Erstes Blatt
-
s r
Mauer
Bezugspreis: vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auS- värtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
ninaer
General-Anzeiger.
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kam«
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezirks-Fernsvrechanscklnß Nr. 98.
Mittwoch den 5. März
Giurücknngsgebühr:
Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf« gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg^ für AttswärtS 35 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecke? in Hanau,
Bezirks-FernsprechMschlnß 9?r. 98.
1902
Hue Stadt und Cand«
Hanau den 5. März.
* PafstrL. Mit dem 10 Uhr-Schnellzuge passirte heute Vormittag Ihre Maj. die Köniciin von Sachsen auf der Rückreise nack Dresden die hiesige Station.
V- Statistisches. Im Monat Februar'1902 wurden in unserer Stadt lebend geboren 74 Kinder, 47 Knaben und 27 Mädchen. — Gestorben sind, mit Ausschluß von 2 Todtgeborenen, 43 Personen, 28 männlichen und 15 weiblichen Geschlechts, darunter 6 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 37 und aus 1000 Einwohner und aufs berechnet kommen 16,3 Todesfälle.
Von den Gestorbenen
14 Kinder
waren:
Jahr
* Heffenland. Inhalt der Nummer 5 des „Hessenland" : Behn, M, „Wechselwirkung"; Müller, Gustav Avolf, „Sonnenabschied"; du Fais, Henri, „Genug" (Gedichte). — Wintzer, Dr. Eduard. „Ein Sendbrief von Johannes Schwan an seinen Vater Daniel Schwan, Bürger zu Marburg" (Schluß). — Fenge, Dr. „Das Beuerholz". Ein Beitrag zur Geschichte der hessischen Markgenossenschaften. — Katzen- stein, Lonis. „Römische Erinnerungen". — Reuter, Aug. „Renatus Karl v. Senckenberg" (Schluß). — B. F. C. „Vom Casseler Hoftheater IV". — Aus Heimath und Fremde. — Personalien. — Briefkasten.
* Gaslichtstärke. Gaslichtstärke in der Zeit vom 17. bis 28. Februar 1902:
stauptnug, er habe die Streitenden nur trennen wollen, rücht für wider« «fit erachtet, — Der Silberwaarenfabrikant Sch. ist beschuldigt, vor Weih' nachten 14 Tage hintereinander einige Arbeiterinnen nach 8U« U^r abend» ""ch beschäftigt zu haben, die Verhandlung wird aber vertagt behujL Ladung welkerer Zeugen, da die Anklage auf Grund der polizeilich ein- gereichten Lohnlisten erhoben wurde und der Beschuldigte angibt, daß in diesen Lohnlisten auch die außerhalb des Geschäfts gemachten Ueberstunden mit verzeichnet würden — Am 2 k Stovember geriet!) der Landwinh Sp. von Bruchköbel auf dem Nachhausewege mit einigen Anderen in Streit, der pch bis vor dessen Haus fortpflanzte. Durch den Lärm aufmerksam gemacht, kam dessen Bruder heraus, ergriff ein Stück Holz und schlug einem der Dastehenden einige Male damit über den Mops, ohne daß jedoch schlimme Folgen daraus resultirten. Das Gericht sprach den diescrhalb Angeklagten frei, weil es entnimmt, daß er in Nothwehr gehandelt habe, mdein er seinem Bruder zu Hilfe eilte.
17. Februar
Mends 620 Uhr
——
20,3
24,36
18.
ii
ii
680
1/
-—-
20,«
24,00
19.
w
ii
620
20,3
24,24
20.
ii
#r
ß30
20,8
24,60
21.
w
ii
6«
—
20,a
24,60
24.
M
u
6
—
20,9
25,0s
25.
II
ti
6"
——
21,o
25/0
26.
II
ii
615
MM*
21,9
25,44
27.
H
u
6
M
—
21,.
25/0
28.
II
ii
ß!5
—
20,6
24,73
Alter
ii M
II h ii
im
>/ tt w w
„ v w
Jahr Jahren
w m ii h ii
H
1/ II
II
0—1 1-5
5—10 10-20 20-30 30—40 40—50 50—60 60—70 70-80 80—90
von
II
II II
II
II
II il
II II
II
8 1 1 1 4 3 4 1 3 3 „ „
akuter Erkrankung der Athmungsorgane starben 9 Perso- nen, darunter 4 Kinder an Keuchhusten und an Lungenschwindsucht 5 hiesige Personen und 4 Ortsfremde. Die Todesursache war bei 4 Per'onen tuberkulöse Hirnhautentzündung, bei je 2 Personen Krebsleiven, Nierenerkrankung, akute Hirnhautentzündung und Aderverkalkung und bei je einer Person Rheumatismus, allgemeine Ernährungsstörung, Zellgewebsentzündung und Akuter Darmkatarrh. Nicht durch Krankheit bedingt war der Tod in 9 Fällen: 2 Leute sterben an Altersschwäche, 6 kleine Kinder an Lebensschwäche und eine 43jährige Person beendete ihr Leben durch Selbstmord. Dr. Zeh.
* Zusammenkunft der Thterschutzvereine. Die Lhierschutzvereme zu Frankfurt a. M., Offeubach, A'chaffen- burg und Hanau, die vor zwei Jahren den Beschluß gefaßt hatten, alljährlich zweimal zusammen zu kommen, um über Fraqen des Thierschutzes gemeinsam zu berathen, halten ihre Frühjahrs Zu'ammenkunft am Mittwoch den 19. d. M., abenbä halb 8 Ubr dahier im Ostbahnhofe ab. Der Vorstand des Hanauer Tkierschutzvereins bat es sich angelegen sein lassen, die Zusammenkunft für alle Theilnehmer so anregend wie nur möglich zu gestalten. Besonderes Interesse wird die den Verhandlungen vorder gehende praktische Vorführung des Tödtens der Hunde durch Einathmen von Kohlensäure erregen. Der betreffend? Apparat, in welchem sich der Tödtungsakt vollzieht, wurde bekanntlich nach eigenen Angaben des hiesigen Thierschutzvereins konstruirt, das Verfahren selbst, Hunde schnell und schmerzlos zu tobten, hat sich hier bestens bewährt. Bei den diesigen Verhandlungen, die in einem Zimmer des Ost- bahnboss vor sich gehen, werden verschiedene Mitglieder des Vorstandes vom hiesigen Thierschutzverein Referate über die
U Kind Person
ii Personen
x
ii Person
Personen „
mannigfaltigen Aufgaben der Thierschutzvereine halten.
* Städtische Sparkasse. Unserem gestrigen Berichte über die Stadtverordnetensitzung haben wir ergänzend noch Folgendes nachzutragen: Zu dem Etat der Sparkasse bemerkte der Referent Herr Treusch, daß die Einlagebeträge höher angesetzt sind, da wir uns in steigender Frequenz befinden. Der Etat balancirt in Einnahme und Ausgabe mit Mk. 2,104,000.— gegen Mk. 1,930,000.— im Vorjahre. Der Jahresreingewinn ist mit Mk. 9000.— veranschlagt, wovon die Hälfte dem Reservefonds und die andere Hälfte der Siadtkasse zufließt. Incl. der eigenen Zinsen beträgt die Zuweisung an den Reservefonds Mk. 10,121.—. Auf Wunsch theilt der Referent noch die Ergebnisse des Jahres 1901 mit. Der Abschluß ist fertiggestellt: für den Reservefonds ergibt sich ein buchmäßiger Kursgewinn von Mk 74,613.28 sowie einen Geschäftsgewinn von Mk. 14,167.— welch Letzterer folgenbe Verwendung findet: a) seine eigenen Zinsen mit 562t.—, b) mit der Hälfte des restl. Überschusses Mk. 42 ^3 sowie c) mit der anderen Hälfte von Mk. 4273.— jur Verfügung der Stadt, zusammen wie oben Mk. 14,167.—. Der Reservefonds steigt mithin auf Mk. 240 320.—. Das Ernleger-Guthaben stellt sich auf 3,563,208.63. — Als Illustration des sogen. Nothstandes sei noch mitgetheilt,. daß der^ Monat Januar 1902 2810 Einzahlungen mit Mark 253,000.— betrug, während es der Januar im vorigen Jahre, al>o 1901 nur auf 2640 Einzahlungen mit Mk. 210,000.— dachte. Es handelt sich also um ein Mehr in dem letzten Januar von 170 Einlagen mit Mk. 45,000.—
* Viehmarkt. Der heutige Viehmarkt hatte einen Auftrieb von 11 Rindern, 91 Kühen und 15 Kälbern zn verzeichnen.
Mithin durchschnittlich 20,« 24/4
G Fechenheim, 4. März. (Feue r.) Gestern früh um 5 Uhr brach in der Kreidemühle von Phil. H. Kühn dahier Feuer aus, welches das ganze Fabrikgebäude sammt seiner mas inellen Einrichtung bis auf die Grundmauern zerstörte. Noch bis spät am Abend zuvor hatte der Sohn Konrad in der Mühle gearbeitet und sich dann, ohne etwas Verdächtiges wahrgenommen zu haben, zur Ruße begeben. Es hatte sich jedoch im Parterreraun e eine Achse der Schabe- maschine heiß gelaufen, wodurch die Holztheile derselben ins Glimmm kamen, so daß, glücklicherweise erst gegen Morgen, die Flammen ausbrachen. Ein in unmittelbarer Nachbarschaft wohnendes Dienstmädchen, welches durch ein unheimliches Geknister geweckt worden war, hatte das Feuer zuerst gemerkt und ihren Dienstherrn darauf aufmerksam gemacht, der nun sofort zur Brandstätte eilte unb die noch in tiefen Schlafe liegende Familie Kühn weckte. Es gelang noch rechtzeitig, einen in der Nähe befindlichen Benzinballon wegzubringen. Die rasch^ alarmirte freiwillige Ortsfeuerwehr beschränkte das Feuer auf seinen Herd und rettete so eine nahe stehende Scheune und einen Schuppen. Gebäude und Immobilien sind versichert.
O Rüdigheim, 4. März. (Zwei Brände.) In unserem Orte hatten wir gestern zweimal Brandfälle zu verzeichnen. Am Nachmittage gegen SVs Uhr brannte die dem Waldhüter Konrad Vogler und dem Fabrikarbeiter Joh. R ö d e r II. gemeinschaftlich gehörende Scheune nebst daran- gebauten Schweinestall nieder. In der darauffolgenden Nacht kurz nach 12 Uhr wurde auf dem Boden des der Wittwe Ruth gehörenden Stalles Feuer bemerkt, das sich rasch verbreitete, die Ställe und das Wohnhaus der Wittwe Ph. Ruth stark beschädigte, die Scheune derselben vollständig einäscherte und auch das Wohnhaus des Maurers Friedr. Treulich einäscherte. Der dem Maurer Treulieb entstandene Schaden wird auf rund 3500 M., der der Wittwe Ruth auf rund 4000 M. geschätzt. Ueber die Entstehungsursache beider Brände ist noch nichts ermittelt.
Q Ekbstadt, 4. März. (Für die Buren.) An freiwilligen Gaben für die Buren sind aus hiesiger Gemeinde 100 Mark gespendet worden. Die Burenfreunde brachten ihre Gaben mit großer Freudigkeit, ihre Sympalhie für die gerechte Sache damit bekundend, auch Unbemittelte trugen ihr Scherf- lem bei.
Hauaner Uereins- u. Uergnügungsnachriöztett
füo Mittwoch den 5 März.
Stadttheater in Hanau: »Der Meineidbauer", Volksstück mit Gesang in 5 Auszügen von Anzengruber: Anfang 7 Uhr.
Vaterländischer Frauenverein: Abends 71/* Ubr im Saale des Stadtschlosses : 2. Vdrtraa; Herr Wenig, Lehrer an der Kgl. Zeichen- akademie über: «Angewandte Kunst der Gegenwart'.
Ev. Männer-u. IünalinaSverein: Boiaunenblaten »Ev. Veremshaus). Kaufmännischer Verein Hanau: Vereinsabend im Restaurant Mohr. Getellschaft .Treu beim Alten" • Zusammen!. in der ..Brauerei Orschler". Spar- n Spielkasse »zum goldnen Herz*: Abends 9 Uhr: Auflage und Aufnahme neuer Mitglieder.
Gesangverein Tonblüthe": Singstunde in der „Stadt Bremen . Verein „Geselligkeit": Monatsversammlung in der großen Krone'. Arends'scher Stenographenveretn „Avollo»und' (Gasthaus „k Grafen P lilipp Ludwig: VereinSabend.
Turn- u. Fechtklub: GemeiuschastiicheS Turnen der Männerriegen von Turngcweinde und Turn- n. Fechtklub.
Thaler-Klub: Zusammenkunft in den „3 Hafen".
Verein der Bayern : VereinSabend im Gasthaus „zu den o Schwanen". Hanauer Schützenverein: VereinSabend im „Restaurant Mobr.* Gewerbe- und Handwerker-Vrrein: VereinSabend in der „Allemania". Freiwillige Feuerwehr: 1. Komp. int „goldnen Herz*; Steiger-Korps in der „Brauere Beck'.
Dersteigernirgs- etc. Kalender
litt Sonnentag beu 6 März.
Holzversteioerlmaen: 1) im Gemeindewald zu Langenselbold; Zu- sammevkavst vormittags 9 Uhr am Rode berp, KreiSstraße (f. Nr. 3 »Heu. Anz.'). — 2) im Osthelmer Grmeindewald; Zusammenkunft vormittags 9 Uhr am Eingang des Waldes an bet Straße nach Rommel- Hausen (f. Nr. 52 „Hau. Anz.*). — 3) der Gemeinde Wosserlos; Ter mm von mittags 1 Ubr ab in der Gastwirtschaft deS HettN Heinrich Reising zu Wasserlos (s. Nr. 50 „Han. Anz.').
Mittags 12 Uhr sollen verschiedene Arbeiten, die zur Herstellung des Nathbou?-Neubaues in Fechenheim erforderlich sind, im Bauburean des Elektrizitätswerks zu Fechenheim veraebm werden ft. Nr 48 „Han. Anz"), — Nachmittags von 2 Uhr ao wird Maiktvlatz 10 im Laden die vollständiae Ladeneinrichtung, sowie Näbmaschine, Waarenschrank und sonst Verschiedenes durch den beeid. Taxator und Alcktionator Herrn Fr. Kämpfer gegen pleich boote Zahlung versteigert.
Barometerstand
niittags 12 Uhr am 4./3.
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
Regen (Wind)
Viel Regen
Sturm
770'
760.
750
740.
730
720
710
5./3.
770
760
750
740
730
720
710
Aus dem Gerichtssaal.
Sitzung des Hauauer Schöffengerichts vom
4. März.
Die Ehefrau H. ist angeklagt, eine andere im selben Hause wohnende Frau D. gelegentlich eines Streites durch Schlagen mit einem Stock körperlich mißhande t zu haben, wird aber sreigesprochen. da die geringfügige Verletzung sich durch die voranfgegaugene Beleidigung seitens der anderen Pattei ausgleicht.'— Der Fasaneriewärter M. von Kesselstadt erhielt ein polizeiliches Strafmandat von 2 Mark wegen unemschuldigter Schulverjäumniß seiner beiden Kinder. Das Gericht spricht ihn in einem Falle frei, da durch das erwiesene Kranksein des Kindes die Schulver- säumniß genügend motioirt und deshalb eine nachträgliche Entschuldigung sehr wohl ausreichend ist. Im anderen Falle wird der Einspruch als unbegründet verworfen. — In der Nacht vom 27. auf den 28. Dezember v. 38. entspann sich vor einer hiesigen Wirthschaft eine Rauferei, deren gerichtliches Nachspiel für zwei Belheiligte Geldstrafen von je 20 Mark im Gefolge hatte. Ein dritter Bcthciligter, der Taglöhner R., hat sich heute gleichfalls wegen körperlicher Mißhandlung des Akkordarbeiters Karl H, zu verantworten, wird aber sreigesprochen, da das Gericht seine Be-
Telegraphischer Wetterbericht der deutsche« Seewarte.
Telegramm aus Hamburg vom 5. März,
9 Uhr 40 Min.
Ein Maximum über 770 mm erstreckt sich von Westrußland bis Mitteldeutschland, eine Depression unter 755 mm lagert nördlich von Schottland. In Demschland ist das Wetter ruhig, trocken, meist ziemlich kalt, im Binnen lande vielfach heiter.
Prognose für den 6. März: Ruhiges, trockenes, im Norden etwas wärmeres Wetter wahrscheinlich.