Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

yeMg-preiS:

®WTtet|R$i(i$ 1>W Mk. mouaÄich 6® Pfg., für ns- « artig, Ätonnent?« mit fern bttw(fttAen Potzanffchlag. Dir fi«|#l«e Summer fest« 10 Pfg.

Einrücknngsgcbühr:

föt Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg die rnn> gespaUerr« Petitzeile oder deren Raum. sirr Auswärts 15 Pfg., im Nrklaoieucheit die Zeile 25 Psg, für Auswärts 35 Pfg.

Gerockt und »trUgt in drr vuchdruckerei beS verein, ex. Waisenhauses in Hanau.

Ar 49.

General-Anzeiger.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage

BerantworHt. Redakteur :. Schrecker in Hanau.

Mtliivsch Den 27. Fcvriiac

1901.

Hue Stadt und £and.

Hanau, 27. Februar.

* Passirt. Auf der Reise nach Berlin passirte gestern Abend der Kaiser mittelst Senderzuges die Station Hanau-Ost.

* Ntlchöhank. Die Reichsbank hat den Wechseldiskont auf 4 ^i °/o herabgesetzt; Lombardzin; fuß 5 l/$° o.

* Reglciurrgs- und Schnlrath Sternkopf weilte in den letzten Tagen hier und besichtigte verschiedene Schul­anstalten diesiger Stadt. &.

* Ein Hanauer. Wir le^en imSchaffhausener Tagebl.": Das Delorationskomitee für die Zentenarfeier hatte bekanntlich eine Konkurrenz eröffnet für Entwürfe zu Reklame- plakaten und Festmedaillen und dazu ein Preisgericht bestimmt. Für Medaillen gingen 8 Entwürfe ein, für Plakate 26. Das Preisgericht hat nun für Medaillen dem Herrn Dammköhler in Firma Jezler & Co. die beiden ersten Preise zugetheilt. Herr Dammtöhler stammt aus Hanau, absolvirte feine Lehr- -kit bei I. D. Schleißner Sèbne und besuchte auch die Kgl. Zeichenakademie mit gutem Erfolge. Jetzt ist derselbe in Schaffhausen bei der Firma Jezler & Co. als Modelleur, Zeichner und Ciseleur beschäftigt.

* Der Wetterumschlag, welcher sich seit Kurzem ein- stellte, scheint ein wirklicher Vorbote bt ff er er Tage zu sein. Mit dem strengen Regiment des Winters dürste es nun, wenn auch noch nicht vorbei, so doch bald zu Ende sein. Mildere Lüfte umwehen uns bereits und ein ahnungsvolles Regen in der Natur wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Lachender Sonnenschein zerstört allmählich Schnee und Eis und verkündet den nahenden, lang ersehnten Frühling. Gerne läßt man sich die etwas schlammig gewordenen Straßen und schlüpfrigen Wege, ein Produkt der dahinschmelzenden Attribute des fdeibenbtn Graubartes, gefallen, denn die Annehmlichkeiten deS Lenzes versprechen ja Alles wieder gut zu machen.

* Stadtlheatcr. (Benefiz Brandow.) Ter Vor­verkauf findet bereits am Donnerstag Nachmittag von 2 bis 4 Uhr an der Tageskasse statt. Vorrecht der ungeraden Nummern. Cs sind bereits sehr viele Vorbestellungen einge­laufen. Die Wiederholung vonFlachsmann als Er­zieher" ist für Sonntag den 10. März festgesetzt.

* *

herzlichen Worten nahegelegt 1. als hehre Wahrheit und 2. als ernste Mahnung. Auch an dieser Stelle wünschen wir dem Scheidenden für fein ferneres Wirken Gottes reichsten

Segen.

Grotz-Anheim, 26. Februar. Bei dem Preis- schießen des Zimmerschützen-Klubs Groß-Auheim am 23. und 24. d. M. wurden folgende Preise errungen:

1. Serienpreis mit 29 Ringen Rauch Hanau.

+ Langendiebach, 26. Februar. Schnell tritt der Tod bin Menschen an. Dieses Wort hat Hluie wieder ein­mal seine Bestätigung hier gefunden. Der Strohseil- flkchter Ernst W. (des sog. Ernstchen), der lange Jahre von dem Orisarmenverband unterhalten wurde, verspürte he>:te ein­mal ein Lüstchen, sich an der Arbeit zu versuchen. Er bot sich nachmittags gegen '/s3 Uhr dem Gastnirih Göbel zum Holzsâgin an, wurde auch angenommen und auf dem im Hofe lufindlichen Schuppen bei der Arbeit angestellt. Gegen/s5 Uhr, als die Dienstmagd des G. dem W. Kaffee bringen wollte, fand diese den W. an seiner Arbeitsstelle ausgestreckt liegend vor. Vermuthend, daß er des Guten zu viel gethan habe, rief die Magd Hilse herbei und man verbrachte den W., der noch athmete und i öd elte, auf einen in der Nähe befind­lichen Stuhl, auf dem er alsbald seinen Geist ausgab. Der sofort benachrichtigte Bürgermeister nahm an Ort und Stille den Thatbestand auf und ordnete die Ueberführung der Leiche in die Leichenhalle mittelst des für derartige Fälle brreit ge­haltenen Sarges an, nachdem der hinzugezogene ArztHerz­schlag" als Todesursache festgestellt hatte. W. ist 71 Jahre alt und in voller Arbeit, um die er für gewöhnlich einen großen Bogen malte, zu einem besseren Leben abberufen.

)-( Langenselbold, 26. Februar. (V o l k s v o r t r a g.) Nächsten Donnerstag den 28. Fubruar, abends 8 Uhr be­ginnend, findet im Saale des Hinseidorfer Schulhauses dahier, der letzte Vortrag sür diesen Winter statt. Hatte der letzte Abend ein lebenswahres, gut gezeichnetes und tiefempfundenes Lebensbild drs Altreichskanzlers Fürsten Bismarck erbracht, so wird der bevorstehende ein solches von dem Dichterfürsten und Liebling der deutschen Jugend wie des deutschen Volkes Friedrichs von Schiller bieten. Fesselt das Bild Bismarcks besonders dadurch, daß das Wirken dieses großen Staats­mannes von uns miterlebt, also zeitlich näher steht, so wird ein solches von Schiller die Hörer um hundert Jahre zurück­versetzen, mithin in eine Zeit, über welche sich bereits der Schleier drs Historischen, des Gcheimnißvollen ausgebreitet und dessen zeitweise Hebung stets etwas Reizvolles und An- muthendes hat und haben wird. Möge sich daher der letzte Vortraasabeno auch eines regen Besuches erfreuen, umsomehr, als ein solcher nickt zu allerletzt einm Dankesakt in sich schließt, den das deutsche Volk, wo immer es auch beheimathet sei, dem

lieber billige Gerste kaufen, wie theure, finde ich ganz natür* lich. Wenn ich Bierbrauer wäre, ginge mir das gerade so. Und wenn die Bierbrauer Bauern wären, würden sie auch nach höherem Zoll gegen die ungarische Gerste rufen. Wozu also das Geschrei? Thatsache ist, daß bei 18 Mk. Gerste- preis das Bier nicht theurer ist, als bei 15 Mk., und weiter habe ich nichts behauptet.

Die fernere Behauptung, daß unser deutscher Weizen kein backfähiges Mehl liefere, ist auch unwahr. Der thatsächlich kleberreichere Weizen aus der heißen Zone wird ausschließlich zu dem wertvolleren®ries" von den Müllern verwandt und deshalb etwas theurer bezahlt. Wie viele kleinere Mühlen mahlen nur deutschen Weizen und das Mehl backt sich recht gut. Und früher, ehe es überhaupt ausländischen Weizen hier gab, haben unsere Bäcker ebenso schöne Brödchen und unsere Hausfrauen ebenso schöne Kuchen gebacken wie heute.

Dann frage ich ganz ergebenst: Ist die F eiheit des Han­delns und die Freiheit des Schimpfens nur für die Leute der freisinnigen Polkspartei vorhanden? Haben die konservativen Landleule, die auch 2/s der deutschen Bevölkerung ausmachen, nicht die Freiheit des Wehrens, wenn sie auf das Ungerecht- fertigste angegriffen werden, wie es dieHan. Zig." in Nr. 28 gethan ?

Ja! Für den Spatz ist das Vergnügen, für die Spätzin sind die Pflichten. Der Freisinn beansprucht freies Handeln, freies Schnupfen, freies Spiel der Kräfte, der konservative Landmann hat zu kuschen, der darf sich kaum wehren, viel weniger wieder schimpfen.

Und doch krümmt sich der Wurm, wenn er getreten wird. Ich konstatire noch, die großen industriellen Korporationen heben sich alle für eine mäßige Erhöhung des Zolles auf Ge­treide ausgesprochen, weil sie ihre Prosperität nicht auf den Ruin der deutschen Landwirthschaft gründen wollen. Nur der Großhandel, das Großkapital und die Sozialdemokratie sind dagegen.

Verständige Arbeiter haben sich auch längst damit abge­funden, weil sie ja bei offenen Augen sehen, daß in Frankreich trotz nahezu doppelter Zollsätze das Brod nicht theurer ist

wie hier.

Ein Landbewohner.

8.

4.

b.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

21.

ff

ff

M

ff

«f if ff ff

ff W ff

V

V

6#

V

* ff ff ff ff

V ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff

W ff ff

1. Tabellenpreis

29

29

28

28

28

28

28

28

27

27

27

26

26

26

26

25

25

25

25

24

ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff ff

ff ff ff ff

Runkel Niederrodenbach. Sckomber-Hanau.

Eiselt-Groß-Auheim.

S. Funk-Groß-Auheim. I. Nees Groß Auheim. Schreiber-Oberrad.

R. Funk Groß-Auheim. Zahn-Hanau.

V. Reider-Groß-Auheim. Jung-Frankfurt. Diefenbach Oberrad. Eitzenberger Hanau. Laber-Groß-Auheim. Guth-Groß Auheim. Reuter-Groß Auheim. Thom-Oberrad. Thielmann-Hanau.

Ziegler Oberrad. Galle-Offenbach. Knoch-Groß-Auheim.

Dick terfürpen pflichtet ist.

gegenüber für ewige Zeiten zu üben ver-

Sprechsaal.

dieser Rubrik <tngesat dien Notizen übernimmt die

Für die unter

Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.

2.

3.

4.

138 Ringe Schomber-Hanau.

^ ff ff ff

124

121

121

117

Schreiber-Oberrad.

Rauch-Hanau.

Diefenbach-Oberrad.

ff Zahn-Hanau.

Ehrenscheibe: Schreiber-Oberrad.

Sehr geehrte Redaktion!

Einsender dieses glaubt im Namen eines großen The les des hiesigen Theaterpublrkums zu sprechen, wenn er, auf die Aufführung am vergangenen Sonntag Abend znrückkommend, sich die Frage erlaubt, ob diejenigen Theaterbesucher, welche keinen Sinn für eine hübsche Musik haben, denn wirklich nichts Besseres zu thun haben, als dem übrigen Publikum durch fort­gesetzten, geradezu unerhörten Lärm, Lachen und Schwätzen, die Möglichkeit zu nehmen, von der Musik etwas zu hören. Von der reizenden Ouvertüre zuDichter und Bauer", welche Herr Kapellmeister Schmidt recht fein empfunden zu Gehör brachte, gingen wirklich die schönsten Thrile in dem fürchter­lichen Stimmengewirr verloren. Es ist ja möglich, daß die Neuigkeiten, welche dort untereinander arisgetauscht wurden, ungemein wichtiger Natur waren, allein Einsender dieses ist der vielleicht unmaßgeblichen Ansicht, daß für einen derartigen Meinungsaustausch jeder andere Ort geeigneter sei, als das Theater, wenigstens aber sollten die Betreffenden mit Rücksicht darauf, daß auch noch andere Leute anwesend sind, ihre Unür- Haltung in etwas gedämpftem Tone führen.

Ein Theaterbesucher.

O Fechenheim, 26. Februar. Mit dem heutigen Tage scheidet Herr Pfarrer Kranepuhl aus unserer Ge­meinde um auf Präsentation des Füisten v. Birstein um nach erfolgter Bestätigung durch Königl. Konsistorium zu Cassel mit dem 1. März l. I. die Pfarrei Kirchbracht im Kreise Geln­hausen zu übernehmen. Nahezu 3 Jahre hat er nach in hiesiger Kirche vorgenommenen Ordination^ an der Seite d«s Herrn Pfarrer Fritsch mit aller Freudigkeit und Hingabe, mit tiefem Ernste und treuer Gewissenhaftigkeit seines Seelsorgeamtes ge­waltet und sich durch sein freundliches und einnehmendes Wesen sich die Liebe und Verehrung der gesammten Ein­wohnerschaft erworben. Seiner Abschiedspredigt am ver­gangenen Sonntag hatte derselbe Ebr. 13,8 zu Grunde ge­legt und düse Worte der zahlreich versammelten Gemeinde in

*

*

Der angebliche Geschäftsmann derHan. Ztg." hat in Nr. 47 genannten Organs keine meiner ruhigen, sachlichen Behauptungen widerlegt, speziell nicht die Thatsache, daß in Frankreich trotz doppelter Zollhöhe das Brod ebenso billig ist wie bei uns. Ich habe ganz leidenschaftslos die Thatsachen betont, er schimpft. Nun, wo Gründe fehlen, soll sich ja viel­fach ein Schimpfwort einstellen.

Seine Behaup ungen sind sehr leicht zu widerlegen. Die ungarische Gerste ist nicht theurer wie die deutsche, sondern sie kommt schiffeladungsweise die Donau herauf und verdirbt den bayerischen Bauern die Preise, weil in Ungarn Boden uno Arbeitskräfte billiger sind und keine theuren Wohl fahr iseirr richtungen für die Arbeiter bestehen. Daß die Bierbrawr

Dem angeblichen Bäcker in derHan. Ztg." folge ich natürlich nicht auf das G biet der hämischen Bemerkungen. Das soll freisinnige Spezialität bleiben. Ich als einfacher befd eibener Landbewohner Halle es ausschließlich mit wirklichen Beweisgründen. So rufe ich sämmtliche Hausfrauen HanauS als Zeugen auf zu me ner Behauptung:In den 70er und 80er Jahren waren die Brödaen wesentlich größer als heulet Weizeir kostete damals 2426 Mk. per 100 Kilogramm, heute 16 Mark. In Paris kostete vorigen Sommer 1 Kilo- giamm Brod 28 Centimes, hier 22 Pfennig und Zollhöhe in Frankreich 8 Francs, in Deutschland 31/» Mk. per 100 Kilogramm Brodgetreide. Und nun spreche ich demBâcker^ derHan. Ztg." meinen allerverbindlichsten Dank aus, daß er offen die hohen Kohlenpr<ise, die theuern Arbeitslöhne, die hohen Abgaben betont, die der Bäcker stand tragen muß. Wir Landleute seufzen noch vielmehr darunter, wie die Hand­werker und Geschäftsleute der Städte. Wenn aber Kohlen, Arbeitslöhne und Abgaben wesentlich theurer geworden sind und der Weizenpreis von 26 Mk. auf 16 Mk. trotz der all­gemeinen Theuerung herabgestlnken ist, dann frage ich mit Recht jeden vorurtheilsfreien Leser:Wer ist denn da der eigentliche Brodivucherer und Brodvertheuerer?" Ich erwarte nun von dem Gerechligkei s- und Billigkeits Gefühl des Bäckers, daß er sein Leibblatt auffordert, gegen die wirklichen Brod­wucherer und Brodoertheurer zu Felde zu ziehen. Dann können wir Schulter an Schulter kämpfen, denn Landbewohner, Handwerker und Kleinhändler gehören von Gottes- und Rechtswegen zusammen.- Ihr ge­meinsamer Feind ist d er Großh a nd e l und daS Großkapital.

Ein Landbewohner.

Anmerkung der Redaktion: Wir schließen nun­mehr auch über vorstehende Angelegenheit die Akten.

Neremsnachkèchten

für Mittwoch den 27 Februar.

Hanauer Stadtwealtr:Hoüiuust , Luitspiet in 4 Akten von Thiw V, T otha; Ans ng 7 Uhr.

Kunstmbunrü-Lür.i i: Abends 7'/. Itâr m der Aula derOberreastchule: 5 So traa Dr. Pcier I ssen, Direkwr am foiu^L Ku st» V ID rbi-'-Uhf U n ah B rlm :Die Lehren der Perser W.lr- M ist Lilian f-r das d-msche Kumlgtw rbe".

Evang. Männer- und ZünglinuLvereiu: P.saunenblasen lEvarg. Ver- einshaus). ,

Kaufmü '"scher Verein Hanau: Gmerawer>ammlung in Restaurant Mohr.

Die' heutige Nuulmer umfatzt autzer dem Uiitn^aUun^bUtt 10 Seite«.