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Erstes Blatt.

Mauer G Anzeiger

Bezugspreis:

Uerteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- lästige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdrückerei des verein cv. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanau

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Eiurnckungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. S ch r c ck e r in Hanau.

Nr. 45

Bezirks-Ferns-rechanschlnß Nr. 98.

Samstaa den 22. Februar

Bezirks-Fernsprechanschlnß Nr. 98.

1902

Hierzu

Amtliche Beilaae" Nr. 5

Bekanntmachung.

Genossenschaftsreaffter Nr. 2; Rückinger Darlehns, taffenverein, eingetragene Genoffenfchaft mit nnbeschränkter Haftpflicht zu Rückingen.

Der seitherige Vereinsvorsteher Heinrich Viel I. ist aus dem Verein ausgetreten, das Vorstandsmitglied Heinrich Lamm IV. hat sein Amt niedergeieat. an ihrer Stelle sind der Landwirth Wilhelm Biet VIII. und der Wagner Ferdinand Dürmer, beide zu Rückingen, als Vorstandsmitglieder neu gewählt werben. Als Vereinsvorsteher ist der Landwirth Karl Haas, als Stellvertreter des Vereinsvorstehers der Landwirth

Jakob Traust gewählt worden.

L a ngenseibo l d den 18. Februar 1902.

Königliches Amtsgericht.

3429

Unter dem Geslügelbestande der Georg Söhngen Wittwe, Frankfurterstraße Nr. 2 zu Neu-Jsenburg, ist die Geflügel-Cholera ausqcbrochen. Die erforderlichen Schutzmaßregen wurden augeordnet.

Okfenbach den 19. Februar 1902.

P 1809

Hombergk.

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 20,30 Mk. baares Geld.

Verloren: 1 Kontobuch mit dem Namen Heinrich Kling.

Entlaufen: 1 gelbrother schottischer Schäferhund mit weißer Halskrause und vier weißen Pfoten, w. Geschl.

ISwan den 22. Februar 1902.

Mus Stadt und £and,

.Hinan, 21. Februar.

Lokal-historische Notizen

23. Februar 172» starb die Jsenburgische Linie zu Marienborn mit dem Stifter derselben, dem Grafen Karl August, wieder aus.

* Gaslichtstarke. bis 15. Februar 1902:

Gaslichtstärke in der Zeit vom 1.

1.

4.

5.

6

8.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

Februar

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Deutsche.

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Vereinskerze. meiner Licht,

2O,o 20,2 20,4 20,i 20,4 20,9 20,5 20,5 20,3 20,i 20,7 20,5

24,oü 24,24 24,48 24,12 24,48 25,08 24,6» 24,60 24,30 24,13 24,84 24,6ö 24,84

Mithin durchschnittlich 20,4 24,49 ,

Brand in der Deiber'ichen Zigarrenfabrik

Heute Nacht gegen 3'/r Uhr ertönten die elektrischen Alarm­signale, deren andauerndes Lärmen vermuthen ließ, daß man es diesmal nicht mit einem harmlosen Gardinen- oder Balken­brand zu thun hatte. Ein flammendrother Feuerschein zeigte sich über dem nördlichen Theile der Altstadt, der sich immer intensiver gestaltete und anzeigte, daß ein größeres Objekt er­griffen war. In der That brannte es auch in der in der Schlotzstraße Nr. 26 belegenen Zigarrenfabrik der Firma Deibel u. Co., die sich im Hinterhause befindet. Beim Emtrcffen der Feuerwehr war bereits der Dachstuhl ergriffen, und das leicht brennbare Material fertige Zigarren, Wickel, Tabak, Formen, Zigarrenkisten rc. schlug in Hellen Flammen auf.' Der angestrengten Thätigkeit der Feuerwehr gelang es, den übrigen Theil des Gebäudes zu retten, sowie ein ' Uebergreifen auf die Nachbargebäude zu ver. hindern. Ein Glück, daß die herrschende Windstille bem ge­fährlichen Element nicht noch weiteren Zündstoff verlieh, da andernfalls bei den alterthümlichen engen Gebäuden der Um­gebung des Brandplatzes schweres Unheil hätte entstehen können. Der Dachstuhl mit dem gesammten wertyvollen Material brannte völlig aus, ebenso wurden die Treppe und ein Abiheil der zweiten Etage vom Feuer ergriffen. Der Schaden ist ein enormer, an Immobilien betraf er etwa 7500 Mk., an verbranntem oder durch Wasser beschädigtem Tabak und sonstigen Fabrikaten ca. 60000 bis '0 000 Mk., darunter allein an fertigen Zigarren 'ur ca. 40 00

45000 Mk. Heute Mittag rauchen noch die Trümmer der Brandstätte.

* Eisenbahn - Personalien. Der Lokomotiv - Heizer Spiker wurde zum Lokomotiv-Führer befördert, da er gestern seine Prüfung in Frankfurt a. M. bestanden hat.

* Bahnfrevel. A"f He Schienen der Lokalbahn Kahl- Schöllkrippen (Strecke AlzenauNiedersteinbach) wurden schon mehrmals von ruchlosen Händen Steine gelegt. Die Direktion der Lokalbahn hat nunmehr cuf die Ergreifung der Thäter eine Belohnung ausgesetzt.

* Immobilienverkehr. DasGasthaus zu den vier Jahreszeiten" ging zum Preise von 41 000 Mk. an Herrn Gastwirih Georg B r e i d e n b a ch (bisher imFalken") über.

* Stadttheater. Die morgige Abend-Vorstellung: L'Arronge's gemülhvoll-heiteres LustspielD er K o mp a gn o n", gehört zu den besten Stücken des beliebten Autors. Den Kompagnon spielt Herr Schwarz, Herr Gehrwann den August Voß, Herr Möbius den Bernh. Voß, Herr Krön den Winkler, Herr Monato sowie die Damen Gypen, Hannewald, Hantke. Dellmar und Rieger sind außerdem noch hervorragend beschä'tigt. Die Nachmittags- Vorstellung:DieLanoparthie nach König sie in" undWos will er? oderDie Schrippe", scheint sich als gut gewählt zu erweisen, da bereits lebhafte Billet-Nach­frage vorhanden ist.

* Parolemusik. Die Jtffanleriekapelle spielt morgen Mittag im Schloßpark folgende Stücke: 1)Reitermarich der Ukrainischen Kosaken" von Loewe; 2) Fest-OuoertnreTempel- weihe" von Keler-Dela; 3)Spanische Bettlerin", Walzer von Orth; 4)Ich nenne keine Seele mein", Lied von Aletter; 5) Potp. a. d. OperRobert der Teufel" von Meverbeer; 6)Wir von der Kavallerie", Marsch von Lehnhardt.

* Kunftinduflrie - Verein. Der am nächsten Dienstag von dem Künstlerpaar Franz und Mary Mücke ans Wien im Kunstindustrie-Verein veranstaltete Recitationsabend hat folgendes Programm: 1. Hermann Sudermann: Fritzchen (Morituri), Drama in einem Akt. (Franz und Mary Mücke.) 2. Karl Stieler: Oberbayrische Humoresken. (Franz Mücke.) 3. Heinrich Seidel: Die Musik der armen Leute. 4. Ludwig Anzengruber: Aus Wolken und Sunn'ichein. 5. C. Karlweis: Wiener GeschichteAdieu. Papa". (Mary Mücke.) Ueber einen zu Prag im deuffchen kaufmännischen Verein gehaltenen Vortragsabend des Künstler- paares schreibt das dortige Tageblatt u. A. Folgendes :Den Mitglicdern des Deutschen kaufmännischen Vereins in Prag wurde vorgestern die Bekanntschaft eines interessanten Künstler- paares vermittelt, Franz und Mary Mücke aus Wien. Gleich mit der ersten Nummer, dem DramaFritzchen" von Her­mann Sudermann, in welchem Franz Mücke die männlichen, seine Partnerin die weiblichen Rollen recitirte, wußten die Vortragenden eine große Wirkung zu erzielen; insbesondere der Schlußdialog zwischen Vater und Sohn kam in über- zeuaender Weise zur Geltung. Während in diesem glücke Mary Mücke weniger hervortreten konnte, hatte die Künstlerin, eine überaus anmuthige Erscheinung, im weiteren Verlaufe des Dortragabends um so reichlicher Gelegenheit ihr Können^ zu zeigen. Trefflich und frei von der Schablone recitirte Frau Mücke d'e Parkszene ausMaria Stuart" und trug mit reizender Pointirung die GedichteDie Musik der armen Leute" von Seidel, sowie Jür'sDat bedreuwte Waterglas" undDal's keen Kunst" vor. Aber auch Franz Mücke be­kundete in dem weiteren Programme vorwiegend humoristischen Charakters eine hervorragende Vielieiligkeit. Die zahlreiche Zuhöcerschaft ließ es an stürmischen Beifallsbezeugungen nicht fehlen." Aus dem hier Gesagten können wir wohl annehmen, daß auch wir einen gcnnßreicben Abend erwarten dürfen.

* Kurort Wilftelmsbad. Morgen Nachmittag von 4 Uhr ab findet in den Sälen zu Wilhelms­bad Konzert der Anfanterie-Kavelle Nr. 1(56 statt. Der Weg nach dem Bahnhof ist erleuchtet.

* Tiroler-Konzert. Die hier noch, in bestem An­denken stehende Original-Tiroler-Sänger-Geiellschaft, Geschwister Wilhelm aus Innsbruck, wird am Samstag den 1. und Sonntag den 2. März imDeutschen Hanse" große Konzerte geben. Näberes siehe im Jnleratentheile.

* Der GesangvereinMelomavia" veranstaltet morgen Nachmittag einen Ausflug nach Klein-Steinheim in denHanauer Hof", worauf wir ein tanzlustiges Publikum hiermit noch besonders aufmerksam machen. Beginn 4 Uhr.

* Der Sandwerkerverein Hanau veranflaltet morgen Abend 7'Uhr im unteren Laichen derCentralhalle" einen Familien- abenb, zu dem außer den Mitgliedern auch Freunde und Gönner des Vereins willkommen sind. Eintritt frei.

* Wiener Spitze. Morgen Sonntag wird Herr Chr. Grimm . seine Straft in den Dienst des heitere Zerstreuung und amüsante Unterhaltung suchenden Publikums auf derWiener Spive" stellen und es dürften den Beuichern wohl wieder recht vergnügte Stunden in

VarieteStadt Bremen^. Morgen Nachmittag und Abend finden zwei Vorstellungen bei freiem Eintritt statt, für btc ein recht guter Besuch wohl umkomehr erwartet toerden kann, da trotz desbilligen" Entrees ein sehr gebicteneS und vorzügliche Unterhattung garanttrendes Programm geboten werden toirb. Außer dem rühmlichst bekannten Humoristen Herrn Furk werden die Soubrette Fräul. W a l dnit, das am vorigen Sonntag so stürmische Lachcrfotgc er­zielende Duettistenpaar Geichw. Camerello u. A. austreten.

* Siugspielhallt Brauerei Dörr. Das bei den morgigen Vorstellungen auftretende Ensemble mirb ausnahmsweise nur aus Damen bestehen und es ist zu hoffen, zumal dies meistens gute Kräfte sein sollen, daß den Besuchern einige wirklich amüsante Stunden be­reitet werden.

* 's-

Die städtische Bibliothek

Bangertstraße 2, erster Stock, ist Sonntags, Mittwochs und Samstags von 11 bis 1 Uhr zur kostenfreien Benutzung für das Publikum geöffnet.

Gesammtkataloge sind zu 1.20 Mk., die neuesten Nachttäge Nr. 15 und 16 zu je 20 Pfg. in der Bibliothek zu haben.

Aussicht stehen.

Die heutige Stummer umfaßt außer dem Unterhattuugsblatt 12 Seite«.

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<v> Langenfelbold, 21. Febr. (Obstbauverein.) In der gestern im Gasthauszum Adler" hier abgehaltenen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, mit Rücksicht auf die meist ungünstigen Resultate bei der Frühjahrspflanzung und weil sich nur ein geringes Bedürfniß hierfür zeigte, für dieses Jahr ganz davon abzusehen. Es wurde dagegen allseitig für zweckmäßig erachtet, in den nächsten Monaten recht sorgsam die Pläne für die Herbstpflanzung vorzubereiten, gute Bezugs­quellen für Bäume und Materialien auszumachen, sich über die zu wählenden Obst'orten, Standorte der Bäume schlüssig zu machen, um so dann im Oktober wohlvorbereitet die Herbstpflanzung zu beginnen. Nachdem inzwischen nun be­kannt geworden ist, daß gelegentlich der Zusammenlegung hier geplant war, den breiteren Feldwegen und Straßen entlang Bäume zu pflanzen, wofür bereits die Standorte angegeben waren, soll auch nicht versäumt werden, diesen Plan jetzt möglichst zu verwirklichen. Das Bestreben des Vereins wird sich darauf zu richten haben, die betreffenden Planbesitzer zu veranlassen, entweder selbst oder durch den Obstbauverein an den für passend erachteten Stellen Bäume zu pflanzen. Da es sich hierbei indeß um über 1000 Bäume mit den nöthigen Stangen, Schutzgittern handelt, ganz abgesehen von den Kosten für das Setzen der Bäume, so wird sich zur Förderung der Angelegenheit, um den ohnehin meist schon belasteten Plan­besitzern hier nicht plötzlich große Ausgaben aufzubürden und doch eine gewiß segensreiche Einrichtung zu treffen, nicht um­gehen lassen, die nöthigen Geldmittel vielleicht in Form eines Darlehns bei der Kreiskasse zn entnehmen und durch Raten­zahlungen der Bezieher an den Obstbauverein von diesen nach und nach wieder zurückzahlen zu lassen. Hoffentlich schließen sich nun auch sonst noch recht viele Mitglieder mit Baum- rc. Bestellungen an, um nächsten Herbst gleich mit einer impo­santen Pflanzung beginnen zu können. Geplant ist, dieselbe durch hiesige Arbeiter unter Aufsicht der beiden Obstbaumwärter des Vereins möglichst billig aber vorschriftsmäßig ausführen zu lassen; gleichwohl soll es auch Jedermann freistehen, seine Bäume selbst zu pflanzen und zu pflegen. Bei der weiter vorgenommenen nochmaligen Durchberathung der Statuten wurde geltend gemacht, daß sich ohne Beiträge der Mitglieder auch bei sparsamster Haushaltung der Zweck des Vereins nicht erreichen läßt, und deshalb einstimmig beschlossen, vom 1. Januar er. ab vierteljährlich 25 Pfg. regelmäßigen Mitgliedsbeitrag zu erheben. D'e so aufkommenden Mittel sollen in erster Stelle zur Bestreitung der Ausgaben des Vereins und dem­nächst zur Einrichtung einer für die Mitglieder kostenfreien Beaufsichtigung und Behandlung der neugepflanzten Bäume durch die beiden Baumwärter hier während der ersten 3 Jahre nach der Pflanzung dienen. So wird auch für die im Obst bau weniger bewanderten Mitglieder eine richtige Pflege der gepflanzten Bäumchen )c. gesichert sein.

G. Fechenheim, 21. Febr. (Neues Posigebäude.) Die Herstellung eines neuen Postgebäudes in Fechenheim ist von den zuständigen Behörden genehmigt worden. Als Bau­platz ist das Klee'sche (früher Lapp-Sieber'iche) Grundstück be­stimmt. Herrn Maurermeister Martin Sch a ck hierselbst wurde die Errichtung des Gebäudes übertragen.

:§: Grostauheim, 22. Febr. Von den Vereinen Groß- auheims wird der GesangvereinFröhlichkeit" den Festreigen für dieses Jahr eröffnen, indem derselbe am 7., 8. und 9. Juni b. I. sein Fahnenweihfest begeht. Die Vorbereitungen dazu, von rührigen Händen betrieben, sind vollauf im Gange. Wünschen wir, daß alle getroffenen Vorkehrungen mit dem besten Erfolge begleitet sein mögen. Besitzer von Karoussels, Schaubuden rc., die beabsichtigen, einen Stand auf dem günstig gelegenen Festplatze einzunehmen, können sich beim Vorstände vorgenannten Vereins jederzeit melden.