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Bezugspreis:

Nerteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus­wärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag.

Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Nr. 303

Erstes Blatt

General-Anzeiger

Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgcbühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Naum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Montag den 30. Dezember

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

1901

Amtliches Bekanntmachung.

Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 12. d. Mts., durch welche die beiden Häuser des Landtages der Monarchie auf den 8. Januar f, Js. in die Haupt- und Residenz­stadt Berlin zusammenberufen worden sind, mache ich hierdurch bekannt, daß die besondere Benachrichtigung über den Ort und die Zeit der Eröffnungssitzung in dem Bureau des Herren­hauses hier, Leipziqerstraße Nr. 75, und in dem Bureau des Hauses der Abgeordneten hier, Prinz Albrechtstraße Nr. 5/6, am 7. Januar k. Js. in den Stunden von 9 Uhr früh bis 8 Ubr abends und am 8. Januar k. Js. in den Morgen­stunden von 8 Uhr früh ab offen liegen wird.

In diesen Bureaus werden auch die Legitimationskarten zu der Eröffnungssitzung ausgegeben und alle sonst erforder­lichen Mittheilungen in Bezug auf diese gemacht werden.

Berlin den 16. Dezember 1901.

Der Minister des Innern.

V 18758________v. Hammerstein._________

Bekanntmachung.

Die Zinsscheine Reihe III Nr. 1 bis 20 z u den Schuldverschreibungen der Preußischen ko nsolid ir ten 3^2 vormals 4pr ozen tig en Staatsanleihe von 1882 über die Zinsen für die Zeit vom 1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1911 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden vom 2. Dezember 1901 ab von der Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Orantenstraße 92/94, werktäglich von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags, mit Ausnahme der drei letzten Geschäftstage jedes Monats, ausgereicht werden.

Die Zinsscheine sind entweder bei der Kontrolle der Staatspapiere am Schalter in Empfang zu nehmen, oder durch die Regierungs-Hauptkassen, sowie in Frank­furt a. M. durch die Kreiskasse zu beziehen.

Wer die Empfangnahme bei der Kontrolle s e l b st wünscht, hat ihr persönlich oder durch einen Beauftragten die zur Abhebung der neuen Reihe berechtigenden Erneuerungsscheine (Zinsscheinanweisungen) mit einem Ver­zeichnisse zu übergebe n, zu welchen: Formulare ebenda unb in Hamburg bei dem Kaiserlichen Postamte Nr. 1 un­entgeltlich zu haben sind. Genügt dem Einreicher eine numerirte Marke als Empfangsbescheinigung, so ist das Vcr- zeichniß einfach, wünscht er eine ausdrückliche Bescheinigung, so ist es doppelt vorzulegen. Die Marke oder Empfangs­bescheinigung ist bei der Ausreichung der neuen Zinsscheine zurückzugeben.

Durch die Post sind die Erneuerungs­scheine an die Kontrolle der Staatspapiere nicht e i n z n s e n d e n.

Wer die Zinsscheine durch eine der oben genannten Provinzialkassen beziehen will, hat dieser Kasse die Erneuerungs­scheine mit einem doppelten Verzeichnisse einzureichen. Das eine Verzeichnis wirb, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Aushändigung der Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu diesem Ver- zeichniß sind bei den gedachten Provinzialkassen und den von den Königlichen Regierungen in den Amtsblättern zu be­zeichnenden sonstigen Kassen unentgeltlich 31t haben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Er­neuerungsscheine abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die Schuldverschreibungen an die Kontrolle der Staatspapiere oder an eine der genannten Provinzialkassen mittels besonderer Eingabe einzureichen.

Berlin den 15. November 1901.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

v. Hoffmann.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dein Bemerken veröffentlicht, daß die in derselben bezeichneten For­mulare von der hiesigen Regierungs-Hauptkasse und den Kreis­kassen unseres Bezirks verabreicht werden.

Cassel den 25. November 1901.

Königliche Regierung. V 13074 Mauve.

Stadtkreis Dan au.

Die Geflügelcholera unter dem Hühnerbestande des Conrad Hang zu Offenbach a./M. ist wieder erloschen. Die angeordnete Sperre wurde aufgehoben.

Hanau den 27. Dezember 1901.

Königliche Polizei-Direktion.

P 12406 J. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Bekanntmachung.

Auf Grund des § 56b Absatz 3 der Reichsgewerbeordnung in der Fassung des Gesetzes vom 6. August 1896 (R.-G.-Bl. S. 685) untersage ich den Handel mit Rindvieh, Schweinen, Schafen und Ziegen im Umherziehen für den Landkreis Hanau bis zum 1. Februar 1902*

Zuwiderhandlungen werden nach § 148 Ziffer 7a der Reichsgewerbeordnung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, im Unvermögensfalle mit Haft bis zu 4 Wochen bestraft, sofern nicht nach § 328 des Strafgesetzbuches eine höhere Strafe verwirkt ist.

Cassel den 24. Dezember 1901.

Der Regierungspräsident, von Trott zu Solz.

Wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Hanau den 27. Dezember 1901.

Der Königliche Landrath.

I. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Stadt- und Landkreis Hanau. Ausschreiben.

Ein Unbekannter, angeblicher Adam Hörnlein, Kauf­mann von Kaiserslautern, erhängte sich in der Nacht vom 21./22. L Mts. in einem hiesigen Hotel.

Beschreibung: ca. 5055 Jahre alt, ca. 1,72 Mtr. groß, schlank, melirte kurz geschnittene Haare, starker brauner Schnurrbart, längliches Gesicht.

Kleidung: grau und weiß gestreifte Hose und Weste, grauer Sackrock, schwarzer Ueberzieher, weicher schwarzer Filzhut mit dem Firmenzeichen Hof-Hutfabrik P. Martini, Frankfurt a./M., Roßmarkt 8, Inh.: H. Kranz. Bei seinen Effekten hatte er 3 farbige Wachseinschlagtücher, 1 silberne Remontoiruhr mit Doppeldeckel, auf deren Rückdeckel ein Häuschen eingravirt ist, weiter eine Schachtel, enthaltend ein Hühneraugen-Vertilgungsmitlel, mit dem EtiketPaul Schauster, Frankfurt a./M., Hascugasse Nr. 11". Aus der Wäsche ist das Zeichen augenscheinlich entfernt, nur die Unterhose ist mit einem aufgenählen Streifen, der die Auf­schriftW. Benger Söhne, Stuttgart" trägt, versehen. Als Motiv des Selbstmordes ist ein schweres Geschlechtsleiden des Verlebten anzunehmen.

Wir ersuchen um umgehende telegraphische Nachricht, falls die Persönlichkeit dorten bekannt ist.

Mainz den 23. Dezember 1901.

P 0 lizeiamt.

Wird veröffentlicht.

Hanau den 25. Dezember 1901.

Der Königliche Landrath und Polizei-Direktor.

P 12382 I. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Gefundene und ucilorciic Gegenstände 2c.

Gefunden: 1 Gummischuh auf dem Salisweg. 1 silberner Kinderring mit einem rothen Steinchen und 2 kleinen Zähnchen besetzt. 1 grünes Portemonnaie mit 3,22 M. In­halt und einem Zettel mit dem Namen Mina Holzapfel, Ost­bahnhof. 1 neuer weicher Herrensilzhut. 1 Paar braune Herrengla^ö-Handschuhe, im Laden Lindenstraße 3 liegen ge­blieben ; Empfangnahme daselbst. 1 Hase. 1 Ortskranken­kassenbuch und 1 Jnvalidenkarte für den Kupferschmied Peter Schmitt aus Heiligenstein.

Verloren: 1 graue wollene Pferdedecke mit Lederbesatz.

Abhanden gekommen: 1 schwarzer Damenschirm mit schwarzem Griff im Theater.

Zugelaufen: 1 kleiner schwarzer Hund. 1 schwarz und weiß gefleckter Hund (langhaarig), m. Geschl.; Empfang­nahme bei Milchhändler Philipp Wiegand in Niederdorfelden.

Entlaufen: 1 weiß und schwarz gefleckter Jagdhund.

Vom Wasenmeister am 28. d. Mts. eingefangen:

1 grauer getigerter schottischer Schäferhund m. Geschl.

Hanau den 30. Dezember 1901.

Hus Stadt und Cand.

HAnart, 30. Dezbr.

* Missionsstnnde. Heute Abend wird Missionsstunde abgehalten.

* Die Absender von Nenjahrsbriefen werden darauf aufmerksam gemacht, daß es zur Beschleunigung bei der postdienstlichen Behandlung und zur Sicherstellung einer pünkt­lichen Bestellung der Briefe wesentlich beiträgt, wenn dieselben mit einer deutlichen und genauen Aufschrift versehen werden.

Hierzu gehört außer der Bezeichnung des Bestimmungsortes in großer und leicht lesbarer Schrift die Angabe der Wohnung nach Straße, Nummer und Stockwerk, bei Sendungen nach Berlin auch die Angabe des Postbezirks und die Nummer der Bestell-Postanstalt z. B. C. 22, W. 9, N. W. 52.

Geistliche Mustka-tfsührimg. Die für den Buß­tag geplante und dann verschobene geistliche Mustkaufführung soll nunmehr am 14., Januar in der Marienkirche stattfinden. Ein möglichst einheitliches Programm, das dem Charakter der Epiphanienzeit Rechnung trägt, bietet für Freunde geistlicher Musik umsomehr Interesse, da derartige Kompositionen hier noch nicht dargeboten wurden. Da überdies der Reinertrag dem hiesigen Diakonissenheim zufließen soll, dürfen die Veran­stalter wohl umsomehr hoffen, daß die Bewohner unserer Stadt bem Unternehmen das regste Interesse entgegenbringen werden. Eine Liste zum Einzeichnen wird demnächst in Umlauf gesetzt werden.

* Stadttheater. Der Neujahrstag bringt wiederum eine interessante Novität, das SalonlustspielMiß Hobbs" des englischen Humoristen K. Jerome. Dasselbe hat bei seiner Erstaufführung 'am Hoftheater in Dresden eine glänzende Auf­nahme gefunden, man bezeichnet es als ein echtes Lustspiel, das den liebenswürdigsten Humor aus den sehr komischen Situationen und Charakteren zu ziehen weiß. Die Haupt­rollen werden von den Damen Gypen, Hannewald und Leoni, sowie den Herren Kron, R i n k e l und Schwarz, der auch die Regie führt, gespielt.

* Hanauer Kriegerverein. Am Samstag Abend hielt im Saale der Centralhalle der Kriegerverein seine übliche Weihnachtsfeier ab, die sich, wie seit Jahren gewohnt, eines starken Besuchs zu erfreuen hatte. In seiner, in einem Hoch aus unser erlauchtes Kaiserpaar gipfelnden Begrüßungsansprache betonte der Vorsitzende, Herr Hauptmann a. D. v. Buttlar, daß anerkannt tüchtige Kräfte sich in den Dienst der Veran­staltung gestellt und deshalb einige genußreiche Stunden sicher zu erwarten seien, eine Voraussage, die sich in jeder Weise er­füllte. Nach dem Vortrag der den Abend trefflich einleitenden Schneider'schen Festouverture überHeil Dir im Siegerkranz" durch die Ulanenkapelle folgten in der Abwickelung des Pro­gramms Liedervorträge des Herrn W. Ritter, humoristische Darbietungen des Meisters der Komik Herrn Rohde, eine in allen Theilen sorgfältig vorbereitete Aufführung des Genre­bildesBurentreue" und ein komisches DuettBauer und Photograph." Zwischendurch konzertirte die Ulanenkapelle, die ebenfalls reichen Beifall erntete. Die Verloosung erbrachte reizende Gewinne und der zweite Theil derselben bildete die Ueberleitung zu dem letzten Theil des Festes, dem Tanz, der bis in die Morgenstunden hinein die Theilnehmer in bester Stimmung zusammenhielt.

) (Wiener Spitze." Trotz des schlechten Wetters und wie man sonst sagt zwischen den Jahren, wo sozusagen kein Geld mehr da ist, war wieder das bekannte Vergnügungs­lokal bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein Beweis hierfür war die Thatsache, daß viele Besucher umkehren mußten. Wir weisen darauf hin, daß am Neujahrstag der so beliebte Bauchredner Herr Grimm auf vielseitigen Wunsch noch­mals auftritt. Ein Besuch dieser Vorstellung kann schon jetzt wärmstens empfohlen werden.

S§ SingspielhatteBrauerei Dörr". Das gestern und vorgestern zur Durchführung gebrachte Programm darf als geradezu exquisit bezeichnet werden. Es vermochte nicht nur in Bezug auf Reich­haltigkeit und abwechselungsvolle Unterhaltung allen Ansprüchen zu ge­nügen. sondern ließ auch an Gediegenheit der Darbietungen fast nichts zu wünschen übrig. Alle zu einem richtigen Spezialitätentheater gehörigen Fächer waren vertreten und zwar durch nur wirklich gute Kräfte. Die Soubretten erfreuten sich überaus reichen Beifalls, speziell Frl. Ehrenfeld, die Komiker entfesselten wahre Lachsalven und erzeugten eine äußerst animirte, ja ausgelassene Stimmung und wurden stürmisch applaudirt. Aber trotz alledem verdienen die bereits früher von uns gewürdigten Leistungen des Duettistenpaares Geschw. Kronenberger das Prädikat hervorragend" in vollem Maße. Das vorzügliche Zusammenspiel wie die gute Mimik und die dadurch erreichte urwüchsige Komik brachten den Künstlern auch diesmal wieder nicht endenwollende Beifallsspenden. In besonders reichem Maße war dies der Fall nach dem zum ersten Male zur Ausführung gelangten OriginalduettKapitän Sturm und sein weib- licher Matrose, ein Zukunftsbild der deutschen Marine", wohl hauptsäch­lich durch den in demselben enthaltenen patriotisch-begeisterten Stimmungs­gehalt. Den Knalleffekt des Ganzen aber erzielte diesmal eine 4köpfige Gesellschaft von Luft- und Panerregymnastikern, nämlich die rühmlichst bekannte Lecrs-Arvello-Truppe, die Aelteste derselben kaum 18 Jahre, das Jüngste 6 Jahre alt. Die Leistungen dieser Truppe waren einfach glanz­voll und der jeder einzelnen der zahlreichen und immer schwieriger werden­den Produktionen gespendete rauschende Beifall dokumentirte wohl am Besten die hohe Befriedigung der Anwesenden. Obgleich wir für gewöhn­lich Wiederholungen nicht als zuträglich für einen guten Besuch erachten, würden wir doch ein zweites Auftreten dieser Gesellschaft mit Freuden begrüßen.

A Rentenschwindel. Daß man nicht ungestraft Rentenschwindel zum Nachtheile der land- und forstwirthschaft- lichen Berufsgenössenschaft treiben darf, mußte kürzlich der Landwirth Johannes Baty 0 n im benachbarten Gebirgsdörfchen Heimbach erfahren. Der Kali verdient als warnendes Exempel