Serre 6
Hanauer Anzeiger
27. April
zersplittert, fanden, auch wenn sie sehr umfangreich waren, Liebhaber. Nur die großen, zuweilen zentnerschweren Stücke mußten liegen bleiben. Aus einem brennenden Fabriktheil, aus dessen zerstörten Sheddächern weißliche Wolken aufsteigen, wird ein süßlich riechender erstickender Qualm über den Main getrieben und legt sich beklemmend und deprinirend auf die vielen Zuschauer, die sich in die Nähe der Unglücksstätte wagen. Auf der Griesheimer Seite befinden sich viele Leute in der Nähe der Dampfspritze, die am Mainufer steht und eifrig arbeitet. Plötzlich, es war etwa halb elf Uhr, erhebt sich ein dunkler Qualm aus einem Gebäude, weißlicher Dampf folgt, „Zurück!" heißt es und ein allgemeines Flüchten beginnt; die Dampfspritze stellt zeitweise die Arbeit ein und da beginnt man auch auf unserer Seite sich zurückzuziehen und eine möglichst gesicherte Stellung aufzusuchen. Aber das befürchtete Unheil bleibt zum Glück aus. Man ist überhaupt ängstlich geworden. Noch herrscht die allgemeine Meinung, daß die Gefahr nicht beseitigt sei, daß große und Verderben bringende Explosionen in Aussicht stehen. Von Zeit zu Zeit tauchen Gerüchte auf, daß die Gefahr bedrohlich nahe sei und Frauen und Kinder verlassen den Ort, um Stellen aufzusuchen, die aller Voraussicht nach geschützt sind. Noch größer war jedoch die Verwirrung am Tage vorher, als ein undurchsichtiger, erstickender Qualm sich über den Ort lagerte, als kurz nach den ersten Explosionen Wolken eines Staubes gezogen kämmen, der brennend und schmerzhaft sich auf unbekleidete Körpertheile lagerte, als allgemein aufgefordert wurde, den gefährdeten Ort zu verlassen. Und man hatte auch mehr Ursache dazu als selbst in Griesheim. Dort kann man allerdings auf weite Entfernungen hin sehen, wie zerstörend und vernichtend der Luftdruck gewirkt hat. Aber viel gefährlicher sieht es hier aus. - Nicht nur am Mainufer, in unmittelbarer Nähe der Unglücksstütte sind die Fensterscheiben eingedrückt, die Fensterkreuze zerbrochen, bis weit in den Ort hinein dehnen sich diese Verwüstungen aus. Nicht Kirche und Schule, nicht Rathhaus oder Wohnhaus blieben verschont. Da liegen Dachziegel und Schiefer auf der Straße umher; leere Dachsparren starren in die Luft. Eine Gruppe von Leuten umsteht eine verlassene Spritze, mit der man den brennenden Dachstuhl einer Scheune gelöscht hat. Da ist kein Wunder, daß überall Beunruhigung herrscht, um so mehr, als während der Nacht Explosionen kleineren Umfangs die Gemüther in Aufregung erhielten. Oben auf der Hauptstraße, wo der Druck der Luft schon nachgelassen hatte, wo nur vereinzelt zersplitterte Scheiben sich finden, ist ein Dach und die Decke des darunter liegenden Zimmers von einem fortgeschleuderten großen Gesteinstheil durchschlagen worden. Verkehr und Arbeit stocken. Wo man arbeitet, geschieht es mit Unlust; wer glaubt, es irgendwie verantworten zu können, läßt die Arbeit im Stich, sucht Neues von dem Unglücksorte zu erfahren oder sich wenigstens zu vergewissern, ob die Gefahr beseitigt ist. Als das Unheil seinen Anfang genommen hatte, wurde ein Radfahrer nach Kelsterbach geschickt, um die Feuerwehr zu alarmiren. Seinen Auftrag führte er aus, aber einen guten Theil des Weges hat er zu Fuß zurücklegen müssen, weil ihm ein Luftreif zersprang.
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* Telegramme:
Hd. Cronberg, 27. April. Die Kaiserin Friedrich sandte gestern ihre Hofdame Gräfin Perponcher zur Unglücks- ftätte in Griesheim, um Erkundigungen einzuholen. Sie besuchte die im Krankenhause zu Höchst untergebrachten Verwundeten. Die Kaiserin Friedrich hat sofort einen namhaften Geldbetrag gespendet.
Griesheim, 27. April, 11 Uhr 25 Min. Die Nacht ist ohne weiteren Unfall verlaufen. Nach amtlicher Mittheilung sind bis heute Morgen 14 Leichen geborgen, doch werden noch mehrere Personen vermißt. Die Zahl der Schwer- und Leicht-Verwundeten wird von zuständiger Seite auf 150 geschätzt. Die Zahl der in Frankfurter Hospitälern Untergebrachten betrügt etwa 48, während im Höchster Krankenhause 21 Aufnahme gefunden haben. Der Oberpräsident GrafZedlitz-Trützschler ist wieder abgereist.
»US JMab und fern.
Kassel, 25. April. Am Montag legte ein großer Theil der hiesigen Schuhmachergesellen die Arbeit nieder, nahm aber bereits am Dienstag dieselbe in den meisten Geschäften wieder auf, da die Arbeitgeber den größten Theil der Forderungen bewilligten. Augenblicklich streiken nur noch die Arbeiter in zwei Geschäften.
Gelnhausen, 26. April. In Hettersroth hat der Sohn des -dortigen Gastwirths Volz im Schmidtmühler Weiher den Tod gesucht und gefunden. Halstuch und Hut hingen am Kopf des Wehres. Am Montag Morgen fand man seine Leiche am Wehr des genannten Weihers.
St. Frankfurt a. M., 26. April. Mit dem gestrigen 4. historischen Klavier-Abend des Herrn Alfred Reisenauer, welcher übrigens sehr genußreich verlief, ist nun unsere diesmalige Konzertsaison als abgeschlossen zu betrachten. Sie war fruchtbarer denn je und heute läßt sich schon sagen, daß sie nächstes Jahr auf gleicher Höhe bleibt, wenn nicht sogar übersteigt.
Hd. Cronberg, 27. April. Nach den neuesten Reise- Dispositionen des Kaisers trifft derselbe um zwölf Uhr hier mittels Extrazugs ein und fährt um 2 Uhr 45 Minuten von hier direkt nach Eisenach.
Warburg, 25. April. Die glückliche Errettung aus drohender Gefahr ihres Kindes hatte die Familie W. in unserm Nachbarorte Neheim der Treue ihres Hundes zu danken. Das Kind spielte in der Bahnhofsstraße in der Nähe des elterlichen Hauses mit dem Hunde, als plötzlich ein Wagen in rasendem Galopp daher gerollt kam, dem das Kind nicht so schnell auszuweichen vermochte. Der Hund erfaßte das kleine Geschöpf am Kleidchen, brachte es glücklich noch rechtzeitig in Sicherheit und verkündete seine Heldenthat alsdann durch ein Freudengebell.
Hus aller Meir.
Kleine Chronik. Berlin, 26. April. Der frühere Staatssekretär des Reichsschatzamts und spätere Präsident der Seehandlung, von Burchart, ist gestern Nachmittag im 65. Lebensjahre an einem Herzschlage gestorben. — Berlin, 26. April. Wie die „Germania" meldet, ist gestern im Reichstagswahlkreis Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim von einer Versammlung des Wahlkomitees der Zentrums Partei der Landtags- Abgeordnete Kaufmann Eduard Fuchs einstimmig als Zentrums- Kandidat für die bevorstehende Reichstags-Ersatzwahl" aufgestellt worden. — Breslau, 26. April. Der hiesige „General- Anzeiger" meldet aus Zabrcze: Auf dem Kohlenflötz Schuckmann der Königin Luise-Grube wurden gestern Nachmittag kurz vor Beendigung der Tagesschicht 7 Bergleute verschütter. Ein Bergmann wurde schwer verletzt zu Tage befördert. An der Rettung der übrigen 6 wird ^eme noch gearbeitet. — Wien, 26. April. Der Südschnellzug Krakau-Wien stieß auf der Station Pohl mit einem Güterzug zusammen infolge Verschuldens des Führers des Letzteren. Der Lokomotivführer des Güterzuges wurde gelobtet, 4 Personen schwer und 9 leicht verletzt.. — Budapest, 26. April Friseur Csotka in Szere- nes tödtete aus Gram über den Tod seiner Frau seine beiden Kinder. — Paris, 26. April. Das Blatt „Siècle" ist für 100000 Francs von der früheren Gesellschaft zurückgekauft worden. Das Blatt erläßt einen Aufruf, um 400,000 Francs zusammen zu bekommen, welche ihm erlauben würden, das Blatt drei Jahre weiter bestehen zu lassen.
Der Friedhofsschänder in Odenkirchen ist ermittelt. Der Verüber des verabscheuungswürdigen Vandalismus, dem der katholische Friedhof in Odenkirchen im Rheinland zum Opfer gefallen ist, von dem wir gestern berichteten, ist nicht lange unentdeckt geblieben. Die Friedhofsschändung wurde nämlich von dem inzwischen verhafteten Arbeiter Wirtz verübt, welcher erst jüngst aus einer Irrenanstalt entlassen worden ist.
Der Elektrotechniker im Harem. Beim türkischen Gesandten in Stockholm hat sich dieser Tage eine amüsante Scene abgespielt. Die elektrische Beleuchtung in der Wohnung des Gesandten versagte, und man hatte daher einen Elektrotechniker geholt, um den Schaden auszubessern. Er begann die Leitung im Rauchsalon zu untersuchen und ging dann mit seiner Leiter von einem Zimmer ins andere. Zuletzt kam er in einen Salon, wo eine junge, bildschöne Dame schlafend auf einem Divan ruhte. Durch den Lärm erweckt, stieß sie einen lauten Schrei aus: Sie war nämlich nicht verschleiert und sah sich mit Entsetzen einem fremden Manne gegenüber! Der Gesandte, von ihrem Geschrei herbeigerufen, versucht vergeblich sich mit dem Manne zu verständigen. Schließlich mußte man einen Dolmetscher holen. „Ungläubiger Hund Du", herrschte er ihn an, „der Du das Gesicht der Prinzessin gesehen hast! Wäre dies in der Türkei geschehen, würde man Dich in einen Sack eingenäht und in den Bosporus geworfen haben!" — Der Gesandte schien doch die Sache nicht so ernst genommen zu haben; denn er forderte den Dolmetscher auf, dem Fremden Erfrischungen zu bieten. Der aber mußte, um nicht unhöflich zu erscheinen, ein paar Kuchen essen, that es aber sehr ungern, da er fürchtete, daß die Leckereien am Ende vergiftet seien . . . Seine Angst war jedoch ganz unbegründet; denn er erfreut sich heute noch des besten Wohlseins.
Die Zigeuner werden jetzt in der Provinz wieder zur Landplage. Große Furcht haben anscheinend die Bewohner des altmärkischen Ortes Wust. Als der Kommandant der freiwilligen Feuerwehr, beim Glase Bier sitzend, abends von der Annäherung eines Zigeunertrupps Kenntniß erhielt, ließ er durch Feuersignal die Mannschaften alarmirten und die ganze Feuermehr rückie mit Spritze und sämmtlichen Gerätschaften den Zigeunern entgegen, die dann auch schleunigst kehrt machten.
Tout comme chez nous. In einem Vortrage über die Mission Voulet-Chanoine, die Zenlralafrika durchquert und mit dem Drama von Zinder geendet hat, erzählte Kapitän Joalland folgendes Geschichtchen aus dem inneren Afrika: Eines Tages kommt seine kleine Truppe in ein verlassenes Dorf. Nur eine Frau ist zurückgeblieben, die ein Neugeborenes in ihren Armen hält. „Was thust Du da? Warum bist Du nicht wie die Anderen geflohen?" „Als man Deine Ankunft ankündigte, rüstete das ganze Dorf sich zum Aufbruch. Da suchte mich mein Mann. Er brachte zwei Kameele mit, ein gutes und ein abgetriebenes. Das gute, das war für die Negerin, die er mir vorzieht; das abgetriebene dâs war für mich . . . Darum bin ich hier geblieben." Kapitän Joalland wurde Pathe des Neugeborenen.
Randel, Gewerbe und Verkehr.
H. Finanzielle Rundschau. Eine bedeutende Haussestimmung will durchaus nicht zu Tage treten, trotzdem unter Anderm der Bankenmarkt die verschiedensten günstigsten Gerüchte aufbrachte. Unter Anderm animirt besonders die Gründung einer Frankfurter Filiale der Disconto-Gesellschaft in Frankfurt, weil dem großen Publikum damit auch eine völlige Uebernahme der Rothschildschen Geschäfte vorschwebt. Was in dieser Beziehung richtig oder falsch ist, läßt sich bei der merkwürdigen traditionellen Verschwiegenheit der Disconto-Gesell- schaft bis jetzt kaum feststeLen. Vor Allem kann man noch nichts über eine eventuelle Kapitalserhöhung erfahren, trotzdem gerade die Frage von jungen Disconto-Commandit von großem Anreiz für die Börse bleibt. Ebenso ist die eventuelle Verkaufstransaktion der Norddeutschen Bankaktien recht unsicher, da ja ein so außerordentliches Activum so leicht nicht aus Händen gegeben wird. Jedenfalls sind Disconto-Commandit sehr gestiegen, was seit Langem nicht der Fall war. Denn bei aller guten Meinung, die wir für unsere leitenden Banken schon haben kann, ist doch nicht zu vergessen, daß zu viele von diesen Aktien vorhanden sind und daß infolge dessen bei jedem Aufschwung so viel Material da ist, um die Kurse im Allgemeinen nicht steigen zu machen. Nur anläßlich solcher Gelegenheiten wie sie augenblicklich vorhanden sind, können ernsthaft zu bedeutenden Kurssteigerungen verwandt werden. Auch bei der Deutschen Bank war Aehnliches der Fall, obgleich beide
Vorwände zu den Kurssteigerungen eine Fusion mit der Sächsischen Bank sowie große Gewinne bei den amerikanischen Shares durchaus nicht sicher sind. Selbst wenn die Deutsche Bank zum Konsortium Morgan, Rockefeller, Gould u. s. w. wirklich gehören würde, ist es durchaus nicht sicher, daß etwaige Gewinne bereits realisirt sind und man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Ist es doch u. A. recht charakteristisch, daß die Speyerschen Firmen mit ihrem allerersten Emissionskredit die doch gewiß von jenem großen Konsortium im Gegensatz zu andern Firmen gerne ausgenommen sein würden, jenem Riesenplane fern geblieben sind oder sich von ihm frei gemacht haben, nur, weil ihnen die Sachen zu groß erscheinen und sie an der Hand von Erfahrungen zu ausgedehnte Finanzirungs- projekte als zu riskant ansehen. Die Discontoherabsetzung in Berlin ist in London nicht nachgeahmt worden, obgleich eine solche auch dort wahrscheinlich wird. Jedenfalls hat der Aus- gang der englischen Konsolemmisston gezeigt, welches Vertrauen die Welt dem englischen Anleihekredit entgegenbringt, jedenfalls ist es aber nicht sicher, daß jene 30 Millionen ' Pfund, also die Hälfte des Anleihens, welche Rothschild, Morgan, Wernher, Veit rc. fest übernommen haben, bereits irgendwie abgesetzt sind. So reich die amerikanischen Kapitalisten und so zahlreich dieselben auch sind, so ist vielleicht gerade jetzt eine solche Geldanspannung nach der anderen Seite, nämlich nach Dividendenpapieren hin vorhanden, daß die Neigung zu festen Anlagen stark in die Brüche geht. Damit ist wohl keineswegs gesagt, daß nicht nach und. nach auch Amerika große Posten der neuen Konsols aufnehmen werde. Was die anderen Belastungen der englischen Volkswirthschaft durch toteitern anbetrifft, so kommt vor Allem die Ausfuhrsteuer auf Kohle noch immer am meisten in die Diskussion. Denn Kohle ist eben der größte Massenartikel, den die britische Industrie seit Generationen in ungeheuerstem Maaße ausführt und dessen eventuelle Verminderung in der englischen Handelsbilanz jedenfalls zum Ausdruck kommen wird. Auffallend bleibt am deutschen Anleihemarkt der Rückfluß der neu gezeichneten Reichsanleihe, wonach es sich doch herausstellt, daß der Werth dieser Riesenzeichnungen bei uns weit überschätzt wurde, indem augenscheinlich die spekulativen Zeichner ganz unverhältnißmäßig dabei überwogen haben. Jedenfalls ist das Konsortium gezwungen, in den letzten Tagen fortwährend die neuen Werthe aufzunehmen.
Das Unglück in Griesheim. In demselben Augenblick, wo Griesheim seine Dividende abermals mit 16 pCt. erklärt hat, ist jenes furchtbare Unglück eingetreten, dessen Folgen noch kaum zu übersehen sind, bei dem aber doch festgehalten werden muß, daß der bereits auf 5 Millionen Mark geschätzte Schaden sich durch sehr starke Versicherungen in London, Hamburg, Bremen u. s. w. sehr stark ausgleicht. Diese Thatsache kommt umso überraschender, als man ja bei Unternehmen, die mit Munition zu thun haben, unter Anderem auch so gefährliche Sprengstoffe wie Nitro-Glpcerin u. s. w. besitzen mußten, gewöhnlich nur äußerst schwierig bei Assekuranzkompagnien ankam. Eine andere Frage bleibt es freilich, ob für den Schaden, der durch die Betriebsstörung erlitten wird, irgendwelcher Ersatz geleistet wird. Ebenso wie es durchaus nicht sicher ist, daß der etwas voreilig bereits sig- nalistrte Wiederaufbau so glatt an der alten Stelle stattfinden kann. Auch die Kommune Griesheim ‘ hat bei einem solchen gefährlichen Wiederaufbau ein Wörtchen mitzureden und es ist daher keineswegs unmöglich, daß in weiter Entfernung von dem Orte die neuen Fabriken errichtet werden müssen, wozu wieder Terrainankäufe gehören. Die elektrochemische Fabrik Elektron, die einzige Fabrik dieser Gattung, welche bisher mit Erfolg arbeiten konnte, ist bekanntlich, was ihre Aktien betrifft, von der Chemischen Fabrik in Griesheim vor nicht Langem ausgenommen worden. Außerdem sind Betriebe in Bitterfeld und Carbidfabriken in Rheinfelden im Gange. Die Dividenden von Griesheim betragen seit nun 14 Jahren 9, 11, 12Va, 13, 15, 15, und 9 mal 16 pCt. Ob diese letzt erklärte Dividende unter den neuesten Umständen ausbezahlt wird, ist schwer zu sagen. Nach der Bilanz von 1899 war neben dem Aktienkapital von 9 Millionen ein Reservefonds von 3 Millionen vorhanden, eine Gewinnreserve von 550,000 Mk., eine Spezialreserve von 880,000 Mk. Die Betheiligungen der auswärtigen Unternehmen in Frankreich, Spanien und der bekannten Duisburger Kupferhütte standen mit über einer Million zu Buch. Der Kurs am Donnerstag war 231, in früheren Jahren bei besserer Tendenz war der Kurs aber auch schon 295.
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Marktbericht.
Hanau, 27. April. (Lebensmittelpreise.) Hülsenfrüchte : Bohnen 30 Pfg., Erbsen 35—40 Pfg., Linsen 40 bis 50 Pfg. das Doppelliter ; Geflügel: Tauben das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein alter Hahn 1,20—1,50 Mk.; ein Huhn 1—1,30 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Hecht 1—1,20 Mk., Barben 60—70 Pfg., Barsch 60 Pfg. = Vs kg; Gemüse: Merrettig die Stange 10—25 Pfg., Spargel das Pfund 80 Pfg., Blumenkohl das Stück 20-60 Pfg., Kopfsalat das Stück 15—20 Pfg., Rettig das Stück 15 Pfg., Ober-Kohlrabi das Stück 30 Pfg., Unter-Kohlrabi das Stück 10 Pfg., Wirsing das Stück 30-50 Pfg., Weißkraut das Stück 15—30 Psg., Rothkraut das Stück 15—40 Pfg., Sellerie das Stück 10 20 Pfg., Gurken das Stück 50—70 Pfg., gelbe Rüben das Pfund 15—20 Pfg., Schwarzwurzeln das Pfund 30 Pfg., Spinat das Pfund 35 Pfg., Lattig die Portion 10—20 Pfg., Schmalzkraut die Portion 10—20 Pfg., Kartoffeln das Doppelliter 10 Pfg.; Obst: Aepfel das Pfund 15—25 Pfg.; Citronen das Stück 6—8 Pfg., Apfelsinen das Stück 4—12 Pfg., Paradiesäpfel das Stück 10—12 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 80 Pf. bis 1,20 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 4—7 Pfg., Gänseeier das Stück 12—15 Pfg., Zwiebeln das Doppelliter 15—20 Pfg., Radieschen das Bündel 6—10 Pfg., Kastanien das Vs kg 20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorte 14 Pfg. = Vs kg.