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Erdrückt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev.

General-Anzeiger.

Amtliches AM für Stadt- und Landkreis Kann«.

Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: H. Schrecker in Hanau,

Nr. 240.

Fernsprechanschluß Nr. 605.

Dienstag den 14. Oktober

Fernsprechanschluß Nr. 605

1902

Amtliches

Stadtkreis Danau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.

Bekanntmachung.

Das neuaufgestellte Verzeichniß der landwil'lhschaft- lichen Unternehmer hiesiger Stadt liegt von Mittwoch den 15. Oktober d. Js. bis einschließlich Dienstag den 28. Oktober d. Js. zur Einsicht der Betheiligten im städt. Arbeitsamt, Langstraße 41, offen.

Die Betriebsunternehmer können gegen die Aufnahme oder Nichtaufnahme ihrer Betriebe in das Verzeichniß sowie gegen die Veranlagung und Abschätzung ihrer Betriebe binnen einem Monat, vom 29. Oktober d. Js. ab gerechnet, bei dem hiesigen Stadtausschuß als Sectionsvorstand Einspruch erheben.

Hanau den 13. Oktober 1902.

Der Oberbürgermeister.

Dr. Gebeschus. 17768

Anleihen der Stadt Hanau.

Ziehung am 30. September 1902. Auszahlung am 31. März 1903.

I. Anleihe vom 30. September 1880 (Privi­legium vom 30. Juni 1880 I. Reihe) zu 4°/o XXII. Ziehung.

Lit. A Nr. 68, 76, 125, 131, 145 ä 1000 Mk.

B 13, 67, 129, 166, 226, 270, 277, 336 ä 500 Mark.

C 62, 98, 112, 114, 164, 348, 422, 441, 493, 543, 735, 764 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. B Nr. 332 ä 500 Mk. und C Nr. 276 ä 200 Mk.

II. Anleihe vom 1. April 1888 (Privilegium vom 30. Juni 1880 II. Reihe) zu 31 /2°/0 XIII. Ziehung. Lit. A Nr. 33, 51, 122 ä 1000 Mk.

B 66, 81, 91, 219, 253, 304 ä 500 Mk.

C 9, 352, 438, 456, 491, 588, 669, 683, 737 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. C Nr. 145, 279 ä 200 Mk.

in. Anleihe vom 1. Oktober 1889 II. Serie zu 31/2°/o XIII. Ziehung.

Lit. A Nr. 152, 164, 175 Ä 2000 Mk.

. B 177, 235 ä 1000 Mk.

C 259, 278, 283, 323, 346, 385 ä 500 Mk.

D 390, 465 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. C Nr. 236 ä 500 Mk. *

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Kunst und Geben.

Hanan, 14. Oktober.

* Stadttheater. Am Mittwoch wird Wolff's Schau­spielP r e c i o s a" mit der herrlichen Musik von Carl Maria oon Weber neu einstudirt zur Aufführung gelangen. Für die wundervollen Chöre hat ein hiesiger Gesangverein freundl. seine Unterstützung zugesagt. Die Titelrolle spielt Frl. Hohen- f e l s, denAlonzo" Herr Becker,Don Pedro" Herr G e h r m a n n,Viarda" Frau H a n t k e u. s. w.

k. Kunstindnstrie-Brrein. Mit freudigem Stolz versenkt sich der Deutsche in die glorreiche Zeit von 1870 1871. Die Darbietungen der Kriegsereignisse haben besonderes Interesse, wenn sie belebt werden von Bildern, gewonnen aus eigenster Erfahrung und Anschauung. So lauschte gestern Abend mit größter Aufmerksamkeit eine stattliche Zuhörerschaar den Worten des Herrn Hauptmanns a. D. Tanera aus München über das Thema:Annahme und Wirklichkeiten aus dem großen Kriege von 1870/71". Sowohl vor als auch wäh­rend "des Krieges herrschten in Deutschland und Frankreich irrige Annahmen z. B. über die Thätigkeit des Generalstabes, die politischen Verhältnisse und die Volkskraft. Besonders reich an falscher Annahme auf französischer Seite zeigen sich die Schlachtenberichte. Die Tapferkeit und die eiserne Disziplin wären wiederholt an einer mehrfachen Uebermacht zerschellt, wenn nicht die französischen Generale, geleitet von falschen Annahmen, den Rückzug befohlen hätten. Machtvoll hebt sich die geniale Gestalt unseres Moltke hervor, dessen scharfer Blick sofort die wahre Sachlage erkannte und demgemäß die richtigen Anordnungen traf. Redner beleuchtete dieses an zahlreichen Beispielen. Doch auch der deutsche Geueralstab irrte sich, so hatte er das Heer Südfrankreichs unterschätzt. Irrig war auch die Annahme und die deutsche Hoffnung über das Volks­vermögen Frankreichs, nur Bismarck hatte es richtig einge­schätzt. Sind, so schloß Redner, auch manche Nationen uns

IV. Slttl-rhe vom 1. Oktober 1889 I. Serie

zu 31 /»®/o XI. Ziehung.

Lit. A Nr. 21, 76 L 2000 Mk.

B 145 ä 1000 Mk.

C 83, 108 L 500 Mk.

D 6, 35, 139, 221, 235 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. D Nr. 122 ä 200 Mk.

V. Anleihe vom 21. Juni 1898 zu 3'/-- °/» VI. Ziehung.

Lit. A Nr. 41, 48, 130, 221, 290, 292 ä 2000 Mk.

B 47, 69, 155, 187, 249, 287, 304, 377, 380, 430, 449 ä 1000 Mk.

C 29, 94, 150, 250, 252, 261, 285, 290, 299, 360, 372, 405, 425, 499, 548 ä 500 Mk. D 15, 44, 165, 267, 268, 353, 397, 415, 418, 518, 538, 591, 648, 696 ä 200 Mk.

Rückständig: Lit. D Nr. 405 L 200 Mk.

Hanau den 6. Oktober 1902.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 17763

3Vk Anleihe der Stadt Hanau vom 31. Dezember 1836.

Ziehung am 30. September 1902. Auszahlung am 31. Dezember 1902.

Lit. A Nr. 4, 155 ä 500 fl.

B 35, 93, 148, 293, 485, 733, 738, 762, 1061, 1125 ä 100 fl.

Rückständig: Lit. B Nr. M L 1H0I.

Hanau den 6. Oktober 1902.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 17764

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Lorgnette, 1 Pfandschein Nr. 4075.

Verloren: 1 silberne Herrenuhrkette mit einem Jubi- läumszfveimarkstück, 1 rothes Handtäschchen mit 1 Porte­monnaie und 2 Schlüsseln Inhalt.

Abhanden gekommen in der Marienstraße 2 Müll­eimer beide mit L gez.

Zugelaufen: 1 schwarzer schottischer Schäferhund m. Geschl.

Hanau den 14, Oktober 1902.

in Kleinigkeiten über, so kann ich auf Grund einer siebzehn­jährigen Besichtigung aller Heere Europas doch sagen, die deutsche Armee ist die beste, und sorglos kämen wir in die Zukunft schauen. Die Ausführungen waren in einem ge­müthlich-erzählenden Tone gehalten und fesselten bis zum Schluß. Wer nähere Bekanntschaft mit diesem Manne machen will, der als Militärschriftsteller einen geachteten Namen hat, den verweisen wir auf seine Werke. In Königs Buch­handlung sind in verdienter Aufmerksamkeit die Schriften in diesen Tagen ausgestellt.

S Kammermusik-Abend. Reichhaltige -Musikalische Darbietungen jeglicher Art verkünden bereits die Spalten un­serer hiesigen Tagesblätter. Die Saison ist im vollen Treiben! Brachten uns die vergangenen Wochen die vokalen Genüsse dreier hiesigen Gesangvereine, so hatten wir gestern Abend Gelegenheit der Kammermusik unsere Gunst zu schenken. Unter diesen herrlichen Gaben Frau Musicums nehmen die alljährlich veranstalteten Concerte der hierorts rühmlichst ein­geführten Frankfurter Quartett-Vereinigung den ersten Platz ein, ja bilden geradezu unter den geläutert Empfindenden ein musikalisches Ereigniß. Ein solches erbrachte uns das in derCentralhalle" stattfindende Concert des gestrigen Abends. Die Altmeister Haydn, Mendelsohn und der noch jugendfrische schöpferische Tonsetzer Anton Dvorak, der geist­volle Böhme, wurden uns in meisterhafter Weise durch ihre Werke vor Augen geführt. Die Interpreten waren die hier­orts rühmlichst bekannten Frankfurter Künstler Hermann Hock, Fritz D i p p e l, August A l l e k o t t e und unser heimischer Kunstfreund und Cellist Herr H. A p p u n n. Dargeboten wurde im ersten Theil des Programms das C-dur* Streichquartett (Nachtigallen-Ouartett) von Joseph Haydn, ein geniales Meisterwerk. Der kecke Wurf, die naturwüchsige Leichtigkeit und Ursprünglichkeit der fein durchdachten Themen (besonders des Allegro), die Faktur des einfach kindlichen Tones, treten überall überwältigend in dieser Komposition zu Tage. Die ausführenden Künstler entledigten sich ihrer

Hus Stadt und Cand.

Hanait, 14. Oktober.

* Submission auf ein großes Quantum Ci­garren. Für unsere hiesige Cigarren-Jndustrie dürfte nach­stehende Mittheilung von Interesse sein: Die autonome Monopol-Verwaltung des Königreiches Serbien wird behufs Deckung ihres fünfjährigen Bedarfes in diversen Cigarren, am 30. Oktober (12. November) l. Js., 11 Uhr mittags, in ihrer Kanzlei eine Offert-Lizitation abhalten und zwar für: 8 000 000 Stück Tompus, 300 000 St. Titi, 200 000 St. Britanica, 500000 St. Creme de Cuba, 150000 St. Ci­garren ähnlich den Cubas oder Rossitas, 50 000 bessere Ci­garren. 2/$ dieser Cigarren müssen licht, Vs hingegen dunkel sein. Sämmtliche Cirgarrensorten sind in der Form der gegenwärtigen Packung, in Holz-Schachteln ü 100 Stück zu verpacken und franko Hauptmagazin für fertige Waare in der Bel­grader Tabakfabrik ohne Entrichtung des Zolles oder anderwei­tigen Einfuhr-Gebühren zu übergeben. Bei Begleichung der Fak­turen wird 1 Prozent nach dem Gesetze über die direkten Steuern und 1 Prozent nach dem Taxen-Gesetze in Abzug gebracht. Die Offerten haben bis längstens 24. Oktober (6. November) l. Js. auf eigene Kosten von jeder Cigarren-Gat- tung 200 Stück als Muster an die Autonomen-Monopol- Verwaltung einzusenden und dieselbe gleichzeitig mittelst eines besonderen Schreibens zu verständigen, daß die abgesandten Cigarren als Muster zu dienen haben. Die Cigarren müssen in Holz-Schachteln, welche mit Etiquetten und Original-Auf­schrift versehen sind, ü 100 Stück verpackt sein. Die Offerten müssen bis längstens 30. Oktober (12. November) I. Js., 11 Uhr vormittags, in versiegeltem Couvert bei der Monopol- Verwaltung einlaufen und die Aufschrift tragen:Offert für die AnschaMng von Cigarren an die Staats-Monopol-Ver- waltung des Königreiches Serbien"; sie sind mit einer 10 Dinar-Stempelmarke zu versehen. Die Kaution beträgt 26 Prozent vom Gesammtwerthe des einjährigen Bedarfes in sämmtlichen Cigarren-Gattungen und ist in Baarem, in Staatswerthpapieren oder in Aktien der serbischen National- bank bis längstens 29. Oktober (11. November) l. Js., 5 Uhr nachmittags, an der Kasse der Monopol-Verwaltung zu erlegen. Ueber die übrigen, näheren Bedingungen kann in der Kanzlei der Autonomen-Monopol-Verwaltung Auskunft einge­holt werden. Muster von Cigarren liegen beim serbischen Generalkonsulat in Hamburg aus.

* Der hiesige Sprechverkehr ist auf u r b e r a ch ausgedehnt worden.

1 Silberne Hochzeit. Heute feiern die Eheleute Weichensteller Georg Faust und Frau geb. Lamm das Fest der silbernen Hochzeit.

schwierigen Aufgabe mit imponirender Gewalt und rissen die dankbar und stürmisch applaudirenden Zuhörer zu reichen Beifallsspenden hin. Der zweite Theil brächte uns Mendel- sohn's großartiges Tongemälde: O-inoU - Trio, für Klavier, Violine und Cello, dessen erste Parthie Herr Gerhard Eckel aus Frankfurt übernommen hatte. Die Einstimmigkeit im Zusammenspiel, die Präzision der Ausführung, verbunden mit einer wahrhaft edlen Tongebung, gestaltete sich zu einem er­greifenden Eindruck für die Zuhörer und erbrachte dem ge­nialen Klavier-Virtuosen ein neues Lorbeerblatt in dem bereits errungenen Ruhmeskranze seiner Leistungen. In gleicher Weise wurde der dritte und letzte Theil des Programms er­ledigt. Als solcher wurde des böhmischen Meisters Anton Dvoraks herrliches Es-dur^uintett, op. 97, für 2 Violinen,

2 Violas und Cello zu Gehör gebracht. Die ergänzende Viola-Parthie hatte Herr Ferd. Küchler, Lehrer an Dr. Hoch's Konservatorium zu Frankfurt a. M., übernommen und entledigte sich seiner Aufgabe mit bereits anerkannter Meister­schaft. Das wahrhaft großzügig angelegte Werk des Uef- fühlenden Böhmen übte einen berauschenden Zauber auf die feierlich lauschenden Zuhörer aus und erreichte seinen Höhe­punkt in dem wunderbaren Larghetto. Mit Stolz kann das ausführende Künstler-Quartett auf diesen Ehrenabend zurückblicken und zusammenfassend darf man von den auf­tretenden Interpreten rühmlich sagen, daß sie auch vor der strengsten Kritik ehrenvoll bestanden haben.

K.'s Nullerl". Wie schon an dieser Stelle vor einiger Zeit angekündigt, findet nunmehr die Aufführung des reizenden Morre'schen Volksstückes's Nullerl" von Seiten des Dramat.-litter. Vereins Hanau bestimmt am Donnerstag den 23. Oktober cr., abends ^»8 Uhr, im Saale der Centralhalle statt. Da der Verein unter Heranziehung geschätzter Kräfte aus unserer Stadt bereits alle Vorbereitungen getroffen hat, um das Stück in jeder Hinsicht vollendet zur Aufführung zu bringen, auch keine Kosten und Mühen scheut, um den Abend den früheren würdig zur Seite zu stellen, so