Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag» Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Einrücknngsgcbühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. cv. Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanan

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. S ch r e ck e r in Hanau.

VtT« 18 Bezkrks-Fernsprechanschlnß Nr. 98.

Mittwoch den 22. Januar

Bezirks-Fernsprecharrschluß Nr. 98.

1902

Amtliches

Landkreis hanau.

Zelanntmachunsten des Königl. Landrathsamtes.

Frau Marie Rumpf aus Mittelbuchen hat sich daselbst als freipraktizirende Hebamme niedergelassen.

Hanau den 18. Januar 1902.

Der Königliche Landrath.

V 448 v. Schenck.

Nach Lit. C der spanischen Verordnung vom 25. Sep- teinber 1897, abgedruckt im deutschen Handelsarchiv von 1897, Bd. I S. 862 ff., sind die Ursprungszeugniffe für uach Spanien heftimmte Waarensendungen in «panischer oder französischerSprache auszustcllcn. Bei Ausstellung in anderen Sprachen sind sie in Spanien durch vereidete Dolmetscher oder die anderen a. a. O. bezeich­neten Personen ins Spanische zu übersetzen. Nach Lit. D daselbst ist solche Uebersetzung auch dann erforderlich, wenn die Ursprungszeugnisse in der Sprache des Ursprungslandes und außerdem in spanischer Sprache verfaßt vorgelegt werden, in- oem die spanische Uebersetzung des Herkunftslandes alsdann als nichtig betrachtet wird.

Bei dieser Rechtslage entstehen dein deutschen Ausfuhr­handel nach Spanien unerwünschte, seine Wettbewerbfähigkeit beeinträchtigende Weiterungen und Kosten, wenn die Be­scheinigung des Ursprungszeugnisses durch die inländische Polizeibehörde davon abhängig gemacht wird, daß dasselbe in deutscher Sprache abgefaßt ist.

Die Polizeibehörden werden daher hierdurch ermächtigt, Ursprungszeugnisse in spanischer Fassung zu bescheinigen, wenn ihnen daneben eine deutsche Uebersetzung des zu be­glaubigenden Zeugnisses vorgelegt wird, welche aber der Waarensendung nicht beizufügen ist.

20.

Berlin den 17. Dezember 1901.

Der Minister des Innern. Der Minister für Handel u. Gewerbe.

J. V.: I. V.:

Bischoffshausen. Lohmann.

Vorstehender Erlaß wird den Polizeibehörden des Kreises zur Nachachtung in vorkommenden Fällen mitgetheilt.

Hanau den 9. Januar 1902.

Der Königliche Landrath.

V 285__________________v. Schenck._________________________

Gefundene und vertvrcnc Gegenstände rc.

Gefunden: 1 großer Hundemaulkorb. 1 Kontobuch für Herrn Oefner.

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 22. Januar.

Ergebniß der städttsche» Fleischbeschau

in

tt Jahre 1901.

---

§ s J Z K G

Geschlachtet:

1122 1674 671 11352 520-12085 2' 5 22115

Beanstandet:

197 501 75 491 43] 454 | 1761

Grund der Beanstandung:

Tuberkulosis

167 408 64 356 16 1 -- 1012

Aktinomykosis .

6 4 3-- 18

Nachlauf. . .

Finnen . . .

2--2

6 6 3--- 15

Andere Parasiten

«

7 55 3 72 445--oS2

Abscesse u. Entzündung.

mit Eiterbildung . .

10 15 1 6 9 5-- 46

Einfache Entzündung .

j 10 1 46 13 2-- 73

Bmneneber . .

8--8

Magerkeit, starke

- 2 1--3

Gelbsucht . .

12---3

Unreife . .

1---1

Blutungen, auSgebreitete

2---2

Rochschlachtung nach

^chwergeb. .

<

1--1

Davon wuri

>en der Freibank über miesen:

Ursache:

Ochsen

Kühe Rinder ^^>- Kälber ^ | ^

Tuberkiilosis .

8

49 5 32 2 96

rinnen . . .

6

6 3 - - - 15

Rothlauf . .

.

_ 2 2

Sonstige Krank-

heiten. . .

1

5 7 6 1 20

Sa.

15

60 8 41 | 8 1 133

Vernichtet wurden:

Ursache

^Ochsen

Kühe

Rinder

Schwei­ne

Kälber

Häm­mel

Sa.

Tuberkulosis

2

20

3

40

2

67

Andere Krank­heiten

1

1

1

3

2

8

Summe

3

21

3

41

5

2

75

Außerdem wurden vernichtet 2583 einzelne Organe von Schlacht­thieren, deren Fleisch zum freien Verkauf zugelassen wurde.

Ergebniß der Beschau des hier eingeführten frischen Fleisches von auswärts geschlachteten Thieren.

Grund und Zahl der Beanstandungen

Des cingesühr- ten Fleisches

1s

H

&

®

s

Z s

Art

Zahl

Viertel von Pferden Viertel von

Ochsen

Viertel von

Kühen

Viertel von Rindern Bratenstücke 'Rindszungen

Geraupe

Sülzen einzeln Kalbslungen Hälften von

Schweinen Hälften von

Kälbern Hälften von

Hämmeln Hälften von

Ziegen

Hälften von

Lämmern Kalbsrücken mit Keulen Hammelsrück.

mit Keulen Einzel. Fleisch­stücke f. Wirthe

18

3

1088

148

1331

956

3514

1175

213

1014

47

33

49

404

17

1

261

6

1

43 Lungen

12 Lebern

sl Sülze

2

1

1 Lunge

1

Lunge

2

2

6

11

1

2

9

1

10

6

2

2

6

* Landtagsersatzwahl in Frankfurt a. M. Gestern Nachmittag fanden die Ersatzwahlen von Wahlmännern für die Landtagsersatzwahl statt. Es waren 299 Wahlmänner zu wählen. 10 Wahlen kamen nicht zu Stande. Im Uebrigen wurden 172 demokratisch-fortschrittliche und 117 nationalliberale Wahlmänner gewählt. Von den aus der Hauptwahl verbliebenen Wahlmännern hatten 338 für die demokratisch fortschrittlichen, 281 für den nationalliberalen Kan­didaten gestimmt, sodaß danach die Ersteren über 510, die Letzteren über 398 Wablmänner verfügen würden, vorausge­setzt, daß die früheren Wahlmänner ihre Stimme in demselben Sinne abgeben werden wie bei der Hauptwahl. Das Zen­trum trat für die Nationalliberalen ein, während die Sozial- demokroten die demokratisch-fortschrittliche Liste unterstützten.

* Werthzoll auf geschliffene Diamanten. Wie schon an dieser Stelle ausgeführt, haben einige hiesige Dia- mantschleifereien eine für Einführung eines Werthzolles auf geschliffene Diamanten plaidirende Eingabe an das Reichsamt des Innern gerichtet. Eine gestern Abend abgehaltene Ver­sammlung der Diamantschleifer, in der auch einige Arbeitgeber erschienen waren, beschäftigte sich ebenfalls mit dieser Angelegen­heit und beschloß nach längerer Debatte mit 44 gegen 19 Stimmen eine Resolution zu Gunsten der Einführung eines solchen Zolles auf geschliffene Diamanten.

* Eine Untersuchungskommission, von der Militärbehörde entsandt, weilte vor Kurzem in Urberach. Wie seiner Zeit berichtet, kamen im letzten Herbste während der großen Einquartierung sehr bedenkliche Exzesse dort vor. Es ist sehr bezeichnend, daß der am stärksten Beschuldigte, ein gewisser Seib von Urberach, spurlos verschwunden ist. Wie man hört, ist derselbe nach-Amerika geflüchtet.

* Stadttheater. HartlebensRosenMontag" wurde soeben durch den Wiener Grillparzer-Preis ausgezeichnet. Das fesselnde Drama hat dieser Tage in Offenbach durch die glänzende Darstellung unseres Ensembles den größten Erfolg gehabt.

* Mainzer Karneval. Der alte karnevalistische Geist, welcher gedroht hat, einzuschlafen, ist wieder in Moguntias Mauern 31t neuem Leben entfacht worden. Es ist dem neuen Komitee gelungen, sich in seiner aufs höchst originellste und imposanteste dekorirten Narrhalla (Stadthalle) eine vieltausend­köpfige Schaar von Narhallesen zu sammeln und die erste Herrensitzung sowie die Damensitzung waren ein SiegeSzug von Anfang bis zum Ende. Kommenden Freitag, 24. Januar, abends 8 Uhr 11 Min., findet in der Narrhalla (Stadthalle) die zweite große Herrensitzung statt, die sicherlich, wenn es in der Möglichkeit liegt, noch die erste Sitzung an Glanz über­strahlen wird, da neben den jungen auch die alten Redner die Tribüne besteigen werden. Am Samstag den 25. Januar findet in der Stadthalle großer Maskenball statt; mit großer Spannung sieht man dieser Veranstaltung entgegen, da es an Überraschungen aller Art nicht fehlen wird. Es ist dies, nebenbei gesagt, nur noch der einzige vor Fastnacht. Am 2. Februar wird um 5 Uhr 11 Min. die Fremdensitzung be­ginnen. Dieselbe wurde auf 5 Uhr 11 Min. angesetzt, damit es dem auswärtigen Publikum vergönnt ist, der Sitzung bis zum Ende beizuwohnen. Diese Fremdensitzung wird die einzige in dieser Saison sein und werden schon heute Vorbe­reitungen getroffen, damit dieselbe an Großartigkeit und Glanz alles bisher Dagewesene übertrifft, und um den Fremden zu zeigen, daß Mainz noch auf dem Gebiet des Karnevals an allererster Stelle marschirt.

* Silberne Hochzeit feiern heute die Eheleute Ludwig Kurz und Frau (Nordstraße 7).

* Diebstahl. Aus einem Neubau am Westbahnhof wurden etwa 24 Meter Abfallrohr aus Zink gestohlen.

* Von Krumpfen befallen lag gestern Abend nach 9 Uhr ein Mann in der Nürnbergerstraße. Der Kranke, ein auf der Wanderschaft befindlicher Gymnastiker Man teufet aus Berlin, wurde mittelst des an Polizeistelle befindlichen Trans­portwagens nach dem Landkrankenhause gebracht.

* Billiger Rehbraten. Der städtische Steuerkontroleur H a g e m a n n bemerkte gestern Abend an der Wilhelmsbrücke einen den Weg nach der Stadt einschlagenden Mann, der einen Sack mit jedenfalls verdächtigem Inhalt trug. Als der Beamte den Maun anhielt, warf Letzterer den Sack von sich und entfloh. In dem Sacke befand sich ein feister Rehbock.

" Unverfroren. Ein hier in Stellung gewesener, jedenfalls mit großer Fingerfertigkeit begabter Friseurgehilfe benutzte die den Kunden beim Anlegen des Ueberziehers ge­währte Hilfe dazu, die Taschen dieser Kleidungsstücke um die in denselben aufbewahrten Geldstücke zu erleichtern. Es konnten ihm einige Fälle nachgewiesen werden.

* Stiftungsfest. Aui letzten Sonntag hielt der «nischerverein ^Germania" in den Lokalitäten zurSchwedischen Krone" sein 8. Stiftungsfest ab. Genannter Verein hat es sich auch diesmal ange­legen sein lassen, seinen Brüchern durch ein reichhaltiges Programm einige angenehme Stunden zu bereiten. Gesang, Musik, Soli, Hu- monstlsche Vorträge wechselten in bunter Reihenfolge. Die Sänger- abtheilung des Kutschervercius brächte einige Chöre klangschön zumVor- trag. Herr J. Klüh erfreute durch einige Baritonsoli. Das hu- moristlsche Fach hatte in den Herren Herkert und Kleinhanus würdige Vertreter gefunden, und die Musikstücke mürben von der Z,eutner'schenKapelle exakt zumVortrag gebracht. Nach Beendigung des Programms wurde ein Tänzchen arrangirt und somit den Tanz­lustigen zu ihrem Rechte verhaften. Küche und Keller des Herrn Stett n er boten Vorzügliches, so daß man sich bei vorgerückter Mor­genstunde mit dem Bewußtsein trennte, bei dem Kntschcrverein einen schönen Abend verlebt zu haben.

0 Tanzschüler-Ball. Der am Samstag den 18. Januar in den Sälen zurCentralhalle" arrangirte Tanzschüler-Ball des Herrn Söhnlein verlief in schönster Weise; alle, auch die schwierigsten Tänze wurden in tadelloser Weise ausgeführt, ein Beweis, daß Hm Tanzlehrer F. Söhnlein sein Fach versteht, wovon alle Schüler und Schülerinnen schon lange überzeugt sind. Alle Anwesenden toaren er­staunt über die Darbietungen imb gingen mit dem Bewußtsein nach Hause, daß etwas geleistet wurde, was nur durch fachmäßige Ein- studirung zu Wege gebracht werden kann.

* Gaslichtstärke.

Gaslichtstärke

in der Zeit vom 1.

bis lo. Januar

1902:

Deutsche Vereinskerze, w einer Licht,

2.

Januar

Abends

615

Uhr

T-

20,6

24,go

3.

H

ff

630

u

20,7

24,84

4.

II

f(

230

11

20,5

24,60

6.

11

II

7

f/

20,5

24,60

7.

V

5

11

20,9

25,08

8.

11

ff

7

H

XX

21,2

25,44

, 9.

n

II

630

II

21,0

25,20

11.

ff

w

6"

ff

XX

20,7

24,84

13.

ff

II

680

ff

21,2

25,44

14.

ff

ff

615

ff

XX

20,5

24,60

15.

II

ff

62e

20,5

24,60

Mithin durchschnittlich 20,r 24,89