durch ihre altbewährte Suppenwürze rühmlichst bekannte M a g g i - Gesellschaft in den nächsten Tagen hier verschiedene Kostproben veranstaltet. Es werden dabei durch einen Vertreter der Firma besonders Maggi's Gemüse- und Kraftsuppen in Würfeln praktisch vorgeführt werden. Da diese Würfel nicht nur ein billiges, sondern auch sehr bequemes Mittel zur raschen Herstellung vollständig fertiger, reinschmeckender Suppen bilden, so kann unseren Hausfrauen der Besuch dieser Kostproben angelegentlichst empfohlen werden. Die erste derartige Veranstaltung findet morgen den ganzen Tag in dem Geschäft der Firma G. G e r l a ch Nachf., Altstädtermarkt, statt; weitere zwei folgen am 1. Mai bei Herrn Heinrich Klee, Kirchgasse 14, und am 3. Mai bei der Firma M. Kneisel Nachf., Marktplatz 7..
* Eine Heilquelle erschlossen. In unserem Nachbarorte G ein hausen herrscht eitel Freude und Wonne, Flaggenschmuck ziert die Häuser und frohe Hoffnungen schwellen die Brust der Einwohner der alten Barbarossastadt. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Freitag Nachmittag die Nachricht, daß nach wochenlanger Bohrung der erhoffte Sprudel erschlossen worden sei. Derselbe springt bei 30 mm Rohrweite über 50 ein hoch und besitzt neben einer großen Menge Kohlensäure auch starken Salzgehalt, der angeblich noch größer sein soll als der der Heilquellen in Orb. Schon beim Bahnbau im Jahre 1866 wurde eine-Salzquelle gefunden. Eilig hatte der Bauunternehmer dieselbe vermauern lassen, um einer vielleicht dadurch bedingten Verlegung, der Bahn vorzubeugen. Schon damals veranstaltete der kurhesiische Staat Nachgrabungen und das derzeit noch bayerische Orb hatte einen Beamten nach Gelnhausen gesandt, um zu sehen, welcher Erfolg erzielt worden sei. Durch den ausbreckenden Krieg erlitten die damaligen
Bohr' ersuche eine Unterbrechung und geriethen nach der Neugestaltung der Verhältnisse ganz in Vergessenheit. Nur in der Einwohnerschaft Gelnhausens erhielt sich die Erinnerung an die Quelle wach und schon mehrfach wurden Anläufe genommen, um der Erbohrung der Quelle die Wege zu ebnen, bis die Herren Ph. Stock und J. Metzler auf eigene Gefahr hin praktische Versuche unternahmen. Dieselben führten, wie bekannt, im Herbst v. I. zur Bildung der „Gesellschaft zur Er» bohrung und Ausbeutung heilkräftiger Quellen in der Gemarkung Gelnhausen". Die wissenschaftliche Leitung der Bohrarbeiten wurde Herrn Prof. Bücking in Straßburg i. E. übertragen. Erhebend war eS zu sehen, wie alle Gelnhäuser die gegebene Anregung aufnahmen itnb durch Zeichnung von Antheilscheinen das Unternehmen unterstützten und so einen Erfolg ermöglichten, der nun in der Erbohrung des Sprudels erzielt worden ist. Vom Kreisblatte wird der Vorschlag gemacht, den 25. April fernerhin als einen lokalen Dank- und Feiertag zu begehen.
* Kriegsfestspiele. In der Zeit vom 2. bis einschl. 11. Mai wird der Kriegerverein zu Hanau a. M. unter gütiger Mitwirkung von Vereinsmitgliedern und der hiesigen Garnison die Werning'schen Kriegsfestspiele „Der deutsch- französische Krieg 1870/71", Dichtung und Musik von Ch. Uhlich, im Stadttheater aufführen. Die Aufführung erinnert an Deutschlands große Zeit und versetzt uns zurück in die denkwürdige Kriegszeit von 1870/71, indem in fesselnder Darstellung die bedeutendsten Szenen aus dem gewaltigen Ringen zweier großer Völker vor Augen geführt werden. Allen Denen, welche diese große Zeit durchlebt haben, rufen die Darstellungen in ergreifender Weise die Ereignisse unb- Empfindungen jener Tage in Erinnerung, bald zu heller Begeisterung, bald zu tiefer Rührung hinreißend. Dem jüngeren Geschlechte aber, das diese Zeit nicht miterlebt hat, stellen die Bilder die glorreichen Thaten der Väter, wie die stillen Opfer der Mütter, Frauen und Jungfrauen in lebendigster Weise dar. In allen Städten, in denen die Werning'schen Kriegsfestspiele bis jetzt aufgeführt wurden, haben dieselben den größten Beifall und die vollste Anerkennung gefunden. Die künstlerische Durchführung derselben ist in die bewährten Hände des Herrn Direktors Paul Werning auS Berlin gelegt, der die Darstellung und Einstudirung übernommen hat. Näheres hierüber werden Inserate und Plakate berichten. Um eine sachgemäße Eintheilung der Ortschaften für die einzelnen Vorstellungen bewirken zu können, empfiehlt sich für die Bewohner der Umgegend die Vorausbestellung der Eintrittskarten durch die Vorsitzenden der Kriegervereine ihrer Wohnorte bis zum 30. April er.
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)-( Bruchiköbel, 27. April. (Buren -Vor tr ag.) Der Transvaal-Burgher G. Butz hielt heule dahier einen Vortrag über Erlebnisse vor und während des Krieges in Transvaal. Eine zum Schluß abgehaltene Sammlung ergab den Betrag von 58 Mk. — Auch in Mittelbuchen wurde von dem genannten Herrn heute ein Vortrag gehalten; die Sammlung dortselbst erbrachte 52 Mk. ' v
0 Langenselbold, 27. April. (Erhängt.) Aus Ems wird berichtet, daß sich daselbst im Walde ein von hier gebürtiger Schneidergeselle erhängt hat.
Barometerstand
mittags 12 Uhr am 26-/4.
Sehr trocken Beständig 770 ■<■=
Schon
Veränderlich —
Regen (Wind) ^0 ^^
Viel Regen 740_ ===
Sturm —
730
720J|g
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 28. April,
9 Uhr 35 Min.
Maxima über 772 mm lagern über Schottland, eine Dr- pression unter 755 mm über Südwesteuropa. In Deutschland