Seile 2
Mittwoch
14 Mai
Als Schutzleute ihn festnahmen, leistete er Widerstand und beleidigte die Beamten. Er erhält unter Dcrückstchiigung seiner Vorstrafen 1 Monat Gefängniß. — Die Dirne S. erhält wegen Kontrollübertretung 1 Woche Haft. — Der Landwirth C. aus Stil (fingen soll im Walde 2 forstmäßig aufgearbeitete Slücke Holz entwendet haben. Er bestreitet dies und sagt, das Holz habe auf dem seine» gelegen, während der Förster bekundet, daß am Tage vorher das Holz noch aus seinem Platz lag. C. erhält 2 Tage Gefängniß. — Der Ciseleur W. hier ging abends durch die Nstruberger- straße und schlug mit seinem Stock an einen Fensterladen. DaS von der Polizei übermittelte Strafmandat von 6 Mk. bittet er zu ermäßigen, da er betrunken gew sen wäre. Das Gericht gewährt die Bitte und ermäßigt die Strafe auf ?1 Mk. — Der Händler O. von Frankfurt hat bei seinem Stand am Marktplatz Papiere und sonstige Abfälle umhergeworfen. Sein Einspruch gegen daS Strafmandat von 3 Mk. wird verworfen. — Zwei Fahrburschen H. und S. sollen dadurch, daß sie ihre bespannten Lastfuhrwerke in ver «chützcnstraße einem dritten gegenüber stellten, den Verkehr ungebührlich behindert haben, weshalb ihnen Strafmandate in Höhe von je 2 Mk. übermilt lt wurden. Auf erhobenen Einpruch werden sie frei« gesprochen, da sie keine Schuld trifft — Der Pinscher eines Restaurateurs am Sandeldamm war eines abenvs schlechter Laune, biß einem spazieren- gehenden Bureauangestellten in die Beine und zerriß ihm die Hose. Weil der bissige Pinscher keinen Maulkorb trug, erhielt sein Besitzer ein Straf- zettel von 3 Mk., gegen den er Einspruch erhob, weil er bezweifelt, daß sein Hund der Uebelthäter gewesen. DaS ist aber erwiesen, deshalb wird der Emsprnch verworfen. — Der Taglöhner G. soll eine Frau mit Todtschlagen bedroht haben. Er wird freigesprochen, weil sich die angebliche Bedrohung als ziemlich harmlos erweist. — Der Hausverwalter H soll die Straße nicht genügend haben reinigen lassen und erhielt deshalb den üblichen Strafzettel. Er wird freigesprochen, da bezeugt wird, daß gekehrt wurde.
Telegraphischer Wetterbericht der deutschen Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 14. Mai,
9 Uhr 40 Min.
Maxima über 763 mm lagern westlich Irlands und Lapplands,, eine Depression unter 755 mm über Mitteleuropa, ein Minimum über Jütland. In Deutschland ist das Wetter kühl, veränderlich.
Prognose für den 15. Mai: Fortdauer der herrschenden Witterung wahrscheinlich.
Barometerstand mittags 12 Uhr am 13./5. 14./5.
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Stege«
Sturm
Sanauer Uereins- u. Uergnügungsnachrichten
für Mittwoch ven 14 Mai.
Sirchenchor der Marienkirche: Abends präcis 8 Uhr: Probe in der Marienkirche.
Ev. Männer- u. Iünglingsverein: Poiaunenbiaien '®ü. Vereinshaus). Kaufmännische-. Verein Hanau: Vereinsabend im Restaurant Maar.
Ge'ellschaft „Treu beim Alten" Zuiammenk. in der .Brauerei Orschler", Arends'scher Stenographenverein.Apoüoound * (Gasthaus „z. Grafen Pulipp Ludwig'-: VereinSabent.
Gesangverein .Tonblüthe": Singstunde in der „Stadt Bremen .
Turn- it. Fechtklub: Gemeinschaftliches Turnen oer Männerriegen von Turngemeinde und Turv- Fechtklub.
Zimmerktutzenoesellschaft „zur schönen Aussicht'- Keffelstadt: Abends 9 Uhr: Zimmerstutzenschießen.
Thaler-KluL: Zusammenkunft in den ,8 Hasen".
Verein der Bayern: BeremSabend :m Gasthaus „zu den - Schwanen". Hanauer Schützenverein; VereinSabeno im „Restaurant Mobr."
Gewerbes und Handwerker-Verein: Vereinsabend in der .Allemauta" Kreiwillne Feuerwehr: 1. Komv. im „goldnen Herz" > Steiger-KorpS . bt der „Brauere Beck'.
Verstetgerungs- ele. Kalender
für Donnerstag den 15. Mai
Vormittags 11 Uhr soll das Fürstlich Isenburg'sche Hofgut zu Wächiersdoch, aN der Frankfurt-Bebraer Eiienvahn oelecen, nebst daz r oehörigcr Bierbrauerei, vom 1. Februar 1803 an, durch tie Fuistlich Nsenburg'iche Rentkammer zu WächterSbach meistbietend verpachtet werden (s. Nr. 1(3 „Hau. Anz.').
Hue piab und fern.
Cafsel, 13. Mai. Gestern Abend gegen 11 Uhr wurden Bewohner eines Hauses in der Karlstraße durch Hilferufe einer Frau alarmirt. Als man in die Wohnung eindrang, bot sich ein entsetzlicher Anblick. Die Frau des Maurerpoliers Maurer lag todt in einer Blutlache am Boden; sie war durch einen Stich in die Brust getödtet worden. Der Thäter, ihr Gatte, war sofort nach der That entflohen. Die Ehegatten lebten seit längerer Zeit wegen Geldangelegenheiten in etwas gespanntem Verhältnisse. Auf der Radfahr-Rennbahn wurde der Gatzenmörder später verhaftet.
r Somborn, 13. Mai. Gestern Mittag wurde in Meerholz der Fuhrmann Georg Peter von hier beim Absteigen vom Wagen von dem einen Pferde vor die Brust geschlagen. Der Schwerverletzte wurde in die dortige Apotheke getragen, wo ihm die erste ärztliche Hilfe zu theil wurde.
Niedermittlau, 13. Mai. Wie von beachtenswerther Seite mugetheilt wird, ist das Hündchen des Herrn Lehrer Zinn nicht von Menschenhand so maltraitirt worden, sondern von einem anderen Hunde, welcher ihm ein Stück Haut vom Rücken riß.
— Aus dem Spessart, 13. Mai. Wenn auch unsere Gebirgsgegend an K u n st s ch ä tz e n nicht gerade sehr reich ist, so findet sich doch auch in ihr manches beachienswerthe Kunstwerk aus . alter und neuerer Zeit. Die Kirche zu Wiesthal birgt beispielsweise einige Statuen von hohem künstlerischen
Werthe. Darunter fällt eine hervorragend hübsche Figur, den heiligen Sebastian darstellend, jedem Kunstverständigen sofort auf. Die Zartheit der Auffassung, die Feinheit der Ausführung, die Hoheit in Ausdruck und Haltung sucht ihres Gleichen. Der Schöpfer dieses uralten Kunstwerkes war unstreitig ein genialer Meister. Einen kostbaren Kunstschatz besitzt auch die Kirche zu Nenhütten, eine Filiale zu Wiesthal. Dieselbe ist Eigenthümerin einer Kreuz Partikel von hohem kunnhistorischen Werthe. Aus Vienne in Frankreich stammend, wurde dieses Kleinod im Anfänge des verflossenen Iahrhunders vom Domkapitel zu Mainz der Kirche zu Neuhütten geschenkt. Die Fasiung dieser Kreuzpartikel ist zweifellos über 1000 Jahre alt und gehört nach Ansicht der Sachkundigen vermuthlich der byzantinischen Kunstepoche an. Für diese kunsthistorifche Rarität wurden von Liebha'crn schon wiederholt Tausende von Mark geboten. Auch in ihrem neuen Tabernakel besitzt genannte Filialkirche ein herrliches Kunstwerk.
)( Wirtheim, 13. Mai. Der hiesige Einwohner Ferd. B ö h m stürzte in der Nacht zum Montag im Hause seines Bruders die Treppe hinab und-brach das Genick. Der auf so tragische Weise verunglückte Mann hinterläßt eine Frau mit 4 Kindern.
)( Aschaffenburg, 14. Mai. Eine Liebestragöd ie hat sich dahier abgespielt. Seit gestern Abend waren der Unteroffizier Ratz vom hiesigen Bezirkskommando und seine Geliebte Frl. Gretchen Krämer abgängig. Hinterlaffene Briefe ließen auf Selbstmord schließen, was sich auch bewahrheitete, denn das Paar versuchte sich am Godesberg durch Rwolverschüsse zu entleiben. Beide sind durch je einen Schuß in den Kypf verletzt. Der Unteroffizier wurde in das Mili- tärlazareih, das Mädchen in das Krankenhaus verbracht.
Wanderbibliothckcit im Kreise Ofscnbach.
Wie unsern Lesern bekannt ist, hat die Verwaltungsbehörde des Landkreises Hanau bereits vor zwei Jahren mit der Errichtung von Kreiswanderbibliotheken begonnen und damit nicht nur innerhalb deS Kreises sondern auch außerhalb desselben viele Anerkennung gefunden. Direkt auf die hier gegebenen Anregungen ist eS zurückzuführen, wenn jetzt auch die Verwaltung unseres hessischen Nachbltrkreises Offenbach in derselben erfreulichen Weise vorgeht und ebenfalls die Errichtung folcher segensreich wirkenden Büchereien energisch in Angriff nimmt. In der Sitzung des Kreistages vom 7. Mai stellte Herr Kreisamtmann Dr. Valckenberg den Antrag, „der Kreistag möge die Gründung einer Kreisbibliothek für den Kreis Offeu- bach beschließen und zu gedachtem Zwecke pro 1902/03 einen Kredit von 900 Mark genehmigen." Ausgeschloffen soll auch hier diejenige Litteratur sein, welche politischen oder konfessionellen Sonderinteressen dient und welche dazu beitragen kann, die bestehenden Gegensätze zu verschärfen. Die Auswahl der Bücher soll auch hier durch eine besondere Kommission unter dem Vorsitz des Kreisrathes erfolgen.
Während nun der Plan selbst allseitig freudige Zustimmung fand, entspann sich eine längere Debatte über die Grundsätze für die Auswahl der Bücher und die Zusammensetzung der Kommission. Der bekannte sozialdemokratische Abgeordnete Ulrich will obige Bestimmung gestrichen und alle Richtungen, auch die Partrischrifren der Sozialdemokratie, in den Büchereien vertreten sehen und die Pfarrer und Lehrer von der Kommission ausschließen. Die meisten Redner waren aber der Ansicht, daß auch hier wie im Kreise Hanau alle Bücher auszu- schließen seien, welche Sonderinteressen vertreten. Herr Kreisrath v. Hombergh erklärt, daß der Ausschuß eher den ganzen Antrag zurückziehen, als diesen Punkt aufgeben würde. Es wurde darauf der Antrag Ulrich abgelehnt und der Aniragdes Kreisausschuffes angenommen. In die Kommission wurden darauf gewählt die Herren Fabrikant 8. Becker und Lehrer Volk zu Offenbach, Oberlehrer Eisenhardt zu Langen, Buch- druckereibesitzer Koch zu Neu-Jienburg, Bautechniker Koltmayer zu Mühlheim und Bürgermeister Rover zu Seligenstadt. Den Vorsitz führt Herr Kreisrath o. Hombergk. Da das Großh. Ministerium zuDarmstadtberenseinenZuschußvon500M.bewilligthat, hat, stehen der Kommission für dieses Jahr 1400 Mk. zur Verfügung. Dafür, sollen zunächst zehn Theilbibliotheken zu je 100 Bänden beschafft werden. Ausstellung und Verwaltung derselben wird ganz nach dem Muster Hinaus geschehen.
Wir wünschen aufrichtig besten Erfolg und hoffen, daß dieser Schritt unseres Nachbarkreises auch seinerseits wieder Anregung zu weiteren Gründungen geben und so nach und nach unser ganzes Vaterland mit Bibliotheken gesegnet wird.
Hud aller Melt.
Bon sechs Elsenhahnzügen überfahren wurde, wie aus Schlesien geschrieben wird, der 48jährige Bremser Franz Tiralla aus Gleiwitz auf der Strecke Breslau-Katiowitz. Aus noch unbekannter Ursache hatte Tiralla das Unglück, in der Nähe der Fröbelner Zuckerfabrik von feinem Bremssitze abzustürzen. Dem Unglücklichen wurde ein Bein, der linke Arm und drei Finger der rechten Hand abgefahren. Obgleich er nicht einen Augenblick das Bewußtsein verlor, konnte er sich dennoch wegen übergroßer Schwäche nicht von der Stelle rühren. Er mußte auf den Schienen liegen bleiben und hatte den Schrecken zu überstehen, daß noch fünf nachfolgende Züge über ihn hinwegbrausten, ehe er von einem revidirenden Streckenbeamten aufgefunden wurde. Tiralla wurde alsdann einem Breslauer Krankenhause zugesührt.
Einweihung des neuen Handelskammergebäudes in Halle a. S. An der Einweihung des neuen Handelskammergebäudes in Halle a. S., die Montag stattfand, nahmen Handelsminister Möller, Unterstaatssekretär Lohmann, Oberpräsident v. Bölticher und andere Vertreter der königlichen und städtischen Behörden theil. Minister Möller theilte mit, der Kaiser habe lebhaftes Interesse für die künstlerische Ausgestaltung des Baues bekundet. Ferner gab der Minister verschiedene Auszeichnungen bekannt. — Unmittelbar nach dem Festakte in der Handelskammer wurde der Präsident der Kammer, Kuhlow, von einem Gehirnschlag getroffen und starb bald darauf.
Neue Erdstöße. Die Ecderschütterungen im Senkungsgebiete bei E i s l e b e n wiederholten sich in der vorvergauzeneu Nacht in mehreren Stößen. Besonders heftig traten die Erdstöße in der Bahnhofstraße und der Geistsiraße auf. Sie waren von starkem unterirdischen Donner begleitet.
Altmeister Lehr auf einem Automobil verunglückt. Auf einer Automobilfahrt stürzte der bekannte Frankfurter Rennfahrer Lehr bei M. - G i a d b a ch mit drei anderen Insassen in den Straßengraben. Das Automobil wurde zertrümmert. Die Verletzungen sind nur gering, bloß eine Dame erlitt starke Quetschungen.
Ein weibliches Pumpgenie. Blätlermeldungen zufolge ist in L e m b c r g die Frau des Universitätsprofeffors Puzina, die einer hochangesehenen Familie entstammt, nach Kontrahirung von mehr als einer Million Schulden flüchtig geworden.
Explosion eines Petroleumwaggons. PittS- burg, 12. Mai. Auf der Station Sheraden der v»n hier über Fort Wayne nach Chicago führenden Eisenbahnlinie ereignete sich beim Rangiren eine Explosion eines Petroleumwaggons, wodurch 20 Menschen getödtet, etwa 150 tödtlich und 50 leichter verletzt wurden. Durch Auffahren des letzten Waggons auf die vorhergehenden entzündete sich das ausströmende Oel. Die 20 Fuß hoch schlagenden Flammen brachten auch die übrigen Waggons zur Explosion und verwandelten den ganzen Güterbahnhof in ein Flammenmeer. Die Explosion erfolgte, als sich bereits eine über 200 Köpfe starke Menge angesammelt hatte. Von dieler blieb Niemand unverletzt. Die Fluch des brennenden Oeles strömte l1/» Meilen bis nach Esplerborough. Hier erfolgte nochmals eine Explosion, wodurch drei Häuser, darunter ein großes Hotel, vernichtet wurden.
Katastrophe auf einer Militär - Fleldbah»».
Auf dem Ariillerieschießplatz zu T h o r n ereignete sich ein schwerer Unglücksfall: Drei mit Soldaten besetzte Lowries der Feldbahn geriethen an einer abschüssigen Stelle in übergroße Geschwindigkeit. Der erste Wagen setzte an einer Kurve aus und fiel um. Die beiden anderen gingen über ihn fort. Die Insassen wurden herabgeschleudert; einem Obergefreiten vom 6. Regiment wurde der Kopf abgerissen, er war sofort t»dt. 4 Soldaten find schwer, 25 leichter verletzt.
Drahtnachrichten.
Der Kaiser in Wiesbadeu.
Wiesbaden, 13. Mai. Der Kailer besuchte hmte vormittag das städtische Rathhaus, wo Oberbürgermeister Dr. v. Jbell und die Mitglieder der Ausschmückungskommission zum Empfange erschienen waren. Der Kaiser trug seinen Namen in das Goldene Buch der Stadt ein und besichtigte die Räume des Rathhauses.
Von der Königin Wilhelmina.
Schloß Het Loo, 13. Mai. Die Besserung NN Befinden der Königin hält an.
Schloß Loo, 13. Mai. (Meldung des „Reuterschen Bureaus".) Dr. Rösingh gedenkt morgen seine Ttzätigkeit als Direktor des Krankenhauses in Haag wieder aufzunehmen. Dies ist ein deutliches Zeichen für die Besserung im Befinden der Königin, deren Kräfte all nützlich zunehmen. Ist auch die Frist bis zur Wiederherstellung nicht im Voraus zu bemessen, so sind doch die Aerzte von dem Verlauf, den die Krankheü genommen hat, überaus befriedigt.
Loubets Reise nach Rußland.
Paris, 14. Mai. Präsident Loubet ist gestern Abend 9'/, Uhr nach Brest abgereist, wo er sich nach Rußland ein- schifft.
Paris, 14. Mai. Präsident Loubet ist in Begleitung Waldeck-Rousseaus und der Minister Delcaffä und Laneffsm um 9'/» Uhr abends nach Brest abgereift, von wo er sich zu Schiff nach Rußland begibt. Zur Verabschiedung waren die übrigen Minister auf dem Bahnhöfe erschienen. Das P»öü- kum begrüßte den Präsidenten mit Hochrufen.
Der Krieg in Südafrika.
London, 14. Mai. Reuter meldet aus Harrismith vom 12. Mai: General W?ffels, Louis Botha und andere Buren« führer sind gestern hier eingetroffen und heute früh zu der Zusammenkunft der Burendelegirten in Vereeniging weite» gereift.
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Berlin, 14. Mai. Der Präsident der Aellesten der Berliner Kaufmannschaft und der Berliner Handelskammer veröffentlicht einen Aufruf für die Nothleidenden auf MM tinique. — Der Stadtoerordnetenausschuß beschloß, den Stadtverordneten für die vom Unwetter Geschädigten die Bewilligung von Beihilfen in Höhe von 60 000 Mark vorzuschlagen.
Berlin, 14. Mai. Einer Meldung der „Voss. Ztg.^ aus Hamburg zufolge ist der nach Newcastle bestimmte Dampfer „Floron" vor Lowesteft e x p l o d i r 1. Zwei Matrosen sind todt, die übrigen schwer verletzt. Das Schiff ist verbrannt. — Der „Lokalanzeiger" meldet: Unter dem Verdachte der Veruntreuung amtlicher Gelder ist der geschäftliche Leiter der vereinigten Verwaltungen der Lederindustrie- und Papiermacher- Berufsgenoffenschaft, Georg Meyer, hier verhaftet worden.
Hamburg, 14. Mai. Der Hamburger Journalisten- und Dchriftstellerverein richtete die Bitte an den Senat, beim Bundesrath die Aufhebung des Zeugnißzwanges für Jour« nalisten zu beantragen.
Parts, 14. Mai. Bei der Mutter Humberts, der Wittwe des ehemaligen Justizministers Humbert, fand eine gerichtliche Haussuchung statt, bei der eine große Anzahl Papiere beschlagnahmt wurde.
London, 14. Mai. Nach langer Debatte wurde im Unterlaufe der Abänderungsantrag Harcourts, das Haus lehne es ab, daß auf Getreide und andere für die Volksernährung nothwendige Lebensmittel ein Zoll gelegt werde, mit 296 gegen 188 Stimmen verworfen. Einige Unioniften stimmten gegen den Kornzoll.