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General-Anzeiger.

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Nr. 24.

Amtliches

Stadtkreis Danau.

Der Königliche Gewerberath Scheibel aus Fulda gibt am Donnerstag den 3L d. Mts., abends von ß^-S Uhr, in einem Zimmer des hiesigen Standesamts den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegenheit zu Be­sprechungen.

Hanau den 29. Januar 1901.

Königliche Polizei-Direktion.

J. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Der Gastwirth und Metzger Georg Fickert in Ober­rodenbach beabsichtigt auf dem Grundstück Kartenblatt E. Nr. 413 des Gemeindebezirks Oberrodenbach (Brandversiche­rungs-Nr. lO'/e) eine Schlächterei einzurichten und zu betreiben.

Gemäß § 16 ff. der Reichsgewerbe-Ordnung bringe ich dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß im Sekretariat des Kreisausschusses die Beschreibung und Zeich­nung der Anlage ein gesehen, a^ etwaige Einsprüche gegen dieselbe mündlich oder schriftlich innerhalb 2 Wochen angebracht werden können. Später eingehende Einwendungen bleiben unberücksichtigt.

Zur Erörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen steht Termin

am Dienstag den 12. Februar d. Js, vormittags 10 Uhr, hierselbst an, wozu die Betheiligten hiermit eingeladen werden.

Hanau den 25. Januar 1901.

Der Vorsitzende des KreisauSschusses.

A. 357 v. Schenck. 1718

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Die Satzungen für die städtische Sparkasse in Hanau liegen vom 30. d. Mts. an zwei Wochen lang im Rathhause, Stadtsekretariat, Zimmer Nr. 21, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen; innerhalb dieser Frist können Ein­wendungen gegen diese Satzungen bei uns erhoben werden.

Hanau den 24. Januar 1901.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 1732

Kleines Feuilleton.

0 Der chinesische Damensutz und anderes Chinesisches. Man schreibt uns: In der letzten Zeit ist so viel über die Chinesen berichtet worden, daß nur noch ver- hältnißmäßig Weniges, was von allgemeinem Interesse wäre, von ihnen zu erörtern sein dürfte. Auch über den chinesischen Damensuß ist schon Manches geschrieben worden, aber so wie diesen die Gartenlaube vom Jahre 1858 in einem Artikel von Wingrove Cooke beschreibt, ist er unseres Wissens bis jetzt noch nicht geschildert worden. W. Cooke hat sich Mädchenfüße in allen Stadien der Vorbereitungskunst zeigen lassen und führt darüber Folgendes aus:Das älteste der acht Mädchen hatte schon den vollendet schönen Fuß, einen formlosen Klumpen. Der Rist ober die Fußbiege nimmt die Stellung des Knöchels ein und alles, was blieb, um darauf zu gehen, war der Ballen der großen Zehe und die Ferse. Das ist der kleine Fuß der Chinesinnen, ein Stückchen Zehe und ein Stückchen Ferse mit einem großen Riß dazwischen. Zwei der anderen Mädchen, zweites und drittes Stadium der Vervollkommnung, litten noch große Schmerzen in den heißen, entzündeten Füßen. Die Nächste war noch im Anfänge des zweiten Stadiums, in welchem schwache Kinder oft sterben. Die Fußsohle war zu einem Boge» zusammengepreßt, Ferse und große Zehe möglichst nahe aneinander geschroben. Diese Folter wird nach und nach immer enger geschroben, Monat um Monat. Der Fuß schwillt und entzündet sich, die Schmerzen sind oft furchtbar, aber die zärtliche Mutter harrt aus. Die vier jüngsten Mädchen waren noch im Vorbereitungsstadium, in welchem die große Zehe frei­gelassen, die vier andern aber fest unter den Fuß gebunden werden, bis sie dem Auge ganz verschwinden, ihre Artikulation verlieren und mit der Fußsohle unten verwachsen. Hernach erst kommen die verschiedenen anderen Folter-Pressen, bis die Dame auf großer Zehe und Ferse, dicht nebeneinander, frei, aber stets wackelig, einherstolziren kann." In demselben Jahr­

Dienstag den 29. Januar

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 mosaisches Buch, aus der inneren Seite den Namen Lullu Neumann.

Verloren: 1 goldener Ohrring mit weißem Steinchen. Zugelaufen: 1 schwarzer, kleiner Spitzhund w. Geschl. Hanau den 29. Januar 1901.

Brodwucher.

Die ministerielleBerliner Korrespondenz" schreibt: Die Thatsache ter von dem Ministerpräsidenten Grafen v. Bülow im Abgeordnetenhause am Samstag namens der Staats- regierung abgegebenen unumwundenen Erklärung über den der Landwirthschaft künftighin zu gewährenden erhöhten Zollschutz muß auch denen willkommen sein, die eine solche Zollsteigerung aus irgendwelchen Erwägungen glauben ablehnen zu müssen. Denn in den Widerstreit der Meinungen über die Getreide­zollfrage ist durch jene Kundgebung eine Klärung hineingetragen worden, die einer festeren Stellungnahme der Parteien zu dem berührten Thema nur dienlich sein kann. Und eine erwünschte Aufklärung des parlamentarischen Aufmarschterrains ist bereits insofern erfolgt, als durch die Verhandlungen und durch die namentliche Abstimmung am Samstag ein gewisser Ueberblick über die grundsätzlichen Anhänger und Gegner höherer Zollsätze für die landwirthschaftlichen Produkte sich bargeboten hat. Wenn­gleich das preußische Abgeordnetenhaus an der parlamentarischen Entscheidung über den neuen Zolltarifgesetzentwurf nicht betheiligt ist, so läßt sich doch aus seinem Verhalten ein Schluß auf die Situation im Reichstage ziehen.

Die bereits seit Wochen, namentlich von freisinniger Seite, eingeleitete Agitation gegen die Getreidezölle wird, nachdem die Stärke der Gegenseite offenbar geworden ist, voraussichlich mit verdoppeltem Eifer in Gang gebracht werden. Die Haupt­stücke aus dem Arsenal der Gegner der Agrarzölle sind nament­lich aus den Volksversammlungen, in denen Freisinnige, National­soziale und Sozialdemokraten zum Kampfe aufriefen, sowie aus einer ganzen Serie lheoretisirender Flugblätter und Vorträge hinlänglich bekannt. In allen diesen rednerischen und publizistischen Auslassungen wird mit besonderer Vorliebe gegen denBrod­wucher" geeifert. Unter dieser Parole sind die demokratischen Heerschaaren aller Schattirungen zumeist unterstützt von ein­zelnen -wirthschaftspolitischen Doktrinären, seit mehr als zwei Dezennien bei jeder Debatte über das vom ersten Reichskanzler inaugurirte wirthschaftspolitische Programm ins Feld gezogen. Den gegenwärtig aufs Neue sich erhebenden Klagen überBrot­wucher" wird man wie früher so auch jetzt eine wesentliche Be­deutung nicht beimessendärfen. Die denBrodwucher" vermeintlich bedingenden Getreidezölle haben den gewaltigen Aufschwung der

gang der Gartenlaube (1858) lesen wir in einem größeren Aufsatz über China ferner: Der Friede in Peking ist unter­zeichnet, ganz China steht den Engländern und Franzosen offen. Aber in Canton steht folgende Proklamation derBravos" an allen Straßenecken und wird nach Kräften ausgeführt: Die Nation der rothhaarigen ausländischen Hunde ist bekannt als eine Nation von Dieben, die oft unser blumiges König­reich der Mitte heimsuchen. Wir, die Bravos der Provinz Kwang-tung, bekriegten in dem Jahre 22 des Tao-kwang den Ellot (Kapitain Elliot). Es ist schade, daß wir sie damals nicht alle umbrachten. Sie würden dann nicht im 11. Monat vorigen Jahres mit Hilfe der französischen Teufel, vorgebend, daß sie keine Feindseligkeiten beabsichtigten, die Mauern unserer Stadt zerschmettert, 10,000 Häuser und Läden zerstört, das Volk seiner Habe beraubt, Frauen entehrt und friedliche Leute mit Knütteln niedergeschlagen haben. Sie erließen Proklama­tionen, nach denen sich unser Volk richten sollte. Wir, die Untergebenen des himmlischen Thrones, hochgepriesen 'vo« Kaiser, wollen uns diesen Barbaren nicht unterwerfen. Es sind bloß 23000 englische und französische Hunde in unserer Stadt. Wir aber zählen nach Tausenden von Tausenden. Wenn nur Jeder von uns eine Waffe trägt und jeden dieser Fremden, der ihm begegnet, umbringt, werden wir sie bald alle gelobtet haben. Jeder, der mit einem dieser ausländischen Hunde handelt ober ihm Lebensmittel gibt, soll ergriffen und nach den Gesetzen bestraft werden. Jede Ortschaft, die unseren Bestimmungen entgegenhandelt, wird der Erde gleich gemacht und deren Bevölkerung bestraft. Jeder in Amr ober Brod dieser Hunde muß binnen hier und einem Monat seine Stelle verlassen. Wenn nicht, werden seine Angehörigen ergriffen und behandelt, als wenn sie selbst Roth-Kopf-Rebellen wären. Jeder, der Blut und Leben hat, ist verpflichtet, den Kummer unseres Kaisers zu theilen. Wer dagegen Bedenken hat, wird als Dieb behandelt, Jeder kann ihn todten. Die Amerikaner, Spanier und andere fremde Nationen stehen in gutem Ver­nehmen mit unserem Volk. Die Zerstörung und die Stauung

1901 deutschen Industrie und die außerordentliche Verbesserung in der Lebenshaltung des deutschen Arbeiterstandes nicht aufgehalten, haben vielmehr, als ein hochwichtiges Glied in der Kette der nationalen Wirthschaftspolitik, unserem wirthschaftlichen Gedeihen manche neue Antriebe zugeführt. Es muß auch dahingestellt bleiben, inwieweit die in Aussicht genommene Steigerung der Getreidezölle eine Brodvertheuerung zur Folge haben wird. Jedenfalls läßt die Thatsache, daß die Getreide- und Brodpreise in Deutschland in Zeiten mit äußerst niedrigen oder gar nicht vorhandenen Getreioezöllen beträchtlich höher standen, als es gegenwärtig der Fall ist, erkennen, daß nicht lediglich der Zoll­politik die Verantwortung für die Gestaltung der Brodpreise aufgebürbet werden kann. Die Erkenntniß aber, daß billige Lebensmittel keineswegs eine nothwendige Voraussetzung für die fortschreitende Entwickelung der Arbeiterklasse sind, hat selbst in solchen Kreisen Wurzel geschlagen, die von der freisinnigen Presse durch die heftigen Angriffe auf dieKornwucherparteien" jetzt in Bewegung und Erregung gebracht werden sollen. Der Freisinn hat durch die Agitation für Verbilligung der Lebens­mittel vermittelst Beseitigung der Getreidezölle sicherlich nicht neuen Boden gewonnen. DasVolk", welches dieRedner und Blätter der äußersten Linken zum Protest gegen eine Erhöhung der Getreide­zölle auffordern, hat sein Urtheil wiederholt abgegeben; im Reichstage, dessen Wahlrecht den demokratischen Einwirkungen ungehindert Spielraum gewährt, ist zweifellos eine erhebliche Mehrheit für den verstärkten Zollschutz vorhanden.

Die Urheber der freisinnig-sozialdemokratischen Agitation gegen die Getreidezölle, wie sie in Versammlungen und in der Presse betrieben wird, sind sich der Schwäche ihrer Position sehr wohl bewußt. Als bemerkenswerth in dieser Richtung muß es bezeichnet werden, daß von ihnen die materielle Frage, inwieweit die Lebensinteressen des Vaterlandes eine Stützung der gedrückten Landwirthschaft gebieten, vielfach in den Hinter­grund geschoben und statt deffen mit Schlagworten, wiegegen Junker und Klerisei" gearbeitet wird. Auf diesem Wege werden ihnen nur die von blindem parteipolitischen Fanatis­mus erfüllten Kreise der Linken zu folgen gesonnen sein. Die Regierungen aber, auf deren Einschüchterung die Anklagen wegen angeblicher einseitiger Begünstigung einer kleinen Minder­heit der deutschen Produktionsstände abzielen, werden sich^ durch diesen Lärm gewiß nicht von ihrem wohlerwogenen Stand­punkt abdrängen lassen. Mögen bürgerlich-demokratische Blätter von einerDrohnen- und Ausbeutungspolitik" und von einerKapitulation vor dem Junkerthum" reden, mag derVorwärts" die lächerliche Anschuldigung verbreiten, daß die Regierung inwillenloser Leibeigenschaft" den Junker« dienstbar sei einen Erfolg werden solche Deklamationen nicht zeitigen. EineKapitulation" mit verhângnißvollen Folgen wäre es in Wirklichkeit, wenn die Regierung unter

des Verkehrs ist allein durch die englischen und französischen Hunde verursacht worden." Die Belohnungen für Eng­länder- und Franzosenköpfe waren damals doppelter Art, pri­vate von denVornehmen" und offizielle, staatliche von dem Gouverneur von Canton. Der damalige Gouverneur hatte folgende Proklamation und folgende Preisliste an die Straßen­ecken schlagen lassen (in der von Engländern und Franzosen siegreich eingenommenen Stadt!)An die Soldaten! 1. Jeder, der einen englischen oder französischen Häuptling fängt, erhält eine Belohnung von 5000 Dollars, 2. Jeder, der einen barbarischen Rebellenkopf abschneidet, erhält 50 Dollars. 3. Jeder, der einen barbarischen Rebellen lebendig fängt, erhält 100 Dollars. 4. Jeder, der einen Verräther fängt, wird mit 20 Dollars belohnt. 5. Jeder, dem es gelingt, ein großes Dampfkriegsschiff zu verbrennen, erhält 10,000 Dollars. 6. Jeder, der ein kleineres Dampfschiff verbrennt, erhält 2000 Dollars und wird für künftige Belohnungen empfohlen. Dies gilt gegen die Engländer und Franzosen." So in damaliger Zeit. Daß die Chinesen bisher den Haß gegen dierothhaarigen, ausländischen Hunde" nicht verlernt haben, ebensowenig wie das Köpfeabschneiden, mußten wir in letzter Zeit leider zu oft erfahren.

An welchem Tage in der Woche sind wir geboren? An welchem Dalum wir das Licht der Welt er­blickt haben, das können wir selbstredend nicht aus eigener Erfahrung wissen; darüber belehrt uns Schwarz auf Weiß der Taufschein, den anfertigen zu lassen unsere Eltern als Staatsbürger die Pflicht hatten. Fragt man aber, neugierig wie alle mehr oder weniger sind, an welchem Wochentage wohl daserfreuliche FamilienEreigniß" stattgefunden hat, so er­halten wir nur selten von unseren Eltern Aufschluß darüber, höchstens nur in dem Falle, wenn der Klapperstorch die Güte hatte, ein Sonntagskind ins Haus zu tragen, und dieser doppelte Glücksfall der Familie nicht aus der Erinnerung ent­schwunden ist. Ihr Kinder, die Ihr das weniger große Glück hattet, an einem Werkeltage geboren zu werden, werdet sicher-