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Mauer W Anzeiger

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Nr. 23.

Amtliches.

Stadtkreis Dan au.

Nm 25. d. Mts., nachmittags, in einer hiesigen Gold- waarenhandlung gestohlen: zwei echt goldene Herren- rihrketten im Werthe von 140 Mark, ein Herrerr- BriÜantring in der Form eines Traurings, in der Mitte ein Brillant, im Werthe von 140 Mark.

In Betracht kommen ein unbekannter Thäter, welcher sich Weber nannte und Roßarzt in Anschaffenburg sein will. Derselbe wird beschrieben wie folgt:

50 bis 52 Jahre alt, 1,66 bis 1,68 m groß, untersetzter Statur, bartlos, dunkles, kurzgeschnittenes Kopfhaar, volles, rundes Gesicht, bekleidet mit dunkelgrünem, etwas abgetragenen Ueberzieher, hellgestreifter Hose und dunklem Filzhut. Er zeigte ein sehr redegewandtes Benehmen und soll an der rechten Hand ein Finger, wahrscheinlich der kleine Finger, fehlen.

Um Nachforschung nach den gestohlenen Gegenständen und dem unbekannten Thäter, Festnahme des Letzteren im Be- tretungefalle und telegraphische Nachricht hierher wird ersucht.

Hanau den 26. Januar 1901. J.-Rr. P 834/01 Königliche Polizei-Direktion.

Candkreis Danau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtcs.

In Haitz, Kreis Gelnhausen, ist bei einem Schweine der Schweiuerothlauf festgestellt worden.

Hanau den 26. Januar 1901.

Der Königliche Landrach.

V 881 v. Schenck.

Der Gastwirth und Metzger Georg Fickert in Ober­rodenbach beabsichtigt auf dem Grundstück Kartenblatt E. Nr. 413 des Gemeindebezirks Oberrodenbach (Brandversiche- rungs Nr. lOVx) eine Schlächterei einzurichten und zu betreiben.

Gemäß 8 16 ff. der Rcichsgewerbe-Ordnung bringe ich dieses mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß im Sekretariat des Kreisausschuffes die Beschreibung und Zeich­nung der Anlage eingesehen, auch etwaige Einsprüche gegen dieselbe mündlich oder schriftlich innerhalb 2 Wochen angebracht werden können. Später eingehende Einwendungen bleiben unberücksichtigt.

Zur Eiörterung der rechtzeitig erhobenen Einwendungen sieht Termin

am Dienstag den 12. Februar d. Is, vormittags 10 Uhr,

Feuilleton.

Berittene Infanterie.

(10. Original-Brief.)

Zehn bis elf Reiten, Rest der Kompagnie Stallbauen" so lautet der Beschäftigungszetteleiner" Infanterie-Kom­pagnie, es ist dieberittene" der Brigade in China. Es ist erreicht, mir habenberittene Infanterie", die Sehnsucht jedes auf Requisition, Fouragirung oder zu irgend einer Unter­nehmung ausziehenden Leutnants ist erfüllt, und stolz sitzen unsere Musketiere, die ja auch in ihrer Ausbildung den lang­samen Schritt längst hinter sich haben, zu Pferde. Daß dabei Mancher statt aufs Pferd auf den Esel oder doch das Maul­thier gekommen ist, bedeutet nur einen Uebergang. Im All­gemeinen vollzog sich die Sache ganz leicht, unsere Ostasiaten können eben, weun's verlangt wird, auch reiten! Und sie reiten lieber, wenn cs auch nur auf Decke mit Sattelgurt und Steigbügeln ist, als daß sie sich zu Fuß immer die Stiesel naß machen, wenn es durch die Furten der Flüsse und durch die Gebirgsbäche marschiren heißt.

Mit Neid sehen es die Kameraden, wenn die berittene Kompagnie auszieht, und ihr fällt natürlich der Löwenantheil aller Unternehmungen zu. Es werden dabei aber auch erhöhte Ansprüche an die berittenen Musketiere gestellt. Bald gilt es eine Erkundung, bei der sie auf ihren kleinen Ponnps mit den weit ausgreifenden, großen, australischen Pferden der Offiziere und ostasiatijchen Reitern Schritt halten müssen, oder es heißt mitten in der Nacht aufbrechen, um den Ning um einen Ort zu schließen, in dem ein Boxerführer aufgehoben werden soll, genug die Kurzweil, die eine solche Verwendung mit sich bringt, ist auch theuer erkauft! Viel Bequemlichkeit, das wissen unsere Kavalleristen zu Hause, findet der Berittene nach vollbrachter

Mottaq den 28. Januar

hierselbst an, wozu die Betheiligten hiermit cingeladen werden.

Hanau den 25. Januar 1901.

Der Vorsitzende des Kreisausschuffes.

A. 357 v. Schenck.

Von dem hiesigen Magistrat ist der Antrag auf Fest­stellung der Entschädigung für das zur fluchtlinienplanmäßigcn Freilegung nothwendige, im Enleignungswege zn erwerbende Grundstück: Kbl. E. E. Parz. 404/55 = 154 qm, Eigen­thum des Rentners Johann Peter Heinrich Seitz dahier, gestellt worden.

Von dem Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel zum Kommissar für das Enischädigungsvei fahren ernannt, habe ich gemäß §§ 24 ff. des Enteignungsgesetzes vom 11. Juli 1874 zur Verhandlung mit den Parteien über die zu gewährende Entschädigung Termin auf Mittwoch d. 30. Sammt 1901, vormittags 11 Uhr, auf Zimmer Nr. 9, des König­lichen Landrathsamis, Paradcplatz Nr. 1 hierselbst anberaumt.

Zu diesem Termin werde ich die Bctheiligten, soweit sie mir bekannt sind, besonders schriftlich einladen.

Die mir unbekannten Personen aber, welche an der Ent­eignung der obengedachten Grundfläche ein Interesse zu haben glauben, lade ich gemäß § 25 des vorgenannten Enteignungs- gesetzes hierdurch zur Wahrung ihrer Rechte unter der Ver­warnung vor, daß bei ihrem Ausbleiben auch ohne ihr Zuthun die Entschädigung festgestellt und wegen deren Auszahlung oder Hinterlegung verfügt werden wird.

Etwa erscheinende Vertreter müssen mit Vollmachten ver­sehen sein.

Hanau am 19. Januar 1901.

Valentiner, Regierungs-Assessor.

Gcsimdtllc unb verlorene Gegenstände etc.

Gefunden: 1 fast neue Scheere

Verloren: 1 schwarzes, etwas längliches Portemonnaie mit über 10 M. Inhalt.

Zugelaufen: 1 brauner, schottischer Schäferhund mit weißer Brust, weißem Hals und weißen Füßen, w. Geschl.

Hanau den 28. Januar 1901. '

Die landwirtschaftlichen Zölle.

Bedeutend früher als bei Abschluß der letzten Handels­verträge hat sich die öffentliche Meinung diesmal mit den Be­dingungen beschäftigt, unter denen man auf den Abschluß neuer Handelsverträge eingeben könne. Ganz abgesehen von den Verhandlungen des Wirthschaftlichen Ausschusses, über die ja nur einiges Wenige in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, besprach

Tagesleistung auch nicht, und das ist in China nicht anders. Aber wie unsere ostasialischen Reiter, so sehen doch auch die berittenen Musketiere ein gut Stück mehr vom Lande hier­draußen als die Infanterie im Allgemeinen.

Es war ein Erforderniß der hiesigen Verhältnisse, solche berittene Infanterie zu schaffen, halten doch die Truppentheile selbst sich schon nach dieser Richtung hin zu helfen gewußt, wenn sie ohne oder nur mit wenig Reitern ausgeschickt wurden. Ohne Pferde war zunächst gar nichts zu machen, denn die Einwohner waren 10 scheu, daß sie immer bei unserer An­näherung davon liefen, selbst wenn man in Güte mit ihnen verhandeln wollte. Handelte es sich nun vollends um Bei­treibung von Vieh oder um Einkesselung eines Ortes, so war den Chinesen bei ihrem so ausgezeichneten Nachrichtenwesen nie beizukommen, nach keiner Richtung. Das Vieh war immer davon getrieben und in gleicher Weise die Frauen, ihnen folgten die Männer. Man sah immer von weitem eine kleine Völker­wanderung, besonders im Westen gegen die Berge zieheu.

Wieviel leichter sind Aufgaben der erwähnten Art mit be­rittener Infanterie zu lösen! Sie hat die Vorzüge der Reiterei für sich ohne die Nachtheile derselben, die sich in der schwierigen Verpflegung ergeben, zu empfinden. Verluste an Pferde­material erleidet sie hier auch nicht, im Gegentheil, sie kommt meist mit einem stärkeren Pferdebestand heim, als sie beim Ausrücken hatte, denn das Ponny findet sich überall vor, und seine Verpflegung mit Hülsenfl richten nnd Hirsenstroh macht keinerlei Schwierigkeiten.

Es braucht nicht besonders erwähnt zu werden, mit welcher Lust und Liebe unsere Ostasiaten sich aufs wenn auch nicht allzu hohe Pferd setzen; sie glauben, das Schicksal Chinas zu sein und möchten am liebsten die Kaiserin-Mutter jenseits der Berge aufsuchen, um sie durch Schnee und Cis nach Peking zurückzuführen.

1901

man schon seit einiger Zeit diese Angelegenheit in den Interessen verbänden, den Preßorganen, und auch in den Parlamenten ließen es sich die Redner der einzelnen Parteien angelegen sein, hier und da Streiflichter auf die wichtige Frage zu werfen.

Am Samstag aber wurde der erste direkte parlamentarische Vorstoß in dieser Beziehung gemacht, da bei der Berathung des landwirthschaftlichen Etats im Abgeordnetenhaus von den beiden konservativen Parteien mit Unterstützung des Zentrums der Antrag eingebracht wurde, bei dem Abschluß der neuen Handelsverträge für einen wesentlich gesteigerten Zollschutz d er Landwirthschaft zu sorgen und in diesem Sinne den Zolltarif baldigst an den Reichstag gelangen zu lassen. Die Bedeutung des Antrages zeigte sich sofort bei Beginn der Sitzung in der starken Besetzung des Hauses und in der Erregung, mit der einzelne Gruppen sich unterhielten. Freilich war es auch schon bekannt geworden, daß der preußi­sche Ministerpräsident Reichskanzler Graf von Bülow selbst das Wort zu dem Anträge nehmen werde. Er nahm denn auch seinen Platz kurz nach Eröffnung der Sitzung ein und horchte gespannt auf die Begründung, die der konservative Ab­geordnete von Hepdebrand u. d. Lasa dem Anträge mit auf den Weg gab. Neues konnte naturgemäß der Redner nicht vorbringen. Er wies auf die Nothlage der Landwirtbschaft hin, die von allen Seiten anerkannt sei und sah eine Abhilfe nur in einem wesentlich erhöhtem Zollschutz. Er hielt sich für berechtigt, nach früheren Aeußerungen der Regierung anzu­nehmen, daß ihre Antwort eine klipp und klare Zustimmung zu seinem Anträge sein werde. Andere Mittel als wesentlich erhöhter Zollschutz könnten der Landwirthschaft nichts helfen; wenn ihr von manchen Seiten auch Freundschaft angeboten werde, so sei die Situation doch so ernst, daß ihr keine Freund­schaft, sondern nur wirksame Hilfe durch erhöhte Zolle nützen könne. Darüber müsse die Landwirthschaft beruhigt sein und deshalb sei die baldige Vorlegung des Zolltarifs nothwendig, der in einem Minimaltarif den nöthigen Zollschutz flsllege.

Der Reichskanzler ließ mit seiner Antwort nicht warten. Sobald Abgeordneter v. Heydebrandt geendet hatte, erhob er sich, um im Namen der Königlichen Staatsregierung in feierlicher Weise eine Erklärung zu verlesen, die in voller Anerkennung der schwierigen Verhältnisse der Landwirthschaft die Gewährung eines ausreichenden und deshalb entsprechend zu erhöhenden Zollschutzes sowie die Beschleunigung der Vor­lage des neuen Zolltarifs versprach.

politische Rundschau.

Die Württembergische Verfassungsreform. In der württembergischen Kammer erklärte vorgestern der Minister­präsident v. Schott, seine Regierung gehe von der Anschauung

Berliner Brief

Berlin, 27. Januar.

Das Ballfest des VereinsBerliner Presse".

Berlin tanzt! Wer in den letzten Wochen den Anzeigen­theil der Zeittmg aufmerksam verfolgte, mußte dem Gedanken Raum geben, als ob sich die Stadt der Arbeit in ihr Gegen­theil verkehrt hätte, als ob man in Berlin zur Winterszeit nichts anders zu thun pflege, als zu tanzen. Aber darin besteht gerade das charakteristische Merkmal unserer rastlos vorwärts schreitenden Kaiserstadt, das Leben zu nehmen und auszukosten nach allen Seiten hin, an die Arbeit des Tages die Spannkraft des Geistes und Körpers zu setzen und sich dennoch die Elastizität zu bewahren, lebensheiter die Feste zu feiern, wie sie fallen. Das ist wahrlich ein Zeichen von Ge­sundheit! Wenn zur Abendzeit die Stadt in einem Licht­meer erstrahlt, wenn sich Bureaus und Läden schließen, zieht der Berliner einen anderen Menschen an, der nur darin dem voraufgegangenen gleicht, daß er, wie jener bei der Arbeit, so dieser beim Vergnügen, ganz bei der Sache ist. Ob sich die festlichen Veranstaltungen drängen, ob ein Kostümfest dem anderen folgt, ob die Polnaise eines Ballcs sich an den Schlußgalopp des vorangegangenen anzuschlleßen scheint, nie fehlt in Berlin dasvolle Haus". Und nirgend erst macht sich der Ueberschnß an Lebensfreude in der Be­theiligung an einem vornehmen Festarrangemenl ]o gewa tlg geltend, wie bcim Ballfest des VereinsBerliner Presse , dem durch ruhmreiche Tradition verklärtenPreffe-Dall . Das gesellschaftliche Berlin wartet seit Wochen aus ihn, es steht in ihm neben dem Subskripnonsball das Erngmß der Ball-Saison.

Equipagen und Droschken bilden seit der neunten Abend­stunde eine sich beständig ergänzende Kette vor der Anfahrt der Philharmonie. Was Berlin an schönen und eleganten Frauen besitzt und darin kennt unsere Residenzstadt keine Konkurrenz hat sich heute fast oollzäh lig ein Rcndez-oous g.