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Erstes Blatt.

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Geneml-Auzeiger.

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Erfcktir.t täglich mir Auvnadm« der Sonn- unb FÄrria^«, mit küetrlftischrr Bri^gL.

Bervnvyvrtl. Redakteur : G. Ächrecker in ^^mqsl

ÄL 120.

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

Freitag den 24. Mai

Bezirks-Fernsprechanschluß Nr. 98.

1901

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Amtliches.

Handelsregister.

1. Heute ist eingetragen worden:

a. Bei der Firma A. Gottlieb in Hanau : Die Wittwe des Kaufmanns Alexander Schlarbaum, Helene geb. Fuchs in Hanau, ist am 24. August 1900 gestorben. Der bisherige Gesellschafter Gottlieb setzt seit diesem Tage das Geschäft mit dem Kaufmann Emil Reuter von Hanau als offene Handelsgesellschaft fort.

b. Bei der Firma H. A. -Golde in Hanau: Das Ge­schäft ist auf den Kaufmann Gustav Körner von Hanau übergegangen, welcher es unter der alten Firma fortführt.

e. Bei der Firma Jean Körner in Hanau: Der Ehe- f frau des Inhabers, Helene Körner geb. Henrich in Hanau ist Prokura ertheilt.

d. Bei der Firma Gebr. Gutgesell in Hanau: Nach­trägliche Eintragung: Die Gesellschaft hat im Jahre 1880 begonnen.

e. Bei der Firma Karl Winkler in Hanau: Nach­trägliche Eintragung: Die Gesellschaft hat am 3. Juli 1898 begonnen.

f. Bei der Firma Gebr. Wenzel in Hanau: Nach­trägliche Eintragung: Offene Handelsgesellschaft: Die Gesellschaft hat Ende Oktober 1873 begonnen.

g. Bei der Firma Schwarzschild & Weil in Hanau: Nachträgliche Eintragung: Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. September 1884 begonnen.

h. Bei der Firma Zeh & Schien in Hanau: Nach­trägliche Eintragung: Die offene Handelsgesellschaft hat am 22. Januar 1874 begonnen.

2. Gelöscht sind folgende Firmen:

a. Deutsche Industrie-Halle, Jean Herbst in S Hanau.

b. Friedrich Sommer Ns., W. Stecher in Hanau.

e. Hermann Brenzel in Hanau.

3. Die Firma G. C. Hisgen zur Naßmühle bei Groß­krotzenburg soll von Amtswegen gelöscht werden. Die Firmeninhaber oder deren Rechtsnachfolger haben einen Widerspruch hiergegen bis zum 15. August 1901 geltend zu machen.

Hanau den 13. Mai 1901.

Königliches Amtsgericht 5. 8634

Gefundene und verlorene Gegenstände etc.

Verloren: 1 Radfahrerportemonnaie mit 1,75 Mark Inhalt. 1 braunes Umhängetäschchen mit 2 Mark Inhalt und MMM ^ ^MMM

Kleines Feuilleton

Veloftativ.

Wieder ist die Zeit des Radfahrens in ihrer ganzen Pracht , gekommen. Das Rad trägt uns in die Ferne. Entzückende Gegenden werden durchquert, fröhliche Radlergruppen finden sich zusammen, ländliche Idylle werden beobachtet. Wer möchte dies nicht alles im Bilde festhalten, zumal da die photo­graphischen Apparate vermöge ihrer Billigkeit jetzt fast in Jedermanns Händen sind. Ja, den meist zusammenlegbaren Apparat könnte man schon in einer Tasche am Rade anbringen, wenn nur das lästige Holzstativ nicht wäre, das namentlich am Damenrad so schwer anzubringen ist. Da glauben wir , nun eine einfache Vorrichtung empfehlen zu können, die es ermöglicht, jedes Fahrrad, Herren- wie Damenrad, in ein Stativ zu verwandeln. Es ist dies ein von Herrn Chr. Z. hier konstruirtes und in der elektrotechnischen Fabrik von Ohl & Dieterich angefertigtes neues Velocipedstativ, genannt Velostativ". (Ges. gesch.)

Das Velostativ besteht aus 2 Haupttheilen:

I. Aus einer Stütze, die sich aus zwei zusammenschraub­baren Stäben zusammensetzt, und, in eine Schelle geschoben, das Rad feststellt.

II. Aus einem Träger für den photographischen Apparat, ebenfalls in einer Schelle ruhend. Derselbe zeigt am oberen Ende eine Kugelbewegung, durch welche die schiefe Stellung des Rades ausgeglichen wird.

Dank der Uebereinstimmung im Gewinde kann jeder photo­graphische Apparat aufgeschraubt werden. Eine kleinere Vor­richtung, welche die Hemme anzieht, bewirkt den noch festeren Stand des Rades. Nach dem Gebrauch werden Träger und Stütze auseinander genommen (3 Stäbe) und in einer Tasche am Rade leicht untergebracht; die Schellen bleiben am Rade, ohne weiter zu belästigen.

einem Taschentuch. 1 kleines, schwarzes, glanzledernes Täsch­chen mit folgendem Inhalt: zwei 50 Markscheine und ein 25 Guldenschein, ein Retourbillet Köln-Frankfurt 2. Kl. und ein Retourbillet Frankfurt-Hanau 3. Kl.

Hanau den 24. Mai 1901.

Hus Stadt und Cand.

Hanau, 24. April.

* Versetzt. Herr Lehrer Druschel in Niedermittlau wurde nach Rüdigheim versetzt.

P. A. 25. Mittelrhein. Jubiläums-Kreisturn- sest in Offenbach a. M. Kaum sind die Einladungen zum Jubiläumsfest an die 646 Turnvereine des Mittelrhein­kreises mit ihren 60 000 Mitgliedern zum Versandt gebracht worden, so laufen auch schon die Anmeldungen in erfreulicher Weise zahlreich ein. Die Turnerschaft bringt somit in rich­tiger Erkenntniß der Bedeutung des diesmaligen Festes diesem dasjenige Interesse entgegen, welches demselben als Jubiläums- feft gebührt. Aber nicht allein die Turner, sondern auch die Einwohner Offenbachs bezeugen ihre vollsten Sympathien, das beweist die Zeichnung eines überaus stattlichen Garantiefonds, das gibt sich in der Gastfreundschaft für die fremden Turner kund, das bestätigt die Spannung in allen Kreisen für das bevorstehende Fest. Die Spitzen der Militär-, Staats- und städtischen Behörden, sowie eine Anzahl Herren aus den ersten hiesigen Kreisen sind bereitwilligst dem Fest-Ausschuß beige­treten und haben letzte Woche mit den Einzel-Ausschüssen eine gemeinsame Versammlung abgehalten. Die Arbeit der ver­schiedenen Ausschüsse ist keine kleine, wird sich doch das dies­jährige Jubiläumsfest über das Niveau eines sonstigen Kreis­festes hervorheben. Der Restaurationsbetrieb für die große Festhalle und die Münchener Bierhalle wurde bewährten Fach­leuten übertragen, während die Hallen, in denen Frankfurter, Offenbacher und Pfungstädter Bier, sowie Schoppen-Wein und Aepfelwein gezapft werden, sich ebenfalls in Händen tüchtiger Wirthe befinden. Die Anlage für die elektrische Beleuchtung, wozu eine Locomobile von 50 Pferdekräften aufgestellt wird, ist an eine Mainzer Firma, die sich durch Beleuchtungs­anlagen bei großen Festen ausgezeichnet hat, vergeben worden.

* Gewerbegericht. (Sitzung vom 23. Mai.) In der heutigen Sitzung standen drei Streitsachen zur Verhand­lung. Davon endete eine durch Vergleich, zwei andere wurden vertagt.

W. Babeeinrichtttng. Nachdem seit längerer Zeit von Königlicher Staatsbahnverwaltung eine Badeeinrichtung in der hiesigen Betriebs-Werkstätte eingerichtet wurde zur Be­nutzung von Führern, Heizern, Schlosser und Putzer, so ist jetzt auch in dem neuen Uebernachtungslokal für Fahrbeamte

Neuerdings sind ja eine Unmasse von photographischen Apparaten ohne Stativ in Anwendung, allein, um vollkommen klare, sichere Bilder namentlich von Landschaften, um die es ja bem Tourenfahrer vorerst zu thun ist, zu erlangen, wird man das Stativ nicht entbehren können. Werthvoll wird das Velostativ besonders dadurch, daß es, wie schon erwähnt, an Herren- wie Damenrädern gleichgut. angebracht werden kann. Auch ist vermöge des Kugelgelenkes des Trägers der Aktionsradius des Apparates viel größer als bei jedem anderen Stativ. Namentlich Aufnahmen von Gegenden von nahezu aus der Vogelperspektive dürfte deshalb das Velostativ leicht ermöglichen.

, Wer längere Zeit des Velostativs sich bedient, wird finden, daß es selbst dem aus Aluminium gefertigten, zusammenschieb­baren Stativ gegenüber wegen der größeren Stabilität vorzu­ziehen ist. Außerdem macht es photographirenden Radlern und Radlerinnen jedenfalls mehr Freude, wenn sie ihr Stahl­roß in derart sinniger und einfacher Weise verwandt sehen, als wenn sie erst ein Holzstaiiv herausziehen müssen. Das Velostativ dürfte nicht bloß für photographirende Tourenfahrer ein beliebtes Ausrüstungsstück werden, sondern auch bei jeder Aufnahme im Freien während der ganzen Radfahrsaison benutzt werden, da es bei der großen Beweglichkeit des Rades auch eine ebenso vielseitige, wie rasche und bequeme Anwendung des Apparates zulätzt. Modelle des Velostativs finden sich ausgestellt in den Schaufenstern der Herren Fahrradhändler Georg Brech und Louis Jodry, welche Firmen Bestellungen entgegennehmen.

Hus aller Mett

Rothschildangepnmpt." In Moskau haben es, wie derKurier" erzählt, neulich zwei recht reduzirt aus­sehende Individuen fertig gebracht, den Baron E. Rothschild

Die heutige NumM«V umfaßt außeN Nm Uttterhattungshlatt 10 Seiten

(in der Nähe des Güterbahnhofes Hanau-Ost) eine neue Bade­einrichtung geschaffen worden, welche den Beamten und Hilfs­beamten des Fahrpersonals, den Rangirmeistern vollständig kostenlos zur Benutzung freisteht. Mit der Zeit werden auch Einrichtungen für Frauen und Kinder von Beamten und Hilfs­beamten geschaffen. Zunächst ist festzustellen, daß diese Bade­einrichtungen sehr fleißig benutzt werden.

* Sommer-Theater. Das neue Sommer-Theater auf Beck's Felsenkeller, das sich recht gut eingeführt hat, bringt über die Pfingstfeiertage ein vollständig neues Künstlerpersonal, das mit sorgfältig gewähltem Programm auftritt. U. A. ist hierin enthalten ein Gastspiel des Improvisators und Klavier­humoristen Hermande D e l c l i s e u r, welchem Künstler ein guter Ruf vorausgeht. Außerdem wird die artistische Leituug unserer neuen Spezialitätenbühne nicht verfehlen, auch sonst den Ansprüchen der Besucher gerecht zu werden, was dem Unternehmer durch ein ausgesuchtes Ensemble ermöglicht wird. Rechnet man hierzu die geeigneten Räumlichkeiten auf Beck's Felsenkeller, wo auch ein tüchtiger Restaurateur waltet und den vorzüglichen Stoff, der zum Ausschank gelangt, so gehen wir wohl in der Annahme nicht fehl, daß die neue Sehens­würdigkeit einen Theil des feiertäglichenAuswanderer­stroms" ablenken und auch fremde Ausflügler anziehen wird, zumal doch auch nicht mehr mit Berechtigung gesagt werden kann, daß hiernichts los" ist. Die Auszeichnungen der Gesellschaft sind in der Cigarrenhandlung des Herrn Georg Collmann, Hammerstraße, ausgestellt.

* Gesangswettstreit. Zu Pfingsten begeht der Ge­sangvereinSonntagsverein" zu Mühlheim a. M. sein 25jähriges Fahnen jubiläum, verbunden mit Gesangswettstreit. Zu diesem haben sich 26 Vereine gemeldet, die in 3 Klassen in nach­folgender Reihenfolge singen: I. Klaffe Vereine mit mehr als 40 Sängern: 1. Teutonia - Sprendlingen, 2. Harmonia- Heusenstamm, 3. Männerchor-Heusenstamm, 4. Germania- Vilbel, 5. Germania-Hausen, 6. Frohsinn - Bad Nauheim, II. Klasse, 2540 Sänger: 1. Männerchor-Fechenheim, 2. dngerlust-Walldorf, 3. Polyhymnia-Nieder-Roden, 4. Con­cordia-Obertshausen, 5. Frohsinn-Mannheim-Käferthal, 6. Liedertafel-Sprendlingen, 7. Germania-Frankfurt-Sachfenhausen, 8. Liederkranz-Vilbel; III. Klasse, bis 25 Sänger: 1. Ge­sangverein Ostend-Frankfurt, 2. Männerchor-Ober- Mörlen, 3. Männerquartett-Steinbach, 4. Edelweiß-Urberach, 5. Sänger­lust-Langenselbold, 6. Thalia-Heldenbergen, 7. Doppel-Quartett- Darmstadt, 8. Liederlust-Bischofsheim, 9. Sängerlust-Roßdorf,

10. Sängerlust-Sachsenhausen, 11. Sängerlust-Nieder-Roden- bach, 12. Teutonia-Dörnigheim. Die aus den Klassen als Sieger hervorgehenden Vereine ringen in der Ehrenklasse um den vom Großherzog von Hessen gestifteten höchsten Ehrenpreis. Die Kämpfe dürften sehr spannend werden, da durchweg gute

auf offener Straße anzupumpen. Der eine der beiden Männer sprach gut französisch und bat den Geldfürsten um eine An­leihe von 25 Rubeln. Auf die Frage nach der Garantie wies der Mann auf seinen Begleiter, und dieser, der offenbar kein Französisch verstand, nickte lebhaft mit dem Kopfe und rief :Wui, Wui!" Rothschild machte diese Szene solchen Spaß, daß er die Anleihe gewährte. Zahlungstermin: in zehn Jahren oder nimmer!

Selbstmord des italienischen Königsmörders Bresei. Eine Aufsehen erregende Meldung berichtete gestern der Telegraph aus Italien. Der Mörder des Königs Humbert, Bresci, hat sich im Gefängniß von Portolongone erhängt. Die Schlinge, in der Bresci den Tod fand, hatte er sich aus seinen Hosen gefertigt. Bei der strengen Bewachung, die Bresci zu Theil wurde, erscheint es fast unglaublich, daß er sich durch Selbstmord der über ihn verhängten lebenslänglichen Strafe entziehen konnte. Mußte Bresci doch in allen seinen Handlungen von seinen Wächtern genau beobachtet werden. Für Bresci war in einem kleinen, von einer hohen, massiven, steinernen Mauer umgebenen Hofe ein eigenes Gefängniß erbaut worden. Der Zellenraum war gerade nur so groß, daß eine Pritsche und ein kleiner Schemel darin Platz fanden. Da Raum für freie Bewegung nicht vorhanden war, so konnte Bresci bei Tage in der Zelle nur stehen oder auf dem Schemel sitzen. Licht erhielt dieser Gefängnißraum durch ein nahe an der Decke angebrachtes, massiv vergittertes kleines Loch, wäh­rend die schwere eiserne, mit mehreren Schlössern versperrte Thür derart eingerichtet war, daß Bresci stets zu kontreliren war. Wie es unter diesen Umständen dennoch geschehen konnte, daß Bresci Hand an sich legte, ist unerklärlich. Es sei noch daran erinnert, daß erst vor Kurzem sich der Ge­fangenenhausarzt dahin geäußert hatte, daß Bresci in kürzester Zeit dem Wahnsinn verfallen müsse und kaum ein Jahr die Torturen seiner Haft werde erdulden können.