2 3. Februar ___^^^„„^^„^^
-ist kaum möglich. Am Vormittag versuchten, wie die „N. Hgb. Z." berichtet, ein Regierungsdampfer und ein Eisbrecher zu den Leuten zu gelangen, bis jetzt jedsch vergeblich.
GchiMhertcht^
Der Hamburger Doppelschrauben - Schnelldampfer „Auguste Viktoria" tft am 21. Februar wohlbehalten in Siracusa eingetroffen.
Kreme», 22. Februar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Roland" ist gestern in Oporto und der Dampfer „Köln" vorgestern in Baltimore eingetragen.
KorrÄs», 22. Januar. Der Castle-Dampfer „Doune Castle" ist auf der Ausreise vorgestern in Kapstadt eing«- 4rsffen.
handel, Gewerbe und Verkehr.
( Finanzielle Rundschau. Wir stehen im Zeichen der Bilanzen und demgemäß unter so manchen Eindrücken, welche eine ganz verschiedenartige Kritik herausfordern. Es läßt sich nicht leugnen, daß mittlere unb sonst rührige Banken eine noch geringere Dividende geben als befürchtet worden war und daß hierzu sogar noch Abschreibungen kommen, von denen vielleicht zu befürchten ist, daß sie nicht wieder eingeholt werden. Wir haben aber auch allererste Banken mit zurnckgehenden Dividenden, bei denen eigentlich angesichts ihrer großen Stellung in der Hochfinanz Besseres hätte erwartet werden können. Und es sind nicht einmal immer Effekten und Konsortials, wo der Rückgang zu liegen scheint, da z. B. bei der Berliner Handelsgesellschaft gerade dieser Posten 600 000 Mk. — mehr erbracht hat, während doch die Provisionen nur um 200 000 Mk. — zurückgegangen sind. Aber was hilft der bedeutend größere Effekten- und Konsortialgewinn, wenn sodann allein auf Konsortial-Betheiligungen 2 200 000 Mk. abgeschrieben werden. Nur im Jahre 1895 fanden derartige Abschreibungen ebenfalls im Betrage bis zu 2 Millionen statt. Unser Rentenmarkt, soweit er fremde Papiere betrifft, steht augenblicklich unter der Verstimmung der Londoner Stock Exchange, welche auf die kriegerische Wendung der Dinge in China hin sichtlich zurückhaltend bleibt. Es dürften aber auch noch zum Deprimiren die großen Fallimentsnachrichten aus Argentinien hinzukommen, die besonders in einem Augenblicke schwer empfunden werden, wo die Unifirzirung im besten Verhandeln begriffen ist. Neben Argentiniern, welche bis noch vor Kurzem vielfache Meinungskäufe erfuhren, scheint auch in letzter Zeit für Portugiesen einige Unternehmungslust zu herrschen. Man kann hierbei aber nie wissen, ob es sich nicht lediglich um die Empfehlungen der Vertreter- Londoner und Pariser Firmen an unsern deutschen Plätzen handelt, welche ihre Kunden zu derartigen Engagements animiren möchten. Ist doch in ganz derselben Weise auch kürzlich ein Vorstoß zu ©unften der Gold-Shares gemacht worden, die zwar, wie man damals annahm, von Amerikanern gekauft wurden, aber inzwischen auf die Verschleppung des Krieges in Transvaal wieder zurückgehen mußten. In der That ist es doch unmöglich, an eine Wiederaufnahme des Betriebes zu denken, so lange nicht einmal die Umzingelung Dewets gelingt. Wir meinen den Betrieb der Minen, die ja nun schon lange genug gestockt haben. — In deutschen Fonds hat eine gewisse Abschwächung der Nachfrage stattgefunden, was ja auch noch zu verwundern ist, wenn man bedenkt, daß nun schon seit Januar die Kaufkraft nicht allein für unsere Staatspapiere, sondern auch für unsere Städtepapiere und industrielle Fonds fast ohne Unterbrechung angehalten hat. Immerhin ist es also möglich, daß bei Ausgabe der neuen Neichsanleihe die Aufnahmefähigkeit auf diesem Gebiete schon wieder nachgelassen hat. Möglich bleibt es freilich auch, daß die heutige Zurückhaltung direkt ein Sichvorbereiten auf die neue Anleihe bedeutet. Der Diskonto, welcher in dieser Woche bei uns noch nicht heruntergesetzt wurde, in Erwartung dessen, was uns London bringen würde, hat jetzt wohl alle Aussicht eine Ermäßigung zu erfahren, da die Bank von England ja thatsächlich auf 4°/o zurückgegangen ist. In Schweizer Bahnen liegt nichts Neues vor, nur daß Gotthard bedeutende Abschwächungen erfuhren wahrscheinlich aus die Uebertreibungen, welche vorher angesichts der angeblichen Verhandlungen des Großaktionärs Reitzes in Wien stattgefunden haben.
Telegraphischer Kursbericht.
Frankfurt, 23. Februar, 12^4 Uhr.
Credit 211.90. Staatsbahn 143.40. Lombarden 25.10. Disconto-Comm. 184.10. Deutsche Bank —.—. .Handelsg. 151.80. Dresdner 150 30. Italiener 96.10. 3 d/g Mexikaner 25.60. 3e/e Portugiesen 25.40.
Tendenz: Ruhig.
4°/» Spanier 72.—.
Gotthard 167.10.
Schweiz. Nordost 114.40.
„ Central 163.30.
„ Union 100.—♦
Jura 101.10.
Harpener 168.75. Gelsenkirchener —.—.
Laurahütte 201.—.
Bochumer 181.50.
Franks«»t a. M., 22. Februar. (Abendbörse.) Creditaktim 212 b. DiSkonto-Commandit 184.40—30 b. Deutsche Bank 206.80 b. Dresdner 149.80 b Darmstädter 13411 b. StaatSbahn 143.70 b. Berliner Bank 100 50 b. Lombarden 25.25 b. Anatolische 83.40 b. Gotthard 167.75—90 b. Nordost 114 b. Jura-Simplon 101 b. Bochumer 181.80 b. Hamburger Packet 130 b. Caro-Hegenscheidt 110.30 b. Helios 78.25 b. Schuckert 170 b. Portugiesen 25.35 b. Mexikaner 41.50 b. dö. 3proz. 25.65 b.
Umsätze von 6V4—6V* Uhr. Diskonto-Eommandit 184.40 b. Dresdener 150.20 b.
Die Abendbörse nahm ruhigen Verlauf und die Kurse haben sich nicht wesentlich geändert. Im Ganzen herrschte ziemlich feste Stimmung.
Berlè«, 22. Februar. Produkt euma rkt. Weizen p»r Mai 461.—, per Juli 162.50, per September —.—,
Roggen per Mai 143.—, per Juli 142.75, per September —.—, Hafer per Mai 138.50, per Juli —.—.
Mais amerik. Mixed loco, per Mai 108.25, per Juli 107.50.
Nüböl per Mai 54.40, per Oktober 49.10.
Spiritus, 70er loco 44.20, 50er —.—.
Hanauer Anzeiger
Hamburg, 22. Februar. Kaffee gsod average Santos. Schlnß- Lurse per Mai 33V. Pf., per September 33'/. Pf.
Amsterdam, 22. Februar. Weizen per März —.—, per Mai —.—, Roggen per März 129.—, per Mai 131.—, Leinöl loco 24'4, per März 24, per März-Mai 23'/., per Juni-August 23 Vs, September- Dezbr. 22'/». Banca-Zinn loco 72. Stillten loco 72'/..
Marktbericht.
Hau au, 23. Februar. (Lebensmittelpreise.)
Hülsenfrüchte: Bohnen 30 Pfg., Erbsen 32 Pfg., Linsen 40 Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tsuben das Pärchen 80 Pfg. bis 1 Mk.; ein Huhn 1—1,20 Mk.; Fische: gewöhnliche Sorte 30 Pfg., bessere Sorte 40 Pfg., Hecht 1—1,10 Mk., Barben 50—60 Pfg., Barsch 60 Pfg. — ^t kg; Gemüse: Merrettig die Stange 10—25 Pfg., Blumenkohl das Stück 30—40 Pfg., Kopfsalat das Stück 15 Pfg., Endivien das Stück 10—15 Pfg., Unter-Kohlrabi das Stück 10—20 Pfg., Wirsing das Stück 20—40 Pfg., Weißkraut das Stück 20 bis 40 Pfg., Rothkraut das Stück 15—30 Pfg., Sellerie das Stück 10-20 Pfg., gelbe Rüben das Pfund 15-20 Pfg., Braunkohl die Portion 30—50 Pfg., Rosenkohl das Portion 40 Pfg., Schwarzwurzeln das Pfund 30—40 Pfg., Spinat das Pfund 50 Pfg., Schmalzkrant die Portion 20 bis 30 Pfg., Kartoffeln das Doppeüüer 10 Pfg.; Obst: Aepfel das Pfund 12—15 Pfg.; Birnen das Pfund 10 Pfg.; Citronen das Stück 7—10 Pfg., Apfelsinen das Stück 5—10 Pfg.; Verschiedenes: Butter das Pfund 1—1,15 Mk., Käse 2 Stück 9 Pfg., Eier das Stück 5—10 Pfg., Kanseeier das Stück 12—15 Pfg., Zwiebeln das Doppelliter 20 Pfg., Kastanien das b» kg 20 Pfg.; Weizenmehl 1. Sorte 1s Psz., 2. Sorte 16 Pfg., 3. Sorte 14 Pfg., 4. Sorte 12 Pfg. = V» kg.
Drabtberichte des „Dan. Hnz.“
Die Tage in China.
Peking, 22. Februar. Die Uebergabe der Schanhaikwan- Bahn an die Engländer hat heute begonnen und wird bis zum 28. Februar vollzogen. Vorgesehen ist, daß die Bahn während der ganzen Dauer der Okkupation Tschilis unter britischer Oberaufsicht bleiben soll, selbst wenn die britischen Militärbehörden die Linie der Zivilverwaltung übergeben. Wenn zwischen den vorläufig eingesetzten Direktoren, wovon einer ein Deutscher, der Ändere ein Japaner ist, Streit entsteht, sollen die endgiltigen Entscheidungen dem deutschen Armeehauptquartier zustehen.
Berlin, 22. Februar. Wie die „Post" erfährt, hat Graf Waldersee die geplante größere Expedition in das Innere Chinas nunmehr endgiltig aufgegeben, da die chinesische Regierung in der Bestrafungsfrage den Forderungen der verbündeten Mächte so weit entgegengekommen ist, daß dieselbe wohl völlig ausgeschieden werden wirs.
London, 23. Februar. „Morning Post" meldet aus Peking: Von dem Distrikt östlich von Peking im japanischen Kontrollgebiet wurden Räubereien gemeldet. Graf 'Waldersee wies die Japaner an denselben Einhalt zu thun, und deshalb marschirte eine japanische Streitmacht ab.
London, 23. Februar. Aus Shanghai wird gemeldet: Die Prinzen Tuan und T s ch u a n g, welche v e r- kleidet die Flucht ergriffen hatten, sind bei Tong Kouan verhaftet worden.
New Uork, 23. Februar. Wie verlautet, haben die Vereinigten Staaten eine neue Note an die Mächte gesandt, um gegen etwaige neue Annexionen in China zu prstestiren,
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Usm Kurenkrieg.
London, 23. Februar. Aus Südafrika liegen hier folgende Meldungen vor: Lord Methuen bemächtigte sich am 14. Februar eines Burenlagers bei Brackran und beschlagnahmte 40 Wagen* und eine große Anzahl Vieh und machte 40 Gefangene. General Dewet marschirt immer noch in nördlicher Richtung, verfolgt von englischen Truppen. Das Kommando Hertzog bewegt sich ebenfalls in nördlicher Richtung und befindet sich bei Britstown. Bis jetzt fanden keine Gefechte statt, da die Buren allem Anscheine nach nach dem Oranje-Freistaat zurückzukehren versuchen. Die Telegraphen-' Verbindungen zwischen den westlichen Distrikten sind infolge der heftigen Regenstürme unterbrochen.
London, 23. Februar. „Daily Telegraph" meldet aus De Aar: Ein Fallen der Hochwasser des Oranjeflusses ermöglichte den flüchtenden in die Kapkolonie eingedrungenen Buren den Fluß zu überschreiten und in den Oranjefreistaat zurâckzukehren. Doch wird Dewet von General Knox und anderen englischen Führern bei Reeddrift hart bedrängt und sucht nach Griqualand und Pricek abzurücken.
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Berlin, 23. Februar. In der Kanal-Kommission des Abgeordnetenhauses wurden gestern Abend die Positionen der Vorlage für den Ausbau der Spree 9 336 000 Mk. und über die Wasserstraße zwischen Oder und Weichsel, sowie der Schifffahrtsstraße der Warthe von der Mündung der Netze bis Posen '22 631000 Mk. genehmigt, sowie ein Antrag von Pappenheim, die Regierung aufzufordern, den in ihrer Denkschrift geforderten Wassergenossenschaften besondere Beihilfe aus Staatsmitteln zu gewähren, falls sie einen inneren Ausbau ihres Gebietes beschließen sollte.
Berlin, 23. Februar. Dem „Lokal-Anzeiger" wird aus London gemeldet: An maßgebender Stelle verlautet, daß hier von einem mehrmonatlichen Aufenthalt des deutschen Kronprinzen in England nichts bekannt ist. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Reise nach mehreren Ländern, wobei England höchstens einen kürzeren Besuch erhalten dürfte Doch auch hierüber ist an hiesiger Stelle noch nichts bekannt.
Berlin, 23. Februar. Nach einem Telegramm aus Budapest wollten die Arbeitslosen gestern Nachmittag einen Demonstrations-Umzug halten, welcher jedoch von der Polizei nicht gestattet wurde. Die in der Dembinski-Gasse versammelten Arbeitslosen leisteten der Aufforderung, auseinanderzugehen, keine Folge. Erst nachdem die Polizei 22
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Renitente verhaftet hatte, zerstreuten sich die Demonstranten. Eine kleinere Gruppe versuchte noch auf der Jnbrapyjtraße eine Demonstration, wurde jedoch von der Polizei zerstreut. Hierbei wurde eine Person verhaftet. Die Ladenbefitzer hatten schon zeitig nachmittags ihre Läden geschlossen, um diese nicht wieder Verwüstungen wie letzthin bei einem gleichem unlaß auszusetzen.
Berlin, 23. Februar. Wie aus Rom depeschirt wird, fanden gestern in Nardo Tumulte statt. 175 Landleute begaben sich auf die Aecker des Millionärs Depandi, arbeiteten dort den ganzen Tag mit Widerwillen und begaben sich dann gemeinsam vor das Haus des Grundeigenthümers. Sie verlangten stürmisch 75 Centesime Tageslohn. Als von der Polizei mehrere Tumultuanten verhaftet und auf das Rathhaus geführt wurden, stürmten zirka 2000 vor Hunger halb Wahnsinnige das Rathhaus, zerstörten und verbrannten Alles, was nicht niet- und nagelfest war und befreiten die Verhafteten. Am Nachmittage rückte Militär ein. Die Menge verhielt sich ruhig. Es g ä h r t aber allgemein. Auch aus anderen Bezirken werden Hunger-Revolten gemeldet.
Cronberg, 23. Februar. Die Kaiserin Friedrich empfing Freitag Nachmittag mehrere Damen aus Isenburg und Frankfurt a. M.
Cronberg, 23. Februar, 12 Uhr 45 Min. (Privattelegramm.) Der König von England trifft am nächsten Montag 9 Uhr 25 Min. vormittags auf dem südlichen Bahnhöfe hier ein.
Wien, 22. Februar. Der Polenklub beschloß, gegen die Dringlichkeit der auf der Tagesordnung der morgigen Abgeordnetenhaus-Sitzung stehenden elf Dringlichkeitsanträge zu stimmen. Pastor theilt mit, Abgeordnete verschiedener Gruppen hätten Interpellationen eingebracht, welche die katholische Kirche beleidigten. Präsident Vetter habe zwar erklärt, er habe die Interpellationen dem Vizepräsidenten Prade behufs Streichung der drastischen Stellen übergeben. Prade that dies jedoch nicht. Wodjiki theilte mit, es seien Schritte gethan, um die Jnter- pellanonen noch morgen aus den stenographischen Protokollen des Hauses zurückzuziehen.
Wien, 23. Februar. Da die Deutsch-Radikalen gestern im Abgeordnetenhaus eine die Gefühle der katholischen Geistlichkeit sehr verletzende Interpellation einbrachten, beschlossen die geistlichen Mitglieder des Hauses in der heutigen Parlamentssitzung eine Zensurirung dieser Interpellation. Es dürfte deshalb zu stürmischen Szenen kommen.
Wien, 23. Februar. Die „Slavische Korrespondenz" und die „Deutschnationale Korrespondenz" berichten über die heutige, vom Grafen Vetter einberusene Obmännerkonferenz, in welcher der Ministerpräsident ersuchte, die Arbeiten zu beschleunigen, die erste Lesung der Regierungsvorlagen, nämlich die Jn- vestitionsvorlage, das Budget, das Rekrutengesetz, das Branntweinsteuergesetz und die Waisenkassenvorlage, zu ermöglichen. Lupul meinte, es sollten wöchentlich zwei Sitzungen den Regierungsvorlagen und zwei den Dringlichkeitsanträzen gewidmet sein. — Prinz Liechtenstein und Passorcke stimmten dem Vorschläge zu. Kaiser erklärte, der Modus entspreche nicht der Geschäftsordnung. Paexe und Groy theilten diesen Standpunkt. Letzterer meinte, es wäre möglich, die Debatte über die Dringlichkeitsanträge in der ersten Lesung einzuschränken. Auf eine Anfrage Bärenreithers erklärte der Ministerpräsident, die Aushebungen seien bereits ausgeschrieben, das Rekrutengesetz müsse bis zum 15. n. M. erledigt sein, sonst müßte die Aushebung verschoben werden, womit Unannehmlichkeiten für die Bevölkerung yerbu'noen seien. Schuster- schitsch, Kathrein und Lupul sprechen sich für Beschleunigung der Arbeiten des Hauses aus. Sodann wurde ein Vorschlag berathen, nach welchem die Kluöoömänner bei den Parteien auf Zurückstellung der Dringlichkeitsanträge wirken sollen. — Der „Deutschnationalen Korrespondenz" zufolge hätten alle Parteien sich damit einverstanden erklärt, mit Ausnahme der Tschechen, welche erklärten, sie seien nicht ermächtigt, diesbezügliche Zusagen zu machen.
Paris, 23. Februar. Die revolutionären Sozialisten hielten gestern eine Versammlung ab, in der sie gegen das neue Gesetz des Handelsministers Millerand betreffend Regelung der Ausstände protestirten. Eine Tagesordnung in diesem Sinne wurde angenommen. Mehrere sozialistische Abgeordnete wohnten der Versammlung bei.
Pnris, 23. Februar. Wie meheren Blättern aus Laghsuat in Südalgerien gemeldet wird, wurde am 8. Februar die von 160 französischen Soldaten besetzte Ortschaft Pimimum von etwa 1000 Angehörigen des Barabosstammes angegriffen. Nach einem blutigen Kampfe zogen sich die Barabos, die 100 Todte und über 100 Verwundete hatten, zurück. Auf französischer Seite wurden 9, darunter 3 Offiziere, getödtet, 21 verwundet.
London, 23. Februar. Die königliche Jacht „Viktoria und Albert" ist gestern Abend in Sherneß cingetroffen und warf im Viktoria-Hafen Anker. Der König wird sich an dieser Stelle heute Abend einschiffen und die Jacht morgen früh nach Vlissingen abgehen.
London, 23. Februar. Der gestrige M i n i st e r a t h fand uwer dem Vorsitz des Premierministers Lord Salisbury statt. Sämmtliche Minister mit Ausnahme des Herzogs von Devonshire wohnten demselben bei.
London, 22. Februar. Das Unterhaus setzte die Adreßdebatte fort. William C'Brien beantragt ein Amendement zu der Adresse, worin verlangt wird, daß die vereinigte irische Liga als Tradesunion behandelt wird und den gesetzlichen Schutz einer solchen genieße. Redner protestirt heftig gegen die Behandlung, die die Liga seitens der Behörden erfahre. Nach längerer Debatte wird das Amendement mit 203 gegen 109 Stimmen abgelehnt.
London, 23. Februar. Die Morgenblätter melden aus Washington. Auf Verlangen des Dchatzsekretärs Gage entwirft das Staatsdepartement an Rußland eine in verbindlichem Tone gehaltene Note. Dieselbe erklärt: Der Ausgleichzoll auf Zucker sei lediglich eine zeitweilige Maßregel und ersucht die russische Regierung, Repressivmaßregeln zu unterlassen bis die Gerichtshöfe die Gesetzesinterpretation Dörges nommen haben.