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Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Saunn.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck c r in Hanau,
Nr. 97
Fernsprechanschlnß Nr. 605
Fernsprechanschluß Nr. 605
1902
Amtliches
Die Wittwe des Kaufmanns Johann Philipp Doering, Luise geb. A l b a ch in Hanau, vertreten durch Rechtsanwalt Eberhard in Hanau, hat das Aufgebot des Hypothekenbriefs über die Post 2 Abth. III Artikel 652 Band XI des Grundbuchs von Hanau:
9000 M. Darlehen mit 4% Zinsen seit ^ 1877 rückzahlbar nach dreimonatlicher Kündigung für die Wittwe des Metzgermeisters Konrad Albach, Charlotte geb. Voltz in Hanau, auf Grund der Schuldverschreibung vom 24./4. 1876, eingetragen am 4. Mai 1877,
beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 14. August 1902, vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gericht, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung
der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 22. April 1902.
Königliches Amtsgericht 2.
7491
Aufgebot.
Der Tuvnvereiu in Keffelstadt, eingetragener Verein, hat das Aufgebot des Briefes, der über die nachfolgende, im Grundbuch von Keffelstadt, Bd. IV Art. 234 Abth. III als Nr. 1 eingetragene Post gebildet ist:
180 Mk. Grundschuld für die Firma 'Seiffert und Burkhardt in Hanau, verzinslich mit 5% vom 22. März 1886, zahlbar in 5 gleichen Zielen zu Martini der Jahre 1886 bis 1890, auf Grund der Bewilligung vom 1. Mai 1886, eingetragen am 10. Mai 1886, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert,
spätestens in dem auf
den 7. August 1902, vormittags il Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 5, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärnng
die
der
Urkunde
Urkunde
erfolgen wird.
. Hanau den 25. April 1902.
Königliches Amtsgericht 5
7564
Nächste Versammlung Samstag den 3. Mai d. Js., nachmittags 2^ Uhr, im Gasthaus zum goldenen Löwen hier.
Tages-Ordnung:
1. Geschäftliche Mittheilungen.
Ertheilung der Decharge zur Rechnung des Verenis
2.
3.
4.
5.
für 1901.
Aufnahme neuer Mitglieder. ,
Besprechung, ober der Erlaß einer Regierungs-Polizei- verordnung über Körung der Eber zweckmäßig erscheint. Besprechung über die im Juli d. Js. in Bruchkobel abzuhaltende Kreisthierschau.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in ihren Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.
Hanau den 26. April 1902.
Der Königliche Landrath.
• v. Schenck.
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 2 Portemonnaies mit je etwas Inhalt, das eine noch mit einem Gutschein der Färberei Röver. , 3 an baar. 1 braunes langes seidenes Tüchelchen mit blauen Punkten. . , „ ,
Verloren: 1 goldener Ohrring mit ^imuinem. silbernes Kettenarmband vom Theater bis Marktstraße ..
Zu geflogen: 1 Kanarienvogel.
Hanau den 26. April 1902.
Hus Stadt und Cand
Hanau den 26. April.
* Passirt. Auf der Reise nach Karlsruhe begriffe»/ passirte heute Morgen 6 Uhr 30 Min. Seine Maßest! der Kaiser mittels Sonderzugs die hiesige Ltation.
* Impfungen. Montag den 28. April, snachmittags 2Va Uhr, in Rav olzhausen: Erst- und Wiederimpfung; am 5. Mai, nachmittags 2Vs Uhr: Nachschau; Jmpflokal: Gastwirthschaft von Wittwe Klein. — Nachmittags 4 Uhr in Rüdigheim: Erst- und Wiederimpfung; am 5. Mai, nachmittags 4 Uhr: Nachschau; Jmpflokal: Gasthaus „zum Roß".
* Verstorben. In Fulda ist Herr Geheimer Justizrath Edmund Mackeldey infolge eines Herzschlages im Alter von 79 Jahren gestorben. Derselbe war in Hanau geboren und wurde 1867 Staatsprokurator bei dem Obergerichte in Fulda, am 1. September 1867 Staatsanwalt beim Kreisgerichte in Fulda und am 1. Oktober 1879 Amtsgerichtsrath und Vorsitzender der Strafkammer zu Fulda. Am 1. Mai 1899 trat er in den Ruhestand; bei dieser Gelegenheit wurde ihm der Charakter als Geheimer Justizrath verliehen. Er war auch Inhaber des Rothen Adler-Ordens III. Klasse.
* Hanauer Kreis Obstbauverein. Die Frühjahrs- Versammlung des „Hanauer Kreis-Obsibauvereins" findet morgen, Sonntag den 27. April 1902, von nachmittags 3^2 Uhr an, im Gasthaus „zum goldenen Löwen" (Vorstadt) statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Rechenschaftsbericht; geschäftliche Mittheilungen. 2. Referate, a) Wie kann der Obstbau für den Landwirtb rentabel gestaltet werden? (Direktor Wagner, Gelnhausen). b) Das Wasser und der Obstbaum. (Pfarrer Henß, Windecken).
* Lösung der Verträge. Die Thüringer Elektrizitäts- Aktien-Gesellschaft Berlin, die bekanntlich die Erbauung einer elektrischen Ueberland-Centrale in Vilbel beabsichtigte, hat sich nun mit der Lösung der s. Z. mit den Gemeinden Bischofsheim, Bruchkobel, Eichen, Erbstadt, Gronau, Hochstädt, Hüttengesäß, Langendiebach, Marköbel, Mittelbuchen, Niederdorfeldezi, Niederiisigheim, . P^derMeMH, W?rdor- felden, Oberissigheim, Ostheim, Ravolzhaüsen, Rückingen, Wachenbuchen und. Windecken abgeschlossenen Verträge auf Lieferung von Elektrizität zu Licht- und Kraftzwecken einverstanden erklärt.
* Zweiter Wettstreit deutscher Männergesang- vereine. Wie mitgetheilt wird, hat der Kaiser bestimmt, daß der zweite Gesang-Wettstreit deutscher Männergesangvereine um den von ihm gestifteten Ehren-Wanderpreis im Frühjahr des Jahres 1903 in der Stadt Frankfurt a. M. stattfinden, soll. Der erste Gesang-Wettstreit, auf dem, wie erinnerlich, der Kölner Männergesangverein den Wanderpreis gewonnen hat im Mai 1899 in Cassel staitgefnnden.
* Das große Loos im Betrage von einer halben Million fiel in der gestrigen VormittagS-Ziehung der prenßi- schen Klassenlotterie auf Nr. 152 673.
* * Vortrag im Verein für Volkshygieue. Im Saale des Stadlschlosses sprach am gestrigen Abend Herr Ober- realschuldirektor Dr. Schmidt vor einer aufmerksamen Zuhörerschaft über das Thema: „Zeit- und naturgemäße Umgestaltung des höheren Schulwesens". Erinnernd an die Meinungsverschiedenheiten, die hinsichtlich der Bildungsbedürfnisse der deutschen Jugend unter den Vertretern des höheren Schulwesens auf den letzten Berliner Schulkonse- renzen geherrscht haben, und immer aufs neue betonend, daß die deutsche Schule zu sehr das Fremde in Erscheinnng treten lasse, geißelte er mit scharfen Worten und durch Aussprüche berühmter Autoritäten auf dem Gebiete des Erziehungswesens die nicht zeitgemäßen Bildungsstoffe einerseits unb die naturwidrige Anordnung und Vertheilung derselben andererseits. Redner fordert: Die Schule solle nicht zeigen, wie die Welt war, sondern wie sie ist; nicht Wortkultur, sondern Sachkennt- niß müsse in ihr zur Herrschaft kommen, welch letztere den unverantwortlichen Kraft- und Zeitaufwand, den die heutige klafsische Bildung erheische, unnöthig mache. Nicht dürfe das Gymnasium mehr Sklave der Griechen und Römer und die Oberrealschule eine Dienerin der Engländer und Franzosen sein, sondern Stätten, wo die Liebe zur Heimath in erhöhtem Maße gepflegt wird. Die naturgemäße Umgestaltung müsse darauf Rücksicht nehmen, daß die Entscheidung des Schülers betreffs der Berufswahl erst im späteren Alter erfolgen könne; sie muffe darauf gerichtet sein, daß der Unterricht in den Sprachen nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck sei, daß auch durch körperliche Arbeit in freier Luft dem Schüler < Kräftigung und Erholung zu theil werde und daß endlich die Vorbereitung für das Leben die Hauptsache aller Bildung sein müsse. Nachdem der Vortragende die vermeintlichen Fehler und Mängel unserer höheren Schulen bloßgelegt hatte, entwarf er in Kürze ein Bild von der Zuknnftsschule, die sich in nachgenannte Zweiganstalten gliedern müsse: 1) Vorbereitungsanstalt (Volksschule) mit 3jährigem Kursus; 2) 6klassige allgemeine Bildungsschule; 3) Universitätsvorschule (3jähriger Kursus). Letztere müsse unseren heutigen höheren Lehranstalten entsprechen; in ihr könnten die Schüler einen ihren Neigungen und Anlagen entsprechenden Unterricht empfangen, der durch
das Studium einer Fachwissenschaft auf der Universität zu vertiefen und zu erweitern wäre. Nach beendigtem Vortrag zollte Herr Sauitätsrath Dr. Hartmann namens des Vereins dem Redner den schuldigen Dank für die mit Beifall aufgenommenen Ausführungen.
* Steckbrief. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft gibt bekannt: „Gegen den Tagelöhner Hermann A u t h, geboren am 5. November 1877 zu Kerzell, Kr. Fulda, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Widerstandes rc. verhängt. Cs wird ersucht, denselben zu verhaften und zu den hiesigen Akten 12 J. Nr. 136/02 sofort Mittheilung zu machen."
* Parolemustk. Die Infanterie-Kapelle spielt morgen Mittag im Schloßpark folgende Stücke: 1) „Unsere Garde", Marsch von Förster; 2) Ouvertüre „Die Amazonen" von Kießler; 3) „La bella Lolita“, Walzer von Morena; 4) „Ungarischer Tanz Nr. 5" von Brahms; 5) Fantasie aus „Preziosa" von Weber.
* Monatsoper. Morgen wird als letzte Vorstellung die Millöckersche Operette „Der arme Jonathan" gegeben. — Die gestrige Aufführung der Kreuzerschen Oper „Das Nachtlager in Granada" bereitete den Besuchern einen wahrhaft künstlerischen Genuß, sodaß es aufrichtig zu bedauern war, daß im Zuschauerraum so viele Lücken bemerkt werden mußten. Als Gast trat Herr Opernsänger Max B i n g aus Frankfurt a. M. auf, der in der Parthie des Jägers allgemeinen Beifall zu erringen wußte. Eine Glanzleistung sowohl gesanglich als darstellerisch bot Fräul. Else Bränge. Stürmischer, nicht endenwollender Applaus war der Dank für ihre Darbietungen.
* Burcu-Portrag. HeMe Samstag Abend 8Vi Uhr wird der Lransvaat-Burghcr G. Butz aus Pretoria im Saale der „Centralhalle" ei»eu.Lorlrag halten über seine Crlebniuc vor, yuv während des südafrikanischen Krieges, sowie über Land und Leute der beiden Republiken. Bei dem großen Iuteresse und der lebhaften Theilnahme, welche dem schwergeprüften Burenvolke aus allen Kreisen und von allen Bevölkerungs- schichten entgegengebracht wird, ist ein zahlreicher Besuch wohl umsomehr zu erwarten, als das Thema ja auch ein an sich interessantes ist und ein Eintrittsgeld nicht erhoben wird. Hoffentlich wird unsere Stadt hinter den verschiedenen Ortschaften der näheren und weiteren Umgebung, in denen Herr Buh unter größtem Andrang und mit bestem Erfolge bereits gesprochen hat, nicht zurückstehen.
* Radfahrersport. Bei der diesjährigen Statistik der bekanntesten Rennfahrer Deutschlands haben mir auch den in unserer Nachbarschaft wohnenden Misterfahrer Michael Herty in Klein» Stcinheim in der Liste. Derselbe hat die höchste Zahl an Preisen von sämmtlichen Rennfahrern Deutschlands im Laufe der Jahre von 1896 bis incl. 1901 auf aus- und inländischen Rennbahnen errungen, nämlich: 139 erste Preise, 82 zweite Preise und 69 dritte Preise, welche eine Gesammtzahl von 290 ergibt, gewiß eine Leistung, welche einzig da steht. Der zweitbeste Rennfahrer Willy Ar end hat 120 erste, 50 zweite und 20 dritte Preise zu verzeichnen. Wir wünschen beiden Fahrern noch viel Glück und ein kräftiges „All Heil"
* Stenographie. Der am 7. April d. Js. angefangene KursuS in der „Nationalstenographie" geht am Montag zu Ende. Die Theil- uehmer haben sich bereit erklärt, einen neuen Kursus zu eröffnen, um der Sache weitere Verbreitung zu geben, ebenso die Gründung eines Vereins in die Wege zu leiten.
* Wiener Spitze. Morgen wird der beliebte Humorist Herr C. H e r k e r t mit einem neuen Familienprogramm die Gäste der „Wiener Spitze" unterhalten.
* Ausflug des Klubs „Amicitia". Morgen Sonntag oer* anstaltet der Klub „Amicitia" einen Ausflug nach Kesselstadt in das Gasthaus „zum Schwanen". Außer durch reichliche Tanzgelegenheit wirb der Klub durch erheiternde Darbietungen verschievenster' Art dem Unterhal- tungsbedürfuist seiner Gäste nach Krästen gerecht zu werden suchen und es stehen in Anbetracht der bekannten diesbezüglichen Leistungsfähigkeit der „Amicitia" sicherlich allen Besuchern einige recht vergnügte Stunden in Aussicht.
* Fußballsport. Morgen begibt sich die Hanauer „Fußballgesellschaft 1899 * mit ihrer 1. und 2. Mannschaft nach Frankfurt, um dort gegen die zwei Mannschaften des Frankfurter Fußballklubs „Her- mania" ein Wettspiel auszufechten.
* ^itt Theater lebender Photographien mirb morgen Abend 8 Uhr im „Deutschen Hause" zu sehen sein. Die Vorsührungen sind durchweg neu, sehr interessant und wurden allerorts recht beifällig ausgenommen. (Näh. s. Ins.)
* Unterrichtskursus. Der Arends'sche Stenographenverein „Apollobund" eröffnet, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, Mittwoch den 30. d. Mts., abends 9 Uhr, in seinem Vereinslokale „zum Grafen Philipp Ludwig", Franz. Allee, einen neuen Unkenuchtskursus in der ganz vereinfachten Arends'schen Stenographie.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Vi 1 Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.
* Kurort Wilhelmsbad. Morgen Nachmittag von 4 Uhr ab findet in den Sälen zu Wilhelmsbad Konzert der Infanterie-Kapelle Nr. 166 statt. Bei günstiger Witterung findet das Konzert im Freien statt.
* Das Hahnenkammhaus ist jetzt nur an Sonntagen geöffnet.
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Die heutige Nummer umfaßt außer dem Unterhaltungsblatt 12 Seiten
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