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60 Pfg., für aus-

fällige Abonnenten mit dem betreffenden Postaufschlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich

Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Einrückungsgebühr:

Für Stadt- und Landkreis Hanau 10 Pfg. die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum, für Auswärts 15 Pfg., im Reklamentheil die Zeile 25 Pfg., für Auswärts 35 Pfg.

Verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.

Nr. 145

Bezirks Fernsprechanschluß Nr. 98.

Dienstag den 25. Jnni

Bczirks-Fernsprechauschluß Nr. 98.

1901

HZ

Amtliches.

Stadt- und Landkreis Hanau.

r Bekanntmachung.

Gelegentlich der Automobil-Fernfahrt ParisBerlin wird am Mittwoch den 26. d. Mts. von 7 bis 9 Uhr vormittags die Kinzigbrücke und Wilhelmsbrücke für schweres Fuhrwerk, die kleine Hainftratze für sämmtlichen Fährverkehr gesperrt.

Hanau den 25. Juni 1901»

Der Königliche Landrath und Polizei-Direktor.

P 5465 v. S ch e n ck.

Am 26. d. Mts. werden die Theilnehmer der von dem deutschen Automobil-Klub in Verbindung mit dem Automobil- Klub de France beabsichtigten Fernfahrt Paris-Koblenz-Frank­furt a./M.-Eisenach-Berlin den Stadt- und Landkreis Hanau berühren. Die Fahrt wird an diesem Tage von FarnUurt a./M. ausgehen und die Straße über Hanau, Geln­hausen einschlagen. Sämmtliche dabei beteiligten Wagen werden mit großen, weithin sichtbaren Nummern von etwa 40 cm Höhe versehen sein, sodaß jeder Wagen als an dem Rennen beteiligt erkennbar ist.

Ich weise die Ortsbehörden an, das unmittelbare poli­zeiliche Einschreiten gegen die Fahrt-Theilnehmer auf das un­bedingt Nothwendige zu beschränken, und insbesondere auch zu vermeiden, daß schnellfahrende Kraftfahrzeuge ohne genügende Ursache zum Stillhalten veranlaßt werden. Gleichzeitig ersuche ich die Bevölkerung, sich beim Verkehr auf den betreffenden Straßen entsprechend einzurichten, damit Unfälle vermieden werden.

Hanau den 47. Juni 1901.

Der Königliche Landrath und Polizei-Direktor.

P 5199 v. Schenck.

Stadtkreis Dan au.

Der Königliche Gewerberath Scheèbel zu Fulda wird am Mittwoch den 26. d. Mts., von 6^28 Uhr abends, in einem Zimmer des hiesigen Standesamrs im Attstädter Schloß den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Gelegen­heit zu Besprechungen geben.

Hanau den 24. Juni 1901.

Königliche Polizei-Direktion.

P 5458 I. A.: Valentiner, Reg.-Assessor.

Stadtkreis Danau.

BekaMMachnugen des Ob erb ärger meist er am tcö.

Am Mittwoch den 26. Juni l. Js., nachmittags von 5 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaals des Neu­städter Rathhauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitig­keiten, Klagen 20. zur Schlichtung anbringen können.

Hanau den 20. Juni 1901.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

Dr. Bulle. 10313

WM« Hilfe Mio« WOBe eil.

Gefunden: 2 Mark baar. 3 Schulbücher.

Ver loren: 4 Mark baar. 1 Portemonnaie mit 1,30 Mark Inhalt mit der Aufschrift Frankfurt a. M. 1 silberne Cylinderuhr, auf der inneren Seite der Name Jakob Stock.

Vom Wasenmeister am 24. d. Mts. eingefangen: 1 weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen w. Gescht. 1 weißer Hühnerhund mit braunen Abzeichen m. Geschl.

Hanau den 25. Juni 1901.

Hue Stadt und Cand.

Hanau, 25. Juni.

2 Maiukanalifatiou. Wie uns aus Klein- Welzheim berichtet, werden im Auftrage her bayerischen Wafferbaubehörden seit einigen Tagen sowohl in dortiger Ge­markung als auch auf rechtsmainischem Gebiete längs der Mainufer Bohrungen und Vermessungen vorgenommen. Die desfallsigen Arbeiten stehen im Zusammenhänge mit dem Main­kanalisationsprojekte und dienen zunächst den Erhebungen über die Nothwendigkeit und Möglichkeit der Herstellung einer Schleuse zwischen Klein-Welzheim und Seligenstadt oder Main­flingen.

* Verliehen wurde dem Kettenmacher Herrn Jakob Lautz in Kesselstadt (in Arbeit bei Sachsenweger) das A l l g e in e i n e E h r e n z e i ch e n".

* Sprechstunde des Gewerberaths. Laut amt­licher Bekanntgabe wird der Kgl. Gewerberath Herr Scheibel zu Fulda morgen Mittwoch den 26. d. Mts., von abends OVa bis 8 Uhr, in einem Zimmer des hiesigen Standesamtes (Altstädter Schloß) den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Ge­legenheit zu Besprechungen bieten.

*^Die UmschaLLestelle in Salmünster hat folgen­den Sprechbereich: Aufenau, Bieber, Birstein, Bischofsheim, Bruchköbel, Butterstatt, Kassel (Kreis Gelnhausen), Dörnig­heim, Fechenheim, Fischborn, Fulda, Gelnhausen, Hanau, Hauswurz, Hcllstein, Hesseldorf, Hintersteinau, Hochstadt, Kempfenbrunn, Langenselbold, Lichenroth, Lieblos, Lohrhaupten, Marköbel, Mittelkalbach, Mittelbuchen, Neuhof, Oberkalbach, Oberndorf, Orb, Ostheim, Roßbach, Roßdorf, Schlierbach, Steinau, Ulmbach, Wachenbuchen, Wächtersbach Windecken, Romsthal und Soden (Kreis Schlüchtern).

* Kreishaus. Die zur Zeit im Sitzungssaal des Kreisausschusses, Paradeplatz, ausgestellten Entwürfe zu dem Hanauer Kreishaus werden besonders von Bauverständigen zahlreich besichtigt. Es dürfte deshalb von Interesse sein, zu erfahren, von welchen Gesichtspunkten das Preisgericht im Wesentlichen ausging, indem es den Entwurf des Professors P ü tz e r zur Ausführung bestimmte. Es stand für die Aus­führung des Gebäudes nur eine verhältnißmâßig geringe Bausumme zur Verfügung und das Preisgericht kam bet Festsetzung des erforderlichen Einheitspreises für das Kubik­meter umbauten Raumes zu dem Beschluß, daß 18 Mark pro Kubikmeter erforderlich seien. Auf dieser Grundlage stellte das Preisgericht fest, daß der Entwurf des Herrn Professor Pützer von den drei Entwürfen die geringste Ueberschreitung der Bausumme erfordere. Das protokollarisch niedergelegte Urtheil des Preisgerichts schließt nach eingehender Würdigung der drei Entwürfe mit den Worten:Das Preisgericht beschließt einstimmig, den EntwurfOsterhase" (Verfasser Professor Pützer) für die Ausführung zu empfehlen, indem es gleichzeitig sein Bedauern ausspricht, daß mit Rücksicht auf die geringen zu Gebote stehenden Baarmittel auf die Wahl der so äußerst charakteristischen Architekturmotive des Entwurfs Gewappnet" (Verfasser Architekt Thyriot-Köln) Verzicht ge­leistet werden muß."

* Automobil-Fernfahrt. Die Kgl. Polizei-Direktion gibt bekannt, daß gelegentlich der Automobil-Fernfahrt Paris' Berlin morgen Mittwoch den 26. d. Mts. von 7 bis 9 Uhr vormittags die Kinzigbrücke und die Wilhelms­brücke für schweres Fuhrwerk, die kleine Hain­gasse für sämmtlichen Fuhroerkehr gesperrt bleibt.

An das Publikum wird die Bitte gerichtet, der Durch­führung der im Interesse der Sicherheit des Verkehrs ge­troffenen Maßregeln allseits Rechnung zu tragen. Weiter­hin wiederholen wir die schon kürzlich von sportlicher Seite an dieser Stelle ausgesprochene Bitte, im Interesse der sport­lichen Bedeutung der Sache die Häuser der zu berüh­renden Straßen möglichst zu beflaggen. Die Tourenfahrer verlassen morgen früh 7 Uhr Frankfurt a. M. nnd passiren in der Zeit von etwa 7*/i bis 9 Uhr die Frank­furter Landstraße, Kinzigbrücke, Kleine Hainstraße, Wilhelms­brücke, Lamboystraße rc.

* Dampfbootverbindung zwischen Offenbach und Bürgel. Den Bemühungen des Bürgermeisters unserer Nachbargemeinde Bürgel ist es gelungen, einen Frank­furter Unternehmer znr Herstellung einer Dampfbootverbindung zwischen Bürgel und Offenbach und eventuell auch Frankfurt zu gewinnen.

FC. Oberkriegsgericht. Aus Frankfurt wird ge­schrieben: Einen teilweisen Erfolg hatte die Berufung des Unter Offiziers B. von der 3. Eskadron des Thür. Ulanen- Regiments Nr. 6 in Hanau gegen das Urtheil des Kriegs­gerichts vom 27. Februar d. I., das ihn wegen Körper­verletzung zu 5 Wochen Mittelarrest verurtheilte. Die Sache hat sich im Herbst v. I. in dem Dorfe Oelzer am Kyffhäuser abgespielt, wo das Manen-Regiment an einem Manöver jheil- nahm. Auf die Hilferufe eines Mädchens eilte der Landwirth Wölfer, mit einem Besenstiel bewaffnet, herbei.Scheer Dich fort oder ich schlage Dir einen in die Fresse", rief der Ulan. Es war der Angeklagte. Als auch noch weitere Soldaten, Infanteristen und Ulanen, herbeikamen, suchte sich der Land­mann seitwärts in die Büsche zu schlagen, wurde jedoch durch einen mächtigen Steinwurf, der ihn von hinten an den Kopf traf, zu Boden gefällt. Alsdann wurde er von der vereinten

Kavallerie und Infanterie noch geschlagen, so daß er 3 Wochen arbeitsunfähig war. Der Steinwurf rührte von B. her. Be­züglich der anderen Betheiligten konnte nichts festgestellt werden. Die Strafe B.'s wird von 5 auf 3 Wochen Mittelarrest er­mäßigt.

* Die Feier des 25jahr. Jubiläms des Frei­gerichter Bundes. Aus Alzenau wird berichtet: Der Frei­gerichter Bund beabsichtigt am 30. Juni cr. sein 25jähriges Jubiläum zu feiern. Von 4 Uhr ab findet an diesem Tage gesellige Unterhaltung bei guter Musik im Hauckwäldchen zu Alzenau statt, abends wird die Beleuchtung der Burg erfolgen. Verschiedene auswärtige Touristenvereine haben ihr Erscheinen bereits zugesagt und die Eisenbahndirektion Schöllkrippen hat in entgegenkommender Weise für die Festtheilnehmer die Einlegung eines Extrazuges nach Kahl zum Anschluß an die letzten von da nach Frankfurt und Aschaffenburg abgehenden Abendzüge genehmigt, welcher auf dem Retourwege den Gästen aus dem oberen Kahlgrunde Gelegenheit zu bequemer Heimfahrt bieten wird. Aus dem Festplatze werden die für die eingeladenen Gäste und den festgebenden Verein nöthigen Tische rc. belegt werden, im Uebrigen steht Jedermann der Eintritt frei. Hier­bei wird der Freigerichter Bund in der Lage sein, seinen Gästen eine Jubiläumsgabe zu bieten in Form eines von einem Gründungsmitgliede des Vereins, Herrn Dr. Karl Kihn, verfaßten Büchleins: Topographie und Geschichte des Freige­richts." Dasselbe enthält u. A. eine geologische Abhandlung über die Formation des Vorspessarts aus der gewandten, sach­verständigen Feder des bekannten Professors der Mineralogie an der Universität zu Straßburg, Dr. H. Bücking. Der Hahnenkamm, das Kahlthal sind ganz besonders berücksichtigt. Der geschichtliche Theil behandelt namentlich die Kriegsgeschichte ausführlich: Die Kämpfe der Römer mit den Deutschen in unserer Gegend (Schlacht bei Kahl 213 n. Chr.), den Wetter­auer Raubkrieg 1405 (Zerstörung der Burgen Hüttengesäß, Hauenstein, Wasserlos, Womburg bei Mömbris), den 30jähr. Krieg (Zerstörung der Burg Alzenau), die Schlacht bei Det­tingen 1743, das Jahr 1866, ferner die historische Ent­wickelung des Freigerichts, des primasischen Staates u. s. w. Für die Gediegenheit des Werkchens bürgt der Name des Ver­fassers. Der Erlös, welcher für dasselbe erzielt werden wird, wird nur zum geringen Theil zur Bestreitung der Kosten des Festes u. dergl. verwendet, der übrige Theil aber als Fond für ein schönes Denkmal an der alten Gerichtsstätte am Al­zenauer Kirchhof zurückgestellt werden. Es wird also Jeder, der das Werkchen anschafft, ein hübsches Lesebuch für sich und seine Familie erwerben, wie auch für einen guten Zweck ein kleines Opfer bringen.

* Die Frankfurter Automobil-Verkaufs-Aus» stellung, welche vom 3. August bis 4. September in der großen Gewerbehalle der Rosenausftellung an der Forsthaus­straße stattfindet, hat in den Kreisen der Händler und Fabri­kanten wohl nur deshalb einen so überraschenden Anklang ge­funden, weil sie von praktischen Motiven geleitet wird, und es lohnend sein dürfte, sich den Frankfurter Markt zu erobern. Die hervorragendsten Firmen haben eine Beschickung zugesagt und selbst von Belgien und Frankreich sind Anmeldungen ein­gelaufen, da der Bericht der verschiedenen französischen Kon­sulate an ihre Regierungen Deutschland als ein noch sehr günstiges Absatzgebiet für Automobile im Preise von 4000, 5000 und 7000 Franken bezeichnet. Außer neuen gelangen gebrauchte Wagen der verschiedensten Systeme zur Ausstellung, welche theils von Händlern, theils von Privaten zur Veräuße­rung gesandt werden. Auch die mit der Automobilindustrie in Verbindung stehenden Branchen interessiren sich für die in SüddlUtschland neue Ideen, haben zurVerkaufsausstellung gemeldet.

* .Samoa in Frankfurt. Am vorgestrigen Sonntag war die Ausstellung Samoa trotz Regatta und anderer Fest­lichkeiten sehr stark besucht. Nach der letzten Vorstellung wur­den die Zuschauer durch ein improvisirtes Schwimmfest über­rascht, das einen sehr heiteren Verlauf nahm. Die Samoaner erschienen in rothen Badekostümen, fuhren in die Mitte des Weihers und stürzten sich dort ins Wasser. Dann trieben sie allerhand Kurzweil, indem sie die noch oder wieder in den Kähnen Befindlichen hinunterzerrten, wobei gewöhnlich An­greifer und Angegriffene zugleich in die Fluchen plumpsten. Einige übten sich auch in Kopfsprüngen und Purzelbäumen, wobei es sehr drollige Szenen gab. Das Völkchen fühlte sich offenbar sehr wohl und es ist nur zu wünschen, daß die Schauleitung ihnen den Genuß solch erfrischenden Bades recht oft zu Theil werden läßt. Für Mittwoch ist ein großes Wettrudern und Schwimmfest in Aussicht genommen, das in Anschluß an die 5 Uhr-Vorstellung stattfinden soll. Aus dieser Veranlassung wird an dem Tag das Abonnement von 1 bis 6V2 Uhr aufgehoben, Abonnenten zahlen dann 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.). Nach Beendigung des Wasserfestes haben die Abonnenten wieder freien Eintritt.