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Danauer M inniger

Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus- särtige Abonnenten mit dem betreffenden Postansschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg?

General-Anzeiger

wfc...u.ti^ Amtliches Organ für Stadt- und Fandltreis Kaiill»

Warfenhauies IN Hanau. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

ElNriickungSgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf» gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

9l1* 31 Bezirks-FernspreKanschluß Nr. 98.

Donnerftaa den 6. Februar

Bezirks-Fernsprcchanschluß Nr. 98. 1902

Amtliche«.

Candkreis hanau.

Bekanntmachnnqen des Königl. Landrathsamtes.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises mache ick auf die Bestimmung des § 98 der in der Beilage zu Nr. 28 des Amtsblattes der Königlichen Regierung zu Cassel für 1901 abgedrucklen Dienstanweisung für die Kreis­ärzte aufmerkiam, nach welcher die Ortspolizelbehörden deln Kreisarzt ein Verzeichnis; derjenigen Personen, bei welchen sremde, nock nicht sechs Jahre alte Kinder gegen Entgelt in Kost und Pflege untergebracht sind, mitzutheilen und fort­laufend zu ergänzen haben.

Die fraglichen Verzeichnisse sind nach dem folgenden Schema aufzustellen und dem Königlichen Kreisarzt hier un­mittelbar bis spätestens zum 12. d. Mts. einzureichen, eventuell ist ihm Fehlanzeige zu erstatten. Der Termin ist genau einzuhallen.

Ueber die künftig eintretenden Aenderungen (Zugänge, Ab­gänge, Wohnungswechsel) ist dem Königlichen Kreisarzt sofort Nachricht zu geben, und daß dies geschehn, in den gemäß der Regierungspolizei-Verordnung vom 17. Februar 188t (Amts­blatt Seile 42) an mich zu erstattenden Berickien anzugeben.

Des Kindes

Des Kindes Eltern

Der Kostgeberin

Geburt^

Tag 1 Ort

Name

Stand

Wohn­ort

Name

Stand

Wohnort, Straße u. Haus­nummer

5

1

Hanau den 4. Februar 1902.

Der Königliche Landrath.

V 1203

v. Scheu ck.

Mord

an der Kindergärtnerin Emilie Velssr in Franken-' thal, verübt allda in der Nacht vom 2. auf 3. Januar 1902. ;

Der Thäter ist noch nicht ermittelt. Auf die

Ermitteirrnst desselben sind noch immer

^00© Mark Belohnung ausgeseht. i

Fran k e nthal den 1. Februar 1902.

Der Kgl. Erste Siaaatsanwait. |

P. 1150. Lipps.

Gcfiindciic und yerlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 kleine blaue Schülermütze. 1 Meter- maaß (Zollstock).

Verloren: 1 silberne Geldbörse mit 4 Mk.

Hanau den 6. Februar 1902.

Hus Stadt und Cand.

Hrnau, 6. Februar, i

Beamterrpersonal-Nachrichten.

Der von der Generalkommission in Bromberg an die Gene- j ralkommisnon in Cassel versetzte Generalkommissions-Präsident v. Baumbach bat am 24. d. M. die Leitung der Geschäfte der Gmeralkommisuon in Cassel übernommen.

Ernannt: der Pfarrer Anacker zu Gundhelm zum Me­tropolitan der Klasse Schwarzenfels, der Pfarrer Hast zu Niedergrenzebach vom 1. Mai 1902 an zum Pfarrer in j Simmershausen, Klasse Ahna, der Gerichtsreferendar Dr. jur. Menzel zu Magdeburg zum Regierungs-Referendar bei der Königlichen Regierung zu Cassel.

Bestellt: der Pfarrer extr. Hufschmidt zum Gehilfen des Pfarrers Doigt zu Rambach, Klasse Eschwege.

Beauftragt: der Pfarrer extr. Boas mit der selbständi­gen Versetzung der 2. Pfarrsielle in Wächlersbach, der Pfarrer Schröder zu Hersfeld mit Wahrnehmung der Seelsorge für die evangelische Militär-Bevölkerung daselbst, der Pfarrer extr. Heisen mit Versetzung der Pfarrei Reichenbach, Klasse Lichtenau.

Versetzt: der Amtsgerichtsrath Drieß en zu Schenklengs- feld an das Amtsgericht in Witzenhausen.

Penfionirt: der Gerichtsschreiber bei dem Landgericht, Rech­nungsrath Pr ei sing in Cassel, der Obersekretär beim Zayd- gericht, Kanzleirath Appelkamp in Hanau.

Mafien: der Referendar Mülhaupt aus dem Justiz­dienst.

* Erledigte Stelle. Infolge Versetzung ihres seit­herigen Inhabers mit dem 1. Mai d. J. gelangt die Pfarr- stelle zu Niedergrenzebach, Klasse Ziegenhain, zur Erle­digung.

* Verliehe». Dem Marinezahlmeister - Applikanten Möller in Wilhelmshaven (ein Hanauer) wurde in An­erkennung seiner Verdienste um die Expedition nach China die Denkmünze verliehen.

* Dem Herrenhause ist der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Bildung von Gesammt-Verbänden in der evan­gelischen Kirche des K o n s i st o r i a l b e z i r k s Cassel zu­gegangen.

* Nebenbahn Höchst a. N. - Vilbel. Wie wir hören, sind die Vorarbeiten für den Bau der Eisenbahn Höchst a. d. Nidder-Vilbel soweit gefördert, daß schon in nächster Zeit voraussichtlich im Monat März die lanves- polizeiliche Prüfung des Projekts stattfinden kann. Den Wünschen der betheiligten Gemeinden ist hierbei eisenbahnseitig in weitestem Maße Rechnung getragen. Wenn nicht bei der landespolizeilichen Prüfung sich noch besondere Schwierigkeiten ergeben, was nicht anzunehmen ist, so dürfte mit den Arbeiten selbst vielleicht noch im Laufe dieses Frühjahrs begonnen werden.

Mittheilungen der Handelskammer. Zu dem Tarife des südwestdeu tsch - schweizeri schen Ver­kehrs, 2. Theil, 2. He't C., ist ein 1. Nachtrag erschienen, nach welchem im Haupttarife bei den Stationen H a n a u N o r d b a h n h o f und H a n a u W e st b a h n h o f das Wort Statwnstaris" zu streichen und dastär folgende Aenderung eingetreten ist. Die direkten Frachtsätze für die beiden vorge­nannten Stationen, für welche Stationstarife nicht vorgesehen sind, werden durch Anstoß der folgenden Beträge an die je­weils gütigen Tarifsätze für die Station Hanau Ostbahnhof gebildet:

Hanau Norobhf. Hanau Wesibkf.

Eilüückant..... 8 1

Frachtstücks«! 1 und 2 .... 4 0

Svezialiarit für gewisse Frachtstückgüter

Abih. o unb b .... 5 0

Mg. Wagenktasien A und B . . 4 0

SpeziaNarife I a unb b, II a, III b . 2 0

, IIb, lila .... I 0

Ausnahme-T. 1 (Bau- und Nutzhol9 1 0

, 17 (Kartoffeln unb Rnö?n)

Ferner treten für Hanau O st b ah n h o f z. Th. anderweite Frachtsätze ein im Verkehre mit den Stationen B r u g g , Baden, Dütevil, Dietikon, Döttingeu - Klingnau, Schlieren, Siggenthal, Töß, Turgi, Wettingen, Wildegg, Zur zach und Landquart. Eine Ergänzung hat der Hauptarif erfahren für den Verkehr beider Richtungen zwischen Flums einer­seits und Hanau Ostbahnhof und F u lda andererseits. Ein Ausnahmetarif (Nr. 39) für Ca lciumcarbid ist eingeführt worden für Sendungen von Chur, Flums und Neuhausen (S.B.B.)nach Hanau Ostbahnhof, Nordbahnhof und Westbahnhof, sowie nach Fulda. Endlich sind die kilometrischen Entfernungen von den drei Hanauer Bahnhöfen nach Basel (S. B. B.), Waldshui, Schasfhausen, Singen und Kon­stanz berichtigt worden. Zu dem Tarife des belgisch - südwestdeutschen Verkehrs, Heft 8a, ist ein fünfter Nachtrag erschienen, nach welchem vom 1. Februar d. J. ob anderweite allgemeine Frachtsätze für den Verkehr zwischen Hanau Ost- und Westbahnhof einerseits und Ant­werpen, Brügge, Brüssel, Gent, Löwen, Nieu- port, Ostende, Termonde und Terneuzen transit anderseits eingeführt worden sind, ferner anderweite Frachtsätze des Ausnahmetarifes 6 für den Verkehr zwischen den drei Hanauer Bahnhöfen und den genannten bei» giften Stationen, sodann anderweite Frachtsätze des Äusnahmetarifes für Kohlen 2c. nach Hanau Ost- bahnhof und Westbahnhof, endlich anderweite Theil- frachtsätze der Schnitttabellen (durch 8. Nachtrag zu Heft 8b des bezeichneten Tarifes). In den Tarif für die regelrechten Tarifklasstn und die Ausnahmetarife 15 ist die Station Gelnhausen neu ausgenommen worden. Nähere Auskunst er­theilt das Sekreiariat der Handelskammer.

* Der Zoll auf geschliffene Diamanten. In dieser die Kreise der Schmuckwaaren-Jndustrie lebhaft interes- sirenden Angelegenheit liegen uns heute zwei Kundgebungen vor. Die Handelskammer für den Amtsbezirk Pforz­heim hat eine Eingabe an das Reichsamt des Innern in Berlin gerichtet, in der es u. A. heißt: Gemäß einer Mit­theilung der Hanauer Schwesterkammer haben 5 dortige Diamantschleifereien in aller Stille bei der Reichsregierung be­antragt, den Zoll auf Brillanten und Rosen, welcher z. Zt. 60 Mk. per 100 Kilo betrögt, auf etwa 11 bezw. 22 Mill.

Mark (auf das Gramm gehen nicht wie im Antrag fälschlicher Weise angegeben 10, sondern nur etwa 4?/* Karat) zu erhöhen. Das wäre ein Zoll, wie er in gleicher Höhe nirgends in der ganzen Welt erhoben wird. Es mag genügen, wenn wir zur Begründung unserer ablehnenden Stellung in dieser Angelegenheit kurz darauf hinweisen, daß es für jeden mit den einschlägigen Verhältnissen nur einiger­maßen Vertrauten durchaus unbegreiflich sein würbe, wenn unsere blühende deutsche Schmuckwaaren-Verfertigung, diez. Zt. 3540 000 Personen beschäftigt, im höchsten Grade geschädigt werden sollte, zu Gunsten einer Industrie, die seit Jahren mit ca. ,200 Personen kümmerlich ihr Dasein fristet. Wir haben zu den maßgebenden Faktoren der Regierung das Vertrauen, daß sie nach Kenntniß dieser Thatsachen dem Verlangen einiger wenigen Personen keine Rechnung tragen werden, um« somehr, als ein Zoll auf Brillanten in der vorgeschlagenen Weise eine gründliche Aenderung unseres ganzen Zollsystems bedingen würde und eine ganz peinliche Untersuchung aller über die deutsche Grenze kommenden Personen und Gegenstände zur Folge haben müßte. Indem wir uns im Uebrigen in allen Theilen der beigefügten Eingabe der Hanauer Handels­kammer an den Preußischen Herrn Handelsminister anschließen, richten wir an Hohes Reichsamt des Innern die ergebenste Bitte, geneigtest dahin wirken zu wollen, daß dem Anträge der Herren Strauß u. Cie. und Genossen nicht stattgegeben werde. Das Organ des Zentralverbandes deutscher Industrieller, dieDeutsche I n d n st r i e - Z e i t u n g" schreibt: Trotz der unverständlichen Agitation, welche die deutsche Sozialbemokratie in den Kreisen der deutschen Industriearbeiter- schaft gegen das System eines Schutzes der nationalen Arbeit entfaltet, gibt es nvch immer Gruppen von Arbeitern, welche der festen Ueberzeugung sind, daß wenigstens in diesem Punkte eine volle Solidarität der Interessen Zwisten Unter­nehmern und Arbeitern besteht, und auf Grurid dieser Er­kenntniß für einen Schutzzoll für diejenigen Erzeugnisse eintreten, welche sie selbst herstellen. Sie begründen diese Stellungnahme ganz richtig damit, daß Alles darauf ankomme, lohnende Arbeitsgelegenheit im Lande zu schaffen. Ist diese vorhanden, dann treibt die Nachfrage nach Arbeitskräften ganz von selbst die Löhne in die Höhe. Läßt sich durch einen Schutzzoll einer heimischen Industrie der heimische Markt einigermaßen sichern, so müssen sich auch ihre Absatzverhältnisse festigen und steigern und sie in die Lage versetzen, dauernd größeren Kreisen des Arbeiterstandes Ärbeitsgelegenhxit zu bie en. Von der schwer bedrohten Diamantschleifer-Industrie ;u Hanan sind Bestrebungen ausgegangen, durch einen wirksamen Schutz auf geschliffene Diamanten dieser Industrie den deutschen Markt zu retten. Unbegreiflicherweise hat die dortige Handelskammer einen Kampf gegen diese Vorschläge begonnen, die durch das Direktorium des Zentralverbandes Deutscher Industrieller wirksame Förderung und Unterstützung erfahren baben. Jetzt hat für den vorgeschlagenen Schutzzoll auf geschliffene Diamanten auch eine Versammlung der Diamant­schleifereiarbeiter am 21. Januar Stellung genommen, in welcher folgende Resolution gefaßt worden ist:In Anbetracht des stetigen Zurückganges der hiesigen Diamant-Industrie und der dadurch bedingten schlechten Löhne und Arbeitsverhältniffe, sowie daß in absehbarer Zeit eine Besserung des Geschäfts­ganges nicht zu erwarten ist, erklärt die heutige öffentliche Versammlung der Diamantarbeiter ihre Zustimmung zu dem Entwurf eines Schutzzolles auf geschliffene Diamanten, in der Form, wie derselbe dem Deutschen Reichstage zugegangen ist. Die heutige Versammlung kann sich dem Bedenken der Handels­kammer nicht anschließen, erwartet vielmehr von einem Schutz­zoll eine Hebung der gesammlen Edelsteinindustrie am hiesigen Platze." (Eine weitere Versammlung der Diamantarbeiter hat sich, wie bereits mitgeiheilt, mit erheblicher Majorität gegen den gewünschten Zoll ausgesprochen. D. Red.)

* Die nächste Hufschmiede - Prüfung findet hier am Samstag den 22. März d. J. statt. Meldungen zu dieser Prüfung sind bis zum 1. März d. J. an den Herrn Kreis­thierarzt Collmann dahier zu richten.

* Das Ende der Stusgrabungen bei Eichen. Vorige Woche begaben sich mehrere Vorstandsmitglieder des Hananer Geschichtsvereins nach Eichen, um mit den Eigen- ihumern der beiden Aecker, auf welchem sich die Fundstellm be­finden, zwecks Pachtung des Geländes zu verhandeln. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebniß. Der Ge- schichlsverein machte mehrere Anerbieten; er wollte die übliche Pacht bezahlen unb für die durch das Umwühlen des Bodens unausbleibliche Verschlechterung des Ackerbodens eine ange­messene, durch Sachverständige festzustellende Vergütung bezahlen oder die in Betracht kommenden etwa 3 Morgen Landes zu sehr hohem Preise pachten, aber die Eigenthümer ließen sich auf nichts ein unb so wird das Ende wohl das sein, daß