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Erstes Blatt.

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Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- oärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger.

Antililhes Organ für Stadt- M Landkreis Hanau. /

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einri'lckmlgsgcbiihr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

^L 8 Bezirks-Fernsvreckanschlnß Nr. 98.

Freitaq den 10. Januar

Bezirks-Fernstzrechallschliiß Nr. 98.

1902

Hierpr

Anttliche Beilage" Nv. ! ^g^ge^^ra^;^^

Amtliches

Das Fahren, Reiten und Gehen auf dem sogenannten Milchweg im L a m b o y w a l d von der Schießstandswache bis zur Langendiebacher Waldgrenze ist während der Dauer des daselbst stattfindenden Holzeinschlags verboten.

Forst Haus Neu Hof den 8. Januar 1902.

Die Ortspolizei-Werwalturrg.

Mühlhausen,

Königlicher Forstmeister. 686

Gefundene nnd verlorene Gegenstände u.

Gefunden: 6 Shlawer. 1 Portemonnaie mit 82 Pfg.

1 blauer Arbeitskittel. 1 silberner Ring. 1 goldene Damenuhr.

Verloren: 1 schwarzes Portemonnaie mit 2,98 M.

Inhalt. 1 schwarze Boa mit 2 Köpfen und 4 Schwänzen.

Hanau den 10. Januar 1902.

Bus Stadt und £and.

Hanau, 10, Januar.

* Der neue General-Kommissions Präsident. Der zum 15. Januar von Bromberg nach Cassel versetzte Präsident der Kgl. General-Kommi'sion Herr von B a u m- bach-Amönau» ist am 5. März 1846 als Sohn des kurfürstlich hessischen Generalmajors u. Baumbach geboren. Er wurde in den 70er Jahren als Oekonomiekommissar Spezial- kommissar in Hanau, später außeretatsmäßiges Mitglied der Generalkommission in Cassel und rückte in dieser Stellung zum Oekonomiekommissionsrath auf. 1885 wurde er mit dem Titel eines Regierungs- und Landesökonomieraths außer­ordentliches. Mitglied der Generalkommission in Cassel. Im folgenden Jahre wurde v. Baumbach zur neugebildeten Generalkommission in Düsseldorf versetzt und 1891 zum Rath beim Oberlandeskulturgericht in Berlin ernannt, bei dem er schon vorher einige Zeit als Hilfsarbeiter Dienste geleistet hatte. Im Nebenamt" wurde er Mitglied des Ausschusses zur Untersuchung der Wasserverbältnisse in den der Ueberschwem- mung besonders ausgesetzten Flußgebieten. Am 1. April 1896 wurde er Präsident der neu errichteten Generalkommission in Königsberg, von der er drei Jahre später an die Generalkommis­sion in Bromberg versetzt wurde, wo er auch als Mitglied der Ansiedelungskommission thätig war. Wie dasBrom- berger Tageblatt" schreibt, wird dort der Weggang des Herrn v. Banmbach sehr bedauert.

* Sprechverkehr. Vom 9. Januar ab ist folgender Sprechverkehr zugelassen worden: von Hanau mit Hungen, Nidda, Stockheim (Hessen), Stockheim (Zuckerfabrik), Selters (Hessen), Bleichenbach und Ortenberg (Hessen), sowie von Dörniaheim, Hochstadt (Kr. Hanau), Wachenbuchen,Mit tel- buchen( Bruchköbel und Marköbel mit Büdingen, Stockheim

(Hessen).

* Dom Main. Nach mehrwöchiger Palpe pastwie gestern wieder der erste Kettendampfer auf seiner Bergfahrt mit einer stattlichen Flottille im Schlepptau unsere Gegend.

* Verbrauchsabgaben. Jm Laust des Monats Dezember 1901 wurden im hiesigen Schlachthause ge­schlachtet :

100 169

55 769 462 219

Ochsen, mehr gegen

Kühe,

Rinder, weniger

Schweine,

Kälber, mehr

Hämmel,

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den Monat Dezbr. 1900 7

45

Ziegen, weniger

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Dom Jmmobiliengeschäft. (Bericht von Carl Koch in Hanau.) Die Umsätze während der Zeit vom 1. Oktober 1901 bis 31. Dezember 1901 betrugen 28 Objekte im Werthe von 519 363 Mk. Der Gesammt-Umsatz im Jahre 1901 betrug 133 Objekte im Werthe von 2 569 463 Mk. gegen 209 Objekte im Werthe von 4 459 988 Mk. der gleichen Zeit des Vorjahres. Im Hypotheken-Verkehr ist wohl eine kleine Besserung zu verzeichnen, doch finden nur ganz feine Sachen willige Annahme bei Banken, Stiftungen und Privaten. Zinsfuß je nach Beleihungsgrenze 4^4, 43/s 4/» pCt.

* Stadttheater. Die heutige VorstellungDie Jungfrau von O r l e a n s" beginnt um halb sieben.

* Vortrag im Kaufmännischen Verein. Im dichtbesetzten Saale derCentralhalle" hielt gestern Abend der frühere kgl. Theater-Regisseur Herr Otto Ewald aus Cassel einen recht interessanten Vortrag überKorsika, Geschichte, Land und Leute." In seiner Einleitung hob Redner Korsikas Reichthum an Naturschönheiten, die überaus große Fruchtbar­keit der Insel und die daraus resultirende Trägheit der Be­völkerung, aber auch deren gute Eigenschaften, als heiße Vater­landsliebe, Gastfreiheit und Sittenstrenge, hervor. Diese einem ausgeprägten Familiensinn entstammenden Charaktermerkmale erzeugten jedoch in Verbindung mit einem heißblütigen Naturell auch beispiellose Eifersucht und unerbittliche Rachsucht, besonders die im Leben der Korsen eine so unheimliche Rolle spielende Vendetta oder Blutrache. Durch 75 wohlgelungene und ebenso vorzüglich vorgeführie Lichtbilder, die Herr Ewald persönlich an Ort und Stelle ausgenommen, verlieh er seinen an sich schon lebendigen und äußerst anschaulichen Schilderungen noch mehr Leben und Gestaltung, sodaß man thatsächlich die Reise durch die herrlichen Naturijenerien des Landxs, auf riesige Bergeshöhen unb gewaltige Zwingburgen, durch liebliche Thäler und freundliche Städte im Geiste mit ihm zu machen wähnte. Besonderen Reiz verlieh Redner seinen Ausführungen durch die zwischen die einzelnen Bilver eingestreuten historischen Er­läuterungen der bewegten und an blutigen Kämpfen reichen Geschichte Korsikas. Hierbei spielten hauptsächlich die Genuesen und Franzosen eine hervorragende Rolle, die sich abwechselnd in die Unterjochung der Insel theilten, bis schließlich die Letzteren das Land dauernd unter ihre Botmäßigkeit zu bringen wußten. Lebhafter Beifall der den ganzen Vortrag aufs Aufmerksamste verfolgenden sehr zahlreichen Zuhörerschaft lohnte den Redner für seine fesselnden und belehrenden Darlegungen.

* Abeirdttttterhaltunq. Am nächsten Sonntag den 12. d:M., abends 6 Uhr beginnend, hält der GesangvereinMelomania" im Saalezum Deutschen Hans" seine diesjährige Abend-Unterhaltung mit darauffolgendem Ball ab. Für einen äußeren wirkungsvollen Rahmen der Festlichkeit ist dadurch gesorgt, daß während des Abends die anläßlich der stattgehabten Damensipung derCarnevalgesellschaft" hergestellte prachtvolle Dekoration bestehen bleibt, was auch einen An­ziehungspunkt bilden dürfte. Auf gesanglichem Gebiet wird der rührige Dirigent Herr Lehrer Pauly aus Fechenheim einige hervorragend schöne Nummern mit den Sängern zu Gehör bringen. Die thea­tralischen Aufführungen stehen unter der Regie des Herrn Gehrmann vom hiesigen Stadttheater, was für dieselben von großem Vortheil sein wird, und der humoristische Tbeil ist ebenfalls so glücklich besevt, daß ein sehr amüsanter Abend in Aussicht gestellt werden kann.

Geffenttiche Sitzung der Stadtnerordneten- tzersammlnng

vom 9. Januar 1902.

Anwesend die Herren: Canthal, Vorsteher; Aukamm/Baader, Bailly, Bier, Craß, Eberhard, Föll, Dr. Fues, Glaser, Dr. Heraeus, Hoch, Hoffmann, Jost, Kehl, Koch, .Kreuter, Küstner, Loßberger, Lucht, Müller, Ott, Rodde, Roth, Schroeter, Schwabe, Seitz, Spatz, Steinheuer, Stübing, Treusch, Voltz, Dr. Wagner und Wörner.

Vom Magistrat: Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus. Einführung der neuen Mitglieder.

Herr Vorsteher Canthal begrüßt zunächst die neuen Mitglieder und führt aus, seit Jahr und Tag wurden in der Körperschaft die Verhandlungen im Geiste freundschaftlicher Erörterungen gepflegt, und er zweifle nicht, daß dies auch in der neuen veränderten Zusammensetzung der Fall sein werde. Es sei dies um so natürlicher, als ja alle Wege nach dem einen Ziel gehen, das die Forderung des Gesammtwohls be­zweckt. Zu dieser Arbeit habe er sie heute eingeladen und er zweifle nicht, daß sie mithelfen würden, dieses Werk zu fördern. Er habe sie aber auch in Pflicht zu nehmen, was die neuen Mitglieder an Eidesstatt durch Handschlag zu geloben haben. Dies geschieht.

Die Einführung des neugewählien Zweiten Beigeordneten konnte nicht erfolgen, da Herr Sanitätsrath Dr. Eisenach durch Krankheit am Erscheinen verhindert war.

Hieran anschließend gibt Herr Canthal den Geschäftsbericht, der im Wesentlichen Folgendes besagt:

Auch in dem abgelaufenen Geschäftsjahr war wieder ein reiches Arbeits-Pensum zu bewältigen. Es standen 392 Be-

rathungsgegenstände zur Verhandlung, welche in 16 öffent lichen und 10 geheimen Sitzungen, die sich jeweils an die öffentlichen entschlossen, erledigt wurden. Vorbereitet wurden diese Vorlagen in 35 Kommissionssitzungen, von denen allein 24 auf den Finanz- und Bau-Ausschuß entfallen. In der Zusammensetzung der Stadtoerordneten-Dersammlnng hat eine Verschiebung stattgefunden durch das Ausscheiden des Herrn Karl König, der in den Magistrat gewählt wurde, und den Tod des alten bewährten Mitarbeiters Fritz Weber; ferner sind ausgeschieden die Herren Adam Hock, Friedrich Körner, Hein­rich Wolff und Jakob Fritz. Dafür sind gewählt die Herren August Aukamm, Carl Craß, Dr. Ernst Fues, Gustav Hoch, Julius Stübing und Dr. Georg Wagner. Wichtigere Gegen­stände haben in den Wahlen bestanden: Zunächst ist hier zu erwähnen die Wiederwahl des Herrn Oberbürgermeisters, welche vom 5. Juni 1901 bis dahin 1913 giltig ist und die ein­stimmig erfolgte. Es ist dies ein Beweis für das Vertrauen, welches allseits in die Verwaltung des Herrn Oberbürgermeisters gesetzt wurde und das nur begrüßt werden kann. Weitere Wahlen waren die am 25. März erfolgte Wahl des Herrn Karl König zum Magistrat und die des Herrn Sanitätsraths Dr. E i s e n a ch zum zweiten Beigeordneten. Für Herrn Fritz wurde Herr Ott als stellvertretender Schriftführer gewählt. Bezüglich der Erledigung der organisatorischen Arbeiten ist zunächst zu kou- statiren, daß das Bauamt in einer selbständigeren und konzen- trirteren Rorm neu organisirt wurde und es läßt sich hoffen, daß dasselbe neu gekräftigt und gestärkt worden ist. In den neugebildeten Vorstand der Sparkasse seitens der Stadt­verordneten - Versammlung wurde Herr Treusch gewählt. Das städtische Archiv, welches bisher nicht den wünschens- werthen würdigen Platz besessen, wurde neu plazirt und durch einen Archivbeamten von Marburg neu geordnet. Die städtische Handelsschule hat eine anderweite Organisation erhalten, indem ein Lehrer als Direktor Herr Pfeiffer aus Eiben stock hierher berufen wurde. Es steht zu hoffen, daß ein glücklicher Griff gethan wurde nicht nur in der Person des Direktors, sondern auch in der Organisation. In dieser Rubrik werden ferner erwähnt, der neugebildete Steueraus­schuß, die GesundheitSkommission und das Arbeitsamt, das nach langen Wehen endlich zu Tage getreten ist. Von dem letzteren läßt sich noch kein Urtheil bilden, da das nothwendige Material fehlt und wir bleiben zunächst mit bent besten Hoffen und Wünschen für sein Gedeihen angewiesen. Auf dem Ge­biet der Bauthätigkeit war eine vielfache Inanspruchnahme nothwendig, in Hochbauten wie in Planbauten. Es konnten Spezialbewilligungen erfolgen für das neue Gaswerksverwal- Lungsgebände, welches seiner baldigen Vollendung entgegengeht, sowie für den Neubau der Mittelschule, die lange Vorbe­reitungen erforderten, ferner wurden Mittel bereit gestellt für die Errichtung einer Kleinkinderschule mit Kinderkrippe, Terrain erworben für die Errichtung von Arbeiterwohnungen und disponirt über die Errichtung eines Siechenhauses. Es ist der dringende Wunsch, daß alle diese Arbeiten eine rasche Förderung erfahren möchten, auch schon deshalb, um vermehrte Arbeitsgelegenheit zu schaffen, an der leider in neuerer Zeit ein theilweiser Mangel eingetreten ist. Zu diesem Zweck sind auch erhebliche Mittel für Straßenbauten bewilligt worden, vornehmlich die Anlage des Straßenzuges von der Landkrankenhausmauer nach der Spessartstraße, in welcher Gegend sich eine rege Bauthätigkeit entwickelt hat. Im Gan­zen sind hierfür 106,000 Mk. bereit gestellt; für die An­lage von Zementtrottoirs rc. sind 37,000 Mk., für Ankäufe von Immobilien 84,000 Mk., im Ganzen also eine Viertelmillion Mark zur Verfügung gestellt. Weitere Bewilligungen sind eingetreten beim Sielbau. Nachforderungen nicht gerade angenehmer Natur bilden 32,000 Mark für die Pumpstation und eine noch größere, die lebhafte Debatten hervorrief, näm­lich 113,000 Mk. Mehrkosten für den Bau des Elektrizitäts­werkes, die aber bewilligt werden mußten, nachdem wir uns überzeugt hotten, daß ein Regreß an den Erbauer aussichts­los sein würde. Ein weiterer Berathungsgegenstand war die Erhebung der Kanalbetrieb gebühr. Ein Interessent hatte Klage erhoben und zufolge der Entscheidung des Oberver­waltungsgerichts wurde sestgestellt, daß ein Mangel in dem Statut vorgelegen hat; jedoch wurde diese Angelegenheit durch die Neugestaltung der bemängelten Statuts glatt erledigt. Eine Angelegenheit von großer Wichtigkeit, die aber voraussichtlich noch lange nicht zum Ab­schluß gelangen wird, bildete das Hafenprojekt. Wie vor Kurzem imHanauer Anzeiger" zu lesen war, hat der Land­kreis das Ersuchen um eine finanzielle Unterstützung des Unternehmens abgelehnt, da ein erhebliches Interesse des Land­kreises nicht vorliege. Eine weitere, in derselben Notiz ent­haltene Mittheilung bedürfe jedoch der Berichtigung. Es sei weder an die Gemeinde Fechenheim noch an die Firma Cassella u. Co. ein Ersuchen um Unterstützung gegangen, folglich habe auch keines abgelehnt werden können. So weit sind wir nicht

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betrügt .

An eingeführten Fleischwaaren rc. wurden versteuert: 44 908 Kilogramm, mehr gegen den Monat Dezbr. 1900 : 9200 Kilogramm.

Hiervon die Accis-Einnahme mit . . Mk.

Summa Mk

Die Accis-Einnahme hiervon

4280.60

1437.72

5718.32

Gesammt - Accis - Einnahme im Monat Dezember 1900 .....

Mithin mehr aeaen den Monat Dezbr. 1900 .

Accis - Einnahme vom 1. April 1901 bis 31.

Dezember 1901.....

Accis - Einnahme vom 1. April 1900 bis 31.

Dezember 1900 .....

Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des

Vorjahres ......

Mk. 5416.60

Mk. 301.72.

Mk. 48 726.52

47 053.86

Mk. 1672.66.