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Erstes Blatt.

anauer

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General-Anzeiger

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Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespalten« Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., v. im Neklamentheil die Zeile 25 Pfg^

für Auswärts 35 Pfg.

-«druckt und verlegt in der Buchdruckern deZ verein, ev, Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke* in Hanau,

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Nr. 2 6 9. Fernsvrecf'anlbluß Nr. 605. Mvntaq den 17. November Fernsprechanschluß Nr. 605. 1902

Amtliches.

Bekanntmachung»

Zum Zwecke des Ausbaues der sogenannten Dörnersgasse zu Bergen, Landkreis Hanau, sind die nachbezeichneten Grund­stücke zu enteignen:

Gemarkung Bergen

1. Kartenblatt Z Parzelle 7^ die Hofgärten, in Große löoi

von 2 ar 22 qm,

2. Von Kartenblatt Z Parzelle 1833, daselbst, in Größe von 7 ar 89 qm,

die abgemessene Fläche von 48 qm.

Von dem Herrn Regierungs-Prästdenten zum Enteignungs- lwmmistar ernannt, habe ich zur kommissarischen Verhandlung mit den Betheiligten, zur Feststellung der Entschädigung für die zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsge-eyes vom 1L Juni 1874 Termin auf Mon­tag den 24. d. Mts., vormittags 11 Uhr, Zu­sammenkunft auf dem Bürgermeisteramte zu Bergen, anbe- raumt. Zu dielem Termine werden alle Betheiligtm gemäß 8 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.

Diele Ladung erfolgt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne deren Zuthun die Entschädi­gung festgestellt und wegen deren Auszahlung oder Hinter­legung verfügt werden wird.

In dem Termin ist jeder an dem zu enteignenden Grund­stücke Berechtigte befugt zu erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigung, sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrzunehmen.

In dem Termin hat der Grundeigenthümer auch seine etwaigen Anträge auf vollständige Uebernahme eines theilweise in An pruch genommenen Grundstücks anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig.

Im Falle der Notwendigkeit einer örtlichen Besichtigung der zu enteignenden Flächen wird diese sofort vom Termin­lokale aus vorgenommen werden.

Cassel den 13. November 1902.

Der Enteignungskommissar.

v. E s ch w e g e. 19944

Candkreid Danau.

Bekanntmachungen des Königl. Landrathsamtes.

Nach einer Mittheilung des I. Bataillons Infanterie-Re­giments Hessen-Homburg Nr. 166 findet das in Nr. 266 des Hanauer Anzeigers" für 1902 veröffentlichte Schießen der

Feuilleton.

Hammer Stadtthcater.

Hanau, 17. November.

Auf dem Gebiete der Bühnendichtung hatte unsere Bühne an den beiden letzten Theaterabenden recht hübsche Ersolae zu verzeichnen und zwar am Freitag mit der Wiederaufnahme des älteren Lustspiels Comteß Guckerl" von Schönthan und Koppel-Ellfeld und gestern Sonntag mit der Erstaufführung des neuen DreiaktersIm buntenRock", ebenfalls von Schönthan. diesmal in Verbindung mitFrhrn.v Schlicht. DerMann großer litierarischer Erfolge ist Schönthan nicht, die Anläufe dazu sind ihm nicht gelungen, aber er versteht es wie kaum ein Zweiter, dem Bedürfniß nach leichter und gefälliger Unterhalt» g gerecht zu werden, er kennt den Geschmack des Publikums und folgt der Mode des Tages. So hat er, mit Comteß Guckerl beginnend, den deutschen Bühnen eine Reihe von Stücken gegeben in der geschickten Voraussetzung, daß die bunten Äußerlichkeiten der Kostüme einer vergangenen Zeit schon einen Theil des Erfolges in sich tragen. Diese Sachen bilden heute einen wesentlichen Bestand des Lustspielrepertoirs und wenn sie eine gefällige und flotte Wiedergabe, wie die Aufführung vom Freitag sie zeitigte, erfahren, werden sie noch weiter eine Quelle des heiteren Genusses vlcibcn. In der Novität von gestern kehrt Schönthan zn den liebge- wordenen Figuren zurück, die ihm seine ersten unbestrittenen Erfolge brachten, zu den preußischen Leutnants.Der bunte Rock" hat nicht nur im wirklichen Leben seine große Anziehungskraft, auch auf der Bu.ine ist er von ganz bc'onderer Wirkung, und das Thema von dem ueoenswurdlgen schneidigen Leutnant wir» von den heutigen Lust piel- Sichlern mit großer Vorliebe ausgebeutet, in allen seinen Arten und Abarten variirt. Freilich, den preußischen Offizier, wie ihn einst >estina auf die Bühne stellte, wird man in unserer modernen Lust- Wlelslltteralur vergeblich suchen müssen. Der Held des neuen Lust-

ist ein flotter Husarenleutnant, liebenswürd g unb ritterlich, der einer hübschen und reichen Amerikanerin den Hof m'cht und deren s . H°?^. ^ erringt. In diese recht einfache Handlung bringt oas bunte militärische Leben und Treiben die nöthige Abwechselung und wenn Schönthan für den flotten Ausbau des Stückes sich erfolg­reich bemühte, so wird man wohl Freiherrn von Schlicht das Verdienst zmprechen können, durch die eingefügten Militärhumoresken den wesent­lichen -vheil zum fröhlichen Erfolge beigetragen zu haben. Denn einen helleren und fröhlichen Erfolg hatte das Lustspiel; man freute sich,

beiden Bataillone des Infanterie-Regiments Hessen-Homburg Nr. 166 im Gelände bei Bsschofsbeim nicht am 18., 20., 21. und 22., sondern am 21., 22., 24. «Nd 25. Novemhev d. As. statt.

Hanau den 15. November 1902.

Der Königliche Landrath.

M. 5459 I. A.: Valen 1 iner, Reg.-Assessor.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich, etwaige Ansprüche auf FamUien-Unterstiitzurrgen für die Familien der zu militärischen Dienstleistungen einberufen gewesenen Mann­schaften des Beurlaubtenstandes, durch Vorlage der Empfangs­bescheinigungen umgehend hier anzumelden.

Hanau den 15. November 1902.

Der Königliche Landrath.

A 4846 v. Beckerath.

Hue Stadt und Cand.

Han-N, 17. November.

* Jltftlzpersonalien. Ernannt der Gerichts-Assessor Dr. für. Freytag in Spangenberg zum Amtsrichter daselbst.

Hanauer Geschichtsverein. Der Geschichtsverein hat in der letzten Zeit wieder eine Reihe von Zuwendungen erhalten, die hier aukgeiührt sein mögen. Zunächst sei die Stadtverwaltung erwähnt, welche eine bedeutende Parthie Pa­piere aus der Landesschulden-Kreditkaffe und auS der Hanauer Allgemeinen Wittwen- und Waisenkoste dem Verein überwiesen hat. Ferner haben folgende Private Geschenke gemacht: Herr General-Agent E. F. Wagner: Zwei Bürgergarde- Säbel und vier kurhessische Stempelmarken. Frau Ww. Louis Iass 0 y: Ein Gewehr mit Bajonett und PerkulsionSschloß, ein Säbel in Scheide mit Metallbeschlag, drei Patrontaschen mit Lederwerk. Herr Bernhard Scherf: Ein großes ge­rahmtes Bild mit den Portraits der Offiziere vom 82. In­fanterie-Regiment, welche 1870 von hier ausmarichirt und im Feldzuge gefallen sind. Die A l b e r t i' sche Hofbuchhandlung (Clauß u. Feddersen): Fünf farbige Lithographien, Ansichten von Hanau, Steinheim und Philippsruhe darstellend. Frau Müller geb. Netz: Zwei Offizier-Epauletten der Bürger­garde. Herr Karl Hirn, Chemiker: Ein T'chako mit Haar­busch, ein Unteroffizier- und ein Offizier-Säbel, zwei Epau­letts für Offiziere, zwei Epauletts für Gardisten, zwei Arm­binden, drei Portepees, eine Parthie Knöpfe und ein Wappen für Patrontasche. Fräulein Auguste L a m b e r t: Eine kolorirte Darstellung der Fahnenweihe in der JohanniS- kirche am 3. April 1831,1Fahnen-Walzer" für Pianoforte;

1 Epheu-Blätter:Weihe der Fahne", beschrieben von Ziegler. Die Herren Gebr. Voltz: Einen silbernen Säuremeffer in

die alten Bekannten wiederzufinden, und sie waren ja alle da, der ritterliche General, der liebenswürdige Schwerenöther eines Leutnants, der drollige Bursche, der allbekannte Lustspiels» iter, der herunterge­kommene Assessor, der selbstbewußte Backfisch, die Köchin und ihr Unter­offizier u. f. w.. alle die bekannten und vertrauten Luäspieltypen, die sich hier in den drei Akten zu einer recht bühnenwirksam gestalteten Handlung wieder zusammenfanden. Seinen lustigen Erfolg verdankte das Stück hier der flotten Wiedergabe unter der Regie des Herrn Schwarz; auch kein Leutnant, Viktor von Hohenegg, war mit dem liebenswürdigsten lebenskräftigsten Humor gestaltet. Frl. Toran wirkte als Miß Anny Clarkon ganz reizend voll gewinnender Liebens­würdigkeit und munterer Laune. Herr I u n g k als gutmüthiger Vater und Herr Becker als Hans führten ihre Parthien recht wir­kungsvoll durch. Als Paul von Gollwitz zeichnete sich Herr Retz- bach durch gewandtes nur flottes Spiel aus und Frl. Leoni war als Betty recht nett. Mit gutem Humor verkörperte auch Herr Nygrin den Sergeant Krause und Frl. Weh n a!s Minna war am Platze. Auch die übrigen stotteren Rollen wurden gut wiedergegeben.

Frankfurter Theater - Repertoir.

Opernhaus. Dienstag, 18. Novbr.:Undine". Gew. Preise. Mittwoch, 19.: Geschloffen. Donnerstag, 20.: Tristan und Isolde". Große Preise. Freitag, 21.: Vor­stellung bei ermäßigten Preisen:Martha" oderDer Markt zu Richmond". Samstag, 22.:Dornrötchen". Große Preise. Sonntag, 23.:Die Meistersinger von Nürn­berg". Große Preise. Montag, 24.: Vorstellung bet er- mäß'gten Preisen:Die Geisha".

Neues Schauspielhaus. Dienstag, 18. November: Faust", I. Theil mit Prolog im Himmel. Gew. Preise. Mittwoch, 19.: Geschloffen. Donnerstag, 20.: Vorstellung bei kleinen Preisen:Die zärtlichen Verwandten". Freitag, 21.: Zum ersten Male:Das Theaterdorf". Gew. Preise. Samstag, 22.:DaS Theaierdorf", Gew. Preise. Sonntag, 23., nachmittags 3'/» Uhr:Alt-Heidelberg". Kleine Preise. Abends 7 Uhr:Es lebe das Leben". Gew. Preise. Montag, 24.:Wallenstein's Lager". Hierauf: Die Picco- lomini". Gew. Preise. Dienstag, 25.:Das Theaterdors". Gew. Preise.

Holz-Futteral aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Herr Emil Gerlach: Ein Paar Offizier-Epauletts' von der Bürger­garde. Herr Ludwig Limbert: Ein Basalt-Gewichtstein, in seinem Garten gefunden. Herr Professor M. Wiese: Ein von ihm gemaltes Aquarell-Kostüm-Bild: Hanauer Bürger­gardist von 18341848. Herr Jean Siebert (Vorstadt); Vier gerahmte Kupferstiche, darstellend Kurfürst Wilhelm I. und Gemahlin und Kurfürst Friedrich II. mit Gemahlin; zwei Silhouetten, darstellend den Mühlarzt Herrn IeanSiebert u. Frau; eine Zündmaschine, ein Zuavm-Hau-Bajonett und ein fran­zösisches Reiter-Pisiol von 1870/71. Herr Wilhelm Wörner (in Firma Gg. Ph. Wörner): Ein Säbel, ein Tschako und zwei Gewehre von der Bürgergarde. Herr Heinrich Gel haar (schon früher): Ein Dreimaster, ein blau-weißer Federhut, zwei Masors-Epauletts von der Bürgeraarde. Derselbe fowie Herr Karl Helbig, Agent und Herr Christian Gouze: bedeu­tende Parthieen Drucksachen und Akten die Bürgergarde und auch anderes betreffend. Herr Prof. Rühl, Prof. an der Universität Königsberg (ein geborener Hanauer, Sohn deS früheren Ober­bürgermeisters) drei Loose von 1848. Herr Wilhelm Weider: fünf römische tönerne Gebrauchsgegenstände, zwei Säbel, ein Gewehr mit Perkussionsschloß nebst zugehörigem Bajonett, hergestellt 1848. Herr Ludwig Reuß und Herr Iahn, Beamte der Ortskrankenkasse, Ersterer zwei Jahr­gänge des Main- und Kinzigboten, ein Autogramm, der Zweite ein Zeitungsblatt von 1802. Zur Schaustellung überwiesen wurde dem Verein durch den Turnverein Hanau der Tambour- Major-Stock der Bürgergarde in vorzüglichem Erhaltungs­zustände. Allen freundlichen Gebern sei für das liebens­würdige Entgegenkommen, das sie Herrn Baurath Thyriot, dem Konservator der Hanoviensen bewiesen haben, der herzlich- Dank des Geschichtsvereins ausgesprochen. Anschließend an den Vortrag des Letzteren über die Hananer Bärgergarde, über welchen schon in Nr. 262 dieses Blattes berichtet worden ist, mögen noch einige Anekdoten hier Platz finden, die an jenem Abende erzählt wurden. Herr Baurath selber erzählte daS Abenteuer des Gardisten, der im Feuer exerziren sollte. Er hatte mit allen Anderen geladen, aber auf das Kommando Feuer!" sprang er plötzlich nach hinten aus dem Gliede heraus. Von dem die Uebung leitenden Offiziere befragt, warum er so handelte, gab er zögernd zur Antroort, sein Ge­wehr sei früher bei einer ähnlichen Uebung einmal geplatzt. Er habe eS zwar durch den Klempner wieder gut verlöthen lasten, er fürchte aber doch, daß ein ähnliches Schicksal wieder pastiren könnte. Die Signale und Märsche, überhaupt alle Mufik- stücke dürften denen des regulären Militärs in nichts gleichen, und so hatte man zu fremden gegriffen, welche, wie Herr Pfarrer Junghans mittheilte, französischen Ursprungs waren. Unter anderen war ein Marsch dabei, der gerne gespielt wurde, und dem die liebe Straßenjugend einen deutschen Text unter-

Die Völker der Erde. Eine Schilderung der Lebms- weise, der Sitten, Gebräuche, Feste und Ceremonien aller lebenden Völker von Dr. Kurt Lampert. Mit etwa 650 Abbildungen nach dem Leben. Lieferung 1718. (Stutt­gart, Deutsche Verlagsanstalt.)

Mit den soeben ausgegebenen Lieferungen 17 und 18 liegt der erste Band des schon mehrfach von uns besprochenen Werkes abge­schlossen vor. Es verspricht nach gänzlicher Vollendung eine im besten Sinne populär gehaltene und mgleich dem heutigen Stand der Wissen­schaft vollauf entsprechende Völkerkunde zu werden, die bisber noch fehlte. Die anschauliche und anregende Darstellung Lamperts wird durch eine Fülle von charakteristischen, durLaus lebenswahren Illustra­tionen von künstlerischer Vollendung ergänzt. Der erste nunmehr fertige Band, für den die Verlagshandlung auch eine geschmackvolle Einband­decke in braunrother Leinwand mit Gold- und flarbendruckpressung zum Preise von M. l.bO berstellen ließ, geleitet den Leser von den Völkern der Südsee und der malaischen Archipels nach China, Japan und den übrigen Ländern OstaflenS, von da nach Indien und über Persien, Turkestan und Sibirien zu den Kaukasusgebieten. In den beiden zulerst erschienenen Lieferungen folgen Armenien, Kleinasien, Meiopo-amien, Syrien und Palästina, während die Stämme der ara­bischen Halbinsel den Schluß bilden. Die Anschaffung dieses gediegenen, empfchlenslverthen Prachtwerkes wird durch den billigen Preis der einzelnen Lieferung (60 Pfennig) auch weiten Kreisen möglich gemacht.

Als Haushaltttngs-Kalender 1903", ihrer Kund­schaft gewidmet von der Liebig's Fleisch-Exiract-Kompagnie, präsentirt sich ein n'uer Jahrgang des seit längerer Zeit bei unzähligen Hausfrauen so beliebten Werkchens. Es erscheint gleich seinen Vorgängern in eleganter äußerer Gewandung/ würdig eines Plätzchens auf dem Damenschreibtische. Der In­halt bietet außer dem gewöhnlichen Kalendarium nebst Zubehör und einer Menge Bilder, theils in Buntdruck, reichlich Raum für Notizen, die gleichfalls von Künstlerhind mit hübschen Kopfleisten geziert sind. Es folgt:Toujours perdrix", ein Kapital znr Ernährungsfrage von Dr. med. H. E. Brendel, das jede gebildete Dame mit hohem Znterste lesen dürfte,; endlich der sogenannte Wochen-Küchenzettel nebst dazu gehörigen Kochrezepten. Das Buch vereinigt praktische Nützlichkeit mit vornehmer Erscheinung, so daß es der freundlichen Aufnahme' jedenfalls nicht ermangeln wird.